Ausgabe 
25.6.1912 Drittes Blatt
 
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im Feldberggebiete, im Usatale und in der Gegend von Weilmünster große Verheerungen durch wolkenbruch- artigen Negen und teilweisen Hagelschlag anrichteten. In der Umgegend unserer Stadt hat eS an manchen Stellen derart gehagelt, daß die flötner heute früh noch in dichten Mengen lagen.

Provinzial-Ausschutz der Provinz Lbcrheffen.

I. Gießen, 22. Juni.

Anwesend: Geheimerat Tr. Usinger als Vorsitzender und sechs Mitglieder. Beginn 9, Ende 11*,. Uhr.

IBesetzungdermittlerenKanzlei-undUnter- beamten st eilen bei den Kommunalbehürden mit Militäranwärtern. Wird auf den 3. Juli vertagt.

2. Tie Wasserversorgung der Gemein de Frisch- born. Ter Gemeindcrat von Frischborn hat beschlossen, eine Wasserleitung zu erbauen und hierzu die Quellen eines vor­handenen Gemeindelausbrunnens zu benutzen. Gegen die Be­nutzung der letzteren erhob eine Anzahl Einwohner Widerspruch mit der Begründung, daß dann der einzige Gemeindelaufbrunnen in Wegfall komme. Sie bezögen ihr häusliches Gebrauchswasser aus diesem und beabsichtigten nicht,, sich an die Leitung an- zuschließen. Ter Krcisausschuß des Kretzes Lauterbach wies die Einwendungen kostensällig ab. Nach der Novelle zum Bachgesetz müsse ein Schadenersatz nur dann eintretcn, wenn eine erhebliche Schädigung der an der Benutzung Beteiligten eintrcte. Dies sei aber hier nicht der Fall, da der Wasserzins nur 25 Mk. pro Jahr betrage, der Eimer Wasser also etwa 1 t Pf. koste. Der Vertreter der Beschwerdeführer verfolgte gegen dieses Urteil Rekurs an den Provinzialausschuß. Ter Rekurs wurde kostensällig zurück- gewiesen, allerdings auS anderen Erwägungen als die waren, die den Kreisausschuß zur Abweisung des Widerspruchs gegen den Gemeinderatsbeschluß von Frischborn führten.

3. Gesuch des Schankwirts Heinrich Heng zu Friedberg wegen Ausgestaltung seiner Schank­wirtschaft Haag st raße 11 zu einer Gast - wirtschaft. Die Bedürfnisfrage war in diesem Fall von der Stadtverordnetenversammlung bejaht, vom Bürgermeister der Stadt Friedberg dagegen verneint worden, der auf den ungenügenden baulichen Zustand des Hauses zu Wirt­schaftszwecken und die genügende Zahl von Gastwirtschaften in Friedberg hinwies. Das meisamt trug deshalb Bedenken, die Konzession zu erteilen und legte die Akten dem Provinzialausschuh vor. Dieser lehnte das Gesuch mangels Bedürfnises ab.

wandern und Reisen, väder und Sommerfrischen.

