Ausgabe 
24.7.1912 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

a. Darmstadt, 23. Juli Unter dem Vorsitze des Finanzministers Dr. Braun sand gestern nachmittag eine Sitzung des Staatsministeriums statt, in der über die neue Beamtenbesoldungsvorlage beraten wurde. Im Augenblick sind bi: Meinungen noch sehr ver­schieden, es heißt, daß der Minister des Innern bereit fern soll, das Wohnungsgeld fallen zu lassen. Auch über die Frage, ob die Verlängerung des Provi­soriums praktisch sei, wurde gesprochen.

Gericht-saal.

Paris, 23. Juli. Das Schwurgericht von Douai ver- urteilte zwei Zöglinge der hydrographischen Schule von D ü n kirchen, Saurct und Lamy de la (Sanel l c, die mehrere Personen aus offener Straße in räuberischer Absicht mit dem Revolver in der Hand überfallen hatten, zu Gefängnisstrafen von 5 und 2 Jahren. , x

Edinburg,23. Juli. Der der Spionage angeklagte Deut- schc Graves wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 24. Juli 1912.

gereist, und während fic im Sande auf die Badeftunde warten,! Arris Schotten.

sehen sie mit Staunen die vielen Menschen am Strande buddeln _ Wetterield *>3 V,i, T*r>a hmtfa

und im Wasser paddeln. Schließlich frag: Nelly:Muttchen, k , T" bereits angeknndigte

dürfen wir jetzt cntlich baden, oder müssen wir warten, bis die sf c It de§ e r ban d es o b erhe s; t scher Po sa u nen- Leute mit dem Ozcan fertig sind?" , . 'ch üre sand unter zahlreicher Beteiligmtg von nah und fern

23. Mai d. Js. erfolgt ist.

Gin weiteres Mittel, den Auswüchsen der gewerbs­mäßigen Güterzerlrümmerung zu begegnen, erblickt fcie| Regierung in der Hergabe von Darlehen »t billigemi Zinsfuß an Gemeinden zum Zwecke des Erwerbs verkäuf­licher Bauerngüter. In den Fällen, wo nicht schon das Eintreten der Hessischen Landes-Hypothekenbank hinreicht, soll nunmehr die Landeskreditkasse ermächtigt werden, so­weit es ityre Mittel gestatten, Darlehen an Gemeinden zu billigem Zinsfuß mit langsamer Amortisation, d. h. mit der nach dem Gesetz zulässigen geringsten Tilgung von 8/4 Proz. zu gewähren In erster Linie sollen bedürf­tige Gemeinden berücksichtigt werden, von einer hypothe­karischen Sicherstellung der Darlehen wird den Gemeinden gegenüber in der Regel abgesehen werden können, indessen sind die Darlehen nur so lange zu gewähren, als die Ge­meinde Eigentümerin der erworbenen Güter ist. Findet ein Wiederverkauf statt, so muß die Darlehenssumme ent­weder ganz oder int Verhältnis zum Umfang des Wieder­verkaufes zurückbczahlt werden. Ueber ben Rahmen des

am Sonntag t)ic; statt Grrftt/ttmcd reten die Chöre von Bad-Nauheim, BellerShetm, Bcuern, Burg-Gräfenrode, Boden» hänfen II, Friedberg, Gambach, Klein-Linden, Langen- bergheim, Lang-GönS, Södel, Stockhausen b. Lauterbach, Unter-Seibectenrod und Wallenrod, so daß mit dem hiesigen Verein gegen 200 Bläser anwesend waren. Dekan Wahl. Betenheim hielt die Festpredigt, Missionar Ka b iS» Homburg erstattete den Missionsbericht; Ansprachen wurden von Pfarrer We ber-Lang-GönS, Dekan Rüschen und dem OrtSpfarrer Scriba gehalten. Wenn auch die erste Feier unter dem Regen zu leiden hatte, so kann doch daS ganze Fest als wohl- gelungen bezeichnet tverben. An Gaben gingen ein für die Mission 118 Ml., sowie für uedauftc Schriften 50 Mk. Tie Chöre bewiesen unter Leitung deS Dirigenten, Pfr. Kalb Heun- Ober-Mockstadt, daß fleißig gearbeitet worden war.

Kreis Friedberg.

