Ur. 277 Erstes Blatt
162. Jahrgang
Samstag, 23. November 1912
SietzenerAnzeiger
Lu Otetzener Mzetgei *rict)ftni tafllid, ouiex Senntagfl. - Beilagen ? trrmal rodtbentlid) »letzenerFamiliendlätter jT»timal irÖcbenil.Krels- Nall|BrbtnKrti$6itfcen <2t<nfltnfl unb creiioq), / vetntal monnil taub. »Irl|d)aftll(t)c 5«iNraß«n fientlprfd) - tlnfcblulfe; f it die Redaklion 112, - — w -
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9fimi*i rei monnt(irf)751tf^oiertel* läbrhd) l)tk. 8.20, Durch .'Ibbole- iu Zwerqsietten monath<ii 66 Bl.. Durch Die Bott JJ17.2.— viertel- jäbrl. ausfcht. ^enechz. 3eilenprei9: total 15Bi, auswärts 20 i'ienntq. Chefredakteur; 2t Goetz. Berautivortlich tüt Den pohltldien teil tiiiQiift WoeR. tüt . t'teutae- ion', .Bernnfttttes' und .lSetittttsfaal- tt. tNeu- ralb, für .Stadl unb VnnD": E.Hev. für Den Anzetqerttett £» Beck.
war bei der zielbewussten Vertretung ihrer wohlverstandenen Lebensinteressen in den letzten kritischen Tagen doch immer voll weiser Zurückhaltung und Mäßigung. Tic heutigen beunruhigenden Mitteilungen über eine Verschlechterung der russisch-österreichischen Beziehungen darf man nicht allzu ernst nehmen. Das; Rußland militärische Vorbereitungen macht, läßt noch nicht notwendig darauf schließen, das; cs den Belgrader Stürmern im letzten entscheidenden Augenblick doch beispringen werde. Die ganze Neuordnung aus dem Balkan, besonders die Einigung zwischen Bulgarien und Rumänien, wird der Diplo- inane noch mancherlei zu schaffen geben. Daß Rußland da als Grenznachbar auf alle frällc gerüstet sein will, lann man ihm nicht verdenken Und die österreichischen Vorbereitungen, die seht kaum noch geleugnet tverden, dürfen Ebensowenig als Kriegslust ausgelegt werden. Wenn wir auch den früher bekundeten unbedingten Optimismus der Leitung unserer auswärtigen Politik nicht teilen, so halten wir doch den Glauben an einen nahe bevorstehenden Weltkrieg für unberechtigt. Besonders fällt dabei ins Gewicht, das; England seine Mncigung gegen das Zusammen rühren der Baltanhrndel zu einer Weltkrisis deutlich erklärt hat.
Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten.
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Von Dr. Paul Landau.
so ein Kind, nach bei ergrauten Haaren, auch ein Greis, beim frühsten Kinderspiel, du für air, was Mensch heil je erfahren. Bild, ein Wort, ben Pfad und auch das Ziel.
angcsammelt. Täglich Cholerafälle vor.
Tie bulgarische
Sofia, 22. Nov.
politische Wechctifcbrtit«
Gießen, 23.
Man kann es schwer fassen, baß es Leute bei Deutschland gibt, die ben Serben den Länderraub
Das „wunder der Natur".
fou Lope de Vegas 350. Geburtstag. 1562, 25. November, 1912.)
ben Individuen
wohl seiner Sünden an, doch verfällt immer wieder in sic. Ti< letten Jahre dieses in Genus; wie in der Arbeit gleich maßlosen Lebens sind verdüstert. In tiefer Melancholie geißelt er sich, das; sein Blut an die Manern spritzt. Mer zu diclrcn hört er nicht auf. Seine letzten Gedichte sind vom 23. August 1635. Vier Tage später ist er lot. Gan; Madrid folgt seinem Sarge. 155 spanische Dichter preisen ihn als ihren Vater und Lehrer.
