Wilhelmshöhe, 27. Aug. Tie Abreise des Kaiserpaares nach Potsdam ist auf Freitag vormittag IO1/, Uhr festgesetzt.
Die Franzosen in IHarotio.
Ten Franzosen, denen gegerUvärtig in Marokko der „Sultan des Südens", El Hiba, arg zu schaffen macht, kommen trübe Gedanken über ihre marokkanische Zukunst:
Die „France Militaire" schreibt:
Wir verbeißen uns daraus, aus Marokko ein unter einer einzigen Autorität des Sultans in Fez zentralisiertes Reich zu matten. Es war im Prinzip eine Torheit von uns, daß wir diese Idee, welche unserem ausgezeichneten Freu n d c in Berlin sehr lieb ist, angenommen haben. Wäre es nicht besser, wenn man irgend ein Mittel finden könnte, Marokko seine alte Physiognomie zu lassen? Ein Sultan in Fez, ein anderer in Marrakesch und große Vasallen hie und da würden vielleicht ein Ganzes bilden, das leichter zu beherrschen wäre, wenn cs auch für unser Auge, das die Einheit liebt, ein wenig harmonisches Bild gibt.
Paris, 27. Aug. Aus Casabtanca wird gemeldet: Mehrere Trupps feindlicher Reiter näherten sich dem Lager Mangins vom Süden bis auf zwei Kilometer. Sie wurden durch .Artilleriefeuer mühelos zurückgetrieben.
Die „Agence Havas" meldet aus Mazagan vom 25. August: Ein Kaufmann erhielt einen aus Marrakesch vom 19. August datierten Brief von dem Arzt Guichard, in dem dieser bestätigt, daß -er mit seinen Gefährten am 15. August in die Stadt zurückkehren mußte. Sie seien unversehrt und hätten sich zuerst zu Mtugi, dann zu El Glaui geflüchtet: sie wurden gut behandelt. Der Brief bestätigt, daß die europäischen Läden nach dem Einzug El Hibas geplündert lvurden. Schließlich bestätigen die Europäer, die in Saffi angekommen sind, daß die Franzosen Gefangene El Hibas seien.
Daß ter Prätendent El Hiba zur -Offensive gegen das Gebiet der Schauja vorgcht, hat in ganz Ätarokko große Erregung hervorgeruscn. Es wird bemerkt, daß es noch keinem marokkanischen Prätendenten gelungen ist, sich einer Stadt zu bemächtigen. El Hiba hat sich aber nicht nur Marrakesch unterwarfen, sondern geht jetzt auch somit energisch zur Offensive über. Er scheint seine gesamten Streitkräfte bei Ben-el-Guerir zu konzentrieren, und auch die von der Kolonne Mangin versprengten Teile haben sich dorthin zurückgezogen. Jedenfalls ist er mit seinen besten Kräften etwa 50 Kilometer nördlich von Marrakesch versammelt. Tic Kolonne Mangin, die am 24. bei Suk-el-Arba Lager bezog, verfügt, nachdem sie sich mit ter Kolonne Josef vereinigt hat, über ungefähr 3500 Mann.
Die Vorgänge in China.
London, 27. Aug. Tie „Times" melden aus Peking vom 26. Aug.: Dr. Sunyatsen sprach heute vor zwei führenden politischen Gesellschaften und betonte die Notwendigkeit, soweit als möglich den Partei- hader aufzu geben und alle Energie auf die Schaffung einer neuen Berwaltungsvrganisation zu verwenden. Er betonte außerdem die Notwendigkeit «einer starken Zentralregierung, erklärte Juanschikai für den fähigsten Mann an der Spitze der Exekutive und empfahl dringend, Juanschikai nach den Wahlen zum Präsidenten zu ernennen. Dr. Sunyatsen sagte weiter, er selbst habe nicht die Absicht, sich gegenwärtig politisch zu betätigen.
Ob Sunyatsen nicht aus Besorgnis für seine persönliche Sicherheit so handelt? Er scheint in völlige Abhängigkeit zu Juanschikai geraten zu sein, der ihm wohl weit Überlegen ist. Daß der liberale. Politiker Sunyatsen jetzt auch anscheinend die grausame Hinrichtung der beiden Generale entschuldigen will, nimmt denn doch Wunder.
