Ausgabe 
28.9.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

mntq* für maßgebend halten soll. Tie irrt getoifc sehr häufig, und der leitende Staatsmann muß unter eigener Verantwortung den Kurs bestimmen. Aber er muß als Mensch erkennbar sein, und seine Handlungen müssen dem Volke die Ueberzeugung von dem Werte seiner Persönlich­keit beibringen. In den letzten Tagen hat Herr v. Beth- mann ja einen Versuch nach dieser Richtung gemacht, in­dem er verkünden ließ, daß auf seine Veranlassung und unter seiner Leitung Konferenzen wegen der Fleisch­teuerung stattgefunden hätten. Aber eben nur geheimnis­volle Konferenzen! In einem maßlosen Artikel hatte vorher derVorwärts" dem Kanzler seinverächtliches Schweigen" vorgeworfen und gefragt, werdenn eigentlich dieser Herr v. Bethmann Hollweg sei", der die Nöte des Volkes tot­zuschweigen suche. Gewiß war der Ton des sozialdemokra­tischen Blattes verwerflich. Wer so weit durfte es eben nicht kommen, daß die Frage gestellt werden kann:Wer ist denn dieser Mann eigentlich, der die Geschicke des Reiches lenkt!" Auch der größte Widersacher sollte von seinem Geiste wenigstens einen Hauch verspüren. Gerade in einer Frage wie der Steuerung der Fleischteuerung hätte man vom Kanzler etwas anderes als nur diese bureaukratische Un­entschlossenheit und Verzettelung erwarten dürfen. Herr v. Bethmann Hollweg ist ein Mann von zu langen Be­wegungen. Seine Taten sind immer allzusehr von des Gedankens Blässe angekränkelt gewesen. Der Londoner Posten ist verwaist, aber die Leere auf dem Kanzlerstuhl ist noch auffallender. Was wird die Zukunft bringen?

Zieht der Balfantrieg bevor?

Die neuesten Meldungen vom Balkan lassen nur er­kennen, welche ungeheure Erregung dort herrscht. Zum Teil widersprechen sich die Nachrichten. Die Türken schein nen ihre Kaltblütigkeit zu bewahren, und einer ihrer Mi­nister hat sich einem Berichterstatter gegenüber beruhigend geäußert. Die Manöver an der Grenze aber und die neuer­dings wieder erfolgte Anhaltung serbischen Munitions- transportcs lassen aber vielleicht darauf schließen, daß das türkische Heer für die schlimmsten Fälle gerüstet dastehl.

In Athen ist gegenwärtig der Hauptherb der Erregung. Von dort kommen die wildesten Gerüchte. Wir verzeichnen zunächst die von dort kommenden Meldungen:

Athen, 28. Sept. Seit gestern machen sich auch hier sehr starke Anzeichen von Besorgnis bemerlbar. Man ist nicht allein wegen der Lage auf dem Balkan im allgemeinen beunruhigt, sondern auch wegen der Ver­schlechterung der Beziehungen Griechenlands^ zu der Türkei, da der Verlauf der diplomatischen Schritte in der Samosfrage bisher keineswegs befriedi­gend ist.

Die der Regierung am nächsten stehenden BlätterEstia" undPatris" betonen, daß die Spannung augenblicklich auf bem Höhepunkt angelangt und eine andere Lösung als der Krieg kaum noch zu erwarten sei.

Tie türkische Auffassung.

Wie verhalt man sich demgegenüber in Konstantinopel?

