Ausgabe 
18.12.1912 Zweites Blatt
 
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5er Einnahme des Reiches an der Branntweinsteuer sind wieder mit der gleichen Spannung wie 1912, also mit einer Belastung Hessens von 1070 000 Mark vorgesehen. Ter Entwurs des Reichsetats für 11913 belastet Hessen mit rund 30 000 Mark weniger.

ganzen schließt die Hauptabteilung XIII ab mit einer Einnahme von 4 378 281 Mark und einer Ausgabe von 5 696 798 Mark, alst> mit einem Zuschufbedars van 1 218 517 Mark.

Hauptabteilung XIHa: Ausgleichs- und Tilgungs- fonds. Für diesen Fonds kommt nach den Vorschriften des Gesetzes vom 17. Juli 1912 über die Tilgung der Staatsschuld Nur nvd) die Neineinnahme des Großherzvgttrms aus den Staats- eisenbahneir in Betracht Sie berechnet sich aus einem Anteil am Ueberschuß der Eisenbalmgemeinschaft von 17 443 000 Mark nach Abzug von 480 000 Mark sür öffentliche Abgaben (vergl. Hauptabteilung III: Staatsdomänen) und 11 583 967 Mark für Verzinsung der tatsächlich bereits verausgabten Erlöse aus^Eisen- bahncmlehen (vergl. Hauptabteilung XI: Ausleihungen und Staats­schuld) auf 5 379 033 Mark. An ihr gehen weiter ab 995 820 Mark für Schuldentilgung und 323 752 Mark Ablieferung an den Restefonds (vergl. die letzterwähnte Hauptabteilung), xer ver bleibende Rest von 4 059 461 Mark hat dem Ausgleichs- und Tilgungsfonds zuzufließen, der dagegen den festen Betrag von 2 000 000 Mark an die laufende Verwaltung abgibt. Demgemäß ist hier jener Betrag als Ausgabe unb dieser als Einnahme vor­gesehen

Die Hauptabteilung XHIb: Nachträge bringt als ein­zigen Bosten den Ueberschuß des Hauptvoranschlages mit 2 071 947 Mark als Ablieferung an den Restesonds in Ausgabe. Wegen der Höhe des Ueberschusses ist bereits das Nötige gesagt.

Für den zweiten Teil des Hauptvoranschlags: Einnahmen und Ausgaben des Vermögens kommt zunächst in Betracht der am Schluß des Etatsjahres 1911 verbliebene Rest des Vermögens im engeren Sinne des Wortes mit 5 551247 Mk. Er ist unter bet Hauptabteilung I: Reste aus früheren Jahren in Einnahme vorgesehen. Aus ihm sind diesmal im wesentlichen nur die unter der Hauptabteilung XIV: Indisponible und reservierte Beträge in Ausgabe gestellten Summen zu bestreiten. Es darf le'doch angenommen werden, daß der erforderliche Kapitalbedarf, tote im laufenden Jahre, vorerst aus den Geldbeständen der Hauptftaats- kasse gedeckt werden kann. Eine neue Anleihe ist also auch in 1913 voraussichtlich nicht z u begeben, kdas bei der Lage des Geldmarktes, soweit sie im Augenblick »nd für die nähere Zukunft übersehbar ist, als erfreulich bezeichnet werben kann. Die flüssigen Mittel der Hauptstaatskaffe dürfen für das Ende des laufenden Etatsjahres nach Ausgleich der noch zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben auf etwa 8 Millionen Mark geschätzt werden. Der Aufwand, den die außerordentlichen Ausgaben, insbesondere Eisenbahnbedürsnisse, so­wie die Schuldentilgung und die Reform der Besoldungsordnung erfordern, ist in 1913 auf höchstens 11 Millionen Mark au- zuschlagen. Es wären also noch etwa 3 Millionen Mark aus den Einnahmen des Jahres 1913 zu decken. Hierzu reichen aber schon die veranschlagten Eisenbahnüberschüsse dieses Jahres hin.

