Donnerstag, 2t. November 1912
162. Jahrgang
Zweites Blatt
ssr. 275
Lochern! täglich mit Ausnahme des Sonntag«.
eiMie
mittleren Stellen
MI*
Spezial- Tuchhand-
rllHür ’Mhhii
। Gegründet 1821 A—e—--H »
Skeit^ds«^
alle Diebskomödie „Der Biberpelz" und hatte für die altbewährte Besetzung gesorgt, die neben Else Lehmann als Frau Wolffen Oskar Sauer als Lüntsvvrstehec v. Wehrhahn brachte. (5er*
Provinzial-Ausschutz der Provinz Lbcrhcsien.
L. Gießen, 20. Nvv.
Anwesend: Provinzialdirektor Geh.imerat Dr. Usinger, 5 ordentliche Mitglieder und ein Ersahnritglied. Beginn 10, Ende 1 Uhr. .
Ablösung der Streu- und Wetdebexechti- gung in den Gemeinden Pfordt, Uetzhausen und Niederstoll. Die Verhandlung über die Weideberechtigung nahm heute ihren Fortgang. Es wurden die beiden sachverständigen. Geh. Forstrat Professor Dr. Wim- menauer und Privatdozent Dr. Kleberger, gutackstlicks gehört. Sodann stellten die Parteivertreter eine Reihe von Belveis- anträgen, Venen der Provinzialausschuß stattgab. Er beschloß besonders die Einnahme eines Augenscheins an Ort und Stelle unter Zuziehung der beiden Sachverständigen. Dieser soll iNvrrtag, 2. Dezember, vormittags 3.10 Uhr, stattfinden. Der Dermin zur Vernehmung der benannten Zeugen, und zur Weiterverhandlung wird noch bekannt gegeben. „„
Rototionrdruck und Verlag der Br ü blichen UnioersuälS - Buch- und Steiudruckerei. 9L Lange, Sieben.
Die „chietzener Familiendlätter" werden dem ettnififler' viermal wöcheiutich beigelegl, daS „XrebHett für den Kreis Gletzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
das Deutsche Reich mit dem Amtssitze in Hamburg ernannte Herr Christian Sommer, dem das RetchSexequatur erteilt wurde, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden.
** Staatsbahn-Personalnachrichten. Die goldenen Dienstauszeichnungsschnüre erhielten die Eisen- vahnschaffner L o h in Gießen, Wiegand und S ch ä f e r in Fulda, Oe hm in Bad-Nauheim, Kuhl in Friedberg, die Eisenbahn-Gehilfen Flos in Friedderg, Weick>ensteller Keiner I. in Ehringshausen (Kreis Wetzlar), der Nangier- sührer Braun in Nidda, der Bahnwärter Weller in Wetzlar, die Reserve-Lokomotivführer Stein und Metz in Gießen, sowie Wagenwärter Markowiak in Gießen. Eine Belohnung erhielt: 200 Mk. für 45jähr. Dienstzeit der Werkstättenarbeiter Abel in Gießen, 100 Mk. für 40jähr. Dienstzeit Streckenarbeiter Weisbrod in Fron- Hausen, Hilfs-Werksührer Schufst in Gießen, Ober-Mo schinenputzer Schäfer in Elm, Werkstättenarbeiter Berg in Gießen, Glitz in Fulda, 80 Mk. für 35jähr. Dienstzeit Streckenarbeiter Simon in Lollar, Güterarbeiter Philipp in Bad-Nauheim und Schneider in Gelnhausen, Werkstättenarbeiter Hardt, Stadtke und Staus; in Gießen, Maschinenputzer Derselbe und Junker in Gießen. Sonstige Belohnungen im Betrag von 60 Mk., 50 Mk. usw. empfingen die Streckenarbeiter Bierau und Schmidt in Gießen, Güterb^den-Vorarbeiter Heep in Gießen, Maschinen putz er Konr. Müller in Gießen, Werk- stätten-Arbeiter Pfeil in Gießen, Rottenarbeiter Weiß- b eck er in Heldenbergen, Zugabfertiger Hauke! in Gießen, Maschinenputzer Erb in Gießen, Werkstätten- arbeiter B e l l o f f und Deibel in Gießen.
