Schiffahrt gunfiigere Angebote möglich sind. Unbedingt notwendig ist die Lahnkanalisierung, wenn Mosel und Saar kanalisiert werden, was wob! als sicher anzusehen ist. Aach die Steinindustrie. namentlich die Basaltbrüche des Westenwaldes, würde von der Lahnkanalisation sehr viele Vorteile erhalten und es würden dann -rann Teil die Sclstiden der Steinindustrie, die haavtsächlich durch den scharfen schwedischen Wettbewerb bedingt sind, behoben werden können. Auch die Landwirtschaft hat an der Lahnkanalii'alion grobes Interesse. Tie Bwölkerungszunahme im mittleren und unteren Bahngebiet ist sehr gering, so daß geradezu eine 9lb- wanderung vom flachen Lande vorliegt. Ties ist auf das Darniederliegen der Stein- und Bergwerksindustrie zurückMührcn, deren Förderung würde das Absatzgebiet der Landwirtschaft wesentlich. vergröbern. Auch manche andere Vorteile würde die Lano- wirtschaft von der Lahnkanalisation haben. Industrie und Land- wirtschait seien in gleicher Weise an der Laynkanalisation interessiert und die Rentabilität der Kanalisation sei sicher zu erwarten.
Geheimerat Prof. F la m m - Eharlottenburg sprach übw b->n zweckmässigen Typ eines Motorschifics für den Verkehr auf der kanalisierten Lahn und den angrenzenden Wasserstrassen. Es müßte bei der Konstruktion des zukünftigen Lahnschisfes Aruptsäch- lich daraus Rücksicht genommen werden, daß für die Lahn mit 3 ,50 Meter Tiefgang und für den Rhein mit 1,83 Meter Tiefgang gerechnet werden müßte. Das Schiss wird gleichmäßig 44 Meter lang sein. Das Deplacement wird int ganzen 283 Tonnen und nach Abzug des Gewichts der Maschinen 223 Tonnen auf der Lahn betragen, für den Rhein dagegc.t 347 be.w. 281 Tonnen. Es ist ein Mast vorgesehen. Für die Erlangung der vorge'ehenen Geschwindigkeit sind 2 Verbrenmtngs-Motore von je 20 Pferde frästen gut ausreichend, die mit 2 Schrauben versehen sein sollen. Die das Deck überragenden G genslände, Ruder, Mast usw. müssen zum Umlegen eingerichtet fein. An Hand von Lichtbildern erläuterte der Vortragende dann die Einzelheiten der Sckiffskon- strnktion. Tie vorgesehenen Motore wiegen 6 Tonnen und kosten etwas über 12 000 Mark. Die eingelaufenen Vorschläge wegen der anzuwendenden Motore wie der Schiffe überhaupt zeigen die Möglichkeit der Durchführung des Projektes.
Die Kostheimer Schleuse. __
Rach einer kurzen Aussprache dankte der Vorsitzende Ge- heimerat Flamme den beiden Rednern, worauf Handelskainmer- svndikus Tr. Trumpler -Frankfurt über die unzureichenden Betriebsverhältnisse an der Kostheimer Schleuse (der Einfahrt in den Main) sprach. Durch die bestehende Tiefendifferenz von 35 Zentimeter werde die Mainschifsahrt erheblich geschädigt, da die Schiffe bei der Einfahrt in den Main um 100—200 Tonnen leichtern müssen. Er treten dadurch außer der Frachtverteuerung Qualitätsminderungen und Verzögerungen ein. Es ist soweit gekommen, daß die Schiffer sich teilweise schon weigern, in den kanalisierten Main einzufahren. Ter Schaden beträgt für die Schissahrt mindestens 150 000 Mark und für den Frankfurter Handel 600 000 Mark. