der Nähe von Abrianopel eine halbe bulgarische Schwadron gefangen genommen haben.
TaS Eisenbahnunglück in der Türkei.
K o n st a n t i n o v e l, 23. Cft. Ter Zusarnmenftoß der Militärzüge auf der Linie Smyrna — Stibin bei brr Station Azizia würbe durch den Bruch einer Kuppelung verursacht. Tie Lokomonve blieb im Tunnel liehen, während der Zug bis zum Bahnhof von Azizia hrnunterrollte, wo er mit «nem anderen fahrenden Militärzug zufamwenniest. Mehrere Waggons wurden zertrümmert. Tie Zabl der Toren ober Verletzten wird auf 200 brs 300 gesetzt. Tie Regierung, die einen böswilligen Anschlag vermutet, hat an alle Eisenbahngesellscha'ten ein Zirkulär gerichtet, worin sie diese auffordcrt, das Personal der Militärzüge zu überwachen.
Sine griechische Ziegesnachricht.
Athen, 23. Okt. Ter Kronprinz, der Oberbefehls Haber der griechischen Truppen, meldete heute früh telegraphisch, daß der Feind in einer Stärke von 22 Bataillonen und 6 Batterien besiegt und zum Rückzüge aus Sers,die gezwungen worden sei. Die allgemeine Verfolgung ist befohlen worden.
Die Aussichten der Montenegriner vor Skutari.
Podgoritza, 23. Ott. Tie Operationen vor dem Berge Tomrosch sind auch heute fortgesetzt worden. Tie Türken befinden sich in ungünstiger Lage, da sie von mehreren Seiten umstellt sind. Tie Nachricht, daß. die Türken in Skutari 20000 Mann zusammengezogen hätten, bestätigt sich nicht.
Das „Derl. Taaebl." meldet aus Rom: Laut Meldungen aus montenegrinischer Quelle haben die Montenegriner heute das Bombardement v-on Skutari ausgenommen. Die aus Türken und Albanesen bestehende Garnison ist zum äußersten Widerstand entschlossen. Nach einer anderen Meldung versagen die montenegrinischen Lazarette vollkommen. Viele Verwundete sterben infolgedessen an Brand.
Nach einer Meldung aus Skutari erklärte der Generalgouverneur dem Erzbischof Seaeggi, er werde die türkischen Geschütze auch auf die christlichen Viertel richten lassen, falls die mit den Montenegrinern verbündeten Malissoren an dem Sturm auf Skutari teilnehmen. Der Erzbischof erwiderte, er habe keinen Einfluß mehr auf die Malissoren. Tatsächlich zeigten sich diese bereits vor den Toren der Stadt, wurden aber durch Geschützfeuer vertrieben.
Nach einer Meldung aus Saloniki werden die Kä m p f e vor Gu finje fortgeführt. Alle Stürme der Mon- tenegrrner wurden abgeschlagen, während Gusinje von den Montenegrinern bereits als erobert bezeichnet worden ist. Die Position der türkischen Truppen in und um Skutari soll fast uneinnehmbar sein.
Das Borrücken der Serben.
Branja, 23. Oft. Die Serben sind gestern nachmittag umi 4 Uhr nach heftigem Kamps in Pristina eingerückt.
Dazu wird noch amtlich aus Belgrad, gemeldet, daß die dritte serbische Armee am Dienstag abend trotz heftigen Widerstandes der Türken Pristina, und die erste Armee das zwischen Egripalanka und Kirmanovo gelegene Stratschin genommen haben.
Belgrad, 33. Okt. freute nachmittag ist der zweite Sanitätszug aus N i sch mit 110 Verwundeten hier eingetroffen. — Nach Privatmeldungen ist am Iavor ein türkisches Bataillon gefangen genommen worden, ferner soll Novi- bajar von bei, Serben eingenommen worden sein. Aus Branja wirb gemelbet, baß sich bie türkischen Truppen aus Kumanovo zurückziehen unb südlich ber Stabt Stellungen beziehen. Ter Einmarsch ber Serben in Kumanvvo stehe unmittelbar bevor.
Der Balkankrieg und die deutsche Industrie.