*’ IV. Gautag des .Hessischen Gauverbandsaet gen den Al ko Holismus. Tie Reihe der ausklärenden Vor-
6 Vehvendet sen
im Finanzfach ernannt
• Der zuin argentinischen Generalonsul für
-EN
uni, Walle®1
Idcvboa 26- mnier versand J ^ontplc auswärts
rtalHta
ien des Mosens tiu iraf-PhW-tWi2
■on 9-6 Cta NA iber, abends 8h,| Vortrag: Mkohoi-
>rrProf.Messer-Gi»i mber, abends 81/. l'- V ortrag: Alkohol v i Lehrer Schoppt
Redaktion, tz^vedition und Truckerei: Schul- strabe 7. Expedition und Vertag: öl.
Redaktion:«-« 112. Tet-Adr> AnzeigerGieien.
^Tonncrstag»ld.Tv bcr 1912, nachmiil.
lermGichnundM Eliiobeldegeb.ErbmM geschriebenen nag* verzeichneten Parjebm,
balelbst. „ 6t-|
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
arbeit zu erledigen. . _ . .
Dr. Guelpa rügt in seiner Arbeit noch hinzu, daß wahrend der Kur, wenn die Beweglichkeit der Gelenke wieder eintritt, regelmäßig Muskelscbmerzen austreten. Diese erklären sich daraus, daß die der Arbeit entwölmten Muskeln leicht ermüden. Clcgen diese Erscheinung verordnet er verschiedene Medikamente. Natürlich kann man Dr. Guelpas Ansicht über die Gicht und ihre .Heilung tl-eoretisch überhaupt nicht beurteilen, sondern die Nachprüfung seiner Angaben ist Sache eines Praktikers.
— Um die Nachfolge Carl Hagemanus in der Direktion des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ist wie man uns von dort schreibt, ein heißes Wettrennen ent» ßanden. Nahezu 30 Bewerber haben sich gemeldet, darunter viele Direktoren und Regisseure erster deutscher Theater. Auch eine große Anzahl Kritiker und Schriftsteller, darunter ganz unbedeutende und unbekannte, bemühen sich um den mit 30 000 Mark dotierten Posten eines künstlerischen Direktors des Hamburger Deutschen Schauspielhauses. Ein großer Teil des Publikums möchte Hagemann gern dem Theater erhalten wissen und benutzt jede neue Inszenierung Hagemanns, um kräftig für ihn zu demonstrieren. c BcrNiixr Hauptmann-Woche. Aus-Berlin nrirb uns geschrieben: Die Premiere eines Hauprmannschen Stückes, die allgemein für Berlin als der Höhepunkt des Theaterwinters angesehen wird, wurde in diesem Jahre von den Veranstaltungen übertroffen, die zu Ehren des Dichters, im Zusammenhang mit seinem 50. Geburtslage, stattianden^ Eine ganze Woche stand Gerhart Hauptmanns dramatisches Scharfen wirklich tm Mittelpunkte des Berliner Theater-Interesses. Wir berichteten schon über den Anfang der öffentlichen Geburtstagsfeiern, als von den Aufführungen des Kleinen Theaters (Michael Kramer) und dem Beginn der — sagen wir getrost — „F e st s p i e l t a g e" tm Lessing-Theater i„Die Weber") die Rede war. Natürlich konzentrierte diese alteinqeschttwrene Hauptmann-Bühne ihre ganzen Kräfte für ihren Hausdichter, und so ließ sie noch in^ Verlauf neben dem letzt erschienenen Hauvtrnannstück „Gabriel odnllings Fluckt" zwei frühe Werke zu Worte kommen: „Einsame Menschen" und „Der Biberpelz", die sich mit den „Webern" in den Svielplan teilten. Ter anfänglich nickst übermäßige Besuch des Theaters steigerte sich und erhielt am AebvrstHLLÄ« des Dichters, dem
Au» Stadt und Eand.
