Ausgabe 
21.11.1912 Zweites Blatt
 
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Herzog.

Kreis Büdingen.

ausgenommen

wieder

Butzbach, e r B u tz b a

r

ung

Redner Cetonomfetnt Weigel» Llch.

oUrttt* geholten.

Ein landwittlebchtlicber Vortrag

= C u t rf b o r n, 19. Rov.

melden.

Kreis Friedberg.

dingung einverstanden, daß ihr Gutbaben Hb Pot He­nri sch festgelegt ivird. Gemeinderat Dl'. Bogt Butzback» wurde beauftragt, noch einmal persönlich in Berlin nut der Firma Lenz u. Co. zu verbandeln.

8 Vilbel, 19. Noo. DaS sJhbbAt«l steht auf weit« Strecken hin unter Wasser. An manchen Stellen tritt er big an die Bahnkörper der Main-Weserbahn und der Helden« bergenStockheimer Strecke heran.

einem warmen Appell an die Mitglieder, dem Vaterlande treue Bürger zu sein, sowie mit einem Hoch auf das Dater- land. Spater wurde ein lebendes Bild, Huldigung an den Gros',Herzog, gestellt. Acht junge Mädchen und acht Eisrn- !>ahner in Umform umgaben das bekränzte Bild des Groß- wrzogs. Supcrnumerar Weber feierte den LandeSfürsten als Friedensfürsten und echten Familienvater und fdiiof} mit einem begeistert aufgenommenen Hvch auf den Groß-

Unseren Anzeigenknnden zur gefälligen Beachtung.

Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sickern, empfiehlt et ich bringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu icwirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur >ei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden.

Verlag »es Siebener Anzeigers.

Häuser ? . ic auf einem Teile ihres dortigen Gebietes, das ehr sumpfig ist, ausgedehnte Wei denpflanzungrn an« egen lassen.' Der Ertrag dieser Anlage kam jetzt zur Ernte und zum Verkauf; e§ wurden 370 Zentner Weiden geerntet Der Preis kam zwischen 45 Mk. zu stehen.

Kreis Lauterbach.

n. AngerSbach, 19. Rov. Der hiesige OrtSgeinüchk. Pfarrer Me mmert, der noch nicht ein Jahr hier tätig war, hat sich entschlossen, die Stelle eines Vereinsgeistlichen im Hessischen Landesverein für Innere Mission zu über- nehmen. Noch in diesem Monat gedenkt er sein neues Amt anzutreten. Alle Bemühungen, den Geistlichen der hiesigen Gemeinde zu erhalten, waren vergeblich; mit großem Be­dauern sieht man ihn von hier scheiden.

X Engelrod, 20. Nov. Der Steiger Grün nahm mit einigen Arbeitern Schürsnngen für die Eisenwerke DuderuZ in unserer Gemarkuna vor. Sie waren von vollem Erfolg begleitet. Große Eisenste in lager wurden fest, gestellt. Die Arbeiten mutzten aber durch die schlecht, Witterung eingestellt werden; sie sollen im nächsten Jahve

findet nm Sonmag, 24. November, nachmittags hier im toemeinbe- laal holt. Vmibn'irlMtvttlebrer Tamm- L'ut» fpridit über ..Tic k ü nullchen Düngemittel und ihre 'Jlmvenbimg, in«* besondere auch die Anwendunq der Kalkdüngung*.

R. Londorf, 19. Nov. Am Svirntag hielt der Eisenbahn - Verein Londorf seine Großherzvgs'Ge- burtStagöieier in der Mrtschast zur Stadt öftesten ab. Von nachmittags 4 Uhr ab sand Tanr,z statt, 0-kgen Abend hielt der Vorsitzende des Vereins Babnlivfsausseher Weber cinni Vortrag über iben französisck>rusiisch.n ^<ldzug, sonne über die Freiheitskriege 1812/13. Der Vortrag schloß mit

