Ausgabe 
27.6.1912 Zweites Blatt
 
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sikmeisters Hern J Herrn H. Weller.

Donnerstag, 27. Juni 19(2

Rotationsdruck und Verlag der BrÜbl'schm UnwersüälL - Buch- und Etemdruckerei.

R. Lange, Dießen.

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Redaktion, Expedition und Truderci: Ckfcul- straße 7. Expedition und Verlag: eo51. Redaktion: e-EIIL. TeL-AdruAnzetgerVleßen.

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tt 30. Juni, 30 Pfg.; g; für Sonntag, den

68. Zahrerversammlung öes hessischen Hauptverein der Guftav-Adols-Ztistung.

L a u b a ch, 26. Juni.

Zum ersten Male seit dem Bestehen bc5 Hess. Hauptvereins der Gnstav-Adolf-Stiftung fand dessen Jahresiest hier statt. Schon am Bahnhof am Kriegerdenkmal grüßte schöner Blumen- und Flaggenschmuck die mit den Mittagszügcn eintreffenden und vom Emviangsausschuß begrüßten Gäste. Ein liebliches Bild bot das prächtig am Fuße des Vogelsbergs gelegene uralte Städtchen mit seinem Grafenschlosse, seiner prachtvollen Stadtkirche und feinen vielen interessanten Gebäuden. Reich prangten die Straßen im Schmuck der Reichs , Landes- und^Solmser Fahnen: von gün­stiger Vorbedeutung war cs, daß die Solmser blau gelben Fahnen zugleich die Farben des schwedischen Banners sind, das Gustav Adolf bei seiner Landung auf deutscher Küste im Jahre 1630 entrollte.

Bon A Uhr ab tagte der aus dem Vorstand unb den Ab­geordneten der Zweigvereine bestehende Verwaltungsrat in der vor dem Portal des Friedhofs gelegenen, im Jahre 1906/07 auf. Stiftungen jetziger und früherer Bewohner Laubachs erbauten prächtigen und stimmungsvollen Kapelle, von wo aus sich ein sehr sckchncr Blick auf das Städtchen mit dem dahinter aufsteigendcn Ramsberg bietet. Nach Choralgesang und Gebet des Pfarrers V o l v - Laubach wurden die Verhandlungen durch den Vereins­vorsitzenden, .Pfarrer Tingeldey -Darmstadt, eingeleitet. Er gedachte des Verlustes, den der Vorstand und Verein durch den

Eine Charakteristik Ercherger?.

Eine interessante Charakteristik des Herrn Mathias Erzberger gibt die neueste Nummer der antibachemitischen Kölner Korrespondenz". Sie schreibt u. a.:

Aus derKölner" Presse erhält man den Eindruck, daß Bachem, Erzberger und Kaufmann die drei berühmtesten Männer des katholischen Deutschland sind. Tr. Jul. Bachem und Dr. Kaufmann stehen sich als die feindlichen Feldherren gegenüber. Math. Erzberger, der alles weiß und alles kann, balanciert zwischen beiden und bekommt daher bald auf der einen, bald auf der an­deren Seite seine Gegenstöße. Es ist noch nicht lange her, da er­klärte Herr Erzberger, es widerstrebe ihm, derKölnischen Volks­zeitung" eine Berichtigung zu schicken; von derSchlcsisckn'n Volkszeitung" .Kölner Richtung^ wurde er scharf zurechtgcwiesen, und den Protest gegen die Zentrumskandidatur Spahn bat er mit unterschrieben. Momentan befindet er sich wieder auf der ,,Kölner" Seite. Seine Opportunistcn-Natur und seine pcrsön- Itd) Kampscswcise drängen ihn zu den Kölnern hin, bei denen er nun hoffentlich für einige Zeit hängen bleiben wird."

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Er rief unter anderem:Sie wissen, daß die Frauen das Versprechen nicht geben können. Es ist nicht ehrenhaft, es von ihnen ru fordern."