= Bad-Nauheim, 21. Juni. Tie Unterhaltungsmittel des Bades sind so mannigfaltig und abwechslungsreich, daß die Kurgäste, auch wenn die Natur in der Saison einmal ihre Schuldigkeit nicht tut, reichlich auf ihre Kosten kommen. Am letzten Samstag sand ein herrliches K ü n st l e r - K o n z e r t der Kur- kapelle, des Winderstein-Orchesters, unter Mitwirkung des Klaviervirtuoseir Professor Friedberg -Köln statt. Am fol­gender! Sonntag konzertierte am Nachmittag und Abend der Bad- Nauheimer GesangvereinFrohsinn" unter Leitung seines Diri­genten Bechtolsheimer auf der Terrasse und im Konzertsaal und erntete wegen feiner feinsinnigen Ausführung der einzelnen Chöre es sei unter vielen nur erwähnt der schwierige und wirkungs­volle MännerchorRudolf von Werdenberg" stets den leb­haftesten Beifall. Im Theatersaal sand am gleichen Tage eine Vorstellung der graziösen ersten Tänzerin Zoula de Boncza von der Op6ra Comique in Paris durch die choreographische Wiedergabe Chopinscher und Straußscher Tonstücke vor ausver- kauftcm Hause statt und am Montag hielt die hellere Operetten» muje mit Johann Strauß' JSinc Nacht in Venedig" ihren Einzug in den Theatecsaal für die Dauer der Saison. Rechnet man dazu die dreimaligen Konzerte täglich, die Terrasse- und Parkbeleuch- tungen, Jo ergibt sich eine Fülle von Abwechselungen, bei denen jeder Geschmack auf seine Rechnung kommt. Zwei große sportliche Veranstaltungen, ein Golfturnier und ein allgemeines Tennisturnier, zu welch letzterem der Großherzog einen Preis gestiftet hat, werden int Juli und August veranstaltet. Drei Kurgäste, zwei Rechtsanwaltsgattinnen und ein Rentner aus Sachsen, konnten durch Ueberreichung von Blumenspenden aus­gezeichnet werden, da sie zum 25. Male das Bad aufsuchten.

gronffurtet Regatta.

Rümpen heim, 23. Juni. Die Rennen der Frank­furter Jubiläumsregatta hatten folgende Ergebnisse:

1. BegrüßungSpreis. (Junior-Einer.) 1. Heidelberger Ruder­klub 6.54,/. 2. Hanauer Hassia 6.582/s, Wiking-Berlin und Sturm­vogel Leipzig aufgegeben.

2. Preis vom Saalhos. (Vierer ohne Steuermann.) 1. Frank­furter Ruderverein 6.143/5, 2. Mannheimer Ruderklub 6.26, 3. Offenbacher Undine 6.263/5, 4. Hanauer Hassia.

3. Preis des Teutschcii Ruderverbandes. (Vierer.) 1. Mainzer Ruderverein 6.44/», 2. Ludwigshafener Ruderverein 6.6, 3. Ham­burger Germania 6.143/V

4. Staats-Preis. (Junior-Vierer.) 1. Frankfurter Ruder- aesellschaft Oberrad 6.184/», 2 Frankfurter Germania 6.248\, d. Hanauer Rudergesellschast 6.26A, 4. Ruderklub Griesheim 6.28.

5. Tamenprcis. (Einer.) 1. Kastcler Rudergesellschast, 2. Ruder­gesellschaft Trier. Münchener Ruderklub aufgegcbcn.

6. Strahlenberg-Preis. (Vierer.) 1. Mannheimer Ruder klub, st. Offenbackier Ruderverein ausgegeben. Offenbacher Hellas wegen Kolission ausgeschlossm.

7. Preis von Frankfurt a. M. (Gastvierer.) 1. Mainzer Ruderverein 5.57, 2. Kasteler Rudergesellschaft 6.01, 3. Allemania Karlsruhe 6.68/s, 4. Cercle des Rsgates de Brüssel 6.64/».

allgemein annahm. Tie verschiedenen Ausstrahlungen, aus denen das weiße Sonnenlicht sich zusammensetzt, wurden von dem Wasser sehr ungleichmäßig ausgesogen. Bis zu einer Tiefe von 100 Metern sind noch alle Lichtelemente sestzustellen, dabei zeigt sich aber, daß die roten Strahlen stärker hervortreten, als die blauen und violetten. In 500 Meter Tiefe dagegen ist das Rot von den oberen Wasserschllliten bereits völlig ausgesogen, während die blauen und violetten Strahlen mit Hilfe der photographischen Platte noch deutlich wahrgeiwnnnen werden können. In tausend Metern Tiefe aber sind nur die violetten und ultravioletten Strahlen noch feststellbar Bon 1700 Metern Tiefe ab konnten auch die aeringften Lichtspuren nicht mehr festgestellt werden. In diesen Tiefen wird der Ozean nur noch durch die Ausstrahlungen Ruefa tenber Seetierc erhellt.

