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22.3.1912 Erstes Blatt
 
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halb brr Meile, als Tscharvkow zwischen der Türkei unb Italien in Sachen des ttipolr tonischen Feldzuges vermitteln wollte.

Hierbei muß irgend etwas vorgefallen sein, was man an der Sängerbrücke nicht unterschreiben konnte, und woraus man Tscharukow dann den Strick drehte. Was es gewesen, /bleibt vorläufig Geheimnis. Fast scheint es, als habe iTscharykow die F-estigteit der russischen Position in Kon- Itantinopel überschätzt, als er darauf ausging, einen ehrcn- shaften Frieden zwischen Italien und der Türkei zu Der* 'Mitteln, um Rußland alsehrlichem Makler" dafür die Öeftnung der Dardanellen zuzusclmnzen.

DerVoss. Ztg." wurden zu der Angelegenheit ans jPetersburg noch eigenartige Neuigkeiten gemeldet. Das Statt schreibt u. a.:

Es war nicht der russische Minister des Aeußern Sasanow, der uns die Tscharykow-Sensation bescherte. Ganz im Gegen­teil, er war einer von denen, die am stärksten dadurch verblüfft waren. Denn er erfuhr von der Enthebung Tscharn- kows erst Montag gegen 10 Uhr abends aus einer für die Presse bestimmten Mitteilung der ossiziösen Petersburger Telegraphcn- agentur. Da ihm vorher nichts davon bekannt gerooröen, mar, so fragte er telephonisch bei der Agenttir an, wo sie ihre Sensa­tionsmeldung herbekommen hätte. Die Antwort lautete:Aus der offiziellen Sammlung der Gesetze und Zarenerlässe." Ter Zarenerlaß war in der Tat in dieser Sammlung bereits wormittags erschienen, nur hatte ihn im Ministerium niemand gelesen. Von wohlunterrichteter Seüe wird mir TnügcteUt, daß die Verabschiedung Tscharpkows auf Wunsch des ^Ministerpräsidenten Kokowzew erfolgte, und daß Kokowzew es war, Der für die Verabschiedung die höchst ungnädige Form beantragte, die vor etwa 28 Jahren gegenüber Saburow angewandt worden -war. Kokowzew wurde dabei wohl durch das Bestreben geleitet, an Tschartzkow ein Exernpcl zu statuieren, um die anderen Ver­treter Rußlands im Auslande vor ähnlichen Seitensprüngen zu warnen

Der Mitarbeiter derVoss. Ztg." meint, ein Wende­punkt in der russischen Politik sei wenig wahrscheinlich In einem Lande, so urteilt er ganz richtig, wo solche lieber* raschungen für einen Ressortminister möglich sind, könne man von einem Minister eine feste Politik schwerlich er* warten.

Petersburg, 21. März Die Ernennung des bisheri­gen Gesandten in Bukarest, v. Giers, züm Botschafter tn Konstantinopel und des bischerigen Botschaftsrats in Berlin, v. Schebeke zum Gesandten in Bukarest wird amtlich bekannt gegeben.

Deutsches Neich.

Wie dieTägliche Rundschau" erfährt, hat der Kaiser ben Reichskanzler eingeladen, ihn auf Korfu zu besuchen. Ferner wird dem Blatte von zuverlässiger Seite tm Hinblick auf die Krisengerüchte der letzten Tage mitgeteilt, daß bald nach den Reichstagswahlen der Kanzler mit Rücksicht auf das Er­gebnis der Wahlen seine Entlassung angeboten habe, der Kaiser aber abgelehnt habe.