Schließlich kehrte Lansbury zu seinem Platz zurück. Der Sprecher befahl ihm darauf, das Haus für den Rest der Sitzuno zu verlassen. Lansbury weigerte sich, indem er erklärte:Ich gehe nicht, während diese unwürdigen Tinge geschehen." Ter Sprecher wieder­holte daraus seinen Befehl nut Nachdruck. Crooks, Mit­glied der Arbeiterpartei, forderte Lansbury auf, dem Befehl zu gehorchen, und dieser Rat wurde ihm auch von anderen Mitgliedern der Arbeiterpartei gegeben. Ter Sprecher wiederholte den Befehl zum dritten Male und verband damit die Warnung, daß, wenn dem Befehl nicht Folge geleistet würde, Gewalt an gewendet werden würde. Lansburh gab schließlich dem Drängen seiner Kollegen nach und verließ das Haus. Damit war der Zwischenfall erledigt.

$elömarfd}all Sir George White.

Der in diesen Tagen nach längerer Krankheit im großen Jnvalidcnhause zu Chelsea, dessen Gouverneur er lvar, im 78. Jahre durch den Tod abgeruseue Feldmarschall zählte zu Englands angesehensten und beliebtesten alten Soldaten. Einer Darstellung derKöln. Ztg." entnehmen wir:

Der Krimkrieg war bei seinein Eintritt in das Heer noch nicht zu Ende, allein obfdjon damals dieser Kriegs- zug, der Feldzug in China und der größte indische Ausstand ganz kurz aufeinander folgten und es iin allgemeinen an Gelegenheiten zu Auszeichnung und Beförderung nicht fehlte, hatte der wie sv mancher andere tvackere Kriegsmann aus Irland stammende George White im ersten Teil seiner Laufbahn wenig Glück. Während des indischen Aufstandes stand er an der fernen ''Nordwestgrenze int Gebirge, um einen möglichen afgl-auischen Einfall abzuwehren, und es dauerte zehn Jahre, bis er es zum Hauptmann, und weitere zehn Jahre, bis er es zum Major brachte. Erst nach Lljähriger Dienstzeit, als Major .White schon oft sich mit dem Gedanlen vertraut gemacht hatte, dem Militärdienst zu entsagen, lächelte ihm endlich die launische Glücksgöttin. Er zog 1879 mit General Roberts nach Afgl)anistan, fand Gelegenheit, sich persönlich wie als Führer rühmlichst hervorzutun, wurde in Depeschen mit großer Anerkennung erwähnt und erntete das Viktoria-Kreuz, den Bath-Orden und den Charakter als Oberstleutnant.

Von da an war seine Laufbahn eine bevorzugte und bedeutend raschere. Nachdem er sich 1884 85 int Nilfeldzuge weiter ausgezeichnet, war er als Brigadekommandeur beim Falle von Mandalay zugegen, besetzte den Palast des letzten Königs von Birma und erntete mit Kommandeurkreuz und Stern des Bath-Ordens den Ritterstand. Seine militärische Befähigung brad)tc ihm in den folgenden Jahren immer höheres Ansehen, so daß int Jahre 1893, als Lord Roberts den Oberbefehl über das indische Heer niederlegte, Sir George White, der damals erst Generalmajor war, über die Köpfe von zahlreichen Vordermännern hinweg sein Nach­folger wurde.

Nach einer erfolg- und ehrenreichen Dienstperiode in diesem hohen Kommando und kurzer Verwendung int K^riegsministerium wurde er dann zum Gouverneur von Gibraltar ernannt, ehe er aber diesen Posten an­treten konnte, am Vorabend des Burenkrieges, nach Süd­afrika gesandt. Er landete in Natal zwei Tage vor Ab­lauf des Ultimatums, befand sich dort im nördlichen Dreieck der Kolonie bald in einer höchst schwierigen Lage, die er selbst nicht verschuldet hatte, und wurde mit 12 009 Mann britischer Truppen in dem kleinen Ladysmith einge­schlossen. Daß er sich hier in den dunkelsten Tagen des in feinen Anfängen so unglücklichen Feldzugs, vom 2. No­vember 1899 bis zum 1. März 1900, auch dann noch be­hauptete, als der bei Colenso beschlagene General Buller zur Uebergabe riet, und Ladysmith hielt, bis Entsatz heran­kam, haben ihm seine Landsleute sehr hoch angerechnet. In Südafrika war, seit Lord Roberts, sein alter Chef, in­zwischen den Oberbefehl übernommen, für Sir George White lein Platz mehr, und er kehrte aus seinen Posten nach Gibraltar zurück, lvv er drei Jahre später zum Feld- mar sch all aufrückte. Ein Jahr später, bei Ablauf seines Kommandos, wurde er zum Gouverneur des Jnvaliden- hauses in Chelsea ernannt und hat dort einen ruhigen an Ehren und Auszeichnungen reichen Lebensabend ver­bracht. Fünf englische und indische Großkreuze, die Doktor­würde von Oxford, Cambridge und Dublin und mehr als eine militärische Chefstelle waren ihm zuteil geworden, doch mehr als diese äußern Würden und Auszetchnungen ehrte ihn die Zuneigung und Verehrung seiner Mitbürger, die ihm nicht vergessen konnten, daß er vier Monate lang, als alles um das Schicksal von Ladysmith zitterte, in großer Bedrängnis Englands Fahne hochgehalten hatte.

