47-50
87-92
52-56
93-100
42-00
88—00
88—89
69'/,-00 87-00
Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße»
Ost.
Werter
1912
ihrer Arbeitskräfte übergeben müssen
L
s
Höchste Kemper atm am Niedrigste
9tieöerid)laq: *],6 wrn
eti t errili)/ ----
(1*)
79
91
96
43—48
46—50
SW
8
8
2
2
2
9
10
10
38—42
30—36
70—78
60—72
51—53
47-50
79-88
88—06
22. biS
22. „
23.
23.
6,2
6,2
6,2
85-88
78-83
66—68
59—64
54—58
48-53
Ms. 94—101 93—luC
Vik. 52—56 51-55
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AZ S 5 ZK
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23-
23.
24.
5« sr s
ÖD
110—11» 99-10 91-97 80-88
76
5.6
4.9
Preise für 100 M, Lebend- Schlucht- gewicht
Geschäft mäßig rege.
Ochsen.
Vovsieiscbiqe, auSgemästete. h-chstm Schlacht- wertes tin Alter von 4-7 Jahren ....
Die noch nicht gezogen haben (ungejocht) . .
Junge, fleischige, nicht auSgemästete und ältere auSge mästete.......
Bull e ir.
Sonfleitoifle, ausgeiv^ höchsten Schlachtw. . .
Dollflerschlge, jüngere .
Lä rs en. R ü h».
Pollfleischige auSgemästete Färsen höchsten
Schlachtwertes........
Poll fleischige auSgemästete Kühe ' höchsten
Schlachtwertes dis zu 1 Jahren ...
Wenig gut entwickelte Färsen ...**,*
21 eitere ausgemästete Kühe und wenig güt ent- wickelte stingere Kühe
Diäßig genährte Kühe und Färsen . . . * * Käl dec.
Feinste Mastkälber
Mittlere Mast- und beste'Saugkälber ' ' '
(Geringere SDlaft- unb gute Saugkälber' . * '
Geringere Saugkälber.........'
S cha »e.
Vermischtes.
— Ein altchristliches Baptisterium neu entdeckt. Auf der Piazza Marcello in Rom, die nach einem der ersten Päpste benannt ist, wird zurzeit der Palazzo Costa niedergelegt, um durch einen Neubau ersetzt zu werden nchon als man mit den Abbruc^arbeiten begann, fand man in den Grundmauern verschiedene Inschriften der altchrist- lichen Zeit, von denen sich eine auf Vorgänge unter dem Regime des Papstes Tamasus bezog. Zu diesen Fragmenten ist nun in den lebten Tagen ein Fund allerersten Ranges gekommen. Sin Bap- tiftcrnrm, das aus den ersten Jahrhunderten des Christentums stammt und ausgezeichnet erhalten ist. Papst Marcellus hat in Rom fünfundzwanzig Taufbezirle eingerichtet und in verschiedenen davon Baptisterien errichtet Tas eben aufgefundene ist aller Wahrscheinlichkeit nach eins davon: außer stilistischen Momenten spritlst dafür auch die Tatsache, daß es neben der dem hl Marcellus geweihten Kirche lag. Tie Regierung hat sofort nach bent Bekanntwerden des Fundes die Abbruchsarbeiten einstweilen emstellen lasten.
Die tage de; Mrbeitsmarffes im September 1912.
3m Metallgewerbe war die Befchäftigungsgelegenbeit mr allgemeinen noch als gut an zu sehen, wenn auch leise Anzeichen auf ein Abflauen hinoeuren. In Main< hat sich die Nachfrage nach Metallarbeiter>i für dortige Deleuchtungssabriken und nach Maschinenschlossern für auswärtige Fabriken gesteigert. Tie Zahl der arbeitslosen Spengler und Banschloster i)t etwas in die Döh: gegangen, bei gleidrm Zuzug von auswärts wie im Vormonat: dagegen hat die Arbeitsgelegenheit am Platze etwas nachgelassen, auswärts etwas zu genommen Tie ortsansässigen Cisenarbeiter löaren nach demselben Bericht fast alle in Arbeit: die gegen den Vormonat etwas geringere Nachträge nach Eisenarbeitern von auswärtigen Fabriken mußte durch zugereiste Arbeiter gedeckt werden. An tüchtigen Kunstschlossern und Elektromonteuren ivar Mangel. Ter Arbeitsnchch veis in Offenbach berichtet, daß die Maschinenindustrie etwas nachgelassen habe, dock' sei der Beschäftigungsgrad immerhin nach als gut zu bezeichnen. In Tarrnstadt wurden in der zweiten YXÜrte des Berichtsmonates viel Spengler und Installateure verlangt: die offenen Stellen wurden zumeist mit zugereisten Arbeitern besetzt. In Worms war ein Rückgang der offenen Stellen zu verzeichnen, aber auch die Zahl der Arbeitsuchenden fiel ganz erheblich.