lieber den Empfang des Reichstagspräsi­diums durch den Kaiser ist folgendes von den Mit­gliedern des Präsidiums gemeinsam aufgesetztes Communi- qu6 aufgegeben worden: Der Kaiser empfing am Donners­tag mittag 1 Uhr im Königlichen Schloß in Berlin das Präsidium des Reichstages. Die Audienz dauerte etwa 20 Minuten. Der Kaiser, der sehr frisch und heiter gestimmt schien, sprach nach einigen persönlichen Bemerkungen zu den Präsidcnten'seine besondere Befriedigung über die rasche Beilegung des Kohlenarbetter- streiks aus. Er Höfte, daß der Streik keine allzu große Schädigung für die deutsche Volkswirtschaft gebracht habe. Nach einem Hinweis auf die schweren Arbeiterkämpfe in England sprach der Kaiser dann die Hoffnung aus, daß es bald gelingen werde, die neue Wehrvorlage im Reichs­tage zur Annahme zu bringen.

Der Bundesrat faßte über die Besetzung der Stelle des Präsidenten des Kaiserlichen Patentamtes und die Besetzung der Mitaliedstelle bei dem Reichsversiche­rung Samt Beschluß und stimmte der Vorlage betreffend Ergänzung der Grundsätze für die Besetzung der mittleren Kanzlei- und Unterbeamtenstellen bei den Kommun alb eh ör- ben zu. Die Neuwahl der Mitglieder des Beirats für das Auswanderungswesen wurde vollzogen. Die Pen- sionskasse der Reichseisenbahnen, die Arbeiterpensionskasse der Sächsischen Staatseisenoahnen, und die Pensionskasse der Arbeiter der Bayerischen Verkehrsanstalten wurden als Smideranstalten gemäß § 1360 der Reichsversicherungsord- nung zugelassen. Die Vorlagen betreffend Verlängerung dcS Handelsy.rrtrages mit Bulgarien und betreffend den Zeitpunkt de Inkrafttretens des Viehseuchengesetzes wurden angenommen.

Bei der Berliner Ministerkonferenz sind außer Sachsen auch die Vertreter von Baden und Württemberg nachdrücklich für die Wiebereinbringung der Erbschaftssteuer, in her Form, wie sie im Jahre 1909 vorgeschlagen wurde, ein­getreten. Für den Fall der Aushebung der Liebesgabe befür­worteten sie im Interesse der süddeutschen Kleinbrenner eine 'Staffelung der Steuersätze.

Die Zentrumssraktion deS Reichstags hielt am Diens­tag Abend eine Sitzung ab, in der Abg. Dr. Spahn an Stelle Des Frhrn. v. Hertling einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Ausland.

Die neuen spanischen Vorschläge, die am 20. d. M. dem französischen Botschafter in Madrid zugestellt wurden, betreffen nur die Südzone Marokkos. Danach würde dem zuerst vorgcschlagenen Gebiet ein Streifen zu- gefügt werden, der bis zum Meere reicht unb int Norden Don Jfnis gelegen ist. Die spanische Regierung hat ihre vorläufigen Vorschläge bezüglich der Nordzone Marokkos in keiner Weise geändert.

Heer und Flotte.

Ein neuer englischerUeberdreadnought".

In Groenrock ist am Donnerstag derlieber» l Dreadnought"Ajar" vorn Stapel aclaufcn. Die Herzogin von fSutherland vollzog den Taufakt. Das Schiff hat eine Wasser- ^Verdrängung von 29 000 Tonnen und laust 22 Knoten in der Stunde.

Arbeiterbewegung.

Die Wiederaufnahme der Arbeit auf allen -Ruhr zechen hat sich am Donnerstag früh in vollem Umfange ohne jede Störung vollzogen.

Au» Stadt und Land.

Giegen, 22. März 1912.

Die Hinterlandbahn.

Die Abgg. Grünewald und Urstadt haben wegen der Erbauung einer Bahn Biedenkop fG i e ß e n folgende dringende Anfrage an die Regierung gerichtet: .

