Ausgabe 
25.6.1912 Drittes Blatt
 
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Nr. M

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

I

haben, auf das Podium

sowie neu überzog»

Im Interesse möglichst Arbeiten zu>n nyeitercn es erforderlich, daß die

ab bis anf den heutigen Tag cm regelmäßiger Abnehmer geblieben ist.

Vögel im Sturm. Ti- Beobachtung des Vvgelf'lugcs hat schon lahrhundcrtclang Naturforscher gefesselt, aber eine streng wissenschaftliche Untersuchung ist erst möglich gerooroen, seil alle Einzelheiten des Fluges durch den kinematograohisä>Ql Apparat bis ms kleinste senge halten werden können. Aus der Fülle der so gemachten Beobachtungen teilt Georg Henner in Heber Land und Meer' einige interessame Beispiele mit. Lb-

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Der italienisch-türrische Krieg.

Vermittlung der Mächte

Konstantinopel, 24. Juni. WieJkthiham" er­fährt, leiteten die Machte einen Meinungsaustausch ein, um schlüssig zu werden, ob dem italienisch-türkischen Kriege durch eine Konferenz oder einen n o l l e k t lo­sch r i 1 t ein End-e gemacht werden solle.

Rom, 24. Juni. .,Pvpvlv Romano" kommt in feinem heutigen Leitartikel auf das Annexionsdekret zurück. Man hat den Glauben erwecken wollen, daß bezüglich der Souveränität über Libyen nur Giolitti unversöhnlich sei. Vor der Proklamierung der Souveränität konnte über die Opportunität Mcinungsvcr- sästedenheit herrschen. Leute gibt es keinen Italiener, der eine Konzession in diesem Punkt nickst für eine jeigbeit hielte nach den Opfern an Blut, ganz abgesehen von den Geldopfern. Keine Regierung ist in Italien mehr möglich, die in der Frage der vollen Souveränität zurückwcicht.

ihre Kunstfertigkeit zu absolvieren verweist.

** Fernsprech anlagcn. frühzeitiger Inangriffnahme der Ausbau der Fernsprechanlagcn ist

21. zum 22. Zum im Lager von Jfean Sidi Abd cs Salam von den ausständischen Marokkanern angegriffen worden Dalbiez machte einen glänzenden Ausfall und warf die Feinde zurück. Die Franzosen hatten 4 Tote und G Ver­wundete.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Qfrpebüion und Verlag: 51.

Redaktion: 12. Tel.-Tlbr^AnzeigerGieben.

2lus IHarofto.

Paris, 24. Juni. Wie aus Fez unterm 23. Juni gemeldet wird, ist General Talbiez in der Nacht vom

Au» Staöt und Land.

Gieße n , 25. Juni 1912.

** Lehrerpersonalien, lieber tragen wurde dem SchulamtSaspiranten Karl Hofmann ans Viernheim eine Lehrerstelle an der Gememdeschnle zu Ober-Roden.

" DaS 3. Abonnementskonzert unserer Regi- mentSkapelle am Donnerstag, 27. Juni, steht unter der Devise »Aus eigener Straft*. Es ist cm Eolisten- Abcnd; die mitwirkcndcn Herren sind nicht aus weiter Ferne herbeigerufen, sondern es sind Mitglieder der Kapelle, die.den Beweis liefern sollen und werden, daß sie über hervor­ragende Kräfte verfügt. Ganz besonderes Interesse wird die Nr. 12 des Programms Hervorrufen, sie ist gcrabcju ein Potpourri von Solisten, daS in abwechslungsreicher Weise Gruppen von Solisten, die hin und wieder nicht ohne Humor

Dienstag, 25. Juni 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fche» Universität-- Blich- und Eieindruckerei.

R. Lange, Dießen.

Slnmclbuugcn neuer Fernsprechanschlüsse spätestens b i s zum. Juli den Kaiserlichen Telegraph.manstalten Dor» liegen. Verspätet angcmclbcte Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z B. durch besondere Entsendung einer Baukolonne usw.) herzu» stellen sind, werden in dem lausenden Bauabschnitt nur bann ausgesührt, wenn die Antragsteller za den entstehen den Mehrtosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten oder wenn diese Mehrtosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen, den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten.