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten steht auf dem Standpunkt, daß die Tiefe der Kostheimer Schleuse ausreichend sei. Die Schwierigkeiten entständen daraus, daß die Fahrwassertiefe im Nheingau zu groß sei. Dies ist nach Ansicht des Redners nicht zutreffend. Nach dem Gesetz könne sich die Regierung dem Umbau der Kostheimer Schleuse nicht entziehen. Sie wolle aber die Sacke mit der Vertiefung der Rheintiefe von St. Goar bis zur Mainmündung, also mit dem Schiffahrtsabgabengesetz, verquicken, während es sich doch dabei darum handle, den bestehenden Zustand ztt erhallen. Der bloße Umbau der bisherigen Schleuse sei unwirtschaftlich, man müsse dazu kommen, neben der jetzigen eine neue Schleuse zu errichten, die 1,23 Meter tiefer gelegt toerben müsse als b:c jetzige. Der Redner beantragt, bei dem Minister der öf c.ttnck n Arbeitet dahin dringende Vorstellungen zu erbeben, daß die gänzlich unhaltbaren Verhältnisse an der Kostheimer Schleus: so rasch als möglich beseitigt werben. Von dem Vertreter der Dandelskammer Würzburg wird dieser Antrag im Interesse der bayrischen Schiffahrt lebhaft unterstützt und darauf hittgewiesen, daß auch die übrigen Mainschleusen verbesserungsbedürftig seien. Tie Fortführung der Mainkanalisation habe so lange Feinen Zweck, als an der Mainmündung eine Barre den Verkehr aus dem Rhin abschließe. Auch der Geschäftsführer des Vereins der Rh'insckiffahrtsinteressenten schließt sich den Klagen über die Unzulänglichkeit der Kostheimer Schleuse an und wünscht, daß die Sache im preußischen Landtag bei der Voranschlagsberatung zur Sprache gebracht wirb.
Der Antrag wegen der Kostheimer Schleuse wird einstimmig angenommen.
Der preußische Wassergesetzentwurf.
Stadtrat S a h m - Magdeburg berichtete bann über bas neue preußische Wassergesetz, namen'lich über die die Schifffahrt betreffenden Bestimmungen. Der Gesetzen'wurf bedarf nach Ansicht des Redners trotz vielfacher, der Schiffahrt günstigen Bestimmungen, vieler Ergänzungen, um die Rechte der Schiffahrt sicherzustellen. Besonders muß das Hafenrecht in dem Gesetz geregelt werben. Gegen die Ausdehnung des Notwegerechts auf die Verbindung mit Wasserstraßen hat der Redner erhebliche Bedenken, da hierdurch die Ufergriindstücke, besonders die Häfen, sehr entwertet werden. In der Besprechung über diesen Gegenstand wird von den Interessenten des Dorttnund-Ems-Kanals gerügt, daß in dem Gesetz versucht wird, den Kanal zu einem Stichkanal des Rheitr-Weser-Kanals zu stempeln, da hierdurch nur beabsickstigt sein könne, die Privatschleppschiffahrt auf dem Tortmund-Ems-Kanals zugunsten des staatlichen Schleppmono- pols zu verhindern. Weiler wirb vom Lanbtagsabg. Bäumer als bedenklich bezeichnet, baß btc Kreisausschüsse in bem Gesetz als Instanz angeführt sind, hierfür müsse überall der Bezirksausschuß eingesetzt werden. Das schwerste Bedenken aegen das Gesetz sei aber, daß als letzte Instanz der Landwirtschaftsminister lalso Partei und Richter in einer Person) gelte, während vom Minister für Handel nnb Gewerbe überhairpt keine Rede in dem Gesetz sei. Er könne den Schiffahrtsinteressenten nur zurufen: „Achtung, das Gesetz enthält Fußangeln!" (Lebh. Zustimmung.)
An die Tagung schloß sich ein gemeinsames Essen int Gesellschaftshaus, während am Abend die Vorstellung im Stadttheater besucht Wurde.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 24 Januar 1912.