Wie Großh Ministerium befannt sein dürfte, ist im Interesse der früher Großherzoglich-Hessischen Landesteile, welche sich von der jetzigen Landesgrenze über Rodheim a. d. Bieber, Felungs- hausen, Frankenbach, Crumbach bis in die Gegend von Gladen­bach erstrecken, im Interesse der Erleichterung des Verkehrs zwischen diesen und der Stadt Gießen die Errichtung einer Eisenbahn ins Auge gefaßt worden, und die Stadt Gießen hat die vor­bereitenden Arbeiten unternommen, wofür bis jetzt eine Summe von etwa 10 000 Mk. aus städtischen Mitteln ausgewendet worden ist. Man hat schließlich im Einvernehmen mit den beteiligten Gemeinden, zu welchen auch noch die vormaüg kurhesstschen Orte des Vers-Tales gehören, sich dahin geeinigt, daß die beste Lösung der Frage durch eine Bahnlinie Gieße nG l a d e n b a ch ober Gictzen-Lohra herbeigeführt werde. Die beteiligten preußi­schen Gemeinden wünschen keine andere Bahnverbindung als diese: gegenwärtig ist eine gänzlich unzulängliche Bahnverbindung durch die im Privatbesitz befindliche Diebertalbahn hergestellt. Tie beteiligten Gemeinden wünschen insbesondere keine Führung der Eisenbahn GladenbachWetzlar: sie haben allerdings gegen eine solche Bahn nichts einzuwenden, wenn gleichzeitig die Verbindung mit Gießen erfolgst. Wirtschaftlich gehört der gesamte in Betracht kommende Distrikt zu Gießen: die politische Grenze entbehrt in dieser Richtung jeglicher Be­deutung: Gießen mit feinen Märkten und seinem sonstigen Handels­verkehr, seinen Klmcken, Fabriken, Bergwerken, Garnison usw. stellt sich als der Platz dar, welchen die Bevölkerung jener Ortschaften zum Zwecke der Erlangung von Arbeitsgelegen­heit, des Absatzes der Produkte unb des Einkaufs^von Lebens­und sonsttger Verbrauchsartikeln aufsucht. Die Stadt Gießen und insbesondere auch die Gemeinde Heuchelheim haben zutreffend erkannt, daß ein erhebliches Interesse an der Herstellung einer Eisenbahnverbindung mit dem Hinterland unb damit eine wirt­schaftliche Erschließung desselben bestehe und haben mit allem Eifer sich der Verwirklichung dieses Projektes gewidmet. Neuer­dings verlautet nun, daß es den Bemühungen der Landräte in Biedenkopf und insbesondere in Wetzlar gelungen sei, die preußi­schen Instanzen zu bewegen, daß von der Durchführung einer Bahnlinie GladenbachGießen abgesehen unb eine solche Gladen­bachWetzlar ins Ange gefaßt werde. Die Stadt Gießen, so sehr ihre Interessen hierdurch berührt werden, steht dieser Entwicklung der Dinge schließlich machtlos gegenüber, rote gleichermaßen auch die Provinzialdirettion der Provinz Oberhessen, welche dieser An- gelegciHeü ihr Interesse gewidmet hat, diese mit Nachdruck zu vertreten nicht in der Lage sein wird, weil die preußischen In­stanzen durch ihren Einfluß auf den Herrn Eisenbahnminister vor­aussichtlich imstande sein werden, die Führung der Linie Gladen­bach bis Gießen bezw. insbesondere Rodheim bis Gießen zu verhindern.

Mit Rücksicht aus die erheblichen Nachteile, die aus dieser Entwickelung der Angelegenheit den in Betracht kommenden hes- fischen Landesteilen drohen, richten wir an Großh. Ministerium die dringliche Anfrage:

ob demselben die neuere Entwickelung dieser Angelegenheit be­kannt ist unb welche Schritte es bei dem preußischen Eisenbahn­minister zu tun gedenkt, um der insbesondere der Stadt Gießen drohenden Gefahr zu begegnen.