,^Jeune £urc" veröffentlicht eine Unterredung, die der Mi- :irifter des Aeußern Noradunghian einem Mitarbeiter des ^Ieune Ture" gewährte. Danach gab der Minister über die Lage auf dem Balkan beruhigende Erklärungen ab. Wir Haben keinen Grund, meinte er, an der Aufrichtigkeit der fried­lichen Absicht des bulgarischen Kabinetts zu zweifeln. Wenn Bul­garien auch weiterhin eine friedliche Haltung entnimmt, werden auch die anderen Balkanstaaten das gleiche Verhalten an den .,'Tag legen. Die Türkei.studiert aus eigenem Antriebe die ein­zuführenden Reformen. Sie wird einen Ausländer in ihre Dienste nehmen, der auf dem Gebiete der Zentral- und Provinzialver­waltung eine Autorität ist. Der Minister sagte zum Schluß, die Türkei sei bei ihrer Reformarbeit der Sympathien und Unter­stützung der Mächte sicher.

Uesküb, 28. Sept. Die für Serbien bestimm­ten Munitionstransporte von je 20 Waggons, die bereits frei gegeben waren, wurden neuerdings hier und in Kummanvwo aufgehalten, infolge plötzlicher Anordnung Ibrahim-Paschas.

Die Vorgänge in Samo?.

Konstantinopel, 27. Sept. Es bestätigt sich, daß der englische KreuzerM e d e a" und der franzö­sische KreuzerBrnix" in Vathy, wo die Kämpfe in der inneren Stadt fortdauern, eine Abteilung zum Schutze der fremden Staatsangehörigen ge­lautet haben. Einzelheiten über die Kämpfe mit den Aufständischen fehlen, denn die Verbin­dung mit Samos ist noch immer unterbrochen.

lieber Smyrna hier eingetroffene Nachrichten berich­ten, daß im Verlaufe des Kampfes in der inneren Stadt auch Kinder getötet worden seien. Ein Versuch der Türken, auf Scalern Verstärkungen in Tiga nia zu landen, sei von den Samioten vereitelt toorben. Ein Teil der Aufständischen habe die türkische Verteidigungszone durchbrochen. Der Gen- darmeriehauptmann John Sopiulis, ein Detter des gleich­namigen Führers der Aufständischen, hat sich diesen an- aeschlossen. Eine Kompagnie türkischer Truppen soll kapituliert haben.

Alle diese Nachrichten bedürfen der Bestätigung. Au­thentischen Nachrichten zufolge übernahmen die Komman- bauten des französischenund engl i s chen Kr eu- zers die Bewachung der Stadt Vathy, nachdem sie Abteilungen von Marinesoldaten gelandet hatten und for­derten den türkischen Kommandanten in Der Stadt auf, das Feuer einzustellen. Sie versuchen sich mit Sophulis in Verbindung zu setzen und entsandten eine Schaluppe, um SoplMlis auf den KreuzerBruix" zu bringen.

Weitere Schritte der Großmächte.

Paris, 28. Sept. In diplomatischen Kreisen wird versichert, daß ein gemeinsamer Schritt der Großmächte zur Erlangung von Bürgschaften für die von den Balkan- ft (tat en gewünschten Reformen mehrseitig davon abhängig gemacht wird, daß Bulgarien, Serbien, Griechen­land und Montenegro ihre Ansprüche in einigen wesent­lichen Punkten heradmindern. Die europäische "Diplomatie ist gegenwärtig in diesem Sinne tätig.

Eine Borsenkataftrophe.

Ofenpest, 28. Sept. Jnfolae eines bisher unbestätig- ten Gerüchts brach heute auf der Börse eine neue Pa n i k aus. Die Kurse fielen rapid. In der großen Atuni- tionsfabrik Weiz ivird seit einigen Tagen nachts mit ver­doppeltem Betrieb gearbeitet.

Die Beisetzung der Zrhr. Marschall v. Bieberstein.

Ncuershanscn b. Freiburg t. Br., 27. Scpt. Die Be­erdigung des erstorbenen Botschafters in London, Freiherrn Marschall von Bieberstein, fand heule nachmittag 3 Ubr, bem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, in einfachster Weife in

die Teilnehmer im

Reiskirchen, 27.

Sept. Der Tumor Ab turnen verbünde.

