Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten.
ißuni
nen
tjlei[d)prei|e m Gies»
Dl.
;r Teil.
ß des Rcicbstagcs dorn 17. Mai zu dieser ^rane be- unn genommen, und ick kann meinerseits aus seine
ist 2 der !
W 5 ,
v. Bulach namens der Regierung folgende Erklärung ab: Tie Aenderung des Bersassunasgeseves vom .31. Mai 1911, die die beiden Anträge fcmufo und Peirotes -um (Gegenstand baden.
Line neue Reise yaldanes nach Berlin.
Wie die Londoner Blätter melden fuhr x rie g s mitt ist er Haldane am Dienstag abend nach Berlin imb wird dort 10 bis 12 Tage in rein privaten Angelegenheiten verweilen.
Wie der Berliner „Lokalanzeiger" an „unterrichteter Stelle" hört, ist die Lermutung der Londoner „Evening News", daß auch bei der diesmaligen Deutschlandsreise Lord Haldanes die privaten Vorwände später lvieder fallen gelassen werden würden, unrichtig. Ter englische Kiiegs- mimftcr habe die Absicht, wie schon öfter, seinen Frühlingsurlaub im Schwarzwald zuzubringen.
teil. , M t . Mkereiverwaller Roben i» Kreis Kirchhain, eine
Aeußcrungen verweisen. Wenn das am 1. September in Kraft getretene Benassungsgescst auck nicht den cntgüttigen Abschluß der staatsrechtlichen Gestaltung Elsaß-Lothringcns bedeutet, so erscheint es doch ausgeschlossen, daß die Reicks- gesetzgebung in der näckstcn Zeit Schritte unternimmt, oder daß die elsaß-lothringische Regierung tn der nächsten Zeit^bah'ir eintritt, an den Grundlagen der Verfassung, im Sinne der vorliegenden Anträge Aenderungen vorzunehmen. Tie elsaß-lothringische Regierung hält es im Interesse einer gesunden Entwicklung des öffentlichen Lebens für dringend nötig, das; de ml Lande Zeil gelassen wird, sich ruhig und friedlich m die neue Verfassung einzuleben.
Weiter sprachen noch namens ihrer Parteien die Abgg. Donncvcrt (Sib.) und Zimmer (Lothringer), die den beiden Anträgen beipflichtetcn. Diese wurden schließlich
adle der Reicksgcsetzgcbung. Ter Herr Reichskanzler hat in
minderte Bcleuchtungsessektc, regelte die Tempi. . . o, cs loax, prachtvoll! Einen erfindungsreicheren, genialeren Regisseur hat cs nie gegeben.
Natürlich konnte mein kühnes Unterlängen nicht verborgen bleiben, und man hat lange geforscht, um meine Helfershelfer vors Brett zu bekommen. Wagner selbst soll über meine jour> naliitifdjc J^inbigteü herzlich gelacht und immer wieder gerufen haben: „So ein Kerl! So cm versluchter Merl!" Und als tr ein paar Tage später aus dem Rennweg mit Liszt an mir vorbei- fuhr, da drohte er mir zu; aber es war ein gütiges und verzeihendes Trotzen.
Rom, 21. Mai. Der König stellte dem Ministerpräsidenten 1 00 000 Franks für die von der türkische Regierung ausgewiesenen Italiener zur Verfügung.
Rom, 21. Mai Admiral Biale meldet durch Funkspruch von Bord des Schlachtschiffes „Vitorio Emanuelo": Gestern früh erschien das Schlachtschiff „Napoli" vor der Insel Kos. Ter Kaimakam, die Gendarmerie und die türkischen Zivilbehörden ergaben sich.
Die „Agenzia Stefans" meldet aus Tobruk: Der Hanpt- teil des neuen am Meer gelegenen Forts ist fertig- ge st eilt, die Artillerie ist aufgestellt. Tas Fort erhielt eine dauernde Besatzung.
einstimmig angenommen.