M. H.! Das mit dem Dargelegten gezeichnete Bildist im Vergleich mit dem früherer Jahre freundlich. Es würde aber eine große Verantwortung auf sich nehmen heißen, wenn nicht mit allem Ernst und Nachdruck zugleich davor g e - warnt würde, unsere Lage zu überschätzen. In allen wichtigeren Staatseinnahmen von der Konjunktilr abhängig, haben wir auf deren Entw" klung ober Fortdauer keinen Einfluß. Sie mag zurzeit noch günstig scheinen ober sein: an Zeick>en, bie zur Vorsicht mahnen, fehlt es nicht. Wann und wie sich die anbauenibc Unsicherheit b er politischen Lage lösen wird, vermögen mir nicht zu sagen. Von dem Herrn Stellver­treter des Reichskanzlers ist Ende des vorigen Monats die Not­wendigkeit betont worden, angesichts der Vorgänge im Ruhr­gebiet das westliche Eisenbahnnetz baulich auszugestalten und die Betriebsmittel zu verstärken. Daß dies unsere Anteile an den Eisenbahnüberschüssen beeinflussen kann, wurde schon angebeutet. Der unbefriebigenbe KUrsstanb unserer Staatspapiere ist ja eine allgemeine und vielleicht nicht tinmal unnatürliche Er­scheinung. Er müßte aber für ein kleineres Land sich doppelt fühlbar machen, wenn das unbedingte Vertrauen in die Strenge der Grundsätze erschüttert würde, die unsere Finanzgebarung stets beherrschen sollte. Der Herr Staatssekretär des Reichsschatzamts ließ neulich im Reichstag unter lebhaftem Beifall von rechts und links feinen Vortrag des Entwurfs des Reichshaushaltsetats für 1913 in den Worten ausklingen:Sorgliche Pflege der Ein­nahmen, Einschränkung des Bedarfs, Zurückstellung aller Aus­gaben, für bie keine Deckung vorhanden ist, auch wenn es sich nm an sich erwünschte und dringliche Aufwendungen handelt, das inuf$ für alle Zeit unser Streben sein." Auch in Hessen kann nur eine auf solchen Unterlagen ruhende Finanzpolitik von Segen sein. Die Lob und Tadel insbesondere für die Regierung be­dingenden Tatsachen ändern sich rasch. Wie sehr Kies der Fall ist, dafür sei nur erinnert an den glänzenden Anstieg unserer Eisen­bahneinnahmen in 1905/06 und den Niedergang in 1908/09, dem dann wieder seit 1910 ein neuer Aufschwung unserer Fi­nanzen gefolgt ist.

Nach einer Pause von fünf Minuten nimmt Präsident Dr. Schmitt das Wort: Wir werben noch morgen und am Donners­tag eine Sitzung haben müssen, um das vorliegende Material criebigen zu können. Wie ich aus der Presse ersehen habe, ist seitens des Abg. Grünewald in der Debatte am Donnerstag ein Zwischenruf gemacht worden etiva des Wortlautes: Ich werde Ihnen hinter die Ohren schlagen. Hier ist nichts gehört worden unp auch von den Stenographen nicht. Ich frage Herrn Abg. Grünewald, ob er diesen Zwischenruf gemacht hat?

Abg. Grünewald: Herr Präsident, der Herr Abg. Winkler hatte durch seine Ausführungen meine Partei und mich schar angegriffen und schwer gekränkt. Ich hatte darauf scharf erwidert, ohne die parlamentarische Form zu verletzen, wie dies auch der Herr Präsident anerkannt hat. Ter Herr Abg. Winkler war mir sodann ,,Feigheit" vor und erklärte sich bereit, diese Be­leidigung außerhalb des Dauses zu wiederholen. Auf diesen Angriff habe ich ihm sofort zugerufen:W e n n Sie das tun, werde ich Ihnen außerhalb des Hauses hinter die Ohren schlagen!" Ich habe mit dieser Er­widerung auf den ungeheuerlick)en Angriff int Stande gerechter Notwehr gehandelt (oh! oh!), bedauere sehr, daß ich gezwungen war, dies int Landtage zu tun, glaube mich aber nicht gegen die parlamentarischen Rücksichten strafbar vergangen zu haben. Ich ivar int Interesse der Selbstachtung genötigt, den Angriff s o - fort zu erwidern.