Landkreis Gießen.

LangSdorf, 24. Juni. Am 23. ds. MtS. beging unser allseitig geachteter Mitbürger Phil. Bender I. die 50jährige Wiederkehr deS TageS, an dem er an hiesigem Platze sein Maurer- und Weißbindergeschäft mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln gründete. Der Jubilar hat eS verstanden, sich durch Fleiß und Regsamkeit, verbunden mit solider ArbeilSlieserung, Vertrauen und Anerkennung zu erwerben, so daß er heute mit seinem Sohne Hermann Bender I. als Geschästsnachfolger auf eine gedeih­liche Entwicklung seines Unternehmens zurüekblicken kann. Zll der Feier halten sich in seinem Hanse, Licher Pforte 18, neben den Familien - Angehörigen auch die früheren und jetzigen Gesellen, sowie Bekannte ein- gefunben. Unter den Erschienenen konnte Fabrikant Wilhelm Zurbuch, Gießen, in seinen Worten darauf himveisen, daß der Gefeierte nicht allein im GründungSjahre 1862 feinen ersten Bedarf m Lacken und Farben in desien väterlichem Geschäftshause bezogen hatte, sondern auch von dieser Zeit

ymi werden revarierl,

Rudolf Richter

---- Gleuei

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DieSiebener ZamilienbliMer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS KreisWott für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Kreis Lauterbach.

-7-Lauterbach,24. Juni. Tas BczirkSkrieger- feft des Haffiaperbandes. Lauterbach-Schlitz findet am 7. Juli in Uetz hau seit statt. Ter Dortige Mrleger- verein verbindet damit seine Fahnenweihe, lieber 30 hessische und benachbarte preußische Mricgcroereine buben Einladun­gen erhalten. Tie Synode des evang. Dekanats Lauter­bach tritt in diesem Jahre am 23. Oktober in Schlitz zur Beratung zusammen.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 23. Juni. Für das am Sonntag, 30. Juni, ftattfinbeiibe 2. Reitersest deS Wetter- auer Reitervereins hat der Vorstand an dem Pro­gramm nachträglich noch einige Aendernngen vornehmen müssen; so mußte das Trab fahren für Belgier ausfallen, dafür wurde jedoch ein Preisreiten eingeschaltet, für das bereits 12 Nennungen erfolgt sind. Tas endgültige Pro­gramm gestaltet sich folgendermaßen: 1. Schaufahren für Ein- und Zweispanner: 2. Preisreiten; 3. Springkonkur­renz; 4. Schaufahren für Arbeitsgespanne jeden --chlageS im Oekonomiewagen^ 5. Trabreiten, offen für norddeutsche Arbeitspferde; <>. Trabreiten, offen für Offizier- und aridere Reitpferde: 7. Tradfahren, offen für norddeutsche Arbeitspferde ; 8. Trabfahren, offen für alle Pferde; 9. Ga­loppreiten, offen für Arbeitspferde; 10. Galoppreiten, offen für Reitpferde. Ta bis jetzt So Nennungen erfolgt sind, ist ein Gelingen des Festes außer Frage gestellt, und da auch interessante sportliche Kampfe in Aussicht fteljcn, wer­den die Besucher sicher auf ihre Kosten kommen.

