Ausgabe 
29.8.1912 Erstes Blatt
 
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?crfönlid)fcitcn abflcben.

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jtrankheit gezeigt, das; Wilhelm II. vielmehr der Losung seines Grobvaters folgt: Ich habe feine Zeit, müde zu

wie man Komiftr wird.

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Deutsches Ueich.

Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg wird voraussichtlich zu Anfang nächster Woche Gastein ver­lassen. Troy deS schlechten WctterS unternahm er am gestrigen Mittwoch eine Bergtour auf den 2500 Meter hohen Raukogel.

Ter Teulsch-Argentinische Zcntralver- b a n d , der mit dem Sitz in Berlin gegründet worden ist, bc-

Ei6' s«ndetll )e!

Udur* du *es Reiben 'hilkh

Die $rieöcn$Dcrl)anölungcn.

Rom, 29. Ang Rach einer offiziösen Auslassung der Tribuna" würde für Italien keine Schwierigkeit bestehen, aus einen ehrenvollen FriedenSschluß einzugehen, bod) stän­den dem FriedenSschluß noch ernste Hindernisse entgegen. Eine energische Aktion in Lydien wurde der «mt»e des Friedens mehr dienen als alle Unterhandlungen in der Schweiz. .

LautMeffagero" äußerte eine hervorragende österreichische Persönlichkeit die Ansicht, das; der italienisch-türkische Frieden in wenigen Tagen zum Abschluß gelangen werde.

Ter Vorschlag Berchtolds.

Wien, 29. Aug. Nachdem alle Mächte die Anregung >cs Grafen Berchtold zustimmend beantwortet haben, werden heute im Auswärtigen Amt die Vorfchläge in den B a l k a n f r a g c n in großen Zügen ausgearbeitet. Dio Unterhandlungen dürsten in der zweiten Halste desDczember beginnen.

Goethe.

Zum 28. August.

Vir lesen in denM. R. N." folgendes Gedicht:

Es schlägt kein Mensch vergebens

I»n langen Pilgerlaul,

Bei Rainpf und 91 ot des hebend. Die Goethe-Bibel auf;

Tenn einen Strahl der Wonne

Bo in eignen reinen Glück

Leiht dieser Lohn der Lonne

Jedwedem Mißgeschick.

Co lies! Und wie du immer

Die Blätter dir gelost:

Aus jedem glänzt em Schimmer

Bon ungeahntem Trost.

Ernst v. Pofsatt.

Vom Mailänder Berdi-Denkmal. DaS große Verdi-Denkmal, das die Stadt Mailand dem Andenken des großen Kompanien emebiet und das im kommenden Jahre mugro^r Feierlichkeit enthüllt werden ioU, ist nahezu vollendet. In

soeben

Ang. Wall

trieb Rimcin' 1( HtT»

Sladumb« Lost üt teurer. ' geMigten.N

seines Großvaters folgt: Ich habe feine Zeit, muve zu cm! Dieser unermüdliche Arbeitsdrang, der es dem Kaiser aiificrorbcntlid) schwer macht, die Ruhegebote der Aerzte in befolgeii, hat nicht nur die Rekonvaleszenz erschwert, le ribem ztveifelloS auch diesmal zu der Erfrankung bei getragen, die der Kaiser sich bekanntlich in Ausübung seiner repräsentativen Tätigkeit zugezogen hat. Der Wunsch ist allgemein und dringend, daß der Monarch sich hier größere Schonung auferlege, mehr Rücksicht aus sich selber nehmen möge. , .

Es gilt das auch für das reichhaltige Programm der nächsten Zeit, auf dessen Ausführung der Kaiser bisher ja nur zum Teil und auch da nur sehr widerstrebend ver­zichtet hat, und es gilt dies ganz besonders für die Schweizer Reise, die selbst nach dem vom ichweize- rischen Bundesrat neuerdings reduzierten Programm noch ganz erhebliche Anstrengungen mit sich bringen wurde.

(Ein Angrift (El hibar auf die Zranzofen.

Casablanca, 27. Aug. Das Lager von Sukel Arba wurde am 25. August um 6 Uhr früh von einer starken Abteilung des Kalifen El Hiba ange­griffen. Der Angriff dauerte bis gegen Mittag. Der Feindwurdeenergischzurückgewiesenund hatte deträchtlickje Verluste. Vier Franzosen wurden leicht Der» letzt. Die Abteilung zog siä) 15 Kilometer südlich zurück. General Liautey ist gestern abend nach Casablanca zuruck­gekehrt.

