Ausgabe 
18.12.1912 Erstes Blatt
 
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Cafes irnb ein Hvtek bcrbTorntten. Weiter wurden einige Häuser und Läden beschädigt. Menschen sind nicht um- geEommen.

Der Prohaska.

Wien, 16. Dez. Die t>jm Ministerium des Aeußern in der Angelegenheit des Konsuls Prohaska in Prizrend durch den von hier entsendeten Delegierten gepflogene Untersuchung, die sich infolge der großen Entfernungen und der durch die Kriegslage geschaffenen Verhältnisse einigermaßen in die Länge zog, ist nunmehr abgeschlossen. Auf Grund des Ergebnisses kann erfreulicher Weise feftgestellt werden, daß die im Umlauf gewesenen Gerüchte, wonach der Konsul Pro­haska von serbischer Seite auf seinem Po st en förmlich gefangen gehalten und sogar miß­handelt worden sei, jeder Grundlage ent­behren. Die seiner Zeit von der serbischen Regierung gegen den genannten Konsularfunktionär mit dem Ersuchen um dessen Versetzung erhobene amtliche Anschuldigung, daß bei dem Einzüge der serbischen Truppen in Prizrend aus dem Konsulate auf diese geschossen worden wäre, hat sich als vollkommen grundlos erwiesen. Dag"gm haben sich die serbischen Militärbehörden in Prizrend allerdings un­serem dortigen Konsulat, dessen Leiter und dem Personal gegenüber vom völkerrechtlichen Standpunkte aus mehr­fach ins Unrecht gesetzt. Die in dieser Beziehung vorgekommenen Verstöße werden der serbi­schen Regierung mit dem Begehren um ent­sprechende Genugtuung bekannt gegeben Es ist kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß die serbische Regierung, welche sich der Mission des Delegierten des Ministeriums des Aeußern gegenüber durchaus entgegen­kommend verhalten hat, die Genugtuung verweigern wird. % JULI1 ......... ' ..,»X"

Deutsches Reich.

Ein Straferlaß des Prinzregenten Ludwig.

Prinzregent Ludwig von Bayern teilte dem bayerischen Iustizminister den Wunsch mit, aus Anlaß der Uebernahme der Regentschaft im Andenken an seinen Vater Luitpold einer größeren Zahl von Verurteilten Gnade zu erweisen. Er beauftragte ihn, geeignete Vorschläge zu unterbreiten. Der Prinzregent empfing int kleinen Thsronsaal der Residenz in feierlicher Form das diplo­matische Korps. Der päpstliche Nuntius Monsignore Frühwirth gab als Doyen des diplomatischen Korps der tiefen Trauer über das Ableben des Prinzregenten Luit­pold Ausdruck und sprach dem Prinzregeuten Ludwig die Wünsche des diplomatischen Korps für eine lange, gesegnete und glückliche Regierung aus.

Die polnische Propaganda.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Posen: Das polnischen Zentralkomitee für Deutschland beschloß die Gründung eines 64gliedrigen National- Landtages; außerdem wurde in Posen ein neuer pol­nischer VereinBürgerliches Zentrum" gegründet.

Ein Pamphlet gegen das Deutschtum.

Aus Straßburg wird gemeldet: Ein bei Fleury in Paris soeben erschienenes neues Jllustrationswerk des Kolmarer Zeichners I. I. Waltz (HanM ..SS; ft n i r c d'A lsaoe" ist verboten worden, weil das Buch als ein tendenziöses Pamphlet gegen das Deutschtum angesehen wird.

Ausland.

Ein Gymnasiast als Spion.

DieVoss. Zeitung" berichtet aus Krakau: Auf dem hiesigen Bahnhof wurde ein Gymnasiast Kunke aus Jaroslaw verhaftet. In seinem Besitz wurden Akten­stücke über die Reservisteneinberufung und Truppenver­schiebung gefunden. Kunke wollte im Auftrag zweier Be­amten nach Rußland fahren. Die beiden Beamten sind verhaftet worden. Weitere Verhaftungen stehen bevor.

hessische Erste Kammer.

8. Sitzung.

. 8t. Darmstadt, 17. Dezember.