Pohl-Göns, 23. Juni. Die 19. Gauturn- fahrt deS Gaues Welte rau fand heute in unserem Orte in Verbindung mit der Fahnenweihe unseres Turnvereins Irisch auf* statt. Von 8 Uhr ab trafen bereits große Scharen von Turnern aus allen Teilen der Wetteran ein und um 9 Uhr begann das Wetturnen. Ter Festzug hatte 48 Abteilungen. Auf dem Festplatze sang der Gesangverein Licdcrkranz* unter Leitung deS Lehrers Blaß Großen-Linden, den Begrüßungschor. Der Gauvertreter Dorsch - Wölfers­heim und der Festpräsident Joh. Knorz hielten Ansprachen. TaS neue Vereinsbanner wurde von Fräulein Katharine Pommer überreicht. Ein farbenprächtiges Bild bot der Trachtcnreigen von Mädchen in Hüttenberger Volkstracht, auch die Stabübungen des Turnvereins »Frisch auf* fanden lebhaften Beifall.

h. Dortelweil, 24. Juni. Das schwere Gewitter, das gestern abend stundenlang die Wetterau durchzog, hat durch wolkenbruchartigen Regen in den Feldern große Schäden angerichtet, nainentlich sind die Rübenfelder böse durch Ver­schlämmungen mitgenommen. Aus dem Psannenhofe schlug der Blitz ein und zündete. Eine große Feldscheune brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Starkenburg und Rheinhessen.

n. Groß-Steinheim, 24. Juni. Einem alten Brauche gemäß wurde gestern abend unter der Zehntlinde am Ufer des Maines das I o h a n n i s f e u e r abgebrannt. Wohl hatte sich eine große Zahl auswärtiger Zuschauer eingefunden, doch hatte der Besuch unter den drohenden schweren Gewittern sehr zu leiden. Rundum zuckende Blitze, am Fuße des mächtigen Bergfrieds das hochauf­lodernde Feuer, Umschwüngen von unzähligen Feuerrädern es war ein eigenartiger Anblick. Nach dem Abbrennen des Feuers fand im GasthausZur schönen Aussicht" ge­mütliches Zusammensein statt, wobei Assessor Tr. v. Äff eine der Bedeutung der Veranstaltung entsprechende An­sprache hielt. Verschönt wurde Die Feier durch die Lieder­vorträge hiesiger Gesangvereine.

Hessen-Nassau.

h. Ufingen, 24. Juni, lieber den Taunus sind gestern abend schwere Gewitter niebergegangen, die namentlich

Die Ausgrabung eines versunienen Waldes.

Umrahmt von öügeln liegt etwa zwanzig englische Mellen südlich von Aucklaiw auf Neu-Seeland das weit sich dehnende große Papakura Tal, flach wie ein Billard, sich viele Tausend Morgen hin in der blauen Dämmerung deS Horizonts verlierend. Dieses Tal ist eigentlich ein riesiger Torfsumpf, der zum Teil, wahrscheinlich durch natürliche Verdampfung, ausgetrocknet in. An diesen Stellen und an anderen, die künstlich ennoänert sind, 1 reiten sich freundliche Ansiedlungen auf fettem Weideland, und in kurzer Zeit werben auch die Pivorflächcn durch die Arbeit fleißiger Viehzüchter in üppige Wiesen verwandelt sein.

Gegenivariig aber sind diese Sumpfe der ^d)aupla& einer Tätigkeit und einer Industrie, wie sie in dieser Art und tn j diesem Umfang einzig in der Welt dasteht: ein ungeheurer ver­sunkener Wald wird ausgegraben. Unter der Obenlache des Torfmoores, da, wo der Boden durch Trocknen zernnen oder bereite, teilweise weggeschafft ist, bieten sich dem Auge in Reib und Glieo die Stamme unzähliger Tummaratichten bar. Vor Jahrhunberteii finb sie in dem halbflüsiigen Moor ven unken und haben so Zweige und Krone verloren. Nur das lolibc Kernhvlz der mächtigen Stänune ist übrig geblieben, unb bieic gewaltigen Sd^äfte sind von dem zähen Boden jorgrältig ein» ' gewickelt und iabrhundertclang begraben worden,^ in einer io regelmäßigen Reihenfolge, wie die «täbc eines Ltaketcnzauns. Tie Ursachen für die einzigartige Smnmetrie, in der die a.ammara- iebten des Papakura-Tals in der Erde ruhen, und nicht genügend : aufgeklärt. Tr. W. O. Fagan, der sich in Ehambers Journal mit der Entstehung dieses versunkenen Waldes besckiaitigt, ver° mutet, baß bic Baume in prähistorischen Zeiten ganz plötzlich d arch irgenbeine gewaltsame Naturerscheinung überrlutet wurden uib daß sie dann in ihrem unterirdischen Grabe in öcriclben Stellung erhalten wurden, in der sie einn 'toi; ifrc Jsurtel gitn Himmel gereckt hatten, xie Wiedergewinnung und .lub* Mrmadjung begrabenen Holzes ist ja auch tonst idion tn allen Moorgegenden betrieben worben, aber nirgends fand man bie öcolzsckiäne in so ungeheurer Masse und so regelmäßig gelagert, alls in diesem Tal von Neu-Seeland. Nirgends bat auch die Tenoandliing eines solchen prähistorischen Waldes rn wertvolles doattzholz einen annähernd so bedeutenden Gewinn gebracht, zur Ausnutzung der Schätze von Papakura hat ,ich eine oMcllicbart setbilbct, bic das Material dieser Taufende von acres wnemamch -»snutzt und eine blühende Industrie daraus entwickelt, xie Lammara-Fichte stammt aus der gleichen Familie wie untere ^Nadelhölzer, aber sie ist ein viel loi-ercv, gewalf.g aus-