Butzbach, 19. Nov. Tic Frage der San ie- ..... oderButzbach Licher Eisenbahn besstxistigtv heute" eine Sitzung der Bürgermeister aus den beteilig­ten Gemeinden. Infolge des fortgesetzten Defizits will btt Bahnaesellschaft die Obligationen der Gemeinden nicht Mehr wie bisher mit Dozent verzinsen, sondern mir noch mit 2 Prozent. Manche Gemeinden, die bis zu 200 ooo Mark Lbligationen haben, werden davon schwer betroffen Tie Vertreter der Gemeinden erklärten sich unter der Be*

träge wurde gestern abend in dem stark besetzten Großen Hörsaal i der Universität durch den Vortrag:Die Pflicht des deut- i schen Studenten gegen f et n Volk" eröffnet, den in Vertretung des erkrankten Kavitänleutnants P a a s ch c Pros. < Messer hielt. Er begann mit einem Schovenhauerschcn Dort , daß er keine Moral predigen, sondern Hinweisen wolle nut einige , Hauptgesichtspunkte in dem Problem von der sozialen Verp'licb- tung des Studenten besonders in der Frage des Alkohvlgenikise?. Die Trinksitten sind Jahrhunderte alt, deshalb ist ihre Herrschaft so schwer zu brechen. Seit verhältnismäßig kurzer Zett erst kann auch die wissenschaftliche Erforschung des Alkoholtsmus am- klaren über die ungeheuren Schädigungen des Alkoholgenufies Tür 'Oie Volksgesundbeit. Wehrkraft, Kriminalität, 'ür die Volkswirt- , schuft. Im Kamme gegen diese schweren Schädigungen, die ine Stellung der Tcimti'cn als Kulturmacht, als wirtschaftliche Größe, als Raste innerhalb der Welt bedrohen, muß zunächst Front ge­macht werden gegen die Trinksitten. Es ist eine Jabel, daß zur fhibentiidiftt Fröhlichkeit Alkohol flehört, es ist ja auch »wck, nicht ohne ihn versucht worden. Vielfach muß Alkoholgenuß und Trinksitte bei Studenten das einigende Prinzip abgeben statt geistiger, künstlerischer, sonstiger Interessen. Angehörige stu­dentischer Bereinigungen wie Pros. Bunge, fahr Dahn, brr doch selbst Dichter von frohen Liedevn ivar, habe das nut aller Schärfe anerkannt Tic Folgen dreies Alkoholpenusses aus der Hochschule sind oft Entgleisen, im sväteren Berut mangelnde Begeisterung, in vielen faillen auch Zusammenstöße mit dem Gesetz Der Redner konnte auf den traurigen fall in Darm­stadt Hinweisen. Auf sozial nicht so hoch stehende Schichten wirken solche Exzesse verbitternd. Wohl können manche Bes­serungen in den letzten Jahren festgestellt werden. Die Alkohol- exzesse scheinen im ganzen in der Abnahme, neue Werte treten in die studentische Schätzung ein. Die Uebernahme der studen- tifdyen Unterrichtskurse durch den Ausschuß der Gießener Stu­dentenschaft konnte als ein Rnhmestttel der hiesigen Studenten verzeichnet werden. Auch die zunehmende Pflege des Sports wäre hier zrl nennen. ?lber eine Reihe von Vorschlägen, die Gelder der sttldentischen Repräsentationskassen etwa für Flotten- vermehrung im Sinne der glänzenden Mürwickcr ftaiferrebe wurde von Heidelberg, statt eines städtischen Kommerses das Studenten­heim schöner auszustatten, von Kiel abgelehnt. Die Universität hat mit der Wissenschaft die Schädlichkeit des Alkoholgenusses gezeigt, sie muß auch ronseauent dazu die falb nm fi im Kampfe übernehmen. Die anlerikanischen Hochschulen sind darin den deut­schen überlegen. Auch sind die Forderungen, die jetzt der Beruf stellt, größer geworden: wieviel Weltkenntnis verlangt heute der Berus des Theologen, höheren Lehrers, Mediziners! Da wäre es Zeit, die Geselligkeit zu reformieren: vor allem die Trinksitten, die den Spott des gebildeten Ausländers immer wieder erregen. Am wirklingsvollften geschieht dieser Kampf un- beftritfen durch die Abstinenz.