= Bad-Nauheim, 23. Juli Das 1. Künstlerkon- zert, das am Samstag, 27. Juli, unter Mitwirkung des lugend- lichen Hcldentenors Paul Seidl er von der Wiesbadener Dot- oper stattfindet, wird geleitet von dem eriten >lapcllmeuter Eduard Mörike von der neuen Charlottenburger Lycr. oerr Morst- ist einer der Talentiertesten unter dem Dirigentennachwusts der jüngeren Generation Er bat sich in der Musikwelt ichnell berühmt gemacht durch die tadellose Leitung der Hallenser Lper, durch das Musikfest, welches voriges Jahr in Halle unter 1 einer Leitung ftattsand, durch die Leitung mehrerer grober Konzerts in der Berliner T'bilbarmonie, sowie der Halber,tädter Wagner ,ve,t,viele 19081910, der Lauchstädter Festspiele Goethetbeater 1910 usw. Die vereinigten Wagner-Vereine. Berlin-Potsdam über trugen dem jungen Meister eine ihrer großen '2(unübrungen, welche er mit vielem Glück burchfübrtc. Es wird mterenantjeinju sehen, wie sich unsere Kurkapelle unter seiner Zeitung bewahrt.

verantwortlich gemacht. Mer sie sind notwendig, sie haben )id) schon in erstaunlich kurzer Zeit durchgeseht und werden immer fester wurzeln. Denn Tür die körperiick>e Tüchtigkeit kann gar nicht genug geschehen, und besonders in der Jugend! Turnen und Sport aller Art müssen und föntten uns herausheben aus verderblicher Genußsucht und uns harmlosere, gesunde Freuden lehren, echte Freude an der uns stets erfrischenden, ewig jungen Natur, und uns dadurch gerade wieder zur Einfachheit zurück- führen. Wer einmal die Menschen bei Turnen und Turnspiel und Wandern beobachtet, der ist erstaunt, wie der steifste, gries­grämige Pedant sich dabei ändert, fröhlich wird und auch Plötz­lich mit Leuten verkett, die er sonst gar nicht ansah. Zugleich bietet das eine eminente geistige Erziehung zu Willensstärke, Beherrschung der Nerven und Kräfte und zur Unterordnung unter gemeinsames Tun. Aber immer wieder sehen wir, daß noch so viele sich fern halten von solchem Tun. Das muß anders werden! Das ganze Volk soll einheitlich und einmütig die Pflege der Leibesübungen sich zur Aufgabe setzen! Das Ziel ist nicht nur das, daß unsere Jugend kräftige Körper erhält, sondern daß wir alle uns geistig frisch und froh machen und erhalten. Das soll der Grundgedanke von Jung-Dentfchland fein. Nicht Politik will diese neue und doch so alte! Bewegung treiben, nicht eine neue überflüssige Vereinigung neben die schon bestehen den guten setzen, sondern nur die vorhandenen Bestrebungen zu sammenfassen, vettiefen, kräftigen und ein neues Band um uns alle schlingen. Man verkenne nicht die Bedeutung eines solchen Zusammenschlusses, bei dem alle einzelnen doch selbständig bleiben, genau wie unser Reich eine höhere Einheit über alle Staaten setzt, alle kräftigt und doch keinem die Selbständigkeit nimmt. Drum hofft auch der Verband, baß möglichst viele sich ihm an­schließen, Frauen und Männer, auch mit dem kleinsten Beitrag: jeder von uns soll ein Jungdeutscher sein! Wir wollen eine große Volksbewegung draus machen. Dabei muß ein Miß­verständnis beseitigt werden: Die Jung-Deutschland-Vereinigung

Es ist richtig.

Lanbeskrebittassegeseyes würbe es hinausgehen, das der Gemeinde gewährte Darlehen auf den Käufer des Guttv als Hypothekenschuld übergehen zu lassen.

Nach Einführung oes Post-Ueberwenungs- und ^cyea- verkehrs bei den Großh. B ezirks kass e n liegt es im Interesse der Zahlungspflichtigen, wenn ihnen gestattet wird, neben der Barzahlung auch ben Ueberwesiungsverkeyr zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten der Landeskredlt- kasse gegenüber zu benützen. Bei der Begleichung von Zinsen und Tilgungsbeträgen, sowie bei austerordentlichen Kapitatrückzahlungen ist nur bare Zahlung zulässig. Ter Gesetzentwurf sieht daher die Beseitigung dieser Einschränkung vor. L. r .

