Zweiter Blatt
M. 46
162. Jahrgang
Erscheint tflgud) mtt Ausnahme des Ssrmtaz».
[ ,irrungsvorlagc, den Hauptvoranschlag der | ifb -Äusgaben 1912 betreffend.
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bungen leiten ließ.
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buchsen in den Weinbergen aussprechen und Strafe im Falle I die Interessen der Klcingcwcrbetreibcndcn Rücksicht genommen wird.
der Zuwiderhandlung androhen.
x\c Regierung bemerkt hierzu, baß die Fangarbeilen freiwillig ausgeführt wurden In den Fällen, wo auf Verhängung einer Strafe erkannt iverden mußte, sei die Regierung nicht in
Sreitag, 25. gebruar 1912
JUcartenlbnid und Leviap her vrühl'schen Untotrfuäii - 6ud>- und BtetnbcucfereL
Auf der Tagesordnung stehen acht Anfragen sowie die Re- Staats-Einnahmen
Assistenten 1 Instituts ität
— (Hine Erklärung der Deutschen Schiller- Stiftung. Tas Gencralsekretariat der Schillerstiftung versendet diese Erklärung: „Ter Venoaltungsrat der Schillerstiftung muß cs. im Hinblick aut die Verfassung der Stiftung, ablehnen, die Angaben über die Einrichtungen und die Verwaltungspraxis der Stiftung, welche in seinem Auftrage von dem Generalsekretär zur Abwehr der Kyserschen Angriffe veröffentlicht worden sind, einem besonderen Schiedsgerichte zur „Nachprüfung" vorzulegen, so sehr er auch die wohlmeinende Absicht anerkennt, die diesem, von einer Reihe angesehener Persönlichkeiten unler- slützten Vorschläge zugrunde liegt. Nach der Verfassung der Schiller-Stiftung ist einzig und allein die Generalversammlung der Vorstände der Zweigstiiningen berechtigt, die Nachprüfung der Verwaltung, die Wahl des Verwaltungsrats und Die Änderung der Satzungen vorzunebmen. Allen denen, welche die Einrichtungen und die bisherige VerwaltungSpraris der Schiller- Stiitung für erörlerungswert und reformbedürftig halten, ist die Möglichkeit gegeben, Mitglieder der Zweigstiftungen zu werden und als solche auf die Einberufung einer Generalversammlung hinzuwirken sowie an deren Verhandlungen, die in voller Lcf- scntlichkcit staltiinden, teilzunchmen. Diesen satzungsgemäß allein gangbaren, eine wirklich fruchtbare Erörterung in Aussicht stellenden Weg zu einer Einwirtung auf die Verwaltung der 2ns- lung zu betreten, dürste sich vornehmlich für alle jene empfehlen, welche jetzt durch die Befürwortung des Vorschlags eines Schiedsgerichts ihre Teilnahme an der für die deutsche Sui tut wich- rigen Angelegenheit der Schiller-Stiftung an den Tag gelegt haben: wie ja überhaupt nur die tätige Teilnahme weiterer gebildeter Kreise der Nation an der Einrichtung und Verwaltung dieser Stiftung zur Erkenntnis ihrer wahren Bedeutung und Wirksamkeit führen und die über sic verbreiteten irrigen Meinungen zerstreuen kann." Mit dieser Erklärung wird natürlich nichts erreicht werden. Tie Red.)
— KönigGeorgsHändcl -Manuskripte im Britischen Museum. Im Britischen Museum ist nun die große Schenkung ausgestellt, die König Georg dem Museum gemacht bar: die Sammlung der kostbaren Manuskripte von Händel, die sich bisher im Besitze des englischen Königshauses befanden. Tie ausgestellten Handschrnren umfassen den Messias, Zadok den Priester, Judas Makkabäus, Ioi'ua und Jephta. Tie Lriginal- parntur des Josua hat eine besondere musikhistorische Bedeutung, da sie noch jenen monumentalen Begrüßungschor ent-
RedakNon. Expedition and Druckerei: kchul- (trabe 7. Expedition und Verlag. 61
fUfcaftionie^HÄ. Tel-AdruAnzeigeriL'etzen,
hält, der später in den Judas Makkabäus überging. Die Manuskripte verraten den unruhigen, kühnen (Weift des großen Musikers, hastige, schnelle Schriftzüge, die Partitur ist unten mit Tinte beschmiert, und man sieht sogar die Abdrücke einer achtlos auf das Papier gestellten Kaffeetasse. Die Schenkung König Gcorgs umfaßt auch Öriginalhandschriften von Beethoven und Liszt, die später ausgestellt werden sollen: die ganze Sammlung wird erst Ausstellung finden, wenn der Anbau zu dem Museum vollendet ist.