Infolge der ttiegerischen Ereignisse auf dem Balkan stehen einigen deutschen Industrien, in erster Reihe selbstverständlich der Waffenindustrie, größere Aufträge in Ausficht. In Bezug auf Munition dürsten die Ansprüche der Türkei fogar sehr dringend sein, da ihre Munitionsreserven infolge des italienisci>-türkischen Krieges stark geliästet wurden. Während der Dauer des Krieges konnten sie nicht ergänzt werden, da ein Transport mit Rücksicht auf das Völkerrecht nur auf dem Seewege in Frage kommt, dieser sich aber verbot, so lange von der italienischen Flotte (Gefahr drohte. In dem jetzigen Krieg fällt dieser Grund iveg, da, wie daS framb. Fremdenbl. meint, die türkische Flotte immerhin stark genug ist, um Waffen- und MunitionstrcnrsPorte vor feindlichen lleberfälken zu sichern. Da die türkische Armee mit Mauser- gewehren ausgerüstet ist, so tommt eine andere Wimition als diejenige, dw die Deutsche Muninons- und Waffensabnk herstellt, nicht in Frage. Auch die deutsche Sprengstoffindustrie dürste durch die. kriegerischen Vorgänge in Anspruch genommen werden, friermit im Zusammenhang steht das Interesse, daS die Spekulation den betreffenden Werten an der Berliner Börse entgegengebracht hat. Schließlich nimmt man auch in den Kreisen der heimischen Konserveninduftrie an, daß die kriegführenden Staaten bald genötigt sein werden, auf das Llusland, und in erster Reihe auch auf die deutschen Fabriken, xurückzugreifen, nnb man verspricht sich daraus größere Vorteile.
Das Älinta des orientalischen Kriegsschauplatzes.
Auch in der modernen Kriegsführung spielen Wind und Wetter bekanntlich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Widrige WetkerverhälMisse, insbesondere große Kälte und tiefe Schneedecke können die militärischen Operationen für längere Zeit lahm legen Das Klima der Balkanftaaten ist, wie gezeigt werden soll, im allgemeinen der Kriegsführnng günstig. Auf einen marinen Herbst folgt ein nur im Norden mäßig kalter, im Süden an der griechischen Grenze sehr milder Winter. Die Winter- wärme nimmt im Balkan sehr rasch in südlicher Richtung unb mit Annäherung an das Schwarze Meer zu, fo daß sich auf kurze Ent fernungen große klimatische Gegensätze herausbilden. Tas Klima ist hoher auf den verschiedenen in Betracht kommenden Kriegsschauplätzen ein verschiedenes, am wärm ft e n an der griechischen Grenze Tie (Gegensätze sprechen sich deutlich in den Mittel- temperaturen des kältesten Monats, des Januars, aus. So hat Phil.ippopel etwa 0 Grad Ianuarwärme wie Berkin, wäd- renb Konstantinopel bereits 6 Grad Wärme auwei«, also von einem sehr ivarmen Januar beglückt nrirb. Noch höher steigt die Winterwärme in S ü d Griechenland Tie Nordwinde, bie aus dem russischen Hochdruckgebiet weben, sind eben nur im Norden in Bulgarien und Serbien »och verhältnismäßig kalt und erwärmen sich rasch an dell warmen griechisch türkischen (bewässern und dem Schwarzen Meere. Das Tal der M a r i tz a zwischen bem Ebobza da lkan und dem Rhodopegebirge kann als Grenze des nördlichen Frostgebiet.'s im Januar angesehen werden Nördlich von dieser Linie herricbcn o st deutsche Klimaperhaltnisse. mirio mehr, ic weiter man sich norbwirls wendcl. Charakteristrsch für dre Balkannaaten ist der warme Herbst, der bie kriegerischen DNranonen sehr begünstigt. Im mittleren Maritzatale bettagen d« Novembertemperaturen noch 7 Grab und erst im Januar unb Februar sinkt bie Temperatur unter ben Gefrierpunkt Ställe» »enoben von 10—20 Grab Kälte, wie gelegentlich in Mntek- bcuttcblanb, kommen an bei bulgariidy-iurfudint Grenze, bat <vd)ivar;emeer gebiet ausgenommen, vor. lieber das Klima an ber 'Nischen Grenze liegen nur wenige m-teoro- logüäre Beodachuingen vor Ter Winter kann m ber Gegend ■ nrilb bezeichnet werben. Ter Zanuar bat