** Hessische Vereinigung für Volkskunde. Im großen Hörsaal der Universität sprach T<r. mcb. Martin (Bad- Nauheim) über „Deutsches Badewesen in vergangenen Jahren". Ein reiches Bildermaterial, zumeist Vignetten aus alten Schriften, Werke der deutschen Kleinkunst von kulturhistorischem Wert, veranschaulichte die interessanten Ausführungen, die etwa mit dem Jahre 100 v. Ehr. einsetzten. In seinem Buche „Germania" berichtet Tacitus, daß die Germanen nach einem langen Schlaf ein Schwitzbad nahmen, das aber wahrscheinlich ein Hriß- lustbad gewesen ist. Zur Karolingerzeit kamen warme Wasser- bäder in Gebrauch, doch nur bei den Vornehmen und zum Vergnügen. Eine solche Badeeinrichtttng besaß, wie dies sicher nach- gewtesen ist, das aus jener Zeit ftanimenbe Kloster St. Gallen in der Schweiz. Als Badefässer dienten ausgestanzte mächtige Eichbäume. Eine allgemein geübte Sitte jener Zeit bestand darin, dem Gaste ein Willkommenbad herzurichten, durch das er sich von dem Scknnutz der Reise reinigen konnte. Noch während des Bades nrnrbc dem Ankömmling zur leiblichen Stärkung der Willkommenstrunk gereidyt. Zur Zeit der Meistersinger begegnet man dem Singbad, bei dem nicht bloß gereimt und „gesungen", sondern auch tüästig gegessen nnb getrunken wurde. 'Tie Zeche zahlte der mit bem Kranz geehrte .Handwerksmeister. Maibäber, WalpurgiSnachtbäder und Johannisbäder hielt man für besonders heilkräftig. Während reiche Leute sich eigene Bade- stuben Herrichten ließen, wie eine solckye im Augsburger Fuggerpalast vorhanden war, legten manche Städte Volksbcwer an, anfangs ungedeckte Räume, später kleine leichtgebaute Bretterhauschen, die der allgemeinen Beitutzung zugänglich waren. Durch einen Trompetenstoß zeigte man au, daß das Bad geh.'izt war. Tann strömte die Menge hin, badete, legte sick aut die Schwitzbänte, schlug fick) mit Birken- und Eichenzweigen nnb benuyre biete Gelegenheit wohl auch, um sich zur A.der- oder schröpfen zu lassen.
In welcher unsinnigen Weise mitunter darauf losgeschröpft wurde, zeigt ein Ausspruch eines Zeitgenossen, wonack in dem Städtchen Baden in der Schtveiz das Blut der Geschröpften reicklicker geflossen sei, als das Wasser in den Badezellen. Tie Volksbäder erhielten den ersten Stoß durch den Mangel an Platz; m manchen Plätzen verbot man sie und besonders das Schröpfen, weil dadurch ansteckende Krankheiten übertragen wurden. Ter 30 jährige Krieg gab den Badestuben den Rest, nach ihm erhielt itd) _ nur das Schröpfen, das in der Regel mit einem warmen Fußbad ver- ounden war. Anfangs des 19. Jahrhunderts verpflanzten sich Die Bade- und Waschanstalten von England Hw über Deutschland. Seitdem hat man den hohen Wert des Badens immer mehr ein gesehen und allenthalben Badeanstalten und Volksbäder cinge- cichtet. Tas Heilbad dachte man sich anfangs nur als Dauerbad Zwei- und mehrstündige Bäder, bis zu 8 Stunden sogar, waren nichts Seltenes. Man suchte dadurch einen Badeausschlag zu erzeugen, mit dessen Verschwinden eine vollständig neue gesunde Haut entllanben sei. Solche Dauerbäder sollten auch vorbeugend wirken, also vor Krankheiten schützen. Anfangs badete man gemeinschaftlich, bann entstanden Badehütten, zuletzt Bcckchäuser. Tie in der zweiten Hälfte d?s 18. Jahrhunderts durch Rousseau und andere aevredigle Rückkehr zur Natur hatte die Anwendung bes Falten Wasserhettnerfahrcns zur Folge, zuerst in der Schweiz Dann durch den Schlesier Prießnitz, besonders ausgebildet. Neben Fluß- und Seebädern haben sich in letzterer Zett besonders die Soolbäder entwickelt. Den sehr beifällig aufgenommenen Aus- cklhrungen folgte ein Vortrag des Privoivozenten 'Tr. Rauch- Gießen, der zunächst Grundritz und photographische Ansichten eines freigelegten Karolingerbades in Nieder-Ingelheim vorlegte und erklärte, sodann das Wesen des Deutschen Holzfachwerkbaues Durch Zeichnungen an der Tafel anschaulich machte. Ter Haupt- zweck semeS Vortrages bestand iedoch darin, das in dein klassischen Land des Fachwerkes, in Oberhessen stehende Pfqrrhuus von Großen-Linden, einer Besprechung zu unterziehen. Nach seiner Ansicht wurde es etwa ums Jahr 1450, in der Blütezeit Deutscher Baukunst, errichtet und verdient nicht bloß als Zeuge Deutscher Bauweise, sondern als wirklich hervorragendes Bauwerk der Schonung und Wiederherstellung in seiner ehemaligen Ausführung. Er erbat sich von den Anwesenden die Zustimmung zur Absendung einer Entschließung an den Kirchen- und Stadtvorstand Großen-Ltttdens des Inhalts, das Pfarrhaus, als hervorragendes Denkmal hessisch-deutsckser Kunst, das auch hohen materiellen Wert besäße, nicht bloß zu erhalten, sondern dieses Wahrzeichen einer vergangenen Zeit nach den Pläneit des Baumeisters Walbe-Tarmstadt völlig wiederherstellen zu wollen. Auch ihm wurde wohlverdienter Beifall zu teil.
