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162. Jahrgang
Zweiter Blatt
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LrschenU täglich mit Ausnahme des Sonntags.
2ie „«ittzener ZamiliendläNer" werden dem y'Hnittfler' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt fit den Kreis Sichen" zweimal nöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Leit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Donnerstag, 24. Oktober M2
Rotationsdruck und Verlag der Brü bl'ichen UnwersilätS - Btich- und eicinbrudecei.
R. Lange, Gießen.
die Wissenschaft ist aber die kirchliche Kunst.
Alsdann hielt Professor D. Spitta - Straßburg seinen Vor trag über „Kirchenbau und Kirchenmusik". Der Redner stellt die Forderung an das Kircherrgebäude, das; dem Sängerclwre darin ein angemessener Platz und ausreichender Raum garantiert wird. Tic Schwierigkeiten, die sich dieser eigentlich sclbstvcriländlrchen Forderung entgegenstellcn, sind bis heute noch sehr groß, -t-tc Notwendigkeit seiner Forderung begründet der Redner damit, daß der Chor sonst nicht die Stellung einnehmen kann, die ihm einerseits das Mich der Gemeinde, andererseits als Verkündiger des Wortes zukommt. Teshalb fordert der Redner, den Chor und die Orgel im Angesicht der Gemeinde, und zwar hinter dem Altar und tief auszu fiel len. Eingehend setzt er sich mit den praktischen, ästhetischen und liturgischen Bedenken dagegen auseinander und zeigt, daß durch seine Förderungen diese Bedenken beseitigt und zugleich große Vorteile nach allen drei Seiten erreicht werden. Ter Kirchenchor muß sich als Glied der Gemeinde und Verkündiger des Wortes völlig harmonisch in den Gottesbienst cinordnen. Tie richtige Einordnung ist aber nur möglich, wenn ihm der würdige Platz innerhalb des Kirchcngebäudes angewiesen wird. Ter Chor bliebe aber isoliert, wenn er im Rücken her Gemeinde stände und sänge. Zur Erbauung kann er nur wirken, wenn er im Angesicht der Gemeinde seinen tvürdigen Platz hat. Darauf muß bei Kirchenbauten Rücksicht genommen werden.
zu leisten. m l
Rach dieser Feier trat der Kaiser einen Rundgang durch die Institute unter Führung der Institutsleiter an. In dem Laboratorium wurden dabei vielerlei wissenschaftliche Apparate vorgeführt.
Es folgte dreHauptversammlungderKarser- Wilhclm-Gesellschaft im Maschinensaal der Institute. Der Präsident Professor Harnack hielt die einleitende Ansprache. Ten Kassenbericht erstattete der erste Schatzmeister der Gesellschaft Generalkonsul Franz v. Men- delss ohn.
Geheimrat Professor Dr. Paul Ehrlich hielt sodann einen Vortrag über „Moderne Heilbestrebungen". Damit schloß die Sitzung. Der Kaiser mit Gefolge verließ das Institut und kehrte nach dem Neuen Palais zurück.
Der Kaiser verlieh eine größere Anzahl von Auszeichnungen. Es erhielten u. a. den Stern des Roten Adler-Ordens zweiter Klasse der Professor der Technischen Hochschule zu Karlsruhe Engler, den Roten Adler-Orden zweiter Klasse der Geheime Kommerzienrat Leopold Kop- p c l-Berlin.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e#w51. 9iebarnon:e^ll2.2eL-2U)rj AnzeigerGteßen.
totofftli für den Sinicrbebori Magnum bonum Industrie
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Fatz
eine Hauptversammlung der Kaiser Wilhelm Gesellschift Förderung der Wissenschaft schloß. Die Feier, zu der auch die Minister Tr. Delbrück, v. Trott zu Solz, Freiherr von Schorlcmer, Sydow und Tr. Lenpe erschienen waren, begann mit einer Ansprache des Vorsitzenden des Vereins Chemische Reichsanstalt, Wirkt. Geh Rats Prof. Tr. F i s ch e r, welcher dem Kaiser für fein Erscheinen und seine tatkräftige Hilfe dankte. Sodann sprach der Präsident der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft Professor Harnack, der die Institute in d,c Obhut der Gesellschaft übernahm und versprach, ihre wissen chaftliche Selbständigkeit und Freiheit zu wahren. Er 'teilte die Institutionen in den Dienst der Wissenschaft, d. h. der Wahrheit Hierauf verlas Kultusminister v. Trott zu Solz nach einer Ansprach' in der er mit teilte. Geheimer Kommerzienrat Koppel, der Hauptschöpfer des zweiten Instituts habe seinen Stiftungen heute eine weitere Zuwendung von 300000 Mark gemacht, die vom Kaiser verliehenen Auszeichnungen und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus. Zum Schluß ergriff der Kaiser selbst das Wort:
Eine Kaiserrede.