Ausweisung eines Abgeordneten aus dem englischen Unterhaus.

Am Dienstag kam es im englischen Unterhaus im Zusammenhang mit der Frage der Behandlung der An­hängerinnen des Frauenstimmrechts im Gefängnis und ihrem Hungerstreik 311 einem erregten Zwischen­fall. Der Llbgeordnete Timothy Healy forderte den Premierminister Asquith auf, die Frauen, die wegen Einwerfens von Fenstern zu Zwangsarbeit von verschie­dener Dauer verurteilt worden waren, freizulassen. «Asquith erwiderte, MeKenna habe bereits die Erklärung abgegeben, daß die Gefangenen unverzüglich freigelassen werden würden, wenn sie versprächen, ihre Gewalttätig­keiten nicht zu wiederholen. Äese Antwort erregte die Entrüstung des Sozialisten Lansbury, der -ein Verteidiger des Frauenstimmrechts ist. _ Er stand schreiend und gestikulierend auf und ging von seinem Litz auf die Ministerbank zu, vor der er stehen blieb, seine Faust aegen Asquith schüttelnd und ausrufend: Sie sollten aus dem öffentlichen Leben hinausgetrieben werden. Sie f i n b ein verächtlicher Mensch. Sie werden der Ge­schichte angehören als der Manu, der unschuldige Frauen marterte. Lansbury klagte stehend abwechselnd die Mi­nister an, die völlig ruhig blieben, und die Unionisten.

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Konzert und dem Festplatz: Konzert, Erkundigung der Lieger bilauins-Wetturncn. 'Festspiel, Turnerische iIesamtchöre der ver- angvereine. Auf dem ungen mit Beleuchtung

politische Lagesscharr.

Tie Autorschaft des Befitzsteueranlrages Basfermaon-Erzberqer möchte dieKons. Corr." um jeden Preis, so schreibt die Natt. Korresp.", dem Zentrumsabgeordneten E r z b e r - 8 er zuschieben, um das nationaflibcrale Verdienst an diesem ersten, wichtigen Schritt zu einer sozialausgleichen den und gerechten Steuerpolitik des Reiches in den Schatten zu stellen. DieKons. Corr." ist bei dem löblichen Vor­gehen em Opfer ihres blinden Eifers geworden. Sie argu­mentiert zunächst ganz richtig, daß es sich ursprünMch um einen gesonderten Zen t rum s antrag auf Hinaus fchiebung der Zucker steu er her ab setz uu g und um einen gesonderten National libe raten Antrag auf Einführung einer allgemeinen Besitzsteuer handelt. Sie erkennt auch richtig, daß die Pointe des gemeinsamen Besitzsteuerantrages in der Verbindung jener beiden ge­sonderten Anträge beruht. Aber sie stellt nunmehr die Belwuptung auf, der Gedanke an diese Verbindung sei dem Haupte des Herrn Erzberger entsprungen, der den (später Gesetz gewordenen) Besitzsteuerantrag sogareigenhändig geschrieben" habe. Dieser, am 18. Mat in der Budget- kommission gestellte Antrag lautet so:

Die Kommission wolle beschließen:

unter Zurückziehung der Anträge Nr. 70 und Nr. 71: Einziger Artikel.

r.Die im Artikel V des Gesetzes, betreffend die Aenderungen im Finanzwesen vom 15. Juli 1909 sReichsgesetzblatt Seite 3/743) vorgesehene Ermäßigung der Zuckersteuer tritt fette Monate nach der Einführung eines Gesetzes, wclckres eine all­gemeine, den verschiedenen Bcsitzformen ge­recht werdende Besitz st euer vorschreibt, spätestens am 1. Oktober 1916 in Kraft. Ein Gesetzentwurf über eine allge­meine Besteuerung des Besitzes ist dem Reichstag bis zum 30. dlpril 1913 vorzulegen."