Gießen, 21. November 1912.
*» Tabakbau und -besteuerung in Hessen 191112. Im Erntejcchr (1. Juli 1911 bis 30. Juni 1912) betrug die Zahl der Ta ba k p f l a nz er 1214; davon batten etwa 50 Prozent eine Gesamtfläck>e bis V< ha be- pslanzt. Die mit Tabak bepflanzte Fläche^ umfaßte 405,58 ha: davon kommen auf Viernheim 174,57 ha, aus Lampertlfeim 121,25 ha, auf Wimpfen 61,67 ha, auf Lorsch 35,31 ha auf Klein-Welzheim 4,18 ha, auf Groß-Hausen. 5,16 ha. Die übrigen 3,44 ha verteilen sich auf ton terc 9 Gemeinden. Die Menge des geernteten Tabaks in dach- reifem trockenem Zustande betrug 542 494 kg, durchschnittlich auf 1 ha 1337 kg. Der mittlere Preis lohne Tabak- steuer) von 1 dz Tabak belief sich auf 65,48 Mk. Demnach war der Gesamtwert der Tabakernte 355 269 Mr. Die Aohein nähme an Zoll betrug 5146 774 Ml), an Ta b a kst eu e r 505 989 M!., an Abgabe von Tabakersatz- stoffen 1993 Mk., zusammen 5 654 756 Mk. Bon der Roh- entnähme gehen ab Ausfuhrvergütungen für Erzengntsse qua ausländischem Tabak 4893 Mk, Rohtabak und Erzeug- nisse mts tnländisckfem Tabak 2259 Mk., Erzeugntsse aus einem Gemisch von in- und ausländischem Tabak — Mk., zusammen 7152 Mk. Demnach bleibt Reineinnahme 5647 604 Mk.
•• A ns dem Militärwochenblatt. Der Gamisons- Perwaltnngs-Inspektor auf Probe Langen auf dem Ttuppen-llcbiiitgsplatz Darmstadt wurde zum GarnisonS. Verwaltungs-Inspektor ernannt.
•• Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Nm 5. November wurde der Gerichtsassessor Jakob Köge aus 'Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Osthofen zugelassen.
"Prüfungskommissionen. Durch Entschließung deS Ministeriums der Finanzen wurde der ständige jurintsche Hilfsarbeiter bei diesem Ministerium, Finanzrat Lu hl zu Darmstadt, zum Mitglied der Prüfungskommission für die
2ht» Hessen. .
Eine Regierungsvorlage, die der Zweitett Kammer rgegangen ist, beztoeckt die Verleihung der Rechte von Zivil- aatsdienern an die Reallehrer an den ftaatlidym 5-hrattstalteu (Gvmnasien, Realgnmnasiett, Oberreal- und Real- fd uten, Taubstummen und Blindenanstalten, Anstalt für Sdüvack- urb Äödsinnige „Alieestist") Istiben wiederholt um die Verleihung btr Red telvon Zivilstaatsdienern nachgesucht. Sie sind^bislwr in bcr Kategorie der Volksschullel)rer angestellt nrorben. Das hat jur Folge, daß sie hinsichtlich ihrer Pimsionsverhälmifse und $1 ihnen und Waisenversorgung wie die Volksschullehrer behandelt tverden. Nack.dem durch das Gesetz vom 17. Juli 1912 die Witwen und Waisen?in sorge der Volks,chullehrer im allgemeinen wie die dn Staatsbeamten geregelt wurde, besteht für die Reallehrer nur noch ein Unterschied in der Pensionierung, indem für die rülksschullehrer eine andere Skala gilt wie für die Zwilbeamten. 4cm Wunsche der 9teallelyrcr möchte daher umsomehr zu ent foiechcn sein, als dadurch eine wesentliche Mehrbelaslauig der vlaat-'lasse nicht emtriit. Der Ausfall an Beittägen zum Lehrer penlionsfmids würde tährlich 1800 Mark rund betragen. In glrtchcr Weise wären alsdann die Reallehrer an den Sttafanstalten )u behandeln.