Wir bemerken hierzu noch, daß es sich zunächst nicht um finan­zielle Fragen handelt und daß eine finanzielle Beteiligung des hessischen Staates bis jetzt nicht in Rede steht. Es war vielmehr gedacht, daß in erster Linie die Stabt Gießen, die interessierten Gemeinden, der Landkreis Biedenkopf und der preußische Staat zu den finanziellen Aufwendungen, welche nötig sein iverden, tontribuieren sollten. Für die Entwickelung der Stadt Gießen aber, für die Frequenz seiner Märkte, für Handel und Verkehr daselbst, für die Frequenz der klinischen Anstalten, namentlich des neuerdings Zu errichten in Aussicht genommenen Unfall Krankenhauses und damit mittelbar für die Interessen des Groß­herzogtums Hessen, ist diese Angelegenheit von der allergrößten Bedeutung.

* * Tageskalender für Freitag, 22. März. Stabt- theater:Tie fünf Frankfurter". Anfang 8 Uhr.

Oeff. Vertrag des NaturheilvereinS für Tarnen. Frau Dr. med. Vurtf cher-Su cci auS Basel:Welche Opera­tionen können wir bei Frauenleiden verhüten und wie verhüten wir sie? Tie Wechseljahre". Abends 81/, Uhr im Hotel Schütz.

Landes Universität. Dr. jur. Leo Rosenberg, Prioatdozcnt für bürgerliches Recht mit Einschluß be§ römischen Rechts und dcS Prozeßrechts an der Universität Göttingen, wurde zum außerordentlichen Professor berufen. Er tritt hier an Stelle von Prof. Dr. HanS Albrecht Fischer, der Ordinarius wurde.

Der Historische Verein für daS Groß- herzogtum Hessen hält seine 7. MonatS-Versamm- lung am Montag, 25. Marz, abends 6*/, Uhr, in der Aula der LandeSbaugewerkschule zu Darmstadt ab. Dr. med. A. Martin, Bad - Nauheim, hält einen Dortrag: .Deutsches Badewesen in vergangenen Tagen" (mit Lichtbildern nach alten Originalen).

AuS dem Militär Wochenblatt. Nachstehende Studierende der Kaiser-WilhelmS-Akademie für das militär- ärztliche BildungSwefen sind mit dem 1. März 1912 zu Unterärzten des aktiven Dienststandes ernannt: Richter beim 5. Großherzogl. Hess. Jns.-Regt. Nr. 168; Schmidt beim Leibgarde-Jnf.-Regt. (1. Großherzogl. Hess.) Nr. 115.

"AuS der katholischen Kirche. Der Groß­herzog hat genehmigt, daß die Katholiken von Balk- hausen und Bickenbach der kath. Kirchengemeinde Iugen­de im zugeteilt werden. Dem Pfarrverwalter JohS. Fuhr­mann zu Haßloch wurde die kath. Pfarrstelle übertragen.

" Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle zu Ober-Hainbrunn. DaS Prä- sentationSrecht steht dem Grafen zu Erbach-Fürstenau zu.

" Der Bezirkstag für beide Hessen und Nassau deS Deutschen Fleischer-VerbandeS, der im letzten Jahre in Gießen abgehalten wurde, findet für 1912 in Bensheim statt.

"KreiS-Ziegenzuchtverein Gießen. Am SamS- tag, 23. l. MtS., findet in Hungen im Gasthaus »zur Traube" die Hauptversammlung deS KreiS-ZiegenzuchtveremS Gteßen statt. Die Versammlung beginnt um 21/, Uhr.

" Fleischlieferungen für die Kliniken. Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, ist, entgegen den

24. sein

Landkreis Giehen.

C Klein-Linden, 21. März. Mit ber Jnstalkati o n der elektrischen Lichtanlagen ist in unserem Orte bereits begonnen worden: eine Anzahl Häuser sind schon eingerichtet und täglich lausen neue Meldungen cül Die großen Holzmaste, die die Kabel für die Hochspannungsleitung tragen sollen, find bei Heuchelheim, Allendors und unserem Orte schon angcsahrcn. Die genannten drei Orte erhalten nach der Linie nach Krofdorf- Gleiberg die erste Leitung.