Leider hat nun dieCons. Corr." an dieser Stelle bereits vergessen, was sie unmittelbar vorher, auf der ersten Spalte, seststellte. Dort ist zu lesen, daß die nattonalliberalett Abgeordneten Bassermanu und Schiffer bereits am 17. Mai in der Budgetkom­mission beantragt hatten:

Bis zum 31. Dezember 1913 soll ein Reichsgesetz, welches eine alldem ei nnc Besteuerung des Besitzes vor­schreibt, eingeführt werden. Dieses Gesetz ist dem Reichstage bis zum 1. April 1913 vorzulegen. Sechs Monate nach dem Inkrafttreten desselben tritt die in Artikel V des Gesetzes, be­treffend Aenderungen im Finanzwesen vom 15. Juli 1909, vor­gesehene Ermäßigung der Zucker steuer in Kraft."

Sonach ist das, was dieCons. Corr." selbst als den Kern des gemeinsamen Besitzsteuerantrages erkannte die Verbindung nämlich des Zuckersteurantrages des 'Zentrums und des Besitzsteucrantrages der Nationallibe­ralen, nicht erst am 18. Mai von Herrn Erzberger, sondern bereits am 17. Mai durch die nationalliberalen s2fb- georbneten Bassermanu und Schiffer gesunden und be­antragt worden. Wem hiernach die Autorschaft des Bc- sitzstcucrantrages zuzuerkennen ist, braucht nun wohl nicht weiter auseinandcrgesetzt zu, werden.

Liberales Wahlabkommen für die wurttembergischen Landtagswahlen.

Für die Neuwahlen zum Württembergischen Landtag haben N a t i 0 n a l l i b e r a l e und Fortschrittler ein Wahlbündnis geschlossen, lieber die Einzelheiten sollen erst dann Mitteilungen gemacht werden, wenn die Landes­ausschüsse der beiden Parteien dem Bündnis ihre Zu- stinnuung gegeben haben. In vier Landtagswahlbezirken ift eine Einigung nicht erzielt worben: diese Bezirke schei­den bei dem allgemeinen Wahlabkommen aus. Das Wahl­bündnis geht dahin, daß in den einbezogenen Streifen nur je ein liberaler Kandidat aufgestellt wird. Die .streife werden zwischen beiden Parteien aufgeteilt, Fortschritt­ler und Nationalliberale stimmen für den gemeinsamen Kandidaten.

Tod des Ehrenmitgliedes des Vorstandes, Professor Dr W. Zim­mermann-Darmstadl, erlitten hat Nach der übliche» Einung und einem kurzen Grußwort wurden Pfarrer Engel-Obbornhofen und P'arrer)aad> Klein Karben zu Schriftführern befielU und je ein GeisUilber der 3 Provinzen, Pfarrer Rbeinfurlh Okiu-Ctern- bcim, Vogel GernSl-eun und 5 ch ni 1 M - Grünberg, mit der Revi­sion der Rechnung des Jahres 1911 betraut. Auf deren Antrag wurde gegen Schluß der Verhandlung dem Rechner Entlastung erteilt. Nach kurzen Mitteilungen über die Haupteinnahme und Ausgabeposten der Rechnung und deren Vergleich mit den Ergeb­nissen des Vorjahres wurde die Ersatzwahl des Vorstandes vor­genommen und durch Wiederwahl der 4 ausscheidcnden Mitglieder schnell erledigt. Zu dein weiteren P^nikt der Tagesordnung: Feststellung des Unterstützungsplanes für 1912 gab der Schrift­führer, Tekan Baher-Raunheim, Erläuterungen und begründete die Vorschläge des Vorstandes einzeln und ausführlich. Zu dem Unterstützungsplan sprachn mehrere Abgeordnete. Hieraus mürben die Vorschläge des Vorstandes unverändert angenommen, wonach die gleiche Summe wie im Vorjahre, 34 500 Mark, verteilt und hiervon dem Zentralvorstand in Leipzig 6000 Mark, der Diaspora außerhalb Hessens 6600 Mark und den 34 Iressischen Pfleglingen der Rest zugewendet werden sollen.