** Tie von der Ortskrankenkasse am Dienstag abend im Gewerkfckyaftslyanfe abgehaltene Herbst-General­versammlung war von 25 Arbeitgebern und 69 Arbeitnehmern besucht. Von den an5 dem Vorstand ausscheidenden Mitgliedern wurden von den Arbeitgebern unedergewählt: Bierau und Winn, von den Arbeitnehmern: Männche und Maier, sowie neugewählt: Andrä und Bruno Schneider. In die Kommission für Prüfung der Reelmung von 1912 wurde gewählt von den Arbeitgebern Horst, von ben Arbeitnehmern Laudenbach und Nau. Nach einem Vortrag des Geschäftsführers Fourier wurde beschlossen, beim Versicheningsamt den Antrag zu stellen, daß die Ortskranken kasse auch ferner zugelasseu und als gemeinsame Orts­krankenkasse im Sinne der Neichsversickyerungsordnung a u s- gebaut werde. Msdann berichtete Rechtsanwalt Raab über die Kölner Jahresversammlung des .Hauptver­bandes deutscher Ortskrankenkassen. Im An­schluß siieran erstattete Gesckyäftsführer Fourier den Bericht über die B a d - N a uh ei nt er Jahresversammlung des Hessischen Krankentassen-Berbandes. Die von deut Hessischen Verband eingerichtete Ausfunftserteilung ist fleißig flt- braucht worden. Namentlich ist von den kleineren Kassen viel gefragt morgen, so daß diese »mederhvlt darauf hingewiesen werden mußten, sich an fonnb der gesetzlichen Bestimmungen selbst zu unter ridyten. Jedenfalls hat sich diese seit einem Jalyr bestelyende AusTiinstserteilung bewährt, ebenso wie die seit einiger Zeit ein­gerichtete Priisungsstellc für Llpothekerrechnungen. Der Verband ijnt auch seit kurzer Zeit den eigenen Bezug von Heil- und Stär­kungsmitteln ausgenommen imb erhofft hierbei bei weiterem Ausbau Vorteile für die beteiligten Kassen. Die gemäß eines in Bingen gefaßten Beschlusses eingereichtc Eingabe gegen did Errichtung von Landkranken.kaffen ist von der Regierung iwch nickst beant- uwrtet uwrdeit, so daß tu Bad-Nauheim eine erneute Eingabe besckstossen imirbc. Der Verband hat einige Kurse zur Ein­führung in das neue Perfick'erunaswesen abhalten lassen. Was die innere Organisation betrifft, so ist Maßgebendes noch nicht bescküossen nwrden, da das in Aussickst gestellte Normalstatut von der Neichsregierung noch nicht herausgegeben ist. Der Be­richterstatter machte noch weiter Mitteilung über den von ihm in Bad-?i anheim abgehaltenen Vortrag betr. Winke ftir die Kassen- Verwaltungen zum Invaliden- und Hinterbliebenen-Versicherungs gesetz und über den Vortrag »des LaudcSwvlmuugs-JnspekwrS Gretzsck^l «Darmstadt! über die Praxis der Wohnungsreform. Mit einer Aussprackv über die Stellungnalyme der Krankenkassen zu der freien Aerztewnlst sckyloß die Versammlung.

"Die Studentischen Kurse halten den Geographie- kurS noch einmal am Freitag in der Universität.

** Ersatzleistungen für Nachnah nte-Po st sen- dun g en. Ist eine Nachnahmesendung ohne ordnungsmäßige Eiuziehuitg des Nachnahntebetraaes ausgehändigt worden, so leistet die Postverwaltung dem Absender fortan bei .Einschreib und Wertsendttngeu sowie bei gewöhnlichen Paketen mit Nach­nahme für den entstandenen unmittelbaren Schaden bis zum Betrage der Nachnahme Ersatz. Diese Bestimmung, durch die die Postordnung jetzt ergänzt worden ist, trägt den Wünschen weiter Greife Rechnung.

Landkreis Gießen.