Französischer Witz. Doch Einer, der'S ver­dient hat. Ans der OrdenSliste prangt der Name eines PorzeNanhändlerS. ,91a, wenigstens einer/ sagt ein Leser der Liste befriedigt,Per das Kreuz wohl verdient har." .Aber wieso?' ,91a geiviß doch l DaS Porzellan wird nur dekoriert, ivenn es in« Feuer kommt!' K ü n st l e r st o l z. ,WaS, 170 FrcS. wollen Sie für den Anstrich der Fensterläden? Sie haben ja für feine 8u Fr cs. Farbe dazu gebraucht...' ,So, und für wieviel Farbe, meinen Sie, ist in RegnaultS .Salome', für die einer 528 0G0 yrc«. bezahlt hat!' Ein ganz Energischer. Madame: .Ich gebe jetzt an»/ Ehemann: .Und wohin gehst Tn?' Madame: .Wobin mir'« Svab macht." Ehemann: .Aber da« sage ich Dir, daß Tu mir ja nicht wo ander« hin gehst l" M a ch t nicht s. .Wollen sie heut abend mit im« dinieren?' .Ach, heute geht « leider nicht, ich gehe zu Nora.' .Macht nicht«, oder ein Grund mehr . . . Bringen Sie sie mit1* Er kann warten. Ter Gefängni-direktor fragt einen Verbrecher am Morgen vor feiner Hinrichtung, ob er noch einen letzten Wunsch habe. .Aber freilich/ sagt der Todeskandidat, ich möchte gern noch Pfirsiche eilen/ ».Aber Mann, Pfirsiche! Wir sind doch jetzt im Februar! Ta« dauert noch lange, bi« die reif werden.' ,Na, meinetwegen, ich kann ja auch warten/ Den Zweck verfehlt. .Ja, meine Liede, ich habe Dich geheiratet, well Tu mir leid tatst.' .Ta hast Tu was Schöne« gemacht. Jetzt tue ich aller Welt leid.'

8. Staatspreis (Junior-Achter '. 1. Frankfurter Ruderverern 5.40Vs, 2. Hanauer Rudergesellschast 5.443/3, 3. Mannheimer Amicitia 5.514/5, 4. Rudergesellschast Sachsenhausen 6.0 IV».

9. Präsidentenpreis (Doppelzweier). 1. Kölner Klub für Wassersport 6.15, Kastel aufgegeben. Brüssel und Berlin nrcht ge­startet. ,

10. Universitätspreis (Vierer). 1. .verdelberger Ruderklub 6.11, 2. Karlsruher Salamander 6.15,/5» Akademischer Ruderklub Rhenus Bonn aufgegeben, Rudergesellschaft Hetdelberg nicht ge­startet. ~ , «OK

11. Preis vom Main (Vierer ohne Steuermann). 1. Lud­wigshafener Ruderverein 5.49V-. Mainzer Rudervereur aus- gf0V12n Heyter-Preis (Achter). 1. Sturmvogel Leipzig 5.34»/5, 2. Offenbacher Undine 5.36Vs, 3. Kasteler Rudergesellfchaft, 4. Alle- mania Karlsruhe.

Rumpcnheim, 24. Juni. Jubiläums-Regatta. (Zweiter Tag.) Nachstehend die Ergebnisse:

1. 3. Ermunterungspreis. (Vierer.) 1. Hanauer Rudergesell- schäft 6:21'/», 2. Frankfurter Ruderklub 6:21Vs, Mannbeuner Ruderklub und Ruderklub Griesheim ausgcgeben.

14. Kaiscrprcis. (Vierer.) 1. Ludwigshafener Ruderverern 5:58'/», 2. Mainzer stiuderverein 6: 52A, Brüssel ausgegeben.

15. Taunuspreis Toppelzweier.) 1. Ruderverern Sturm­vogel Karlsruhe 6:30 2. Salamander Karlsruhe 6 :48.

16. Regattavereinspreis. (Vierer. Jubiläumspreis.) 1. Sturmvogel Leipzig 6: 74/», 2. Offenbacher Undine 6:194/5, 3. Frankfurter Ruderverein 6:20, 4. Münchener Ruderverern Bayern 6: 294/».