Am Regrcrungstnche: Staatsminister Emald, Minister des Innern von Hombergk zu Vach, Geheimerat Dr. Becker. Ministe­rialrat Hölzinger, Oberregierungsrat Graes, Geh. Obcrforstrat Dr. Walther.

Präsident Graf v. Schlitz gen. v. Görtz eröffnet die Sitzung

schlag imirbe dann elf Jahre dauern, vierhundcrtmillionenmal so langsam, als der des Menschenherzens."

Diese regelmäßige Aenderung ist mm 1912 (Jahr des Mini mmns) babiivri), unterbrochen worden, daß die wenigen Fie len sämtlich nur auf die Südl^lbkugel der Sonne erschienen sind, und zwar zwischen dem 7. bis 9. Breitengrade südlich vom Aeouator Wahrend also m allen anderen Ial/rcn sie sich über in hr als 60 Breitengrade der Sonne erstrecken, nelMen sie in diesem Jahre, 1912, weniger als 3 Breitengrade ein. Eine Erklärung dieser merkwürdigen Erscheinung hat auch Stephani bisher noch nicht versucht.

Richard Kirch, der beliebte Heldendarsteller des Frank­furter Schauspielhauses ist am Dienstag nach längerer Krankheit rin Alter von 45 Jahren gestorben. Kirch war zehn Jahre lang mit bestem Erfolge in Frankfurt tätig, nachdem er vorher in Mcinlngen, Stuttgart, Petersburg, Mainz, Dresden, Wien und Hamburg tätig gewesen ist. Reuerdings hatte man ihn zum zweiten Dramaturgen des Schauspielhauses gemacht er konnte diese Stelle aber nicht mehr antreten.

Von Kapitän Scotts Südvolarexpcdition DieTerra nova", das Expeditionsschiff Scotts, das int ver- scmtiencn März nach der Landung der Schlittenabteilungen nach Neuseeland zuruckgekelm war, hat am Freitag die Ausreise von Ehrsttcl'urch iDtebcr angetrcten, um die mit dem ewigen Eise der Südpolarregion ringenden Forscher wieder auszunehmeii und beim- z>ubringen. Rach der UeberWindung des Packeises wird die Terra nova sich dem MeMurdo^Stmd zuivenden und man hnfst daß das Fahrzeug nngesälw fn der Mitte des Januars die Basis der ocohito Schlittenexpedition am Kap Evans erreiffen wird Wenn d-.e.e Voraussetzungen eintreffen, wird man Kapitan Scott bereits im März wieder in Neuseeland erwarten dürfen Tie Expedition würde dann ungefähr 2 Jahre und 4 Monate in Anspruch genommen haben. Die letzte Nachricht, die von dem R'valm Anmndsens nnglng, berichtete, daß sich Scott am 3 Ja­guar loO engl.säv Metten vom Südpol entfernt befand (a.7 Ä*1'" "us Ku nst und Wissen-

" Vr q?^'dcmt oallißres empfing am Montag den Südpol mtdcckn ck mund, en und überreichte ilrm die Insignien eines Grvßoffl,ziers der Ebrenlegton. Zur Erlanauna eines nut Entwurfes für ein Plakat der Deutschen W e^ k b u n d - A

E l hin g5t ol n 19 1 4 ist ein Wettbewerb unter den Mitgliedern des De'Mcken Werkbundes ausgeschrieben, iiir den 3700 Mrnck ersten,Jntendanten von r e51 a « ijt bet Lberreguicur des ^vck>auspiels in a-r o n r fmt a. M. Wold-mar Runge gewählt uwrdcn

um 121/* Uhr mit Verlesung mehrerer Entschuldigungen: U. a. teilt Prinz z u Solms-Braunfels mit, daß er krankheits­halber gezwungen ist, seine Mitgliedschaft im Finanz- und Verein­fachungsausschuß niederzulegen.

Staatsminister Ewald stellt dem Hohen Hause als neuen Regierungskommissar.den Oberregierungsrat Gracf vor.

Einige Wahlen werden zurückgestellt und das Haus berät zuerst die Regierungsvorlage/ Entwurf eines Gesetzes, die Aus­führung der Landwirtschaftlichen Unfallversiche­rung betreffend, und in Verbindung damit den Antrag der Abgeordneten Senßfelder und Gen., die Abführung der Bei­träge zur Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft betreffend. Geh. Justizrat Dr. Kleinschmidt erstattet kurzen Bericht für den Ausschuß. Tie Artikel 1, 2, 3, 4 werden nach den Ausschußanträgen in der von der Zweiten Kammer beschlossenen Fassung angenommen.