In der Porte feuille-Indu st ric in Offenbach zeigte sich eine sehr große Verbesserung Es herrschte noch großer Arbeitermangel. In Mainz mußten, um die Nachfrage nach Tapezierern zu decken, eine größere Anzahl zugereister Gehilfen zu- gerotefen werden. In Worms hat bei den Sattlern und Tapezierern die Zahl der Arbeitsuchenden wieder etwas abgenommen, die offenen Stellen l-ielten sich nur gleicher Höhe. Nach dem Bericht des christlich-nationalen Arbeitsnachweises m Mainz hielt die sckstcchte Geschäftslage auf dem Gebiet - der Möbelindustrie an; es seien in einzelnen Geschäft en erhebliche Arbeiterentlasfungen vornenommen morden. Seit Beginn der Weinlese machte sich auch ein Mangel an Weinküfern bemerkbar. Ter Arbeitsnachweis
handel.
Vom Kalisyndikat.
- derlin, 2A Okt In der gestrigen Aufsichtsrats- ) iBu ng des Kalt,yndrkats, der eine Gesellschaftsvn sammlung vorausging, ivurde der P r o v a g a n d v o r a n s ch l a g nir i>0d ^ahr 1913 vorgelegt, der auf Grund der Ausführung^ beflimmungcn des Bundesrats zum Reichskaligesetz bis zum 1. Dnnber ^"iurnchen ist. Ter Aufsichtsrat genehmigte den Vor- amchlag, besten Ausgaben diejenigen frülrerer "labre nun* roeienthrf) Überwegen und sich auf etwa 7% Millionen Ma r f belouien. Wenn das staliwndikat für die zahlreichett W^ke welche m den nächsten Jahren förderfähig werden, genüaenden
«fhonrn nrilt, iit ernt Serftörfun, b7r
ba, bewnders ,n den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika aber auch m den anderen Ländern, unbedingt erforderlich Tie hrouaganba ift naturgemäR mit erheblichen Mehrausaal^u bei rnmnt Tie Mittel bienür sind dadurch vorgesehen 0L b?‘>7Tbc'' des Absatz^ bestimmten Abgabe von »:■) Pft^ ? Reichskalig^eyes bereits cm nahezu vier Millionen betragenber R.nervewnbs aus früheren Jahren auigefammclt iß >
der nunmehr feinem gesetzlichen Zwecke zugeführt werden mut Ter Absatz im Okwber dürfte denjenigen i:n Vorjahre mindesteuj erreichen, vielleicht übersteigen. Leider hafte die Kakiinduirrv in der letzten Zeil unter dernW aggonmangel zu leider.. Eine größere Anzahl von Werken bekam kaum den 10. Teil der geforderten Waggons. Nicht nur an einem Tage, sondern mehrere Tage hintereinander wurde nicht die Hälfte bej für den Versand notwendigen Wagenmaterials seitens der Eisen, batmverwaltungen rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Tiese Zustände fügen der Industrie und Landwirt schaff einen erheblichen Schaden z u. Tie erstere büßt bte Absatz ein, die > letztere kann die Felder nicht rechtzeitig düngen Tie bisherigen Bemühungen der Eiscnbahnverwattnngcn, Mangel allzuhelien, bleiben ersolglos wegen des immer ,wch ;u geringen Wagenparks.
Eine d utsche Tuchkonventioti.
