Freitag, 25. Gttober 1912
U.
162. Jahrgang
Erstes Blatt
^»Flatie
5n erprobt.
1 Angebote
feilt
Mdruck bringen.
Lützen, den 20. Oktober 1813.
gesund und
London, den 6. Juni 1814.
Gestern
= 200 qm ten Riegelpfad itenwiese
(Diktiert.) Gosselies, den 25. Juni 1815.
Ich habe mich von meinem Fall (im Gefecht von Ligny) ziemlich erholt, aber schon wieder ist mir ein Pferd blessiert. Nun glaube ich wohl nicht so balde und vielleicht gar hier nicht mehr zu großen Gefechten zu kommen. Unser Sieg (bet Waterloo, ist der vollkommenste, der je erfochten ist. Napoleon^ist in der Nacht ohne Hut und Tegen entwischt. Seinen Hut und Segen schickte ich heute an den König. Sein überaus reicher Staatsmantel, sein Wagen sind in meinen Händen: auch sein Perspektiv, wodurch er uns am Schlachttage besehen, besitze ich. Den Wagen will ich Dir schicken. 2s ist nur schade, dass er beschädigt ist. Seine Juwelen und alle seine Prettosen sind unseren Truppen zur Beute geworden. Von seiner Eauipage ist ihm nichts geblieben. Mancher Soldat bat fünf- bis sechstausend Taler Beute gemacht. Er war im Wagen, um sich zurückzubegeben, als er von unseren Truppen überrascht wurde. Er sprang heraus, warf sich ohne Tegen zu Pferde, wobei ihm der Hut abgefallen, und so itt er iwahrfcheinlich, durch die Nacht begünftigt, entkommen, aber der Himmel wein, wohin. Heute rücke ich mit dem größten Teil der Armee in Frankreich ein. Tie Folgen dieses Sieges sind nicht zu berechnen, und nach meinem Urteil muß Napoleon sein Untergang daraus hervorgehen, und die französische Nation wird und muß ihn verachten. Tann, hoffe ich, geht der Friede hervor, und mit Gottes Hilfe bin ich vor Winters wieder bei Dir. Dein Bruder'ist völlig ge'und und hat am Schlachttage als ein vorzüglicher Lffizier mit seinem neuen Regiment gefochten. Meine ganze Umgebung ist gesund und wohl, und ich sehe schleunigst Nachricht von Dir entgegen.
(Dienstag und Freitag), zweimal inonatl- £anb> airtschaltliche fcittragen Fern! prech • Anlcklune: bte Redaktion 112,
Liebes Malchen? ..
bin ich in England gelandet, aber ich begreife nicht, Tas Volk hat mich beinahe zemsien. Man
(Eigenhändig.)
Ich zittere so sehr, daß ich nicht selbst viel schreiben kann, habe auch nicht Zeit. Sehe wohl und behalte lieb Deinen treuesten. Freund Blücher.
So haben wir in fast allen seinen Briefen das Bild eines Kriegshelden, der mitten im Getöse des Feldlagers stets die Zeit finbet, seiner geliebten Frau zu berichten und sie mit aller rührenden Sor"-'alt zu umgeben, deren Blüchers Soldatenher; in hohem Maße fähig war. Tie intimen Briefe an sein „Malchen^, in denen
ieht wie vormals. L.. --------. - ----- .—:
bleibt er bei mir und bann geht er nach Erfurt, wo fein Regiment tety Also hätte Gott mich von tiefer Sorge befreit! Girobz ist auch gesund angekommen. Dein Bruder wird wohl in oder
chncten Grundstückr, r
Tcrsleigerungsvn Gustav Weimar um U'niing zu Ncuhauin '«"genschaslsgemeinschti- waren, sollen
1912, vorm. 101 , Ut :nd)t im Gerichlsgedöu!. t werden.
>lgt im Wege der Zwan^
merk istamll.Aug. 19:. agen worden.
