162. Jahrgang
Zweites Blatt
Ur. 201
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag!.
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rie „Gletzeaer Zamtlleadlätter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» * Kreisblatt fir den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „LandwirNchaftllchen Leit- fragte“ erscheinen monatlich zweimal.
Moderne soziale $ür(orgebeftrebungen.
Bon Professor Dr. Äinbermann -Stuttgart.
Weittragend, wie fetten zuvor, ist der moderne (Grundsatz
1
Dienstag, 27. August 1912
9toiation<bntcf und Verlag der Brudl'lchen UnwersuätS - Buch- und StembnidertL St. Lange, Ließen.
Redaktion. ExpediNon und Tnicferet: Schul- (trafee 7. Lxpedtnon und Bering: e<N M. Redaktion:«^ 112. TeU-Adr,- AnzeigerLteßen.
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejjen
— Ausgrabungen in Cb erbe ff en. Tie Ausgrabungen, die aur Äonen des oberhefsisclien Geschichtsve^Cins und mit Untiritüfung des großherzoglichen enkmalpilcgers xx. B rem er in O’icRfn in der ausgedehnten, im vorigen Jahre eMde ckt entstein - zeitlichen Niederlassung aus der Löhe nordwestlich des -borfe« Oberstadt bei Münzenberg seit dem 1. AuguN ausgerührt wrrben, werden in dieser Nocke zu Sude gerührt, da die zur Benugung stehenden Mittel enthornt und. sie beanspruchen ebemo wie bie im tepten y erb ft dort unternommenen Grabungen ein außer gewöhnliches Interesse Es wurden »roei große zusammenhängende Komplexe von Wohn-, Abfall- und Borratsgruben ^vollständig ausgehoben, die reiche Sunde an BruchNüclen von Steinbeilen, Messern Mahlsteinen und Scherben ergaben. Inne ganze Reihe non teilweise reich befeuerten (Besätzen läßt sich zufamrncni'etzen, und wird nickt nur die steinzeitliche Abteilung unseres Museums, die bisher gegenüber den anderen, hier ,a so vorzüglich vertretenen vorgeschichtlichen Perioden reckt unvollständig war, m bester Weise ergänzen, sondern auch der Wissenscka't eine Reihe neuer Griatz- formen vermitteln, und so emen Martern iür die Beurteilung der steinzeitlichen J-hitinren in Wcstdcutichland bilden. Bewnderes Interesse werden rund geschnittene und mitten durchbohrte Scherben ÜrDorruicn. die jedenfalls als primitioe „Perlen" zu Äner X)al5- fette geb t haben, und die einen Zusammenhang mit den in den lewen F.ihren in der südwetterau aufgefunbenen Branvgräbern bopttfen. Wichtig ist, daß bei dieser Qtelegenbeit zum ersten Male