Aus K o s ch a g a t s ch (Mongolei) wird gemeldet: Tie Mongolen stürmten die Festung fr o b b o und äscherten die Hälfte der Stadt ein. Tie Festung zog die weiße Flagge. Tie chinesischen Behörden entschuldigten sich wegen ter Beschießung bei dem russischen Konsul und baten ihn, ihre Zurückbeförderung nach China zu veranlassen.
Vie neuesten Kricgscreigniffe.
R om, 27. Aug. Die „Agenzia Stesani" meldet aus Z u fi r a: General Garioni begab sich gestern nach Sidi Abd Essemad und entsandte ein Bataillon erythraeischcr Askaris nach der Oase Gemil. Das Bataillon durchstreifte die ganze Oase und rückte bis Marut und darüber hinaus vor, wodurch bestätigt wird, daß die Türken diese Orte vollständig verließen. Zu gleicher Zeit vollführte eine Eskadron Kavallerie unter dem Kommando des Majors Gurti einen ausgedehnten Erkundig ungs- ritt weit über die südliche Grenze ter Oase hinaus. Die Eskadron stieß mit Abteilungen arabischer Reiter zusammen, griff s i e heftig an und fügte ihnen beträchtliche Verluste zu.
Tie „Agenzia Stefani" meldet ferner aus Tripolis vom 26. August: Nach Aussagen von Kundschaftern ist vor einem Monat eine neue Karawanen st raße versucht worden. Tic neue Straße beginnt an der tunesischen Grenze bei El Honra und zieht sich an den vor Gebcl gelegenen Hügeln entlang über die Ebene Gattis bis Azizie. Tie Straße ist lang, beschwerlich und wasserarm und erfordert 17 Tagereisen. Zwei Reisen wurden unternommen,, 14 Kamele überstanden die Reise nicht, die übrigen kamen erschöpft an. In der letzten Woche unterwarfen sich 629 Flüchtlinge, davon 159 aus Sabel, 238 aus Tagiusa, 70 aus Tripolis und 162 aus den anderen Ortschaften.
Tie Kreta-Frage.
Paris, 27. Aug. Die „Agence .Havas" meldet aus Son- fron: Die englische Regierung stellte in Paris und Petersburg das Ansuchen, mit ihr gemeinsam die Aufmerk- s a m k e i t G r i e ch e n l a n d s aus die G e s a l> r e n einer Landung in Samos und des Hervorrilsens einer Bewegung zu Gunsten der Annerion durch Griechenland, wie sie gegenwärtig von Griechenland und Kreta vorbereitet wird, zu lenken. Ein englisches und ein französisches Kriegsschiff erhielten Befehl, nach Samos zu geben, um eine Landung nötigenfalls gewaltsam zu verhindern.
Deutsches Reich.
Die Untersuchung über die angeblich auf elsässischem Boden erfolgte B e r h a f t u n g des Deutschen Binder ergab, daß die Berlmstung durch einen französischen Zollbeamten auf der Höhe von Montdrumont «auf französischem, nicht auf elsässischem Gebiet erfolgte und zwar in dem Augenblick, als Binder zum zweiten Male den im Manöver befindlichen französischen Soldaten bnitfdyen Tabak fei (bieten wollte. Binder versuchte den französisck>cn Zollbeamten auf elsässisches Gebiet hinüberzuziehen, er wurde jedoch nach Bussang abgefühn, wo er gegen Sicherheitsleistung wieder entlassen wurde.
Die Nachrichtenabteilung des Reichsmarine a m t o erhält un Herbst einen neuen Leiter in ter Person dos Korvettenkapitäns Mar R e g m a it n , ter bisherige Sei ter Kapitän zur See H o 11 >o c g übernimmt das Kommando des Liniensclnffes „Schlesien".
Tas Präsidium des HansabundeS hat beschossen, die Hansawoche vom 11 bis 17. November in Berlin ab zu halten. Der Hansatag findet am 17. November in den Räumen vcS Lldmiralpalastes statt.
Dritter Derbanöstag des Züdweftdeutschen Milchhandlerverdandes.
bs. D a r m st a d t, 27. Aug.