kf. Kaiserliche Rechtschreibung Arthur Meyer veröffentlicht soeben ein Buch, betitelt „Ce gne je peax dire“, in dein er über die letzten 50 Jahre Pariicr Lebens vlaudcit, und er weiß besonders aus der Zeit des -weuen Kaiserreichs eine Iülle von reizenden Anekdoten zu erzählen. Wenig bekannt non Jmvoleon III. bürfte die Tatsache fein, daß er mit der Rechtschreibung gerade nicht auf dein besten Fuße stand. Zu den Intimen, ie Zutritt zu den CWons der Kaiserin Euqenie halten, gehörte auch ÄLrimöe. In Pompiegne eines Tages bat die Kaüeriu ihn, der kleinen Gc- sellschatt, die versaminelt war, eine kurze Erzählung zu diktieren. Alle Anwesendln auch das kaiserliche Paar, schrieben gehorsam nach, und als die kleine (Geschichte zu Ende war, da wurde Ms- rim£ seitens der Kaiserin tue Aufgabe gestellt, die ein,einen Ricder- schri'ten auf Fehler nachzusehen. Und welch Schreck! Napoleon halte in 22 Zeilen 32 Fehler gemacht.
— Eine Rhone-Talsperre. In Frankreich arbeitet man an einem Plan zu einer interessanten Anlage, welche, wenn sic vollständig zur Ausführung gelangt, das größte Wasserkraftwerk der Erde wird. Ter Plan geht babin, oberhalb L r> o u s einen großen Teich über die Rhone zu bauen, ivodurch eine Fallhöhe von etwa 68 Meter an einer Stelle ausgenul'. werden kann. Von der Wassermenge, die zwischen 120—1200 Kubikmeter in der Sekunde beträgt, will man 500 .^bikm- ter iubaten, welche den größten Teil des Jahres zur Verfügung stehen Hierdurch wird eine Kraft gewonnen, die rund BdOOOO Pserde- kräflcn entspricht, wovon ein bedeutender Teil bis zu ?in:r Entfernung von 450 Kilometer geführt wird Ter Rest soll auf verschiedene bereits bestehende und neue Fabriken zwischen der Mraftientrale und Paris verteilt werden. Tcr Kostenanschlag beträgt freilich etwa 100 Millionen Mark, aber andererseits rechnet man, daß oer Strom zu dem billigen Preise von 3 Pfg. sütz das Kilowatt abgegeben werden kann.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Ter Geograph Professor Richard Andree, der Herausgeber von Andrees Handatlas, ist auf der Reise von München nach Nürnberg gestorben.
rie „iltBenet LmnttlendläNer*' werden dem .Anzeiger' otermel wöchentlich beigelegt, bat „Kreisblati für dev Kreis «letzea" zweimal wöchentlich. Die .^andwirtlchastlicheo freit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Büchner behandelte, über Weidig gefällt hat, keineswegs den Tatsachen entspricht, da sich Weidig in seinen politischen Bestrebungen durchaus von edlen, uneigennützigen Bestre-
t Beri-b^Z 9 Rechnung 3 L°rE t Bersch'-^'
Aleine^'^ ®UI U(u»
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All mein Fürchten, Hoffen, streben, Trum zum Lohne gib dafür
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
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Abg. Lang (nall.) spricht sich im nlcidxn Sinne auo
Abg. Molt bau (3tr.> dankt Tr. Ciaim für die Anregung. Es banbrle sich hier um Mittelstands pvlftik Was man bisher versäumt habe, müsse so viel als möglich nachgeboll werden, Tie Regierung bat die Möglichkeit, durch Verweigerung der urets- traßen oui die großen Gesellschaften einen Druck auszuüben. Er unterstützt die Anfrage namens seiner Parteifr.mnd-
Abg. Stephan nall.) bestreitet, daß die Okielb'dxnt in Rheinhessen, die die Ucbcrlandzenttale auszusühven übernommen hat, eine Monopolstellung für sich in Anspruch nehme.
