Ausgabe 
26.7.1912 Zweites Blatt
 
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Aren trefflichen Gewchren, mit großen altertümlichen Pistolen und den krummen Messern mit schön verziertem Griff.

Ein Reisender erzählt, wie er auf solch ein Lager stieß und von dem Häuptling mit der traditionellen Gastfreund­lichkeit, die unter ihiren herrscht, ausgenommen mürbe Einen romantisch-pl>a itta ft i scheu Eindruck nahm er mit fort von diesen seltsam ausstaffierten Männern mit den glatt­geschorenen Möpjeu nur am Hinterschädel wird ein langes Haarbüschel gelassen und den trotzigen ver­wegenen Zügen. Was sie ihm erzählten, war das Gleiche, was heute wieder an den Lagerfeuern der Arnauten er­tönt: Has; gegen die Türken, der Wunsch nach Befreiung unb der Schrei nach Abenteuern uni) Kämpfen, der ihnen .so tief im Blute liegt.

Aus Stadt rrnd Land.

Gießen, 26. Juli 1912.

Treue Dienstboten.

Am 23. d. M. sand im KreisarntSgebänbe hier eine Aus­schuß si tz n n n des landw. Bezirksvereins G i e b e n statt, in meld) er durch den Vorsitzenden des Vereins, Gehcimerat Dr. U s i n g c t, nach einer Ansprache in Gegenwart der Arbeit­geber die für langjährige treue Dienste in derselben Fannue ober in demselben tandw. Betriebe verliehenen Auszeichnungen überreicht wurden:

a) für 15 24 Jahre (silberne Medaille Uhranhängsel für Männer, Brosche für Frauen n e b st Besitz-eugnis): Johannes Appel, Schweizer, Karl Reidel, Milchsuhrmann, Karl Wallbott, Taglöhner, Katharina Trautmanil, Taglöhnerin, Elisabeth Wallbott, Taglöhnerin (in Stellung bei Friedrich Brückmann, Birklar), Kaspar Schäfer, Schashirte (Gemeinde Burkhardsfelden), .Hans Müller, Hengst- wärter (Oekonomierat Hossniann, Hofgüll), Karl Becker I., Vieh­schweizer (Friß Schudt, Muscheiiheim), Margarethe Rumpf, Dienft- mädchen (Heinrich Konrad Görlach, Ober-Hörgern).

b) Für 25 Jahre und mehr (Medaille u s w. wies und außerdem künstlerisches ei n gerahmtes Di­plom): Karl Scheid, Pferdeknecht, Johannelte Dörr, Dienst­magd (bei Herrn, und Karl Hahn, Bellersheim), Heinr. Gehrhard, Brenner, Ludwig Lechens, Pferdeknecht, Heinrich Ruppel, Milch- verkäufer, .Heinrich Seitz, Pferdeknecht, Konrad Wirth, Kutscher, Otto Wirth, Milchverkäufer, Marie Gerhard, Taglöhnerin, Spe- ridion Kräh, Scku>eizer bei I. H. Preis;, Gießen), Heinrich Würtz, Dienstknecht (bei August Schäfer, Hungen), Heinr. Mcbus I Schashirte (Gemeinde Lauter), August Kambeitz, Gärtner, Johs. .Heckmann, Taglöhner, Margarethe Becker, Taglöhnerin, Wilhelm Müller, Pferdeknecht, Robert Stumps, Pferdeknecht (bei Oekonomie­rat Hoffmann, Hofgüll), Wilhelm Schmidt, Taglöhner, Johannes Wißner VI., Ober in echt (bei Ph. Schicht, Londorf), Konrad Mar­steller, Dienstbote (bei Hrch. Kour. Görlach, Ober-Hörgern), Johs. Hofmann, Pferdeknecht, Philipp Sommerlad II., Dienstknecht, Johs. Dietrich, landw. Arbeiter (bei Ludwig Clcmm, Winnerod).