Im Kaisersaat hielt heute der Südwestdeutsche Milchhändlerverband seinen 3. Berbandstag ab, zu dem die dem Verbände angeschlossenen Vereine Vertreter entsandt hatten. Die Versammlung war von etwa 200 Personen besucht. Sanitätsrat Dr. Nö ll n er (Darmstadt, hielt einen äußerst lehrreichen Vortrag: „Die Milch und ihre Produkte als Nahrungs- und Heilmittel", wobei er sowohl über die Vorzüge der Milch als Nahrungsmittel überhaupt, über ihre Verwendungsart und Zubereitungsmöglichkeit, wie über die Gefahr bei übermäßigem Genuß, die Uebertragungsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten, über die Milcharten, wie Buttermilch, Sauermilch, Joghurt, Kefir und deren Nährwert sehr lehrreiche Ausführungen machte. Daran schloß sich ein Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Geißner über „Milchverkaufsordnung und Strafprozesse". Der Vortragende übte scharfe frritif an der gegenwärtigen Art der Bestrafung bei Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz. An diesen Vortrag schloß sich eine ausgedehnte Aussprache, an der sich u. a. auch der Vertreter des Darmstädter Polizeiamtes Lindequist beteiligte, der die Art der jetzigen Handhabung des Gesetzes vertrat. Der Direktor des Darmstädter Schlachthofes Garth schlug vor, daß man ein Institut einrichten möge, an das alle etngelieferte Milch zunächst zur Prüfung gelten sollte, da der Händler nur in den seltensten Fällen für die Beschaffenheit der Milch wirklich verantwortlich gemacht werden könne. Durch ein solches Institut aber wäre die Möglichkeit gegeben, den Produzenten zu kontrollieren.
In der Nachmittagssitzung beschäftigte sich die Versammlung mit einer Reihe von Anträgen, die sich zumeist auf die Vertriebsart bezogen. Ein Redner beschwerte sich über die Art des Milchtransportes auf den Eisenbahnzügen. Es werden mit der Milch auch allerhand Dinge befördert, die ungünstig auf die Beschaffenheit der Milch einwirken, so Obst, Wild, sogar lebendes Vieh. Wieder ein anderer Redner fordert die Freigabe aller Perfoncnzüge für den Ptilchtransport. Auch gegen eine übermäßige „Rangiererei" wendete er sich. — Ter Mainzer Milchhändlerverein ließ durch seinen Vorsitzenden Wange eingehend einen Antrag auf Umgestaltung des Verbandes in einen Zentralverband begründen, der aber abgelehnt wurde.
Angenommen wurde ein Antrag auf Konzessionierung des Milchhandels. Durch den Verband soll eine diesbezügliche Eingabe an den Reichstag gelangen. Ferner trat der Verband gegen die Uebernahme des Milchhandels in städtische Regie auf, da nur der Milch Händl er in der Sage ist, die beste einwandfreie Milch auf dem billigsten Wege zu beschaffen.
Die Versammlung, die von dem Vorsitzenden des Verbandes, Pöth, geleitet wurde und an der neben dem Vertreter des Darmstädter Polizeiamtes auch ein Vertreter der Eisenbahndirektion Mainz teilnahm, schloß gegen 7 Uhr.
Gewerbe- und Kaufmannsgeridjte I9IJ.
Nach tem „Reichsarbcitsblatt" waren im Deutsck>en Reiche während des lctztverflossenen Jahres 936 Gewerbegerichte in Tätigkeft, wovon 543 auf Preußen, 83 auf Bayern, 78 auf Sachsen, 31 auf Braunschweig, 25 auf Württemberg, 19 auf Baden, je 15 auf Mecklenburg-Schwerin und das Grobherzogtum Sachsen, 13 auf Hessen, der Rest auf die übrigen Einzelstaaten kam.
Die Zahl der Rechts st reitigkeiten, die zwischen Arbeitern und Arbeitgebern anljängig gemacht wurden, belief sich auf Klage der Arbeiter hin auf 111 333, auf Klage der Arbeitgeber hin auf 8096 und zwischen Arbeitern desselben Arbeitgebers auf 355. Erledigt wurden davon durch Vergleich 49 693, durch Verzicht im Sinne des § 306 der Z.-P.-O. 3267, durch An crkenntnis 18 434. Tie Tätigkeit der Gewerbegerichte als Einigungsämter war wiederum nicht sehr bedeutend. Sie wurden als solche angerufen von beiden Testen in 151 Fällen, nur seitens ter Arbeitgeber in 30 und nur seitens ter Arbeitnehmer in 184 Fällen. In 144 Fällen Tarn eine Vereinbarung, in 68 ein Schiedsspruch zustande, in 65 weder eine Vereinbarung noch ein Schieds spruch. Unter den Schiedsspruch fand llntcrrocrfung seitens beider Teile in 49 Fällen, nur seitens der Arbeitgeber in 6 Fällen, nur seitens der Arbeitnehmer in 6 Fällen und seitens keines Teiles in 7 Fällen statt. Tie Zahl der gemäß § 75 des Gewerbegerichtsgesetzes abgegebenen Gutachten stellte sich auf 15, die ter gestellten Anträge auf 6.
