wieder zur Zentralstes, um von da seinen Weg aufs neue an- »«treten ...
Die Turbinen- und Pumpenanlage u,w. ist im Werre doppelt vorhanden, um, wie beim Dampfkessel, eine Reserve zu haben, damit der Betrieb keine Verzögerung erleidet.^Für den iZnll aber, daß durch irgend einen Umstand auf der Strecke, z. B. einen Rohrbruch, die Wasserzusührung nach Frankfurt a. M. unterbrochen werden muß, ist eine Dampfmaschine vorhanden, um unter allen Umständen die Kohlenbeschickung für den Tampskeisel aut- recht zu erhalten, und um Beleuchtung zu haben und die Werrstatt- maschinen treiben zu können.
Unter der Maschinenhalle befinden sich die Rohre, die den Wasserzusluß aus den Brunnen zum Pumpwerk und, die Zuführung des Wassers nach Frankfurt vermitteln. Es sind guy- eiserne Rohre von 70 Zentimeter Durchmesser, die durch Verschraubungen aneinander gefügt und in der gleichen Art und starke bis Vilbel liegen. Rur an besonders gefährdeten Stellen, z. B. unter Eisenbahnen, sind schmiedeeiserne Rohre zur Anwendung gekommen. Die Rohrleitung, die das Buderuswerk geliefert hat, erforderte allein für die Rohre 1500000 Mk.
Bevor das Wasser das Werk verläßt, wird es automatisch mittels eines in die Leitung eingebauten Wassermessers gemessen. Man konnte heute an dem Messer ablesen, daß seit der Betriebs- erüffnung bis heute 2 853 265 Kubikmeter gefördert sind. Tas geförderte Wasserguantum wird durch eine elektrisch arbeitende Uebertragung durch einen Registrie, avbarat in eine Tabelle eingetragen und an einer andern Stelle im Werk noch einmal fest- gestellt. Das von Frankfurt übernommene Quantum Wasser wird dann an der Landesgrenze noch einmal gemessen, so daß eine sichere Kontrolle gegeben ist. Ausgestellte Windkessel regeln den Zufluß zur Pumpanlage und den Abfluß in den Rohrkanal. Während ein Windkessel dazu dient, von dem zur Pumpe gehenden Wasser die Lust abzusaugen, dient die weitere gleiche Anlage dazu, die Stöße der Maschine anSzugleichen. Interessant sind bei der technisch vollkommen durchgefühtten Anlage die überall automatisch arbeitenden Kontrolleinrichtungen. DaS im Tampskessel täglich verfeuerte Kohlenguantum, die Temperatur des in den Dampfkessel gelangenden, vom Vorwärmer kommenden Wassers, dessen Quantum, die Arbeitsleistung der Turbine und des Pumpwerks ufro., alles wird selbständig kontrolliert und in jedem Augenblick durch Apparate registriert, so daß die Verwaltung in Gießen, der die Aufzeichnungen täglich zugehen, bis in das Kleinste hinein den Betrieb verfolgen kann. Die Brunnen haben bei dem jetzigen Betrieb einen Wasserstand von etwa 3 Meter unter der Erdoberfläche. Bisher hat sich bei dem Probc- betrieb ein Nachlassen der Ergiebigkeit nicht gezeigt. Die Brunnen sind etwa 30—50 Meter tief gebohrt und gehen in die aus Basalt bestehende Unterschicht des Bodens, aus der das frei zufließende Quellwasser kommt.
Außer dem 130 Morgen umfassenden Wiesengelände, das Eigentum der Provinz ist, hat man auf 50 Jahre 40—60 Morgen Graf Walderdorffsches Gelände, das zum Hofgut Graß gehört, gepachtet, um auf ihm die landwirtschaftl. Bewirtschaftung und die damit bedingte intensive Düngung in der Nachbarschaft der Quellen zu verhindern, da hierdurch die Quellen gefährdet werden könnten. Im übrigen ist man kürzlich dazu geschritten, für das Wasserwerk Inheiden einen Quellenschutzbezirk zu bilden.