Vor der Beschlußfassung über die Konfirmandengabe des Jahres 1912 gab der Vorsitzende die Gründe an, die den Vorstand veranlaßt haben, in 1911 zum ersten Male zu dieser Sammlung und zwar für Gustavsburg anzu­regen Für 1912 bringe der Vorstand dem Verwal­tungsrat die Gemeinden Bieber, Budenheim unb Groß-Steinheim in Vorschlag. Nachdem die Vorschläge des Vorstandes bezüglich der Abstimmung über die nächstjährige Konsirmandcngabe gutgeheißen waren, berichtete Pfarrer W a g n e r - Bensheim über die Ent­wicklung, die gegenwärtige Lage und die Zukunflsaiifgaben dieser Gemeinden ausführlich. Tic Abstimmung erkennt die ltzemeinde Bieber bei Offenbach mit ihrem Pfarrhausneubau als die zurzeit bedürftigste an und weist ihr die Konfirmandengabe für 1912/13 zu, wofür der Ortsgeistliche, Pfarrverwalter Weiß, Dank aus­spricht. ' Für die Zinsen des Hubenschen Legats ans 1911 und 1912 (je 105 Mark! hat der Vorstand die Gemeinden Bretzenheim und Frei-Weinheim: als Empfänger der Zweigvereinsfestkolleklcn für 1913 die Gemeinden Affolterbach Oiirchbauschuldi, Groß-Stcin- heim (Psarrhausbaufonds) und Kostheim /Kirchbauschuld) vor­geschlagen. Der Verwaltungsrat stimmt zu Aus seiner Mitte wird vorgcschlagen, zu bet diesjährigen Hauptversammlung des Gesamwereins in Posen außer dem Vorsitzenden und Schrist- führer das Vorstandsmitglied Pfarrer Wagner-Bensheim zu ent­senden. Diesem Antrag gemäß wird beschlossen. Von Bensheim liegt die Einladung vor. Die nächste Jahresversammlung dort ab­zuhalten. Tic Einladung wirb angenommen