Tie Zahl der Kaufmannsgerichte im letztverflossenen Jahre belief sich auf 282, wovon 177 auf Preußen, 30 auf Bayern, 20 auf Sachsen, 13 auf Württemberg, 7 auf Baden, 5 auf Hessen, ter Rest auf die Übrigen Staaten kam. Von den 280 Kaufmanns gerichten waren bereits bestehlmden Gewerbegerichten angeglicdert 240. Von den .Kaufmannsgerichten waren zuständig für einzelne Gemeinden 243, darunter für Gemeinten mit mehr als 20 000 Ciwohnern 214, für die Bezirke mehrerer Gemeinten 22 und für die Bezirke mehrerer Kommunalverbände oder Teile von solchen 17. Die Zahl der Rechtsstreiftgkeiten, welche anhängig warm zwischen .Kaufleuten und Handlungsgehilfen oder Lehrlingen stellte sich auf Klage der Kaufleute hin auf 1694, der Gehilfen ober Lehrlinge bin auf 23 794. Erledigt wurden durch Vergleich 10 340, durch Verzicht im Sinne des § 306 der Z.-P.-O. 196, durch Anerkenntnis 216, durch Zurücknahme der Klage 4265, durch Versäumnis- urteil 2241, durch andere Endurteile 4391 und auf andere Weise 2522. Unerledigt blieben 1416.
Die Tätigkeit der Kaufmannsgerichte als Einigungsämter ist noch unbedeutender geivesen als die der Gewerbe gerickste. Nur in einem Falle Wurden sie von beiden Teilen, in 5 Fällen seitens der Lehrlinge oder Gehilfen als Einigungs ämter angernsen. In 3 Fällen kam eine Vereinbarung zustande, in zwei weder eine Vereinbarung noch ein Schiedsspruch. Die Zahl der abgegebenen Gutachten belief sich auf 30, die ter gestellten Anträge auf 24.
Au» Statt und Land.
Gießen, 28. August 1912.
Für Privatangcstclltc.
Heber das Versicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911 herrscht noch vielfach Unklarheit, ins besondere will es vielen Personen nicht in den fropf, daß Angestellte, deren regelmäßiger Jahresarbeitsverdiensi 2000 Mk. an Entgelt nicht übersteigt, doppelt versichert sind, daß sie nämlich gleichzeitig der Invaliden- und Hinter- bliebenenversicherung auf Grund der Reichsversicherimgs ordnung unterstehett. Für sie müssen also von den Arbeitgebern neben den Beitragen zur Angeftelltenversicherung auch Beiträge zur Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung in der gleichen Höhe, wie für solche Personen geleistet werden, die nur der Jnoalidenversicherungspflicht unterliegen. Im allgemeinen stießen diesen Angestellten auch aus jeder Versicherung die gleichen Leistungen wie den nur einseitig Versicherten zu. Das dem Versicherten aus der Angestelltenversicherung zustehende Rubegeld soll nämlich nach § 73 des Gesetzes nur soweit ruhen, als es mit Einschluß etwaiger Renten der reichsgesetzlichen Arbeiterversicherung und von Gehalts- oder sonstigen Bezügen aus gewinnbringender Beschäftigung zusammen den Jahres arbeitSverdienst, der dem Durchschnitt der sechzig höchsten monatlichen Beiträge entspricht, übersteigt. Ter Gesetzgeber
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— Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden Lehrer Karl Braun zu Mainflingen und dem Schulamrk-l afpirnnten Karl Schaaf auS Armsheim Lehrerstellen an b: Gemeindeschule zu Bieber, dem Schulamtsafpiranten Jaketz Markert auS Rieder-Saulheim eine Sehrerstelle an dal kath. Schule zu Lampertheim, dem Lehrer Wilh. Gattletl zu Groß-Hausen eine Lehrerstellc an der Gemeindeschule Bickenbach.