Tas Werk, das einen Kohlenbedarf von täglich etwa 150 Zentnern hat, ist von der Station Trais--Horloff an die Gießen- Gelnhausener Eisenbahn mit einem eigenen Schienengleis an- geschlossen, das sich schon durch die Beförderung des Baumaterials, Maschinen usw. bezahlt gemacht hat. Für die Sicherheit der Zuführung des Wassers nach Frankfurt a. M. sind 1 Rohrmeister und 3 Streckenwärter tätig, die durch ein Streckentelephon untereinander verbunden sind und im Notfall das Wasserwerk direkt ober die Organe der Stadt Frankfurt a. M. benachrichtigen können.
Ter. Betrieb des Werkes ist überaus einfach und läßt sich mit wenigen Leuten durchführen. Außer dem Kessel- und Maschinenhaus ist noch ein WerkstattSbau errichtet, in dem auch Räume für den Maschinenmeister, die Maschinisten usw. sich befinden. Tie Kesselanlage ist von Arthur Rodberg-Tarmstadt geliefert. Ter maschinelle Teil des Werks rührt von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft Berlin her. Tie Maurer-, Zimmerer-, Schreiner- und Schlosserarbeiten usw. sind von Handwerkern der nächsten Ortschaften hergcstellt, sic lassen erkennen, daß auch das Handwerk auf dem Lande tüchtiges leisten kann. Das Werk ist entstanden, ohne daß dabei ein Unfall vorkam Es gereicht der Provinz zur Ehre, möge es allezeit auch zu ihrem Nutzen dienen.
Au» Stadt und (and.
Gießen, 20. März 1912.
" Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Freitag, 22. Marz, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt: 1. Dienst- cinführung und Verpflichtung des Beigeordneten Justizrat Grünewald. 2. Mitteilungen. 3. Baugesuch Ernst Krause für die Mühlstraße. 4. Einfriedigung und Errichtung einer Gartenhalle bei der Kinderklinik. 5. Ausbau der Lonystraße nächst der Gartenstraße. 6. Befestigung deS Platzes vor der Universitätsbibliothek. 7. Herstellungen in der oberen Frankfurter Straße. 8. Gesuch deS Moritz Kann wegen Versetzung der Einfriedigung der Hofreite West-Änlage 38. 9. Errichtung eines Denksteins in der Süd-Anlage. 10. Freigabe be6 OSwaldSgarten für Schaustellungen. 11. Vergrößerung der Abortanlage in der vormaligen Aktienbrauerei. 12. Nächtliche Bewachung deS MufeumS für Völkerkunde. 13. Beschaffung eines neuen Planschrankes für daS städtische Hoch- bauamt. 14. Verkauf von Schweineborsten auS dem Schlachthof. 15. Besetzung von Stellen mit Militäranwärtern. 16. Gesuch des Vereins Hundesport um Bewilligung von Ehrenpreisen. 17. Errichtung eines Dienstgebäudes für das Eichamt. 18. Gesuch des Christian Reiber um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Ecke SelterSweg und Lüwengaffe. 19. Desgleichen deS Christian Arnold im Hause Bahnhofstraße 31. 20. Desgleichen deS Philipp Hosinann im Hause Wetzsteingaffe 8.
Landkreis Giehen.
=” Heuchelheim, 18. März. Der Gesangverein .Teutonia-, der jetzt 60 Jahre besteht, veranstaltete am Sonntag abend im .Treppchen* unter Leitung fernes Diri. genten H. Fr. CurthS, sowie unter Mitwirkung deS Orchesters Weller-Gießen ein Konzert, das sich eines starken Besuchs er- freuen konnte. DaS gut zusammengesetzte Programm fand allgemeinen Beifall. Besonder« hervorzuheben sind die Chörc .DeS Kindes Sehnen* und .Der schönste Tob*, die so starken Beifall sanden, daß sie wiederholt werden mußten.