Im Verlauf der Nachmittagssipung in der Zweiten Kammer wurde ein Antrag auf Schaffung eigener Landesfarben angenommen und einem zwölfaliedrigcn Ausschuß überwiesen. Tann wurde ein Antrag der Liberalen, Demokraten, des Zentrums und der Lothringer angenommen, die Regierung wolle sich für die Begnadigung der Leute verwenden, die bis 1890 wegen flucht oder Verletzung der Wehrpflicht bestraft worden sind. Staatssekretär Zorn von Bu-
Deutsche» Reich.
Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Dienstag bei der zweiten '-Beratung des Gesetzentwurfs zur
Kg. 90-98
7, . 88-92 ,
7. . 70-90 ,
nachrichten.
ingegailgen.)
)r|. . ...
Öanbroirt Philipp Rahm. -
— Der Entdecker des Südpols, Amundsen, ist am Dienstag in Montevideo eiiigetronen. Er wurde bei seiner Landung im Namen des Präsidenten von einem Mitglied der Regierung begrüßt und von zahlreichen Beamten und der Volksmenge gefeiert.
— Ter wahre Geburtsort von Eolumbus. Seit einiger Zeit bereits wird Genua der Ruhm bestritten, Christoph Eolumbus als seinen größten Lohn verehren zu dürfen. Ter spanische Eolumbus-Forscher Garcia de la Rtega, der sich seit Dielen Jahren mit dem Studium des Lebens des großen Entdeckers beschäftigt und besonders eingehende Studien über ieinen Wo iiurtsort gemacht Hai, tritt nun mit dem überraschenden Ergebnis seiner Forschungen hervor, nach dem Eolumbus sicherlich nicht in Genua geboren ist. Wie Riega in der Zeitung El Eorreo Gullegv müteilt, in er im Besitz von Tokumenten, die zweifellos beweisen, daß Eolumbus in Porto Santo, einem kleinen Tori bet_JWabriD, geboren wurde. Tiefe Behauptung des angesehenen Forschers, der irüber hohe Staatsstellungen in Span.en eingenommen hat, wird gewiß angefochten werden, aber ;eden- salls eine neue Behandlung Der Frage in Fluß bringen.
* Einen Tunnel dura; den Kaukasus von 23* 2 km Länge plant die russische Regierung zwisci .u Wlapi- kawias und Tiflis. Um von Wladikawkas na chTiflis, die in der Luftlinie nur 200 km voneinander entfernt find, zu kommen, muß man heute, an Der tafpifchcn ... :c von Kaukasien herum, insgesamt eine Strecke von mehr als 1500 km fahren. Nack) Der „Umschau" würde escr Tunnel der größte der Welt sein; der Limplontunnel ist nicht ganz 20 km lang.
l a ch gab die Erklärung ab, daß sich vom Standpunkt der militärischen Disziplin gegen die allgemeine Amnestie der Fahnenflüchtigen, gegen welche gerichtliche Untersuchung cm- gelcitet sei, Bedenken geltend machten. Wenn auch für die vor 1870 Geborenen mildere Gründe angeführt werden könnten. Bei den Refraktären aus dieser Zeit kämen nur noch wenige Fälle in Frage, bereit Strafe noch nicht verbüßt ober erlasjen sei und bei ben anbereit würbe jeber Fall mit weitestem Wohlwollen behanbelt.
Angenommen würbe bann ber Antrag bes Lothringer Blocks auf Aufhebung ber Strafb stimm ungen für aufrührerische Zeichen unb Rufe, welches Gesetz ber Abg. Weber als „ständig die Ruhe der Bevölkerung störend" lennzeichnete. Unterstaatsselretär Mandel erklärte, baß die Regierung zum Schutz des öffentlichen Ledens nicht darauf verzichten kann.
Der italienisch-türkische Krieg.
Ter Friede in Sicht?
Die „Deutsche Tagesztg." meldet aus Konstantinopel: Nach zuverlässigen Mitteilungen haben die Mächte der italienischen Regierung geraten, alle Truppen aus Tripolis zurückzuztehen und sich mit den bereits besetzten Küstenplätzen zu begnügen. Italien soll den Vorschlag angenommen haben. Auch die Türkei ist geneigt, auf dieser Grundlage, zu der die Idee von Frhrn. v. Marschall ausgegangen sein soll, die Friedensverhandlungen auszunehmen.