Zu Artikel 5 wurde in der Zweiten Kammer bekanntlich mit Zustimmung der Regierung eingefügt als Pos. bi:insolange die Land- und Forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen die Gärtnereibetriebe umfaßt, einen Ver­treter der selbständigen Handelsgärtner Hessens, den unser Mini­sterium zu bestellen berechtigt ist."

Minister des Innern von Hombergk zu Vach: Ter Ausschuß dieses Hohen Hauses hat angeregt, nachdem die Zweite Kammer den Gärtnereibetrieben eine Vertretung verschafft, nun­mehr auch den Waldbesitzern das Recht auf eine Vertretung im Ausschüsse einzuräumen. Die Regierung glaubt, dieser Anregung nicht stattgeben zu sollen, da die Interessen der Waldbesitzer genügend vertreten werden durch das Finanzministerium.

Ter Ausschuß und das Hohe Haus sind damit einverstanden und stimmen dem Beschluß der Zweiten Kammer zu. Die Artikel 6 und 7 werden in der Fassung der Zweiten Kammer angenommen.

Zu Artikel 8 hatte bekanntlich die Zweite Kammer im Abs. 2 die Wortenach Anhörung" inmit Zu st i m mun g" ab- gcändert. Ter Ausschuß der Ersten Kammer hält es für richtig, daß das Ministerium des Innern vor einer Ernennung des Vorsitzenden und des Stellvertreters die Genossenschaftsversamm- lung anzuhören hat und billigt deshalb die Fassung, wie sie ur­sprünglich vom Ausschuß der Zweiten Kammer vorgeschlagen war. Der Ausschuß beantragt daher: Annahme des Art. 8 in der Fassung Zweiter Kammer unter Abänderung der Worte mit Zustimmung" in die Wortenari Anhörung". Ter Aus­schußantrag wird angenommen. Ebenso in der Fassung der Be­schlüsse Zweiter Kammer die Artikel 9 bis 12.

Zu Artikel 13 führt Berichterstatter Geh. Justizrat Dr. Kleinschmidt aus: Der Ausschuß hat sich mit der Ansicht, daß die Beiträge von den Grundeigentümern erhoben werden, nicht einverstanden erklären können. Dagegen beantragt der Ausschuß die Annahme des Artikels 13 in der Fassung der Re­gierungsvorlage unter Beifügung folgender Bestim­mung zu Abs. 1:Wird indes der Betrieb ganz oder teilweise für Rechnung eines anderen geführt, so hat dieser den bezahlten Beitrag an den Grundeigentümer zurückzuerstatten. Bei Streit über die Erstattung finden die Vorschriften des Abs. 3 des § 1009 R.-V.-O. Anwendung."

Minister des Innern v. H o m b e r g k z u V a ch: Da der vom Zweiten Ausschuß des Hohen Hauses beschlossene Zusatz mit der Reichsgesetzgebung im Einklang steht, hat die Regierung nichts dagegen zu erinnern, wenn der Antrag angenommen wird.

Fürst z u Leiningen weist als Vorsitzender des Zweiten Ausschusses daraus hin, daß dieser zunächst auf dem Standpunkte stand, daß die Beiträge nicht von dem Verpächter, sondern vom Pächter zu erheben sind. Die Reichsversicherungsordnung hat mit Recht den Betriebsunternehmer als denjenigen bezeichnet, der die Beiträge zu zahlen .hat. Der Besitzer, der seinen Besitz verpachtet, hat keine Vorteile von der Versicherung, sondern der Pächter, also hat dieser rechtlich auch die Beiträge zu zahlen. Die Regierung hat erklärt, fcaft sie für die Forstverwaltung, da die Erhebungskosten usw. unverhältnismäßig hohe wären, später die Beiträge aus die Staatskasse übernehmen will. Ich bin der Meinung, daß das nicht der richtige Weg ist, wenn das Reichs­gesetz vorschrecht, daß die Pächter die Beiträge zu zahlen haben. Die der Staatskasse erwachsende Belastung läßt sich wohl gut anderweit verwenden. Den Privatunternehmern ist es schwer, dem Beispiel des Staates zu folgen. Der heute vorgeschlagene Zusatz bedeutet die Aufgabe vieler Wünsche; er bedeutet, daß die vom Verpächter vorgeschossene Summe zurückzuzahlen ist. Redner bittet, den Antrag anzunehmen.