** Artillerieverein. Am vergangenen Samstag beging der Artillerieverein in der Ttirnballe am Oswalds, garten sein diesjähriges Winterfest, oerbunöcii mit bet Feier des Geburtstages des Kaisers. Die Beteiligung hieran ieitens der Militärbehörden, der Gießenör Milttäroereine nnb Der Bürgerschaft war überaus groß; noch vor Beginn des Progranims war der Fensaal überfüllt. Privatbozent Lt. der Nes. Tr. Beschke eröffnete die Feier mit der Begrüßung Der Erschienenen. Er gedachte sodann unseres Kaisers, bei am 27. Januar l. Js. seinen 53. Geburtstag begehe, und brgchte ein Hoch auf Se. Majestät aus. Ter Bezirksvorsteher Der Kriegerkameradschaft Hassia, Herr Lehrer Ta ab, Lollar, iprach seine Freude darüber aus, daß die Beziehtingeu bei Gießener sDhlitärbehörben ztl den Milltäroerelnen, besondets zu dem Arttllerieverein, so gute seien. Ein sorgfältig zu- sammengeflelltes, erstklassiges Programm, das in feinem musikalischen Telle von der beliebten Kapelle des Artillerie- Regiments Nr. 61, in seinem übrigen Teile von Mitgliedern Des hiesigen Stadttheaters und von Vereinsmitglicdern erledigt wurde, sorgte für angenehme, frohe Stunden. Em Ball hielt die Feflteiluehmer bis zum Morgen zusammen.
•• Kunftverein. Der Sonderausflellung des Berliner Malers Martin Brandenburg, die sich eines guten Besuches zu erfreuen hat, »vurde noch ein weiteres Bild dieses Künstlers übergeben, Verkaust wurde die Buntfliftzeichnung „Der Wind und die Blätter", welche in hiesigen Prioatbesitz übergeht.
Kreis Lauterbach.
~ Dirlammen, 22. Jan. Als sich der Diensiknecht eines hiesigen Lanbwirts dieser Tage mit seinem Fuhrwerk vom Felde aus dem Heimwege befand, scheuten die Pferde und jagten mit dem Fuhrwerk dem Orte zu. Beim Passieren Der Brücke über das sogen. Brennerwasser sprangen die Pferde über das Geländer und fielen in den ^gefrorenen Bach, wobei sich das eine Pferd schwere Verletzungen zuzog. "Auch der Tienilkuecht, der ein Stück geschleift wurde uud bann unter die Räder kam, trug erhebliche Verletzungen davon. Das Herausschaffen der Pferde aus dem Bach war infolge der glatten Eisdecke und der hohen Ufer sehr schwierig; sie mußten eine Strecke in dem Bachbett transportiert werben, ehe eS gelang, sie an bas Land zu bringen.
Gerichtssaal.
