Ausgabe 
22.11.1912 Erstes Blatt
 
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4.

erfolgte in in (liefern, bnrckes bei

. Klasse erteilt. _ . . .

"Von der Ueberlandzentrale Gießen. Inden

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 21. Nov. Aussetzung der Verhandlung

der Stras'ackc gegen den Steinbruwdesitzer K. T der liegen cwn'chr'ttSnndrigen '.'Ibbaud snne- Stein Daubringen vom Schöffengericht Gießen bestraft roor

nächsten Tagen sollen die Ortsnetze der Gemeinden Heuchel- heim, Klein-Linden und Allendorf a. d. Lahn in Betrieb gesetzt werden. Es wird daraus hingewiesen, daß nur während der Bauzeit, die Anschlüsse kostenlos aus- geführt werden und daß nach Fertigstellung der Ortsnetze vom Auftraggeber der Hausanschluß von der Straßenleitung ab zu bezahlen ist. Tie Höhe der Kosten hängt ganz von der Lage des betreffenden Gebäudes zum Verteilungsnetz ab. Durchschnittlich wird ein Anschluß etwa Mk. 60 Kosten ver­ursachen. Es ist daher dringend zu empfehlen, die Anschlüffe noch vor der Inbetriebsetzung der Ortsnetze zur Anmeldung zu bringen.

Postdienst an Großherzogs Geburtstag. Am 25. November, dem Geburtstage des Grobherzogs, werden die Postschalter von 89 vormittags und 11 vorm. bis ll/2 Uhr nachmittags offen gehalten. Es findet nur eine Brief-, Paket- und'Geldbestellung statt.

** Versuchter Selbstmord. Ein von Friedberg gestern hier zugereister Maurer durchschnitt sich in der^Frank surter Straße anscheinend in einem Anfall von geistiger Störung die PulSader der linken Hand. Er wurde nach Anlegung eines NotvcrbandS in die chirurgische Klinik gebracht.

Landkreis Gießen.

Nödgen, 21. 'Nov. Vergangene Nacht wurden einen, hiesigen Landwirt zwei Gänse gestohlen. Du- Gendarmerie fand auch Spuren deS Täters, doch ist er noch mcht ermittelt.

»ich, 21. Nov. Die vom hiesigen VolkSbildunqS- ucrein veranstaltete Ausstellung k ünftlecischer Wand- bil der bleibt infolge der günstigen Aufnahme und des regen

Universitats-Nacdrichten.

Die philosophische Fakultät der Universität Ber­lin hat den Professor der Nationalökonomie an der Technische',, LwÄ'chulc zu Eharlottenburg, Öeinncf) Her kn er, als Wach folger des a» 1. April nächsten JahrcS von inner Lchrtälig feit zu rück tretenden Professors v. Schmoll er berufen, L. Ixtt den Ruf angenommen.

Kleine Tagerchronil.

Professor Cerebutani hielt im Polytechnischen Berew in TJündien einen Vortrag über eine neue Erfindung, bte bereits als Patent in allen Staaten angemdbet ist. Es handelt sich um ein Telephon für den überseeischen Ver­kehr. Es hat sich bereits eine Gesellschaft zur Ausbeutung des neuen Patents gebildet

Bei der Revision des eigenen Depots der TiSkcmtoqesellschast in Berlin wurde entdeckt, daß ca. 20000 preußischer »ov- sols fehlten. Verdächtig ist der Bankbeamte Heinrich Schur­mann aus O c l d e , Kreis Böckum. Bei einer Bank tnTempei Hof hat er eine halbe Stunde nach der Revision 70°° JDiart abgehoben Auf die Ergreifung Schürmanns ift eine Belo»- nung von 1000 Mark auSgefetzt worden.

AuS Falkenau wird gemeldet: Im Union-schacht der Dur-Bodenbacher Bahn wurden drei Bergarbeiter verschütt Einer rief ,'ünf Stunden lang um £)ilfc, dock) war t5 immogiuv. zu Helsen, io daß alle drei erstickten.

DerNew Pork Heralb" meldet aus Mexiko: Bei entern Erdbeben in Acambaro sind hundert Personen umgekomnren.