DieAgcnce HavaS" veröffentlicht folgende Note: Gcneml- rcsidcnt Liautey telegraphiert, er wisse immer noch Nichts über das Schicksal der 9 Franzosen, die von dem Prätendenten El Hiba gefangen gehalten werden. Liautey nahm das An-

Robilich auch in ernsten Rollen auftrrtat I feiner kleinen Landvilla am Luganer sec hat der Bildhauer Enric» *W1< aua, in i Ich Butti das Modell ausgearbeitet. Tie Figur, wird mit Dem

' ffen, weil ich der Sockel nicht weniger als 11 Meter hoch fein. XAt Gestalt VerdiS ..... crschttvl aus dem Postament in bürgerlicher Tracht und in schlichter Halmug Verdi hat seine schönsten Werke konzipiert, wenn er auf der Straße oder im Freien spazieren ging, die Hände auf dem Rücken und den Kops unbedeckt: ,o erscheint er auch aur dem Werke ButliS, völlig frei von aller Pose. "21m Sockel soll eine Anzahl von Genien und imnboiischen Gestalten den Lebensweg des KüniücrS Ülustrieren; dazwischen taudKn die Hauptgestallen seiner Werke aus. Bei der bevorstehenden großen Veroi-Feier werden auch noch eine Reihe anderer üalicniid/cr Städte dem Meister Denk­mäler crrichicn, darunter das Städtchen Busseto, wo Verdi ge­boren wurde, Parma und Rom Tic Denkmäler in Parma und Busseto werden von dem Bildhauer (Ettore LimeneS und Luigi Lccchi. gcschaisen, w.ihrenb das römisck)e Berdi-T<nkmal im Atelier Monlevcrdes in Arbeit ist. _ r

Der Schlitten Napoleons im Museum 1812. Tas Moskauer Museum des Jahres 1812 wird in den nächsten Tagen um ein kostbares historisches Stück bereichert werden, unt den Schlitten, den Napoleon nach dem Zusammenbruch ber großen Armee auf der Flucht aus Rußland benutzte. In diesem -schlitten trat der Malier in Lrasnoje noch während der Schlacht von smo- lcnsk die Fahrt nach dem Dniepr an, und mit ihm erreichte er am 7. November russischen Stils Tubrvwna in der Provinz MobÜew, wo die Fürstin Lubornirska ihm GanircundschaN ge­währte. In bet Nacht trat Tauwetter ein und Napoleon mußte Die Fahrt tm Wagen iottsetzen. Er schenkte den Schlitten damals dem Tr. Georg Zetert, der Arzt am strankcnhauie war. xr. acIcn hütete das Geschenk Napoleons als eine teilbare Erinnerung, und bi- zum Jahre 1881 blieb der Schlitten tm Besitze der Familie. Damals ging er in das Museum von Mohilew über, von dem jeßi dem Moskauer Museum von 1812 jujefuhrt wird, um dort seine endgültige Stätte zu finden.

_ fturje Nachrichten au5 Kunst und Wissen­schaft. Der Nestor der schwäbischen Maler, Karl Bäuerle, ist in Aikelberg Schwarzwald .m Alter von 81 Jahren ge­fror b e n Dem Leiter des KD'.dauser-Technikums, (Poly- technisches Institut Frankenhausen a. Kyn'h , Direktor Huppert, wurde Der Tuel Professor verliehen. Tu Berliner Morgen- bläiter oeröiicnüichcn 21uszüge auS den in diesen Tagen er­scheinenden unveröffentlichten Briesen Gustav Freytags über Die Krankheit und den Tod Kaiser Friedrichs III. Die Briefe enthalten mancherlei bisher unbekannte Einzelheuen aus der Geschichte des schicksalsschweren Jahres 18S8>

erbieten von Freiwilligen an, al- ErniNäre nach Marra­kesch zum Prätendenten zu gehen, um Erkundigungen emzuz«eden

Paris, 29 Aug In einer Notabelnveriammlung in IK o - abor wurde beschlossen, E i l Hiba dort zum snltan u proklamieren, sobald er dies von der Bevölkeiung ver­langt. Im SuS-Gebiet werden die französischen Waren, insbesondere der französische Zucker, boykottiert.

Mulay Hafid m Pank.