Ten Berkaus von Geländedes Gr oßhe rzo g tu m s -Landeseigentum, andieGemeindeRusselshetm nirijft eine weitere Regierungsvorlage. Auf dem Gelände westlich non Rüsselsheim sind in den letzten Jahren viele Neubauten ent uonben und mehrere auf den Hochwasserdamm aufstoszende Sttaßen •.niclegt worden. Die Gemeinde Rüsselsl>eim beabsichtigt nun auch die au, der Landseite des Dammes vorgesehene Parallelstraße „am Maindamm" lterzustellen und bad hierzu erforderliche Gelände ton dem Großherzvgtum — Landescigentum — zu erwerben, ^te hot fid) erboten, 50 Pfennig für das Quadratmeter Gelände ui zahlen und sämtliche burd) bie lieber,d)reibnng entstehenden 1 jfbcii zu übernehmen. Der Abtretung des Geländes stelst nichts T,\ Wege: aud) erfd>eint bcr gebotene Preis angemessen
Ferner beantragt die Regierung den Berkau, des dem bri»M^rz-ogtum — Landeseigentum gehörigen War11urms in hc Gemarkung Nierstein. Die Gemeinde Nierstein bat |ih bereit erklärt, den Wartturm als Ä u s s i ch t s v u n k t aus- i! bauen, wenn er ihr unciitgeltUd) in Eigentum überlasten ^wird. $a bicrbnrd) das allgemeine öffentliche Interesse an bmi Turm »-wahrt bleibt und der Staat von der Unterh^ltungspstidst des larms entbunden wird, dürfte diesem Anerbieten stattzugeben sein.
W egender Aus wablder SchöffcnunbGeschwo- • neu bat Abg. von Brentano nnt Untcntity-ung b?r 3en
hart Hauptmann kam und konnte nach Schluß der Borftellund Coationen entgegennehmen, bie beispiellos genannt werden dürfen. Nidst endenwollender Jubel empfing den vor dem Borhang erscheinenden Dichter, dem ein stilles £ädicht den Mutid umspielte. Seine Lippen zuckten, und als im Hause Ruhe ein trat, sprach Hauptmann mit schlichten Worten: ,Jch bin kein Redner: wenn Sie wollen: ein Bildner. Und so sage ich nur: id) danke Ihnen für die Wärme, mit der Sie mich hier begrüßt haben." Stürmischer Jubel, der das Theater mit lautem Brausen füllte, war die Antwort. Wahrlich das war ein großer, ein schöner Tag! Damit aber ist die Wertschätzung, die dem sünfzigfährigen Hauptmann in Berlin erzeigt wurde, nodj nicht erschöpft. Am Vorabend des Geburtstages hatte die Reue Volksbühne im Volkstheater ihrem Hauptmann eine gute „Michael st'ramer"-?lufführung' beschert und am Geburtstage selbst gab man tm Kgl. Schauspielhaus „Die versunkene Glocke" und im Sdstller-Theater zu Char- brtenburg (im Verein mit Goethes „Geschwistern") das ttaurn- barte Naclststück „Elga". Auch diese Aufführungen sind gut verlaufen. Im Zusammenhang ober haben sie alle das eine darzutun. verludst: wie stark Gerhart Hauptmann unter uns wurzelt unh wie seine Landsteute sicy zu ihm bekennen!