Tie Ausweisung der Italiener.
Konstantinopel, 21. Mai. Der „Sabah" zufolge wird der Beschluß betreffs Ausweisung aller Italiener tatsächlich damit begründet, daß die Italiener die Zivilbeamten von Rhodos entgegen dem Völkerrecht als Kriegsgefangene erklärt und nach Italien gebracht haben, und außerdem damit, daß die Besetzung von Rhodos, welche auf den Ausgang des Krieges keinen Einfluß haben werde, den Haß gegen die Italiener noch mehr aufgestachelt habe. — Tie „Jem Ga- zetta" äußert sich beifällig zu dem Ausweifungsbefchluß.
unb trotzdem unaufhörlich Kontrollbeamte wie Spürhunbe herum- schnuppenen, war es mir doch vergönnt, mich der tiefen Weihe dieser wundervollen Stunden ungeftört hingeben zu können.
Außer mir befanden sich im Zuschauerraum nur noch drei Personen: in der ersten Parkettreihe, von einer kleinen, grän- besctzirmtcn Lampe beschattet, sah ich zunächst das weltbekannte, scharfgezcichnete Profil von Lifzt mit Dem lang herabwallenDcn schneeweißen X?aar, neben ihm Frau Coiinia, beiDc vertieft in den vor ihnen aui'gcfck.lagenen Klavierauszug und — Richard Wagner. Wagner hatte fick, um bequemer zur Bühne gelangen zu können, auf Der rechten Parkettfeite eine Brücke bauen lassen, auf welcher der quecksilberne Mann in Den Pausen zahllose Male mit Dem bctcnDcn Schritt eines Jünglings hin- unD herlief, Anweisungen eruilenD, Fragen beantworten!) uno mit Den Seinigen ölauDctno. Ich Harle ihn oft gesehen, harte mehrere Male in Atünchen unD Banremh mit ihm gesprochen, aber niemals war es mir so ausgefallen, wie gctaDv hier. Daß seine Erscheinung seinen Riefenwerten Nicki entsprach. JBofcl verriet Der merkwürDige Kopf mit Der l-ervorfpringenDen Surn, hinter Der eine Welt erhabenster Gedanken lag, ungeheure Willenskraft und unbeugsame Energie, aber seine winzige Gestalt glich nicht der Vorstellung, die man sich wohl von dem Schöpfer dieser Götter und Heldm machte. Tas rot'Cidene Taschentuch wenn ich mich nicht irre, schnupstc er stark, das neugierig aus Der Tasche seines lurzen Jacketts hcrvorlugl.'. Die weiße Weste, Die große Krawatte, Der ungestärkte HemDkragen, die fchteckrnkonDcn Hellen Vosen: all Das hätte vielmehr aus einen kleinen deutschen Professor schließen lasten, als auf diesen himmelstürmenden, alle Hindernisse überwindenden Revolutionär, der unsterbliche Weisen gelungen! Tazu sein unverfälschtes Säck fisch, dieser unmewbioie Stngiang, den er sich bis an iem Ende nid: abgewöhnen konnte, obwohl er den größten Teil seines Lebens außer Laib feines Vaterlandes zugeb rächt hatte . . Aber all diese keinen zuerst ein bißchen enttäuschenden Äeußerlichk.ilcn vergaß man vollständig, wenn man ihn am Werke tätig sah! Wie dieser Wunoermann, mit tciipicitojei Energie iorrerna;: Leiden überwindend, mit dem genialsten Sckariblia, der unglaublichsten Wandlungsfähiglcit, mit der wundervollsten Mimik, mit unermüdlickcr Geeuld und mit wärmster Herzlichkeit alle bezauberte ! Tie Glut, Die von ihm ausging, itromtc auf alle über unD erwärmte sie alle. Nickis, aber auch nicht das winzigste entging seinem Blick, mit hundert Augen sah er, mit hundert Ehren horte er; er verbesserte K.vswmfehler, verstärkte oder cer-
e.