Kefsclbach, 19. Noo. Ter hiesige Gesangverein 2ic b erf r a n der bem Jlm-Lnmdatal-Sängerbunde an- gehört, hielt eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in der der Präsident über den Verlauf bc5 SängertagS in WeiterShain Bericht erstattete. Als wichtigster Punkt kam hier wohl in Betracht, daß das nächstjährige Bundesfest dem Verein übertragen worden war; mit diesem soll das 40inhnge Stiftungsfest des Vereins oerbimben werden. Die 9?cdammhmg beauftragte den Vorstand mit den Vorarbeiten zu diesem Fest, das am 10., 13. und 14. Juli n. I. statt- sinden fast. AlS Festplatz wurde die sog. .Neuwiese" nahe bem Bahnhof in Aussicht genommen. Man hofft, falls die Ueberlanbnnlage der Stabt Gießen bis dahin fertig gestellt ist, den Platz elektrisch beletichten 511 können. Als Masten- chor werden die BundeSvereine das Volkslied ,914), wie ift'S mögltd) bann nfm.* zum Vortrag bringen.

-- Langsdorf, 19. Nov. Im Gasthaufe von £>. Roth III wirb am kamstag abend ein Vortrag über »Rationelle Zung- d t e b a u f | u d) t und Bedeutung des Weweganges in der Tier-

S. Sitzung Stroßhorzoglichcr Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

P r v t v k 0 l l - A tl s z u g.

Gießen, den 5. Htovember 1912.

Anwefeild sind die Herren: Geh .tkoiumerzienral HetchelKu" als Vorsitzender, Kommerz,eurat Schirmer als 1. stcllvertt. Vor itzender, Kommerzienrat Grünewald als 2. stellvertr. Vorsitzender. Friedberger, Kommerzienrat Hoos, bring, Noll, Ramspeck, Nm 1. Rübl, Stammler, Wallach, Zurbuch, der Syndrkrts und Gtrickr assessor Schoenhals.

1 Fortbild ungsschulpflicht für Mädchen. Die Grosh. Regierung beabsichtigt, bei der bevorstehenden Revision des Volksschulgesetzes vom Jahre 1874 orn Fonbildunasfckmlzu«nq auch auf die aus der Volksschrrle entlasstne mriblidre Jugend au> 'udehneu. Auf Grund einer Umfrage gelangt die.Handelskamme- nach eingehender Darlegung des Sachverhaltes Mt folgendem ichlusie: Die Handelskammer vertennt durckmu? nicht die Wichtig leit einer erweiterten imb vertieften Ausbildung auch für die weib­liche Jugend: sie kann aber die allgemeine Zwangs fortbildung - schule nicht al? den geeigneten Weg zur Errrickmng des an sich bt- grüßenswerten Zieles anfeiten, west et mit zu vielen und zu scknoeren Nachteilen sowohl für die Mädcken selbst, als auch für deren Arbeitgeber verbunden ist. Sollte gM(f<voM die tRcgientng aut der Durchführung ihrer Absicht britefrn, dann sind die gesG liehen Besttrnmungeu so abzufassen, daß die lästigen und ftdratben Eingriffe der Pflichtfortbildungsschule in alle gewerblichen Ver­hältnisse überhaupt verrmedeu oder wenigstens aus ein Mindest maß beschränkt werden Tie für diese Zwecke vvu der .sTammtr ausgearbeiteten Vorschlige sollen den übrigen hessischen .Handels kammern in gemeinsamer 'öerntung zur Prüfung untertnritrt werden.

2. Filial- und W a r e n h a u s ft e u e r. Der Berbane deutscher Großhändler der Nalirungsmittel- und venvandtcn Branckum, Ortsgruppe Gießen, und der Verein der Dotaillisten 511 Gießen haben bei dem »erm Oberbürgermeister den Anttag au> Einführung der Filial und Warenhaussteuer auf Grund bei Gemeindeumlagengesetzes front R. Zuli 1911 gesteNt Zu einer gutackstlichen Aeußerung crufgeforbcrl, hat sich die Handelskammer in zwei ausführlick^n Berichten für den Antrag ausgesprochen utib entsprechende Vorschläge für den der Steuer zu Grunde zu legend«« Maßstab gemacht.