Minister v. Hom der gk: Tie 'Jlbgg. Tr dann und Mol- than haben behauptet, daß die Regierung imstande sei, die Benutzung der KrciSsttaßen den großen Gcscllschasten zu veriaqen. Tie Regierung kann dies nicht tun, da diese Straßen den Kreisen gehören, nach dem Gesetz ist dies unmäglid)
Abg. Kore11 - Königstädten (fortfdir. Bp ): Auch seine Partei sei davon überzeugt, daß große ts(haben durch die Sckiaf- fung der Ucberlanbjentrahn cm standen seien. In seiner Gemeinde warte man schon seit Monaten aus das Licht. Die Gc- scllschaft ist außerstande, es zu liefern, weil sie noch zu große Austräge habe Tic Beaufsichtigung der in Akkord gegebenen Arbeiten sei hinausgczogcn worden. Bei der Schasfung von Ueberlandzentralen scheinen nidit immer sadiliche Interessen allein maßgebend zu sein, es komme der Verdacht auf, als ob die Beteiligung gewisser Herren an diesen lliUerncbmiingtn mit eine Rolle spielten. Tcr Tendenz der Anfrage Tr. OsatmS könne er sich aber nur anschlicßen.
Minister v. Hombcrgk: Tcr Abg ü'orell bat angedeutet, daß ausschlaggebende Personen an den Ueberlandzentralen bv teiligt seien, und daß deshalb die IMercssen der Installateure nidyt gewalwt werden. Ich bitte, Namen zu nennen, wenn and) nicht im Plenum, damit man Gelegenheit habe, der Sache aus den Grund zu geben.
Baurat Schöberl: Tic {Regierung habe ein Interesse daran, daß die Leistungsfähigkeit des Mittelstände- entwickeli werde. Tic Firmen erklären aber, auf die Herstellung der Anlage zu verzichten, wenn man sie zu sehr befdiränft. Es müssen eben gewisse Vorzugsrechte den Firmen eingeräumt luvrbeti. In Oberhcssen baue die Provinz die Anlagen selbst. Alle Farmen, mittlere und kleine, werden zweifellos aud) in Obcrhesscn zur Lieferung von Hausiustattationen zugelassen. Von jetzt abjnüifen alle Verträge von der Regierung genehmigt werden. Sie genehmige feine Verträge mehr, in denen nicht die Interessen der Stleingeroerbetrcibeiiben genügend gewahrt sind.
Wg. Tr. Weber (Bbd.) bedauert, daß nidjt jede Provinz den Mut wie Oberhessen besitzt, bann brauchte man die heutigen Verhandlungen nicht. In Oberliessen habe fein Gewerbetreibender etwas zu befürchten.
Abg. Bähr iBbd.): Der Abg. Korell habe in seiner Rede betont, daß aud) die Landwirtschaitskammer sich mit der Vermittlung von Motorenfäusen befasse. Die- sei unrichtig. Tie Herren der freisinnigen Partei sch inen . wirtschaftsfammer nicht zu kennen und er lade sie deshalb zu einem Besuche ein.
Abg. Ulrich (Soz.): Es handele sich darum, möglidift darauf hinzuarbeiten, daß den Heineren Unternehmern eine Gleichberechtigung bei den Arbeiten gesichert wird. In dieser Frage stehen wolst alle Parteien auf dem gleichen Boden. Das Bestreben der kleineren Unternehmer müsse daraus hingehen, fid) mit den größeren zu vet ständigen. Tie Ausgabe der Regierung müsse es fein, jede Monopolstellung zu verhüten. Tiefe Stellung habe seine Partei bereits bei der Besprechung über das oberhestischc Werf eingenommen. Je mehr sich die Ueberlandzentralen ausdehnen, je mehr wird uns die Frage der kleineren Werke beschäftigen. Es läßt fid) nicht leugnen, daß die größeren Werke billiget arbeiten können als die kleineren Werke. Die großen Werke müßten daher die kleineren Werfe auskaufen.
Abg. Henrich (fr. 93p.): Das Hauptgewicht müsse auf die Ausarbeitung der Verträge gelegt werden Es wurde bei der Ausarbeitung des Vertrages für Darmstadt jede Moiwvol- oestrebung verhindert. Bei dem Bau von ll berlandzentralen habe die Regierung nicht intqiet guten Willen g > habe
Kreisrat Wallau lieber mit den Rheinischen Schlickert Werken arbeiten wollen als mit der Stadt Darmstadt. Tie Gemeinden müßten von einer geeigneten Stelle aus beraten werden.