Die TotcnNagen spracten die Walyrheit. Lope ist der Begründer der spanischen Lileraturblüt', der Schöpfer des spanischen Dramas. Tie Großen, die nach ihm kamen, Ealderou, Tirso, Moreto, Alarcon, sind nicht denkbar ohne ihn. In allen Gattungen der Dichtkunst 'mit alleiniger Ausnahme des Schelmenromans) bat er Glänzendes geleistet, im Epos, Schäsergedichl, Abenleurer- rornan, in der Ekloge, der Epistel, dem lyrischen und erzählenden Gedicht. Ten eigentlichen Typus des spanischen Dramas, das „Mantel- und Dcgenstück", Hal er gescharfen. Er bat die vorher kaum beachtete Frau in die spanische Tichtung eingeführt, hat, ein rircr Menncr des schöneren lf-escklechts, die tveibliche Natur bis in ihre feinsten Aalten dargestcllk Tie Stoffe seiner historisctirn Tranten umfass n die ganze spanische Geschichte von den Westgoten bis zu seiner Gegenwart.
So drängt sich vor allem der Eiichruck einer fabelhaften Schöpferkraft, eines Zeugungsdranges auf, der der Natur nichts nad>'!bt Lopss Fruchtbarkeit ist sprichwörtlich. Er hat allein 1800 Tramen und mehr als 400 geistliche Festspiele, gesä-ricben, von denen 470 Stücke und Spiele erhalten sind. Viele Arbeiten von ihm gehen wohl unter falschem Namen. Man Hal geschätzt, daß Lope 20 Millionen Verse g schrieben habe: die Hälfte davon wird man ihm jedenfalls zugestel»en müssen. Vollendete er wohl au di kein ganzes Trama „vor dem ^rüb^tiic^', wie man gesagt, so hat er doch selbst behauptet, hundertmal ein Stück in einem Tage veriaßl zu haben. Tie Mängel dieser Geschwindigkeit, die schon mehr X)ererei ist, tun sich in vielerlei Flüchtigkeiten kund. Tie Tramen haben etwas Improvisiertes Aber was seine Phantasie geschaffen, Hal unzählige spätere Trchtcr genährt. Mil dem 'Namen „Lope" bezeicirnfte man ganz allgemein das Beste, und es gab ein von der Inquisition 1647 unterdrücktes Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an Lope de Vega, den Allmächtigen, den Dichter Pimmel» und der 'jrben". Lope bedeutet für Spanien, was Sl-akespeare für England: sein größtes Nationalgenie: wenn er nid)t dasselbe für die Welt bedeutet, wie der Brite, so liegt das daran, daß er spanisch ist, daß er sich vor allem an seine Zeit
losen, wie die türkischen Auswandcrerfamilien mit ihrer armseligen .vabe heimatlos in langen Wagen - frechen auf der Straße lagen und ihr bedrängtes Vaterland ihnen nur unzureichend die Wege zur Weiterexistenz zeigen tonnte? Ein deutscher Offizier sah das und schrieb, nie sei. ilM bas Dichterwort so zu Herzen gegangen: „Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an." Si£ Unglücklichen trugen ihr Geschick, wie von verschiedenen Seiten berichtet mirb, mit Ergebung nnb Würbe. Ueberbmupt wirb von des türkifckwn Genügsamkeit und Gutmütig kit jetzt mancherlei Erfreuliches berichtet, und die Befürchtungen uor Massenausschreitui'.gen gegen die Christen waren, wie es scheint, grundlos. Da die Achtung vor Menschenrecht und das Mitgefühl für nationale Not in der Politik nievt gänzlich aus geschaltet werden sollten, so darf man sie dem
e Enteignung voll- die Lebens Möglichkeit
in jeselltc.