3. Verstaatlichung des Gerichtsvollzieher- wese n s. In einer ausführlich begründeten Eingabe an bad Großh. Ministerium der Zusltz hat die Vereinigung hessischer Gerichtsvollzieher um Verstaatlichung des Gerichtsvollueberwefen» gebeten. Die Handelskammer spricht sich einstimmig gegen den Anttag aus, da eine derartige Aenderung in bet Stellung dn Gericktzsvvllziehet nicht im Znteresse von handel und (tzewerbe gelegen fei.

4. Neue Tabakzollordnung. Pom Großh. Muu ft er i um des Innern war der Handelskammer der Dertraiiltdr Entwurf einer neuen Tabakzollordnung zur Aeußerung zua« gangen ES wurde berichtet, daß die beteiligten thrifc Ve oenten gegen den Inhalt des Entwuris nicht geltend j« masten hatten.

5. Feststellung des Börsenpreises von Wert' papieren. Bom Großb. Ministerium des Znnem war der Handelskammer der Entivuri einer Bekanntmachung, betteffenb die Feststellung des Börsenpreises von Wertpaoieren zugeganger Ter Zweck des Entwurio ist, eine Aenderung der bestehenden Btt srimmungen dahin herbrizuiühren, daß der Divideitdenschein mi* bei den nur im Kassageschätte gehandelten inländischen Aknen künftig erst nach der Generalversammlung, die über die Dividende beschlössen Hot, abgetrennt werden soll und daß nur fcftfrcntn»1 lidjc Papiere noch mit Stückzmscn gebandelt werden Die handele' kämmet hat diesen Vorschlag als eine Maßregel begrüßt, ivelcke den handel an der Börse und die damit verbundenen techniilhcn Arbeiten zu erleichtern und zu vereinfackwn geeignet ist.

6. Ausübung der Nahrung Smittelkontrollk Die Handelskammer hatte eine Anregung der Ortsgruppe Gießen vom Verbände Deutscher Großhändler der Kolonialwaren und ver­wandten Brancknm unter Befürwortung weitergegeben, da Hin gebend, daß in allen zweifelhaften Fällen von Nabrnngsmittelverfälichimg vor Einleitung des 3trafr>erfahrend das Ak eumaterial einer von der .Handelskammer einzu'evcnden Sachverständig-nk.mmis ion vor I zulegen fei. DaS GrotzW .^teisamt Gür^-n sah sich jedoch auS