Baurat Schöberl widerspricht dem Abg. Henrich Was die
hessische Zweite Kammer.
bs. Darmstadt, 22. Febr.
Die heutige erste Sitzung nach der Wiedereröffnung des Landtages stand im Zeichen der M i t t e l st a n d s f r c u n d - kcchkeit. Auf der rechten wie aus der linken Seite des i Dauses wetteiferte man, sich des Kleingewerbetreibenden an- ! ^nehmen. Lebhaft wurde die Aussprache, als der Abgeord- ' i'te Korell- Königstädten von der Interessiertheit gc - | riffer Herren an den Unternehmungen der Ueberlandzen- 'traten sprach. Wer diese „gewissen" Herren aber feien, Acsck/wieg er, erflärtc sich aber bereit, dem Minister des Ijnwftn privatim davon Mitteilung mi machen Ein wei- rirrer bewegter Moment bot sich, als der Abg Tr. Osann :xn Kreis rat Wallau gegen die Angriffe des Abg. Hen - .ch in Schutz nahm. Er bezeichnete die Ausführungen des freisinnigen Redners als merkwürdig und hob hervor, ich er sich in seiner Jungfernrede nicht gerade geschickt be- iwnnnen hätte. Wenn auch der Abg. Korell behauptet, daß man bei der Besprechung der nationalliberalen Anfrage über den Bau von Ueberlandzentralen Wahlreden gehalten hätte, so trifft dies doch eigentlich nicht zu. Allgemeine ;iclitifa)e Betrachtungen werden sich erst bei der Etats- beratung ergeben, die voraussichtlich morgen ihren Anfang nehmen wird.
Der Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um »/»ll Uhr. Jas Haus ist voll besetzt, ebenso die Tribüne. Am Regierungs- tische sitzen Staatsminister E)vald, Minister des Innern von I )ti»mbcrgt und Finanzminister Dr. Braun soioic eine Anzahl Ministerialräte.
Präs. Köhler verliest eine Mitteilung der 1. Kammer rter die von dieser gebildeten Ausschüsse. Da die vier Abgg. stusold, Eißnert, Hartmann und Soherr den Eid noch nicht cd eiltet haben, werden sie durch Handschlag vom Präsidenten rtcksträglich vereidigt.
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der Lage, einen Erlaß dieser Strafe berbeuufübren. Wenn man auch einen allgemeinen Zwang nicht für angezeigt cracbte, fo könne sich die Regierung doch nicht bereit erflären, für die Zu fünft ^wangsmaßrcgeln zu unterlassen.
Ta eine Ansrage des Zentrums über den gleichen Punkt vorliegt, wird auf Antrag des Abg. Schmitt beschlossen, die Besprechung beider Anträge nach Drucklegung gemeinsam Vvr- zunebmcn.
Weiter steht die Anfrage der Abgg. K o r el l - Königstädten und Gen \ur Tebatte, die sich mit den Ausfübrungsbestimmungen zum Rcblausgcsctz besaßt Tic Regierung wird ersucht, eine Abänderung der llnjuträglidth'itcn der Ausfübrungsbestimmungen zum Reblausgesetz herbeizuführen. Besonders wird gefragt, ob sic geneigt fei, benachbarte, von der Reblaus befallene Gemar Jungen zu einem Bezirke im Sinne des Gesetzes zusammenzulegen, die Desinfektion in den Wintermonaten aus das Miirdest maß cinzufchränken und die Unterfilchungsarbeiten so zeitig zu beendigen, daß für die Kreszenz keine Nachteile entstehen.
Die ErNärung der Regierung geht dahin, daß sich bisher keine Anhaltspunltc ergeben hätten, daß die vorhandenen Dcstim mungen geändert werden müßten. Die Regierung könne deshalb aud> keine Aendcrung der Bestimmungen in Aussicht stellen. Eine Aushebung der VerkehrSbeschränkungen hatte zur Folge, daß bei starkem Verkehr eine wirksame Bekämpfung vereitelt iverden würde. Soweit es möglich war, fei aud) Abhilfe geschaffen worden. Insbesondere wurde bij? Tcsinsektion in den Wintermonaten eingeschränkt. Abg. Reh beantragt Besprechung nach Drucklegung. Der Anttag wird angenommen.