17. Preis vom Roten Hamm. (Einer.) 1. Hanauer Haisia, 2. Frankfurter Germania. Münchener Ruderklub aufgegeben.

18. Preis von Oberrad. «Achter.) 1. Mainzer Ruderverein 5:50,2, 2. Hanauer Hassia 5:544/», 3. Mannheimer Anncllra 5 : 553/s, 4. Hanauer Rudergesellschast 6:0'/5.

19. Preis von der Gerbermühle. (Einer.) 1. Mainzer Ruder- verein 6:31 Vs, 2. Mannheimer Amicitia 6:38V», 3. Kölner Klub für Wassersport 6:39Vs, 4. Berliner Rudergcs. Wiking 6 : 504/5.

20. Preis von Sachsenhausen. iVierer.) 1. Frankfurter Ruder­gesellschast Sachsenhausen 6: llVs, 2. Rheinklub Allemanma Karls­ruhe 6:23, 3. Frankfurter Rudergesellschaft Oberrad, nicht ge- zeitet, Hellas Offenbach aufgegeben. .

21. Jnselpreis. (Zweier ohne Steuermann.) Ludwrgshasener Ruderverein geht in 7:26»/.-, allein über die Bahn und ge- nnnnt den Preis nach dreimaligem Sieg endgültig.

22. Preis von der Kaiserlay. Vierer.) 1. Frankfurter Ruder- gesellsckxnt Germania 6:12Vs, 2 Hanauer Rudergesellschast Ger- gesellsck-aft Germawa 6:122/5, 2. Hanauer Rudergesellschaft 6:16',5, 3. Hellas Offenbach 6: 22Vs.

23. Germaniapreis. «Achter. Wanderpreis.) 1. Mainzer Rudcrverein 5:30, 2. Mannheimer Amicitia 5:393/s, 3. Cercle des Rögates de Bruxelles.

Sport.

Eckernförde, 23. Juni. Ergebnis der Seewettfahrt Kiel- Eckernförde. In der AI.-Klasse gewann dieGermania" den ersten Preis, den Herausforderungspreis und den Preis der Kai­serin,Meteor" den zweiten, in der AII.-KlasseKomet" den ersten Preis. In der 23-Meter-U-KlasseWhite Heather II." den ersten, 19-Meter-Ii-KlasseMorignita" den ersten,Co­rona" den ziveiten, int Handicap für alte Jachten von 90 Tonnen, ,/)duna" den ersten,Namara" den zweiten, alte Jachten von 4090 Tonnen ,/Zngeborg" den ersten,Undine" den zweiten, in der 15-Meter-U-KlasseJftria" den ersten und den Groß- herzogs-Prcis,Haspania" den zweiten,Sophie Elisabeth" den dritten, in der 12-Meter-U-KlasseMaada IX." den ersten, ,^Jerne" den zweiten, in der 10-Meter-U-KlassePampers" den ersten,Tarpon" ben zweiten,Pesa" den dritten,Kitty" den vierten, in der 9-Mcter-U-Klasse Regina IV." den ersten, in der 8-Mcter-U-KlasseAriadne III." den ersten und den Her- aussorderungspreis,Johanna VIII." den zweiten,Soga- linda V." den dritten,Mariechen" den vierten, undToni IX." den fünften Preis. Es herrschte Ostwind.

(RcrtcbfsfaaL

Frankfurt a. M., 22. Juni. Por der hiesigen Strafkammer begann heute vormittag der Landesverratsprozeß gegen den Tech­niker Hyr 0 nimu «, den Techniker Heinrich H a ti n c r I a n b und den Kellner Heinrich Schellberg. Tie drei werden be­schuldigt, sich verabredet zu haben, in den Besitz von öfegcn'tdnbcn Ut fommen, bereit Gehestnhaltuitg im Interesse der Laude?- verteidigung und der Sicherheit des deutsclen Reiches erforderlich ist. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde wegen Gefährdung ter Staatssicherheit und der öffentlichen Ordmuig die Oessemlichkeit ausgeschlossen. TaS Urteil, das um 6 Uhr abends gefällt wurde lautete: Hy * 0 nimus 5 tu e i Jahre ® e f ä n g n i 8 und Stellung unter Polizeiaufsicht, Haunerland a ch t Monate Gefängnis, Schellberg mürbe f r c i g e f v r 0 d) e n. Seitens der Angeklagten wurde gegen das Urteil Revision eingelegt^

prozetz 5chapiro-k)Irsch.

bs. Darmstadt, 24. Juni.