Berlin, 23. Okt. Von zuständiger Seite wird dem Wolff. Bureau mitgeteilt: Heute wurde die Teu tsche Tu chko». üention Berlin endgültig gegründet mit 468 Herrentu^ Fabrikanten als Einzel mit gl rede r und mit den Verbänden der iäd> stick ^thüringischen Webereien und den elsässischen Wollwebereie» als korporativen Mitgliedern. Somit geboren der Teuft.m Tuct> konvention 500 Sperren!utbiabrifanten mit rnnb 25 000 V<b> stühlen an. Nach jahrelangen erfotglofen Bestrebungen gelaiq kö den mit den Gründungsarbeiten betrauten foerren Backhaus- strefcld und Tr. Trefcher- Tüsftldorf, die bei einer so 'Troßen Fabrikanten zahl naturgemäß vorlwndeucn enormen Scknvierigkeucu Zu überwinden, und die .^konvention mit 98 Prozent der überbau« in Betrack t kommenden Webstähle ins Leben zu rufen Tie in ber Lauptsack^ bereits früher mit den verschiedenen Abnehmer- gruppen vereinbarten Kortventionsbestimmungen beziehen sich auf die Regelung der Berkau , Lieferung«' und Zahlungsbedingungen. Tie große Fabrikanten zahl bedingte menest gehen de Rücksicht na bmc auf die Kundschaft, so daß durch die Gründung der Tuctfcnwcntbi das gute Verhältnis zu den Abnehmern nicht getrübt wird. Mst den Abnehnterverbänden ist bereit« Fühlung genommen worben chie Leitung dieser an Mitgliederzahl bisher größten >ionnoitioi liegt in den Händen des Lernt Backhaus al« Boni'..enden und Lr. Trescher als Vertrauensmann und Geschäftsführer. Tie Geschäftsstelle befindet fich in Tusseldorf.
Tie Lage im Baugewerbe war verschieden. In Mainz waren Zmnnerer und Glaser anscheinend gut beschäftigt. Tas Baupoli- ^wmt teilt mit, daß die private Bautätigkeit gering war: drei tlcmerc Villenbauten sind angefangen und sieben im Ausbau begrrften, doch soll noch im Lause des derbstes die Beamtenbau- genostenjchaft den Beginn einer Anzahl Eigenheime <von 15 geplanten i beabsichtigen. Weitere 2—3 kleinere Eigenheime sind hinter dem Stadtpark geplant, für die gleichfalls wohl noch in diesem Herbst mit den Erd- und Mauerarbeiten begonnen wird. 3n der südwestlichen Vorstadt waren drei größere Neubauten tm 211150011 begriffen. Eine Kirckn in einem Vorort war nahezu unter zad), wird aber vermutlich erst im nächsten Frühjahr tpeitcr ausgcbaut. In anderen Vororten sind nur kleinere Privat- bauten in Arbeit Tic Militärbehörde bringt aber demnächst außer bent berests angefangenen Korpsbekleidungsamt in Kastel, ein Ererzierhaus und ein großes Magazingebäude zur Aus- fuhrung ^ie meisten Bauten des großen städtischen Krankenhauses )inb unter Tach. 4,as neue Realgymnasium war Ende des Monats ctroa mir sockel ho he aitgelangt. In Offenbach ist nach dem Berickst befl Arbettsnackveises die Bautätigkeit etwas besser geworden. Utiicr die Bautätigkeit in Offenbach im letzten Vierteljahr be- ridXct das Baupol,zemmt, daß sie in Bezug auf Wohnhäuser 'nwlae oendnebener Umstände iKonkurse, Uederproduktion und ^veldknappl-eit) zurückgegangen sei. Im Stadtteil Bürgel sei man- gelä geordneter Straßenverhältnisse die Bautätigkeit gleich Null Dagegen rei im Stadtbezirk Offenbach in bezug auf die Aus' lubrung von Erweiterungen bestehender Fabrikanlagen und Er- riditung neuer .rabriketabltssements gegen das Vonahr eine Steiqe- j“"9fi5*"£tretOx)r onrf) l?1 -lichng dieses Jahres infolge bei fdrttd)len 2lusftdsten em Ueberangebot von Arbeitskräften uorhanben gewesen, so sei augenblicklich in einigen Fällen eine Nachfrage nach Maurern emgetreleu. Letzteres dürste auch dar- daß die Stadt selbst zur Zeit größere ^.^^^bubauten, Erweiterung des ^tadtkrankenhauses, desglenhen ^stadtllab und größere Kanalbauten) aussühren läßt -t« Die groneren <rabritbauten fast allgemnu in Eisenbeton aus- gchibrt werden, so hat im Zimmergewerbe zu ungunften der T?rm.ilrtMUtrC . "“v u^entlid e Verschiebung stattgesunden. In -lurmilabt betrug die Baii,umme der im Berickstsmonat genebmia Nad?^^/. ^ ^ SJ5,L, .^gen 220000 Ml. im Vormonat).