Die Universität Zrantfurt gesichert.

h. Frankfurt a. M., 27. Sept. Unter dem Vor­sitze des Oberbürgermeisters Tr. Adickes sand heute eine Sitzung der vereinigten Rechts- und Finanzausschüsse statt, in der Dr. Adickes an der Hand von Dokumenten den Nachweis erbrachte, daß das für die Gründung der Uni­versität erforderliche Stiftungsvermögen in Höhe von 7 775 000 Mark vorhanden ist. Dem Magistrate wurde darauf die Genehmigung zur Vollziehung des Universitätsvertrages von den Ausschüssen erteilt. Mit diesem Akte, bei dem Kommerzienrat La­denburg warme Worte des Dankes für Dr. Adickes fand, ist die amtliche Tätigkeit dieses hochverdienten Mannes für Frankfurt beendet. Nach dem augenblicklichen Stande der Vorarbeiten zur Gründung der Universität gilt es nun als sicher, daß die Anstalt am 1. Oktober 1914 eingeweiht werden kann. Bis dahin soll die nötige Er­weiterung des vorhandenen allgemeinen Auditoriengebäudes fertiggestellt sein. Auch die noch zu errichtenden medizini­schen Anstalten dürften zur Eröffnung vollendet sein. Viel­leicht wird es sich finanziell noch ermöglichen lassen, daß die Universität Geldmittel für ein besonderes kunst­wissenschaftliches und archäologisches Insti­tut bereitstellt.

und es werden Pyramiden und Freiübungen nc Für abends ist ein Fackelzug geplant. Der Le jetzt vier Jahre besteht, gehört dem Turnerbund La berg an.

Kreis Büdingen.

() Büdingen, 26. Sept. Der W § iherho wurde ab gefischt und dabei etwa 100 Zentner gefangen. In Scharen waren Zuschauer aus der Um herbeigeeilt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 28. September 1912.

** Tageskalender Kine matograph: Täglich Vor­stellung.

Biograpb-Lichtfpiele: Täglich Vorstellung.

Vortrag des deutschnalionalcn Handlungsgehil<en-Verbandes über die Prioalangestellten-Vcrsicherung. Abends 9 Uhr im Hotel Einhorn.

Abschiebsseier des Schiedsgerichts für Arbeiter-Ver­sicherung, Samstag abend 7*/2 Uhr im Lenz'schen Felsenkeller.

Radrennen aus der 'Rennbahn an der Hardt. Sonntag nachmittag 8'/, Uhr.

Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 111 Uhr.

Eine Teuerungömaßnahme. Das Ministerium der Finanzen, Abt. für Forst- und Kameralverwaltung, hat den Oberförstereien mitgeteilt, daß in Anbetracht der jetzt herrschenden Teuerung, besonders des hohen Standes der Fleischpreise, rätlich erscheine, für den laufenden Winter vom Vergiften der wilden Kaninchen mit Schwefel­kohlenstoff abzusehen, wenn für einen ausreichenden Abschuß dieses schädlichen WildeS gesorgt wird. Die Domanial- und Gcineindejagdpächter sind alsbald aufzufordern, in ihrem Be- zi fc den Kaninchenbestand durch verstärkten Abschuß und ö-r et Heren zu vermindern mit bem Hinweis, daß vorn 1. De­zember ab auch noch das Forstfchutzpersonal oder sonstige vom KreiSamt bestimmte geeignete Personen beauftragt würden, Kaninchen bi§ zum 1. Februar ds. IS. abzuschießen ober zu fangen. Dem Forstfchutzpersonal ist gegen Ablieferung der getöteten Kaninchen von bem Jagdpächter ein Schuß- oder Fanggeld nach Vereinbarung zu erstatten, falls dem Erleger die erbeuteten Kaninchen nicht überlasten werden.