Präsident Schmitt: Mögen die Angriffe auch noch so scharf gewesen sein, so waren Sie doch wohl in der Lage, sich Reckst zu verschaffen. Ich bin der Meinung, wir sollten uns, and) abgesehen von diesem Fall, im Interesse des Ansehens des Hauses persönliche Angriffe möglichst ansschalten. Wir sollten uns klar sein, daß dadurch int Lande unser Ansehen herabgesetzt wird. Was die Frage der Notwehr anbelangt, so gibt es auch eine liebe rfchreftung der Notwehr, und bie tst ja auch strafbar. In diesem Falle liegt eine solche sehr starke Ueberschreitung der Nottoehr vor. Ich rufe Sie wegen Verletzung der parlamen­tarischen Ordnung zur Ordnung.

Es wird bann in bie Tagesordnung eingetreten.

Es wirb zunächst über eine Anzahl von Anträgen verhandelt, die von der ftortidxritthcben Volksvartei und von der Sozial bemofrah-* gestellt sind, und Verfai^ungs- oder Wahl- rechtsänderungen fordern. Die Abg. Reh (Fvrtschr Vp.), Adelung Soz.) imb Busold (Soz.) sprechen für diese An träge. Dagegen sind die Abg. Tr. Stephan (Ntl), Wolf- Stadecken (Bbd.l und der Beridüerstatter in dieser Angelegenheit ?lbg. v. Brentano (Zeittr.), der bittet, sämtliche Anträge ab- zulehnott, da sie sämtlich ohne jebe Begründung eingebracht seien. ?rbg. KoreN - Ingelheim sFortschr. Bp.) wendet sich gegen einige Angriffe des '?Ibg. Wolf-Stadecken, der die Stellungnahme der Freffinnigen bei der Wahlrechtsdebatte im Jahre 1904 kritisch bricudjtetc^

Geh Staatsrat KrugvonNidda: Sämtliche Anträge sind seit 10 Jahren hier zur Sprache gekommen und abgelehnt worden. Die Regierung ist der Meinung, daß es nicht an der Zett ist,

nunmehr toieber Anträge dieser Art in Verhandlung zu nehmen. Sie lehnt es daher ab, heute den einzelnen 'Anträgen Stellung zu nehmen. Der Abg. Busold hat in seinen Ausführungen von einer schikanösen Anwendung der gesetzlichen Wahlbestinrmungen gesprochen: diese Vorwürfe muß ich zurücbveisen.

Ta nod) sechs Redner auf der Liste stehen, wird bie Verhand­lung abgebrochen und auf morgen 12IO Uhr vertagt.

Aus heften.

Parlamentarischer Abend bei Staatsminister Dr. Ewald.

rm. Darmstadt, 17. Dez. Zu dem haute im Mimster- hotel bei Staatsminister Tr. Ewald veranstalteten Parla- nentarischen Abend waren der Großherzog mit Gefolge, )ie Minister Tr. Braun und v. Hombergk, die Mehrzahl >cr Abgeordneten beider Kammern, eine Anzahl Ministerial­räte geladen.

Zur Antomobilsrage laben die Abgeordneten Leun und Fenchel bei der Zweiten Kammer einen Antrag eingereicht, in welchem vcr- angt wird, daß die Kammer beschließe, die Regierung zu ersuchen, daß sie beim Bundesrat eine gesetzliche Bestim­mung dahin erlasse, daß bei den Automobilen fernerhin )ie Kennzeichen, wie Buchstaben und Namen doppelt groß und aus vier Seiten angebracht werden und daß der nach 8 10 verlangte Ab stand mindestens 2 Meier betragen muß. In der Begründung wird hervorgehoben, kDaß das rasche Fahren der Autos durch geschlossene Ortschaften schon viele Unglücksfälle verursacht habe, ohne daß man die Namen und Nummern der Fahrer feststellen konnte.

Professor Dr. Alexander Tille.