Ter Vizepräsident der Eanadion Pacific-Eisenbahn, dergegen- wärtig in London weilt, hat von der Hauptleitung <n Mont­real telegraphisch die Nachricht erhalten, daß bei dem Erien" bahnunglück m brr Nähe von Gull Lake niemand umgetommen ist 18 Chinesen haben Verletzungen erlitten. Nach der crilcn I Meldung (ollen 18 Personen getötet worden sein.

Au- Stadt und Land.

Gießen, 22. November 1912.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Unsere Stadtväter haben sich gestern eine Dauersitzung geleistet. Die Ursache war die abermalige Beratung des Antrags auf Erhölfung der Bezüge der städtischen Beamten, Lehrer und Bediensteten, die auf Antrag des Stadtv. Dr. Urstadt in öffentlicher Sitzung vorgcnommen wurde. Wenn Stadtv. Urstadt zur Begründung fernes Antrages ausführte, daß die öffeiitlidic Beratung notwendig sei, damit kein falsches Bild in der Oeffentlichkeit entstehe, so I>nt er da­mit durchaus recht Man hätte aber erwarten dürfen, daß er selbst ebenfalls nach diesem Grundsätze verfahren wäre. Wenn er das getan hätte, würde er unsere Mittei­lung, daß durch die Ablehnung der Gehaltserhöhungen für Lehrer und Beamte der Stadtkasse eine Mehraufwendung von 73285 Mk. erspart bleibe, nicht auf so merkwürdige Art ausgelegt haben, wie er cs gestern getan hat. Die Feststellung der Tatsache war einfach unsere Pflicht: daß sie inhaltlich einige Aufregung hervorgcrufen hat, ist doch nicht unsere Schuld. Die pädagogische Belehrung deS Stadtv. Urstadt würde, selbst wenn nnr in ihrem Sinn gehandelt hätten, an der Sache doch nichts ändern können, denn die Auffassungsgabe der Beteiligten darf auch nicht unterschätzt werden. Nach der Wiederaufnahme der öffent­lichen Sitzung erschienen denn auch viele Zuhörer, zu­nächst Lehrer, und späterhin, nach Schluß der Bureaus, auch zahlreiche Beamte. Die Aussprache über die Gchalts- vorlage zog sich bis nach 8 Uhr hin, worauf nach Ableh­nung einer Anzahl von Abänderungsanträgen der Vorschlag des Finanzausschusses, die Vorlage für dieses Fahr zu genehmigen, nahezu einstimmig Annahme fand. Für die

nommen.

Tie Gräueltaten der Serben.

Der Berichterstatter der WienerReichspost", tvelä>er sich drei Tage in Ni sch aufhielt, berichtet über erschüt­ternde Einzelheiten der von den serbischen Truppen begangenen U n m en s ch li ch ke i te n an den ge­fangen e n T ü r ke n u n d A lb an e s e n. Unter anderem erzählte ein Arzt des Roten Kreuzes m Nisch §Bei Kratowo ließ General Stefanowitsch Hunderte qe<fangene Albanesen in zwei Gliedern antreten, um |te mit Maschinengewehren niederznknallen. Dazu erklärte der Gcmeral, diese Brut müsse aus gerottet werden, damit Oesterreich seine chinesischen Lieblinge nicht mehr finde. General Zipkowitsch ließ bei Siemtza 950 alba- nesische und türkische Notabeln n l e d e r m etze l n, nachdem 10 000 Albanesen dem Vorrücken der serbischen Truppen große Schwierigkeitm bereitet hatten .

Tas anmaßende Auftreten Serbiens

lieber den Beschluß, den die serbische 9t c_p i e r u n g be- rüglich der fremden Konsuln in den von L^rben besetzten Gebieten faßte, wird der WienerPolitischen Korrespondenz aus Belgrad gemeldet, daß den Konsuln d,e durch die Militar- bebörben bisher eingeschränkt gewesene Bewegungssreihe,t zwar wieder eingeräumt, ihnen aber die im Sinne der in der Türkei bestehenden Kapitulationeii zustehenden Befugnisse auch weiter­hin nicht zugestanden werden.

Der Fall Prohaska.

Die WienerNeue Freie Presse" erhielt aus Prizrend ein vom 17. November nachmittags datiertes Telegramm des Konsuls Prohaska, in dem dieser mitteilt, das; er sich wohl befinde und nun nach Ueskueb abreise.