Prinzessin Elisabeth-GedächtniS-Spendc. Bei der diesjährigen Verteilung der Zinsen der Prinzessin Elisabeth-GedachtniS-Spende haben die Klein­kinderschulen von 91 (8 ielb, Bieber, Burkhard S- felben, Butzbach, Estenheim, Framersheim, Groß- Karben, Hahn, Röbgen unb Viernheim Zuwenbungen von 400150 Mk. erhalten. Im ganzen sinb 2400 Mark verteilt worben.

** Bahnpersonalien. Ter Bahnhofsvorsteher Fiedler wurde zum 1. Oktober nach Lissa t P. versetzt. Trotzdem Herr Fiedler hier nur einige Jahre stationiert war, nnrd sein Scheiden von seinen Untergebenen hier sehr bedauert.

** Lehrerversona< ien. Uebertragen wurde dem Schul verwaltet Karl Sarnes zu Maar die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bleidenrod und dem Schuloerwaltcr Leopold Bier heilig zu Lorsch eine LehrersteUe zu Klein-Hausen. In den Ruhestand versetzt wurde der Reallehrer an dem Lud- wigs Georg-Gvmnafium zu Darmstadt Georg Lerch auf sein Nachsuchcn, unter Anerkennung seiner langiährigcn treuen Dienste

Sept. Der hiesige 2: verein hält nächsten Sorrntag sein Ab turnens findet in diesem Jahr zum erstenmal ein Zöglingsv mit Preisverteilung statt. Außerdem ist ein Sd)

--- Leihgestern, 27. Sept. Nächsten Sonntag das Abturnen des Turnvereins von 18.)3 m eines Schauturnens auf dem nahe der >tzreisstraße. gelegenen Turnplätze statt. Den Besuchern werde, schöne Leistungen vorgeführt werden, znmal eine »t- Zahl Preisturner aus diesem Jahr dabei Mitwirken w Zum Schlüsse wird ein Tanz lokal vereinigen.

= Lang-Göns, 27. feiert nächsten Sonntag sein Konzert und Tanz.

unb ihm ans bieirm Anlaß die Krone iura Ritterkrrv» des Verdienstordens Philipps des Grotzmiittgen oerlicd-

" Stadttheater. Tic neue Zusa.nmenscni. Personals ermöglicht in bet fommenben Gp-cf-ci Reihe von Aufführungen literarischen Charakters, di/ » Direktion schon lange geplant waren. ES seien vertat wähnt: Egmont, Braut von Messina, HerodeS und Medea, Kain (Byron), Esther (Grillparzer), (Moliäre), Revisor (Gogol), RoSmerSholm (Ibsen,. Lustspiel unb Posse sinb eine Reihe wirkungsvoller 9c erworben worben. Tie Direktion hat bei den Nc,- ment§ besonbers Gewicht auf bie Sprachtechnik der Mitgliebec gelegt, unb bie Proben haben bewiesen, dcf berechtigten Wünschen in dieser Beziehung Rcchni' tragen ist.

** Ter Turnverein von 1846 »er an faltet . fein alljährliches Abturnen, das aus Wetturnen und Lw am Vormittag, Schauturnen mit Konzen am Nachmu c einer Abendunterhaltung mit Tanz am Abend beucht.

Die Tafel obsl-rnte des Kreises Gießen, so?» abgemacht unb sortiert von Privaten bestellt ist, wird ersten Tagen beS Oktober im Keller beS Kreisanuk« auSgabt. DaS Obst ist in biesem Jahre burchschnittlij auSgereift unb im allgemeinen kann ber bieSjähnge ( als eine recht gute Mittelernte bezeichnet werben.

Landkreis Gießen.

Klein-Linden, 27. Scpt. lieber 200 ' ner erstklassiges Tafelobst kam heute an der straße Klein-LindenDutenhofen zur Versteigerur Baum. Die Preise waren höher wie in allen 'r Jahren. Mitunter kam der Zentner am Baurn au» 10 Mark.

der Familiengruft des Stammsitzes hier statt unter Beteiligung einer ungeheuren Menschenmenge aus den benachbarten Orten, insbesondere auch aus Freiburg.