25. Deutscher dentralverbanöstag für Hande! und Gewerbe.
~ Hannover, 26. Aug
Im großen Saale des Alten Rathauses fand heute vormittag die erste ’öautrtoerfainmlung des Deutsd)cn Zentralverbandes fur Handel und Gewerbe statt. Es waren zahlreiche Vertreter von fausmännischen, gewerblichen und Mittelstandsvereinigungen aus allen Teilen des Reichs erschienen. Auch die städtischen und ftaalfidKn Behörden waren vertreten. Vom Grasen Pof adows kt) lag ein Glückwunschschreiben vor, in welchem er fein Aus- bleiben entschuldigte — Nach verschiedenen Begrüßungsreden wurde die Absendung eines Huldigungstelegramms an den Kaiser bc- frf)loüen^ g.ntritt in bie Tagesordnung wurde zunächst der vom Vorsitzenden Stadtrat Seifert (Leipzig» erstattete Jahresbericht entgegengenommen. — hierauf sprach Kaufmann Wolters (Hannover» über die „Errichtung einer K l einhandelsbe- ruf ög eno ff enf (haft". Er verteidigte bie Errichtung einer solchen besonderen Genossenschaft, da die bisherige Zugehongfeit der Kleinhändler zur Lagereiberussgenoffensckaft dem Detailhandel wegen der großen Gefahrenklasse des Großhandels nur unnötige Kosten auferlege. . „
Tas Hauptthema des Tages betraf die B e f a m p s u n g d e s Zugabeunwesens Stadtrat Seifert (Leipzig stellte fest, daß in der Frage der Bekämpfung des Zugabeunwesens zum erstenmal der gesamte deutsche Tetaillistenstand vereint sei. Der Kamm richtet sich nicht gegen jene Zugaben, die lediglich den Zwecken der anständigen Geschästsreflame dienten, sondern gegen die Zugaben, die entweder den Waren gleich heigeöaeft find, oder durch Sammeln von dem Paket beigefügten Gutscheinen und Marken erworben werben können. Tie Firmen, die solche Zugaben gewähren, gehen daraus hinaus, die Urteilslosigkeit des Publikums auszubeuten. Ter Redner machte folgende Vorschläge: 1. Diejenigen Fabrikanten, die ihre Arlikel mit Zugaben oertniben,
in Cberhessen die st rinzrit liehe Kultur, die ihren Mittelpunkt in den Pfahlbauten der Schweiz hat, festgestellt werden konnte. Eine Kockgrube mit der für diese Zeit charakteristischen Keramik grenzte direkt an den zuerst ausgegrabenen Wohnplatz. Ein sogenannter Backleller konnte bereits zusammengesetzt werden. Endlich würbe noch eine Ranbhütte aus der ersten Hälfte des ersten Jalmausends vor Ehr. aufgebeeft, bei der sich noch die Pfosten des zelNörmigen Tackcs nackweifen ließen Sie ergab eine Anzahl von (Getanen der älteren Eisenzeit. Tie Arbeiten werden sich letzt hauptsächlich auf bie Untersuchung beschränken, ob unb in welcher Weise diese wichtige steinzeitliche Niebcrlassung befestigt war. Es ist dringend zu wünschen, baß mit dem jetzigen Abbruch diese ergebnisreichen Ausgrabungen noch nicht ausgehoben sind.
— Preisausschreiben. Nachdem das Preisausschreiben vom Jahre 1910, betresfend die Bearbeitung der Frage: „Die deutsche Schwarzerde auf diluvialer Grundlage nach Bildung, Zusammensetzung unb Kulturersolg" keine Bearbeitung geiunben hat, stellt Geheimrat Prosessor Dr. Crth bieselbe Aufgabe für die früheren und letzigen Stubierenden der Kgl. Lanbwirtschast- licken Hockfchule und ber Universität zu Berlin wiederholt zur Konkurrenz und erhöht den Preis aus ber ihm anläßlich seines 70. (vebunslages von Freunden und Schülern überwiesenen Stiftung auf die Summe von 1500 Mark Tie Einsendung der Preisarbeiten hat unter den üblichen Formalitäten bis zum 31. Dezember 1914 an den Rektor der Landwirtfchastlichen Hockschule Berlin zu erfolgen.
— Eine Anekdotenerrählerin. Helen Mar bat in England den Rus, die beste Anekdotenerzählerin zu sein. Unzählige hrben über ihre Geschichten gelacht; auch König Eduard gehörte zu ihren Verehrern, unb ihre humorvoll trockene Art gilt für klassisch. Tie Creme ihrer Geschickten verösfenllicht sie nun soeben in einem Buck, das den Titel trägt: „Dars ich Ihnen eine Geschickte erzählen?" Sie glaubt zwar, daß bie feinfte Blüte bes Humors in dieser schriftlichen Mitteilung verloren geht, doch bleibt noch genug Komik übrig, wie einige Proben beweisen mögen: In einem Salon spielt man Gesellschaftsspiele unb eins dieser Spiele besteht darin, daß jebet ein Gesicht zieht; ber, ber bas sauerste Gefickt macht, soll den Preis erhalten. Nachdem ieber feine Züge in möglichst tiefe Falten gelegt hat, sagt 'cklteßlick ber Preisrichter nach einq*nbem Studium $u einer Tarne: „Ick denke, meine Gnädige, Sie haben den Preis gewonnen." „Cb," entgegnet diese, „ich habe ja gar nicht mit- gefpielt." — Eine Tarne lädt ihre 25 Freundinnen zu einem Picknick cm und bittet jeden Gast das Nutzloseste mitzubringen, was er besäße. Tie 25 Tarnen kommen sämtlich mit ihren Männern ... — In der Kirche dehnt der Geistliche die Sonn- tagspredigt besonders lang aus. JM>er hofft: nun wirb er aushören; aber er redet immer werter. - „Und nun, liebe Ge-
rielle, Kaufleute. Ang-melln .