-- Mu sch en he im, 18. März. Gestern abend fand em Familienabend deS Kriegervereins im Saale des Gastwirts Roth statt. Ter Abend wurde durch die Weil'sche Kapelle mit einem Marsch eröffnet, wonach cn> Prolog gesprochen wurde. Vorsitzender Roth brachte ein Hoch auf den Kaiser auS. Lehrer Günther hielt eine.. Vorttag über die Fremdenlegion, der großen Beifall fand. ES folgten Borträge, Musik, Theaterstücke, welche alle flott vorgetragen und gespielt wurden. Auch auf den Großherzog wurde ein Hoch ausgebracht.
----- Dorf-Gill, 18. März. Die früheren Mitglieder des in den 70er Jahren gegründeten Männer-Gesang.
Vereins, der seit einer Reihe von Jahren einge^chlajen war, beschlossen, ihn wieder in Tätigkeit treten zu lassen. Es iu dieS die dritte Vereinigung unseres kleinen Dorfes, die sich die Pflege deS Gesanges zur Aufgabe gemacht hat. Seil einer Reihe von Jahren besteht hier ein gemischter Chor und im Winter ist ein Männerchor mS Leben gerufen worden. Beide psteqen hauptsächlich daS geistliche Lied, während der Männer-Gesangverein sein Hauptgewicht mehr auf daS Volks- lieb legen will.
/\ Grünberg, 18. März. Die amtliche Kon- ferenz der Lehrer des Bezirks Grünberg wurde unter dem Vorsitze des Professors Dr. AlleS in L a u t e r abgehalten. Lehrer Krödel hielt eine Musterlektion über .Das Rechnen in der einklassigen Schule*. Daran schloß sich ein Vortrag über .Tie Behandlung des Quadrats im Geometrteunlerricht". Ter Vorsitzende gab dann noch einige Mitteilungen und sprach über die Einführung von Zeichnen und Turnen in den Fort- bildungSschulen.
— Hungen, 18. März. Sonntag, 24. März, nach, mittags 21/, Uhr, findet hier in der Traube eine Versammlung deS Vereins Oberhessischer Schäfer statt. Ein Redner des Landwirtschaftskammer-AusschusseS in Gießen wird über die Schafzucht sprechen.
Hessen-Nassau.
F. C. Hanau, 18. März. Der Bischof von Fulda hat oers"gt, daß für daS gesamte Dekanat Hanau daS Fest Mariä Verkündigung (25. März) nicht mehr als gebotener kirchlicher Feiertag gelten soll.
w. Frankfurt a. M., 19. März. Heute nacht ver- suchten die in der Körnerstraße 18 wohnenden Eheleute Oberingenieur Karl Beyer ihrem Leben dadurch em Ende zu machen, indem sie über nacht die Gashähne im Schlaf- zimmer öffneten und anscheinend noch andere Mittel zu sich nahmen. Heute morgen gegen 4 Uhr wurden sie von der NettungSwache nach dem Krankenhaus Igebracht, woselbst sie noch nicht zum Bewußtsein gekommen sind.
Militärflugwesen.
ii.
In Frankreich haben im Jahre 1911 drei militärische Fliegerübungen ftattgefunben, eine solclje im Juni im Norden, eine weitere im August bei Verdun und eine dritte bei den großen Schluß- manövern bei Belsort. Die Ausrüstung der Flugzeuge und die den Führern gestellten Aufgaben waren durchaus kriegsmäßig. Wenn auch das Wetter im Jahre 1911 im allgemeinen günstig war und meistens große Fernsicht gestattete, so hatten die Flieger vielfach doch mit scharfen Stoßwinden bis zu 20 und mehr Sekundenmetergeschwindigkeiten und namentlich bei Belfott mit heftigen Vertikallustströmungen zu kämpfen, so daß die erzielten Leistungen umsomehr rückhaltlose Anerkennung verdienen. So haben z. B. die 5 Offiziere im Juni in den wenigen Tagen 4500 km Luftlinie zurückgelegt und ohne Unfall alle an sie gestellten Ausgaben erfüllt. Die Hebungen haben gezeigt, daß die Apparate in ihrer heutigen Verfassung kriegsmäßigen Ansprüchen genügen und daß nunmehr der Hauptwerk auf die Ausbildung des Menschenmaterials gelegt werden kann.