Bon dcr Wiege an war Lope de Vega Carpio ein .-Wunder
Natur", wie ihn später die staunende Welt nannte. Mit fünf fahren svrack« er schon lateinisch und machte Verse: da er noch niidrt nicht schreiben konnte, mußten sie die größeren Kameraden hin ihn auszeickmen und erhielten dafür sein Fruhstücksbrot und L'imc Spielsachen. In der <5d;ulc der Theatmer zu Madrid galt er als Phänomen: er lernte, sang, tanzte und iixbt gleich un ubtrtref stich. Sein Vater, von dem er die -tiditcrgahe geerbt baute, starb früh und Love benutzte die größere die er
bcJurdi erlangte, um sich die Welt anzusehen. Mit einem freunde ■ning er hinter die Schule und über alle Berge, bis die beiden Msreißer in Segoia bei dem Versuch, eine Goldkette zu versetzen, mitgenommen und zurückgebracht wurden. Um diese Zeit, d. h. nmt 10 Jahren, übersetzte Lopc das Gedicht des Clandian „Vom
c-nders geartete Euteiguungspolitil, um später ilyre nationalen Ziele zu verwirklichen und die Sozialdemokratie soendet ihnen Beifall, indem sie die serbische Politik in- tireft fördert. Aber ivird bann jetzt nicht in
Osmanenvolke von ganzem, Herzen entgegenbringen. Wenn es der Kulturfortschritt in Mazedonien war, der ben Eroberern am Herzen lag, als sie den Krieg eröffneten, so 'wirb es schwer, zu glauben, baß ihm die Flüael verliehen sind, über diesen „Hauch der Grüfte" jemals in voller Reinbeit hinwcgzukommen. Ter äußere Schlendrian im türkischen Reich war groß, aber was das Seelenleben dieser Menschen angelft, so haben die christlick>cn Völker wohl wenig Recht gehabt, die Zöllner pharisäisch von ihren Sitzen zu bertreiben. Wie ein Hohn mutet es heute an, daß Herr Poincars, der „Schutzherr der Christenheit im Orient" — ein Mandat, bas jyranfreid) übrigens bestritten nr.rb und schon insofern ihm nicht eingeräumt ist, als bekanntlich die meisten Mächte durch Entsenditng von Kriegsschiffen für ihre Angehörigen selbst gesorgt Haven - ber türkischen Regierung ans Besorgnis vor Gewalttätigkeiten eine Ver- mabnung und Drohung geben zu müssen g.aubte Iünrxihr, unsere abeitdländrsche Multur hat bei den Vorgängen der letzten Wochen keinen Staat gemacht, und die M.agen des Olroßwcsirs Miamü über die Parteilichkeit und Ungleich beit des Maßstabs ber europäisck-en Großmächte sind ganz wahren Empsinbungeu entsprungen.