ff. Das Mylius-Erichsen-Denkmal in Kopenhagen. In den nächsten Tagen wird in Kopenhagen das Denkmal enthüllt werden, das zu Ehren des im Grönlandeise umgekommenen kühnen Forschungsreicndett Mylius-Erichsen, sowie seiner beiden Kameraden und Schicksalsgesähnen Hagen und Brönlund, errichtet wird. Es hat seinen Platz an der berühmten „Sangen» Iurie" gefurtben; der Künstler, von dem das Werk stammt, tfb der Bildhauer Kai Nielsen. Es stellte seiner äußeren Form: nach einen mächtigen Granitblock dar und trägt auf der Vorderseite ein Relief. Dieses zeigt die drei Männer, hrie sie, gegent- Sturm und Wetter kämpfend, sich hinter ihren Hundeschlitten, legen und ihn mit aller Macht vorwörtsschieben helfen. Die mäcy- tige Anstrengung der tief über den Schlitten gebeugten Gestalten, die alle Kräfte anspannen, hat der Künstler sehr lebenbig gekennzeichnet. Kuvenhagens schönste Hafenpromenade gewinnt mit diesem Werke eine neue Zierde.
Die deutsche Landwirts 1'ast am 12. Zunl 1907-
Tas Kaiserliche Stalistisd)e Amt verössentlidst n Band 212 2b eine zusammensas-ende Darstellung der Ergebnisse der lanbnnrt- schaftlichen Betriebszählung vom 12. Juni 1907. xer Band gibt Ausschluß über die neueste Gestaltung der beutidxn Ianbnr«rt> schaitlid>en Vcrlmltnisse, vor allem über die Verteilung von Klein-, Mittel- und Großbetrieb, über die Bodenbenutzung, die Bentz' Verhältnisse, die Viehhaltung und das Personal der landwirrfchaft- lid>en Betriebe. , „,
Durdi die land- und sorstwirtsd-aftltche Dettiebs^ihlung voit 1907 sind 5 762 509 land- und forsvvirtsdxtftlicke Betriebe mit einer Gesamtftäcbe von 43 106 486 Hektar und einer landwirstchaft» lieft benutzten Fläche von 31 834 871 Hektar erhoben worden. In dieser Zahl der land- und sorstnnrtid^aftlichen Betriebe stnd aber die Betriebe mit nur sorstwirtschäftlicber Fläch: nicht entl?al!en. Im Bergleid) zu derselben Erhebung von 1895 haben die Betriebe um 177 765 ---- 3,2 v. H. zugenommen, die landwirtsdMtlld>e Fläche um 683 067 Hektar - 2,1 v. H. abgenommot
Nach der Größe ihrer land und sorstwirtsdxiNlicheii flache berechnet, gehöcrim 3 378 509 oder 58,9 v. H Betriebe zu d-m Ziverg • und Parzellettdetrieben (unter 2 Hektar land>viriid)ait- [idicr Flächet Diese Betriebe kleinsten Umfanges hatten nur 5 4 v H 1731311 Hektar) landwirtschaftliche Fläche und d'? v H (= 2 492 002 Hektar- der Gesamtsläd^e inne.
Als Großbetriebe (100 Hektar und darüber) sind 2d abb - 0,4 v. H ermittelt, mit einer lanbtuirD'djafthdrn Fläche von 7 055 018 Hektar 22,2 v. H. und einer Gesamtfläche von 9 916 531 Hektar --- 23,0 v. H. 2er Rest an Betrieben wie an landwirfsdnftlider Fläche entfällt aus die bäuerltdten Betn^e (2 bis 100 Hektar), und ztoar betragen diese an 3am 2 53iuu/ = 40,7 v. H., an land>mrtsd-aftlid,er Fläche nahezu drei Viertel -- 23 048 545 Hektar = 72,4 v. H. und an Gesamtfläche ebmialls fast drei Viertel = 30697 953 Hektar = 71,3 v. H. Ta 10boch au di von den Betrieben mit über 100 Hektar namentlich in Nord- deutscl.latid eine große Aitzahl ein ausgesprochet, bauerlid)es Gepräge hat, anderseits viele Betriebe unter 2 Hektar xn den fruchtbaren Gegenden des Obst-, Wein-, Tabak- und Hovfcnbaues bäuerlichen Betrieben gleich 511 stellen sind, ist der bäuerliche Besitz in Wirklichkeit noch stärker vertreten als bie|e Zahlen erkennen lassen. Der Muerlid;? Betrieb in seinen verschobenen Absttlftlngen bildet demnach den Schverpunkt der beut)d>ai Oand- wirt schäft.
