Vie MethylalloholvergistLngen vor Gericht.
-h. Berlin, 20. ilpriL
. Der Methylalloholprozetz wurde heute nach zweitägiger Unter- ^T.d,nng fortgesetzt. Lus Antrag de» VecteiöigerS 8t.*tL Wer- »iyauer waren sämtliche Zeugen unb Sacyversiäubige, die bisher /in dem Proretz vernommen worden sind, wiedergeladen. Der /Lufruf der Zeugen und -sachverständigen beanipruchlc wiederum
eine geraume Zeit. Der Heute Schwurgerichtssaal be8 Son5- gerichtS II, in dem die Sitzung ftattrmbct, ift üollgcfullt. IK rmissen noch Bänke und T,sche bereingcbracki werden, um den Sachverständigen Plätze zu verschaffen. Die Wenigen nehmen teil- weise im Zuschauerraum Platz. Auf den vorderen Platzen ntz. eine Reihe von Krankenschwestern. ES soll nunmehr m die Per Handlung eingetreten und der Zeuge und Sachverstandrge t.r Colm über den Fall dcS Nebenklägers vernommen werden. Hierzu stellt R.-A. Werthauer den Antrag, die Vernehmung drS Di Cohn solange auSzuietzen, bis sämtliche Sachverständlgc zur Steile sind. Ferner stellt der Verteidiger einen umfangreichen Beweis antrag, u. a. verlangt er, batz alle Sachverständigen der Beweis aufnahme ohne Unterbrechung beiwohnen sollen. Vori.^ unt. r bred^nb): Ich habe bereits erklärt, daß ich keinen der sachvcr ständigen mehr entlassen werde, damit ist die ötidye erledigt R.-Ä. Werthauer: Ferner beantrage ich die Wiederholung verschiedener Zeugenaussagen in Gegenwart der Sachverständigen, sowie die Verlesung der DbduktionSaufträge, welche den r_bduzentcn und speziell dem Gcrichtschcrniicr Dr. Jcserick erteilt worden । sind zum Beweise dafür, datz der Auftrag an Dr. Jescrich mir dahin ging, nach Methylalkohol zu suchen. Weiter beantragt der Verteidiger, zuerst über diese Anträge zu beschließen, bevor weiter verhandelt wird. Bert. R.-A. Bahn widerspricht der Vernehmung deS Dr. Cohn, da dieser zur Sache selbst nichts wisse.
die daS AuSsand trägt, seien, pro 5kovs berechnet, viel höher als bet ani Stele eer*«twin8 trreMhrend, denn e» kommt nur darauf an, wer im Ausland die Kosten wirklichl Denn
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selbst zahlen, davon wollen rie begüterten Patrioten nick S ff - Zu diesem D-ld Patzt treff'nd. bah die ^g.erung b e Erblast», steuer nickt eingedracht ha« an» ®n0^..?dr“ f'n T i e st o r t - Patrioten" würde sie ihnen vor ^e Fuße werfen T F
Höhung der Mannschaf.Slöht.e kann den «o.daten gar n ckts nutze , sie wollen etwas Grc'sbareS haben. «uf MtNiflerve s p r e ch u n g c n geben wir gar nichts mehr. Und dann 'st es d ch immerhin möglich, datz w'r im nächsten Fahre einen " Kanzler und auch einen neuen Schatz,ekretar haben, denn wir Haden einen fta.ten Min sterverbrauch. <He,tcr e,t l.nkr.)