Das Borriickcn der Griechen.

Athen, 21. Nov. Der Kronprinz telegraphierte am 20. Nov. aus Banitza: Nachdem meine Armee die Pässe Gornitschevo und Kirliderbend überschritten hatte, entwickelte sich auf der Linie Zabrdani-Florina ein Kamp f. Ich besetzte Florina. Die türkische Armee, die bei Monaftir von den Serben angegriffen worden war, und von der Verbindung mit Res na abgeschnitten wurde, zog sich in Unordnung auf Florina zurück. Ich fing heute die­jenigen ab, die nicht mehr Zeit hatten, sich zuruckzuziehen. Eine große Menge Munition und Kriegsmaterial fiel in unsere Hände. Die Zahl der Türken, die sich auf Florina zurückzogen, beläuft sich auf 3000 0. Frankreich als Schutzherr der orientalischen Christen.

Nach einer Meldung desTemvs" hat der französische Ministerpräsident P o i n c a r e infolge der Nachrichten über die Möglichkeit von Niedermetzelungen in ver­schiedenen Gegenden der Türkei dem hiesigen türkischen Botschafter Rifaat Pascha daran erinnert, das; Frankreich als Schutzherr der orientalischen Christen gezwungen wäre, die ottomanijche Regierung für alle gegen orientalische Christen verübten Gewalttätigkeiten verantwortlichzu mache n. Poincarö ersuchte den türkischen Botschafter des- Ij-atb in dringender Weise, daß ben Malis besttmmte Befehle erteilt werben, damit eine derartige Eventualität hintange- halten werbe. PoincarS hat den französischen Botschafter in Konstantinopel, Bompard, beauftragt, Kiamil Pascha die gleiche Mitteilung zu machen.

Militärischevorbereitungen Oesterreichs und Rußlands.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Wien: Oefter- reickf-Ungarn trifft nicht nur im Süden, sondern auch im Norden, an ber russischen Grenze, militä­rische Vorbereitungen, lveil laut Nachrichten aus unanfechtbarer Quelle Rußland an der Süd west- grenze Truppen zusammenzieht.

Diirkcufrenndliche Kundgebungen in Kalkutta.

ben war und gegen dieses Urteil Berumng oerraigtt. 31t 6h. tätigen Verhandlung trat er Beweis bafür an, daß das lose Stemgerölle überhaupt nickt ber Verordnung gemäß von oben narf) unten abgeb aut werden könne und baß er auch um bie fragliche Zeit von Gießen abwesend unb an ber Ucberwachmtg seines Steindruckes verbinden gewesen sei.

3 n ber Felbstraisachc

gegen H. S. VI. in Strafen unb 10 Genossen erkannte bie Strafkammer auf Aushebung des Felbgerichtsurteils. Die Ange- klagten, bie Mitglieber einer Genossenschaftsschäserei sinb, warm ür bie Gelbsrrase unb bie Sckwbensersatzkosten, bie in einem Strasbesehl gegen ihren Sdiäfer sestgesetzt worden waren, für haftbar erklärt worben. Obwohl sie auf den (9tunbfrüden eine 23iibcbered)tigung hatten, war der Strafbefehl gegen ben Schäfn rechtskräftig geworden, da er unterlassen hatte, dagegen Einspruch einzulegen. Die Strafkammer erachtete ihren Einspruch für be. gründet unb sprach sie, ba ein Weibesrevel überhaupt nicht vor liege, von der Haltbarkeit frei.

3 n ber Privatklagesachc

bes H. W. G. in Bübingen, gegen ben ben Ch. L.^baseldst hob die Strafkammer das freispreck>enbe Erkenntnis des Schöllen- gerickts auf unb verurteilte ben Angeklagten zu einer geringen Gelbstrafe, da durch eine einwandfreie Zeugin nachgewiesen lourbe daß der Angeklagte die beleidigenben Aeußerungen tretan hätte

311 einem Vergleich

fam es in der Privatllagesacke des SckutzmaTmS Th.-Gicßm gegen die Geschwister W. und D. B. in Gictzcn.

runasgeschützc Am letzten Kampftage erbeutete bteser­bische Drinabivision 36 Feldgeschütze. Die fliehenden gur­ken wurden von serbischer ^ravallerie verfolgt.