eine MitteUnnperatur von etwa 5 Grad Wärme Doch kann aus natunsweiie lelbii bic mittlere Mvnatstemverarur auf 0 Gr inken nne un wahre 1900 Xie liefficin biefer Gegend beobachtete Tempera tut betrug - 9 Grad (Januar 1905 Ter Winter ist sehr naß oo Velen un November 1693 672 Millimeter Regen, also mehr
als in dem mitteldeutschen Flachland im ganzen IaHr. Tasur ist dort ber Sommer sehr trocken. Auch Schnee kann am S k u t a r i- s e c gelegentlich fallen. So hatte bas Jahr 1892 14, 1902 unb 1904 je 1, 1905 0 Schneelage. Größer wirb bie Din ter kälte in Eetinje, ber Haupttstadt Montenegros, in einer Seehöhe von 665 Meter. Tie tief ft? dort im Januar beobachtete Temperatur betrug — 14 Grad. Noch 'ratter wird das Gebirge. Daher dürsten tue schwer ytgänglid.cn und rauhen Karsttlächen der Schwarzen Berge der modernen Kriegsführung erhebliche Schwierigkeiten bereiten und dem ev. Vordringen der Türken halt gebieten. Tatsächlich ist ja auch Montenegro das einzige Land auf der Balkan valbinsel, das seither den Türken gegenüber immer seine Selbständigkeit gewahrt hat.
In nördlicher und nordöstlicher Richtung von Montenegro nimmt die Wintertemperatur weiter ab. Es sollen die Verhältnisse von Uesküb -245 Meter) betrachtet werden, das etroa die gleiche geographische Breite wie Skutari bat, aber weiter im Inneren des Landes, im türkischen Gebiet gelegen ist. frier ist der warme Herbst und der rasche Ueb^rgang zum Winter besonders bemerkenswert. Wahrend der Oktober noch eine Mittellemperatur von 14 Grad Wärme lat, erreich: der November nur noch (5 Grad, der Dezember nur 1 (>'<rab. Iw Januar sinkt die Mittel tempera tu r unter den Gesrierpunkl bis etwa 1*2 Grad Kalte. Auch der Februar ist noch verhältnismäßig kühl. Gelegentlich formen die Temperaturen unter dem Einflul; scharfer Nordosvmnde sehr tief sinken. So wurden im Januar 1893 — 25,8 Grad Kälte.beobachtet. Dabei erreicht in diesem Gebiet die Sommerhitze gelegentlich 39 Grad > August 1801-. Schneefall tritt an durchschnittlich 13 Tagen im Mittel ein, die sich auf die Monate lNovember üis März verteilen. Der Winter ist reich an starken Nordweftwinden, aber verhältnismäßig trocken. Nordwärts nach der serbischen Grenze nimmt die Wnueriülte zu.
Alles in allem bietet der Balkan auch einer win t er l i chen Kriegsführung feine besonderen S chw i e ri g k e i - t en, der Herb st ist dazu die ide al e Jahreszeit, wenn die 'Ernte eingebradst ist.
Aus Stadt und Land.
Gienen, 24. Oktober 1912.
* * Tagesfalender für Donnerstag, 24. Okt : Frauen- v o r t rag des Rnturheilvereins Gießen von Frl. Paeßler » Berlin. Abends 8% Uhr in Steins (Saiten.
K o l o n i a l - G e in ä l d e - A u s st e l l u n a im Turmhaus am Braud unb im oberen Saale des neuen Schlosses. Täglich bis 25. Oktober von 11—1 und 2—4 Uhr.
'* In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. der ordentl. Profeftor Dr. Laqueur von der Landesuniversität Gießen und Pfarrer Schaad von Klein-Karben.