^l-.dst der Arbeitsvermtttlungsltelle Worms war bei ben .Maurern und Zimmerleuten die Geschäftslage ziemlich stabil dagegen entwickelte stch int nchergewerbe noch ein flotter Ok- schansgang: die Zahl der offenen Stellen hat sich gegen den Vormonat melw als verdrwtx'lr Neugenehinigt im Berichtsmonat tourben; Id Wohnungsn.mbanten, Hi sonstige Neubauten drei Umbauten nir .Wammen 227 300 Mk In Gießen imirbS im letzten Vierteljal r 14 Baugenehmigungen erteilt. Tie E-Zamt- lumiue der gcncbnugteit Proieku betrug -,irfa 340 000 Mk An onenttimen Bauten waren in Ausführung Lupnsh ilstärte i?bren rliniP, vautklimk, Oberrealsckmle, Amtsgenchtsgeb iude ' Reicks bülir und tzandelSkEmer Ter größte Teil der Baugefchifte l^t nod> weiter genügend Arbeit für die iiitber bdd änigten Irdener '^aen MMtgel an Mchäftiaung zur Verminderung ihrer Arbeitskräfte irber«-bi*n muffen Tte übrigen Bauhanb Iverker und noch, gut beid-urtigl, bei Eintritt ungünstiger Witte 2 hL1 JKU5^nn bcrr ^rbettsgelegenl>it zu erwarten ^ad) bem Bendit ber Bürgermeister ei in Bad Raubeim war im adgelaufenen Vierteltabr mit JtucrfidM am bie Murjnt gmng. Tic stabt rührte 2 Lolbban 9ropi*re «tiaßenanlage aus, unb Don ber lUn^ J,unrn 2 Vauvroiekte zur Ausführung Sieben -^uprvlekte mi etnert Bausumme von zusammen 110(XX) -Uiart wurden genelwngt Aach Ablauf der Kürzest ist eine
Belebung des Baugewerbes zu erwarten, insbesondere da durch die Stadt größere Kanalifationsarbeiten ausgeführt werden.
Nach dem Bericht der Tarifgenreinsckaft der T-curschen Buchdrucker in Mainz war die Arbeitsgelegenheit dort in diesem Jahre besonders ungünstig. Tie gemeldeten tx^men Stellen waren zum größten Teil Aushilfsstellen von meist sehr kurzer Taner. 129 Turck reisende passierten die Zahlstelle in Mainz. Ter christlich- nationale Arbeitsnachweis in Main; berichtet von einer größeren Nackftage nach geübten Erdarbeitern für den Babnhofserweite- rungsbau in Bischofs heim. In Offenbach konnte eine größere Zahl ungelernter Arbeiter bei den städtischen Kanalbanten unler- gebradt werden. In Worms blieb bei den ungelernten Arbeitern rvie gewöhnlich ein großer Teil ohne passende Beschäftigung. In der Landwirtsch-att ber Umgebung von Mainz fehlte es nach dem Bericht des Arbeitsamtes zur ttartoirfelernte ober sonstigen .Verb'itarbeiten allenthalben an Arbeitskräften, trotzdem, wie sckwn oben bei ben Erbarbeitern erwähnt, eine Anzahl gelernter Ar beiter^auch in der Landwirtschaft Befckäftigung suchte unb fand. In Tarmstadt wurden Pferde- und Ackerknechte viel gesucht, doch konnten nur wenig Stell en wegen Mangel an Nachfrage be- feßt werden. In Worms waren in der Landwirtschaft die onenen stellen wieder ganz erteblich gestiegen. Knechte waren außer ordentlich begehrt, an solchen fehlte es aber gänzlich. Eine grosse Anzahl solcher Stellen mußte deshalb unbesetzt bleiben. Auch Taglyhner für die Kartoffel- unb Weinernte waren gesucht. Selbst durch auswärtige Arbeitsämter, mit denen sich die Arbeitsvermittlungsstelle in Verbindung setzte, konnte ber Bedarf nicht gedeckt werden. In Gießen mangelte es ebenfalls an landwirtschaftlichen Arbeitern. Auch in Tieburg war es sehr schwer, ben Bedarf an landwirtschaftlichem Personal, hauptsächlich zur Kartoffelernte zu decken.