Die Hebungen bei Verdun bestanden in einem Scharfschießen des 5. Fußartillerie-Regiments unter kriegsmäßigen Verhältnissen. Das Schießen fand gegen verdeckt aufgestellte Zielbatterien statt und war lediglich auf Fliegermeldungen gestützt. Ter anfangs verwendete Fesselballon war nicht in der Sage, Meldungen zu geben. Eine Stunde nach dem Aufstieg der Flieger meldeten die 4 Offiziere übereinstimmend die genaue Stellung der feindlichen Artillerie, obwohl sie durch starke Böen gezwungen waren, bis auf 1200 m zu gehen. Hauptmann Lebeau hatte einen neuen von ihm konstruierten photographischen Apparat mitgenommen, der es gestattet, selbst bei 100 km Stundengeschwindigkeit aus Höhen von über 1000 m absolut scharfe Bilder auszunehmen. Es gelang ihm, ganz vorzügliche Aufnahmen zu liefern. Als am Nachmittag des 30. August das Scharfschießen begann, sollen nach französischen Berichten die Flieger außerordentlich gute Dienste geleistet haben, indem sie durch besonders vereinbarte Zeichen (Kreisbewegungen, Links- ober Rechtswendungen) das Einschießen per Batterie mittels Salven erleichtert hätten. Von deutscher Seite wird diesen Erkundungsflügen weniger Bedeutung bei- gemessen, weil die Verbindung der Flieger mit den Batterien, namentlich bei dem Auftreten größerer Artilleriemassen auf bedeutende Schwierigkeiten stoßen soll.
Tie Schlußübungen bei Belfort waren besonders interessant, einmal weil nicht weniger wie 26 Flieger (18 Offiziere und 8 zur Hebung einberufene Reservisten) daran teilnahmen und ferner, weil das Gelände außerordentliche Schwierigkeiten bot. Handelte es sich doch um den bekannten Vogeseneinschnitt, ein stark durchschnittenes Gelände, das hierdurch und durch die vielen Wälder und ausgedehnten Daumgruppen ein Landen auf weite Strecken unmöglich machte und dem Feinde einen außerordentlich guten Schutz bot. Es war das Gebiet, das durch die Kämpfe des Werderschen Korps mit der zum Ersatz heranrückenden Bour- bakischen Armee historische Bedeutung erlangt hat. Mit Ausnahme eines einzigen Falles waren sämttiche Meldungen der Flieger von entscheidendem Einfluß aus die Entschließungen der Führer, und dieser eine Fall war auf eine unzutreffende Angabe zurück- zuführen, die dem Flieger mit auf den Weg gegeben war. Eine Glanzleistung vollbrachte Leutnant Remy, der eine Meldung nach Langres und zurück (200 km) trotz starken Gegenwindes in zwei Stunden und 25 Min. überbrachte. Jedenfalls haben die Fliegermeldungen und nicht diejenigen der Kavallerie-Divisionen die Grundlagen für die Entscheidungen der Führer gegeben, ein Ergebnis, das auch bei den deutschen Kaisermanövem zu Tage trat. Bei Verdun z. B. haben zwei Flieger in einer halben Stunde Meldungen gebracht, zu denen Kavallerie-Patrouillen 7 Stunden benötigten und hiermit zu spät kamen. Im deutschen Kaisermanöver meldete ein Flieger der blauen Partei (41. Jnf.-Div.) den Vormarsch des 9. Korps in 3 Kolonnen, und Leutnant Makenthun brachte innerhalb 35 Minuten dem Führer der Blauen genaue Angaben über Stärke und Marschrichtung des Gegners, wozu eine große Menge Kavallerie mehrere Stunden benötigt hätte. Akhnlich günstige Ergebnisse hatten die Flieger der Roten zu verzeichnen.