Domkapitular Dr. Bend ix möchte darauf Hinweisen, daß auch diese Bestimmung wieder eine Belastung der Besoldungs­güter bedeutet.

Minister des Innern v. Hombergkzu Vach: Das Vorge- chlagene ist bereits in dem Gesetz von 1902 vorgesehen und bedeutet dagegen keine Aenderung. Der Ausschußantrag wird dann angenommen. Ebenso nach der Fassung der Beschlüsse Zweiter Kammer die Artikel 14 unk 15.

Zu Artikel 16 stellt Fürst Karl zu Solms-Hohen­solms - L i ch den Antrag, dem Artikel am Schlüsse folgenden Zusatz zuzufügen:Die Frist der Offenlegung ist den' ab­wärts Wohnenden schriftlich mitutcilen ober im Kreisblatt be­kannt zu machen."

Minister des Innern v. Hombergk zu Vach: Die Be­denken, die diesem Antrag entgegenstehen, liegen ausschließlich ans materiellem Gebiete. Da die Summe aber wohl nicht hoch ist, hat die Regierung nichts dagegen einzuwenden. Ter An­trag wird bann angenommen. Ebenso sämtliche übrigen Artikel in der Fassung der Beschlüsse der Zweiten Kammer und d a m 11 :das ganze Gesetz.

Hiernach hält Finanzminister Braun den gleichen Vor­trag über den H a u p t v o r a n schl a g für 19 13, der int Be­richt über die Verhandlungen Zweiter Kammer im Auszüge mitge­teilt wird.

Das Haus berät dann den dringlichen Anttag der Abg. Adelung und Gen., den Gesetzentwurf über die Abänderung des Gesetzes,

die Besoldungen der Staatsbeamten vom 9. Juni 1898 betreffend.

Fürst zu Jsenburg-Birstein verliest hierzu eine län­gere Erklärung, an deren Schluß der erweiterte Erste Aus­schuß beantragt:

1. Tie Erste Kammer bedauert, daß dem Initiativantrag der beiden Kammern in Drucksache Nr. 200 seitens der Re­gierung feine Folge gegeben wurde.

2. Die Erste Kammer nimmt die in dem Schreiben der Re­gierung vom 5. Dezember 1912 enthaltenen Erklä­rungen an.

3. Die Erste Kammer beharrt zunächst auf ihrem Initiativ­antrag bis zu einer diese befriedigenden Lösung der be­stehenden Differenzen.

4. Ten Antrag der Abg. Adelung und Gen. damit für er­ledigt zu erklären.

Finanzminister Braun: Auf die vom Herrn Referenten erwähnten Verhandlungen im Ausschuß, über die ja ein ge­naues Protokoll nicht geführt wird, kann ich mich heute nicht mehr genau .erinnern. Ich kann aber darauf Hinweisen, daß für mich kein Anlaß zu einer Erklärung bestand, nachdem die Regierung früher schon eine ablehnende Erklärung schriftlich der Zweiten Kammer abgegeben hatte. Es ist doch nicht angängig, daß ein Minister eine Erklärung abgibt, die mit einer früheren wieder­holten Erklärung des Staatsministeriums als Ganzes in Wider­spruch gestanden hätte.

Minister des Innern von Hombergk zu Vach: Ich famt mich den Worten des Herrn Finanzministers anschließen und möchte hinzufügen, daß ich bei der Zusage, die ich im Finanzaus- unuß gegeben, mit keinem Gedanken an den Jni'.iativantrag ge­dacht nabe. Es i|t das wohl begreiflich, wenn die Herren in Er- H?1 äufnt-1 SKhen, daß sich die Verhandlungen im Finanzausschuß ia lieblich doch im wesentlichen dah.n zusammengezogeii batren, nne mit) ab jnc Wunfche der Lehrer berückfichiigi merben können ober nicht -ter Gedanke an die Mantmerbeamlen bat mir begreif Ilcherwcpc ferner gelegen, als die anderen großen Fragen. Daß