Ich begrüße den heutigen Tag mit hoher Freude und spreche meinen herzlichen Dank aus für alle Stifter, besonders auch Herrn Geheimen Kommerzienrat Koppel. Ich begrüße mit Freuden das Zusammenwirken des Staates und der privaten Mithilfe und hoffe, daß dies Verhältnis vorbildlich sein wird für die Unter Nützung der wisfenschaftlick)en Forschung. Ich spreche den Herren Architekten meine vollste Anerkennung für den gelungenen Ban aus und hoffe, daß die Herren, die hier einziehen werben, recht mit Freuden an ihre Wirksamkeit werden gehen können. Da der heutige Tag in erster Linie der Chemie gilt, wollte ich mir er lanbcn, den Herren eine Mitteilung zu machen, die vielleicht ihr Interesse erweckt und vielleicht auch ihre denkenbe Mitarbeit hervorrust. Aus Anlaß der furchtbaren Katastrophen, die in den letzten Jahren in unseren K 0 h l en b ergwerken ein getreten sind, habe ich durch den Chef des Zivilkabinetts von Ehen aus mich an die Chemie gewandt, iiinädnt an die Technischen Hochschulen, und sie veranlaßt, mir Arbeiten ein zureichen und Vorschläge zu machen, m welcher Weise evtl, von der Chemie p r 0 p h h l a k t i i di c Einrichtungen getrossen werden könnten, um die unter Tag arbeitenden Leute zu schütze" Ich denke dabei an 11 n schädlichechemischePrö parate, d b c ai.f 1 h f hr nben Beamten unb bic Arbeiter die yc^.m^.-enbe Gefahr durch ihre Veränderung ausfällig an Ort und Stelle erkennen lallen. xid; hoffe, daß unsere Gesellsdiait aud; fernerhin die Wissenschaft fördern wird und baß es uns auch fernerhin gelingen wirb, ihr bic nötigen Mittel für bas wissenschaftliche Handwerkszeug zu liefern. Tie große Zahl von hervorragenden Männern aus allen Ständen und Berufen, bic hierher zusammenzusühren gelungen ist, bürgt mir dafür, baß es aud) fernerhin möglich fein wirb. Ersprießliches für bas Vaterlanb durch die Kalser-Wilhelm-Gesellichast
ICircbc und Schule
Mainz, 23. Okt. Im Kapitelsaale des Bischöflichen Seminar- traten gestern dir SJtitglieber des Diözesan Airch e n- Vorstandes des Bistums Mainz zu ihrer jährlichen Tagung unter dem Vorsitz des Iustizrats Dr. Schmitt- Mainz zusammen. Rad; Genehmigung des Revisionsberichtes für 1911 wurde in bic Beratung des Voranschlags für 1913 euv= getreten: bic Einnahmen unb Ausgaben mürben mit 30M01 Mk. giitgeheis'en Bei ber Frage über Zuschüsse zu neuen Seelsorge- stellen würbe von Prof. EnsLraber bic Errichtung einer zweiten Kaplaneistellc für St. Elhabeth zu Darmstabl be’ürroortet; zu St. Elisabeth gehöre auch Arheilgen mit einer ^eelenzahl von 6000 und zahlreichen Katholiken, deshalb fei die Schaffung einer zweiten Kaplaneistelle erforderlich. Der Vorsitzende ber Bifchöi lidien Kommission, Domkapitular May, erroiberte, daß man mit ber Schaffung neuer Seelsorgestellen jetzt lehr zurückhaltenb sein müsse: das Stubium im Seminar, bas seither 8 Semester betragen habe, umsasse nunmehr 10 Semester, unb so könnten weder in biesem nod) im nächsten Jahre Priesterweihen vorgenommen werben. Aus diesem Grunde bitte er vorerst bic Fragen wegen Schonung neuer Seelsorgestellen zurückzustellen. Kommerzienrat Ä 01 t h a n besprach die Frage der Restauration des Mainzer Tomes. Er regte die Gründung eines Tombau- Vereins an, damit die Renovation des Domes eine wirksamere materielle Unter Mittung ersahre. Auch wenn eine Tombauloltcric zustande käme, werde ein solcher Verein dieser Lotterie nur zum Vorteil gereichen. Domkapitular May teilte mit, es seien bereits Schritte getan, um bic Erlaubnis zur Abhaltung einer Dombau- lotterie zu erhalten, burch die dem Dombausonbs etwa VI» Mill. Mark zugeführt werben könnten. Demnächst würbe eine Broschüre erscheinen, bic über die Renovation des Tomes, auch in früheren Zeiten, Mitteilung machen mürbe; auch durch Vorträge würde man über die Domrenovation Aufklärung erhalten. Nachdem Domkapitular May noch einige Mitteilungen über das Einkommen ber Kavläne gemacht hatte unb bic Wahl von Revisoren sowie bes Ausschusses erledigt war, wurde die Tagung geschlossen.