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♦♦ Die Gesellschaft Liebig-Musettm hielt gestern nachmittag im Liebig-Laboratorium ihre 2. Jahresver- s a m m Jung ab. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer erstattete den Jahresbericht und gab einen Ueberblick über die Geschichte des Liebig-Laboratoriums in den letzten zehn Jahren. Das Laboratorium ist 1911 zum Preise von 60000 Mark von der Stadt an die Gesellschaft übergegangen. Im Anschluß an den Aufruf in den Zeitungen für ange­wandte Chemie kamen 34 000 Mk. zusammen, die zum größten Teil für die Erhaltung des Laboratoriums ver­wandt luurbcn. Für Einrichtung und Erhaltung wurden 13 000 Mk. ausgegeben, 9000 Ml. erforderte allein die Er­setzung des Daches und andere Sicherungsarbeiten. Die Gesellschaft Liebig Museum zählt jetzt 50 Mitglieder. Der Besitzstand der Gesellschaft ist gesichert, ihr Zweck ist die Eryaltuny und Wiederherstellung des Laboratoriums Lie­bigs. Die Räume, die vor einigen Jahren beinahe ab­gebrochen worden wären, sind jetzt vor dem Untergang be­wahrt. Die Vertreter aller Wissensck>aften fordert der Redner auf, zur Unterstützung an oer Erhaltung und Wie­dereinrichtung des Laboratoriums, in dem so vieles gc* schassen wurde, was für die Wissenschaft von fundamentaler Bedeutung ist und bleibt. Dem Arbeitsausschuß gehören an: Medizinalrat Tr. Merck-Darinftadt, Professor Sommer, Geh. Hofrat Behaghel, ("eh. Hofrat Elbs, Geh. Hofrat Nau­mann, Dr. Freiherr v. Liebig, Dr. Thomae und Apotheker Werner. Zahlreiche Geschenke sind dem Museum bereits überwiesen worden, so von Medizinalrat Merck-Darmstadt, Apotheker Schwieder-Gießen, von der Familie Liebig, von Verlagsbuchhändler Töpelmann eine lückenlose Serie von den Analen Liebigs. Ferner erhielt die Gesellschaft ein Bild der Apotheke in Heppenheim, alte Bücher und Schrif­ten. Privatdozent Dr. Besch te dielt einen Vortrag über Justus von Liebig und Friedrich Wöhler, die Geschichte einer Freundschaft". Wir sehen hier die herzliche Freund­schaft zweier Männer der Wissenschaft, die ohne Neid und Mißgunst auf demselben Gebiete rangen, stritten und Er­folge erzielten. Diese gewiß nicht häufige Freundschaft luäiyrte 50 Jahre und erst der Tod endete sie. Mit großem Eifer haben beide jahrelang ihre chemisck)en Versuche und Arbeiten gemeinschaftlich ausgeführt, bis Liebig schließ­lich 1842 nach München übersiedelte. In seinen Dankes- worteu stellte Professor Sommer fest, daß der heutige Vor­trag wieder der erste ivissenschaftlicke Vortrag gewesen sei, der seit Jahrzehnten in diesem Auditorium gehalten worden fei.

" Der Drtßgeio erbcüerein wird am kommenden Dienstag (30. Juli) nachmittag die FittingSfabrik Bönning er. G. m. b. H. und die Gummifabrik

Poppe & Cie. besichtigen. Besondere Einladungen ergehen och. Tas 75jährige Bestehen der hiesigen Gewerbe­schule soll im März k. IS. in einfacher Weise gefeiert werden. ____

Landkreis Gießen.

-- Wies eck, 26. Juli. Auf die gestrige Einsendung wird uns geschrieben: Ter vom hiesigen Gemeinderat ge­faßte Beschluß, die elektrische Bahn die Kreisstraße Gießen Wie seck entlang zu führen, dürfte reichlich überlegt fein und findet auch Zustimmung fast aller hiesigen Einwohner. Die angeführten Gründe, die Bahn durch das Feld jzu führen, dürften nicht stichhaltig sein, zumal, eine Weiterführung Q)cr Bahn nach Alien-Bus eck woran überhaupt noch nicht zu denken ist, durch die Schulstraße- Lindenplatz-Rabenauer Straße sich leicht ermöglichen läßt. Würde die Bahn nach dem vorgeschlagenen Plane gebaut, so würden sich die Ausgaben gegenüber dem ursprünglichen Plane verdoppeln, denn die Kanalisierung der Gießener Straße läßt sich auch ohne Bahn nicht aufhalten und die der Kornblumenstraße ist in absehbarer Zeit nicht erforder­lich. Ferner dürfte von einer Ueberlaftung der Kreis­straße durch Fuhrwerke keine Rede fein. Man braucht nur die Zusammenstellung im Zählbogen vom 25. Oktober 1910 anzusehen, wonach nur 42 -\- 38 Personen bei Milchfuhr­werken und 66 + 60 Personen auf Fuhrwerken die Straße passiert haben. War auf jedem Wagen nur eine Person und jeder Milchkarren von nur einer Person begleitet, so wären dies auf eine Person einen Wagen gerechnet im ganzen 206 Fuhrwerke, (einschl. 80 Milchkarren) die die Straße hin und zurück benutzten. Für Wieseck wäre die Verwirk­lichung des gestrigen Vorschlags ein großer Fehler, denn die Hauptverkehrsstraße nach Gießen ist und bleibt jbie Gießener Straße.