Lollar, 21. März. Durch Einbruch gestohlen wurden in der vergangenen Nacht dem Metzgermeister Konr. Moos ver­schiedene Fleisch- und Wurstwaren. Trotz Benutzung des Polizei­hundes konnte der Täter bis jetzt nicht ermittelt werden.

Kreis Büdingen.

§ Stockheim, 21. März. Nächsten Sonntag, den März, feiert der Kriegervereinsbezirk Altenstadt 25jäbrigeS Jubiläum. Mit der Feier ist ein Ve-

Angabcn in bvr gc irigcn Mitteilung über die Vergebung der Lieferungen an die Kliniken, gestern vormittag der hiesigen Fletscherinnung von der medizinischen und der Frauenklinik der Zuschlag erteilt worden.

Stadttheater. ES sei darauf hingewiesen, daß daS Schauspiel ,(£rbe* von Karl Schönherr, baS am Sonntag abend zum Benefiz für Oderregisseur Bakof gegeben wirb, nach Lage beS SvielvlaneS nicht wiederholt werden kann

**DerVcreinC£ontcntia feiert morgen sein 15 Stif­tungsfest in der Turnhalle des Turnvereins und veranstaltet am Sonntag einen Ausflug nach der Karlsrich. Der musikalische Teil wird ausgesührt von Mitgliedern der Regimentskapelle, außer­dem sind komische Vorträge vorgesehen unb von Damen bes Ver­eins wird ein Reigen aufgeführt.

Bejttzwechsel. Gauwirt LouiS Löb fünfte von Schreinermeister E. v. Müller das in der Steinstraße Nr. 53 gelegene Haus für 33 000 Mk

' Pf erbet otterie. Bei der gestrigen Ziehung der Gießener P f e r b e m a r k t - L o t t e r i e siel der 1. Hauptgewinn nach Friedberg, dec 2. nach Muschenheim. Die Lose, auf die der 3.10. Hauptgewinn fielen, sind von hiesigen Lose- Detfäufern verkauft worden.

In Amerika verstorbene Hessen. Frau Anna Röschlaub, 73 Jahre alt, in Eyrakuse, Newport. Hch. Merkel, 74 Jahre alt, in Pent, Jll. Er war ein Veteran au§ dem amerikanischen Bürgerkriege, denn er kam 'chon als 14jähriger Jüngling aus Hesien-Tarmstadt nach Amercka.