Zurzeit wird bereits bei der Landeslrebitkasie von dem Ban^Ueberweisuugsverkehr Gebrauch gemacht, was trotz der entqegenstehenden Fassung des Gesetzes gerechtfertigt ist, weil seit längerer Zeit schon alle fiskalischen Man en ft eil en angewiesen sind, so zu verfahren. Eine Aenderung der Artikel 3 und 6 wird also lediglich das Gesetz mit den tat­sächlichen Verhältnissen in Einklang bringen. Entsprechende Erwägungen rechtfertigen die weiter vorgesehene. Beseiti­gung des in Artikel 10 Abs. 2 des Landcstredittass eg es e tz es enthaltenen Hinweises auf die Art und Weise der Aus­zahlung gewährter Darlehen.

Vermischter.

* Eisenbahngefährdungen. Die Gendarmerie ras Pointoise nahm mehrere SVnaben fest, die den Schnellzu? ParisTrepott zum Entgleisen bringen wollten, indem sie 25 große Steine auf die Schienen legten. Der Anschlag wurde vn> eitclt, ba der Lokomotivführer rechtzeitig bremsen konnte. Dir verhafteten Knaben crflärten zwar, bau sie Anarcknsten fei», doch hält die Polizei die Tat lediglich für einen Gaffenbub v' streich. Nach einer Meldung aus Madrid hielten acht maskierst Räuber bei Torres Cabrera einen Eisenbahnzug an unt versuchten die Post zu berauben. Den Otenbarmen, die bei Zug begleiteten, gelang es jedoch, dieMuriübnmg des Anschlag zu verhindern und drei Banditen festzunehmen. Unweit btt Station Adj arlar bei Uesküb wurde ein Bombenattentat gegtt einen von Zibestche nach Uesküb verkehrenden Lastzug verübt Größerer Materialschaden sowie Menschenleben sind nicht zu bo klagen Man vermutet, daß das Attentat gegen einen Persons zug geplant war.

* Aus Ang st ins Wasser. Aus der Spandauer Hasck überlieh ein junges Mädchen, das mit drei Kindern in einem SM

Jung-Dcntschland.

---------- Häufig hört man, daß wir zu viel für unsere Kinder tun,

---- --------- ----L - 1 das; es bester für sie sei, sie auswachsen zu laßen, wie sie wollten: UtiA I wir machten sie anspruchsvoll, nähmen ihnen die Harmlosigkeit.

sie singen an, uns zu beherrschen und, sich als die Hauprperwnen

Abänderung de8 Landeskreditkaste-Gesehes. I zu fühlen. Etwas Wahres ist an dieser Klage, und man könnte

Der Zweiten Kammer ist ein Gesetzentwurf der Re- sie am Ende auch gegen die Jung-Deutschland Bewegung richten.

ÄS;Ä Ä daß ~ ÄÄnmÄ

Zuwachses des gewerbsmäßigen Handels mit lanblictjcn niüfien nur unsere Kräfte und unseren Geist dem kompli Grundstücken in einzelnen Teilen des Großherzogtums Werteren Leben so an passen, daß wir es leicht beherrschen, und geboten ist, aus allgemeinem volkswirtschaftlichem Interesse daß es uns einfach und natürlich wird. Wir mülfen bie große nnc aus Interesse des Staates und der Gemeinden an der Fülle der Erfahrungen und der technischen und wstsenschaft- Erhaltuna eines kräftigen mittleren Bauernstandes dem lichen Forschungen oerroerten und allmählich Praftnd) um gemeinschadlichen Treiben der Gnterhändler, bie den Ankauf gestalten. So .muß, auch untere ganze Jugenderziehung kom- und die Zertrümmerung von ^brngüterngewerbsmaß^g ^tcnr((^ Echte Mich/ n'Tswht alles noch unvollkommen ans, betreiben, mit bin gesitzlich «ivlasitgen ck>cltti.ln entgegen- ^timählich werden unsere Einrichtungen und Tätigkeiten uns ver- zutrrien. Um ben aus bem Geschäftsbetrieb b-erarnger traut unb natürlich. Unb dann soll und kann bie Jugend bas, Händler sich ergebenden Mißständen zu begegnen, sind be= )ÖG§ toir ihr bieten, harmlos nehmen; sie darf es gar nicht reits auf Grund des § 38 der Gewerbeordnung durch die als etwas besonderes empfinden, daß wir uns um sie Mühe Bekanntmachung vom 27. Juni 1908 Kontrollvor- geben, daß sie ein besonders wichtiges Objekt unserer Tätigkeit schriften für diese Geschäftsbetriebe erlassen worden, ist. Das gilt auch für die Juiig-Deutschland-Bestrebungen. ^ie sjr-itf (Urunb der seither Gemachten Erfahrungen hat sich aber I werden so oft mißverstanden, als unnötige 1cucrun.i bezeichnet, hin (^nÄm,inn9 hkire®o^*riiten für nottnenbia »uch im g°»»cn für bie ober enc einfeittgteü emseiner bereits die Ergänzung Die;er -Lsoriairijicn jur uoni tnuig npmn.M orher fic sind i-ntrnrnma. ne baßen nd>