= 5) a ubringen, 25. Juli. Der hiesige Turn­verein (Gau Hessen) erzielte auch in diesem Jahre glänzende Erfolge. So errangen auf der Turnfahrt hierher sämtliche 7 Wctturner Preise (darunter den 3. und 5,); auf dem Gau­turnfest in Gießen erhielten wieder 6 Turner Preise (dabei den 2. Sieg), sowie 2 Musterriegen und eine Samenriege, die einen Reigen aufführte und allgemeinen Beifall erregte. Der Verein zählt zurzeit 140 Mitglieder.

Kreis Wetzlar.

X Wetzlar, 25. Juli. Es gibt in unserem Kreise noch fünf Gemeinden, die weder Zuschläge zurStaats- cinfoinmcnfteuer, noch Nealsteuern erheben. Es sind dies die Orte Greifenthal, Griedelbach, Holzhausen, Neukirchen und Oderwetz.

Ehringshausen, 25. Juli. Der Erweiterungs­bau des hiesigen Kaiserin Auguste-Viktoria-Hauses wird ausschließlich von hiesigen Handwerkern ausgeführt. Die Krankenräume sollen bis z im 1. Mai 1913 belegt werden. Auch eine wirtschaftliche F.auenschule (die erste der Rhein- prooinz) soll hier eingerichtet werden. Die erforderlichen Bau­gelder werden von zwei Freunden sozialer Arbeit im Betrage von 25 000 und 12 000 Mk. gespendet.

Airche und Schule.

* Gustav - Adolf - Stiftung. Die 64. Hauptversammlung des Evangelischen Vereins der Gustav - Adolf - Stillung findet in diesem Jahre vom 23.-27. September in Pofen statt. Nach einigen Sitzungen des Zentralvorstandes und nicht öffentlichen Versammlungen der Abgeordneten beginnt die Tagung am 24. nach­mittags mit einer Begrüßnngsversammlung tm Saale der Königl. Akademie. 9lad) den Festgottesdiensten in der St. Palllikirche und in der Pelrikirche finden abends zivei öffentliche Volksoeriammlnngeil statt. Für Miltivoch, 25. September, ist der Hauptiestgotlesdiensl in der Kreuzkirche in Aussicht genommen. Tie erste öffentliche Hanptverlammlung finbet mittags 12 Uhr in der Akademie statt. Am Abend werden zivei öffentliche Volksversammlungen abgehalten werden. Am Donnerstag, den 26. September, tqgt die 2. öffentliche Hauptversammlung, in der u. a. über die große Llebesgabe ab- geslimmt werden soll. Es kommen dafür die Gemeinden Gustcws- burfl in Hessen-Darmstadt, Peichendors-Siebenburgen und Rosario in Argentinien in Betracht. Ein Konzert des Königlichen Hoi- unb Domchors ans Berlin ist kür den Abend in der Akademie vorgesehen. Für den 27. September sind Ausflüge nach der Provinzial-Konfir- mandenanstalt in Wolfskirch bei Lissa und in die Ansiedlungen in der Umgebung von Posen geplant.

Die Beisetzung der Grotztzerzogr von Luxemburg in Weilburg.

sc. Weilburg a. b. L., 25. Juli.