)er Syndikus der Saarbrücker Handelskammer, ist am Mon­tag dort im 47. Lebensjahre gestorben.

Tille war 1866 zu Lauenstein im sächsischen Erzgebirge als Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Nach dem Besuch der Fürstenschule zu Grimma studierte er in Leipzig deut- che und englische Philologie sowie Philosophie. Im Jahre 1890 wurde er als besoldeter einziger Dozent der deutschen Sprache und Literatur an die Universität Glas­gow und an das später mit ihr vereinigte Qucen Margaret College, eine der ersten britischen Frauenhochschulen, be­rufen. Studien über die Faustsage, eineGeschichte der deutschen Weihnacht" (1893) und ihre englische Fortsetzung sowie ein WerkVon Darwin bis Nietzsche" kennzeichnen seine ernste Entwicklungsstuse.

Mit der Uebersetzung von HuxleysSozialen Essays", die er gemeinsam mit seiner verstorbenen Gattin heraus- gäb, beginnt seine v 0 l k s w i r t s ch a s t l i ch e T ä t i g k e i t, deren er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland fast ganz widmete. Eine in beleidigenden Formen am 23. Fe­bruar 1900 sich vollziehende Kundgebung der Glasgower Studenten wegen seines Aussatzes über den Burenkrieg be­wog ihn zur Niederlegung seiner Professur. In Teutsch- land ist er namentlich durch eine radikale und einseitige, auch nicht immer geschickte und glückliche Vertretung der Arbeitgeberinteressen und seine Polemik gegen die Katheder- sozialisten hervorgetreten. Ihm war auch die Herausgabe der Reden des früheren Abgeordneten Freiherrn v. Stumm- Halb erg anvertraut.

Aus Stafrt und Cant

Gießen, 18. Dezember 1912.

** Verleihung von Ehrenurkunden an Handwerker. Folgende selbständige Personen des Hand­werkerstandes in Oberhessen, die 25 Jahre in demselben Betriebe tätig gewesen sind, haben als Anerkennung hier­für von der hessischen Handwerkslammer Ehrenurkunden erhalten. Weißbinder Karl Faatz zu Assenheim bei Weiß­bindermeister Friedr. Faulstich I. zu Assenheim: Gerber Jak. EmihlE ngelhardtzu Butzbach und Gerber Rud. W c - ber zu Butzbach bei Gerbereibesitzer Hch. Küchel II. zu Butzbach; Weißbinder Ludw. Klingelhöf er zu Bad- Nauheim bei Hch. Becker, vorm. Gg. Hieronimus, Maler- und Weißbindergeschäst zu Friedberg; Maurer Hch. Hof­mann zu Schwalheim und Maurer Johs. Schütz IX. zu Ober-Wöllstein bei Hch. Reuß, Baugeschäft zu Friedberg: Wagner Wilh. H. K. Wiegand zu Oberrosbach bei Wag­nermeister Ludw. Haustein zu Friedberg; Maurerparlier Konr. Keßler zu Garbenteich bei Hoch- und Tiefbau-Ge­sellschaft, vorm. Hch. Winn u. Co., G. m. b. H. zu Gießen. Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1913 sind von der gewerblichen Vereinigung, der der Arbeitgeber ange­hört, deck der Handwerkslammer zu Darmstadt bis spä­testens 1. 1. November ei neureichen. Ten Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des Vorgeschlagenen, sowie ein von dem Betriebsinhaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeitszengnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen, ununterbrochenen Tätigkeit in demselben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschließen.