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
24 Deutscher Goanaelischer »irchcngcsanavercinrtag.
— F r a n kfu r t a. M , 23. Okt.
Die Ausspradje über bic Heroldscheu Leitsätze („Unsere Kirchen' konzerte unb die gottesdienstlichen Aufgaben der Mirdicndiörc war anßerordentlick) lebhaft. Musikdirektor S d) m 1 d t Rothenburg a. d T. trat im Gegensatz zu den Leitsätzen dafür ein, daß au di Wagners Musik nicht vom Kirchenkonzert ausgeichlosien sein dürfe. Doch fand er dabei entschiedenen Widerspruch. Tic Aussprache wurde nachmittags fortgesetzt. Vor allem wurde die Frage der liturgiidien Gottesdienste besprochen Wahrend Pastor Vos;-Zarpen und Ttadtpsarrer Abel (Waiblingen der Befur wortting der Lilieuerouscheu Chorordnung mit ihrer strengen Geschlossenheit widersprachen unb eine möglichst freie Gestaltung des Ausbaues bief'er Gottesbienste verlangten, wünichte Paltor Hoppe Stettin , daß die Agenden Formulare zu den Neben gottesbiensten geben sollten. Von anberer Seite Pastor x r ö ; m a n 11 Elze in Hannover unb Kirchen rat I). Her 0 l b> würbe auf Die Verbindung von Freiheit und Gebundenheit hingewicien, wie sie z. B. Herolds Besperale unb Passionale zeigen. Tic Aus spräche hatte reiche Anregung gebracht. ,
Die Hauptversammlung würbe am Mittwoch durch Prälat D. Flöring mit einem Ucberblid über bic gestrigen Be rntungen bes Zentralausschusses eröffnet. Im Jahre 1911 waren dem Verband 26 Landes- und Provinzialverbändc mit 2dOO Chören angeschlosfen. Zum Vorsitzenden der Tagung wurde Pros.
Smenb Straßburg gewählt. Als Vern
Frankfurt a. M. begrüßte Geh. Konsistorialrat Kayser-Frank« furt den deutschen Kirchengesangvereinstag.
Geh. Konsistorialrat I ä g e r-Bierstadt fiberbnngt die Grüße des preußischen Kultusministeriums unb bes Konsistoriums Wies haben. Er betont bas große Interesse, daß der Kultusminister sehr ost, aud) noch in letzter Zeit, praktisch betätigt hat
Als Vertreter ber Königl. Regierung begrüßt Rcgierungsrat v. K l e n ck Frankfurt bic Versammelten und wünscht, baß alle Kreise ber Bevölkerung mit Eifer an ben Ausgaben ber Kirchen- gefangvereinc in Zukunft Mitarbeiten mögen. Generalsuperm tenbent D. Möller- Kassel, als Vertreter bes Konsistoriums Kassel, betont bic Bebcutung, bic ber Mensch für den Menschen burch bic Kunst haben kann. ,
Als Vertreter des Magistrats heißt Stabtrat Ziehen den Kirchengesangvereinstag willkommen. Für eine paritätische Stadt leisten Die Kirchengesangvereine eine große Arbeit im Jntereiie ber Vvlkskultur. Die Stadt freut sich, daß die Kirche so tatkral tig an den .Bestrebungen Anteil nimmt, in der Kunst bic wur- bige Form wieder mit dem Inhalt zu vereinen.