6. Verhandlungstag.

Das Gericht teilt mit, daß dem Beweisantrage Pagenstechers vom Samstag stattgegeben wird.

Zeuge Volk: Ich habe das Empfinden gehabt, daß die Ar­tikel etwas ausgebauscht waren. Ich traf Herrn Berndt, mit dem ich das besprach, und da ich ja für Zeitungen geschrieben habe, machte mir Herr Berndt das Anerbieten, doch auch ein­mal darüber zu schreiben, was ich dann auch getan habe. Ich muß feststellen, daß dieser Artikel von der Redaktion desReuest. Anzeigers" ohne Strich ausgenonrmen wurde. Ich habe daraus geschlossen, daß dem Hernr Hirsch persönliche Beleidigung fern- gelegen hat Der Zeuge geht dann auf einen Fall ein, wonach eines Tages zu einer Frau Kirch, die ein Restaurant hat, eine Frau gekommen sei und sich nach einem Mädchen erkundigt habe, die dort aber nicht mehr in Stellung gewesen sei. Tie Frau Kirch sei der Ansicht gewesen, daß diese fremde Frau die Frau Schapiro gewesen sei. Als der Zeuge die Frau Schapiro am anderen Tag traf, fragte er sie. Frau Schapiro stellte sich der Frau vor und die Frau mußte auch zugeben, daß es jemand anders gewesen war. Der Zeuge kann nicht angeben, ob es sich hier um einen^Sckerz gehandelt habe, da man in jener Zeit überall Frau Schapiro gesehen haben will. Bors.: Hat man nicht allerhaird Schabernack damals gespielt? Zeuge: Ich habe das nur aus Zeitungen erfahren. Bert Bernstein: Kann man Herrn Hirsch den Borwurs machen: Tu hättest Gelegenheit ge­habt, die Sache zu vergleicfan, du hast aber die Gelegenheit vorübergehen lassen. Zeuge: Wenn Herr Hirsch vielleicht etwas entgegenkommender gewesen wäre, hätte es vielleicht zu einem Vergleiche kommen können. Bert. Bopp: Sie sind nicht der Ansicht, daß der MainzerNeuste Anzeiger" ein Sensationsblatt ist? Zeuge: Ein Sensationsblatt ist derNeueste Anzeiger" nicht.

Zeugin Martha D. Tiefe Zeugin hat vor etwa 3 Jahren mit einem Zwanaszögling in den Rheinanlagen auf einer Bank gesessen, sie und ihr Begleiter sind damals ausgeschrieben wor­den. Frau Schapiro war zugegen. Bors.: Ist die Frage an Sie gestellt worden, ob Sie intim verkehrt haben? Zeugin: Ja, die Frau Doktor fragte mich, sie sagte, ich müßte die Wahrheit sagen, sonst würde ich untersucht. Ich wollte das nickst. Als Drohung habe ich cd aber nicht aufgefaßt.

Zeuge Schutzmann Müller gibt Auskunft über einen Fall R. Polizellvachtm. Lösch sagt über den Fall G. aus und sagt dabei: Ich würde meine Töchter nicht zur Frau Schapiro lassen. Bors. Wie meinen Sie das? Zeuge: Man hat so viel gehört. Bors Was ist gesprochen worden? Der Zeuge weiß darauf nichts näheres mitzuteilen.

Zeuge Schutzmann Burkardt: Dieser Zeuge brachte dem Fräu­lein G. die Öabuitg, die offen war. Aus Beftagen sagt er, daß die Ladungen alle offen sind.