Alstsp^
verftäktter $lottenbau (Englands?
Im englischen Unterhaus sind Neigungen vorhanden, Flottenbau zit verstärken und zu beschleunigen. Die irt, wie Churchill die betr. Anfrage eines konservativen -bgeordneten beantwortete, zeigt, daß die Regierung diesen *etmtmungen Rechnung zu tragen gewillt ist.
London, 20. Nov 3m Unterhaus richtete der Kon- ItruaiiDc Middlemore an Churchill die Frage, ob er an- Lichts der Tatsache, daß infolge der angemefsenen Wahrnehmung britischen Interessen tm Mittelmeer in den heimischen bewässern nur zwanzig vollwertige Schlacht- fdj 1 f f c gegenüber achtzehn deutschen anwesend seien, k Einbringung eines neuen Bauplanes in Erwägung ziehe, \o daß es in Zukunst möglich sei, die britifdxm überseeischen Interessen zu sdültzen, ohne die Ueberlegenheit in den heimisd>en Gewässern zu beseitigen.
Churchill erwiderte, die ?ldmiralität sei überzeugt, daß kf in den heimifdyen Gewässern verfügbaren Seesttritkräite für eine kurze Frist ausreichend sind, um die Sicherheit des Landes zu irwährleisten. Auf Einzelheiten einzugehen, habe er nicht die Absicht.
Der Unionist Fred Hall fragte an, ob die Admiralität beabsichtige, die beiden S ch l a ch t s ch i f f e, die setzt in Eng land für die Türkei gebaut werden, anzukaufen für den Jrflll, daß jenes Land sic nickst abfordere. Churchill erwiderte:
habe nickst die Msicht, eine Erweiterung des vorgesehenen Bauplanes, den ich dem Hause im vergangenen Herbst vorlegte, zu kmvi'ehlen, wenn nicht Ereignisse ein treten, die zu per Zeit nickst in Betracht gezogen worden sind. 2)er, endgültigen Bestimmung, der in der Anfrage erwähnten Schiffe jrirb die Admiralität ihre Aufmerksamkeit znwenden.
K 0 n st a n t i n 0 p e l, 20. Nov. Wie verlautet, soll es der Pforte gelungen fein, das Geld zur Begleichung der fälligen Zahlungen für die beiden in England bestellten Dreadnoughts zu beschaffen.
irumsvartei bei der Zweiten stummer beantragt, die Regierung zu ersuchen, bahm zu wirken, daß nach dem Sinne^und Geiste der Gesetze und Verordnungen bei der 21nswabl der ^ckvNsn unh Geschworenen alle Bevölkerungsklassen imLaufeder Zeit in g 1 c i d> e r Weise berücksichtigt werden.
Vorn R eichst agsabg e vrdn e tcn Dr. Werner erhalten wir folgende Zuschrift: ..
„3n dem Berichte über die Lauterbacher Versammlung tmbet ich ein Satz über meine Stellung zu neuen Steuern, der zu Mißverständnissen Mnlaft geben kann Ich trete nicht für eine Erbänscillsteuervorlage ein, die, wie im Fabre 1909, es dem mobilen Kapital ermöglicht, sich der Besteuerung gänzlich zu entziehen. Ich betrachte eine Belastung des Kindererbes als nur beim Großkapital notwendig, weil dadurch die viel- sach unheilvolle Entwickelung, der mobilen Riesenver- mögen im Sinne der mittelftänbiidien Weltanschauung zurück- gedämmt werden würde. Daneben erstrebe ich Dividenden', sto- tierungs-, Mühlenumsatz- und Wehrsteuem.___
komite sie im Krankenhaus mit einem Krückstock die langen Ganae 15. November, eine solche Stärke, datz sid> der Abend zu einem gehen und selbst Treppen steigen. Ohire Krückstock machte ihr ganz außerordentlichem l^eraushob. Aber auch m kunMerffdier das Gehen einige Schwierigkeitm. Nad) einem weiteren Monat j Hinsicht stellte er den Höhepunkt der Wod»e bar. Man gab die konnte sie entlassen werden und war imstande, ihre Haushaltungs- ' ~ -
912-
Heues von der Heilung der Eicht.