5-,» neuen Leeren aber werden s'ch an die iijerfprccyungen nicht orb'.nhm halten. M't Recht hat das Wort ^ ^nzlerS von dem bisherigen verdienstvollen Leiter des Reichs, ckctzam.s aNgem..nes Gelachter ^'unden Tieser Mann mit den glänzenden Kenntmffen ist e, n s 0.ch1 a b ge|| a 0 t worden, ist sang, und klanglos verschwunden. Freilich hat rr stch jetzt gemeldet und nrrlr tt seine Anschauungen publ.zutifch, ich aber keineswegs mit >vnen des Kanzlers decken. Wenn die Finanzlage w.rkl.ch so rostg ch. warum to-rb bann bie 8“n,>- h 0 lzstener nickt bese",gt? Ab.-r bie N tg 1 eru"8 6^11,1 ia selbst nicht datz sie m.» ber Beteiligung bet 2.cbceOaLe au6- kommen w.rb. Neue Steuern werben n°twen 'g sein. T-Shalb darf bie Vorlage nickt über« Kuie gebrock-cn werden. Die L t ledigung vor Pfingsten ist ausgeschlossen. Ter Reickttag ist leine nack>geordnete Behörde deS Kanzlers, er befindet sick in keiner gottgewollten Abhängigkeit von 'hm. (Setter- keil.) Für D.c cuiße.Hnoe Beialuug Der ^.eäungsirage mutz yeil gewonnen werden. Wir werden f.'denfallS keine Steuern auf Vor schütz bewilligen, gegen olle Kriegstreibereien macht, voll temonflr.eren und die Politik ber Gewalt ersehen durch rme Politik der friedlichen Entwicklung untz der Dollerverbrudervng. (Beifall der Eoz.)
handel.
* BuderuS'sche Eisenwerke, Wetzlar. Von der durch die ordentliche Hauptversammlung am 20. d. Mts. genehmigten 4V,-proz. Teilschuldverschreibung s-A n l e i h e in Löhe von 6 000 000 Mark ist inzwischen ein Betrag von 3 000 000 Mark an ein unter Führung der Mittel deutschen Kreditbank stehendes Konsortium begeben worden, dem weiter folgende Banken angehören: Deutsche Bank, Dresdner Bank, Essener Kreditanstalt, Rheinische Bank, A. Schaffhausen'scher Bankverein, Jonne die Bankfirmen: Baß & Herz, von der Heydt. Kersten & Sohne, Sal. Oppenheim jr. & Co. Ter Rest der Schuld- Verschreibungen im Betrage von 3 000 000 Mark bleibt vorläufig rm Besitze der Gesellschaft und soll nach Bedarf begeben werden.
Es gibt kein gefährliches Alter WWW wohl ober gefährliche Jahre-zeilen. Gefährlich ist vor allem ber Vorfrühling, der notorisch die grüßte Zahl an Erkaltungen bringt Wer sich die Frühiahrsireude nicht verderben unk etwaige Affektionen der Haisschleimhäute schnell bekämpfen will, der gewöhne sich daran, immer Fay« achte Lodener Mineral-Pastillen zu benützen. Man kauft sie für 85 Pfg. die Schachtel in jeder Apothele oder Drogerie, laste sich aber unter keinen Umständen Nachahmungen ausschwatzen. mu/*
«tr einen finan,wirtschaftlichen «eher erklärt zu sverben. ge. ??e5cn d?tz ich in dieser Abnahme des Konsu m S e inen sproßen Vorteil für bie volkskraft und Volks. ae?unbheit, einen so hohen Gewinn an ethischen Werten er- blicken würbe (Lebhafte Zustimmung sink»), daß da» alle finan. sieden Erwägungen überwiegen wurde. (Erneuter lebhafter Bei- faD (^nftroeilen aber ist diese — nennen Sie e« Sorge, ober nennen Sie es Hoffnung - noch unbegründet T.e rnahrungen haben uns gelehrt, bah ber Bra.intwe.nkonsum, abgesehen non einigen Rückschlägen, wächst. Das Reich wird also au» der vor- läge Gewinn erwarten fönrun. .