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Straßen in so gutem Zustande sind, weil Die Stadt Gießen Z Anregung dazu gibt. Wo solche Zustande herrschen, n?ieJ zwischen der Station Großen-Linden und Leihgestern, sollte

Stunde von der Stadt. Ter Einsender vermutet, daß diese

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I ich den Initiativantrag als etwas ganz selbstverständliches Be­trachtet habe, geht auch daraus hervor, daß ich einem Mitglied dieses Hohen Hauses auf die Frage, wie es mit dem Jntuatrv antrag werden würde, geantwortet habe,darüber werben mir uns wohl auch schon noch einigen". Ich glaube, man tonn aus dem Schweigen Der Regierung wohl nicht Die Folgerung riehen, daß sie bewußt dem Initiativanträge zugestimmt hat. Nament­lich auch nicht, wenn man die Erklärungen in Betracht zieht, die der Herr Geheime Staatsrat Krug von Nidda seinerzeit für den er­krankten Herrn Staatsminister in Der Zweiten Kammer abge­geben hat.

Fürst zu Stolberg-Roßla kann sich den Darlegungen der Regierung nicht anschließen. Im Ansschllß konnte inan nicht im Zweifel Darüber fein, daß die Regierung dem Initiativantrag völlig zustimme.

Staatsminister Ewald: Ich Tann im Wesentlichen auf meine Ausführungen in der Zweiten Kammer verweisen, die ja wohl zur Kenntnis der Hohen Herren gelangt sind. Es ist ausgefuhrt worden, daß es sich in dem Initiativanträge nur um ein Provi­sorium handeln sollte. Das ist aber aus dem Initiativanträge nicht heraüszulesen. Daß der Jnitiattvantrag vielmehr ein beiß nitiver Regelungsvorschlag ist, ist auch aus seinem Schlußsatz zu ersehen, in Dem gefordert wird, daß zu diesen Gehaltssätzen noch Die Gehaltssätze hiitzukommen. Die bei Den Vorlagen der organischen Besoldimgsordnung beschlossen werden. Es bat sich als zweifellos nicht um ein Provisorium gehandelt. Gerade dieser Punkt hat bei uns Bedenken heroorgerufen. Ich habe schon gesagt, wenn der Kammer ihre Beamten näher stehen, als die übrigen Staatsbeamten, so ist das begreiflich, aber es ist ein Standpunkt, den die Regierung nickst teilen kann. Solange die Kammerbeamten in dem Verband Der Zivilstaatsdiener bleiben, müssen sie sich 'Den für diese geltenden Bestimmungen fügen, die übrigen Beamten würden das sonst mit Reckst als eine Zurück fet-ung cm sehen. Der zweite Grund liegt für uns in der An stellung der Beamten. Das Recht Der Anstellung durch den Kam­merpräsidenten kennt man wohl in anderen Staaten, aber diese ziehen Dann auch Die Konsrauenzen daraus. In Preußen z. B. stehen diese Beamten ausschließlich unter der Verantwortung und der Disziplin des Präsidenten. Das wollte der Initiativantrag, aber nicht, die Anstellung Durch den Großherzig sollte beibehalten werden. Dieser Regelung können wir nickst Mstimmen. Es gebt dockt nicht, daß mau einen Beamten anstellt, eventuell gegen Den Willen eines Ministers, dem gleichen Minister aber die Veram wortnng für seine Dienstführung des Beamten überläßt.

Es sprechen noch weiter zu der Sache int Sinne Der Aus- schußerklärnng Die Herren Oberbürgermeister Göttelmann, Frhr. v. Hehl, Fürst Jsenburg-Birstein.

Dann wird der Ausschuß antrag angenommen.

Wegen der vorgerückten Zeit wird die Sitzung um yz3 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Mi'ttwoch, 11 Uhr.

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Aus Stadt und Catifc,

(Sie neu, 38. Dezember 1912.

* * Tageskalender für Mittwoch, 18. Dez. Stadt» theater:A u t o l i e b ch e n". Anfang 7 Uhr.

Deutscher F l o t t e n v e r e i n. Bort rag des Admiral« Westphal: lieber Bart und Ausrüstd'Ng von Kriegsschiffen. Abends 8 Uhr im Hotel Großherzog.

