Ausgabe 
24.7.1912 Drittes Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweiter Blatt

r. 172

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

"z.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^bl. Redaktion:112. Tel.-Adru AnzeigerGießen.

die Säkularisation aller geistlichen Länder und so auch Triers aus Während der auf' dem rechten Rheinufcr gelegene Teil ,eines : Landes größtenteils an Nassau fiel, lebte der letzte Kurfürst von Trier mit einer jährlichen Rente von 30 000 <zlvnn tn Augsburg Als 1814 durch den Pariser Frieden sein ehemaliges Reich mit dem Vaterland wieder vereinigt wurde, deckte ihn bereits die Erde. *

Ff Scheinlebende aus dem Schlachtfelde. Wohl nirgends tritt der Tod den Menschen rascher an, als aus dem Schlachtfeld, und daher ruft er in der Haltung getöteter Soldaten die merkwürdigsten Erscheinungen hervor: er trifft he ort |o plötzlich, daß sie in irgend einer Kampfhaltung entarten und den Schein des Lebens bewahren. Hierüber stellt Matignon in der Revue scientifiaue" eigene und fremde Beobachtungen zusammen. Auf dem Schlachtfelde von Rriikdcn iim rusfisch-japanlsckren Kriege Ixit er getötete Krieger gesehen, die noch das Gewehr zielend im Arme hatten und aussahen, als wollten sie gerade abdrücken. Ein Augenzeuge der Schlacktt an der Alma hat zwei Tage nach dem Kampfe auf dem Kampfplätze eine ganze Menge Soldaten gesehen, dte genau wie Lebende aussehen, nicht nur der Haltung nach, sondern auch nach dem Gesichtsausdruck: sic lachten über das ganze Gefickt und hatten verzückt das Gefickt zum Himmel eittporgehoben Einer unter ihnen hatte eine ganz besonders aus­fällige Haltung beibehalten: er lag auf den Knien, hatte die ge- faltetcn Hände emporgeboben und blickte bet er/) zum Himmel empor. Aehnlicbes wird vom Schlachtfelde von- Magenta berichtet: einer der Aerzte, Armand mit Namen, beobachtete eine ganze Reihe ge­töteter Soldaten, die noch in Kampfstellungen standen, obwohl fie längst erkaltet waren. Besonders bei denen, die Schüsse ins Ge­hirn erhalten hatten, fand es fich sehr häufig^ Armand traf sogar einen Getöteten, der offenbar mittem im Kampfe Mann gegen Mann gestorben war: er stand mit hoch erhobenen Armen und geballten Schiften da. Armand hat ferner einen Husaren vorge- funben, der im Sattel auf dem unter ihm erschossenen Pferde getötet worden war. In der hocherhobenen Hand hatte er den Säbel, wie er ihn bei d'r Attacke geschwungen hatte. Ter merk­würdigste aller dieser Fälle stammt aus dem amerikanischen Bürger­kriege und ist von einem Mtkärnpfer der Nordstaatentruvoen beobachtet worden. Es mürbe ein Angriff auf eine kleine Reiter­abteilung der Südarmee gemacht, und nachdem eine Salve ab- gesckwssen war, flohen die Reiter der Nordstaaten. Nur einer blieb stehen. Er hatte den linken Fuß im Bügel, den rechten noch aui der Erde; die linke Hand griff in die Mähne des Pferdes, die rechte hielt den Lauf des Gewehres umklammert, dessen Kolben auf dem Boden ausgestützt waren. Man rief ihm zu, er solle sich erheben, aber er antwortete nicht, und als man nch ihm näherte, sah man, daß es sich um eine Leiche handelte. .Er hatte

-für enthält Mi 1 Dr. fitntitrt imlvers rle" s« eschenk.

'ch des flüssig« ; nötntol: Mi-te^n. Prod. i.

Tie Floltenvorlage im Oberhaus.

London, 23. Juli. Earl of Selborne lenkte die Aufmerk­samkeit des Oberhauses auf die Regierungserklärungen über die M i 11 c l m e c r p o l i t i k und sagte., der Schluffcl zu der ganzen Situation sei die Tatsache, daß Deutlchland in der Nordsee eine Flotte I>aben werde, die für den lolortigctt ftricfl bereit sei in einer Weise, wie dies keine andere Flotte btsher gewesen fei Sie mache die Formalität der Kriegserklärung zu einer reinen Höflichkeit, weil mit einer Flotte von einer solchen Bereitsckxttt gleichzeitig mit der Kriegserklärung ein Scl)lag aus- geführt werden könne. Außerdem werde es in nächster Zukunft eine Flotte von Schlachtsdiüfen im Mittelmeer geben, die den Verbündeten Deutschlands gehöre. Er heiße die Darlegung der Absichten der Admiralität im Mittelmeer willkommen, betrachtet aber die Vorkehrungen als Notbehelf. Der Redner erklärte werter, daß die Vorkehrungen schlagend beweisen, daß England ein ganzes Geschwader von Schlachtschiffen zu wenig habe.

i übern.