^"tigern 93e*e, I ^uhnereiiil^I N Sluck lü-o tig., tzä.H I !f. KäfemaIle2Llück 6-6 & Hühner pc. ct, l,ou-i6(r- W niteu pc, St. 1,60-2,20 !»Ilefich pc. Pfd. 90-98 ;I liuWSO'fig, £drodi Ibfletjä) pc. Pjp, 88-92.
Kartoffeln pc. luu sig, ij ! lö bU 30 Psg^ jwiebdn x ’ W, Äeplel e rf 59-00 pec Zlc. 0-* Kirschen das Pfund 58-60 V;
vor Ser ersten Parsival-Ausführung.
Von Felix Philippi.*)
Ich war als Vertreter mehrerer Zeitungen in die Wagner stadt gereist und mit Recht dachte ick) es mir ganz außerordentlich intercfsani, Wagner bei den Proben zu sehen und zu schildern, unb verdammt verlockend dünkte es mich, diese Premiere meinen Lesern auszutischen! Sämtliche mir befreundete Künstler verdrillten fchaudernd ihr Haupt, als ich sic bat, mir den Eintritt zu verschaffen. Ta treffe ich nun eines Abends in der bekannten Angermaniischen Kneipe die Sänger Reichmann und Mikorey, beide aus München, beide mir befreundet und ivohlgcnnnt. '.Weine Silagen über den bisher ganz nutzlosen Aufenthalt rühren sie und erwecken ihre ycitcrteü schließlich in solchem Maße, daß Reick>- niann, endlich zum Verrat entschlossen, zu Mikorey lagt: „Ten müssen wir mitnehmen, koste es, was wolle!" Mikovey erklärte sich im Prinzip einverstanden, nur über die Ausführung Des Planes waren sich die Verbrecher nicht im tlarcn._Ta plötzlich entfaltet
Reichmann fein ungeahntes strategisches «rahmt; überdies war er ein echtes Berliner Kind mit einer tüchtigen Portion Mutterwitz. „Also," Hub er an, „die Geschichte geht nur zu machen, wenn wir noch zwei andere Hallunken, unsere beiden Garderobiers, rinweihen. Tie müssen morgen ein paar Minuteil nach Beginn der Probe, wenn das ganze Personal, Die —oliiten, Der Chor, die Inspizienten unD Arbeiter auf Der Bulne be'ck.ättigt und, Philippi in einem großen rtostümwafchkorb, nut ein paar Grals aittermänteln schon »ugeDcdt, beim Portier vorbei Durch Die Korn Lore bis zur Eingangstür, Die in den Zuickauerraum rührt, tragen. Tort ists stichdunkel. Dann soll er sich allein weitertappen'
Also an einem Samstag, dem 15. April 1882, tuns Minuten Aach fünf — ich folge Den Aufzeichnungen in mein.in 4.ag:bud) — war Der ewig historische Moment, in Dem ich genau nach Dem »genialen Reichmannscken Entwurs Durch Seylla und loharybdis 'endlich in Die Probe zum „Parsival" gelangtecö war Die Generalprobe vom ersten unD zweiten Akt in Kol tum za ick teuf Sck-ritr und Tritt böse Häscher witterte und über Di. v in ixm tiöllig ocrduiiketten Zuschauerraum nicht Bescheid wuizte, blieb "ch volle vier und eine halbe Stunde, von fünf bi» halb zehn, !)inter einer Paniere an der .Eingangsrüre unbeweglich flehen,
*) Aus dem Aufsätze Felix Philippi^ über die c r ft e 'Larsival - Aufführung zu Bayrculh <1^- ln Vel- -iagen u. Klasings Monatsheften.
Arolpreife i» Giexi Beißdrol 2 Stg. 62 V- 2chivarzbrol2rig.öl;.
zskoMission voin
NM» L*iC
BülLerine^
......
MK
^Jauein grober L lein,.
® 9KTOaqpn letntof n.uu® ttotiäb, 1 lotet- mehrm
9» Bilbutne Bright,!
ICinenS8r^bim te ehDa emtt MUion tz
Ä Percival".
Glaube und Öe’D1f*,/5 men" samslag, den - ,
Penedig.