mit Begeisterung den Plan ausgenommen. Auck die Preise hat in sehr dankenswerter Weise diese» großen Frieden»iverkes, das Unter nehm er und Angestellte zu gemeinsamer Arbeit zii'ammemuvrt. sich rege angenommen Tie Gesellschaft, die in Wiesbaden ac- gründet worden ist und an deren Lpitze rin Präsidium und ein größerer Ausschuß unter dem «ori'tz des Herrn Baum . »eben, und dem u a Staatsminister v Möller, cWvi cimrat Stiener, her 'Jräfibcnt des Hansabundes. Staatsmnnster Graf v. Poiabowskv. Staatssekretär Ternburg, Reichstagspräsident tr 61C
Abgeordneten Molthan, Basiermann, Mütter-,rulda, Geh Kommerzienrat Kalle, Kommerzienrat Fehr Flock, Kommerzienrat Pickorr ufw angeboren, bat seit ihrer Gründung im Januar l.'H schon viele Erfolge zu verzeichnen, etrtungen von Wüuu iwr. und 5<iOO Mk sind erfolgt. Tie Stifter erhalten dawr wo ober 50 Erholungstage für ihre Angestelltcu im 3abrc llngeiabr 2' Millionen sind gesammelt. Ein Heim ist schon in calp häufen, Cberhessen, eins in Traunstein, Cbcrbancrn, und ein drittes im Taunus im Bau. An der 'Sorbite ustm imb Oirüiibungen ins Auge gesaszl TaS CstfeehclM der öarll- fdiaft m Misdrot, ist bereits dem Betrieb übergeben etwa 400 Gemeinden haben freien Boden ober billige vvvotheken ober sonstige Vorteile zugesickert, wenn die Hnme bei ihnen errichtet werden. Tic Heime sollen ungefähr 100 Betten umfassen, geschmackvoll einfach sein unb durch Büchereien unb andere Unter- laltungsmittel behaglichen Aufenthalt bieten. Kein Trinkzwang, kein Tnulgclbeuivang. Tie Preise werden sich auf etwa i.äu bis 2,80 Mark stellen , , t u . - .