Wilhelm IV., Großherzog von Luxemburg, Herzog zu Nassau, der letzte mänuliche Sproß eines tausendjährigen ruhmreichen Fürstengeschlcchts, wurde heute unter starkem Zudrang der Be­völkerung in der Familiengruft des Sckftosses beige)e^tf. Um 11 Uhr waren von Schloß Königstein die Großherzogin-Mutter von Luxemburg und die Prinzessinnen Hilda, Antonia, Elisabeth und Sophie, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, sowie der Herzog von Anhalt im Schlosse eingetroffen. Um 12,25 Uhr lief der Sonderzug langsam in den Bahnhof em. Ihm entstiegen biejegierenbe Großherzo<nn Maria Adelheid von Luxem­burg, ihre Schwester, die Prinzessin Charlotte, sowie die Groß­herzogin Maria Anna. Tie Herrsck)asten wurden von dem Groß­herzog von Baden und den anderen Mitgliedern der Großherzog­lichen Familie empfangen und begaben sich in das Schloß, von da mit den übrigen Herrschaften zur Mird>e.

Acht Kanoniere derBürgergarde" trugen den Sarg aus dem Waggon nach dem Leichenwagen, ivorauf sich der Lcichcuzug

unter dem Geläute der Glocken nach ber Kirche in Bewegung setzte. Eröffnet wurde er von den städtischen Körperschaften. Hinter ber Geistlichkeit unb dem Hosfourier kam der von vier Pferden gezogene Leichenwagen mir Borreirer. 3i£ beiden Seiten h,. gleiteten ihn drei Fackelträger und je vier Träger berBürger- garbc". Hinter dem Wagen schritt zunächst Großherzog Fried­rich II. von Baden, der Herzog von Anhalt, Kammerherr von Mutzenbecher Wiesbaden als Vertreter des Kreises, denen sich bis Hofpersonal anschloß.

Eine außerordentliche Volksmenge füllte die Straßen des alten Fürstensitzes. Zu beiden Seilen der von dem Leich.uzug zu passierenden Straßen bildeten Schulkinder des Kirchspiels und die Weilburger Vereine Spalier. Am Tor ber Kirche wurde btr Trauerzug von Dekan Grünschlag empfangen. Nachdem ber Sarg vor bem Altar aufgebabrt war, hielt Hvsorediger Scheer er eine nach einem gemeinsck-asllichen Licb ber Gemeinde, eine kurze An. spräche. Hofprediger Bender sprach daS Gebet und dann wurde der Sarg in die Gruft getragen, wo er seinen Platz gegenüber dem Eingänge sand. Rechts von den: Sarge stehen die, Särge der Großeltern und der des Oheims, links die ber Urgroßeltern. Hofprediger Bender spendete den Segen.

Nach der Einsegnung der irdisck)en Reste des letzten der Vol ramischen Linie des Hauses Nassau, nahm Oberkamm er Herr Frei- Herr von 3nberg zu Sümmern ein Protokoll auf unb versiegelte die Gruft, in der alles ruht, was sterblich und vergänglich von den Craniem ist.

Gestern 6 Uhr kehrten die Herrsck-aften im Atrtomobil nach Schloß Königstein zurück.

Englischer Aerzlekongreh.

0 Berlin, 25. Juli 1912.

Unter Beteiligung von etwa 200 englischen unb 150 beutschen Aerzten trat heute im großen Sitzungssaale des Herrenhauses das Königlich britische Institute of Public Health zu seinem 12. Kon­greß zusammen. Der große Sitzungssaal bot ein buntes Bild: neben den roten mit Pelz verbrämten Mänteln ber englischen Pro­fessoren, sah man englische Uniform en bcs Landheeres und der Marine, deutsche Prosessoren in ihren Trachten, zahlreiche Sani- tätsoffiziere des Deutschen Heeres und ber Deutschen Marine, sowie auch ein weibliches Mitglied bes Royal Institute of Public Health. Kurz nach 10 Uhr eröffnete der Präsident des letzten Kongresses Sir William H. Lever die Versammlung und übergab den Vorsitz dem diesmaligen Präsidenten des Kongresses Sir Earl Beauchamp. Nach einer kurzen Begrüßungsansprackre beschloß der Kongreß, an den Deutschen Kaiser und an den König von England Huldigungsdepeschen abzusenden.