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Sonuenstr^l

21 us Hessen.

bS. Darmstadt, 24. Juni. Der Jungliberale Verein Darmstadt versendet an seine Mitglieder eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung am Freitag, dem 28. Juni, abend 9 Uchr Restaurant Sitte . Aus der Tagesordnung steht als einziger Punkt:Antrag des Vor» standes: Ter Junglibekale Verein Darmstadt tritt der freien Vereinigung hessischer Nationallibc- r a l e r bei."

bs. Darmstadt, 24. Juni. Die Zweite Kammer der Stände wird, wie verlautet, am 2. Juli zusammentretcn und etwa 14 Tage zusammenbleibcn, da neben der Bc- amtenbesoldungssrage auch noch eine ganze Reche anderer Punkte zu erledigen sein wird.

Willi

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Sandalei

| idincü unb billi- I tzÄ e) Setterswegäj

Zrhr. v. Marschall beim König von England.

London, 24. Juni. Ter deutsche Botschafter Frei­herr v. Marschall wurde vom König in Audienz empfangen und überreichte sein Begiaubigungs- schreiben. Begleitet vom Zeremonienmcistcr, begaben sich die Herren der Botschaft in den Bucklnghampalast. Sir Edward Grey stellte dem König den Botschafter Dor, worauf Freiherr v. Marschall dem König die Herren der Botschaft vorstellte. Ter König trug Uniform und preußische Orden Auch die Herren der Botschaft waren in Uniform. Nach der formellen Audienz wurde Freiherr v. Marschall in einer Privataudienz vom König empfangen.

Am selben Tag, da Marschall sein Beglaubigungsschrei­ben überreichte, nahm das Unterhaus von der englischen Regierung bedeutsame Erklärungen über Churchills mi . gekündigte Nachtragsforderungen entgegen. Lloyd George leistete sich dabei wieder direkte und etwas plumpe Hinweise auf bie deutsche F l o 11 c n v e r m e h rung:

London, 24. Juni. In der Aussprache über die Ent- schließungcn zum Budget erinnerte Llohd George das Unter­haus daran, daß bei der Aufstellung des Budgets zwei Mög­lichkeiten in Rechnung gezogen unb deshalb ber Heberschuß in Reserve gestellt würbe. Tie erste Möglichkeit war die Wirkung deS Kohlen st re iks auf bie Einnahmen. Er freue sich, sagen zu können, baß es bic Regsamkeit des Handels wäre, wenn er sicher sei, daß cs umünig sein würde, auch nur einen einzigen Pfennig der großen Reserve zu kürzen, nm die durch den Aus stand entstandenen Schädigungen zu beseitigen. Tic zweite Mög­lichkeit, hje er bei der Ausstellung des Budgets erwähnte, sei das mögliche Anwachsen der Forderungen der Admiralität gewesen. Bei der Einbringung der Flotten» Vorlage jagte Churchill ganz klar, daß sich bie Vorlage gtünbe auf bic Annahme, baß bas b e u t s ch e F l o 11 c n g c f c b ungc- änbert bleibe. Tantals war dem Reichstage eine Vorlage zu» gegangen, welche gegenüber bem alten deutschen Flottcngcfctz eine erhebliche Vermehrung enthielt. Jetzt sei bic Vorlage Gesetz ge­worben. Es sei nicht mehr Möglichkeit, sonbern eine Tat­sache, bet man sich gegenüber befinbe. Ties neue Gesetz sehe eine über 6 Jahre verteilte Vermehrung für bas bcut|'d)e Flotten- jprogtamm vor, bic sich un ganzen aus 10 Millionen Psunb Ster­ling beziffere. Der Rcbucr schloß: Schatzkanzler Chur­chill tvird dem nach ff einen Nacht ragsflottenctat verlegen. Ich will seiner Erklärung nicht vorgrciscn unb mich auf den Etat nur soweit beziehen, als es zur Tarlcgung meines ^inanzexposös notivenbig ist. In bic ient Jahre wirb bic Summe, bic Churchill nachträglich sorbern wirb, eine Million nicht überschreiten. Aber in ben folgenben Jahren wer­den hohe Summen erforderlich als Folge des Pro­gramms, dcsseii Ausarbeitung Ehurchlll für notwendig halten ivirb. Lloyb George führte weiter aus, baß 500 000 Pfunb Sterling bes Ileberschusses bem Kolonialärn t vorgestreckt würden zur wirl- ichaftlichcn Enuvickelung von Britisch-Ostafrika unb Uganba. Tic übrigen 5 Millionen würben für bie Schulbentilgung verwanbt.

Bestall auf allen Bänken.)

Zweites Blatt 162. Jahrgang

Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

sofortnicführl' stätte

breitender Baum, der nicht nur Zweige unb Krone kräftig in bie Nachbarschaft ausstreckt, fonbent auch unter ber Erbe reiche Wurzeln entfaltet. Wie riesig unb mächtig muffen bic Bäume, bereit Stämme nun fo kahl in ber Erbe liegen, in jenen fernen Zeilen, Da sie noch ihren ganzen Sckimuck trugen, gewesen sein! Manche der Stämme haben einen Umfang von über sechzig Fuß unb eine Lange von achtzig bis neunzig Fuß; als burchschmttliche Um­fang kann man vierzig Fuß annchmcn. Tas früher so stille Papakuratal ist jetzt erfüllt von bem Lärmen unb Fauchen großer Maschinen, von bem eifrigen Gewimmel einer Menge Arbeiter. Die Bäume werben bergcstalt ausgegraben, baß zunächst zu beiben Seiten ber Stämme Gruben in Den Torf gestochen roerDen, in betten bann bic Holzfägcr arbeiten, bie jeben Schaft in Teile von zwölf bis zwanzig Fuß zerlegen. Mit Trahtsellen ober Eisenketten werben diese Stücke Darauf aus der festen Umklamme rung befreit, in der Die Erbe ihre jahrhunberstähnge Beute hält. Tas Holz biescr begrabenen Tammara-Fichten ist von ausge- zeichnctcr Qualität: cs unten die ibet sich von bem heutigen Tarn» maraholz nur durch eine bunfelrote mahagomähnlidre Färbung. Seine Vorzüge machen es bereits heute auf bem Weltmarkt zu einer hochbegehrten Ware. Wann biescr Laib versank, läßt, sich nach ben geologischen Berechnungen ungefähr angeben. Tas Torf­moor, bas heute bas Tal füllt, muß wenigstens vor etwa taufenb Jahren sich gebilbct haben: Da Die Tammara-Fichte sehr langsam wächst, io bart man annchmcn, baß sie taufenb Jahre brauchte, bevor bie aufgefunbenen Stämme ihre volle Größe erreichten. Jedenfalls smb viele, viele Jahrhunoertc vergangen, feit biescr Salb sich entwickelte.