Diese» große Unternehmen muß Handel und Jndulttic nut Stolz erfüllen. Mögen Firmen und Angestellte, unmer zahl' reicher und energischer sich beteiligen. Tie Angettcllten muiicn die Gelegenheit ergreifen, durch Selbsthilfe unter Wahrung ihres Ehrgefühls ihre Gesundheit unb Arbeitskraft zu erhoben Xie Unternehmer müssen eingebent sein bes modernen Gninbiatzes „Reichtum verpftichtet" Sie haben im Zuiammcnwirken mit ihrem Volk ihre Macktt unb ihre materiellen Mittel gewonnen unb sollten bas Verlangen haben, ihren nächsten Mitarbeitern in Gestalt von Stiftungen unb Beiträgen ihre Anerkennung tür ihre treuen Ticnstc auszubrücken. Sicher werden auch kaufmännische Korporationen darin wetteifern, daß sie neben den Unternehmern auf ben Ehrentafeln in den Heimen durch Darbietung von Zimmer ausstattiingen unb berglrichen ihre Namen angraben. Möge dieses fck>öne Werk inadnen. ein Wahr.zaäien beniidxr Buigerkiu't
teDDiegciibcn Verwendung vorbeugender Mittel in der Hngiene ciiftdlung in Tnsben zur (Geltung gekommen. Durchwanderte Iran die ernstgehaltenen, geschmackvollen Hallen, so kam so recht d<r Unterschieb zwischen Gegenwart unb Vergangenheit zum Be ittfitfein. Früher repressive Mittel, die die Weiahrrn abtvarten B,it> bann in planloser Zusammenrafsung bekämpfen. Heute überall ».nbatgrnbe Mittel im Vordergrund, die die Gefahren voraus- stell und durch plaiivotte Zuiammenordniing im Keime zu er- 8 cken suchen Neben der Hngiene steht die deutsche Sozialpolitik ßmivoll unter ben vorbeugenden Mitteln da, entsprechend ist sie auch auf der Ausstellung vertreten gewesen. Tiefe Bevor jjgung der vorbeugenden Mittel begründet sich aus der Zeit ber jerbenben Reife von heute In ber Jugenb bet Völker viele ;dHi>anfungen, Mangel an Voraussicht, feine berechnenbe Wissen- maft, ber Staat mit engem Horizont Tie werbenbe Reife kenn ^lehnet sich durch ebenmäßiges Verhaltai auf allen Gebieten, z-äßere Voraussicht aller Kreise, hochenttvickelte Wissenschaft, writ- »ickende staatliche Arbeit.
n wirklich 8n ichitifaftu 1 »8« tiablwirti Hut ,.. llgtltl Inltrmc ininti fm HIC8 flb» tiuundtUn, . - dtn wir qntli und Imb r.- 6tiMiHffli.iL
Regens au-fallen.
Arbeiterbewegung.
Bel' stigung von Arbeitöwill'gen im Giehener Schreiner-Ausstand
Seit etwa 5 Wochen herrscht in Gießen ein Ausstand der Schreiner, die um mehr Lohn und weniger Ardeils- zeit kämpfen Leider fat sich auch hier ergeben, daß btc Arbeitswilligen mancherlei Angriffen und Belästigungen ausgesetzt sind, so daß in einem Falle der polizeiliche «a>utz angerufen worden ist. Einer Zuschrift des ^chretner- meisters Will). Wiftgel, der wegen Belästigung zweier seiner arbeitswilligen (Gesellen den Schutz der Bel)örde anrief, entnehmen wir folgendes:
Beide in Betracht kommende Arbeiter waren bereits trüber bei mir 'längere Zeit in Arbeit unb haben auch jetzt wieber bie Be- fd)äftigunq bei mir vor Beginn des Streiks ausgenommen.
1 Am 6. August besuchte der streikende Schreiuergesette Herr Döring meinen Gesellen M ohr aus Annerob im Neubau von Philipp Wagner (Licher Straße), um ihn zur Nieberlcgung ber Arbeit zu veranlassen. Körperlichen Zwang hat er gegen ben Streikbrecher nicht angewandt, er machte ibn nur „daran, aufmerksam", daß er zu Hause bleiben solle, er hätte ja ood) ju essen er brauche den anderen die Arbeit nicht wegzunehmen u. bgl. mehr Seinen Vorstellungen fügte er zur Bekräftigung nur noch bie Aufmerksamkeit des Ausspeiens hinzu. Beweis: Akten des PolizeiamlS (ließen.
In der Tat blieb der auf das „Unschöne ferner Handlungsweise" aufmerksam gemachte Geselle Mohr einige Tage der Arbeit fern unb ztvar, wie mir fein Vater sagte, weil er „Angst hatte, ohne seinen Vater hierher zu gehen". So ist denn auch Mohrs. Baler bei mir eingetreten.
2 Geselle Dem von Hausen wurde am 4. August, morgens, auf dem Wege zur Arbeft in ber Bisnmrckstrasre balner von beut streikenden Schreiner Herrn Kreiling aus Heuchelhrim m soltebens- würbiger Weise (durch Schimpswarte ufw.) „darauf aufmerksam gemacht", daß er, indem er bei mir arbeite, eine furchtbare Sünde tue, daß ber Streikbrecher diese Liebenswürdigkeit ber Polizei zur Anzeige bringen mußte, um derselben nicht weiter auSgesetzt zu fein Beweis: Akten der Polizr-i.