Wie wir uns bie Gestaltung ber Einnahmen und Huffläben denken, ersehen Sie aus der Denkschrift Einen 101 lex Jahrgang wirb die verwaltu,.g mcht so bald wieder bekommen. Bei unserer Ausstellung haben wir alle besonderen Um. stände in Abzug gebracht. Unseren guten Grundsätzen über bie Schuldentilgung bleiben wir Iren. Wir werben auch ben schweren tzlii.zsall uberwinben können, ber unS au« der Ermäßigung der Zuckersteuer und ber Grunds!ückksteuer von 1014 an droht. Ten Ueberschutz von 19 i 1 haben wir sehr gering a uf 280 Millionen berechnet. Reservieren wir davon etwa iuu für diejenigen Zwecke, die zur Sckuldentilguno im weitesten Sinne des Worte« gehören, so lasten sich auch bie Etat« ber nächsten ftnfire balanzieren. Ich weiß, datz bie Verwendung 'olcke- unnet- hessten Mehreinnahmen in einem Aufsatz von sa ch k u n d i- aer Seite behandelt worden 'st, der in ber .D ent ich en Rundschau" erschienen ist. (Hört, hört! und Seiterkett.) E« siegt mir nichts ferner, ol« gegen den verkäster b'eje« AukkatzeS iu polemisieren, nicht bloß wegen des T r e u v e r b a l t n r s f e S. in dem ick zu ihm bi« in bie letzte Zeit neftanben habe, sondern anck deshalb, weil ich mich letzten Endes mit tbm in j-der Beziehung ein« weiß. (Hort, hort» Er bat g-rade in dieser Stunde so beherzigenswerte goldene W ö r t e in bie Welt hinauSgehen lasten, weil er f ich n ock n a ck feinem Scheiden au« dem Amte diese» Am t e» annimmt. (Zuruf d Coz.: Gott, wre ruhrendls Ter Standpunkt, der in diesem Aufsatz vertreten wird, ist auch ber der verbündeten Regierungen. n .
Der Grundsatz, bie Schulden de« Reiche» nickt weiter an- schwellen zu lasten, sondern nach Möglickkeit zu verringern, wird durch die Vorlage nicht verletzt. Ich möckt- aber dringend davor warnen au« meinen Ausführungen den Scklutz /u ziehen, datz unsere Finan-lage glänzend fei und weiter Ausgaben gestatte. Lachen b. d. Soz.) Prophez-ien kann man natürlich schwer, ober doch kann man sagen, datz keine Anzeichen dafür vorliegen, unsere wirtschaftlich eEnt Wicklung stebe vor einer Aenderung ES liegt in der Nasiir der Sacke, datz eine solche Entwicklung aur- und abm-it, und welche verhängnisvollen Folgen ein Umschwung der .<ton|unuur naben kann, dafür ist ein Beweis da« Defizit von 1008. Der Staat«, reoierung wird e« natürlich reckt erschwert be Ausgaben in dem ri-ffigen Rahmen zu halten. Auch mit brr Sparsamkeit ist nicht viel getan. Nack einer längeren Zeit glaubt eine icde Ber- waltung. daraus das Reckt auf erhöhte Forderungen zu ziehen. Selbst beim Reickstage haben wie bietet Erfahrung begegnen müllen. Eine wirkliche Sanierung unserer Finanzen kann erst dann eintreten, wenn auch bie Ausgaben de» Erfraordinarium« ans laufenden Mitteln entnommen werden. Bet der vor- nekchlagenen Regelung wirb da« allerdings noch einige Jahre hina"-<aeschoben werden. --- aTi
Erleichtert wird es un« aber, datz vom nächsten Jahre ab die Höhe der erforderlichen Anleihen diese Einnahmen nicht hber- steigen werden und datz von 1914 ab alljährlich bie «ur Schnsi en- tilaung erforderlichen Beträge ihrem eigentlichen Zweck auch zu. a-führt werden können. Immerhin ersehen Sie, batz wir noch reckt viel auf dem Gebiet ber Schulbent'lgung f u tun haben. Die Finanzverwaltung Bat sich mit einer nut kargen Deckung von 30 bi« 40 Millionen begnügt, aber tmr lehnen den Vorwurf ab bah wir bie Finan,frage im dunklen gelasten Baben. Wir hoffen, in bet vorgekchlagenen Weile, allerdings auch nur in ber vorgekchlagenen Weis?, Deckung für die Ausgaben zu lckaflen. Dir wisten. datz wir mit ben Anforderungen an unsere Finanzen bis auf bie äutzerlte untere Grenze herabgr- gangen sind. Wir haben daS mit vollem Bewutztsein getan, weil wir die Steuerkraft de« Volkes sckonen wollten nickt blotz. wie einige der Herren zu meinen schein-n, in bezug auf bie Erbkck'gftSsteuet. sondern in bezug auf bie Steuern lckleckt. weg. Wit halten eS für nötig, au« finanzwirtschaftlichen und politischen Grünten: tl mutz eine Reserve da fein. Meine Herren eine Ration, die wie die iinlrige ungiiSgesebt auf bie Gefahr eine« Angriffskriege» gerüstct fein mutz, mutz ihr ® 11 Iber trocken und ihre Einnabmegu ei len flüssig erhalten. (Beifall 6. b. bürgerlichen Parteien.)