zirkstaq verbunden. Der Bezirk besteht zurzeit auS 14 Ver­einen mit 517 Mitgliedern. Tie Feier wird durch einen Fest­gottesdienst eingeleitet.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 21. März. Stadtverordneten- s i tz,u n g. Für den wegen eines Trauerfalles beurlaubten Bürger­meister, wird die Sitzung vorn Beigeordneten Tamm geleitet Als Zeichen des Beileids für den Verlust, den unser Bürger^ meister durch das Ableben seiner einzigen Tochter erlitten bat, erhebt sich die Versammlung von den Sitzen. An Baugcsuchen werden genehmigt: Dem Gustav WeisenseecinZ stockiges Wohn­haus, bem Willi Mabre bie Anbringung von zwei Schau- fcnitcrn, die geplante Treppe wirb beanftanbet, sie muß ent» weder in das Haus, oder in ben Vorgarten gelegt werben: bet Firma Wag ner-S chmibt ein dreistöckige- Wohnhaus, dem H. R ü st e r ein Eckhaus am (Delspfad, den Gckr. Ullrich drei Lweistckige Häuser, dem H. Füller die Anbringung einer Gaube, Dem H. Binder ein Wohnhaus, dem H. Fischer eine Um­zäunung an seinem Garten, unb bem K. KlSs die Vergrößerung einer Halle. Die Festlegung ber Bauflucht! inien erfolgt nach ben vorgelegten Plänen für ben Grenzweg südlich bes Main­zertorwegs bis zur Verlängerung ber Straßeam Krämer". Vor­gärten kommen nur auf bie südliche Sette. Weiter wird die Verlängerung der Bügelstraße bis zur nächsten Querstraße ge­nehmigt. Von einem Ungenannten sind 100 Mark zur Ver­fügung gestellt. Für einen Wettbewerb zur Erwerbung eines Planes für bie Vebauung bes süblichen Geländes, Vertragsentwurf wegen gemeinsamer Abführung ber Fäka^ lien von Friebberg unb Bab-Naüheim wirb mit einigen kleinen Abänderungen genehmigt. Dem Reiter-Ver­ein soll die Seewiese für bas am 30. Juni hier abzuhaltenb« Rennen unter ben üblichen Bedingungen überlassen werden. Die Anbringung von Straßenschildern wird dem F. C. Olt unb A. Schmidt gegen Revers und Anerkemmngsgebühr von 3 Mk. genehmigt. Die verschiedenen Gesuche von Vereinen um Unter­stützung werden bis zur Rückkunft des Bürgermeisters »urück- gcftellt. Der zurzeit in Berlin weilende Beigeordnete Wiiideckcr soll dort beim Reichspostamt wegen des hier geplanten Post­neubaues nochmals vorstellig werden und bie Wünsche bet hiesigen Gcwerbetreibenben vortragen.

x Bad-Nauheim, 21. Marz. In einer von Rechts­anwalt Dr. Brücher geleiteten zahlreich besuchten Versammlung beS Burger- unb StabtoerkehrS-VereinS sprach gestern abend Notar Stahl über die Reichs-Wert­zuwachssteuer. Der Redner zeigte in einem historischen Ueberblick, wie sich der zuerst in Frankreich unb England auf­getauchte unb bann später in Deutschland besonders von den Bodenresormern vertretene Gedanke der WertzuwachSsteucr entwickelte, bis sie für daS Reich zum Gesetz geworden ist. An Beispielen führte sodann Notar Stahl in daS Wesen unb die oft sehr verwickelten Theorien deS Gesetzes unb deS Steuer- tarifS ein, unb kam zu dem Schluß, daß die Steuer in ihrer jetzigen Gestalt nicht dem Aufwand von Zeit unb Mühe ent­spricht, bie darauf verwandt werden müßen, sich dabei wieder­holt auf bie Kritik des Geheimrats Dr. Strutz vom Ober­verwaltungsgericht berufend. Nach ben mit viel Beifall aufgenommenen Ausführungen sprachen noch Burgermeisttt Dr. Kayser, Stadtrat Schäfer, Dr. Frick, EanitätSrat Dr. Baur und der Redner.

Starkenburg und Rheinheffen.

Darmstadt, 20. März. Unter bem Dorsi« der LSroh- ber-oqiii sand am Montag nachmittag im Allen Palais hier eine Vertreter-Versammlung b e fl Alice - Frauen­oer e i n S für Krankenpflege sdeS Hessifchcn Mondes- FrauenvereinS vom Roten Kreuz) start, um über die Bildung eines LandeSausschusses für die Zweigoereine Beschluß au fassen toeiietal- fekrelär Geheimerat Best re(eriecte über die Aufgaben des LanöeP anSschusseS, der dazu berufen fein soll, eine engere Fühlung zwilck« dem Zentralkomttee und den Ziveigvereinen herzufiellen und die die Zweigvereine gemeinfchastlich berührenden Angelegenheiten zu beraten. Er legte die Notwendigkeit dar, für die Ausbreitung des Alice-FrauenveremS neuen Boden zu gewinnen und bie Derein«- orgnnifation weiter auszubauen und streifte hierbei die Verhältnisse der LaiideS-Frauenoereine vom Roten Kreuz in den Nachbar-

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