Zeit der Eintragung !k is dem Grundbnche ri spätestens im Bersch 'bcriiny zur Abgabe.n eten &ei id)t (iriyimu widerspricht, glaubch bei der FeMung^ rüäsrchüql und br.'r. gserloses dem Anspch übrigen Rechten ri:
n der Versteigerung r n, werden ausgesortr Zuschlags die Aushcbi- ig des Bttsahrens Heck jür das Recht der <■ Stelle des versteigen
isherigem Preis
Tic (Einschließung von Adrianopel.
Sofia, 24. £ft. Tie bulgarischen Truppen stehen vor Adrian opel, fünf bis acht Kilometer entfernt, und verstärken ihre Stellungen. Nachträglichen Meldungen zufolge beträgt die Zahl der im Kampfe bei der Trftchaft Jurusch am rechten Maritza-Ufer Gefangenen weit über IGO.
Tie erste in Stara-Zagora angelangte Gefange- nengmppe besteht aus 342 Soldaten, Unteroffizieren, einem Leutnant und einem Hauptmann. Zwei weitere Gruppen imrften heute von Mustapha Pascha abgeheu.
Ein von den Türken aus Adrianopel unternommener Aus f all endete mit dem Rückzug der Türken, die große Verluste erlitten und zwölf Kanonen und achtzehn Munitionswagen zurückließen.
Im Distrikt Razlog widerstanden die Türken bei Elechnitza heftig, waren jedoch gezwungen, einem Gegenangriff zu weichen. Sie zogen srch gegen Baus ko und in'der Richtung auf Nevrvkop zurück, -Lic Verluste der Bulgaren sind unbedeutend.
Stara Zagora, 24. Oki. Die Bulgaren haben gestern aus der Südfront die Arda überschritten. Nach der Einnahme der vorderen Befestigungslinie bei Maras wurde von den Bulgaren Adrianopel von Süden ein geschlossen. Zwei türkische Bataillone machten einen Ausfall, die Bulgaren einen Gegenangriff und erbeuteten drei Schnellfeuer-Batterien und machten 1200 Gefangene.
Amtliche Meldungen des türkischen Kriegsministcriums.
aller Kirchen läuten, die Stadt ist beflaggt. Mor^ gen finden im ganzen Königreich Seelenmessen für dic efallenen Bulgaren statt. Gleichzeitig ivetben Tankgottes- neuste für die Erfolge der bulgarischen Wafsen gehalten werben. Bei der Einnahme von Kirk Miliffe haben die Bulgaren zahlreiche Gefangene gemacht. („Zahlreiche" Gc- angene, das klingt schon bescheidener als 50000.)
n mit dem lkei*'s“ u haben!
3 Stu(k ' \
kköper
’’ Beinkl=‘d»r nnd
baß ick noch lebe. Tas Volk hat mich beinahe zerrmen. tvcan bat mir bie Pserbe ausgespannt und mich getragen. So dm ich nach London gekommen. Wider meinen Willen bin ich vor dem Regenten sein Sckloß gebracht worben. Von ihm, dem Regenten, bin ich empfangen, wie ich es nicht beschreiben kann. Er hing nur am dunkelblauen Bande sein Porträt,, was lehr reich mit Brillanten besetzt war, um den Hals und jagte: Glauben tote, baß Sie feinen treueren Freunb auf Erden haben, wie Mich. 3d’ Run ^muß ich Tir bekannt machen, daß trotz alles Widerstrebens mich der König den Morgen, wie wir nach England gingen, sum Fürsten ernannte, mit dem Namen Blücher vorüber Wahlstadt Meine Söhne sind Grasen von der Wahlttadt. .las Fürstentum erhalte ick in Schlesien, allwo ein Kloster war, das Wahlstadt heißt. Nach meinem Tode erhälm xu aut Lebenszeit eine Pension, baß Tn als Fürstin leben kannst. -tas ist nun alles, was ich Tri jetzt, ba ein Kurier abgeht, schreiben kann. Was hier nun weiter mit mir vorgeht, bas sollst Tu mit dem nächsten Kurier erfahren.
Tue mir die Liebe und schreib an .yc^-e und Gebhard. >rranz ist entweder in Berlin bei Dir ober in Ziethen. Mach auch ihn
Blüchers Briefe an* feine Zrau.