•• Fahrpreisermäßigung zur AuSstellun« »Der Mensch" in Darmstadt. Um den AuSwänri wohnenden, die die Ausstellung .Der Menschs besichtig,, wollen, den Besuch zu erleichtern, hat daS Großherzogliche Ministerium die Einrichtung von Sonderzügen von den in . liegenden Städten nach Darmstadt angeregt. Der erste Sonde. zug zu ermäßigten Preisen wurde bereits am 25. d. Mts. gelaßen; doch werden in den nächsten Tagen noch weiten Sondeczüge mit sehr ermäßigten Preisen verkehren. Zunää! werden von den größeren Städten, Mainz, WormS uni Frankfurt, an mehreren Tagen Sonderzüge adgelasien; bc* sind für später auch auf den übrigen Strecken Sonderzö-r' vorgesehen. Auch wird die Eisenbahnverwaltung auf Vr« stellung nach Vereinbarung weitere Extrazüge für Vereine ob?: größere Gesellschaften, die gemeinsam die Ausstellung ,ta Mensch" besuchen wollen, einlegen. — Von ganz besonder? - Vorteil ist eS, daß auf den Stationen der anstoßenden Bote 1 strecken Anschlußkarten zu den ermäßigten Sonderzu> fahrpreisen auSgegeben werden, so daß z. B. für sämllicft hessische Stationen des Direktionsbezirks Mainz wenigsten» j einmal die Möglichkeit geschaffen wird, 311 dem ermäßigt?» Fahrpreis für Gesellschaftssonderzüge die Fahrt nach DarnI stadt zu unternehmen. — Wer also von einer kleinen Neben- station auß den Sonderzug erreichen will, kann mit einer 9üv 1 schlußkarte zum ermäßigten Fahrpreis bis zur Sonderzug;, strecke fahren. — Die Ausstellungsleitung hat sich auch ihre:« seits entschloßen, eine besondere Eintrittsermäßigung für biet auswärtigen Besucher eintreten zu lassen. Für alle nut solchen Sonderzügen ankommenden Personen ist der Pn l zum Besuch der Ausstellung auf 60 Pfg. festgesetzt roorbr. Die Karten gelten nur für einen einmaligen Besuch; bct| kann man die Ausstellung an demselben Tage noch einnd unentgeltlich besichtigen, wenn man sich beim Austritt an brr] Kaffe den Tagesstempel aufdrucken läßt.
** Eine beachtenswerte «Stattftif gibt der (J band der Reinigungs-Jnstitutsinhaber bekannt, allerdmM in egoistischer Absicht. Darnach sind nämlich im Jahre V.'lil in Deutschland nicht weniger als 4753 Frauen b*| Fenst erputzen verunglückt, darunter 952 tödlich. Ttrtl Zahlen bilden eine eindringliche Warnung für unsere Haiül ftauen.
•• Die Darreichung von Zigaretten aril Tellern in G astwirtschafte n ist strafbar. Nach b< Zigarettenausführungsbestimmungen ist in Gastwirtschaft. I der Einzeloerkauf von Zigaretten nur in der Weise zuläs'i I daß sie unmittelbar aus den zugehörigen, mit Steuerzeickc» versehenen Umschließungen entnommen und dem Käufer er.-1 gehändigt werden. Viele Gastwirte werden vielleicht tex] Bestimmung be§ Gesetzes übersehen haben. Darum fei |i| hier in Erinnerung gebracht.
•• Selbstmord. Bei der Revision des gestern aba*| 71/i Uhr von Koblenz eingetroffenen Personenzuges wurde r I Klosett eines 2.-Klasse-WagenS die Lei che eines gutgefleibett 1 Herrn gefunden. Der Revolver lag neben der Leiche, so ta; I Selbstmord vorliegen muß. Die Leiche zeigte eine Schiel wunde in der rechten Schläfe und wurde nach der Leichm«! halle des neuen Friedhofes verbracht. Aus den vorgesimdem l Papieren ging hervor, daß eS sich um einen Herrn u\ 1 Düffeldorf handelt, welcher in Bad Ems zur Kur weilte, kt l fand sich eine Fahrkarte EmS—Nassau vor, woraus |i| schließen ist, daß die Tat bereits zwischen diesen Statiorer I ausgefübrt wurde.