Ssbg. Hanse (Soz.)k
Der Reichstag soll auf fünf Jahre gebunden werden. Aber Me Regicruug will freie Hand behalten. Wit sind durchaus nicht sicher, datz wir bis 1917 mit Mehrforderungen verschont werden. Tas Gegenteil ist wahrscheinlich. Auch bei der letzten Heere«. Vorlage von 1911 versicherte der KriegSminister, datz nun für bic HcereSverwaltung alle« erreicht sei. Heute klingt e» ganz anders. Weickern .striegSminifter soll Da« Volk nun glauben: Dem Herrn v y.ciingcii von l'Jll odcc dem von heuteil iZuriif u. b. ^oz.: ®ar teineml) Frankreich hat nur Verschiebungen in seiner Armee volgenommen, keine Vermehrung. ES ift überhaupt mcht r'chtig, bau Frankreick unS militärisch überlegen fei. Außerdem wird bic Aruhignng Marokkos Frankreich so viel zu.schaffen wachem batz uns von hort keine Gefahr drohen fann. Dazu kommt noch bet Rückgang oder Stillstand in der Bevölkerung Frankreich«. Frankreich denkt nicht im entferntesten an c.nen «n griff auf Deutschland. Einige nationali|hfcbe Schreier da drüben können da« Gegenteil nicht beweisen. Wozu deshalb nach kaum Jahresfrist eine neue HcereSvorlage? W,r haben auch heute baniber nicht« gehört! Redensarten, nicht» als Redensarten 1 (Sehr gut I b. d. «oz.) ... .. _
Die Rede de» Reichskanzler« hielt sich an ein oTte» sehr be. kannte» Elich^: an die Reden unserer Oberlehrer bet den «edan. feiern in der Schu'.^. (Heiterkeit b. b. Soz. Unruhe recht» ) Auch nicht ein einziger Gedanke zur Begründung -'ner HeereSver tar. kung war darin entbatten. (Lehr wahr! bei ben Coj.) Co fann jede Vorlage jeden Tag begründet werden. Verwunderlich ,st nur, daß die Regierung nicht daS Doppelte oder Dreifach«'gefordertt bat. Die Bearünduug hätte nicht anders zu fein brauchen! (Heiterkeit bei den Soz) Wir denken nicht daran, unser Volk w e h r 1 o» zu wachen. Aber allen E r 0 b e r u n g S g e tu ft en treten wir entgegen. (Zuruf recht»! Wer will da^-j Lesen Sie Ihre Preste. Wir halten zur Verteidigung em- de-nokrat ich orga unierte Volk^mehr für am besten geeignet. («aUn recht».) L Schweizer Miliz wird von ber ganzen Welt berounbert. Jet Hauer reist ]a in d.eiem Jahr naej bet Schweiz Er kann sich dort v
Tüchllgke't d-° M,.iz ub-,,-uo-n.