Unter diesem Titel ist soeben ein mit viel Geschmack ausge- stattet es Buch im Verlag von fltobcrt Lutz in Stuttgart erschienen (yrcb5 brojdriert 2 Mk., in Seide gebunden 3,50 Mk.), das recht viel gelesen ui werden verdient. Vor allem sollte es in lebet Volksbibliothek, jeder Leister und Schülerbücherei zu linden sein. 2000 I Stammen doch diese Blücherbriefe fast alle aus den Befreiungs- kriegeii 1813-1815, so datz der Leser den alten Marscliall Vor- » indrt- stets mitten in den großen Begebenheiten erblickt, die ihn
18000 31 . jm Europas gemacht haben. Wir glauben das Buch
am besten zu empfehlen, wenn wir einige der Briefe hier zum
bei Amsterdam sein. , . ., ..
Mein ltlufenthalt dürfte nun auch mdyt mehr von -Lauer hier fein. In Zeit von ^hn Tagen habe ich hier hundertundzwanzigtausend Mann zusammen. Mit so viel Menschen kann man nicht lange auf einem Fleck stehen, ohne in Not zu geraten. Untere Tnippen werden in Bälde ganz Holland in Bentz haben und ich denke denn auch balde in Brabant zu sein und Flandern $u besetzen. Zu großen Schlachten glaube ich nicht, daß es mehr kommt. Die vielen Festungen genieren uns sehr Snbenen glaube ich doch, daß wir nun halbe ben Frieden machen. Alle grotzen. Herni sind nun von Frankfurt weg, nur unser König ist mut) hier wird aber auch in einigen Tagen Weggehen, und dann habe ich 'das Reich hier allein, worüber ich nicht unzufrieden bin. Was mir nicht behagt, sind die vielen großen £>emt, die ich wieder unter mich kriege. So stößt der Kurprinz von Heilen mit allen Hessen zu mir, desgleichen der Herzog von Koburg
cr Grundstücke.
Nk. 252
lex •teßewtr »nzetzer erf(t)emi täglich, außer Sonntage. - Beilagen: dermal rwöcbeutlidj f (ebener <f«inilitnblätler roftmnl wöchenil.Ureir- bi <ö für ben Kreis «iefjtn
Liebes Malchen!
Gestern konnte ich nicht schreiben. Ick war zu müde, aber mein Freund Gneisenau hat an Dich geschrieben und gesagt, baß •di gesund bin. Ten 16. habe ich dem Feinb vor Leipzig bei dem Tone Möckern wieder eine Schlacht geliefert, viertausend Ge- fangcnc gemacht, fünfundvierzig Kanorm, einen Adler und verschiedene Fahnen erobert. Ten 18. warf ich den Feind in Leipzig Inncin und nahm vier Kanonen. Ten 19. unb 20. ist die rißte Schlackt geliefert, die nie auf bet Erde stattgesunden hat: , ,-chshunderttausend Mann kämpften miteinander. Um zwei Uhr nachmittags nahm ick Leipzig mit Stunn. Ter König von Sachsen und viele Generals der Franzosen wurden gelangen. rvcr palnisckse Fürst Ponjatowski ertrank. Hnnderlunbiiebzig Kanonen wurden erobert, und gegm vierzig tausend Mann und acianqeit Napoleon hat sich gerettet, aber er ist noch nicht durch Tiefen Augenblick bringt meine Kavallerie wieder zweitausend Gefangene. Tie ganze feindliche Armee ist.verloren. Ter Kaiser von Rußland hat mich in Leipzig aus onentlichem Markt geküßt unb ben Befreier Teutschlanbs genannt. Auck bxr Kaiser von Oesterreich überhäufte mich nut Lob, und mein König dankte mir mit Tränen in ben Augen. -La mir ber Kaiser keinen Erben mehr geben lann, so erhalte ich von ihm einen golbcnen Tegen mit Brillanten besetzt, dem man einen großen Wert gibt 5n diesem Augenblick bin ick nur zehn Meilen von etntze unb ba nun alles wieder frei ist, so kannst ^.u mit Fntze korreipondlerem lEttb Ihr könnt Euch aufhallen, wo Ihr wollt. Ich scklaae Euch Leipzig vor. Es ist ein angenehmer Ort, und da ick Leipzig, .reiches man itt Braiid fdueßen wollte, dadurck) gerettet das; ick v-rbot, keine Gxanaten hineinzuwenen, so wird man Euch aus Händen tragen. Schreib mir Zainen Entschluß. Ohit Quartier Dill ich Dir bann besorgen. Ick gehe nut meiner.Armee durch Thüringen nack Westfalen und me,ne Tnwpen sollen ba^e in Muster sein. Gott mit xtr! Lebenslang Bludxr.