Pari», 28. Aug Mulay Hafid hat gestern von Versailles im Automobil eine Fahrt nach Paris unternom- men, hat fid) die Stabt augtfcbni und hat bann im BoiS de Bouloane Tee getrunken. Er hat die europäische I r a d) t und namentlid) bas europäisck-e ^chuhtverk, welches ihm sehr unbequem geworden war, wieder nrit der oticn« talifchcii Tracht vertauscht. Er hat sich Visiten­karten in Mr iS bestellt und will diese heute bei einigen

SsrW Glieder.

schwelluo

pro lag 29 $f. ea*« . ft1*» Säst ÄÄ"

aber leider hab' ich in müssen und da hat man noch mehr über i hab' nämlich die Liebhaberrollen spielen müssen.

'chönstc unter den Ldonukern war... -ta sind mir fdjrcdlune 3cd)cn passiert. Die Schminke war mir zu teuer, und so hab ich mich mit angebrannten Streichhölzern angestrichen. Und wie ich dann so in die Leidenschaslen hineinkomm' und zu schwitzen amang , hab' ich auf einmal wie rin Zebra ausgesck?aut da, da i,t nicht schlecht gelacht ivorden. Ein anderes Mal war wieder die Lieb­haberin zu groß, und ich hab' nicht hlnausgcrcicht . . .

Ich hab' noch den Theaterzettel von meutern einen Ben en z in Rohilsck>Sauerbrunn. Ich bin in dem StückDie Milch der Eselin" oderTer Vetter auS fcrcmä" ausgetreten. Unten am Rand steht:P. T. Zu dieser meiner Benenceoorstelluiig lade ich ganz ergedenst ein und bitte um reckn zahlreichen Besuch.

Hochachtungsvoll A. Girardi, Gesangckorniker.

Dieses Venen; ist für mich eine sehr schmerzliwe Erinnerung Ich hab damals nämlich das Erträgnis der Vontellung schon vor­her dem Direktor um einen Kaiserschmarrn verkamt. Uno ihm hat die Vorstellung 40 Gulden eingetragen das war der teuerste ttais-richmarrn, oen ich in meinem ganzen Leben gegencn hab.

Alexander Girardis Werdegang, von ihm selbst erzählt, finden I toir im Septemberhest vonVelhagcn u. SlasMgs ^naisheNen i bem Erön'nungshen des neuen Jahrgangs die;er Zeitschrift, und I Kin daraus ?nvas von den Iugenderlebnissen ^..grof^ itumt- > UrS Mit: Ins Theater bin ich schon als (schlonerbursche lehr jlciyig gegangen. Im Landestheater hab ich nut meman SZeiltcr am Sckmurboden gearbeitet, und dort bin ich auch Dorstellung geblieben und Vab, ubers Gelmider ds^Ot, ^tgchöri Und einmal, wie der Lennnsky als Richard III. gastiert Hal, bin ich bei irgend so einem langen Dtonolog emgeiÄasen un. Ijinunterge,logen, grab in den Monolog hinein. Ra, da hat man nub natürlich hinaus geworfen . . .

Aus einmal hab uh selber mit dem Theaterfpiclen angcfarigan Durch einen Freund bin ich darauf gekommen, den vor tut paar Jahren verstorbenen Prokuristen ooicr i^llingcr.

aus zur Bühne gehen wollen und hat keine Ruh gegeben, bu wir cm Haustheater gegründet haben. Er hat '??r zugeredet, (Niü ich auch mitspielen toll. Aber ich hab zu vau, nichts ^agen dürfen, weil mein Stleivater ,chr dagegen war. Unter ber ~o*. Üben wir gelernt, und am Sonntag haben wir grimelt, un. zdear beim Spenglcrmeister Lötz, der auch jonit fürs ^-^ca/fL 9 ' schwarml bat Wir haben uns auch du '^1 ^macku

und die Dekorationen selbst ganalt bM ich tu

einem StückWem gehört >ie -zrr.u ?" eutgctrctcn, >.nd von dem Doment war ich nicht nfhr zu yallen. ÜC.