Die Habsburger Politik kommt der Türkei nur wenig entgegen. Sie crtlart sich für den Grundsatz: der Balkan den Balkanvöllern und will Albanien als selbständiges Fürstentum, nicht unter ber Souveränität des Königs Peter, sehen. Allem Anschein nach wird diese Politik siegen. Serbien ist isoliert namentlich die wiederholten Mahnungen aus England sollten es endlich ernüchtert und überzeugt l aben, daß es die gewünschten Häfen am Adriatischen Meere nicht erlangen kann. Selbst in Petersburg hat man nach Belgrad hin abgewinkt. Sesterreich, Deutschland und Italien halten fest zusammen, und es scheint nicht schwer zu sein, über die albanische Frage ins Reine zu kommen. Will Serbien der Welt trotzen, so wird niemals eine getvaltsame Zurechtweisung m ehr gerechtfertigt erscheinen als hier. Die von dort ausgegangenen 0>räücl schreien ohnehin zum Himmel. Wie würde aber die Lage dann gestaltet worden sein, wenn die deutsche 'Politik den Grafen Berchtold sich selbst überlassen hätte, wenn die Panslawisterr Oberwasser erhalten hätten, die ja so gerne 511111 Schwerte greifen, sobald die Gelegenheit nur günstig ist? Die Kriegsgefahr wäre näher gerückt getreten, und Deutschland wäre vielleicht doch später notwendig in die Angelegenheit hineiugezogen worben. Dieser Ginfießt hat sich offenbar auch bas „Berliner Tageblatt" nicht entziehen können, und es hatte sich darum gegen harte Bonrürfe des oft mit ihm gemeinsame Wege man» delnbeü „Vorwärts" zu wehren. Es verlohnt sich, von der Polemik der beiden Blätter Nothz zu nehmen, denn das „Berliner Tageblatt" gehört erwiesenermaßen nicht zur Panziwplattenpresse. Es hat mit wenigen Sätzen den „sogenannten Auslandspolitiler des „Vorwärts", der in lindlicher Ahnungslosigkeit die Geschäfte der russischen Reaktionäre und der panslawistischen 5tli g-Mreiber besorge", ganz treffend ab gefertigt. Es wirke, so heißt es da noch zum Schlüsse, „immer wieder sonderbar, daß die sozial- bemofratiidyv Partei gerade die publizistisä-e Behandlung der Äiiditigsten Auslandsfragen zumeist unklaren Wirr- köpfen überlast". Uns wundert dazu iwch, wir wiederholen es, die Gleichgilltigkeit und Gelassenheit dieser Partei, womit sie bei der Absteckung ihres politischen Weges an den haarsträubenden UnMenschlichkeiten der Serben und an deren nationalem Dünkel vorübergeht.
Da der neu gefestigte Dreibund durchaus im Interesse der deutschen Politik ivirksam ist und sehr erheblich zur Erhaltung des Weltfriedens beiträgt, begrüßen wir den österreichischen Thronfolger bet seinem Besuche in Teutsch- • land mit größter Sympathie. Die österreichische Poli.il
Raube Der Proscrpina" in trefflich? kastilische Verse, und das früheste Theaterstück, das von ihm erhallen ist, „Ter getreue Lieb habcr", stammt aus seinem 14. Jahre: es konnte mal er mit allen Chren in feinen gesammelten Werken glänzen. Tie erste Jünglingszeit Lopes ist von Legenden bitte umwnchert. Mit 21 Jahren ist er Geheim sekret är des Marquis de las Navas und in jene Leidensdxlst oerftritfl, die er in recht verklärter Weise in seinem Roman „Dorottea" gemalt hat Snne Sdwne, Siena Osorio, mar die Toditer eines Theaterdireklvrs, und so der Dichter mit der Bühne durch seine Werke wie burd) das Herz verbunden. 1588 wird er auf 2 Jahre aus Gaüilien und auf 8 aus Madrid verbannt, nidit wegen eines Tuells wie man angenommen, sondern weil er obszöne Sckrmähschnften gegen die längst entthronte Geliebte verbreitet. Ilm einer neuen Liebesgeschichte willen trotzt er dem Bann und seht sich kühn der Todesstrase aus: er entführ^ aus Madrid Isabel de Urbtna, heiratet sie und flieht auf ein Schiff der berühmten „Unu'oecivmdlichen Armada", mit bereit Trümmern er in die Heimat feprt. Inmitten ber furchtbaren Kämpfe und wilden Orkane bleibt ihm Zeit, 11000 Verse seines §pos „Tie Sdwnheit ber Angelika", einer ^onsetzung bes „rasenden Roland", zu schreiben.