erwiesen, die neuerdings durch die Bekanntmachung vom

(Säugetiere ist eine Spitzmaus auf Madagaskar, die 75 Milli­meter lang wird. Unter den Vögeln ist ein Kolibri auf Kuba, Ealypte helcnac, mit 57 Millimeter Länge der kleinste, während natürlich der größte der Strauß ist. Unter den Lurchen ist ein amerikanischer Laubfrosch, Hy la Pickeringi mit 20 bis 28 Milli­meter Lange der kleinste, während i>er japanische Riefensalamander mit 1,50 Meter der größte ist. Unter den Fiscl-en ist der größte bereits genannt worden. Ter größte Süßwassersisch ist ein Ara- . ..

paiina gigas, ein Bewohner der großen Flüsse Südamerikas, der wird so oft mit der Jugendwehr verwechselt.

4,50 Meter lang wird. I daß beide aus demselben Gedanken ziemlich zu gleicher Zeit

* Vom lustigen Onkel Sam. Ein Trost.Die geboren sind, daß beide bernselben Ziele zustteben und daher junge Durchschniltsamerikanerin," so erflärt melancholisch der Uni-1 innig zufammengehoren. Aber die Jugendwehr steht der Ver versttätsproicssor,verfügt nur über eine sehr bescheidene, ja I ctmgimg gegenüber rou? jeber Turn und Sportverein: sie ist ich möchte sagen über eine ärmliche Bildung."Sie meinen I nur ein Glied in der ganzen Bewegung mit einem bestimmten wirllich?"Ja, aber ein Trost dabei doch: der junge Durch- ^>uiclzweck, der ganz wesentlich auf militärischem Gebiete hegt, fdititttomcr&ner wirb baä nie merken." - Die Rache beS »nde Besircb>mae>r verch^en unere U ernuvm.!!. aber be.be

Efe

rabc Präsident, aber auf der Jagd nach der Nomination wird! JJl 1111 a r^u g e. Ta8 Regmient 116 fahrt am

es jedenfalls feinen Mann stellen. Es mad>t fckwn jetzt einen 125. Juli in zwei Sonderzügen nach Ohrdruf. DaS 1. und Höllenlärm, versetzt das, ganze HauS in Aufregung, bedient sich I 2. Bataillon fahren 5f9, daS 3. Bataillon fahrt 1032 oorAi, einer unbeschreiblichen Sprache unb kann eine Woche lang obne I l: .r

Sästaf an5Tommen." Nach dem Konvent Was rnußl - r.,, » i-t

einem Delegierten nach dem Konvent am höchsten empören?Denn $,e Festleitung beS JugendsesteS teilt unS

er nach der langen Tagung glücklich wieder nach Hause kommt zur Ergänzung unserer Lokalnottz in der Samstagnummer und die Nackcharn dann glauben, er sei in der Soinmersrisck»e ge mit, daß die Aufstellung deS FestzugeS in der Moltke. wejen" - L°S 8»MVI°M ..Reulr» abenbs nabm ei^^Tich unb Os«.Anlage erialaen wirb, unb baß ber

auf eine Automobilfahrt mit ? ,Ja, warum ?Glaubst Du I . n ..

denn, daß er Dich liebt?"Gairz sicher. Jedesmal, tvenn ittstzug seinen Weg durch die Moltkestratze und Kat,er-Allee

ich das Wort an ihn richtete, versuchte das Auto einen Baum I nach dem Festplatz nimmt. Man ist von der bisherigen

hinauszuNettern ober über einen Graben zu springen." Der Ucbung, den Zug von der Bürgermeisterei auS abgehen zu

a,orIsä>rUi. Tic junge Frau dai chrcm Verra Gemahl »um , abqrganqtn unb ha, bei, Weg burch bie MoUkesirabe