Tiefe Ergebnisse sind für btt moderne Kriegsführung von der größten Bedeutung. Größere Hmgehungsmanöver werden seltener werden und forcierte Nachtmärsche werden für die Folge erhöhte Bedeutung gewinnen. An die Truppen werden neue An rorberungen gestellt, sie müssen sich von nun an auch nach oben möglichst gegen Sicht becken. Jnbisferente Tuchfarben und Beseitigung jeder blanken Metallteile, deren Blitzen leicht zum Verräter werden kann, sind vor allem zu fordern. Im Kriegsfall werden die Flieger allerdings etwas Höher fliegen als im Manöver, um möglichst vor dem Anschießen gesichert zu sein und ihren Zweck, Meldungen zu bringen, zu erfüllen Hierdurch wird ihre Aufgabe erschwert werden. Die Witterung wirb auf bte Verwenbung der Flugzeuge immer von ®ebeutung sein, bieseS Hindernis wird aber im Ermtfall, wo es sich um die Lösung großer Aufgaben handelt lind bas Leben der Einzelnen nicht geschont werden kann, kaum ui die (SDdxnnung treten. Im Krieg wird bei jedem Wetter g.Mögen werden, zumal im Saute der Jahre noch wesentliche Ver^ bcsiorungen an den Apparaten erzielt werden büxften, die sie gegen Wind und Wetter widerstandsfähiger machen.
In Zukunft kommen bei allen modernen Heeren Flieger zur ^•erroenbung. Sind sie an Zahl und Leistungen gleicbroertig, bann werden die schlachten „ein Spiel mit aufgedeckten Karten" Es kommt deshalb tut die Folge mehr denn je auf die numerische Ueberlegenbeit, die Tüchtigkeit und Tapferkeit der Truppen und
die Eutsa-lußsähigkeit Der Führer an. Gluck Husall werben nicht mehr die Rolle spielen wie bisher Ferner mutz daS Haupt- augenmert daraus gerichtet werden, zahlreiche, besonders tüchtige Flieger zu erziehen, bte taktisch unb strategisch burdjgebilbet sind und im Beobachten des Geländes von oben bte notwendige Hebung besitzen. Tic Entwicklung wird allmählich dahin führen, Flugzeuge zu konstruieren, die den Führer, den Beobachter und einen dritten Mann als Meck>aniker mitnehmen können: denn der Beobachter muß, lvenn er seine Aufgabe erfüllen soll, frei sein von allen Rücksichten auf die Führung des Apparates, er muß sich ausschließlich der Erkundung und der schriftlichen Wiedergabe des Gesehenen widmen können.
Der für diese Ausführungen zur Verfügung stehende Raum gestattet selbstverständlich fein Eingehen auf Einzelheiten der Biüreutung des Flugzeugs für Feld, Festungs- und Seekrieg, sie sollten die Wichtigkeit der neuesten Errungenschaft des menschlichen Geistes uns anbeuten. Wollen wir Deutsche auch auf diesem Gebiet Führer werden und bleiben, bann bebnri cS gcroiltia-r Anstrengungen, um den Vorsprung, den namentlich Frankreich zurzeit hat, auszugleichen. Wenn man sich klar macht, welchen k>er lauf einzelne Phasen des Krieges 1870/71, z. B. die Kämpfe bei Dijon unb Belfort ober bie Vorgänge vor ben Schlachten von Beaumont und Sedan genommen hätten, wenn auf französisch« Seite tüchtigere Flieger vorhanden gewesen wären als auf deutscher Seite, dann wird uns bie Bedeutung des militärischen Flugwesens für die Verteidigung unseres Vaterlandes deutlich vor Augen geführt. Sorgen wir dafür, daß unser Volk rechtzeitig bte Äon- Sequenzen zieht. L. G
vermischtes.
*EineBabnoerbinbungzwischenKonstantinvel u n b d e m S cki w a r z e n M e e r. Tie vor einigen Monaten ein- gebrachte Bewerbung der deutschen Gruppe Lendz uni die Konzession ’ür den Bau und Beineb einer Eisenbahn von Galata nach Kavak, an der rumelilchen Küste des Bosporus, bis zur Einfahrt am Schwarzen Meere hat Erfolg gehabt. Der Staatsrat in Kon- staiilinovel hat, so erfahren die .Aeguvttschen Nachrichten-, sich bereits zugunsten der Bewerbung geäußert und die Entscheidung des iiiisteirates in diesem Sinne steht bevor. Da die Negierung keine 'Beipflichtung übernimmt, durch die der Staatsschatz heran- gcAogen würbe, bedarf die Konzessionserteilung feiner parlamentarischen Genehmigung. Tie Dauer der Konzession ist auf 75 Jahre bemessen.