Monologen hab ich me'ne Zuhörer schrecklich erschuttett und gc rührt namentlich die Mädchen ,

Ich xwx schon gern »um wirklichen ^beater gegangen, aber mein Smsvater hat davon absolut nichts wifsen wollen, und auch meine Ptutter war anfangs dagegen. Aber dann ist EiN --lM- toter gestorben, und meine Mutter ist ohite ^utel»uruckg(Miedet. Lu der nämlichen Zett hat mich der .^erd.rettor Bohm auS Lohüsch-Sauerdrunn in dem Verein fpielen fehen unb W mir i'jjort einen glänzenden Antrag gemacht,. Bitte 3O GtUdcn Gage monatlich und freie Fahrt dritter SUync. 2X1 . ^bn.=,

Mutter meineGarderobe' her gerichtet: ^er bunte Arbeus ttanben, em wrißes Sonntagshemd und «n _>-amnackett, au i*ad ich sehr stolz war. Von einem Grazer Schuhmacher habe ich überdies 150 Gulden geerbt und w hab ub mein crMs Engagement antreten können, gebuttert 'ch.am .3 11869 als Tritsch Tratsch in der Postexratidpnirl von rroy

ist sehr gut gegangen, und es war ein lehr 1 ebener Enolg.

ÖXtt komischen Rollen hat man immer fehr viel über mich gelacht,

®itculc.

Dieses gesunde Naturell bringt eS ja gerade mit sich, tafj der Monarch, nric mmi auS den Mitteilungen der .Aerzte ieiß, ein so schwieriger Patient ist, der nur schwer das ankenrevier' unr das Wort des Äaisers zu gc- auchcu erträgt und sich nicht zu dem Motto seines Vaters, des Kaisers Friedrich, bekehren mag: Lerne leiden ohne zu klagen! Hat sich doch bei dem Verlauf der jetzigen

Die mitgeteilt wird, ist eine endgültige Entscheidung über < den Schweizer Besuch noch nicht gefallen, und diese wird > ja nickst nur von den weiteren Fortschritten der Rekonvales­zenz, sondern auch von dem Wetter ab^ängen müssen, daS sich nichts weniger als verlockend anlaßl. ES ist be­greiflich, das; ebenso nrie die Schweizer auch der Deutsche Kaiser bat Verzicht auf diese seit so langer Zeit geplante Reise sehr schmerzlich empfinden wurde, aber daS kann elbstverständlich ebenso wenig ausschlaggebend sein wie etwa die Rücksicht auf daS hie und da verbreitete törichte Gerücht, als ob man an leitender Stelle nicht unzufrieden wäre, rinnt Vorwand zunr Verzicht auf die Schweizer Reise zu haben, für die ja außerdem hier die Losung gelten könnte und sicherlich auch würde: Aufgehoben ist nickn ans gcschobni! Jedenfalls werden hierbei das letzte 2öort nicht die Staatsmänner, sondern die Aerzte lyabcn müssen, und wenn, wie man weiß, die Kaiserin ihren hohen Gemahl des öfteren ermahnt hat, sich mehr Schonung aufznerlegen, da er nicht nur dem Staate, sondern auch feiner Familie gehöre, so wird man diese Bitte mit dem Htnweise daran, iinterstützen müssen, baß der Monarch nicht nur seiner Familie, sondern auch dem deutschen Volke gehört?

Berlin, 28. Aug. lieber daS Befinden deS Kaisers wird berichtet: Die Entzündungserscheinungen sind beseitigt und die Schmerzen haben sich ver­loren. Zur völligen Wiederherstellung bc- darf es noch einiger Tage der Schonung

Wilhelm 2 höhe, 28. Ang. Der Kaiser machte heute vormittag bei günstigem Wetter einen längeren Spaziergang. . , ,

Kassel, 2v. Aug. Der Kaiser unternahm nach­mittags mit der Kaiserin einen längeren Auto- mobilaus f lug. Für morgen ist ein Spazierritt geplant.

Zum 25jährigen Regierungijubiläum deS Kaiserö.

Die amtlicheBerliner Korresp." schreibt:

In vielen Streifen der Bevölkerung ist die Tlbsickst geäußert worden, aus Anlaß des bevorstehenden 25 jährig en Re- gierungs-IubiläumS des Kaisers ihrer Verehrung sür den Rtonarchen und ihrer Freude über dieses Fest durch Ge­schenke und Darbietungen verschiedener Art Ausdruck zu geben. Diirch mehrfache Anfragen find diese Wünsck>e auch zur persönlichen KenntiiiS Seiner Majestät gekommen. Wie wir Horen, möchten indessen Seine Majestät bei aller Anerkennung der hierin zum Ausdruck kommenden Gesinnung sich die Annahme von persönlichen Geschenken aus dem tt rvä hnt en Anlaß versagen. Dagegen würde es dem Allerhöchsten Wunsche entsprechen, wenn die hierfür etwa in rwssicht ge­nommenen Mittel wohltätigen, gemcinnü big en oder patriotischen Zwecken unter bcionberer Berücksichtigung bet Bedürfnisse der betreffenden Bevölkerungskreise zugeweiidet ivcrbcn.