Tanze den Arm gereicht, man hat wacker getanzt, und als er lerne * J? .- n i,. u

Frau Gemahlin oann an ihren Platz zurückiührt, sagt sie lobend gewählt cmerfcit-.', um dadurch eine Kreuzung imi) etorimg und anerkennend: .Jack, Du haft Tich doch inzwisck»en prächtig deS ociiiiigcS durch die Straßenbahn zu vermeiden, anderer- berausgemacht und kannst auch viel bester tanken. Weißt Du feile aber auch deshalb, um den Angehörigen der Kinder, die begleiten. er,..»glichen, burch Benutzung nicht zu bezahlen." Kindermund Die kleine Nelly unb ^rc ^"atzenbabi, den jjeitpla^ noch bei Emtresien deS ^est- bie kleine Gladvs find zum erstenmal mit der Mutter ins Seebad I ZttgeS zu erreichen.

Lnftschiffahrt.

Berlin, 23. Juli. Auf dem Militärflugplatz in Döberitz stürzte gestern früh ein Unteroffizier mit einem Albatros-Mstsi tär-Doppeldecker ab und zog sich einen Oberschenkelbruch unb mehrere schwere innere Verletzungen zu.

Friedrichshafen, 23. Juli Das LuftschttfZ. III" ist gestern, nachdem es noch eine Fahri zur Erprobung der Ge­schwindigkeit gemacht hatte, vom preußischen Kriegsministerium abgeuommen worden. Die Geschwindigkeit wurde mit 2b.., bei­nahe 22 Sekundenmeter festgestellt.A. NI" ist somit das schnellste Luftschiff. T-as Pasfagierlustfckiiff ,^>anfa'*, das an­fangs nächster Woche seinen ersten Aufstieg unternehmen wird, dürfte, obgleich es um acht Mete« länger ist und mit zwei Kabinen versehen sein wird, demZ. III" an Geschwindigkeit nicht nach­stehe n. da die Maybaclz-Motoren inzwischen in ihrer Kraftleistung noch verstärkt worden sind.

New I}orfs Retter vor der Polizei.

Für die Schattenseiten des New Yorker Polizeiwesens kann es wohl keinen eindringlicheren Beweis geben, als die für europäische Begriffe mehr seltsame Tatsache, daß eine Reche der angesehensten Bürger der Stadt sich zusammentun müssen, um avs ihrer Tasche das Geld für einen unabhängigen Detektiv aufw bringen, der den Praktiken der New Porsiw Polizei ein wem» auf die Finger sehen und den Mördern des ^piesiaalbentzers Rosentlml auf die Spur kommen soll. William I. Burns, der berühmteste Detektiv der Vereinigten Staaten, nt in der Mrunp nalroelt weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus be­rühmt geworden: im Matin erzählt der frühere Chef der Pariser Geheimpolizei, M. Calchos, einige interessante Einzelheiten von der Laufbahn dieses merkwürdigen Mannes, der von ben Fach, genossen als eine ganz ungewöhnliche und geniale Begabung betrachtet wird. c ,, ...