Nack; diesen aufregenden, aber dichterisch fruchtbaren Abenteuern läßt fick; Love in Valenzia nifber unb begründet feinen Ruf als Theaterdichter. Taneben ven'aßt er feinen berühmten Sd'äserroman „Arkadia". 1595 stirbt seine Iran: er tröstet sich rasch, hat mehrere Geliebten, die er im Liede unsterblich macht unb derentwegen er mit der'Polizei in Konflikt gerät, unb heiratet 1597 von neuem. Diese Herzensaffären unb Skanbale hindern sein Dichten aber nickt im geringsten. 1598 ersche.nt als das erste große Werk, das seinen Namen trägt, das „Trachenlied" in 10 Gesängen, eine wilde Schmähung bce englifdien Seehel den Drake, des grimmigsten Ieindes der Spanier, den er als den babplonischen Drachen brandmarkt. Tie gleiche Wut gegen alles Spanien feindliche atmet das religiöse Epos „Tie tragische Mrone", das die Königin Elisabeth als eine Isebel und Athalie m den Kot zieht unb Maria -5 tu art als Märtyrerin preist. Sein frommes, anmutiges Epos „Ter heilige Ifibor" machte ihn zum Liebling des großen Publikums, uadHem er ber Tichler der Schöngeister fchon durch die „Arkadia" geworden. Tas religiöse Gefühl, das iid) hier ausspricht, führt ihn zu frommen Brüderschaften, zur Inquisition: 1614 wird er Geistlicher. Aber fein heißes Herz reißt ihn weiter in Liebschaften und Sßernricflungen. Tr klagt sich
(Ein Ztillstand des Krieges.
Auf den Feldern von Tschataldscha^ sck;eint eine kurze Waffenruhe eingetreten zn fein. Die Türken melden von dcr Heranziehung neuer Streitkräfte aus Asien ' In So fia hat die Ablehnung dcr Fricdensbcdiiigungen durch das türkische Kabinett anscheinend keine besondere Ueberraschung hervorgerufen. Tas auffällige Bestreben Bnlguricns, den Abschluß des Friedens zu beschleunigen, l/errscht auch heute vor.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Tas Rcutersche Bureau meldet aus Sofia : Der M i nifterrat hält eine besondere Sitzung ab, um die türkische Mitteilung zu beraten. Es ist wenig wahrscheinlich, daß die Feindseligkeiten sofort wieder aufgcnomwen werden. Nach gcw-issen Andeutungen wird Bulgarien eine versöhnliche Haltung einnehmen und die ursprünglichen W a f f e n st i l l st a n d s b e d i n gu n g e n a b ä n • dern.
Konstantinopel, 22 Nov. „Saba h" sagt bei der Besprechung der Friedensvcrhandlungen.
Vor allem müssen die vier Balkanstaateti dem Prin-ip der Aufrechterhaltung b/t*r Türkei als europäische Balkan macht zustimmen. Bei Zulassung dieses Prinzips gelangen die Verhandlungen leicht zum Abschluß. Wir wünschen den Frieden, jedoch dürfen die Opfer, Die von uns verlangt werden, nicht unsere Lebeits- intcressen preisgcben. - - In der Sofienmoschee sind immer noch mehr als '2000 Flüchtlinge, Verwundete und Kranke
Präsident Danew, der Gehilfe des Generalissimus, Sawow, und der Ehcf des Generalstabs, Fitschew, wurden von Bulgarien mit den W a f f e n st i l l st a n d s v e r h a n d l u n g e n betraut und reifen unverzüglich nach Tsck;ataldscha ab, um sich mit den türkischen Delegierten zu besprechen.
Die griechische Regierung hat ihren ^'sandten in Sofia, Panas, und, den Militärattache Frantzis, der sich gegenwärtig int bulgarischen Hauptquartier befindet, zu Delegierten für den Abschluß des Waffenstillstandes bestimmt. Serbien und Montenegro werden sich durch Bulgarien vertreten lassen.