H. Büdingen, 19. Nov. Heute nachmittag fand eine Gemeinderatssitzung statt. Bei dem neuen Beamten- besoldungsgesetz wird Büdingen der 3. Ortsklasse des Woh- nungSgeldtarifs zugerechnet. fat einem Artikel des Kiteisblattes war nacktgewiesen worden, daß die Wolmtrngen und auck^ die Lebensrnittel in Büdingen teurer sind, alS in Städten der 2. Orts­klasse. Kammerdirektvr Tr. Weimer,weist die Richtigkeit dieser Ausführungen nach und beantragt, daß die Stadt Büdingen bei dem Ministerium vorstellig werde, damit Büdingen der 2. Orts­asse zugerechnet mürbe. Der Gemeinderat gibt einstimmig feine ustimmung. Gcmeinderat Klein hofft, daß die Beamten in Zukunft von der leider vielgeübten Gewohnheit abstehen werden, i ire Lebensmittel und sonstigen Bedarfsartikel auswärts zu^kaufeN. Bon anderer Seite wird aber auch feftgestellt, daß ein Teil der Geschäftsleute viel daran Schuld trage, daß diese Gepflogenheit gerade in Büdingen so stark ist. Dem Schuldiener Muth wer­den 30 Mark zum Ankauf von Brennmaterial bewilligt, da ihm bei seinem Gehalt freie Heizung zusteht. Das Kreis amt ist mit einem früheren Beschlüsse des Gemrinderato, nach dem den Hauseigentümern der Beitrag zu den Fußsteigherftellungen er lassen wird, nicht einverstanden und verlangt Nachweis, wie der betreffende Ausfall Deckung finden soll. Da eine strikte Ein Haltung der Orissahung für einen Teil der Hausbesitzer den an­dern Bewohnern gegenüber eine große Ungerecbtigk.il bedeuten würde, beharrt der Gemeinderat bei feinem Beschlüsse und be­schließt, daß der Ausfall aus dem Kredit, der für Pflasterung vor gesehen ist, aus Eriparnifscn der 1911er Rechnung entnommen werden solle. Das Bibliotltekzimmer im hiesigen Schulhaufe soll Gasbeleuchtung erhalten, damit es zu Konferenzzwecken oder Schulvorstandsfitzungen benutzt werden kann. Ein Grtin'ostück am Kreisamtsgebäude wird von Herbst 1913 ab dem Kreisamts- dicuer Hühnergart pachtweise überlassen. Der Preis wird später estgesetzt. Nachdem Ludwig i'ciit I. nachgewiesen hat, daß er von jetzt ab einen eignen Haushalt führt und feine alimen­tationsberechtigte Mutter nicht mehr daran tcilnimmt, wird ihm das Loosbolz ab 1913 zugefprochen. Die Landgewinnung an >cm städtischen Schutlplah am Hammer wird dem Josef Günter kostenlos erlaubt, fair ordnungsmäßigen Betrieb hat derselbe eine Kaution von 20 Mark zu hinterlegen. Das Gaswerk soll Telephonverbindung zur Nachtzeit erhalten, damit bei vor- kommenden Unglückssällen, Bränden usw. durch die eingebaute Fcrnzündung eine rasche Sttäßenbeleuchtung stattsindet. In Sachen der Wohnungsinspcktion war von der Aufsichts­behörde die Beantworiung mehrerer Fragen in Bezug auf dieses Gesetz verlangt worden. Der Wohnungsinspekwr hat die Fragen bereits beantwortet und der Gemeinderat schließt sich diesen Aus führungen zustimmend an. Das Kreiöveterinärantt beanstandet das Lokal, in welchem die Frei bauk eingerichtet ist. Tie Aus sichtsbehördr verlangt Bereitstellung eines anderen Raumes. Ta ein solcher zurzeit nicht vorhanden ist, ist die Gemeindevertretung hierzu außer Stande. Die Bürgermeisterei soll mit dem Kreis amt Verhandlungen führen, damit der Raum wenigstens vor­läufig noch beibehalten wird. Bon dem Bauausschuß wurde eine Ortssatzung ausgearbeitet und vorgelegt, die den Schuh der attertümlidKir Bauweise in Büdingen und der Altertümer über Haupt Vorsicht. Kammerdirektvr Dr. Weimer beanstandet die Form, in bet die einzelnen Paragraphen zum Ausdruck kommen. Gk meinderat Schäfer beantragt, daß das Statut dem Kreisamt mit der Bitte vorgelegt würde, es in einer bestimmten farm umzu­arbeiten. Zur Reinigung des Klärbeckens legr Beigeordn. Dotter ein von ihm ausgearbeitetes Projekt vor, nach dem ein Daggerbctrieb, durch Wasserkraft getrieben, eingerichtet werden kann. Die Anlage kostet nackt seiner Berechnung 2000 Mark. Aus Antrag der Gemeinderäte Schäfer und .ifril wird Beigeordn Dotter beaufttagt, daß Projekt der Zdulturinspektton Friedberg zur Prüfung vorzulegen. Wenn diese Behörde die Ansage für ausführbar hält, ist der Gememderat bereit, sie einrichten zu lassen.