Außer bem Kaiser, dem Grvßherzog und der Großherzogin von Baden, der Großherzogin Luise und der Königin von Schweden hatten u. a. Kränze geiandt: Das Auswärtige Amt in Berlin, der Reichskanzler, ber Reichstag, die Deutsche Botschaft in London, Graf unb Gräfin von Bergheim in Berlin, bie Berliner Lieder­tafel, die Familie Rothschild und S. M. Schiff ,Loreley", das längere Zeit Stationsschiff in famftantinopel war.

Um 3.43 Uhr traf als Vertreter des Kaisers Reichs­kanzler v. Bethmann Hollweg hier ein. Zehn Minuten vor 3 Uhr erschien der Großherzog von Baden in Be­gleitung des Staatsministers Freiherrn v. Tu) ch. Bald nach der Ankunft des Großherzogs begann im Schloß die EinsegnungS- feier. Stadtpfarrer Schwarz von ber Freiburger Christuskircke hielt eine Ansprache und nahm die (Änsegnung vor. Gesänge er­öffneten und schlossen den Trauerakt. Sodann trugen Mitglieder des Gemeinderats Neuershausen den Sarg zum Leichenwagen.

Den Trauerzug eröffnete die Schuljugend von Neuershauscn: Militär- und Gesangvereine sowie die gesamte Gemeinde Neuers Hausen schlossen sich an. Ticht hinter dem Sarg schritt ber Großherzog, ihm zur Seite die beiden Söhne des Verstorbenen. Es folgten der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, begleitet von Lord Acton und dem Schwager des Verstorbenen, Freiherrn v. Gemmingen. Hieran schloß sich eine lange Reihe von Ver­tretern ber Staats- unb Gemeindebehörden, sowie der Militär­behörden usw. Auch die Großherzogin Luise unb die Prinzessin Wilhelm von Baden hatten Vertreter entsandt. Der fomman bietende General des 15. Armeekorps, v. Fabeck, war gleichfalls erschienen, desgleichen der frühere Staatsminister und jetzige Groß- hofmeister1 v. Brauer, der Oberbürgermeister von Freiburg, Tr. Winaerer und der Reichstagsabgeordnete Fehrenbach sowie'der Prorektor der Universität Freiburg.

Auf dem Friedhof hielt der Pfarrer von Bötzingen die Trauer­rede. Nach dem Gesang legte ber Bürgermeister dieser Gemeinde einen Kranz nieder, worauf Pfarrer Dr. Lehmann dem Ver­storbenen einen Nachruf mibmete, in dem er den Entschlafenen als den Vater von Neuershausen bezeichnete. Von sonstigen Reden war auf Wunsch der Hinterbliebenen Abstand genommen worden.

Ter Weltfriedenskongreß in Genf hat am Freitag eine Tagesordnung angenommen, in ber zum Hinscheiden des Freiherrn Marschall von Bieber st ein ber deutschen Nation unb ber Familie des Verstorbenen Teilnahme ausgesprochen wird. Tie (Hitschließung drückt den Wunsch aus, daß dieses Ereignis die Annäherung Deutschlands an England weder gefährden noch verzögern werde. Gleichzeitig wurde bie beutfdfe Gesandtschaft in Berlin gebeten, dem Kaiser die Teil­nahme des gesamten Weltfriedenskongresses zu übermitteln.

Kreis Alsfeld.

X. Leusel, 27. Sept. Gestern nachmittag hier zwei Kinder mit einem Untergestell eines Ü indem indem sie sich damit abwechselnd fuhren. Plötzlich fchl« Gestell an einer abschüssigen Stelle um unb das 10? Töchterchen eineß Arbeiters würbe am Kopfe oerlekt sinnungSloS trug man bas Kinb vom Platze.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 26. Sept. Vom Mutterhaus zu' buch werden für bie S-tadtpflege hier d r e i b a r m b t: Schwestern eintreffen. Für die Schweftern ist ein i Haus augekauft worden.