Nach weiterer Aussprackfe wurde der Ergänzungs- frebit für die Erhöhung des Mannschastsbestandes um r>00 Mann mit 291 gegen 42 Stimmen angenommen. (Siegen den Kredit stimmten die Mitglieder der Arbeiter­partei und einige Radikale.

London, 23. Juli. Die Presse beschäftigt sich mit hier gestrigen Rede Churchills.Daily Chrontcle"

'WeWiebent

Ehe, Geburt und Tod in Hessen.

Tie statistische Bewegung für 1911 hat, wie fast überall im Reich, auch für Hessen keine günstigen Zahlen aufzuweifen. Am bemerfeiidroerteften i|t der an bau­er nbe Rückgang der Geburten und der Ehe­schließungen. Während sich die Zahl der Ehe­schließungen entsprechend der amvachsenden Bevölkerung von 6983 im Jahre 1876 auf 7085 im Jahre 1886, dann auf 8780 im Jahre 1896 erhöhte und 1906 auf 10081 stieg, ist sie seitdem erheblich gesunken. Im Jahre 1909 fanden in Hessen nur 9633 Eheschließungen, 1910 nur 9)60 statt und 1911 ist die Zahl wiederum über 50, nämlich aus 9503

Die englisch« Mlenvorlage.

London, 22. Juli Nachdem B a l f o u r , der Führer -7 Konservativen, seine Rede beendet hatte, sprach Minister-

XieSiebener ZaniiliendlStter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS ,Kreisbla« für den Kreil Sietzen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Mittwoch, 24. Juli 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität« - Buch- und Eteiudruckerei.

R. Lange, Gießen.

man fast alles beweisen.

Lordgroßkanzler Hal da ne erklärte, er wolle nicht behaup­ten, daß die Flottenmacht, die im Mittelmeer ftatiomert werden solle, für die Entwicklungen aiisreickie, die sich zukünftig er­eignen könnten und wahrscheinlich ereignen würden. Zwei große Miltelmeermächte, die zum Dreibund gehörten, seien dabet, ihre Flotten zu vermehren Sie halten Dreadnoughtsprogramme, Dte ihrer Vollendung entgegen reiften Er sei. weit davon entfernt zu behaupten, daß die bloße Tatsache, daß diese beiden ..lachte zum Dreibund gehörten, bedeute, daß England darauf rechnen müsse, daß sie sich an jedem denkbaren Angriff auf England beteiligen mürben!" Im Gegenteil, mit der einen dieser

beiden Mächte stehen mir falt auf dem »ruhe der Intimität und mit der anderen unterhalten wir

ehr freundschaftliche Beziehungen. Ick habe außer­dem in keiner Weise >ßenntnis davon, daß der -Lretbnnb auf einer aggresiven Basis gegründet ist, und lch nehme diefcs al-* Gegenbemeis auch nicht an. Was dte andere )Nacht angeht, deren Flotte so groß wie die Flotten dieser beiden Machte zu- iammer ist und wahrscheinlich auch bleiben wird, fo «eben mit in höchst freundlichen Beziehungen mit ihr, obwohl nur m keine Allianz eingegangen sind. Soweit die Herrschaft zur See unter normalen Umständen in Betracht kommt, haben hur eine lehr ft arte Flotte an unserer Küste. Ich glaube, daß England einer der entscheidendsten Situationen hinsichtlich seiner Manne gegen» übersteht, einer Situation, wie sie entscheidender feit langer Zeit nicht vorgckommen ist. Die Regierung ist sich eins darüber, daß die Macht Englands auf seiner Seemacht beruht Wir haben in der freundlichsten Form zu der einzigen Macht, die unser Rivale ist, gesprochen, und unsere Ansicht dargelegt, daß, welche Anstrengungen sic auch immer mache, sic daraus rechnen müsse, daß wir Anstrengungen machen werden, die größer fern werden als irgend eine Anstrengung, die sie macht. Wir haben auch gesagt, daß wir dies nicht tim in der Absicht eines An­griffes, sondern weil die Macht zur See unser Leben ist. (Beifall.) Und in der Macht zur See beabsichtigen wir die Ueberlegenen zu bleiben. Tas ist die Entscheidung der Regierung und das ift der (Grundsatz, für den wir uns verpfändet haben. (Beifall.)