* Die Fünfziger von 1913 Wie in vergangenen Jahren, beabsichtigen die 9Utcr§qenoffcn, die im Jahre 1863 geboren sind, eine Feier ihres Geburtstages im Jalwe 1913 zu veranstalten. Deshalb sindet eine Besprechung am Donners­tag abend imPfälzer Hof statt. (Vergl. heutiges Inserat)

** Ein akademischer Schiwettlauf soll jährlich auf dem Schigelände am Hoherodskopf 1 Vogelsberg) ab­gehalten werden. Es soll ein Stasetteuschiwettlauf für je fünf Teilnehmer stattfinden, der offen ist für die reick)sdeutfchen Studie­renden, Praktikanten und Medizinalpraktikanten und für die nicht habilitierten Afsistenten der Hochschulen Darmstadt, Gießen, Heidelberg, Marburg. Jede Hochschule kann nur eine Stafette stellen. Die Rennstrecke ist etwa 10 Kilometer lang. Hierfür wird von der Ludovieiana ein einfacher Wander­preis gestiftet. Tiefer geht in das Eigentum der Hochschule über, deren Angehörige ihn dreimal gewonnen haben. Tie Teil­nehmer der siegenden Stafette erhalten eine Erinnerungsnadel. Tie technische Leitung besorgt der Schiklub Wintersport-Gießen. Ter erste Wettlauf findet am Sonntag, 26. Januar bei un­günstiger Witterung eine Woche später statt.

* Auslegung der Po st ordnn a. Bei größeren Firmen besteht vielfach die Gepflogenheit, zu Weihnachten oder Neujahr kleinere Gebrauchsgegennände wie Notizbücher, Kalenderblocks, Skripturenhaken mit bedrucktem Schild, Uederhaltergestelle, Meß» ftäbc 11. Vergl. mit der Post an Geschäftsfreunde zn versenden. Notizbücher und Kalenderblocks gelten als Drucksachen; sie sind daher für sich allein zur Beförderung gegen die für Drucksachen festgesetzte ermäßigte Taxe zngelassen. Dagegen können ste bei der Bereinigung mit einem Bleistift oder Holzsockel gegen die Druck» fachenlaxe nicht versandt werden, weil Bleistift oder Holzsockel dem Begriffe der Drucksachen nicht entsprechen. Ebensowenig ist die Bersendnng von Lkriptnrenhaken, Federhaltergestellen, Meßstäben, Notizbüchern mit Bleistift 11. dgl. gegen die Warenprobentaxe oder die Taxe für mit Drucksachen zusammengepackte Warenproben 11 der P.-O.) zulässig, falls die Gegenstände nicht die Eigenschaft einer Warenprobe haben, sondern ein Geschenk darstellen oder zu Reklamezwecken versandt werden. Tie Eigenschaft einer Waren­probe im Sinne der Postordnung fehlt den Gegenständen, wenn der Absender sie weder selbst anfertigt, noch damit Handel treibt stc vielmehr von der Fabrik bezieht, um sie seinen Kunden geschenk- weise zu überlasten.

Landkreis Gießen.

Lich, 17. De;. Die Weihnachtskasse nn .Goldenen 6ngel4 zahlte ihren Mitgliedern 1500 Mk. aus. Die Zinsen wurden zn einem gemeinschaftlichen Abendessen verwandt.

Kreis Lauterbach.

/\ Angersbach, 17. Dez. Ein Braunkohlen, lager wurde zivischcn hier und Landenhausen durch Ober­steiger Nau s e st gestellt. Die Kohlen liegen fast bis an die Oberfläche, so daß sie im Tagbau gefördert werten können. Voraussichtlich wird im Frühjahr mit der Förden» g begannen.

= Hochwaldhausen, 16. Dez. Ter Schiklub Hoch- waldhausen hielt am Sonntag im Hotel zum Felsenmecr seine Hauptversammlung ab. Mut Rücksicht darauf, daß dem Verein Mitglieder aus dem östliche,, Vogelsberg und darüber hinaus angehören, sowie mit Rücksicht auf seinen Zweck: zur Hebung des Schisports in der hiesigen. Gegend ohne örtliche Beschränkung deizutragen, wurde der Name des Vereins verändert in: Erster Vogelsberger Schiklub (Sitz Hochwaldhausen). Tie Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender: wissensch. Lehrer M e r k l, Hochwaldhausen, Schriftführer: Hotelbesitzer Haf­ner, Hochwaldhausen, Kassier: Bahnhofvorsteher Riemen­schneider, Ilbeshausen, Fahrwart: Direktor 9leuenborff, Hochwaldhauscn (dezw. wissensch. Lehrer Schäfer, Hochwald­hausen). Eine Reihe neuer Mitglieder wurde aufgenom­men. Ferner wurde eine Mitgliederversammlung für Mitte Januar anberaumt und der Beschluß gefaßt, regelmäßige Fahrten zu unternehmen uno zwar zunächst von Hochwald- hausen, Grebenhain unb Hartmannsl)ain aus.