*

"Psarrversonalien. Der GroH Herzog hat dein seitherigen 2. Pfarrer an der Epileptischencuistalt zu Nieder- Namstadt Gg. Glock die evang. Pfarrstelle ztt Stumpertenrod übertragen.

"Ails dem Forst dien st. Der Grvßherzog hat den Forstassessor Otto Kratz zu Eichelsdorf zum Forstassistenten ernannt.

Prüsung 8 statistik. Der Staatsprüfung für da« höhere Justiz- und VermaltungSfach unterzogen sich! im Herbst 15 Kandidaten, von denen 3 nicht bestanden. Von den 12 Bestandenen erhielten je 4 Kandidaten die Noten Gut, Im Ganzen gut und Genügend.

* Pfandmeister Karl Diehl zu Michelstadt wurde in gleicher Diensteigenschaft in den Beitreibungsbezirk Darm­stadt I und Pfandmeister Heinrich Krämer zu Nidda in gleicher Diensteigenschaft in den BeitreibungSbezirk WormS II versetzt.

Gießener StadttHeater: So ' n Wind­hund. Der neue Schwank von Kurt Kraatz und Artur Hoffmann, Der gestern abend über unsere Bühne ging, fand bei einer flotten Darstellung eine über die Müßen freudige Aufnahme. Den beiden Verfassern ist es gelungen, recht viel Situationskomit entwickeln und durch eine solche Häufung der drastischsten Vorgänge zu wirken, daß, sich auch der Ernsteste eines fortgesetzten Lachens nicht zu erwehren vermocht haben wird. Den wirren Inhalt des Schwankes zu erzählen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, Da so viel DurcheinanDer stvusselt und nebeneinander verläuft, daß es schwer wird, die Ereignisse einzeln aufzuzählen. Festgestellt sei nur, daß mitunter auch bei offenem Vor­hang wacker geklatscht wurde und das Lachen manchmal gar kein Ende nehmen wollte. Tie TarstelluN'a, die von Herrn Norden sehr flott und temperamentvoll geleitet wurde, war sehr lobenswert und jeder einzelne mühte sich nach besten Kräften um einen vollen Erfolg Zu erwähnen sind vor allem die Herren Norden als derber Tittmar, Grosser als prächtig gegebener Hilfslehrer, B r Ü d j a m als toller Windhund und Goll als Fürst, sowie die Dam« R a p p o als fesche Schauspielerin, Lore Scholz alsrei­zende^ Rornelie, Dagny als eifersüchtiges Frauchen und oe Bruyn als liebe Wanda. Aber auch die übrigen alle gaben ihr bestes.

Stadtt Heater. In Der Kinder-Vorstellung am nächsten Samstag nachmittag: »Die drei Haule- männerchen" ober ,DaS gute Liesel und das böfe OreteP, sind zwei kleine Tänze eingelegt, die Frau Ballettmeisterin Oldini cinflnbiert hat. Im zweiten Bild gibt eS einen »Tanz der Eichhörnchen" und im vierten einenMäusetanz". Ein Teil ijcr NegimentSkapelle stellt Die Musik zu dieser Vorstellung.

Landkreis Gietzen.

Leihgeste rn, 17. Dez. Wie stiefmütterlich manche Strek- ken (besonders die Fußgängerpfade) Der Kreisstraßen behandelt werden, fann man so recht sehen, wenn man von der Statior Großen-Linden nach Leihgestern geht; dort ist auf dem Fuß- gängerpfad ein solcher Schmutz, daß kaum durchzukommen ist. Ganz besonders schlecht geht es Den Frauen, die be: ihrer Tracht die niedrigen Schilhe tragen. Es kommt nicht selten vor, das; ihnen der Schmritz in die Schuhe hinein» läuft. Der Einsender war dieser Tage Augenzeuge, wie einer Fran aus Leihgestern ein Schuh im Schlamm stecken blieb und sie mit dem Strumpf im Schlamm herumtunten mußte. Kommt man aber in Die Nähe von Gießen, Grün- berger Straße, Rodheimer Straße, Lollarer Straße, Schiffen- berger Straße und ,vie sie alle heißen, dort ist der Fuß- qängerweg in bester Ordnung, mindestens bis auf eine halbe

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