kazu Lua" * (8««f
S.°w°L do- Unf.nn ift. 6ob.n «ft fest I»irt« t«L®°',0™,n'\e ,m muStreciet bmitfcn. (Seifte Summmung b« ben Soz.) Die Arbeiter handeln selbstmörderisch, wenn sie die f e m System auch nur -inen Mann ober Groschen be. willigen. (B.'ifall b. d. Soz.) Ni-i^saefabt
Tas Ende der fortgesetzten Rüstungen, die d'e Kriegvgefavr nicht dämpfen, sondern erhöhen, w'td t \ n L Schrecken fein. Deutschland ist stark genug, al« day ihm bu Anregung zu einer Einschränkung der Rüstungen al« -schwache ausgelegt werden konnte. Ter Kanzler sagte, kem« Sk§«irung volle einen Krieg. Nun, bann mögen sie sich doch vetitandigen und es den Parlamenten überlasten, ob sie einen fincg toagen. (Sehr gut! links.) Kein Parlament wird eine solche. Jerant. »orturg übernehmen. Aber, so sagte ber Kanzler, die Volker Vörden von i a n a t i f i e r t e n Minderhetten leicht m einen Krieg bineingetrieben. Er mag sich beruhigen: b,e 4Xr Millionen Sozialdemokraten lasten sich von diesen Mlnoerheiten nicht fanatifieren. Im übrigen stehen die Kr 1 eg»he tz e r ' m Flotten- und Wehrverein dem Reichskanzler politlfa sehr nahe, sa diese Vorlagen beweisen, datz der Kanzler fick von ihnen hat ins Schlepptau nehmen lasse n. (Unruhe.) Rur Linken aewendet faate Herr v. Bethmann, die j/luit*tUiiten#
Aba. Dr. Spahn (Zentr.jk
Die dauernden neuen Belastungen stellen autzerbrdentlich hohe Ansorderungen an da« Volt. Darum müsten toir forg|amj)ruicn, ob diese neuen Vorlagen ein wirkliche« Bedürfnis sind. Wir erwarten wettere Aufklärungen in bet Kommission. Wenn auch unmittelbar kein Krieg droht und vielleicht auch, m Zukunft nickt, so müsten wir trotzdem unser Heer auf der Hohe halten. Mit Zahlenbilanzen allein aber ,st eS "'ckt getan. Auch die schwarzen Truppen FrankreickS kommen gar nicht in Betracht. Rasch* Mobilmachung ist jetzt alle». Jeder Angriff mutz sofort erwidert werden. ES gibt letzt keine Fristen mehr zwischen Krieg«, erklärung und Angriff. Wit wurden 1800 Milli one n j a h r. lieb nutzlos b inauSroerfen, wenn wir nicht hn i5nDe des Angriff« vollständig schlagfertig sein würden Unsere Nachbarn auf beiden feiten haben ihre Kampforganlsationen auSgebaut. Wit würden daher unsere Pflicht vernachlässigen, wenn wir nicht
sich für praktisch hält.
T i e Deckung! Wir sind G e g n e r d e r E r b s ck a f t «. steuer. Der Schatzsekretär darf da anck nicht für die Zukmist hoffen. Denn wir sind nickt Gegner au« OportuniiätSgrunden, sondern aus Gründen der Ueberzeugung. (Laute« Gelächter link«.) Wie kann man sagen: Ohne die Erbschaftssteuer ist nickt» zu macken! Wir braiichen die Erbschaftssteuer nicht! (Zuruf lmkS: Eie soll an Stelle von Konsum steuern treten!) Direkte Steuern gehören den Einzelstaaten. Ter Uebersckutz bon 1911 ist unerwartet hoch. Er mutz cucfi zum Deik zur Schuldentilgung verwendet werden. Bei dem wachsenden Konsum, bei der wachsen« den Steuerkraft können wir auf weitere hohe Einnahmen rechnen. Ta eS sich um fünf Jahre handelt, werden Ausfälle eine« Jahre« durch Höhereinnahmen eine« anderen gedeckt werden. Tie Angriffe gegen bie Spi l i t u s z e n t r a l e sind unberechtigt. Sie ist jetzt feit gefügt und hängt nicht mehr von der Liebesgabe ab. Tie TeckungSfrage wird in der Kommission eingehend erörtert werden muffen. Ten Wunsch aber gebe ich den Vorlagen schon jetzt mit auf den Weg: Sie mögen dem Wohle be» Bolle» bienenl (Beifall.).