Höchst, ben 23. Tezember 1813. Liebe Male!
Da kannst von meiner F-renbe urteilen, ba gestern unvermutet Franz äU nur in die Stube tritt und völlig gesund ist, besser aus-
^Die zweite Hauptmeldung kommt aus Konstantinopel: ^,4 ttirkische Westheer habe bei Kumanowo die Serben in -stier blutigen Schlacht vollständig geschlagen. Boy Belgrad ns wird dies zwar bestritten, doch feiert man dort, im tz^aensatz zu den Bewohnern der bulgarischen Hauptstadt, kktne Freudenfeste. Tie Stimmung ist gedrückt. Täglich 'einmcn die großen Leichenzüge von den Schlachtfeldern. Dii- Verluste der Serben müssen furchtbar geweseit fein. Cie mag es bei der Erbitterung der Kriegführenden außer ha [b der eigentlichen Schlachtfelder hcrgehen. Wieviel Men- lfi! tm werden einfach ermordet werden? Oester hieß es ckon in den bisherigen Meldungen: die Dörfer wurden .w gezündet. Was geschah mit den Bewohnern?
Aucki vom griechischen Kriegsfck>auplatz kommen unzuverlässige und sich widersprechende Meldungen. Die Türken behaupten, sie hätten Erfolge gehabt, während der ßried)ifd)c Oberkommandant meldet, daß seine Truppen siegreich weiter vorgedrungen seien und Serfidje besetzt hätten.
Die Eroberung von Kitt Kilific.
Sofia, 24. Oft. Die Einnahme von Kirk Kilisse erfolgte um 11 Uhr vormittags. Die türkischen Truppen zogen in Unordnung gegen Bunar Hisar zurück. Die Vulgaren machten bei der Einnahme von Kirk Kilisse 50 000 Mann mit zwei Paschas zu Gefangenen. Tre Bulgaren erbeuteten zahlreiche Trophäen, >eruppkänonen und Munition. _ ~.
Nach der Einnahme von Malko-Tirnowo. wurde dort eine bulgarische Verwaltung eingerichtet. .Die ttir- itfdye Garnison ergriff die Flucht, ohne erst den bulgarischen Angriff abzuwarten. Türkische Gefangene erzählten, daß Offiziere und Truppen versagt hätten und sich in einem jämmerlichen Zustand befänden, zumal sie ohne Lebens-
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
2CTa{m<flf»on*anKigtii Rotationsörucf und Verlag der vrühl'schen Univ, buch- und Stcinbrudcrd R. Lange. Reöaftion, lkrpedition und vruckeret: zchulftratze 7. lür bie ^-«nu'nmer vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofstrahe Iba. ________
Lil vormittags » tiyr.__J «' ■ ______________—
mittel seien.
Begeisterung in Sofia.
Als die Nachricht von der Einuabme von Kirk Kilisse in £ofin bekannt wurde, zog eine große Menschenmenge, bit.- Fahnen der verbündeten Nationen trageub, durch die Stabt und veranstaltete vor der griechischen, serbischen, russischen und englischen Gesandtschaft, vor dem königlichen Palais und vor dem Militärkasino Kundgebungen. Es wurde die Nationalhymne gesungen und überall wurden Freudenrufe gehört. Als die Menge
Unter den bei der Einnahme von Kirf Kilisse von den Bulgaren gefangenen Türken befindet sich auch ein Kaiserlicher Prünz.