Sodann hielt der Präsident Sir Earl Beauchamp einen Fest Vortrag, indem er ausführte, daß die Ausgaben der öffentlichen Gesundheitspflege nicht mehr innerhalb der nationalen Grenzen gelegt werden dürfen, sondern daß die öfseittliche Gcsundheits- pflege nur auf internationalem Boden gedeihen könne. Um diese Ideen zu verwirklichen, habe das Royal Institut of Public Health beschlossen, seinen 12. Kongreß in Berlin abzuhalten, das gerade auf dem Gebiete der Gesundheitspflege Großes leiste. Sodann ernannte der Präsident Exz. Generalstabsarzt der Armee Pros. Dr. v. Schjerning, den Chef des Sanitätskorps unb Direktor der Kaiser-Wil Helms-Akademie für bas militärärztliche Bildungs­wesen, sowie den Ministerialdirektor und Wirklichen Geheimen Obermedizinalrat Prof. Dr. Kirchner zu Elwenmitgliederu des Royal Institut of Public Health. Hierauf begrüßte Wirklickm Geheimer Obermedizinalrat Professor Dr. Znrchner namens bei Reicks- und Staatsregierimg den Kongreß unb schloß mit folgenden Worten: Wir, Engländer und Deutsche, streben zusammen, um das Glück des Menschen zu erhöhen, sein Leben zu verlängern und ihn vor thront!)eit zu bewahren. Das sind Aufgaben, denen gegenüber es keine Grenze von Ländern, keine Verschiedenheit der Nationalität gibt. Sie wie wir haben dasselbe Ziel und aus dieses hin wollen wir zusammen arbeiten. (Lebhafter Beifall.- Großbritannien und Deutschland sind zwei mächtige Länder, bc wohnt von zwei stolzen und einander ebenbürtigen Nationen, welche bestrebt sind, auf allen Gebieten der Zivilisation, der Kunst unb Wissenschaft zusammen zu arbeiten. Mögen wir m dieser Zusammenarbeit reiche unb schöne Erfolge erzielen zum Wohle ber Menschheit unb zum Wohl unserer eigenen Völker, (Lebhafter anhaltender Beifall.)

Sodann begrüßte Bürgermeister Dr. Reicke namens ber Stadt Berlin den Kongreß. Nach Ansprachen des Rektors der Universität Berlin, Geheimen Regierungsrats Professors Dr. Lenz, bes Rektors der Technischen Hochschule, Geheimen Negierungsrats Pro­fessors Dr. Josse, des Geheimen Medizinalrats Professors Dr. Hildebrandt als Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni­versität Berlin, des Geh. Sanitätsrats Dr. S t ö t e r als Vor­sitzenden des Ausschusses ber Deutsck)en Aerztekammem und des Rektors ber Universität Cambridge schloß der Präsident die Festsitzung.

In verschiedenen Abteilungssitzungei^ beschäftigt sich ber Kon­greß mit wichtigen hygienisch eit Fragen.

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Handel.

§ Schlechter Kaffee. Zur augenblicklichen Lage des Kaffee- Marktes wird von einer hanseatischen Zeitung geschrieben: Tie Auswahl in Brasilkaffees spottet eigentlich jeder firüif. Was man unter wirklich guten Santos versteht, ist ja während der ganzen Ernte katun dagewesen. Tie Kaffees aber, die heule noch zu haben sind, sind mit wenig Ausnahmen derartig, daß nur die äußerste Not sie verkäuftich macht, und cs ist wohl begreiflich, daß Kleinhändler, die auf Qualität Gewicht legen, den Berkans von SantoskafiecS tatsächlich gänzlich eingestellt haben. Man hofft von der neuen Ernte bessere Kaffees, und es wäre dringend erivünscht, daß diese Erwartlingen wenigstens nicht enttäuscht werden. Bon billigeren Preisen scheint nmn tn Brasilien nichts wissen zu wollen. Tie täg­lichen Zitfuhren ivaren bis jetzt durchaus keine großen und nicht danach angetan, einen Truck auf die Börse auszuüben. Der "Artikel schließt: Wenn schon he»ite säst feine branchbaren Santos zu haben sind, wie wirb das erst in vier oder sechs Wochen sein.

Verantwortlich für ben politischen Teil I. V.: R. LanM.

lUüller'sche Badeanstalt.

Walser w ä r,n e d e r L a h n am 2v. I u l i : 18 K

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