3. Am 16. August war ein Streikposten mit Fahrrad vor meinem Hoftor aufgestellt, ber ben Streikbreck»er Tern nach Fcier- abenb von meinem Haufe in der Löbersttaße bis zum Walbrin- gang auf dem Schiffenberger Weg bezw. der Straße nach Haufen begleitete, wo sich ihm weitere drei Herren zugesellten, die auf ein Zeichen des einen »meines früheren Gesellen Stork» ihr Versteck in den Büschen an den Eisteicken verließen. Nun wurde der Streikbrecher von vier seiner werten Kollegen „auf das Unsckiöne feiner Handlungsweise aufmerksam gemacht" unb zwar auf ber ganzen ,3 a fort bis nach Hausen unb in seine Hof reite.
4. Am 17 August hatten zwei Stteikposten mit Fabrräbern vor meinem £>ofeingang Aufstellung genommen. Dieser Umstand und bie soeben gefchilberten Vorgänge veranlaßten mich, bie Gendarmerie von bem Tun und Treiben in Kenntnis zu setzen. Als
Darum roenbet sich der Unterzeichnete im ^Einvernehmen mit ber Leitung bes Hoftheaters unb gewiß im Sinne aller Kunst reunbe an bie Bevölkerung der Stadt Darmstadt mit ber Anforderung, mitzuhelfen an bem Ruhm und ber bauernden Grötze unserer Hofbüdne v r ,
Das Hoftheatcr hat seinen Ausritt ;um neuen Abonnement erlassen. Es gilt nun zu beweisen, baß unser Publikum nach wie vor an bem Gedeihen unseres ersten .Kunstinstituts ein lebhaftes Interesse nimmt und zur finanziellen Umerstützung bereit ist. , t . ...
Ein ausgiebiges Abonnement bedeutet nicht nur eine wichtige materielle Grundlage für bie Erhaltung unb gedeihlicheWirk- iomteit des Theaters, sie verbürgt auch einen stärkeren Theaterbesuch, der von größtem Einfluß auf bie Stimmung der darstellenden Künstler und auf das künstlerische Niveau der Vorstellungen ist. Auck im Einzelbesuch möge sich dieses Jnterefte weitester Kreise beweisen. , „ m f . . _.
Wenn unser Hoftheater durch lebhafteren Beiuch wieder Gegen- stand eifriger Diskussion en und begeisterter Patteinahme wird, kann es allein seiner idealen Aufgabe nachkommen, nämlich: der Mittelvunft aller künstlerischen Interessen zu srin, zum Besten und Vorteil der Stadt Tarmstadt und des Landes.
Darmstädter Tsteatersorgen.
Darmstadt, 24. August.
Seit dem Einzuge des neuen Generaldirektors in das hoftheater scheint es, als ob man sich mehr als bisher für Vorgänge auf unserer Hosbiklme interessiert. Die Abonne- mentsbestellungen sind diesmal reger als im Boriahre. LZrb der bereits veröffentlichte Spielplan innegehalten, so geht das Darmstädter Publikum in der Tat einer ereignisreichen Theatersaison entgegen. Neben bemerkenswerten Neuengagements für erste Fächer hat Dr. Eger eine An zahl interessanter Gastspiele in Aussicht genommen, die ihre Anziehungskraft sicher nicht verfehlen und auch von auswärts manchen Besucher herbeilocken werden. ceben Alermider M o i s s i, dem hervorragenden Darsteller des Deutschen Theaters in Berlin, der nicht ohne Berechtigung allgemein als der Nachfolger Kainz angesehen wird, wird Frank Wedekind mit seiner Frau an einem Abend tn einem seiner Stücke austreten .