?ldrra gönnen und erleichtern möchten Tas tun die Sozial temokratcn, deren große Friedensversammlungen nur rnien schlecht durchdachten politischen Zweck H it en: Laßt bk verbündeten Balkanstaaten machen was sie wollen, w i r »ollen damit in Frieden gelassen werden. Früher hat bk Sozialdemokratie öfter die internationale Oü'rechtig- l'it im Munde geführt und gegen manckierlei Gräuel und Verletzung der Menschenrechte protestiert, denn sie wollte ja die internationale Aufsicht sichren und dem nationalen Egoismus, wo er sich agressiv breit mache, mit allen Rcit- tfln zu Leibe gehen. So muß man sich denn heute natürlich darüber wundern, daß die serbischen Eroberer die sozial- beinokratischen Sympathien genießen und daß die inler- 1 ationale Polizei so duldsam gegen die Balkand)auvinistcn i t Serbien ist eine Monarchie, und Herr Pasitsch unb die Leute um ihn — eingefleischte nationale Militaristen — tue eben für beit Zulunftsstaat nicht bie kleinste Münze beisteuern Zubem ist es heute eine erwiesene Tatsache, baß bie Belgraber Politik in Albanien bie Ausrottung der fcpi Hgen Bevölkerung erstrebt. In wem lochte es nicht l or Heißenr Zorn, wenn er die wenig bezwcifelbaren Berichte cfanitter Persönlichkeiten las, wonach serbische Generale Ibanische Gefangene in Reih unb Glieb antreten ließen, um bann bie Wehrlosen mit Maschinengewehren nieber- üallen zu lassen? Was ber Belgrader amt.ichc Telegraph in die Welt schickte, klang ime eine dreiste Bestätigung ter Angaben, daß auch Frauen unb Siinber bent gcwalt- simen Massenmord überliefert worden seien. Gewiß, dieser Krieg hat entsetzliche Leiden und Vernichtungen über die S.'kcnschhcit gebracht, und man kann sich kaum bie Qualen vergegenwärtigen, die ber Anblick ber Schlachtselber bei l'Uele-Burgas unb Tschatalbscha jcbcm menschlich Empfin- beubfu verursack>en mußte. Mer das alles ist doch noch nichts gegen den gemeinen, planmäßig verübten Masscn- iirarb gegen Wehrlose, rote er in Albanien vorgekommen ist In Preußen ereifern sich die angeblichen Verfechter t-»r Menschenrechte gegen die zwangsmäßige Enteignung polnischer Gutsherren, bie aber dock; nicht bariu besteht, daß man bie Besitzer ohne Entschädigung von Haus und Lwf treibt. Nun — die Serben betreiben eine ganz eigne,
konnte ohne EIchütterung die Be>
In foldyn Versen hat Grillparzer, ber grüßte Verehrer, der lintbecker des „Phönix von Spanieu" für Deulsckland, Love de r3tga gefeiert. Er hat diesen spanischsten aller Poeten imicrcr । Literatur erst cigcntlid) g-eidKult, hat itni unter uns beim idi ge lacht unb uinlndi in seinem eigenen Schaffen ein Mutter aub lestellt, wie cm Gronn sich einem Größeren Inngcben kann, ohne l’idi ihm ganz zu ergeben. Auf immer steht für uns Die meutere unb zartere, menschlich, zeitlidi und räumlich fo viel naher genickte Gestalt des Wiener Meisters neben der stolzen, m md- .idier Glut unb Leidenschaft leudiivuben Ersdxnnung des .vibalgo, mb wir gedenken bantbar der unermüblichen Arbeit unb Be Eerung, bie Grillvaizer baran g-noanit hat, dies ratulteile .Wunder der Natur" und der Dia rung uns begreiflich unb wert hu madk'n 'btit dem Spanier Augustin Duran zusammen bat : Sdwvier ber „Jüdin von Tolesv" jene Lovo Renaißance
kiaufgciübrt, bie seinen Lanbslenten ihren lange nergenenen nähten Dramatiker wieder gab und ihn in der Geidnckte der ü' .ltlileratur den Genien eines Stekespeare, Moliere und Ld;iller