L. Friedberg, 27. Sept. Sitzung bet 5: verordneten. Dem Schüler - Stcm>grapbcn l1 Stolze-Schrey werden für einen Preis bei feiner schreiben 15 Mk. bewilligt. Dem Oberhess. iM zuchtvcrein, der im Oktober d. Is. hier eine dreitägig! stellung veranstaltet, werden für einen Preis 20 Dv. zu den Kosten der Ausstellung 80 Mk., zusammen ! bewilligt. Der ortsübliche Tagelohn im : wirtschaftliche Arbeiter und Arbeiterinnen wird im: festgesetzt: für einen männlichen Arbeiter über 21 ] 900 Mk. (weiblichen 700 M7.), für einen männlulK- beiter über 1621 Jahre 800 Mk. «weiblichen 650 9?'.' einen männlichen Arbeiter unter 16 Jahren 500 Ml l- lichen 400 Mk ). Bei der Vergebung von Arbcue r Material für die Straße am Edelspfab-<S5tenzsttar,c rt.-fc den Zuschlag für Granitrandsteinlieferung M. Bc'- Meter 6,80 Mk., für Sand PH. Kissel per ifbm 4,80 Mk., für Basaltkleinscklag K. Geörg per Kbm ! für Rinnsteinpslaster K. Geörg per Qdm 21,50 M., Pflasterung K. Geörg per Qdm. 75 Pfg., für pflastersteinlieferung PH. Kissel per Qdm. 23,75 Äk - die Lieferung der Tore an dem neuen Fenerwebrgcm-i erhält PH. Geißler den Zuschlag für 5d)reiner<irtv: 580 Mk., R. Drott für Beschlagarbeit mit 304 M Aewcrksschaftskartell wird der Saal über den ftätt Ut* tällen zur Abhaltung eines Buschabends mit stuphischcn Vorführungen überlassen. - Die Bo >er Dr. Beith Ww. sowie des Bureauvorstehers miK werden genehmigt. Für Errichtung eines P -'6 Herstellung eines Jndustrieaeleises am neuen Baw - r den 350 Mk bewilligt. Es wird beschlossen, bei Vi eucrwehr-Uebungen die Bekanntmachung künftig a d >en Plakatsäulen anzuschlagen. Dem Ehren bürgt Stadt Friedberg, Geh. Mtrdjenrat Meier, werden zu y goldenen Hochzeitsjubiläum am 30. SeptLnber oft 1 wünsche der Stadt durch eine Abordnung üDctf>rad)t

x Bad-Nauhc i m, 26. Sept Zur ^erberu:g tenographischen U nter r ichts in unserer Äcd auf einen Antrag des Stadtverordneten Bademeister / hier die heutige Stadtverordnetenversamn'-» beschlossen, dem piefigen Stenograplterwerein 3er" einen jährlichen Zuschuß von 80 Mark 311 oll damit in erster Linie bezweckt werden, £<thiIcih Oberklasse der Volksschule die kostenlose Beteiligung 1 von genanntem Verein veranstalteten llmerrichtskur 0 ermöglichen.

= Bad-Nauheim, 27. Sept. Biß zum -6 sind 34 882 Kurgäste angekommen, wovon an gen ri Tage noch 2660 anwesend waren. Bader würben b> 26. September 462 447 abgegeben.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 27. Sept. Zu Ehren des lchrers Henrich von der Zweiten Mädckfm'cbulc, Dar 5 0 i a b r i g c *5 D i e n st j u b i l ä um -urückblicti, v<t heute die Offenbacher Lehrerschaft eine Feier.'J'1-!, Hofmann überbrachte die Glückwünsche oes '-'-'i immtu» ber Kreisjdmlinfpektion unb madrte die Mitteilung, datz t>f* Herzog bem Jubilar den Titel .JÄeftor" verliehen yaoe. -