Um dem neuen Generaldirektor die Verwirklichung seiner Pläne nach Möglichkeit zu sichern, hat der Cbcrbur- germeister heute an die „kunstliebenden Kreise der Darmstädter Bevölkermici" einen Aufruf ergehen lassen, der das Darmstädter Publikum aussordert, in erhöhtem Maste dem Hostheater sein Interesse zuzuwenden. Der Ausru, launt.
Am 8. September öffnet das Hoftheatcr unter der neuen ""Große' Auftiabci?'auf bem Gebiete des Schauspiels mck der Cpcr sollen gelöst werben. Mancherlei neue Errungen ckaste^. am b-loratiDcm Gebiete wirb die neue »melwt bem Publikum unnrer Hauptstadt vermitteln. Es gilt, ben Ruhm unterer altehrwurbigen Bühne zu wahren unb zu mehren.
Was hierzu von der neuen Leitung unb ber erprobten Simnier- f'har getan werben kann, wirb zweifellos geidxbcn, «l,lMiF1ITnä
Anbcrerseits bars aber auck das Intereste ^ Publikums cn dem Bestände und dem EmporbluhM unieres angrie^men «unstinstituts nicht fehlen. Wie das P^likum durch ^hlreick^i und regelmäßigen Befuck dem \beater zur bockstMiB lute versehen kann, fv vermag es umgekehrt bei mangelnbem Jnwrefte Äic angefcbenc Stellung unseres .»ottdeaters "n^kb ni
Tie Gnade eines kunstsinnigen t-curitcn hat bem fianbe »aiai nnb insb,sondere der Residenz zu internationalem Ritt und Ruhm »»erhöhen. Tas hoftheatcr bars nickt ücrgcnen wertzn- iarmitabt mit Stolz als eine Metropole beuticfcr Kunst genann. f.’itö»
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find in geeigneter Weise zur Unterlassung zu bestimmen. 2 Der gesamte Tetailhanbcl muß durch seine Cr iamiatwntn gegen bad Zugabeuiiweseii auf den Plan gerufen werben, i imit die de trri enden Artikel vom Verkaufe ausgesckaltei werben. » "s kaunnde Publikum muß burch ZeMingsprovaganda, sziugvianer, in oftcntlickxn Verfammlnngen ufw aufgeklärt werben 4. ^»c Unterstützung der Handelskammern unb aller kannnänn,scher unb industrieller Koiporationen muß zur Mitarbeit aummnen werben.
5. Tie deutschen Rickner unb Gerichte sind von ber llnlautcrfnt des Zugabeunwesens zu »ckerzeugen imb im nächsten Falle mit ihrem ikmanbe das liebel auszurottrn. Beifall >
Ter Maufmaiut v b Beck Hamburg veriangle im WiKR- satz zu ben Selbstbilfevorfchtägcn bes ersten Redner» em gesetzliches Verbot des Zugaben. jens überhaupt, eine eiil- ivreck^nde Entfckrliefuing wurde angenommen.
F c r ch l a n d Hildesheim > sprach über bie „Emckuung k a u s- männifckcr Krankenkassen". Er verlangte bie ttm Wandlung ber freien Hilf-kaffen in freie raufmanmid'- ZnmmgS- franfenfaffen nack vorheriger erforderlicher Gründung von iretrn rauunännifdxm Innungen. Weiter wurde noch rin Antrag ange- nomrnen, wonach der Zentralverdand der Bekämpfung btr K on - sumvereine fnrnpatbifch gegertflbrrftebt, es aber nickt für nötig hält, zu diesem Zwecke einen neuen Verein zu gründen.