Die Sckmlmedizin verbietet den Gichtkranken den Fleisch- -imß und cpnpfielüt ihm dafür eine Diät von Milch und Gemüse: illßerdem werden alkalisd>e Brunnen verordnet. All bie? i|t, wie u. Guelpa, der medizinische Mitarbeiter der „Revue , em. m nanfreidi recht angesehener Arzt, behauptet, völlig ral,ch. Genäse- und Milck^gemitz verstärken nach seiner Enahrung die Gr- teinungen der Gicht, man muß den Kranken vielmehr einer "tienberen Kur unterwerfen, bei der Gemüse und Milch verleben werden, während Fleisch gcmossen wird, ^n 5.Em^"'üerm iufsatze der „Revue" sucht Dr. Guelpa leine Jlnjicht theoretisch 3 begründen und durch Erfolge auS seiner Praxis zu stutzen.
Worin die Gicht besteht, darüber sttmntt seme Ansicht mit bcr Xt Schulmediän überein. Gicht entsteht durch übertriebene ^ icbrung, bei der gewisse Nahrungsmittel ubermatzig deni Körper »geführt werden. Bei der Gidst ist das Endergebnis die Ab- lijerung hanrfeurer Salze in ben (Mcntfnorpcln.
mb Gemüsegcimb wird diese Ablagerung
tin beqünfrigt, dagegen hat die.Zurührung saurer Wasser und Irr Fleischgenuß den Erfolg, daß die schädlichen -Ablagerungen ms dem Körper entfernt n^cwdeii Zuw Be;vei,e hiernir eiHa^t ir. Guelpa ein paar seiner Krankenge,chidstcn. 5m <^)chrkranker -Lt an soweit fortgeschrittener Gicht, daß die
biike ziemlicki steif waren. Er unterzog sich nun der Guelpaschen lut- er mußte Fleisch essen, flbführmittel.einnehmen und m kwissen Zeitabsdmllleil fasten. Tas Fasten wirkt nach Dr. Guelpa iS ime das Fleischessen, weil der hungernde seine eigenen ririrebe verzehrt Der stranke lebte volle fünr Monate hindurch heim nad) Dr. Guelpas Vorschriften. Währ/nd dieser Zeu st stete er wenigstens 100 Tage und trank 70 ^asa^n Mineral tttiier Vor der Kur hatte er nur unter größten schmerzen hhen körnten, aud) hatte er sich meistens nicht allem bekleiden tnb essen können: nad) der Kur war er st) weit Zehent, datz ^r dir Hilfe des Stockes Spaziergänge ausNihren konnte Tm zwetter JMI, den Dr. Guelpa aus seiner Vraris, Herrcheet zeigt den tot Erfolg der Kur nod, in höherem Aa^. Es han^lte sich ums eine Frau, die seit vielen Jahren an Gidst Jttt. xie Kran ft - dausärzte waren der Ansicht, das; die vorgeschrittene Gickst ne kner ober später, aber ntit Sicherheit völlig beweguna^unmh,g °r.hen würde. Sie war dauernd bettlägerig, ihre Mu-keln litten an Schimlnd und die niristen Gelenke waren durch GichtkiwtQi mtckellt. So z B. batten die Kniee einen Umfang von 42 Zeiitt- Eder. Dr. Guelpa ließ die Kranke in sein Krankeiihaus überführen und unterwarf sie seiner Kur. Bereits nach zwei Mvuaten