ZUM Tode des Herzogs von Cumberland.
Prag, 21. Mai. Ter Herzog von E u rn b e r l a n d, der die Nachrichl von dem Tode des Prinzen Georg Wilhelm iu Tresden erhallen halte, ist heute mit der Herzogin und der Prinzessin Olga hier cingetroffen. Nach ihm traf Leutnant Pnnz Ernst August von Cumberland aus München hier ein. Erzherzogin Maria Anunziata stattete den FürsUichkeiten im volel einen Kondolenzbesuch ab. Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und der König von England haben Beileidstelegramme gesandt.
Gmunden, 21. Mai Ter Herzog und die verzogin von Cumberland treffen morgen in Gmunden ein, wo die Beisetzung des Prinzen in der hiesigen Familiengruft erfolgt. Tie ganze »labt ist schwarz beflaggt.
PrinzGeorg Wilhelm von Cumberlanb war ber älteste Sohn bes Herzogs Ernst August von Cumberland unD bannt der Enkel des letzten Königs von Hannover, 'Georgs V. Er war am 28. Oktober 1880 in Gmunden, Dem Orte, wo Die Familie Des Königs nach Dessen Thronentsetzung ihren itcinDigen Ausenthalt genommen hatte, geboren, stand also im 32. t!.bens- fahre. Er war unverheiratet und gehörte als öl‘lcrreid)i|d)cr .Hauptmann dem Infanterie-Regiment Ernst ‘jLuguft Herzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg Nr. 42 an, ohne in der Armee Dienste zu leisten. Außer ihm besitzt bei Herzog von Cumberlanb nur noch einen S o h n, den 24fahrigcn Prinzen Ernst August, ber als Leutnant im bayerischen Enicn Schweren Reiter-Regiment in München steht. Von Den Drei Töchtern bes Herzogs ist bie älteste, Prinzessin Marie Loursc, mit dem Prinzen Maxünilian von Baden, und die zweite, Prinzessin Alexandra, mit dem Großherzog von Mecklcnbm:g-Sck)werin ver mahlt, während die dritte, Prinzessin Olga, die im 28. Lebensjahre steht, noch unvermahlt ist.
Ter verstorbene Prinz Georg Wilhelm ist im politifdjen Leben niemals hervorgetreten, wenn sich auch die Hoffnungen der Welfen für die spatere Zeit auf ihn besonders stützen mußten. E-^ hieß, er sei kränklich und körperlich leidend, womit allerdings nicht im Einklang steht, daß er leidenschaftlicher Anhänger des Automobil- fports war, der ihm jetzt das Leben gekostet hat. Nunmehr wnd Prinz Ernst August, dessen Eintritt in das bayerische Heer im Juni 1908 so lebhaft erörtert wurde und einen der vielfach sich wiederholenden Anlässe bot zu Der Hoffnung, daß vnülid) eine „Versöhnung" des welfischen Königshauses mit Den bestehenden Zuständen stattfinden werde, die Zukunft der Welfen verkörpern.
Vieh und Frucht isch- und Brvlpreise at 1912.
Neuer aus der elsah-lothringischen Kammer.