Neben dem kostbaren Holz macht noch ein anderer Schatz die Gebiete bes Papakura-Tals zu wahren GolDscldern. Es ist der fossile Gummi, der von ben Väumen burch Jahrhunbcnc abgeschieden worbcn ist und von bem schon fünf verschiedene Sck lchtcn iu verschiedenen Tresen unter der Obcr'lächc ausgefunden worden find. Tas Har; ber Tammara» ober Kauri-Fichtc, bas als Kaurrkopal auf ben Markt kommt, ist ein wichtiger Artikel unb bas fossile Harz steht bem heutigen nicht nach.

wohl ber Bogel ben plötzlichen Winbstoß fast augenblicklich ab­sangt, fo wagt er sich doch fast nie während eines Sturmes in die Lüfte. Auch er hat, wenngleich er unenblich vollkommener gebaut ist als die beste Flugmaschme, in ben Huftroirbeln einen schweren Stanb. Mehrfach smb Flugunglückc oon Vögeln verzeichnet worden. Em Volk Hühner, bas in einen Winbwirbel geraten war, hatte so heftige Zusammenstöße auszustchen, baß cmzclnc Tiere tot zur Erbe nclen. Manche Vögel, fo besonders bic Möwen, scheinen stürmisches Wetter bereits einige Zeit vorher ahnen und bringen sich ui Sicherheit, ehe ber Wtnb mtt vollen Backen losbläst. Von einem interessanten Beispiel hierfür er­zählt btr englische Lrnühologc Mearton. Auf _ ben Hebriden- Inseln wütete em 5türm von solcher Stärke, baß die Gischt ber Branbung Hunbcne oon Metern lanbcmiDarts getrieben wurde. Tie unzähligen Seemöwen, bic sich vorher lustig über ben Wogen henimgerutninelt hatten, bie schnellen Meerschwalben und anderen Vogel, sic alle waren verschwunden. Der Forscher suchte mut bie Schlupfwinkel ber Tiere aus und fanb, baß sich bie See» möwen sorgfältig in ben Klippen versteckt, bie Meerschwalben sich hinter Kieselsteinen in Sicherheit gebracht hatten. Das über­raschendste Bild bot sich ihm, als er nt ziemlicher Höhe in einer Klippcnhöhle auf etwa cm halb hundert Felsentairben meß. Urner ihnen saß ihr gefürchtelfter Feind, ein Wanderfalke, ben die gleiche Not zu sriCblicher Gemeinfchaft mit der sonst so grausam Dcnolgten Beute gezwungen hatte. Als Äearton in bie Höhle trat, in ber Tauben unb Falken in traulichem Verein sicher zufammeniaßen, schoß ber Falk wie ein Pfeil bavon, die Tauben aber fürchteten den Menschen weniger als ben Sturm unb blieben ruhig in ber Höhle. Mit einem sehr starken Wind im Rücken fliegt fern Vogel gern, ba er ihm bie Federn zerzaust. Dagegen fliegen Vögel, insbesondere solche, die kurze Schwingen haben, fast immer nur gegen den Wind auf, der ihnen das Hochkomm en erleichtert. Em verhältnismäßig schwerer Vogel wie unser Storch muß erst ein paar Luftsprünge machen, um so den nötigen Raum zur Entfaltung seiner Schwingen zu gewinnen.

Tas Licht in ben Meerestiefen. lieber die interessanten Beobachtungen, bie Helland-Hansen während der kürz­lich vollendeten Forschungsreise desMichael Sars" südlich unb östlich ber Azoren unternommen hat, berichtet die Nature einige fesselnde Einzelheiten Tie Untrriudnmgen erstreckten sich auf den Widerstand, den bas Meerwafser den Lichtstrahlen entgegen­setzt unb auf Feststellungen der Tiefe, dis zu ber bas Licht durch Das Wasser dringt. Es zeigte sich Dabei, Daß bie Lichtstrahlen im Meerwasscr eine viel größere Tiefe erreichen, als man biäßa

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