Professor D. Budde- Marburg spricht als Vertreter der theologischen Fakultäten ber Universitäten Marburg, Gießen unb Heidelberg. Die theologischen Fakultäten haben baran ge arbeitet, ben oben Intellektualismus zurückznbrängen, und bas volle Leben in ben Vorbergrund zu stellen Die beste Hilfe für
Folketings, die jetzt 114 beträgt, kann aus 132 steigen, bic Sessions- Dauer wird auf vier Jahre, statt der bisherigen breuähngen *<iurr erhöbt. Tas privilegieNe Wahlrecht zum Landsting loll abgeschafst werden, ebenso bic Bestinimung, daß der onig Mett Mitglieder des Landstings ernennt, von 66 Mitgliedern des Landstings fverben 54 von ben städtisckien Vertretungen gcivabli. Die auf biefe Weise gcnxihlten 54 Mitglieder wählen ihrerfeitv bic fehlenden zwölf Mitglieder.
Der letzte Krankbeitsbericht über das Befinden c s russischen Thronfolgers
besagt: Das Befinden in der letzten Nacht war ruhiger als in allen vorhergegangenen. Ter Patient roar ohne <^dstuerzen und schlief gegen Morgen ununtcrbrodicit zwei Stunden x ie Gefchwulst -Bluterguß in der linken Deichengegend ist nicht kleiner geworden, icbod) fast schmerzlos. _____________________
Deutsches Reich.
Der Reichs! tag nnrb, wie bestimmt verlautet, seine Ätzungen am 26. November aufnehmen. Verschiedene Gerüchte, das; eine spätere Wiederaufttahme der Verhandlungen geplant sei, sind unbegründet.
Der Entwurf eines bayerischen Kriegszustandsgesetzes!
Die bayerische Regierung hat der Zweiten Kammer den Entwurf eines Kriegszustands-Gesetzes zugehen lassen. Wie der Begründung zu entnehmen ist, handelt es sich um die Ausfüllung einer Lücke des bisherigen Rechtszustandes: insbesondere steht die Einbringung des seit längerer Zeit in Arbeit befindlichen Gesetzentwurfes in keinerlei Z u - sammenhang mit den derzeitigen Vorgänge n a u f d e m B a l ka n. Es besteht daher für die öffentliche Meinung kein Anlaß zur Beunruhigung. Die Sachlage ist die, daß das für das übrige Reichsgebiet geltende preußische, die gleiche Materie regelnde Gesetz vom Jahre 1871 auf Grund der Versailler Verträge in Baycwn keine Geltung hat. Andererseits stehen für Bayern lediglich ältere Verordnungen zur Verfügung, deren rechtliche Gültigkeit zum Teil bestritten wird. Unter diesen Umständen hielt es die bayerische Regierung für geboten, daß Bayern die in seinem Rechte bestehende Lücke bis zur reichsrechtlichen Regelung selber ausfüllt.
Auswärts wird diese MLldung doch einige Aufmerksamkeit erregen. In so unruhigen Zeiten muß man auf alles gefaßt sein!
Ausland.
Vom niederländischen Hose.
Das Amtsblatt veröffentlicht folgenden Bendst der Hofärzte Professor Kouwer und Tr. Roessingh: Eine leichte, einige Tage anhaltende Indisposition ber Königin zerstörte bic von der Königin feit einiger Zeit gehegten Hoffnungen. Befiiiden Ihrer Majestät ist zusriebensteUenb.
Aenberung der bänischeu Verfassung.