Die elsaß-lothringifche Kammer hat am gestrigen Dienstag eine Art Antwort auf die bekannten Bemerkungen des Skaisers gegeben. Sie forderte nickt nur eine eigene Landesflagge, sondern will auch dem Reichstag vorschreibcn, daß eine Aufhebung oder Aenderung ber reichslänbifck>en Verfassung nur burck bie Lanbesgesetzgebung slatlsinben könne. Unter ihren Wünschen befinbet sich auch ber nach „Strafaufhebung für aufrührerische Ruse unb Zeichen". Der Staatssekretär Zorn v. Bulach war in ber Vertretung bes Regierungsstanbpunktes sehr milbe unb nachgiebig unb versicherte, bie zustänbigen Stellen bächten vorläufig nicht an Aufhebung ober Aenberung bet Verfassung. Trotzbem nahm bie Kammer bie erwähnten Anträge an Herrn v. Bethmann-Hollweg werben von ben Elsaß-Lothringern vermutlich noch manche Ueberraschungen kommen. Was wollen sie mit ber Aushebung ber Strafen für aufrührerische Ruse unb- Zeichen? Damit löirb bvch zweifellos nur ben beutsch-seinblichen Treibereien gebient, bie in ber Veran- staltung solcher Kunbgebungen bisher ja schon bas Mögliche geleistet I)aben. Dazu soll nun noch bie rotweiße Lanbesfarve kommen, für bie bie Elsaß-Lothringer früher bekanntlich schon mehrmals eingetreten sind. Ein Recht barauf besitzen sie keinesfalls. Ein fortschrittliches Blatt wie bie „Voss. Ztg." bezeichnet ben Antrag auf Selbstän- bigmachung bes Laubes als eine „Unverfrorenheit" unb schreibt zu ber Fvrberung ber eigenen Landesfarben weiter: „Kann ein „Reichsland" Bundesstaat fein? Nein! Elsaß- Lothringen ist „Reichsland", und wird es, wie der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg in seiner Rede vom Freitag erklärt hat, vorläufig noch bleiben. Als „Reichsland" steht Elsaß-Lothringen aber feine eigene Landesflagge zu, sondern es hat die Flagge dos „Reichs" — also Deutschland — zu führen, „dessen Land" es if| Und diese Flagge .st schwarz-weiß-rot."
Tas Maß der franzosenfreundlichen Anträge wurde voll gemacht durch den von der Kammer angenommenen Antrag auf Erlaß einer Amnestie für die bis zum Jahre 1890 wegen Fahnenflucht oder Verletzung der Wehrpflicht bestraften Elsaß-Lothringer. Es handelt sich hierbei uni Tausende von Wehrpflichtigen, die gleich nach 1870, weil sie sich in die Neuordnung der Verhältnisse nicht cinleben konnten, fahnenflüchtig geworden find unb feitbem zum größten Teil in Frankreich leben. Wir erhalten über bie benkwürbige Sitzung ber Kammer folgenben Bericht:
Straßburg, 21. Mai. In ber Zweiten elsaß-lothringischen Kammer kam heute nach mehreren Angelegenheiten interner Natur ein Antrag Hauß fZtx.) unb Gen. nebst einem ähnlich lautenben Antrag Bö hie (Soz.) unb Gen. zur Beratung bahingehenb, es sei in dem Verfassungsgesetz vom vorigen Jahre anstelle des Passus „das Versassungsgesetz kann nur durch Reichsgesetz aufgehoben oder geändert werden" folgende Fassung zu setzen: „kann nur durch Lande s g e s e tz geändert werden".
Nachdem die Abgg. Hau ß (Ztr.) und P e i r o t e s (Soz.) die Anträge ihrer Partei begründet und namentlich die Aenderung mit Nachdruck als den Wünschen des Landes und des elsaß-lothringischen Volkes bezeichnet hatten, daß ein Teil der Staatsgewalt, nämlich das Recht, diejenigen Männer zu berufen, die an der 2pitze der Landesverwaltung stehen Jollen, Dom Lande fclbft ausgeübt werden möchte und nicht durch Preußen, einem Staat, der „uns in politischen Singen so sehr wesensfremd ist", gab Staatssekretär Zorn
iachu^'
S«
Nr. 119 Erster Black 162. Jahrgang Mittwoch, 22. Mai (912
$<r ei«6«««r »»r-Y« ÄTHHV M Ä e, vi„»eret6:
«I4eint taglt», ouSer W W ▼ nwnaiii*75B|,®i«teI-
AH All f I
Xc/Ivflvllvl «lllvlUv 1
Yernspreck-Anschlüsse: NM ff Veranlworllich hir den
die Reaktion 112 politischen Teil: Aujmst
S» General-Anzeiger für Gbecheffen SfeS
Hofation$öni<f und Verlag der Brührfd)tn UniD..Bud). «nd Stcinöruderd R. fange. Bcöattion, Lrpedilian nnö Oruderch Schulftrntze 7. Ld-b'E d-n
bi» vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Heschäftzstelle vahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
zrMrter Staötfl)«»
LE jldi; .Taimhaujer. wr