— Münfter i. Wests., 20. Jan. Tie Borkener Räuber vor Gericht. Unter großem Andrange raub vor bem hiesigen Lckwurgericktt die Verhandlung geaeu Die vier Bewobner der Borkener Räuberhöhle fiatt. beten Verbrechcrtalen monatelang bie Umgenenb in weitem Umkreise aufa schwerste beuntuhigt hatten. Tie Festnahme bet Verb»ecktet eifolgtc, wie damals mUgeteilt, am II. November v. I., nachdem sie durch eiaene Unvoisittmakcu ihren Lckluvswmkel verraten hatten. Sie hatten sich eine 'DtcrgelDÖhle, die weit ob von jeder menschlichen Wotmu q lag, ziemlich häuslich eingerichtet; beim Hetannahen der kalten Jahreszeit wollten sie die Hoble durch Auspolstern mit Stroh wärmer machen. Lte stahlen habet einem Bauern mehrere Bunde Stroh und schleppten diese in einer NackU nach der Höhle. ^llS der Baiier am 'Dlorgen seinen Berlusi beinerkie, ging er den Strohlonren noch und Iah am Gin- aann der Höhle mehrere verdächtige Gestalten stehen. Er bcnacb- itchiiate Sofort’, die Gendarmerie und der Wachtmeister Tilgner beanb sich in Begleitung eines weiteren Beamten nach der bezeichneten Stelle. Ter Wachtmeister forberte die Insassen der Höhle au1, beroudjufommen, und als das nicht geschab, betrat er selbst die Höhle, die sich ziemlich 12 'Dieter weit in die Erde hinein erstreckte. Tobet erhielt er einen Schaß in die Brust, der ibn fünf Wachen aufs Krankenlager warf; noch beute ist die Wunde nicht völlig verteilt. Mil Hil'e berbeiaeeilter Bauern gelang es schließlich, die Höhlenbewohner z>i überwältigen. Es waren der Schneider Alerauder Stadikowitz. sein Bruder, der Fiilirmanit Anion Staöl- kow'itz, ß wie die Arbeiter Willich und Korzeniewrki Im allgemeinen fiiid die Angeklagten qeftänbig und buten um mildernde Umstände. Noch dem^Svruch der (9ekbroorenen verurteilte der Gerichtshof Aleraiider Stadtkowitz ztt zehn Jahren, die übrigen drei Aiigekiaaten z»» je fünfzehn Jaluen Zuchthaus. f)lußerdem wurden iämtücbcn Angeklagten die Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt unb die Zulässiakeit der Stelluna unter Polizeiaufsicht ausgewrochen. Tie Räuberhöhle soll zugeschnttet werben.
Lu-tschiffahrt.
Les Angeles, 23. Jan. Bei bem gestrigen internationalen Tßettflieaen ist Mister Rutherford Fage, ein reicher Amateur, aus einer Höbe von ö<) Bieter a b g e ft ü r z t. Er war sofort t o t.
vermischter.
* Unterrichtskurse in h nabenfcanbarbeit unb Werkunterricht für 1912. Der Deutsche Verein für Knabenhandarbeit versendet soeben das Programm des
deutschen Lehrerseminars zu Leipzig über die Abhaltung technischer Knrse und Kurse für den Werkunterricht. Die Kurse beginnen am 2. Juli. Zu den technischen Kursen treten zwei zeitlich getrennt liegende Kurse zur Ausbildung im Wertttnterricht von je etwa vierwöchiger Dauer, die am 27. Februar und am 15. Juli beginnen.
* Ein Wahlgeschäft. Ein armer Teufel, der weniger wegen der Not der Zeit als wegen seines Mangels an Intelligenz häufig genug zu den Arbeitslosen geirrte, sollte am Wahltag von einem Gönner, der Mi.glied be<- Wahlkomitees war, Gelegenheit bekommen, sick etwas zu verdienen. Man stellte ihn also vor ein Wahllokal unb gab ihm einen großen Packen Stimmzettel des befreundeten Kandidaten zur Verteilung an die Aus- und ^Eingehenden und schärfte ihm, wie man glaubte, die Socke gründlich ein. Als nach zwei Stundm fein Gönner^ ihn aufsuchte, um sich von der Erfüllung des Auftrages zu über zeugen, fand er seinen Mann vergnügt ohne Zettel dastehen. Sehr erstaunt über die jetzt schon so lebhafte Wahl- Beteiligung, fragte er ihn, ob er schon alle Zettel verteilt habe. „Ich hatte es gar nicht nötig," war die erfreute Antwort seines Schützlings, „einer hat sie mir alle auf einmal für 3 Mark abgekauft."