Kleine Tageschronik.
In Gelsenkirchen sind Ende vergangener Woche verschiedene Leute nach dem Genuß von selbslbereitetem Schm.pS erkrankt. Bisher sind vier Bergleute und zivei Frauen gestorben. Cie haben das zur Schnapsbereitung erforderliche 'Dfatenal in einer Drogerie getauft. Es wird angenommen, daß BrcnnspirituS, der mit Methylalkohol benaturiert war, verabfolgt wurde.
Am Sonntag nachmittag erschoß im benachbarten Mosch- w i tz bei Bautzen der Feldwebel Symmank vom Bautzener Jnfauteriereginienl Nr. 105 den 46jährigen Ziegeleibesitzer fi r a u 3 und bann sich selbst. Die Braut Symmanks hatte dao Beihältiils gelöst unb wollte Kraus heiraten. Ter auf daS Mädchen a gegebene Schub ging kehl. Kraus unb Cyinmank waren sofort tot.
Bei ihnrfeille schlug in einer etwas scharfen Kurve ein mit vier Personen besetztes Automobil um unb ftürjte einen. 50 Meter tiefen Abhang hinab. Ein M a n n war sofort t o t, eine Frau wurde sterbend ins Hospital gebracht. Tie beiden anderen Mitfahrer erlitten ebenfalls schwere Verletzungen.
9!ach einer Lloyds-Meldung aus Spezia berichtete der Schwedische Dampfer .Eandia", daß der britische Dampfer w9lodb Briten" auf der Hohe von Cardiff gesunken sei; nur ein Alami fei gerettet worden.
Handel.
X Bieber, 18. März. Zm Schutzbezirk Strubach wurde die letzte volzversteigerung abgehalten. ES waren viele Käufer erschienen, da man bei einer letzten Versteigerung gewöhnlich auf billige Holzpreise rechnet. Brennholz mar aber auch diesmal sehr begehrt und hielt sich auf der bisherigen Höhe. Die Bewohner unserer Gegend können sich nicht gut für den Kohftn- bezug entschließen, zumal bte Frachtsätze auf ber Biebertal-Bahn bedeutend höher sind alS auf ber Staatsbahn.
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Meteorologisch«
Seobachtungen Ser Station Siehe».
März
1912
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Temperatur der Lust
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Windstärke
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Bew. Himinti
Höchste Temperatur am 18. bis 19. Marz — 4- 9,1 6 C.
Niedrigste „ , 18. ,19. , — 4- 8,7 0 C.
Niederschlag: 2,6 mm.
Wichtige Worte an unsere Frauen.
Frauen ohne zeitweilige Beschwerden gibt eS wenige. Von Kindheit bio zum Alter scheint Seiden ein Teil der Frau zu fein. Vielfalt hört man sagen, „ttb bin nicht mehr io stark wie früher und fürchte, daß ich so nie mehr fein werde." ES liegt dies in dem Blut zustande, welcher feine richtige Beschaffenheit nicht bat unb dadurch daS Ster- vensystem sowie der ganze Köroer mangelhaft gefveift wird. '*»•
Frauen und Mädchen in den UebergangSjabren unterließen vielen Störungen, welche speziell auf bac Blut und die Nerven zurtia- Anfuhren sind, und kann Kecifcrrin nicht hochgenug geschätzt werden. Lecifcrrin ist ein Präparat, welches von anerkannt vorzüglicher Wirkung ist, um das Blut in einen gesunden, kräftigen Zustand zu versetzen, deffen Zirkulation zu beben, sowie die Nerven zu ki ästigen und den ganzen Köroer widerstandSfäbig zu machen. Vielfach erprobt und von Autoritäten verordnet.
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