Der dänische Minislerpräsibent brachte im, Folketing einen Gesetzentwurf em über bic Aenberung ber Verfassung, bereu wichtigste Bestimmungen folgende sind: Den Frauen wirb bas aktive unb passive Wahlrecht zum Folketing gewährt, bas Wahlrechlsalter wirb auf bas 25. itatt wie bisher auf das 30. Lebensjahr festgesetzt, die Zahl der Mitglieder des
ticxinci|"teni einen festen Verdienst — an jedem Rinde von ). entnern 40 Mark und an jedem Sckyveinc von 2 Zeiitnern g'ad Mark zugcdilligt, einen Verdienst, den ein hervor egender Sachverständiger auf dem Gebiete der Lebens- jittelversorgung uns als durchaus angemessen be- lichnet hat' Aber selbst wenn der Verdienst etwas ge- jiiger als sonst wäre, müßten denn nicht in einer Zeit, »'alles leidet, auch einmal die Händler Opfer bringen, pmal hier, wo Elend und Armut gesteuert werden soll?! lic betreffenden Fleischer haben also Vertrags- irud) begangen unb neben dem Recht auch die Moral ,.-r letzt. Geradezu gewissenlos aber ist es, wenn sie falsche (erüchte über die Qualität des städtisck)en Fleisches ver- j criteten, die Sachverständige als „gute Mittelqualität" j.'z-eichnet haben, denn durch solckie Gerüchte beunruhigt tun die Bevölkerung nur noch mehr.
ter Kaifer bei der Linweihuna der Ha fer wilhclms- Jnftitutc für Chemie.
Dahlem bei Berlin, 23. Okt. Heute vormittag 10 Uhr Hürden hier in Gegenwart des Kaisers die K aiser- Tölhelm-Jnstitute für Chemie fomie phyfikalische .Chemie und Elektrochemie feierlich eingeweiht, woran sich
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er s CrtflinabKränte laarwasNeriJyl, L25)ic tucker s crDcsiabKrä, > m Öronartmc Sirfur. °H?u*Xnl,cn bestätigt.^ Z' A. Noll, E. Roll, i -cibel.Q-chaai.E.^, Lr.mlbmgcr, Trogerien
Tichh, Parsümeric.
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2 Wagendcckcn au? H obigem Bauinwollsegcllc nit Lesen.
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n II 6x4 n n 35 ferner 2 Wagcutr:^ ins prima SlutoDcrbcf. reiten mit Lesen.
fine Decke 4x3 m zu 21.' „ , 6X3„ „ 31. Mmncfie niH’briiitlitx.
1 f auimerffam, Dni; ? rtfen neu und nidji f aucht sind.
Ewbtvift Laza« litcrweaä.i oernipt»
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Hoch im Norden Berlins liegt der Schauplatz der Er- tignijfe. Gerade hier wohnen die Armen und Aerm/ten. Venrirleideuswert sind vielfach die Bedingungen, unter bcuen sie ihr Leben fristen, und so empsinden sie diese „schwere Zeit der No^ natürlich doppelt. Seit Tagen wird ihren die Verheißung, das; sie ein Ende haben solle, oder tkrj doch wenigstens eine Milderung eintreten werde. Für Mark hatte die Stadt Berlin „billiges Fleisch"
, mb bezogen. In knallroten Plakaten forderte Knellenz Wermnth die Bevölkerung zum Einkauf auf. kirnt ersten Male Ifatte eine Kommune eine Preisregulie- •ü g über Lebensmittel getroffen: In einer Skala von ko Pfennigen bis zum Höchstpreise von einer Mark für Jcä Pfund ben>eflten sich die Preise, 20 Pfennige das thiub Milz, 1 Mark das Pfund Filet. Auch Mindeft- Wllid Höckyteinkaufgenncht hatte man festgesetzt, mindestens ä.i halbes Pfund, höchstens 6 Pfund, um so der Mog- it eines Weiterverkaufs durch Zwisckfeubandel zu be- 'gnen. Erwartungsvoll tarnen, teilweise noch im Dunkel r Nacht, die Frauen zu den Markthallen, die der Berliner ' agistrat als Verkaufsstellen eingerichtet hatte Aber eine in.cre Enttäuschung warb ihnen zuteil: sie fanden die claufsstände geschlossen öder aber die städtisck>er- :ts für den Verkauf bestellten Fleischer ent- 1 l 0 s s e n , nichts zu verkaufen. Wenn man nun erwögt, ;c sehr gerade die Frauen diese Teuerung spüren, sie, in ren Händen doch die Führung des Haushalts liegt, so nn man es ja immerhin verstehen, wenn sich ihre Gut* t ufchung in lautem Univillen äußerte. Es ist ein merk- i.digc- Zusammentreffen, daß gerade einen Tag vorher 'r.v p r eu ß i s che Abgeordnetenhaus über die Er- 1 ci t e ru n ö der Frauenrechte in allgemein- oder judi wenigstens kommunalpolitisckier Beziehung verhandelt i t, und daß dabei, z. B. von konservativer Seite, darauf Angewiesen worden ist, daß das leicht erregbare und leb- Ijnie Temperament der Frauen folriyeu Reform- ) >: ebungerr notwendigerweise den Erfolg versagen müsse, lie Frauenrevolte vom Wedding wird diese Reformbestre- fuiqen zweifellos nicht gerade fördern können.