Lin türkischer Sicq über die Serben ?
Konstantinopel, 24. Oft. (Amtliche Meldung.) 9.43 vorm. Die bei Kumanowo zusammenaezogenc türkische Westarmee griff dic Serben, bie vier Tivifionen stark waren, an. Die Serben wurden unter ungeheuren Verlusten vollständig geschlagen.
Nach weiteren amtlichen türkischen Meldungen stand die serbische Hauptarmee, die von den türkischen Truppen in der Gegend von Kumanowo angegriffen und geschlagen wurde, unter dem Kommando des Kronprinzen Alexander. „ . .
Türkische Blätter melden Einzelheiten über die Kampfe mit den serbifch-bulgarischen Truppen, die sich in der Gegend von Krtmanowo zu vereinigen suchten. Danach nahmen die Türken vier bulgarische und sechs serbische Kanonen, sowie eine serbische Fahne weg und machten mehrere Gefangene. Der Feind floh bis Bitjatsch, 2a Kilometer nördlich von Kumanowo.
Saloniki, 24. Oft. Die türkische Armee wars die Bulgaren und Serben unter schweren Verlusten aus Kratowo, Kotschana, Bujanovice, Osmanje und Kumanowa hinaus und erbeutete dabei zehn Geschütze. Die Serben gingen über Zibeftschc zurück. _ „
Eine andere Darstellung aus Belgrad.
B e l g r a d, 24. Oft. Wie amtlich gemeldet wird, wurde heute nachmittag Sienitza (im Wilajet Novibazar) von den serbischen Truppeti eingenommen.
Die erste Armee schlug bei Kumanowo drei türkische Divisionen, die sich auf dem Rückzug nach UesküV besinden. ,
Belgrad, 24. Oft. Heute nachmittag sind aus Branka amtliche Meldungen eingegangen: Ein Teil der serbischen Truppen ist heute in Ku- manvwo einmarschiert, nachdem ein von der tür- : tischen Artillerie versuchter Angriff erfolgreich zurückge- ° scblagen worden war. — Tie Konstantinopeler Meldung . über eine Niederlage der serbischen Truppen bei Zbumanowo - ist demnach unrichtig.
Heute nachmittag 2 Uhr wurde Sjenitza von i den Serben eingenommen. Die Nachricht von der - Einnahme Kirk Kilisses durch die Bulgaren rief in Belgrad . große Freude hervor.
Ye zn q4» ret r monatIiA75i<!.,Dtertel- läbrhd) Mk. 2.20. durch Abdole- u. Zweigstellen monatlich 6ö PI., durch die Post 'Ulf. 2.— viertel- jährt au-fcht Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15'Bt, auswärts 20 Pteinng. C deirebakteur: A Aoetz. Verantwortlich hu ben polnischen Zeit August Goetz, tür .Feuilleton', .Verinlsckles' und „Deiichtssaal" K. Neurath. iüt »Stadt und Land': E.Hen: lür den Anzeigenteil H. Beck.
Die heutige Nummer umsahi 14 Setten.
Neue Lreigniffe vom Nriegsfchauplatz.
Bom bulgarisch-türkischen Slnegsschaupla!,, vor Adria. TOpd, und vom Schauplav der itämpic mit den «erben kommen heute Meldungen über glanzende Siege und dmxre Niodrrlagen. Die Türken haben, tote sie zu gesteh en, -kirk Kilisse geräumt. Aber aus So f ia wird trium- Merend verkündet, daß dort die Bulgaren eine große schlacht gewonnen, das feindliche Heer zersprengt und zahl- riche Gefangene gemackü hätten. Zuerst sprach man sogar non 50OOO Mann, wobei aus Versehen in Sofia em paar Nullen zu viel gemacht worden jein mögen. Jedenfalls ist eß Tatsache daß die türkische Ostarmee weiter zurückge-
f,s --30 ' 1 >bl5 ' 1.40 , ' ’ i Sie (onfliä™ * , IagtSP«lS!