' Ordensverleihungen. AuS Anlaß des Geburtstages der Deutschen Kaiserin hat der König von Preußen die Rote Kreuz-Medaille dritter Klasse dem Kaufmann Joh. Schmitz m Alzey, dem Kaufmann Eng. Schneider in Worms, dem Sanitätsrat Dr. Friebr. Maurer in Darmstadt und dem StlftSdechanten Klingelhöffer in Lich verliehen
• • Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde ber Lehrer Gustav Weiffenbach zu Mainz- Kastel auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß bas Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Gerichtspersonalien. Ter Großherzog hat den Aktuar bei dem Amtsgericht Reinheim Gg. N e u n o b e l, zurzeit in Groß-Gerau, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, den Aktuar bei dem Amtsgericht Lampertheim Daniel Iull - mann, zurzeit in Reinheim, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Reinheim, den Aktuar bei dem Amtsgericht Altenstadt Adolf Bodenfohn, zurzeit in Lampertheim, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lampertl-eim, den Aktuar bei bem Amtsgericht Laubach Wilh. Steller, zurzeit in Altenstadt, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Altenstadt ernannt, sowie den Aktuar bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Wilh. Schell unter Anerkennung ferner langjährigen treuen Dienste auf sein Nachsuchen bis zur Wieder- berftettung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• • Aprrl-Einjährige. Am 1. April 1913 können bei nachstehenden Regimentern der 25. Division Einjährig- Freiwillige eingestellt werden: Wie im Vorjahre beim Leib- garde-Jnfanterie-Regiment Nr. 115, beim Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 und neu beim Jnf.- Leibregnnent Großherzogin Nr. 117 in Mainz; bei Regiment Nr. 115 und 116 indes nur Studierende der Technischen Hochschule Darmstadt, bezw. der Universität Gießen.
" Sta dttheater. In der morgigen Abonnementsvorstellung wird Grillparzers c bea" zum ersten Male im neuen Haus gegeben. Die Besetzung, bie sorgfältige Vorbereitung unter Leitung des Oberregifseurs DworkowSki, sowie die Mitwirkung des BerlinerGastes in derTitelrolle versprechen eine intereffonte Vorstellung.
** Kriegerverein. In der Monatsversmnmlnng, die am Dienstag im Vereinslokal statt sanb, hielt Lehrer i. P. Volk einen interessanten Vortrag über das Thema: Deutschland vor 100 Jahren Herr Volk, der als Wanderredner in den Hassiavereinen eine bekannte Per- fönfidtfeit ist, wohnt jetzt in Gießen und hat sich dem Kriegerverein angeschtofsen.
L e i ch e n l ä n d u n g. An der Klärbeckenanlage wurde gestern abend eine männlich e Leiche aus der Lahn ge- ländet. Sie wurde als die des Arbeiters Wörner von hier sestgestellt. W., der kränklich und ohne Arbeit war, hatte sich gestern aus seiner Wohnung entfernt, ohne seiner Familie eine auf Selbstmord zielende Andeutung gemacht zu haben. Sem krankhafter Zustaub hatte ihm das Leben verleidet.
Landkreis Gießen.
□ Heuchelheim, 24 £tr Gestern nachmittag streß aut der Krersstraße Rodheim—Gießen ein hiesiges Fuhr- werk mit einem Automobil zusammen. Die Insassen des Fuhrwerks wurden verletzt, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Tas Auto blieb unbeschädigt.
X Reiskirchen, 23. Ott. Die Ausdehnung imfercS orfeS in der Nähe des Bahnhofes nimmt ständig »lL e0 im Lause dieses Sommer- dort wieder vier neue Häuser gebaut worden.
Kreis Alsfeld.
x2 Sladkvorftandsfitzllng.
Amo^nnd Burgermeiibr Lr Bölsnig als Bors., Beigwrdnetn l- ^^Vorstandsmitglieder. Ter Borfitzende gab der Finanzen bekanm. monach
r Rathaus mir insgesamt 12 000 Mark etwa em Lrittcl der Baukoiten, btc am bie Denkmal^pfleqe ennallen, betr^en wll. Ter Finanzausschuß ha: lnerzu an geregt, eine Bewrechung mit bem Großb. Baurat Paul ftatt- nnden zu lauen, und dabei z, trorTm., in Welcher frühe etwa em ^taatszu,chutz zur Wiederherilcttung der Walpurgiskrrch? in
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Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen.
Gießen, 23. Oft.
Anwesend: Geheim erat Dr. Nsinger als Vorsitzender, drei ordentliche Mitglieder und ein Ersatzmitglied. Beginn 2» « llhr, Ende 5 Uhr.