i. Geiß-Nidda, 20. Nov. Eine seltene Ehrung bereitete die hiesige Gemeinde gestern abend ihrem Geistlichen, Pfatter Sauer, zu seinem 70. Geburtstag. Um lx/a Uhr bewegte sich ein Feftzug: Tum-, Gesang- und Kriegcrverein, der M- metndevorstand an der Spitze und viele sonstige Teilnehmer, nach dem Pfarrhof. Der Gesangverein trug hier zwei Lieder vor jinb der Bürgermeister Lind übetteickste dem Jubilar das gerahmte Bild:Abendmahl in einer hessischen DorfrirckX", eine Steinzeichnnng von K. Bantzer. Die eigentliche Feier wurde im Haalc bet Gastwirt Lehmer abgehalten, wohin sich der fast- zitg bewegte. Der Saal vemlockste mit den Nebenräumen die Teilnehmer nicht zu fassen. Lehrer Lentz knüvste in seiner Festrede an das vom ©ängerdyor vorgettagene LiedWir treten zum Beten^, an. Unser Tank aber gelte dem Jubilar, der beute 70 Jahre alt wird, vor 50 Jahren die Hochschule bezog und fast 20 Jahre in unsrer Mitte wirkt. Das donnernde Hoch am Schlüsse gab Zeugnis, wie die Ansprache aus dem Herzen der Zuhörer kam. Lehrer Seip 6erüIrrte hauptsäcAich das glück­liche Familienleben in unserem Pfatthaus. Bewegt dankte Pfarrer Sauer allen Teilnehmern. Der Gesangverein verherrlichte die Feier durch eine Anzahl wvhlg'elnnyener Cböre. And» der junge Turnverein zeigte fein Können in einigen gut aufgestellten Pyra­miden.

Kreis Alsfeld.

w. Alsfeld, 19. Nov (Stadtvorstandssitzung.) Die Rechnungen ber Ober Realschule und höheren Bürger Mädchen- Schule für das Jahr 1911 und der Bericht über den Prämien- markt 1912 wurden genelpnigt. Dem Ratsschrriber Schmidt soll auch für die Zukunft eine Vergütung für die Rechnungs- ablage gewährt werden. Zu dem Gesuch der Tisenbahnver waltiing um Llnsckstuß des Bahnwürterpostens 49 an die städtische Wasserleitung wird beschlossen: Die Stadt verlängert die Leitung in der seitherigen Rohrweite bis zum Hodypunkt t>er Leuseler Straße auf eigene Kosten. Die Leitung von diesem Punkte ab bis 5um Wärterposten 49 wird von der Eisenbakm kergestellt. Wasscrgeld ist satzungsgemäß zu entridyten. Stadtvorstands Mitglied Jakob bat den Antrag gestellt, einen Schularzt für bic Volksschule anzustellen Die Kttisscknilkommission Irot hierzu Mebizinalrat Tr. L a n g e r m a n n vorgesckstageu. Der Antrag wurde einstimmig angerwrnmen und die jährliche Dn gütung hierfür auf 150 Mk. festgesetzt. Zu der nnederholten Anregung des KreiSamtS, die obligatorifdT Trichinenschau ein zuführen, wird beschlossen, hiervon "Jlbftanb zu nehmen, da sie als weitere Bclastting des Metzgergewerbes angefebnt werden muß. Tie Sinrcünnig des neu augenonrmenen Bürgermeistereigehilsen Heinrich Becker aus 'Scütbcim :Kr. Alzey) für die 2. Aebilfenstelle criolgte in Klasse 1 bet OMyaltAorbnang. Dem Bürgermeisterei gelfilsen Georg Wahl wird mit Wirkung i»om 1. Noveniber ab die erste Gehilfenstelle überttagen. Gegenwärtig besaßt sich die Stadtverwaltung mit der Frage brr Filial sie« e r. Ter Stabt- Vorstand st ehr deren Einfübtting snmfratlnsch gegenüber. Bon den hier ansässigen Geschäftsleuten wird die Neuerung lebhaft be­grüßt.

Q Mücke, 20. Noo. Aus unseren, Bahichofe ift gegen- roärtig ein großer Versand von Weizen Die Getreide- Händler kaufen dcn Weizen in den Ortschaften aus; sie be­zahlen den Doppelzentner mit 20 Mk. ad Ort. Täglich kommen höbe Wagen voll Weizen hier an, um waggonweise verfrachtet zu werden.

^IlSdors, 20. Nov. Die Freihettlich Riedeselfche Forstverwaltnng zn Ober-Ohmen hat in der Nahe der Waben-