Darauf wurde die Debatte goschlosseir

Carl of

geieben von dem Churchill scheu Programm England ein voll­ständig neues Gescliwader von acht acktickmlen brauche.

Earl of Crewe führte aus, wenn auch jeder zugebe, daß die Lage ernst sei, so sei es doch midttig, ihr 10 kühl wie möglich ins Auge zu sehen und sich vor den bcunrubigenben JInidwuunyn. radikaler Parteileute zu hüten. Zu der Forderung «etbormS, ackst neue Dreadnoughts zu bauen, erklärte Crewe:>ir imp ve- rrri.aat -n fragen: Wo macht diese ,'rorbming des absoluten Uebergcuichts Halt? Es ist sehr gut denkbar, daß eme Zeit kommt, ivo ackst Dreadnoughts im Mittelmeer uns kein Ihbcrgemimt über die Mächtegruppierung geben würden. Lie Kritiken, die wir gehört haben, geben int allgemeinen dahin, alle tauber als mogluue Feinde, keine als möglichen Freund zu betrachten. Wenn man dlc Zahlen in diesem Sinne nimmt, kann man die dcnlbar blutrünstigsten Kombinationen Herstellen. Bon der 3omlnnatlon 3tahni -eiter» reich ist gesprochen worden, als ob 11c eine -Möglichkeit wäre, gegen die Vorkehrungen getroffen werden müßten Gibt eS nickst zwei andere Länder in Europa, zu denen mir herzlichere Beziehungen gepflegt haben und noch pflegen, als diese? Und bod) muh inan, um biesen befonberen Fall zu konstruieren, an nehm en, baß Italien nnb Oesterreich gegen uns verbündet smd und ba ß »u derselben Zeit bic Gefahr eines Krieges mit Deulschlanb besteht, mahratb die übrigbleibeiibc Mittelmoergroßniackl, nämlich Frankreich, ent- meber ganz nnb gar unbeteiligt ober möglicherweise feindlich gegen uns ist. Wenn man bic Zahlen in bteicr Weife betrachtet, kann

einen Schutz in bic Brust, einen anderen in die Schläfe erhalten und war an diesen beiden Wunden im Augenblick der Verletzung gestorbewa^ geben fdie Zarin nicht den Bart? Judith Gautier, die Tochter des berühmten Kritikers der Roman­tiker, veröffentlicht soeben ein theatergescknchtlich interessantes Werk, eine Biographie des Tenors Mario, mit dem sie weitläufig ver­wandt war Aus diesem Buche greift ein Pariser Blatt eine niedliche Geschick te heraus, die für Marios Selbstbewußtfein be­zeichnend ist. Er war gewohnt, als Künstler verhätschelt zu werden Er war nicht nur auf seine Stimme, sondern auch aus sein schönes Aussehen sehr stolz. Seinem Aussehen zuliebe trug er ganz bühnenwidrig, einen Christusbart. Als er einmal am russischen Hofe zu Gaste war, sollte er im Auftrage des Zaren Nitolans eine Rolle aus dem 18. Jahrhundert fpielen, bte mit Bart einfach nicht möglich war. Ter Zar ordnete natürlich an, Mario solle sich rasieren lassen, aber Mario weigerte sich. Der Zar wurde wütend, konnte aber nichts von ihm erreichen, und auch dem bringenden Zureben der Zarin gab Mario nicht nach: Ich bin bereit," sagte er,für Eure Majestät das Leben zu lassen, aber nicht meinen Bart!" Taraushm befahl der Zar kurzerhand:die Rolle ohne Bart spielen ober abretim'. Auf bet Stelle packte Mario seine Koffer unb fuhr ab.