Die Stadt Berlin hatte in einem Abkommen den Flei-
Die rasenden Weiber vom Wedding.
Dieder hat es im Norden von Berlin so etwas iye einen Dolksaufruhr gegeben und zwar IM Zusammen- stng mit der Fleischteuerung. Wir erhielten aus Berliu H,eiibe Meldungen
il, <• r 11II 23. Oktober. Ter von der Stadt Berlin unter- 1 rncne Verkauf von f r i I d) c m Fleisch auö Ruß- K'iib'bt.iann Deute Morgen 6 llbr in den vench,ebenen Markt.
'dürr als aud) bic M n: r itn
Lmhiät bco Fleisches zufrieden. Tie Vorräte reichten bei weitem ■m die überaus starke Nach . wbigeu
< >11/ ebnem, die sich zum Verkauf oereit erklärten, erfüll- ttn nur 29 ihre Zusage, Pie übrigen vertagten Daher bn tc in vier anderen Markthallen der beabsichtigte Verkauf nicht Erregung des Publikums "der das Verhalten
1 ' Met war groß. Vor der großen Markthalle am Webbmg
!-, es brüte morgen zu wüsten szenen >-echS Flcifchcr zogen - rn bas Anerbieten, nissii'ches Fleuch zu verkaufen, zurück, r i der Verkauf nicht lohnend genug war. Es war unmöglich, b.i Bublifum davon zu unterrichten. Als heute morgen mch- r r ■ Frauen bas billige Fleisch nicht erhielten, wurde schließ k ben Fleischern, auch denen, bic reguläre Fleifchware feilbotcn, bic W a r c von ben Stäuben hera.bgerlil.cn. Es cnt- ftx I It sich eme Schlägerei, io baß bie Polizei durch Aus- | rung ber Halle diesem Treiben Einhalt tun mußte.
'l.-cb bei b'-r Markthalle in ber Remickenborfer Straße kam igcn: Tic Frauen brängten ncl, unter r. ( npfruicn in bie Verkaufsstände, drängten b t c Frischer 11 ■ r Schlägen unb Stößen hinaus unb bemach- sich aller erreichbaren Fleisch und Wurst Ni» ii "’iit Messern schnitten sie aus ben Qufgchangtcn •Jimber- tir In uno Schweinen große Stücke heraus unb steckten sie in io ' aschen. Würste würben von ben Stangen gerissen unb >u Brei gestampft. Ein Schlächtermeister ist blutig geschlagen ktb’u Eni Hausen Frauen stürmte zu ben Gemüsehänblern, ra f , Obst, Rüben unb Kahlköpfe zusammen und begann em ;3 fnbeb Bornbarbemeiit auf bic Schlachter. Tic zu Hilfe gc« ntneu Schutzleute würben von den Frauen tat- li 1 angegriffen und mit Würsten, Fleischstückcu ii. » andere n Leb en smitteln bombardiert. Der an ,-ntitele Schaben beträgt viele Tausenbe.
Tiefclbcn Szenen spielten sich in ber M arkthalleam ßebbing ab, wo bic Frauen, von Rotten junger Burschen iinlClstüttt, bic Fleischwareii von ben Stäuben herunterrinen unb ben Schlächtern an bie Köpfe warfen. Die Marthall e in 1 v Acker st raße war von früher Morgensttinbe an von einer so großen Menschenmenge belagert, baß der Straßenverkehr für längere Zeit lahmgclegt war. Als bic Fleischer erklärten, bar. sie kein auslänbisches Fleisch bezogen hätten, weil baran nirht geuügcub zu verbieuen sei, kam es zu ähnlichen Tumult iirncn, so baß bie Polizei bic Halle schloß. Dbcrbürgcrntciftcr Bemuitl) überzeugte sich burd) ben Besuch ber Zentralhallc persönlich von beut ''Nassenaubrang bes Pudliktims. .
Dazu schreibt uns noch unser Berliner Mrt-
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