1. Aufnahme des Beigeordneten Alles in 4.orhcimin b i c Fürsorgekasse für Kommunal- veamte. z,er Bürgermeister ber Gemeinde Dorheim ist schon int Drei Jahren vom Amte suspendiert unb ber Beigeordnete «ueä versieht seit dieser Zeit die Bürgermeistereigeschätte gegen die zuständige Vergütung. Er hatte Antrag auf Ausnahme in bie Furiorgekasse gestellt, diese hatte aber die Aufnahme ab- rmefmt, weil bie Versetzung der fraglichen Geschäsle nicht dauernd ftattnnbe; leben Tag könne entweder der alle Bürgermeister 6,16"Oe in fein Amt zurückketzren oder ein neuer Bürgermeister gemahtt werden. Demgegenüber machte ber 23eigeorbncte geltend, bic Vertretung fei als dauernd anzusehen; sie währe vielleicht
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BetrackK kommen tonnte. — Zu dem G e s u ch des Volkskindergartens um Erhöhung des städtischen Zu- s ch u s s e s Tür die zu erridwtnbe, dringend notwendig gewordene 2. Abteilung, wird entsprechend dem Vorschlag des Finanzausschusses beschlossen, mit Rücksicht aus bie Notwenbigkeit der Er. r.ck-tung dex 2. Abteilung den städtischen Zuschuß um latzrlich 400 Mark zu erheben unb zwar mit Wirkung von ber Eröffnung bet neuen Abteilung an. — Ter evangelische Kirchenporftanb hgr * zu bem Beschluß bes Stabworstanbes, wonach ber Bürgerm^l'irr nnb die Mitglieder Bücking unb Eder bem zu bildenden gemein- schaftlickien Bauanssdwß bei Diederheritellung der WalpurgiS- 1 kirche ernannt worden waren, mitgeteitt, daß er diesem Vorfaüag nur bann zustimmen tonne, wenn drei der evangelischen Konstssion angehorige Mitglieder ernannt würden, frerr Bücking erklärt nach Bekanntgabe vorstehender Mitteilung seine Ablehnung, frerr f Eder dagegen tritt nicht zurück, erklärt vielmehr, daß es sich um 1 Bausaä«n bandele, wobei die Religion eines Mitgliedes des Aus- schusses nicht in Betracht komme. Nach einer lebhaften Aussprache " fand folgender Antrag des Herrn Bücking '^Innabme: Die irnt« scheidung über die Bildung der gemeiniLaftlichen Baukommifsion wird ausgesetzt bis zur Vorlage eines Gutachtens an den Ge. meinbtral über die Rechtsverhältnisfe zwisdvn Stadt unb Kirche auf Grund des Edikts vom 6. Juni 1832 unb bes Gesetzes, ben. bas Eigentum an Kirchen imb Pfarrhäusern, vom 6. August 1912. Tas Gutachten sott der Bürgermeister ausarbeüen. — Entsprechend dem Vorschläge des Bauausschusses wird weiter beschlossen, ben Bürgersteig in der unteren Fuldergasse vom MülKgraben ab auf bie linke Seite, entlang ber LehLmutzte, weicerzusühren. De Grenz- unb Eigentumsverhältnisse an dem Gerbtzause bes Sil- Helm Hahn I. sollen durch das Kreisvermepungsantt untersucht und seftgeftellt werden. — Ein Gesuch wegen frerfteflmuT einer (itniriebigung wird nach den Vorfchlägen des Bauausschusses genehmigt. — In nict>lösfentlicher Sitzung wurde ber Vorsäftag des Kuratoriums der höheren Bürger-Mädck-en «Schnle bezüglich Gewährung einer Vergütung an Pfarrer Dr. Becker für Erteilung von Religionsunterricht an dieser Anstalt, genehmigt. — Weiter wurde noch bie Einreibung der städtischen Beamten und Bediensteten in die am 1. April 1913 in Kraft tretende neue Gehaltsordnung angenommen.
Kreis Lauterbach.