$T6g. Herzog (Wirtsch. Vgg.)! -----
Es ist ein einfaches Gebot der Vaterlandsliebe und der Pflicht gegenüber dem Reiche, dem alle Schichten des Volkes so viel verdanken, bic bestehenden Lücken in unseren Rüstiingen auSznsüllen. Cb daS Ziel erreicht wird, wisten wir nicht. Entweder nun hat Vertrauen zur Regierung ober nicht, w i r baden vertrauen. Nur einige leise Bebenkcn haben wir, besonders gegen die Formation ber Marine. Bei ber TeckungSfrage hätte man einige neue Steuern heranziehen können, bie von besitzenden Kreisen zu tragen wären. Ta ist z. B. auch die Dehrsteuer. Und haben nickt nock bie Nationalliberalen ihre Divibenben» steuer im Schrank? Tie trifft auch keine Unbemittelten, viel» lcickt kann mon sie noch nebenbei einsühren, um soziale Fortschritte zu erreichen, z. B. die Herabsetzung bet Altersgrenze auf 65 Jahre. Wir erwarten einmütige Beschlüsse in bet Komnfijsion. Unsere Wehrmacht musi achtunggebietend sein. ( Öre es nicht so, so wäre baS zum Schaben bet ganzen zivilisierten Leit. Da wäre berWeltfriebeninGefah r, ^Dejsall.).
Deiterberatung: Dienstag 1 Uhr,
Lchtutz Uhr, ____ ___
®«0en.
sich einie|n 1 &ibfn 1 den <geLnv Eundez,
'dere groe;Q, l°nnJe ■fit und K?°n Pro. °nnte dies ba^in ? he splitterten L",?1000 : für Li, ^ n,icl5nien
Aber n,tin8elnen
WZ
?'eden Besitz belasten, h* h!,Ommen und W}« Verhält.
•»’S }***. Ehrend XMl schon feine Hand erroäljnt worden, -ch rlbflandigc Steuer nicht *) gleichmäßigen Lätzen 1° bedeutet sie den all° immer nach den be.
e r' oder das, was man r versteht, bie Belastuna en" EcbjchastSiteuer lenlürnliche SfloUe. fic ih itiit^en Parteien grohc Gruppen des beut. 1 sich vor allen anderen gegen daS Lteuerzahlen ■uer fordern. Eine ruhige jtssteuer drückend ist wie dere große Kulturftaaten, k Tages kommen kommen kann. (Zu. te, mich ruhig anzuhörcn jchneidender, den Nerv Bedeutung, dah hier ein tung fein muh.
über die Ausdehnung der dings nicht daS Licht-des ) nicht als grundsätzlicher derbimdeten Regierungen weimol eine folche Steuer preche jetzt nur von 1909, ces. Welcher grohe Weil hme diejer Borlage gelegt :m Rcichsjchahsckretäc und c einzelstaatlichen Minister Wie können da die tvr.
che Gegner der GrbiW- ifomcnt können wir 3^nn' n, einmal desha/b, weil Steuer »ermüd'* nen würden 'Mui roße, da! ganze ®oU erben kann, wenn ihr eme . den Ertrag der steuer Mich brauchen wir nur ns bewilligt werden, und lliat werden, damit wir .atz BUd der inneren Zer- leuermöglichkeiten kann eS M« b-i d-m
h nicht um eint neue w -LN- aber heute oiew {6rbcr, rbe m bohe°i ^°,'M.
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Nach diesem zweistündigen Vorspiel wird in die sachliche Verhandlung eingetreten und zunächst Dr. C o h n als Zeuge und Sachverständiger über den Fall des Nebenklägers Lehmann vernommen. Der Zeuge bekundet, er habe Lehmann am 15. Hauuar 1912 untersucht. Lehmann gab an, datz er seit Jahren täglich für 50 Psg. bis 1 Mk. Schnaps zu sich nehme. Am 27. Dezember habe er auch Schnaps getrunken, worauf er Erbrechen und Durdisall bekam. Er wurde in das Krankenhaus ausgenommen. Es war aber nicht festzustellen, was für Alkoholvergiftung chara.k- teristisch war. Bert. R.-A. Dr. Werthauer bittet um Angabe per Einzelersd-einungen, welche für ä)tonische Alkoholvergiftung charakteristisch sind. Das geschieht. Bert. R.-A. Dr. Werthauer: Haben Sie sich über den Fall Schneider orientiert? Sachverst.: Ich kenne den Fall Schneider nicht. R.-A. Werthauer beantragt daraufhin, sämtlid-e Zeugen zu dem Fall Schneider nochmals zu laben. Vors.: Ich lehne das ab. R.-A. Werthauer: Ich bitte um Äerichlsbeschlutz. Staatsanwalt: Ich lasse die Anklage im Falle Sd>neider fallen. Bert. Werthauer: Das ändert an meinem Anträge nichts, da es sich um allgemein wissenschaftliche Fragen handelt. Das Gericht wird später darüber befinden.