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Er empfiehlt sich zu Gnaden. Einige Tage I damit bekannt. Hast Du noch von unseren Sachen was in Schle- ' ~ ■ fien, so laß es ba, beim ben Sommer loerben wir doch ba leben.
I Die Vorsehung tut viel für mich, unb ich genieße im voraus die Freude, euch alle, bie mir lieb unb roerMinb, in glücklicher Verfassung nad) meinem Leben zu wissen. Das Volk trägt mich auf Hänben. Ich bars mich nicht sehen lassen, so machen sie ein Geschrei unb finb gleich zehntausenb zusammen. In ber Montierung darf ich gar nicht erscheinen. Nun lebe wohl. Ich kann nicht mehr schreiben, denn ich bin völlig betäubt. Unter zehn Tagen kann idi hier nicht los und bann gehe ich nach Hollanb und will, sobaldc möglich, zu Dir. Lebenslang Dein Dich herzlich liebender Blücher.
ptembet 1912. mtsgericht.
Konstantinopel, 24. Oft. Ein vom Krtegs- ministe rin m veröffentlichter Bericht teilt nut: Die Kämpfe bei Adrianopel dauern fort und sind noch heftiger geworden. Es wird gegenwärtig in einer Linie nordwestlich von Kirf Kilisse bis östlich vom Tunschaflusse gekämpft. Auch in der Umgegend von Kir d ch all werden große Gefechte geliefert. Die türkischen Streitkräfte haben in der Mchtung auf Dschumaibala über Karewo und Egri-Palanka die Offensive ergriffen. Die Kämpfe mit den Serben uri Petschkina dauern an. Die Montenegriner haben den SBorntarfd) im Osten des Skutari-Sees eingestellt und fließen Skutari vom Westen aus zu erreichen. Die türkischen Streitkräfte in Skutari sind verstärkt. Die Stadt ist zunächst nicht gefährdet.
Konstantinopel, 24. Oft. 6.30 Uhr abends. (Bon einem Privat-Korrespondenten.) Kirk Kilisse ist heute von den Türken geräumt worden.
Konstantinopel, 23. Oft. (10 Uhr abends.) 'Dir noch andauernden Kämpfe auf der Linie Kirk Kiltsse- Adrianopel find sehr blutig. Nach bei dem Kriegs- ministerium eingelaufenen, jedoch nicht verlautbarten Nachrichten sind die beiderseitigen Verluste sehr beträchtlich. Die Zahl der Verwundeten, die hierher gesck)afft werden "T Sltta6U(-LUbma8tiC»w'nU Wto' -pamaT 6°e-. sollen ist so grvß. daß die im hiesigen Mär- und Re-
g-gnetc, hob sie ihn aus dic Schultern. Die Gl^^^giettungshospita^verfügbaren^aum^inzureichen^nn^
mit einem ganzen Korps. .
Und eine ganze Hetze von Pnnzen faegt idi wieder um mich. Von allen ist ber Prinz Wilhelm von Preußen mir ber Suhlte. Alles, was um mich ist, empfiehlt sich. Auch habe ich einen Gruß vom Minister von Humboldt an -Lid). Lebe nW, sei schreibe halb an Deinen Blücher.
> Des Nachts wurde dic Räumung des Uinversitätsgebäudes ? angcorbuct, zur Umwandlung in ein Spital.
I Tie gefangenen Türken.
Das „Berl. Tagebl." meldet aus Stara-Zagora: Tie gcsangenen Türken werden von den Bulgaren gut behandelt. Die lJfixiere dürfen sogar ihren Dcaen weiter tragen. Sie .eigen weder Sdiam noch rauer^ geben sich vü'mehr recht vergnügt. Der rasck>e Fall von Kirk Kilisse wird auf die Uneinigkeit des durch Partei hab er zerfressenen Offizierkorps und dic mangelhafte Ausbildung der Reservisten zurückgeführt. Ein gefangener Offizier klagte über das mangelhafte Zusammenwirken der Waffen im türkischen