Tcn 5. Punkt der Tagesordnung bildet die Anfrage der Abgg. Tr. £ f a n n und Gcn. betreffend elckttische Ueberlanb zentralen, die folgenden Wortlaut hat: „Hat die Regierung Kennt nis davon, daß bei dem Bau der Ueberlandzentralen der kleinere und mittlere Handwerkerstand sich an den Arbeiten der Installa tion usw nidit in wünschenswerter Weise beteiligen kann, weil die Groschetriebe gerade diese Arbeiten auch für sich in Anspruch nehmen? Will die Regierung bei (Genehmigung dieser Ueberlanb zentralen darauf Bedacht nehmen, daß und in welcher Weise die Interessen der kleinen und mittleren Handwerker, Elektrotechniker, Installateure und Verkäufer von Installations- und sonstigen Artikeln hier gewahrt werden?"
In der Antwort der Regierung wird nun aefagt, daß die großen Werke nach Monopolen ftreben, wodurch die kleineren InstallationSgeschäste behindert werden. In Hessen tauchte die Frage der Ueberlandzentralen mit dem Bau der rhciul)esfischen Ueberlandzentrale aus. Tie in Rheinhessen ansässigen Installa teure werden unter den gleichen Bedingungen wie die Rheinischen Sdiuckert-Werke zu den Installationen zugelassen. Es sei den ■Stromabnehmern anheim gestellt, woher sie ihre Lampen be» Sieben wollen. Die Werke hatten zwar einzelne Vorrechte, aber bei den Verhandlungen, die im Jahre 1909 geführt wurden, fei nicht mehr zu erreichen gewesen. Tic Großherzogliche Staats rcgicrunq wirke daraus bin, daß das Arbeitsgebiet der Installa- tionssirmen erweitert wird oder wenigstens bestehen bleibt. Im Ried und in Rheinhessen konnten gewisse Vorrechte nicht verhindert werden. Es werde dafür gesorgt werden, daß in Zukunft nicht mehr der Staat und die Großindustrie allein bevorrechtet fein sollen. Tie Regierung ist beftrebt, die Interessen des Mittelstandes zu fördern.
Abg. Dr. Osann (natl.) bittet, die Besprechung der Anfrage jetzt vornehmen zu wollen, da diese Frage in den gewerblichen Kreisen lebhaft erörtert wird. Die Antwort der Regierung war im Schlußsätze eine erfreuliche. Sie habe aber zugeben müssen, daß das Wvommen mit den Rheinischen Schuckert-Werken nidit das Interesse der Gewerbetreibenden wahre. Tie Regierung besitze aber die Möglichkeit, entfprcd)ende Verträge zu schließen, besonders in bezug auf die Freigabe der Kreisstraßen. Im Ried werden säst alle Installationen von den großen Firmen besorgt. Für die Stleingeroerbctreibcnben sei es aufjerorbcntlid) schwer, mit den Großbetrieben zu konkurrieren So z. B. müssen fast alle Motore von den Rheinischen SchuckeN-Werken bezogen werden. Tie Regierung müsse deshalb in allen Fällen, wo Ueberlanb» zentralen errickstct werden sotten, dafür Sorge tragen, daß auf
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Der erste Punkt der Tagesordnung betrifft die Anfrage des *lg. Tr. Osann und Gen. betreffend tierärztliche Untersuckuings- fjftcn der Maul- und Klauenseuche, in der aus die Klagen über I dir Höhe der tierärztlichen UntersuckmugSkosten anläßlich der | Maul» und Klauenseuche hingewiesen wird, und ob es sich nicht ] empfiehlt, diese Kosten den Viehdesitzern abzunchmen und auf r|t Staatskasse zu übertragen.
Minister v. Hombcrgk verliest die Beslimmungen, in 'lewen die Gebühren festgesetzt sind In der Anttvort der Rc- flirrung heißt es, daß die llntenudmng auf Antrag des Tier- ßesitzerS geschehe, und daß aus diesem Grunde eine Ucbernahme cur die Staatskasse nidit gerechtfertigt sei. Auch in den Aus sihrungsbestimmuiigen über das Reichsviehseuchengesetz befände I \ t> eine foldie Bestimmung nicht.