Der Staatsanwalt beantragt den Sachverständigen Medizinalrat Dr. Stadelmann vom Krankenhaus am Friedrichshain nunmehr zu vernehmen. Vert. R.-A. Werthauer bittet, die Vernehmung dieses Sachverständigen solange auszusetzen, bis der Nebenkläger Lehmann da sei, oder bis feststehe, datz er nicht an Gerichtssielle erscheine. Vers.: Ich lehne den Antrag ab. Die Sache ist erledigt. R.-A. Werthauer: Ich bitte um Abschrift des Beschlusses, sowie aller bisher ergangenen Beschlüsse und die Verhandlung solange auszusetzen, bis mir die Abfchriften zuae- gangen sind. Vors.: Das lehne ich ab. Vert. Werthauer: Ich bitte um Gerichtsbeschlutz. Bors.: Das lehne ich ebenfalls ab. Also der Geh. Medizinalrat Stadelmann .... R.-A. Dr. Wer- tbauer unterbricht die Verhandlung und stellt folgenden Antrag: Es sollen die Akten des Reichsgesundheitsamtes, in denen die Frage der Giftigkeit des Methylalkohols erörtert wurde, und die seinerzeit dem Reichstage vorgelegen haben, an Ge- richtssielle geschafft werden. Es ist darin ein Gutachten des Erfinders der Anilinfarben, Hofimann, enthalten, der erklärt, daß Methylalkohol nicht giftig sei. Auch andere Sachverständige geben Darin ihr Gutachten ab über die Nichtgiftigkeit des Methylalkohols. Das Gericht setzt die Beschlutzfassung über diesen Antrag aus.
Als dann einer der Sachverständigen sich darüber beschwert datz er einen sehr ungünstigen Platz habe, erksiirt der Vorsitzende
Dann mutz die Presse raus.
(Grotze Bewegung im Zuhörerraum und am Pressetisch.)
Die Vertreter der Berliner und auswärtigen Presse traten hierauf zusammen uni) beschlossen einmütig, die Berichterstattung in diesem Prozesse einzustellen.
Der Vorsitzende verkündet nach cinfh'inbigcr Beratung folgenden B e s ch l u tz des Gerichtshofes: Die Wiederholung der Zeugen- ciussage wird abgelehnt. 9Iud? die Verlesung des Auftrages an bic Cbbujcntcn unb an ben Gericsitschemilcr Dr. Jeferich wirb abgelebt. Der Gerichtshof ist in ber Lage, in jebem einzelnen Fall zu bestimmen, worüber ein Sachvcrstänbiger vernommen werben sott. Vertcibiger R.-A. Puppe will nunmehr einen Antrag stellen. Er beginnt mit folgenben Worten: In ber Strafsache gegen Scharmach unb Gen. ist in ber öcgrünbiuig des Beschlusses bezüglich der OrdmmgSItrafe gegen Rechtsanwalt Werthauer. . . Vors.: Was bezweckt der Antrag? Verteidiger: Eine Berichtigung des Protokolls. Vors.: Das Protokoll ist ja noch gar nicht da. Vert.: Es ist aber doch am 17. dieser Beschluß verlesen worden. Vors.: Das steht zwar im Protokoll drin, es ist aber noch nid)t abgeschlossen, ich lehne bic Sctllung bieses Antrages ab. R.-A. Puppe bittet um einen Gerichtsbeschluß, ob er ben Antrag wenigstens verlesen bürfe. DaS Gericht beschließt, ben Antrag abzulchnen. Hierauf stellt Vertcibiger R.