Vor fünf Jahren hat Burns sich aus dem^amerikaniichen Staatsdienst zurückgezogen. Er war zuletzt in --ran Francisco Leiter der sogenanntengraft proseeution", deren Aufgabe es ist, Amtsmißbräuche aufzudecken. Bei der Korruption, die sich viel­fach im politischen Leben unb in den öem einbm r toa l tun gen Amerikas geltend macht, gehört dies Amt zu einem der wichtigste« und gefährlichsten: Bums bat dabei auch mit einer bisher unj möglichen Rücksichtslosigkeit zahllose Mischräuche aufgedeckt und eine stattliche Reihe von sehr reichen und einflußreichen Mannern dem Richter und der Strafe zugeführi. Das Glaiizstück unb bet Mschluß seiner segensreichen Tätigkeit in San Francisco war im Jahre 1907 die Aufdeckung der beispielloseii Durchstechereien unb Betrügereien beim Magistrat von San Franzisko. Ter Skand.il mad)te ungeheures Aufsehen. Auf Grund eines mit großem Scharfsinn zusammengetragenen Materials erbrachte Bruns baz malS den Nachweis, daß ber Bürgermeister Eugen Schmitz unb eine ganze Reihe von Stadträten im Solde von vier großen In- diistriegesellfck)asten ftanben. Der Fall nahm immer größere Au- dehnungen an, nicht weniger als 80 führende Persönlichkeiten ber Kommunalverwaltung wurden durch den Detektiv ber Korruption überführt, und der Bürgermeister von San Francisco wurde fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Viele Jahre lang gehörte William I. Burns auch demGe­heimdienst" von Washington an. Dieses Institut ist eine ganz amerikanische Einrichttmg, die in Europa ohne Parallele ist, ber® Bestehen aber durch die Korruption der Beamtenschaft unent­behrlich ist. Der Geheimdienst besteht aus ber Elite ber ameri­kanischen Detektivs uno übenvacht in ber Stille alle Staatsverwal­tungen ber Union, vor allem aber bas Zollwesen, bei dem Unter- schleife und Durchstecherei jahrzehntelang an der Tagesordnung waren. Der Rücktritt Burns' hinterließ eine Lücke, di nicht ausgefüllt werben konnte: man hat baher auch schon mehrsiO ben verabschiedeten Detektiv m besonders ividjtigen Fällen miete hervorholen müssen. Als im Oktober 1910 in Los Angeles dic- Haus der dortigenTimes" mit Dynamit in die Luft gesprengt wurde, bewilligte ber Magistrat von Los Angeles 140 000 TU. unb der Staat Kalifornien 10 000 Mk, damit man William 3 Bums zur Aufklärung des Verbrechens engagieren könne ?hio hier erfüllte ber berühmte Detektiv die auf ihn gefetzten Erwar­tungen unb das Ende war der berüchtigte Macnamara Skanbtl. der mit einem vollen Geständnis ber Schuldigen abschloß.

zurückgeganqen. Die Zähl der Ehescheidung en 'st gegen fortgesetzt int Steigen begriffen. Um oie. Mttte der 60er Jahre waren nur 25 Ehescheidungen jährlich zu.ver­zeichnen. Tie Zahl stieg 1871 auf 31, 18761880 aus 40, 18861890 auf 70, 18961900 auf 83, und ging dann nach der Statistik für 19001910 weiter in die Höhe. Sie stieg 1909 auf 206 und erreichte 1911 die Zahl 221, so daß sich außer dem seit 1906 eingetretenen Rückgang der Eheschlietz- ungen um 578 noch zirka 100 Ehescheidungen mehr ergeben. Nicht ganz so ungünstig ist die Statistik über die Geburten in Hessen. Tie Zahl der Geburten ssieg von 31,175 bis 1870 auf 31,658 in den Jahren 1881, aus 33,4/9 jährlich von 1891 -95, und auf 38,820 in den Jahren 1901 bis 1905; im Jahre 1909 ging sie dagegen auf 3/,463, 1910 auf 35,778 und 1911 auf 34,225 Geburten zurück. Erfreu­lich erweise bewegt sich die Zahl der unehelich Geborenen in absteigender Linie. Sie betrug bis 1900 rund 2800, in den Jahren 19011905 nur 2639, stieg 1909 auf 2753 und fiel dann 1910 auf 2601 und 1911 auf 2584. Bezüglich der Ehe­schließungen im Jahre 1911 steht Mainz mit 892 obenan, die sonstigen Orte des Preises 335, Tarmstadt hatte 638, die sonstigen Orte 409, Lfsenbach-Stadt wies 679, die sonstigen £rtc 708, Worms 437, die sonstigen Crte 274, Gießen 212, die sonstigen Orte 506 Eheschließungen auf. Dabei hatten die Städte Mainz 388, Darmstadt 187, Offenbach 233, Worms 111 und Gießen 344 uneheliche Geburten. (Diese Zahl ist nur so hoch durch die zahlreichen Geburten in der Klinik.) Tie Zahl der Todesfälle ist ebenfalls in der Abnahme be­griffen. Im Zeitraum 19011905 stellte sich die Turch schnittszahl der Gestorbenen im Jahre auf 20,703 Personen: diese Zahl fiel 1909 auf 19,204, 1910 auf 17,996 und be­trug 1911 18,575 Personen. Auch die Zahl der gestorbenen Säuglinge ist dank der verstärkten Fürsorge in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Während sie 1909 sich im 11 Lande auf 4722 stellte, waren 1910 nur 3913 gestorbene Säuglinge zu verzeichnen und 1911 betrug ihre Zahl 4273.1 In Mainz starben 1911 mit Mombach und Kastel 338, in Darmstadt 216, in Offenbach mit Bürgel 353, in Worms mit Vororten 189 und in Gießen 103 Säuglinge.