Polizeiaspirant Bruder sagt nichts wesentlickws aus.

Bert. Bernstein: Ick muß den Zeugen Bruder etwas frage«, was ihn persönlich betrisst. Sind Sie noch mit der Sitten Polizei befaßt? Zeuge: Nein. Ben. Bernstein: Es ist ein Ber fahren gegen Sie anhängig gemacht. Es soll ein Mädcfan im Nassauer Hof sistiert worden sein, mit dem Sie Umgang gehabt haben sollen. Dieses Mädckcn soll bann von der Polizet in Strafe genommen worden sein und Sie sollen die Strafe bezahlt haben, damit das Mädcken keine Freiheitsstrafe bekäme? Es soll dann temer der Versuch gemacht worden sein, dieses Mädchen nach der Schweiz zu schaffen. Der Zeuge weist bieten Vorhalt energisch zurück. Er gibt aber den Verkehr mit dem Mädchen zu. Er gibt ferner zu, daß er auf Grund dieses Vorkommnisses nicht mehr im Dienste der Sittenpolizei stehe. Bert. Pagenstecher: Wer hat die Suspendierung veranlaßt? Zeuge: Herr Berndt. Bei- aeordneter Berndt gibt dann über die Suspendierung des Zeugen Auskunft

Es tritt hierauf 'die Mittagspause ein.

Nachmittagssitzung.

Die erste Zeugin in der heutigen Nachmittagssitzung war Frau Kirch, die die Angaben des heute vonnittag vernommenen Zeugen Volk bestätigte. Sodann stnrd Fräulein S. autgerufen, die bis nach 6 Uhr unter Ausscfauß der Leffentlichkeit vernommen wird.

Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkell sagte ein Diensfa mädchen auS Wiesbaden aus, das nichts wesentliches bekunden konnte.

Kleine daoesthronif.

Am Sonntag morgen 6.20 Uhr fuhr der Luxuszug 12 im Personenbahnhof Langendreer auf eine Rangierloko­motive. Ter Anprall war verhältnismäßig schwach, nur die Puffer und Pufferbohlen der beiden Maschinen wurden beschädigt.

Am Eingänge des Weißen Meeres ist neuerdings Eis angetriebcn, wodurch die Schiffahrt sehr er­schwert wird.

Märkte.

Gieße«, 26. Juni. T n tftb ert dit. Ank leutigem Wochen- markte kostete : Autler da« Pfund 1,001.15Ttf«, ^filinereicr 1 6türf 7 8 Pfg.. 2 Stück 00 Pfg., Gntencicr 1 Stüd 100 Pfg., Gänserier 1 St. 20 Pf., Käse da« Stück 6S Pfg^ Käsematte 2 Stück 56 Pfg,' Tauben vr Tr. 0,801,00 Mfa Hühner pr. St. 1,001,60 'Dir., vatmen vr. Stück 0,801,80 Mfa Guten pr. St. 1,802,20 Alk., bänfe da« Pfd 0000 Pfg* Ochsen fletsch pr. Psd. 9098 Rindfleisch vr. Pfund 9094 Pfg^ Ktchsleifch 80 Pßu. Schweine­fleisch vr. Pfund 8096 Pfg., Kalbfleisch vr. Psd. 8892 Pfg., Hanunelfleisch vr. Pfd 7090 Pfg., Kartoffeln vr. 100 Kg. 10.00 bis 10.50 Mk., Weißkraut das Stück 00 bi« 00 Psg^ Zwiebeln ver Ztr. 10,0012,00 Mfa Milch das Viter 22 Pig Nüsse 100 Stück DOOo bfg ver Ztr. 000 Mk, Kirschen da« Pfund 8540 Pjg Aiarktzeit von 71 tthr.

F.C Wiesbaden. P le tz b of »M ark 1bericht vom 24. Juni. Austrieb Rinder 96 (Cd},en 61, Bullen 0. Kühe 35). Kalber 48, Schafe 32, Schweine 31 \ 10 Ochsen, 14 Kühe an« Tänentark.