•• Unfall. Zwei mit Aufstellen von Masten für Hfl elektrische Leitung an der Hardt beschäftigte 9(rbeiter erlitrl gestern Nachmittag beim Umfallen eines MasteS schwel Verletzungen und mußten durch Mannschaften der 6anitä8- I kolonne nach der Klinik überführt werden.
Landkreis Gießen.
---Steinbach, 27. Aug. Am 28. August vollen« bei noch körperlicher und geistiger Frische Johannes Habn l I in Steinbach im Kreise seiner zahlreichen Kinder, Enkel 1« Urenkel baS 95. Lebensjahr.
-m. Hung eu, 27. Aua. Heute früh entgleiste in X | Station Ober-WidderSyeim die Maschine des um 4.24 Ubr x> I Büdingen abgegangenen Personenzuges, wodurch die Strecke r» I ipertt war. Von Hungen aus wurden die Passagiere mit ema I Hiliszug abgeholr und später ging eine Dlaschine nut einem prk I wagen nach der llnsall>'lelle, um die entgleisie Maschine wieder n I das »Geleise zu bringen. Der Zug hatte durch den Unfall von Lr I auä bis Gießen eine volle Stunde Verspätung.
Kreis Büdingen.
— Nidda, 26. Aug. Die anhaltend nasse Witterui I gibt zu großen Besorgnissen Anlaß. Der Hafer, der burc I die Trockenheit deS Frühjahrs sehr mager ausgefallen ist, < I da, wo er noch ungebunden lagert, gliedlange Keime e I trieben. Die noch draußen sitzende andere Frucht ist schw-r vor Näffe. Von den Kartoffelfeldern bringt der scharfe Ger ei der Kartoffelkrankheit herüber und die weniger widerstonlß- fähigen Arten leiden zweifellos Not, znrnal in schwerem DaS reife Steinobst beginnt aufzuspringen und bann zu fand» Gemüse und Futterkräuter stehen durch den Regen sehr üpp- j Zroetschen werden in unreifem Zustande zu kaufen gesucht >» Konserven. — In den Schulgebäuden der Höbereu Bürg'> I schule und Volksschule ist Dampfheizung für den 23m:-’» J eingerichtet und fertiggestellt.
x Pad-Navhe.' „ -iLdlvtrordneten |t( h)n vom Bahnb le Worbnung. . Es Ür lebhafte und ergiebig e.-r.'ntttn rourbefoejt .... Scmlen geäußert । judi zugleich bte.
vielleicht zu cd rtfi. liine biesbezuo
Starten
= Darmstadt Isillisten rückt seine, ^schlossen in H I - ter gestrigen Vo >5. Lalbsuß über I: 31. aktuellen Fra^ I n die Wahl de 1 stelUeuversichl H. wirken, daß ein 1 Urlschastlilhen Korp> K-lei Mitwirkung der pt neuen Fülle un! | Mienen Ma^nahn zewM wurde Triel den »Muh des h ßimmt. Der Dorste : daß die Nation
| Versammlung bei' stihrung einer
I tfm zeitgemäßen: «uf Neuorganisation kand zu. Der V i in Bad-Nauhei
m Ofsenbac 2ipung des städtil I ltusies wurde das Iligatorischen Mc |cntl mit einigen A I '-lägen des Schulvi ■ torftanb vorgeschlag ■ einem Jahr soll IM 3 Jahre ausg Mollzeigrzlliche Unter I ^gkftellt waren, 1 (
■h. Neu-Js^ I Wochm dem l^ughalterin uni I ^chgebrannt n
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^schwunden.
war nämlich der Ansicht, em Bedürfnis, dem Versichert» nach Eintritt der Beruf-i'Unsähigkeit ein höheres Einkonnn - zuzuwenden, als ihm aus seiner Arbeile-kraft zur Zeil t: Bcrufssähigkeit zugeflossen ist, liege nicht vor. Auch ft die Hinterbliebenbezüge wird ein niedrigerer Betrag an gesetzt, weil dem vorgebeugt werden soll, daß die Wu^ und Waisen zusammen eine Verbesserung ihrer Lage bur den Tod des Ernährers ersahren.
Tas Gleiche gilt für Angestellte, die ihre früher! Zwangsversicherung in der Invaliden- und Hinterbliebener-, verftcherung bei einem 2000 Mk. übersteigenden Jahr^ arbeitsverdienst durch freiwillige Markenverwendung fo::J setzen.
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