ff. Riesen und Zwerge unter den Wirbeltieren. Wenn man nach dem größten unb nach den kleinsten Wittel- tieren fragt, wird man in manchen Gruppen sogleich die richtige Antwort erhalten, während der Gefragte bei anderen ganz ratlos ist Welches ist B. bas kleinste Kriechtier? Nach einer hubickxm Zusammenstellung imAmerican Naturalist" ist es em kleines Geko, Sphärobactylus sputator, ber nur 4a Millimeter lang wird. Eine andere Art dieser Gattung, notatus, ubertnnt diesen Zwerg unter den Reptilien nur um n Millimeter Lange. Tas größte Reptil unter den Eidechsen ist ein Saran, Baranus saltator, der 2,40 Meter an Länge erreicht. Foinle Eldechien sind übrigens erheblich größer. Steht man von den ^chlangnr ab, so ist das größte aller Reptilien wohl ber Gavtal, das Ganges- krökodil, das 9 _ meter lang wirb, aber auch von seinen fossilen Verwanbten erheblich übertroffen würbe. Tas kleinste aller Wirbeltiere findet sich in ber Klasse der Fische. Es nt em Be­wohner der Binnenseen der Philippinen, dessen Länge zwischen 12 und 13 Millimeter liegt. Tie Zoologen nennen ihn Mntich- tbys luzonensis. Tas größte aller Wirbeltiere ist ein Walmck, Salänovtera sibbaldi, der 26 Meter lang wirb. Unter den Fischen ist wobl ein Haifisch, der 12 Meter lange Carcharodon rondeletil der größte. Das größte Landtier ist bekanntlich der Elesantt um>. zwar ber afrikanische, währenb der indische^ an zweiter stelle steht. Tann folgt ber Größe nach bas weiße Rhinozeros, ^te : Giraffe läßt sich der Größe nach schwer einordnen. 2x15 kleinste

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

29. 5«11'.;Lerc>>"

siir

schreibt: Mr. Churchill nimmt denselben Standpunkt cui, wie in seiner Rede vvm März. Dieser Standpunkt bedeutet < keine Fcindschast aegen Deutschland, wvhl aber die offene ( Anerkennung der Tatsache, daß eine Politik der Ileberlegen , l)cu von 65 Proz. über die nädtftftärlerc europäische Flotte ' eine Verstärtung oder Schwächung unserer Flotte bedeutet in dem Verhältnis, wie Tcutschland seine Flotte vergrößert , oder verringert. Das Blatt schließt: Wir sehen keine Hoff­nung auf Erleichterung von dieser Bürde, solange die inter­nationalen Beziehungen, bleiben wie sie sind Rur von einer Verbesserung dieser Beziehungen, vor allen Gingen zu Deutschland, können wir eine wirkliche Erleichterung erwarten.Daily News" betonen, daß Ehnrchills Rede mit seiner Rede vom Marz übereinstimme, daß aber auch jede Abweichung von seinem früheren Programm einen schweren Bruch feiner verantwortlichen Verpflichtungen be­deutet haben würde. Das Blatt fagt: Mister Churchill malt die Lage in den düstersten Farben. Wenn man seine Rede liest, fühlt man sich unwillkürlich an den denkwür­digen Tag des Jahres 1909 erinnert, wo Mac Kenna und Balfour die Panik wegen der angeblichen Beschleunigung im deutschen Schiffbau hervorriefen. Das Blatt fragt, ob es nicht die erste Ausgabe der Regierung fei, den Gegen­satz zu Deutschland zu beendigen Der einzige Lichtblick in der Lage sei die Haltung der Kolonien, zumal Kanadas. DieTimes" sagt: Churchills Versprechungen vom Juli sind ebenso gut wie die vom März, aber es bleiben Ver- prechungen. Mit der Verstärkung der Mannschaften ist dieTimes" zufrieden, desgleichen mit der Absicht, die Besoldung zu verbessern. Tas Blatt läßt aber die Frage offen, ob Churchills Versprechungeii auch entsprechende Vor­kehrungen für den Neubau in den nächsten fünf Jahren bedeute Die Hauptwirkung von Churchills Ertlärungen kontrastierten start mit seiner Schilderung der Lage, denn er küildigt die Verlegung van vier Jnvincibles und vier anderen modernen Kreuzern aus der Nordsee in das Mittel­meer an. Vom Standpunkt der Mittelmeerpolitit aus find diese Maßnahmen anzuerkennen, ober wie könne Churchill fie mit seinem Nordprogramm, einer Konzentration m der Nordsee, in Einklang bringen ober mit seiner noch mehr be­unruhigenden gestrigen Tarlegung ber Situation in per Norbsee? Auch bieTimes" glaubt an die englifchen ^ausfe unb die englischen Seeleute, aber man sei nicht gewohnt gewesen, biese Jmponberabilien in bic Rechnuna ber gegen

: wärtiaen Flottensiärle einzustellen, und das Blatt glaubt nicht, baß Churchill selbst sie in Wirklichleit als em fest- stehendes unb unanscchtbares Clement der englischen Ueber- legcuheit ansehe. TieTimes" verspricht sich das meiste von der Unterstützung ber Kolonien. DerDaily Telegraph" meint, daß ein neues Kapitel in ber Ge­schichte des britischen Reiches beginne, da Kanada ent­schlossen sei, das Mutterland zu unterstützen. DieM 0 r - ning Post" bedauert, daß Churchill nicht die Absicht nnflciünbigt habe, ein Extraaeschwader von acht Schissen unb eine entsprechende Anzahl von Kreuzern zu bauen.