Kreis Friedberg.

I. Friedberg, 16 Dez. Durch daS fortwährende Negenwetter sind die Bäche und Flüßchen unserer Um- gebuirg a n g e s ch w 0 l l e n und zum Teil über ihre Ufer ge­treten Seebach, Ufa, Nidder, Nidda und Wetter über- schwemmen an niederen Teilen die Wiesen. Die Erdarbeiten m unserer Umgebung mußten eingestellt werden.

I, Friedberg, 17. Dez. Gegenwärtig herrscht hiev eine rege Bautätigkeit. Zehn Privatgebäude werben erbaut. Weiter wird ein städtisches Gebäude errichtet und die Post läßt das neue Poftgebäude bauen. In Angriff ge­nommen sind das Zoll- und das Eichamt; dazu kommen die vielen Gebäude der Bahn (EmpfangSgebällde, Maschinen­balle, Werkstattgebäude, Beamtenivohnungen ufm.). Heute abend fand im Saale der Musterschnle eine Bescherung armer Kinder statt. 60 Kinder erhielten neue Schuhe nsw.

L Stammhei m, 17. Dez. Unser Dorf hat gestern eine Postagentur erhalten.

Hessen-Nassau.

h. Frankfurt, 17. Dez. Tas in den weitesten Kreisen bekannte Mitglied des Schauspielhauses, Robert Kirch, ist beute früh nach schwerem Leiden gestorben.

Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe»

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Niederschlag: 0,8 nun.

So viele Mittel auch heute für alles angepriesen werden, sie verschwinden meistens so schnell, wie sie ge­kommen sind. Man bringt ihnen kein Vertrauen ent­gegen, weil sie nicht auf eine lange Reihe von Jahren anerkannter Erfolge und auserprobter Wirkung Hin­weisen können. Wie anders Scotts Emulsion, dies seit 37 Jahren in der Aerzte- und Laienwelt rühmlichst bekannte Kräftigungs- und Stärkungsmittel.

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Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Saasen. Auf die Zuschrift der Bürgermeisterei in Nr. 293 sei mitgcteilt: Durch den au den Eisenbahnsiskus gestellten Antrag, die Schranke durch einen Wärter bedienen zu lassen, hat bi< Bürgerineisterel die Gefährlichkeit -des Bahnüberganges selbst an^ erfaimt. Tie hierdurch vom Eisenbahnsiskus angeordnele Schranke»- bebiemmg nur von morgens 6 bis abends 6 bezw. 10 Uhr gc- idneljt nur ans Sparsamkeitsgründen. Sparsamkeit dürfte aber hier feine Rolle spielen, um so mehr, als der Uebcrgaug direkt in einer Slraßenbiegnug liegt und die Schranke durch die seitwärts angebrachte Laterne sehr mangelhaft beleuchtet ist und von den FiihriverlStenkern erst bei 5 Bietern Entfernung bemerkt werden kann. Tie an der Schranke angebrachte Signalglocke kann durch das Geräusch eines Fnbrwerls leicht überhört werden, oder, was schon öfters vorgekommen ist, versagen. Binders dagegen ist es, ivenn die Schranke kurz vor Ankunft eines Fuhrwerks geschlossen wird, dann muß der Fuhrmann ruhig warten, bis cnblub nach 12 ins 15 Minuten die Fahrbahn wieder frei wird. Deshalb ist nicht Wunder zu nehmen, wenn sich ein Fuhrmann, sobald die Signalalocke ertönt, beeilt, noch vor Schließung der Schranke über den Bahnkörper zn gelangen.

Tie Eisenbalmverwaftung dürfte nicht zögern, die Schranken auch nachts durch einen Wärter bedienen zu lassen.

Dezember -- + 4,11 C.

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