'Dlarftuerlauf: Allgemein mittlere« Oleschaft, bei Großvieh Uebersiand, Schweine und Kleinvieh au-verkanst.

Preis hlt 100 Pfd. Lebend- Schlacht­

gewicht Ochsen. Mk. Mk.

Pollsiesichige, nu«gcinäftete, höchsten Schlacht-

wertes int 9lltev von 4-7 Jahren . . 5368 9310b

Tie noch nicht gezogeit haben (ungejocht) . . 5267 91101

Einige, fleifthigc, nicht auSgemäfietc und ältere

auSgemästete . 4651 83-92

Bull en.

Dollsteifchige. auSgew^ höchsten Schlachtw. . . 4853 8087

Pollfletfchtge, jüngere 4847 7178 ßar, en. Rüb».

Pollsieischige au-gemästet- Färfen höchsten

Schlachtwertes 5053 80100

PoUsletjchige auSgemästete Kühe höchsten

Schlachtwertes bi« zu 7 Fahren ... . 4345 7983

Wenig gut entwickelte Färsen 4448 8592 'Heitere auSgemästete Kühe und ivenig gut ent­

wickelte jüngere Kühe 8712 6877

Mäßig genährte Kühe und Färse» 8186 6272 K ä l b ec.

Feinste Mastkälbee 6466 107111

MUUere Mast- und beste Saugkälber .... 5860 97-100 (verlagere Mast* und gute Saugkälber . . . 5357 87-96 Geringere Saugkälber 4551 7585

vcha1,

Weidemastschafe:

'Mastlämmer und Aiaithantmel 4100 8600

Schweine

L ollsicischige Schweine von 80100 Irx Lebend- geivicht.............. 58-59*/, 7476

Pollsleischige Schweine unter 80 kg Lebendgeivicht 57-58'/, 7375

Bollsteischtge Schweine von 100120 kg Gebend-

gewtcht 59-60*/, 74-76

Vollfletschige Schweine von 120150 kg Lebend­gewicht 58.00 78-00

Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießcuer Fleisch- und Brotpreise

mit 24. Juni 1912.

Weizen 100 stg. 25.0)00.00 Alk. Weißbrot 2 Kg. 6.' ttfl.

Roggen 100 Kg. 20.7500.00 Dlk. Schwarzbrot L Kg.54 Pg.

Schlachtviehpreise in Frankfurt a. TI.

Fleifchpreife tu Gießen

Ochsen

50 Kg. Schlachtgewicht 87103 Aik.

'/. Kg. 90-98 Pfg.

Halber

*/, Kg. Schlachtgw. 85-100 Pf.

'/, , 8892 ,

Schtveine

, 7877 ,

'/, , 80-96

Detreidepreife in Wl annhei m

Brotpreise in Gießen

Müller'sche Baocanftolt

Wasser wärme der Lahn am 25. Juni: 17 R.

Metcorologische Beobachtungen der Station Stehen.

höchste Temperatur am 23. bi« 24. Juni + 28,0 * 0.

Niedrigste , , 28. , 24. , - + 16,4 C.

Niederschlag: 3,8 mm.

Juni 1 191? I

XJarometer auf 0° |

tebujiert

Xeinoeratur

der Lust |

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5» Z t»

Relative Feuchtigkeit

Wind- richtung |

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747,2

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Sonnenschein

Eine Panne ist ein kleines Nebel, ^vergleicht man sie mit den Scherereien, die einem au-5 einer ernsten Erkältung erwachsen, rote sie bei einer Autofahrt immer möglich ist. Man sollte darutn itnmer auch eine Schachtel Favs achter Lodener Mineral-Pastillen mitnehmen. wenn man »u einer Autofabrl rüstet. Die Pastillen halten die Schleimhäute geschmeidig, beunen Äffefttonen vor und schützen gegen ötc immense Gefahr, die der Staub immer bedeutet. Man bekommt FayS Sodener in allen Avoth., Trog. ttsw. f. 85Ps. pro Schachtet-