^r^erHätte "er Vri gänzlich der Ansicht Balfours, baß bic jnernattoualc Gruppierung von Mächten,aus den Frieden hm ccritc Er wünsche in ber nachdrücklichsten Wme zu betonen,

1,. Gr oßb.i tu nnien ein höchst w i d e r w i l k i g c r W e 11- Bewerber im F l 011 c n wetlr ennen fei. Es ist nicht, . u- mir denken, fuhr Asauith fort, von uns provoziert. Wir find tut enormen Kosten Teilnehmer genmrbcn, nickst aus imem Willen, imbent unter dem Zwang ber Umstände. a.ie Ausgaben, so sehr ne auch bedauern, sind gerechtfcrttgt, weil es nohoaibig ist, li " 1 ii rbcü unserer Küsten, unserer Dominions unb um eres hcnbtU, sowie den Frieden ber Welt W erhalten. Ties sind Vv. !>-iden liitenben Momente unserer Politik, bie w,r stets l-.baltn, welche Partei sich im Amt befindet und welche Grup- ti -cung Der Mächte auch bestehen mag. Ich mißbillige alles, was r cid) Pani! oder Schrecken anssieht, beim ich denke nicht, daß , tlclnitc Anlaß baiür vorhanden ist, aber es ist von äußerster f iditiglcit daß wir uns darüber Har madten, was sich wahr ii, i,stich ereignen wird, und bei Zeiten für die Erfüllung imferer >' ^lutwortlichkeit sorgen. Wir müssen unsere Stellung behaupten 110 mir müssen sie in ihrer ganzen Ausdehnung behaupten.

' voll > Es bat keine Aenbenmg in unserer Politik un Mittel rv r stattgefunden, aber eS hat sich seit Jahren allmählich eine

. ntbmmg vollzogen, in dem, mas man das strategische Gleich- , icht neunen konnte. Ter Schwerpunkt zur See hat sich für vom Mittelm. .r nach den hemiischen Gewässern verichoben.

! . bc beul et jedoch nickst, daß es im Mittelmeer keine briindtcit ,!tereüen zu sichern gibt. Jeder weiß, wir können unter keinen - oingimgen das Mittelmeer als einen Sdfauplatz behandeln, in Dt in wir keine direkten eigenen Int er essen ^haben, ober als ih n solchen, für den wir die Sorge oder die Sicherung jemanb (ri.vr-j überlassen könnten. Beifall.) Das ist eine undentbarc G lnmgnähme für irgend einen britischen Staatsmann. Ich nickst von ber abjurben Voraussetzung aus, daß wir im u, inner den vereinigten Streitkräften von Oesterreichs und sten gegeiiüberzntreteii haben, aber wir müssen un Mittel- 11 i- in der Lage fein, unsere Interessen zu behaupten unb gegen (1 - Zufall - ui sichern, die man öernünftigermeife erwarten kann. ..r: 1 ei.ügeti Augenblick glaube ich, daß dies der Fall ist, aber es \ 11 steht fick) eine große Aenbermig. Ick) unb die Regierung tauft n nickst, daß mir unserer Pflicht gegenüber nm crem taube t itidjaffcii nadifonmtcn, wenn*wir nicht bie Art ber Zufammen- j-71111g unserer Streitkräfte im Mittelmeer änbern. Premter- 11 11 ftcv Asguith wiederholte dann bie Einzelheiten der von Chur 1 .1 mitg. teilten Aenberimgen und sagte: Nach Ansicht unferer s männischen Ratgeber unb nach sorgfältiger Erwägung aller . »ifadwu für die Zeit, für welche wir pflichtgemäß sorgen müssen

> im Vorausblick auf die nächsten drei Jahre wird diese streit- Irrit reichlich genügend sein, die britischen Jntcrcfien un Mittel- - ---- r' - Für bte nächsten

Der letzte Kurfürft von Trier.

(Zum 27. Juli.)