Belgrad, 21. Nov Nach der schlacht bet Monasttr slüchtete ein «großer Teil der t ü r ki s ch e n I r u PPen unter Preisgabe von Waffen und Munitton ins öebir ae. Ls heißt, daß auch der Oberkommandant Dschavld Pascha mit seinem Stabe sich bei den Geflüchteten befindet. Bleie Türken, die im (Gebirge keine Zuflucht finden tonnten, und - " zurückgekehrt und haben sich ergeben. t v v v ____en 5 0 00 Türken aefangen. 12000

Verwundete wurdeu auf dem Schlachtselde gefunden, Z-ie serbischen Truppen haben die Versorgung energisch aufge-

ettdgültige Regelung der Gehaltsverhältnisse, die im nächsten Jahr erfolgen soll, ist die Gleichstellung der Volksschul- > lehrer mit den an staatlichen Anstalten wirtenden Real- lehrevn und eine entsprechende Aufbesserung der städtischen : Beamten in Aussicht genommen. In der Besprechung wurde auch die gehässige Art berührt, in der dieWormser Zeitung über bie Angelegenheit berichtet halte. Stadtv. Zann meinte für den Fall, daß hiesige Beamte und Lehrer den Artikel geschrieben hätten, sein Bedauern darüber aus­sprechen zu müssen. Er hätte den Artikel aber zuerst lesen sollen. Dieser bewegte sich nämlich in holenris'ck>en Aus­lassungen gegen ein Wormser Blatt und ipot, also offen­sichtlich in Worms geschrieben. Tas nicht von Sachkenntnis getrübte Elaborat verdient es nicht, daß man darauf an» geht- .

GroßherzogS Geburtstagsfeier bei der Garnison.

Am 23. Nov. abends 7i/2 Uhr erfolgt der Wmarsch des Z,ap senstreiches von der neuen Kaserne. Er nimmt folgenden Weg: Licher Straße, Moltkestraße, Ost-Anlage, Walltorstraße, Marktplatz Seltersweg, SiU)-Anlage bis zur Wolsnung des Provinzialdirektors Dr. Usinger, wo einige Stticke gespielt werden und der Zapfenstreich geschlagen wird. Von dort bewegt sich der Zapfenstreich durch die Moltkestraße und Kaiser-Allee nach der städt. Kaserne, wo er endet.

Der 25. November wird eingeleitet durch dasGroße Wecken", Mmarsch 7 Uhr vorm. von der neuen Kaserne. Das Wecken nimmt denselben Weg wie der Zapfenstreich. Um 9 Uhr Dqrm. wird von der Stadtkirche ein Choral ge­blasen. Nach den F e st g 0 11 e s d i e n st e n in den Gottes­häusern der verschiedeneii Konfessionen findet gegen 1P/2 Uhr eine Parade eines zusammaigestelltcn Bataillons auf Oswaldsgarten statt, der zu diesem Zweck von IOV2 Uhr vormittags ab abgesperrt wird. Um 41/2 Uhr nachm. ver­sammelt sich das Offizierkorps in dem Offizierkasino zu einem Feftessen. Abends finden in zahlreichen Wirtschaf­ten der Stadt die Kompagniefestlichkaten statt, die erst am frühen Morgen des nächsten Tages ihr Ende finden.

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* * Tageskalender für Freitag, 22. Nov. Stadt-

theater:(S 0 l b f i I d) e". Anfang 8 Uhr.

Hess. Gau verband gegen ben AlkoholismnS. Vortrag von Prof. M e s s e r - Jena: Alkohol unb Sozial-Ethik. Abends 8% Uhr im Hotel Schütz^

In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Hosbuchbruckereibesitzer Wagner uon Bod-Nauheim, der außerordentl. Professor Dr. Brünin g "nd der orbentl Professor Dr. Hirt von der Universität Gießen.

Pfarrpersonalien. Der Großherzog ha der durch die Dekanatssynode deS Dekanats Alzey für den Nest der lausenden Wahlperiode vollzogenen Wahl deS eoang. Pfarrers Aug. Nheinfurth zu Gau-Odernheim zum Dekan des Dekanats Alzey die Bestätigung erteilt.

** Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütiaen dem Major R e h f e 1 d , Bataillons- fonrmanbeur im 9. Badischen Jnfanteri^Regiment Nr. 170, seit­her beim Stabe des 5. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 168: das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftJur Verdienste dem Feldwebel Hopp im Jnfantene-Regiment Kaiser Wilhelm (2 Hell ) Nr. 116 zu seinem Ausscheiden unb die Krone zum Silbernen Kreuz bes Verdienstorbens Vhüippsi beS Großmütigen bem Wachtmeister Phil. Manbe 1 ,m Großh. Gendarmerie-K^rps zu feinem Ausscheiben verliehen, sowie bem Burgemieister Rub. Ritter zu Laubach bie Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen , des ihm tron bem König von Preußen verliehenen Kronen-Ordens

DieBossische Zeitung" mclbet aus London: Einer Mel­dung aus Kalkutta zufolge, versammelten sich am Mittwoch gegen 100 000 Mohammedaner auf bem Maibarnplatz in Kalkutta unb brachten unter ber Leitung von zwanzig Jrnans Bittgebete für bie Sicherheit des SnltanS und des türkischen Heeres ans.

Ein grikchischer Uebergriff gegen einen deutschen Dampfer.

DieVosf. Ztg." meldet aus Athen: Der deutsche DampferEgon" würbe bei Lemnvs von einem grie­chischen Torpedoboot angehalten und nach dem PiräuS geschleppt, nachdem die deutsche Flagge durch die griechische ersetzt worden, war. Erst nach einiger Zeit durste die deutsche Flagge wieder gehißt werden. Das Schiff erlitt eine Beschädigung der Maschinen.

Besuche durch die hiesige Bevölkernng noch bi5 Sonntag ge­öffnet. Ende ber nächsten Woche wirb der Verein auch mit seinen kine in a 10graphischen Vorführungen beginnen.

Starkenburg und Rheinhessen.

bs Darmstadt, 21. Nov. In bet heutigen Sitzung ber StabtüiTorbnetcn wurde auch über die Schwierig­keiten gesprochen, die die Beschaffung ausländischen Fleisches in sich schließe. Ter Finanzausschuß empfahl, die Stadt möge ihre Bemühungen um die Beschaffung lebenden Viehes fortsetzen, nachdem die Verhandlungen mit belgischen und holländischen Händlern zu keinem besriedigenden Abschtnffi gekommen sind. Die Bürgermeisterei möge dann der Stadt­verordneten-Versammlung erforderlichenfalls eine neue Kredit- aniorbenmg vorlegen. Für den Truppenübungsplatz in Darmstadt ist der Ban einer großen Flieger Halle für zwanzig Flugzeuge beschloßen worden.

(«Vtsckifsahrt.

Die wiffenschaftliche Förderung der Luftfahrt.

Die vraftifchen Erfolge ber Luftfahrt, sowohl der Kraftballone als auch bet Flugapparate hoben m ben letzten Jahren eine ganze Reihe wichtiger Probleme in ben Vorberqrunb gerückt, deren Lösung im bringenden Jntereste der Luftfahrt liegt.