Hierauf wurden die Verhandlungen auf morgen vertagt x\c für nachmittag an gesetzte Korsosahrl mußte infolge des ftrömenben
Die Sozialpolitik i>at zuerst auf die einfachen Schicksten und 1 j teren Mittelstände sich genckstet Jene waren in größerer Gefahr ii folge der riesig gefteigerten (hitwidelung der letzten Jahrzehnte mb besaßen nickst genügenbe Kräste zu energisckwr Selbsthilse, bie f. immer zuerst geiorbert werben muß. Tcshalb lagen allgemeine (•ntereffen vor unb bie Nottvcnbighit eines Zusammenwirkens von
II und von unten her Erst später und noch geringer bat die -,'zialpolitik die neuen Mittelstände, die Privatange st eilten in besonderen ergriffen Bekannt sind die Maßnahmen für größere ^»niitagsruhe unb früheren Labenschluß, bie Mauimannogericbtc, i ben Mitteln für bic_lcbinc ein Glied: e i n e »t Lrkere 2 i ck e tun g ber Gesu nbheit unb ber Arbeitskraft. Dribe j id heute burch bie intensive, rastlose Arbeit gefährbet, unb noch Sahurd) vor allem, baß bie Lanbkinber mit ihrer unöcrbraudtfen icrnenfraö einen immer geringeren Prozentsatz unter ben An 1 urllten ausm n lies Jnvalibewerdcn, Aftern, Bei
■ titerung finb die Folgen I igen die An gesteiften und
jrc Familien, sowie die Unternehmer. Letzteren fehlt oft bas iiidK, elastische, auobauernbe Personal, bas unbebingt nötig zu Zu ihrer Erhaltung einmal notig die Selbsthilfe in Gestalt eines geordneten Sehend, in bas immer mehr Gesundheitspflege und Sport einzufügen finb ne ber Stäbte, befonber» die tUtger, gesunder 'Wohnungen burdi passende Boden im Wen i imb neben ber Sonnlagsruh , die mit Recht immer | i t-rgifdKr burckgesührt wirb, größere Rulst-pausen notwenbig. I ti'ldv größeren Pausen, bie einen längeren Urlaub voraus flitben, lassen jid, leicht aus körperlichen, familiären unb ethischen 8-rünben berleiten.
Eine Erlaubspaufe bebarf zur Herbeiführung eenes völligen 8 Erfolges bes s?(uifud)en5 entfernter Erholungsoric unb Erholung» ■ 1-ime. Im Hause unter den Lasten bes Alltags, läßt sich Erholung ■ jtver gewinnen Nur ein vollstänbiger Crtdwed>fcl mit anbereu ■ imatifdKii Bebingungen rüttelt den Körper aus unb führt zu Bin em schnelleren Regenerationsprozeß. Ta nun Unter ben Mit H tebern der Mittelstände viele ans Mangel an Mitteln keine r öfteren Reisen machen unb keine M urorte aus suchen können, sind ibt Erholungsheime entstand«. Nock ivemge ■ er ft aber im Gewerbe und Hanbelsstande. Ter Großkaufmann Ji.fcpb B a u m Wiesbaben, Teilhaber der Nassauischen Leinen
I Industrie, hat bcehalb vor etwa 2 Jahren die Anregung gegeben, I eine unisassenbe Crganifation für Handel und Industrie in Tcutld) I land ui schaffen. Zn feiner Arbeit „Ein soziales Problem des I ßimsnianiisstandes" hat er diese Idee näher begründet und ent I Nickel! Er will eine Wohliahrtseinricktnng schaffen, die das IIkdrgefübl der Angestellten unbedingt sichert und männlichen und IIleiblichen Angestellten in Handel und Industrie zugute kommt. || {hn genosfeiisdaftlicher Grundlage soll sich die Crganiiation auj* | bauen; über allen politischen unb religiösen Parteien will sic |i stehen Es kann sich nur um eine G r o ß o r g a n i s a t i o n mit
|| o'lmählidi 20 Heimen hanbcln: bieie allein kann bie grünte Htmiigfeii, die Vielartigkeit ber Mittel (See, Walb, Gebirge» unb « Völlige Unabhängigkeit ber Angestellten sichern. Xie Kotten imb ||auf rtnia 5 Millionen Mark veranschlagt, bic burck Mngftebeo U Beiträge, Sckunkungen, Stiftungen aufzubringen mären. Eine ■ tncrgifdic 21 uiation ist ins Leben gerufen worben Behörden,