Am 27. Juli sind 100 Jähre vergangen, seit der letzte Kur f.Ürst von Trier, Clemens Wenzeslans in Augsburg, fern von seinem ä[cid)e, dessen Errettung aus fran$ömd)cn_£)änbcn er nickst mehr c-lcben sollte, bie Augen zum ewigen Schlummer schloß. Er i ar ein Sohn König August III. von Sachsen unb Polen unb befaß außer dem Trierer Mur hüt noch bic Würde eines Bischofs zu ficgensburg unb Freising en unb des Kcadjutors zu Augsburg. V.iv ein echter Fürst der Aufklärung, kunstsinnig und bildungs- nirig, hat er gewirkt. Noch heute zeugt von feinem teinen ('stschmack das Koblenzer Schloß, in das er 1786 von Trier feine Residenz verlegte. Er führte in den Sckmlen bessere UMerricksts- tlädier ein, errichtete in Koblenz eine Normalsckmle für Lehrer unb it Trier bas Clementinische Seminar für Geistliche. Zn dem von ihm ins Leben gerufenen Humanitären Einrichtungen gehörte cudi die erste Witwen- unb Daifenkasfe.

Freilich waren die Trierer nidjt mit allen feinen Neuerungen einverstanden. Sv cntfcffcltc bie von ihm angeführte Numc- rierung der Häuser eine kleine Revolution in der Bürger- rfxiit. Wie schwer ward es so mandiem, an die Stelle der jdiöncn elfen Bezeidinungen, wieStern",Anker",Glocke",Löwe", Einhorn",Walfifdi",Lämmchen" unb anbered wilde ^und j/abme Getier, bic unpersönlichen Nummern zu setzen! a.azu Ham aber noch ein materieller Grund: man fürchtete nämltdi Einbußen an den alten Privilegien unb Gerechtsamkeiten zu er» 1 ?iben. Der Kurfürst hatte gleichzeitig eine Braud undBer - s i ch e r u it g s ka f s c eingerichtet und nun meinte man^ mit den xhimment würde auch eine Steuer verbunden werden. Die neuen Zahlen, die so nüchtern an den Häusern standen, wurden her» untergeriiien und ausgelöscht: es tarn zu argen Tätlichkeiten. Um die Sicherheit zu erhöhen, führte der Kurfürst aud) bte Straßenbeleuchtung 1791 durch, die großes Aussehen er» negte. Doch der gütige unb rcrormeifrige Fürst würbe in tra Äscher Weise durch die aud) fein Land überströmenden Wogen der ffranzöfischen Revolution fortgerisfeu. Sein Hof in Koblenz wurde jfltm Hauptfammelplatz aller Rohalisten: hier nahmen der Graf von Artois, der nachmalige König Ludwig XVIII., ber Prinz von Qdonbe und der Herzog von Bourbon ihr Quartier und machten Sie Stadt zum Brennpunkt der antirevolutionären Pläne, xarauv [Din wurden 1794 Trier und Koblenz von den Franzosen beic&t. 'z)cr geängstigte Kurfürst flüchtete nach Augsburg, und die Ver» nvaltting des Kurfürstenliims übernahm der französische Volks lliertretcr Nencu. Turd) den Frieden von Campe Formio wurde L)as Erastift mit beri ganzen linken Rheinuser an Frankreia- oi&getrcten und der Friede von Luneville bestätigte dies unb 1 prack

genügend |cin, Die ürimmcn irrer gegen alle möglichen Falle zn fid)cm. ti,i Jahre ist die Streitkraft nach Ansicht unserer Ratgeber ge- 1. gend, spater werden wir mehr Informationen darüber bentzen, ,- ßhe Vcrhällnifse vorherrschen werben. Die auf dem Papier i- Kuben Programme werden nicht immer ausgeführt, ii werden ständig modifiziert. Es ist ein große

J griff, zu weit voraus in einer so wechselnden Kun t viie im Sdnfssbau Vorkehrungen zu treffen. Niemand hat hierin n e bessere Erfahrung als wir. Das Haus muß fid) oeriidyert )alten, wenn wir im nächsten Jahr mit verbesserter Kenntnis über VI' voraussichtlichen Erfordernisse ber Sachlage unseren Etat vor tjflen, fo werden wir nicht zurückbleiben hinter irgend einer 'kirbcrung, ivelche unsere Ratgeber für erforberlid) erachten, um &>c britischen Interessen sowohl im Mittelmeer wie in jedem u,bereu Teile ber Welt in voller und angemessener Weise zu

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