Tie Probleme umfassen in gleicher Weife da« Fahrzeug wie auch das Fahrwaffer, bie Atmosphäre, m bem da« Luftschiff sich bewegt. U. a. Problemen haben bie Unfälle b«i letzten Zeit starkes Interesse für bie SirömnngSerscheinungen int Lu'tmeer, besonders in der Nähe der Erdobeistäche, geweckt, ferner für die Struktur ber Böenwmbe, für auf und absteigende Luft» ftromunqen unb viele anbere Fragen. Es fehlte seither an einei festen Organisation, die ähnlich wie ber beutfche Luft- fahre rverbanb mit seinen zahlreichen Einzetvereinen di« sportliche Luftfahrt vor allem fördert, bie w i f \ e n \ <b n f l liche Seite biefer Probleme in Angriff nahm. ES ist daher im Interesse ber bentschen Luftfahrt wie unserer Wiffenschast über­haupt sehr zn begrüßen, baß in ber kürzlich gegrünbeten .wissen- fchaftlichen Gesellschaft für Flugtechnif eine Orga­nisation ins Leben gerufen worben ist, bie eine besondere Psteqr der wissenschaftlichen Erforschung ber Luftsahrt sich zur Ausgabe "^Ten Ehrenvorsitz über die wiffenschaftlicheDesellickafthat Prinz Heinrich von Preilßen übcniomnien. AlS gesckäfts- führende Vorsitzende fungieren Geheimer Reg.-Rat Pros. T r. von Bottinger "Uatglicb des Herrenhauses Elberfeld, Bros. D r. von Pa r s e v a l - Berlin, Prof. Tr. P r a n b 11 Göttingen. Zweck ber Gesellickaft ist der Zufainmenfchlnß von Fachleuten der Luftfahrlechnik, der Lufllabrwtsienswa't und anderen mit ber Luftfahrt in Beziehung stehenden Kreisen zur Er­örterung unb Behanblnng iheoretiicher und praktifcher Fragen des LnftfohrbaueS und -betriebe. ES sollen Aufgaben zur Rlärtmg wichtiger luftfahrtechnifcher Fragen gestellt unb Ior f ch i' n fl I arbeiten auf bem Gebiete ber Luft'abrtechnik und -W'ffeiitcha't von ber Gesellschaft herausgegeben werben. Eo. soll eine eigene Zeitschrift gegrünbet werben. ,

Währenb ber Tage vom 24.-26. Nov. finbet im groven Hor- iaül bes Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M bie erste L'htfllieberoerfammlimg statt; am 26. unter bem Vorsitz des Prinzen Heinrich von Preußen. Geheimer Reg.-Rat Prof. Aßmann-Linbenberg, Hergeselt - Straßdnrg u. 0. ^oricker werben Vorträge halten. Am 26. Nov. veranstaltet bie Stabt Frankfurt zu Ehren der Gäste ein gemeinfames Esten im Rathaus. e

Reim«, 21. Nov. Der Flieger Frey ist mit seinem Ein­decker alrgestürzt. Er war sofott t 0 t.

E t a m p e S, 21. Nov. Der UnierofNzier-Flieger Laurent ist auS hundert Metern Höhe a d g e st ü r z t. Sein Zustand ist hoff nnngslos. Ter ihn begleitende Fluggast ist nur leicht verletzt ivorden.

Wandern und Reisen.

= Bad-Nauheim-, 21. Nov. Der Kur- und Ber­sch önerungsverein hielt gestern abend röte Bor stand»- sitzung ab, in der der Vorsitzende, Sclyrcr Aug. Wagner, »» richt über die gegenwärtige Wintcrkur erstattete. Die Winterkui hat auch in diesem Jahre Llufsckw-ung genommen. ES sind gegenwärtig noch einige Hundert Zt^rgöfte anwesend. ^>n bat Konitzkhstift befinden sich 100 Patienten nanlllch 75 Kafsenmy- glieöcr und 25 Privat Kurgäste. Im Elisabethenhaus sind neunyg >tmbcr in ber Stadt können noch 60 bis 70 Kurgäste wollen. Die Winterkur ist fonarf» ein Bedürfnis für Dad-Nauheeim ge­worben Tic Bade- unb .^Kurverwaltung jucht bat ver änderten Kurverhältnisscn Rechnung zu trägem Der Aadel^trieb in dm Badchäusern besteht fort, auck bas TenniscasS nedst bem W- jinnner bleiben offen, so lange als ein Bedürfnts torlt^t. Dir Forstbehörbc suckst bic Wege im Park, auf bem Johannisberg und hn Frauenwalbc in gutem Zustanb yu erhalten. Auch für arzUtcye Belxtnblung im Wittter ist hinreichend Sorge getragen, da em großer Teil der Aerztc auch den Winter über hier bleibt. HoFatb- Üd) wird bic Zeit nicht mehr ferne sein, wo durch WhalttoV einiger Konzerte in ber Wock>e auch für dte Unterhaltung urtfevo Kurgäste einigermaßen gesorgt wirb. Das TenniscafS nnrd buni Anbau vergrößert. Alsdann kamen m der Sitzung cuttgc Axxni' 1 schreiben zur Verlesung.