Auf Antrag des Abg. Bähr wird die Bespreck)ung des kötlrages vertagt. w m v
Alsdann kommt eine Anfrage des Mg. Brauer und Gen. te:r. Maul und Klauenseuche zur Beratung, in der angefragt tüd), ob cS der Reizierung bekannt fei, daß in den von der ülaup und )Nauenseud)e befallenen Bezirken eine große Erregung lil landw. Kreisen über die Handhabung der Polizeivorschriften ind des Geblihrenwesens in den Sperr- und Beobachttmgs- Jwieten besteht? . ,e r , . m
Die Regierung erklärt, daß eine strikte Befolgung der Vorschriften notwendig fei, und daß selbst bei einzelnem Auftreten hr Scuckre eine Absperrung vorgenommen werden müsse. Nur llburd) sei cs gelungen, die Seuche aus einzelne Herde zu »«chränken. , „ , * .
Auch über diese Anfrage soll nach Drucklegung verhandelt Werden und auf Antrag des Abg. Schmitt wird beschlossen, leibe Anfragen zu vereinigen. . ,
Den dritten Punkt der Tagesordnung bildet die dringliche »titfragc des Abg. Tr. Winkler betr. Bekämpfung des Heu- irth Sauerwurms. In dieser Anfrage ist gesagt, da» aus Vcr- cnlaffung des Kreisamts Worms Polizeiverordnungen erlaficn norden sind, welche einen Zwang zur Anbringung von <5ang»
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Zltherspie welche gesonnen^ AusrechierbalM Hausmunk etnew noinmiett.Zlther der über groß« Instrumenten- fugt, beiautreten, beten, sich d.Mts. imlkir snave, abeud-^ zunnden. . EiflJreundJ^. Bfl-
, (Ein hessischer Gedenriag.
Am 23. Februar dieses Jahres sind 75 Jahre verflossen, seitdem der ttnglückliche Pfarrer Frredrrcli Ludwrg IßBeibifl in der Untersuchungshaft gestorben ist. Man ver- Itreitete damals, am 23. Februar 1837, das 0>erucht, Wewtg __ sich mit Scherben die Adern durchscknntten, bte Unter- itchung ergab aber, daß die wahrschein lickte Todesursache f eine körperliche Mißhandlung zurItckzuführen war, dre eine Wärter un ihm verübt harten. Weidig war am 5. F<chrimr 1791 zu Oberkleen in der ehemaligen Herrschaft tleeberg iKreis Wetzlar) geboren, wurde später Rektor an der cteim dm le zu Butzbach und uahm lebhaften Anteil an den .'vlitischen Bestrebungen der dreißiger Jahre. Voll gluheit- >er Vaterlandsliebe erstrebte er wie die ganze vormarzliche Bewegung die Einigung der deutschen Staaten zu einem itackstvollen Reiche auf freiheitlicher Grundlage und wurde oegen seiner Betätigung gegen seinen Witten an Pfarrer Oberqleen versetzt Im Jahre 1835 wurde er der .lbfaisung mb heimlichen Verbreitung revolutionärer r.ruckichrttten 'vwie der Mitwissenschaft und Mitwirkung andern cvraiu- iiTter Attentat angeklagt und verhaftet, und darnach in darmstadt im Stockhaus untergebracht, wo er orS zu feinem tobe in Untersuchungshaft gehalten wurde. Er wurde auf Dem Darmstädter Friedhof beigesetzt, wo ihm seine freunde Md Gesinnungsgenossen später ein ©rtibbcnnnal cm®* i'ten, das folgende von ihm selbst versagte Infchrtst trug: Vaterland, dir gilt mein Leben,
Grab in freier Erde mir.
Diese Inschrift wurde während der Reaktionszeit von beit Behörden mehrfach mit Eisenkitt unleserlich gemacht, :b»er von Weidigs Freunden während der 9i’ad)t immer Dieb er freigelegt. Weidig ist der Verfasser einer Anzahl m Niger Gedickte, die seine Freunde im Jahre 184/ gejammelt heraiisgaben, und einer ganzen Anzahl kleinerer Schriften. ~ F ' Heber sein Leben und seinen Tod sind mehrere ^verke M | I r 'chienen, darunter auch eine aktenmäßige Darlegung des L mM1 I ^wsahrens gegen ihn.
Bei dieser Gelegenheit sei seftgestettt, daß das harte Urteil, das der Literarhistoriker in dem in Nr. 2b der Gießener FamUienblatter abgedruckten Aussatz, der Georg