(Ein Deutscher in Nicaragua ermordet.

Guatemala, 2b. Aug. In Matagalpa (Nicaragua) wurde der deutsche Reichsangehörige Albert Nielsen ermor­det. Einzelheiten fehlen noch, doch sind die Täter bereits ermittelt; der Vertreter Deutschlands beantragte ihre so­fortige Festnahme und Bestrafung bei der Regremng von Nicaragua. . . .

Washington, 28. Aug. DaS 10. Infanterieregiment wird in 48 Stunden in Nicaragua erwartet. Es soll längs der Eisenbahnlinie Eorinto Managua stationiert werden. Die amerikanischen Sccsoldatcn sind auf dem DarnpscrPratrie nach dem Süden abgegangen. Die Ermordung zweier Ame^ r ifancr lenkte wieder die Ausmerksanckrit aus bic früheren VericUe, nach welchen die Soldaten fengen unbbrennen und bic Rebellen auf Frauen und Kinder und andere am Kampf Beteiligte feuern, und polüisckre OAiangoic Hungers sterben. Die Mitglieder des Rcbellenpattaments wider­sprechen allerdings oicsen Berick.leii. Durch bic Ankumt der Infanteristen unb Seesolbaten erhöht sich die Zahl der ameri« lamidKii Truppen in Nicaragua auf 5500 Mann.

Wie cs heißt, erfolgte die Landung der amenkanifchen Truppen mit Zustimmung der Regierung des Präsidenten ^iaz.

Der Kaifcr als Retonooksjent.

In ganz Dentsdstand, wo man seit dem Samstag, wo Sie ersten Nachrichten über die Erkrankung dcS Kaisers in Sie Oesfentlichkeit dranaen, mit banger Sorge die Berichte ni- Wilhelmshöhe verfolgte, wird man heute erleichtert j rafatmen, denn die neuesten Meldungen über daS Befinden . ,cs .staiscrS lauten so befriedigend, daß man den Monarchen »kaum nocks als Kranken, sondern eigentlich schon als Re- Ifonvaleszenten bezeichnen kann. Wird bod) in dem I ^chst vorsichtig abgefasttcn amtlidjen Bericht mitgeteilt, | saß die Entzündungserscheinungen beseitigt sind und die [ Schmerzen sich verloren haben, während man aus privaten Nachrichten zugleid) erfährt, daß der Kaiser gestern vor- nittag bereits einen längeren Spaziergang unternahm und ivgar zur Erledigung dringender Regierungsangelegen, heitcn tangere Konferenzen abhielt.

Das find ganz auszerordentlick) erfreuliche Nachrichten, p!ne Überall im beutfd>en Volke mit herzlick-er Befriedigung Segrüßt werden dürsten, und diese allgemeine Anteilnahme ,f: rin schöner Beiveis der Liebe und Verehrung, deren der Monarch sich erfreut, eine Tatsache, an der einzelne un- .-rfreuliche Vorkommnisse, die mir als Beglritersck-cinungen ScS schärfsten politischen Radikalismus leider in den Kauf nehmen müssen, nicht zu rütteln und zu deuteln vermögen. Ls fdK'nt and- nicht, als ob bei den Berichten aus Wil- hclmshöhe Schönfärberei getrieben würde Diese Annahme ipird am beste» durch den günsttgen Verlauf der .strankheil :piverlegt, wie and» die Auffassung durd)auS unzutreffend ipiire, als ob es sich lsterbei um irgendwelche konvcntts- itellen SirmiN)ritserscheinungen handele. Die Eriältung in I riefet ober jener Form ist nun einmal daS Leiden der I $atfon, und wie viel Glücklick)e gibt es, die dabei um einen I mehr ober minber akuten kleineren ober größeren MuSkel- I dcumatismus herlimgekommen sind! Im Gegenteil ist icrabc die Besorgnis, mit der die Berichte über bic Erkran­kung deS Kaisers ausgenommen worben sinb, der deutlichste Hciveis dafür, wie tuenig man das an Jbcm Monarchen «n»öl)nt ist, der sich auch tatsächlich bisher, abgesehen von chiigen Erkältungskrankheiten und einigen ebenfalls un- hcbenklichen Furunkeln, stets einer kernfesten Gesundheit

Kt. 205 Erster Blatt 102. Jahrgang Donnerstag, 29. August I9j2

GichenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Oderheften MMM

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