In her Frauenabteilung in Mainz ist im Berichtsmonat eine Aenderung im Verhältnis von Angebot und Nachfrage nicht eingetreten. Es fehlt nach wie vor an Tienstboten und zuverlässigen^ Monatsfrauen. In Darmstadt herrschte bei dem weiblichen Tienftbotennachweis Mangel an bessereil älteren Mädchen: jüngere ungelernte waren am Anfang des Berichtsmonats reich lich vorhanden. Tie Abneigung, nach auswärts in kleinere Orte zu gehen, trat stark zutage. In Worms war im abgelaufenen Monat eine erfreuliche Zunahme der Angebote von vaus- und Alleinmädchen zu verzeichnen, aber mich die offenen Stellen stiegen von 163 auf 209. Tas Vermittlungsergebnis war ziemlich günstig. An Putzfrauen war zeitweise großer Mangel, da viele Frauen in der Landwirtschaft tätig waren.
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in Tarmstadt berichtet, daß die Möbelindustrie gut beschäftigt war: für bessere Möbel seien Arbeiter im ganzen Wirtschaftsgebiet gesucht worben, doch konnten nicht alle SHfcn besetzt werben. Dagegen war die Nachfrage nach Möbeltischlern sehr gering. Ein für die Möbelindustrie in Tarmstadt ausschlaggebender Betrieb entließ Arbeiter wegen Mangel an genügenden Aufträgen. Auch für Bauschreiner war wenig zu tun. In Worms war für Schreiner die Geschäftslage wenig günstig. Bauschreiner konnten schwer untergebracht werden. An Holz- und Kellerküfem herrschte Mangel; die Versprechenden waren meist ungeeignet. In Gießen wurde der Ende Juli auSgebrock-ene Streik von 50 Bauschreinern am 15. September durch Bewilligung einer Lohnzulage unb Verkürzung der Arbeitszeit beendet.
In Ticburg konnten 15—20 Stellen in einer Zigarrenfabrik nicht besetzt werben, da wegen der Feldarbeit feine Arbeiterinnen 5U haben waren In Mainz wurden für Schneider weniger Stellen gemeldet, als im Vormonat, zugleich ging aber auch die Zahl ber Arbeitsuchenden zurück, so das; es nicht möglich war, den Bedarf SU decken. Bei der Vermittlung ergaben sich häufig dadurch Schwierigkeiten, daß die Meister sich weigerten, ältere Gesellen KU nehmen unb die^Gesellcn sich weigerten, auf Konsektion zu arbeiten. Bei den Schuhmad-em herrschte reger Stellenwechsel. Gmc „gröbere Zahl in Mainz besd-äftigt gewesener Gesellen nahm auswärts Arbeit an, während zahlreiche zugereiste Gesellen in Mainz Arbeit erlstelien. Wiesbaden meldet Mangel an Schneidern. In Tarmstadt wurden Schneider unb Schuhmacher, aber nur jüngere Arbeiter, viel verlangt. Tie Stellen wurden meistens mit Zugereisten besetzt. Es Herrschte ziemliche Nachfrage aus "einen Orten, dock) sind diese Stellen schwierig zu besetzen, da die meilten Nachsragenden nicht auf kleine Plätze wollen Ter Be schäftigungsgrad in den Lsfenbacher Schuhfabriken wird als ziem- hd) gut unb als etwas besser als im Vormonat bezeichnet. In bie Arbeitsgelegenheit für Schneider etwas zugenom- men. Im Schuhmachergewerbe blieb die GefdMslage unverändert.
Märkte.
I^. Friedberg, 23. Oft. Ter heutige Schweinemarkt war krotz ber schlechten Witterung sehr gut befahren. Etwa 1300 Schweine waren aufgetrieben. Diele Käufer sanden sich ein. Tu Preise waren gegenüber dem vorhergehenden Markte etwas Ikt- untergegangen. Tas Paar kleine Ferkel wurde mit 25 bis 30 M bezahlt. Springer kosteten das Stück 20 bis 30 Mark, größere kamen sogar aut 40 Mark das Stück zu stehen Um 12 Ilfc toar fast alles verkauft. Ter heutige H c r bst f a s c l m ar t t war dagegen ichlecht. Nur 12 Fasel ochsen standen auf dem Marktplatz«
Limburg a. d. i'ahu, 23. Lkl. r u d>t nt a r f t ur* schnfttspreis vro Rlalter. Roter Weizen (nasimiischer) 17,45 'M meister Weizen (angeba».te Iremdlorten) 16,95 ' Korn 13,10 ML Ger,te: ,Mittergerfie 11,00 Dlk^ Braugerste 13,60 Alt», üafl Mk. 7.00—9,60 Mk., Erbsen 0,00 Mk» Kartoffeln 3,60 bis 4,00'Ml
F.C. Wiesbaden. Pie bh ok-M ar k ib e ei cht vom 23. CfL Austrieb: Rinder 116 (Ochsen 18, Dullen 0, Kühe 68), Kälber 264. Schafe 167, Schweine 134.
Uirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde.
©ottcsöieiiu m oer r>n«uaoqe ^uo-Anlaae^ Sams tag, den 26. Oktober 1912-
Vorabend: 5.00 Uhr,
Morgens: 9.00 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 3.30 Uhr.
Sabbatausgang: 6.00 Uhr.
Israelitische Religionrgesellschast.
Sabbat sei er am 26. Oktober 1912
Ireitaq abend 4.45 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-AuSgang 6.00 Uhr.
Wochengottesdieuit: Morgens 6.30, abends 7.00
, ,, Wetdemaslschase:
Mastlammer und Atasthammel Schwe in:.
Dollfleischige Schweine von 80—100 k? Lebend- ö^wicht ßgl/ -ßQi / ou g ।
S?K,i|l??6e^,n’‘ineU,U"80k*$ebe,*b9<!ro‘idl‘ 68-to-/, 87«
Lollftelschrge Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht • . e , . , ...... 70*/ -71
Dollste,schige Schweine von 120—150 kLebend- ' gewicht
” 35,5
:1 36,8 -37,1
Ottober -=4- 7,9' C.
, - + 4,2* a
2Ius der Rechtsprechung der Reichsgerichts.
XII.
Eine Vereinbarung, nach der ein Kleinhänd- fer Mitgliedern wirtschaftlicher Bereinigungen unter Ausgabe von Rabattmarken Sonderrabatt bei deren Einkäufen z u gew ä hren s i ch verpfichtet, verltößt nicht gegen di e guten Sitten und das besetz gegen den unlauteren Wettbewerb §1. — E. d. RG. 78,194 —.
Mehrere in Dr. bestehende Vereinigungen zur Förderung ber wirtschaftlichen Lage ihrer Mitglieder, so eine Wirtschaftsoer- emigung von Lehrern, ein Wirtschaftsverein des Staatseisenbahnpersonals u. a„ hatten mit einer größeren 2lnzahl von Firmen: Verträge abgeschlossen, wonach die Firma den Mitgliedern der Vereinigung bei Barkäufen gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte einen Sonderrabatt vom Ladenpreis bewilligte. Ter Kläger, der „Verein gegen Unwesen im Handel und Gewerbe"' zu Tr., erblickte in diesem Verhalten der Firma unlauteren Wettbewerb gegen die Konkurrenzgeschäfte, die solche Vereinbarungen nicht getroffen hätten. Er erhob gegen eine dieser Firma, die Beklagte, ein Bekleidungs- unb Modewarengeschäft, Klage und beantragte, sie zu verurteilen, die Gewährung eines Rabatts an old e Vereine, der höher sei, als ber ben übrigen Kunben der Beklagten gewährte, zu unterlassen. Bei ber verklagten Firma jetrug dieser Sonderrabatt 10 Proz. Tie Klage wurde in allen Instanzen abgennefen. Ter Verkäufer könne in der Regel seine Waren zu beliebigen Preisen, auch billiger als die Konkurrenz, verkaufen. Auch das Rabattgeben bei Barzahlung sei nichts unerlaubtes. Es könne sich eine Interessentengruppe zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile als eine Vereinigung mit erhöhter finanzieller Leistungsfähigkeit zusammenschließen und von dieser Madstftellung zum Abschluß günstiger Verträge Gebrauch machen, solange sie ihre Macht nicht mißbrauche. Tie Erlangung unb Gewährung eines Sonderrabatts, wie des vorliegenden, sei nichts mißbräuchliches und sittlich anstößiges, wenn sie auch auf eine gesunde Entwicklung des Absatzes hemmend einwirken könne Würde allerdings die Beklagte ihre Ladetlpreise um den gewährten Rabatt erhöhen, so würde sie sich einer unwahren Reklame unb eines unlauteren Wettbewerbes im Sinne des 8 1 des WettbGes schuldig machen. Al ein die bloße Behauptung, daß die Beklagte hierzu genötigt sei, genüge nicht, da sich ein Kaufmann mit Rücksicht auf den erhöhten Absatz unb größeren Bezug unb bie Ersparung von Reklamekosten in einem solchen Fall wohl mit einem um 10 Proz. geringeren Nutzen begnügen könne.