-A. Dr. IaffS ben Antrag, bic Sachvcrstänbigen Mebizinalrat Dr. Stornier unb Geheimen Mebizinalrat Hoffmann barüber zu befragen, ob bie beamteten Aerzte über bic Giftigkeit dcS Methylalkohols unterrichtet waren Weiter beantragt ber Der- teibiger, vcrschiebene jetzige unb frühere Angestellte bes Asyls J für Obbachlose als Zeugen zu laben. Sie sotten betunben, baß I bie Aussagen bes als Zeuaen vernommenen Hausvaters Schuster vom «Stäbtifdjen Asyl nicht richtig waren unb baß eine ganze Reihe ber Erkrankten unb teilweise aud) ber Gestorbenen ben Zeugen gegenüber unb in beten Anwesenheit auch ben Aerzten gegenüber erklärten, batz sie bei Jjaak nicht Schnaps getrunken hätten, fonbern in ganz anberen Stabtgegenben. Daraus folge, Datz ber Tob keineswegs auf ben von Scharmach bezogenen Methylalkohol zurückzuführen sei. Der Gerichtshof setzt bie Beschlußfassung hierüber aus. Bert. R.-A. Werthauer beantragt, batz ihm eine Abschrift bes Ablehnungsbeschlufses bczüylich ber Verlesung ber Obbuktionsprotokottc zugestellt werde. Weiter beantragt der Verteidiger, die Inhaber der Firma Kahlbaum barüber zu hören, baß sic 5 Sorten Methylalkohol im Preise von 1,20 Mk. bis 8,50 Mk. pro Kilo verkaufen unb batz sie Scharmach bie billigste unb schlechteste Sorte lieferten, roäbrenb bieser glaubte, batz er bic Wir würden daher unsere PNicyr vernacyiaingen, wenn 1 zweitbeste Sorte erhielt. Der Gerichtshof setzt die Beschlutz-
daS Notwendige bewilligen würden. Wir müssen auch so genutet fajfung aus. Verteidiger R.-A. Werthauer bittet, ihm eine sein, daß andere Slaaten nicht die Nciguna verspüren, mit unS Uttffdjrift der Begründung des ersten heute gefaßten Gerichtsbe- anzubinden. Eie Dürfen keine NuSsickt auf Erfolg haben. schlusscs zuzustetten. T)er Gerichtshof beschlietzt, ihm eme solche Unsere Finanzen haben sich -rrheblich gebestert. Tatum ist Abschrift zustellen zu lassen.
der Kriegsminister erst jetzt, und nicht sckon im vorigen Jahre, mit seinen Forderungen hervorgetreten. Wir verlangen aber, dah die Mannsckasten sck?on vom 1. Oktober 1912 die Erhöhung der Löhnung erhalten. Im übrigen der ganze Reichstag tinig: WaS zur Verteidigung deS VaterlanteS notwendig ist, das wird bewilligt. Ta« muffen auch D,e Sozialdemokraten bewilligen. Auch sie werden im Falle eines Angriffskrieges gegen den Feind marichiercn. Bei den beiden neuen Armeekorps handelt ?s sich nur um a n n e h m e n oder ablehnen. In Einzelheiten abändern, da« geht ta nickt. Wenn wir hier fckwere Opfer für daS Heer bringen, wenn wir unsere Kinder in feine Reihen sckicken, dann verlangen w»r aber auch, daß die r e l 1 g i 5 f e n G e f ii h l e der eirnelnen aeacktet werden. Auck beim Heer muffen die zehn Gebote Wolle» befolgt werden. (Beifall i. Zcntr.s Ta» ist aber nicht der Fall, wenn die Tuellerlasse nickt beacktet werden. ^(Erneuter Beilall i. Z'ntr.) Hier lml-en die obersten «tellen dir endlick einzugreifen. Ta» können wir verlangen. (Beifall L Zentr) Man darf den religiösen Geist im Heerr nickt ersticken. Auck die Mißhandlungen von Soldaten müssen ausboren. E» darf nickt vergesien werden, daß der Mensch nach dem Bilde Gotte« gesisiasken ist. (Beifall f. Zentr.)
ES ist ricktig, daß unsere Reservegesckwader bei einem Angriffskrieg jetzt viel zu spä» kommen würden. Tie neue Regelung ist daher notwendig. Tie L u f t s ck 1 f f a h r tl Ick hatte gern vom Kriegsminister gehört, welche- System er eigen»