~ Schlitz, 23. Okt. Durch bie Anlage des Bahnkörpers der neuen Nebenbahnstrecke Schlitz-Niederaula muß das Flußbett der Schlitz zwischen I>ier und früh- borf auf einer größeren Strecke verlegt werden. Das Flüßchen macht an der Stelle mehrere weit ausholende Krümmungen, die infolge des gehemmten Laufes bei frod^ wasser sehr oft lleberschwemmungen auf weite Strecken herbeifiU)ren, weshalb eine Gefährdung der Bahnanlagen gefürchtet nrirb. Der neue projektierte Lauf ber 2.bi 15 wird alle Krümmungen beseitigen, wodurch das Wasser schneller abfließen kann und Ueberschwemmungen, bei denen der Ort frutzdorf oft sehr hart mitgenommen wurde, künftig ausgeschlossen sein sollen. Tas alte Flußbett soll zur Auf. nähme des .Hochwassers bestehen bleiben unb für gewöhnlich als Fischteich dienen.
Kreis Schotten.
△ Vom Vogelsberg, 23. Okt Gestern und heute nackt fiel Schnee. Tie Poft kündete durch ihre Schneedecke auf benr Verdeck den Talorten, daß oben der Wim er sich angemeldet lai. Ter Winter käme jetzt unteren Landwirten viel zu früh. Nock ist nicht einmal die Komsaat beendigt, noch weniger die Dei;>ii beftellung. Auch sind bie frackgewächfe noch nicht alle heimgebrackt. Tann warten noch bie Stoppelfelber auf bas Umstürzen Dos Regenivetter im August unb September hat bie Landleut.- einni ganzen Monat zurückgeworsen. Tas neuerdings auftretenbe Regen- Wetter hemmt bie Vornahme ber verspäteten Felbbeftellung.
Starkenburg und Rheinhessen.
d. Mainz, 23. Ott. Einem hiesigen Wirte war vor einiger Zeit auf der elettrischen Straßenbahn von einem Kellner das Portemonnaie mit einem größeren Geldbeträge aus der Tasche gestohlen worden. Ter Dieb wurde einige Tage später festgenommen und bei ihm von dem Gelbeneck. 27 Mk. beschlagnahmt. Nach der Verurteilung des Tiebet machte der Wirt eine Eingabe an. die Staatsanwaltschaft wegen Herausgabe des beschlagnahmten Geldes. Er erhull jetzt die Antwort, daß die 27 Mk. für Selbstbeköstigung des Kellners in der Untersuchungshaft verwendet worden seien. Der Bestohlene will weitere Schritte zur Erlangung der 27 Mk. tun.
Hefsen-Nafsau.
[] Marburg, 22. Okt. Erne gestern abend im Hotel Freibhof abgehattene öffentliche Bürgerversammlnng beschäf. tigte sich unter anberern auch mit der Frage der Fleisch, teuerung. Von verschiedenen Rednern wurde bezweifelt, daß daS fremde Gefrierflelsch hier Abnahme finden würde, denn hier herrschten bezüglich deS Fleischhandels eigenartige Verhältnisse. ES werde fast nur Ware erster Qualität ver- langt und auf diese Bezeichnung könne das Gefrierfleisch keinen Anspruch machen. Schließlich wurde befchloffen, bei Stadt den Seefischverkaus nahezulegen.
O Weilburg, 23. Okt. Die' an der Franksurter Straße (Weilburg.Usingen) unweit Möttau gelegene Wut- schast „3 um EinhauS" nebst 40 Morgen Land ging zum Preise von 70 000 Mark an Bürgermeister Hardt in Möttau über.
X Meerholz, 23. Ott. Gestern nachmittag fand hier die Beisetzung der Gräfin-Mutter Agnes ju Dsenburg und Büdingen -MeerHolz, Prinzessin -u Psenburg und Bübingen, statt. Zuerst wurde in der Schloß-- hrdje, wo ber Sarg unter reichen Kranzspenben aufgebahrt war, eine Trauerfeier abgehalten. Nach dem Gesang ber Gemeinde unb des Meerholzer Kirchenchores hielt Pfarrer Kohlenbusch auf Grund des von der Verstorbenen bestimmten Textes (Sol. 1, 16 die Trauerrede. Von der Kirche bewegte stch der stattliche Trauerzug nach dem Friedhöfe ber Gemeinde, wo die Leiche in dem Erbbegräbnis des Gräflichen Hauses lmter Gebet und Gesang beigesetzt wurde.
X Hanau, 23. Okt. In der Platinschmelze W. E. HeraeuS ist man größeren Platin die bstä h len auf bie opur gekommen, was zur Verhastung zweier Arbeiter geführt hat. Als Hehler ist ein'Metzgergeselle in Haft genommen worden.