* Diebstahl an drahtloserTelegraphie. Die Fortschritte der drahtlosen Telegraphie und ihrer Aus- Nutzung haben in Frankreich die Notwendigkeit eines neuen Gesetzes zur Folge gehabt, das die unberechtigte Benutzung dieser neuesten Errungenschaft der Technik verhindert. Seit einigen Monaten werden vom Eiffelturm durch die Herz- scheu Wellen zweimal am Tage genaue Zeitsignale au?, gefanbt, bie auf hoher See von denen, die eine genaue Be- jtimmung ihres Längengrades machen, zu einer richtigen Zeitbestimmung benutzt werden können. Einige unternehm menbe Personen, vor allem Uhrmacher, find nun auf die Idee gekommen, daß es für jedermann leicht ist, diese Signale mit Hilfe eines ziemlich letcht zu bauenden Apparates auf- 5Ufanden. Um diesen 'Mißbrauch zu steuern, ist daher ein gesetzliches Verbot der unberechtigten Benutzung der Zett- ftgnale ergangen. Wenn man daran denkt, meint dazu das Athenäum, daß die britischen Poftbeh-örden eine beträchtliche Summe für die Lieferung der Zeitsignale von Greenwich zahlen müssen, so kann man verstehen, daß man sich gegen den Mißbrauch zu wehren sucht; aber »vie das gefe^ liche Verbot durchgeführt werden soll, das kann man sich nur sehr schwer vorstellen.
* Ein Untergrundkanal. Ein eigenartiger Plan eines Kanalbaues erregt in der Neuyorker Jngenieurwelt lebhaftes Interesse: die Stadt Jamaika auf Brookltm bei Neuyork soll durch einen Kanal mit der Flushingbai verbunden werden unb man will dabei eine Wasserstraße schaffen, auf der Lastkähne bis zu 1000 Tons Größe verkehren können. Bei der Ausarbeitung des Planes stellte es sich heraus, daß ein offener Kanal unerschwingliche Kosten verursachen würde, weil die Bodenpreise abnorm hoch sind und weil man eine ungewöhnlich große Anzahl von Brücken bauen müßte, um die zahlreichen Straßen und Chausseen über den Kanal zu führen. Der neue Plan sieht nun einen Kanal vor, der streckenweise unterirdisch geführt wird, also einen Untergrundkanal. Ter Tunnel wird eine Breite von 60 Fuß haben, so daß zwei Lastkähne aneinander parieren können; (hie Wölbung über dem Wasserspiegel, also der Freie Raum von der Hochwassermarke bis zum oberen Rande des Tunnels, ist auf 45 Fuß bemessen. Die Kosten des eigenartigen Projektes sind von den Fachleuten auf runb 48 Millionen Mark geschäht worden, während die Anlage eines gewöhnlichen Kanals so teuer sein würde, daß die Rentabilität des Unternehmens von vornherein audge- schlossen wäre. (?)
Märkte.
fc. Frankfurt a. M. Sck weinemarktberich t vom 24. Ja^ 'Hufoetüeben waren 2006 Schweine. Voll fleischige Schweine uon 80 bis 100 ks- Lebenbflewicht 4-.00—50.00 Alk., Scklocktaen i^c 61.00-63.00 Alk., vollfleisckigo Sckweine unter 80 kg L'ebenbgerokf): 47.o0-5U.0U Alk., Schlachtgewicht 60- 63.' 0 Alk.: vollfleilckige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 49.00—51.00. Alk, Schlachtgewicht 62—63.00 Alk.: vollfleisckige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 49.5«>—51.00 Mk., Schlachtgewicht 6>.00—63 Alk. Geschellt mittelmäßig, bleibt Ueberftanb.
M- - ' ' - " C 1 1 1*1
Metrorologische Beobachtungen der Station Gießen.
»ochste Temperatur am 22. bis 23. Januar — 4- 4,6 * J. Niedrigste , . 22. , 23. , - -f- 08 *0,
t>liederichlaq: 4 4 mm.
Jan.
1912
Barometer aut o® reduziert
Xenipeiauir i der Lnft H
Absolute |i fteuchtiateti V
Relative II Feuchtigkeit [
6imi(pu -Quifiß
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23
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3,3
56
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24.
42 8
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