Abends fand sich eine zahlreiche Fe st Versammlung in dem Saale desSolmser Hof" ein. Die Bühne war unter Leitung des Hofgärtners Buchholz prächtig geschmückt. Aus dem reichhaltigen Programm heben wir den gut gesprochenen Prolog, die schonen Liedergaben des Männergesangvereins Harmonie, Diri­gent Reallehrer Gerhard, unb des unter der Leitung des Lehrers Döll stehenden Chors l>ervor. Die Feswersammlnng wurde von Dekan Haine r - Hungen, dem Vorstandsmitglied des Hess. Haupt- vcreins, mit einer kurzen Ansprache und der Uebcrmdninq einer Festgabe des Solmser Zweigvereins im Betrage von 350 Mark eröffnet. Den Gruß der Festgemeinde überbrachte Pfarrer Nebel- Laubach nebst einer Festgabe von 210 Mark, den der theologischen Fakultät Gießen Professor D. Schian. Im Namen des Lau­bacher Zweigvereins des evangelisck»en Bundes begrüßte Pfarrer V 0 l p - Laubach den Gustav-Abols-Verein. Er betonte die Frie­densbestrebungen des cvang. Bundes und des Vereins und übergab als Gruß der Kinder von Laubach, Freienseen, Gonterskirchen, Ruppertsburg und Villingen eine für den Pfarrhausneubau in Bieber bestimmte Kindergabe von 100 Mark. Ten Bericht über die Arbeit des Hess. Hauptvereins im Jahre 1911 erstattete der Schriftführer, Dekan Bayer. Er stellt fest, daß trotz des Rück­gangs einiger Einnahrneguellen, der Beiträge (Hauskollektc, um 534 Mark, der Reformationskollekte um 54 Mark unb der Einzel­gaben um 841 Mark infolge der Einführung der Konsirmanden- gabc die Gaben aus Hessen gegen 1910 um 539 Mark, und die Gaben von auswärts, namentlich durch Zuwendung der Zinsen des Scksvcitzerschen Legats an die Gemeinde ft oft beim mit 3970 Mark, die Gesamteinnahmen in 1911 so beträchtlich angewachsen sind, daß der Diaspora insgesamt 84 997 Mark, b. h. 7146 Mark mehr als in 1910 zugewendet werben konnten. Das Arbeits­gebiet des Hauptvereins sei das gleiche geblieben: er habe 34 hessische und 82 nichthessische Gemeinden zu versorgen. Sehr erfreulich fei, daß ihn fernerhin drei neu gegründete Francn- vereine in Mainz, Kelsterbach und Gedern unterstützten und ent­lasteten. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied richteten die Vertreter befreundeter auswärtiger Hauptvereine, des Badischen, Pfarrer Wolfhard- Durlach, des Kasseler Hauplvereins, Pfarrer Fuchs-Hanau, des Frankfurter Hauplvereins, Pfarrer Ur» ivruch - Frankfurt, des Wiesbadener Hauptvereins, Pfarrer Kovfermann - Caub, des Rlieinischen Hauptvercins, Pfarrer G c i b e l - Dutenhofen, des Vertreters des Hessischen Hauptvereins des-Evangelischen Bundes, Pfarrer Berch-Mombach, kurze An­sprachen an die Festversammlung. Nachdem noch Tiafvorapsarrer R 0 st - Hüningen aus der Gustav-Adolf-Arbeit in Elsaß erzählt und geschildert, wie dort der Verein 56 Diafporagemeinden ver­sorgen hilft und unentbehrliche Dienste leistet, wurde die an­regend verlaufene Festversammlung mit einem kurzen Dankeswvrt des Vorsitzenden des Hess. Hauptvereins, Pfarrer Dingeldey- Darmstadt, geschlossen.

Heute, am zweiten Festtage, fand vormittags 8 Uhr Kinder­festgottesdienst statt, zu dem sich die Kinder von Laubach und Umgegend sehr zahlreich eingefunden hatten. Den Gottes­dienst bielt Pfarrer Becker aus Fürth i. O, der einige Bilder aus der Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins pob, besonders von der Mitarbeit der Kinder, um auch die Liebe und Hilfe der Jugend für den Gustao-Adolf-Verein zu gewinnen.

Um 10V« Uhr begann der Fe st g 0 11 es d i enst in der Stadtkirche. Tie Liturgie hielt mit Unterstützung des unter der Leitung des Reallehrers Gerhard stehenden Kirchenchors, der die große Doxologie fang, Pfarrer V 0 lp Laubach. Ter Fcstvrediger, Pfarrer Germer-Bingen, legte dar, wer das Recht habe, in der Sacke des Vereins mitzuarbeiten. Nur wer selbst fest ge­gründet ist in evangelischer Ueberzeugung, der ist auch befähigt zu der rechten evangeliichen Toleranz, wie sic dic Vereinsarbeit voraussetzt. Respekt haben vor anderer Ueberzeugung kann nur der, der sich eine.eigene errungen hat.

Nach dem FestliedVertage nicht, du Häuflein klein" des Kirchenchors hielt der Vorsitzende des Hauptvereins, Pfarrer T i n g el d ey - Tarmstadt eine Ansprache In dieser Zeit des Wanderns zieht auch der Gustav-Adolf-Verein mit seinen Festen durch die Lande und freut sich heute dankbar auch in Laubach so festlich mitgenommen zu sein Warum wird er überall in evangelischen Landen sv freundlich empfangen? Einmal, weil er einer der großen Nothelfer unserer Kirche ist. Bon Nöten erzählt dieser Wandersmann, die man hier aus eigener Erfahrung gottlob nicht kennt, wo das Evangelium seit den Tagen jenes Friedcricus Magnus von Solms herrscht, an dessen Grabe wir hier stehen. Tann aber auch, weil er unsere evan­gelische Kirche von einer ihrer besten Seiten zeigt, nämlich als einen großen, über die Welt verbreiteten Bruderbund, In dem

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