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25.6.1912 Erstes Blatt
 
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Ter Siebener Anzeiger erschein! täglich, auper EonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich Giebener.^amiiienblStter. IroemuiliDÖd)cntl.Krtl$- lattlürdtnUrrirSiehen (Dienstag und Freitag): gtveimnl rnonail. Land» wirtschaftliche Seitsragen Fernsprech - Wn|d)lüne: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Wietzen.

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Erstes Blatt

(62. Jahrgang

Dienstag, 25. Juni 19(2

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhelfen

Rotationsörud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Stcinöruderet R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druderei; Zchulstrahe 7.

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grunblageit und Gesche Vorschriften und Anweisungen sitzen, in denen Menschenrechte und Dürgerfreiheit aufs naiicfte vorgczeichnet sind. Es kommt also nur auf Handhabung im einzelnen an!

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lautete:

Euerer Königlichen Hoheit möchte ich am der bedeutungsvoll für die Geschichte unseres die Geschichte des RegattaklubS ist, Glückwunsch

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achrichten.

außerordentliche Professor it, Tr. HanS Glagau, ti achlolger von Geh. Rat Pck innen.

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lbong'Mbang Mmeru ngs' und Nachnahm!

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und Turnfest, te-, ;t unter dem ProtektoikUü rmisches Sport- und W bildet worden, dem der irofessor Dr. Ringer, bn ah- n und der Ausschuß der 6»

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der Frau Professor wohl bekommen möge. Tie verstand auf den Scherz cinzugehen und meinte, sie würde sich ein Gewissen daraus machen, der kaiserlichen Majestät einen Untertanen zu entführen.Ei! rief die Kaiserin,ich schenke Ihnen denselben von ganzem Herzen, nehmen Sie ihn in Gottes Namen mit." Aber die Wiener Luft tat an der Frau Gottsched keine Wunder, sie blieb kinderlos und hypochondrisch, siechte langsam dahin, und als sie vor jept 150 Jabren, am 26. Juni des Jahres 1762, die Augen für immer schloß, da hatte ein Leben ein Ende gefunden, das an Verdiensten und Arbeit reicher gewesen war, als an Freude und Glück.

wie tief tonnen wir in den Himmel sehen?

Wer rur Nachtzeit den gestirnten Himmel betrachtet, glaubt einen Tuck in die Unendlichkeit zu tun, so weit entfernt scheinen die Sterne dem menschlichen Auge zu sein, ja man kommt gar nicht aut den Gedanken, beim Anblick der Sterne ihren Absiand abzusckätzen. Man faßt eine Reihe scheinbar beieinanderstehender Sterne zu einem Sternbildc zusammen, ohne zu fragen, ob sie auch wirklich annähernd gleich weil von der Erde entfernt sind.

Die weit, wie tief kann man nun eigentlich in den Himmel hincinfehen? Ties»? Frage beantwortet Felix Linke in einem fesselnden Aufsätze derNatur". Tie Antwort hmrgt von zwei Umnänden ab: vom menschlichen Auge samt seinen optischen Hilfsmitteln und von der Helligkeit der Gestirne. Tas mensch­liche Auge kann zwei kleine leuchtende Punkte nur bann noch getrennt wahrnchmen, wenn sie einen bestimmten Abstand von­einander haben, z. B. 1 Zemimeter aus 36 Metern Entfernung betrachtet Am Himmel dürfte der Mstand zweier leuchtender Sterne nit größer fein, als der 30. bis 40. Teil der Vollmond- sa-eibe. Ties gilt jedoch nur theoretisch, denn tatsächlich verschwim­men zwei Sterne am Himmel für das menschliche Auge schon dann :u einem einzigen leuchtenden Punkt, wenn ihr Abstand Vi» bis Vis Vollmondbreite beträgt Rechnet man jedoch mit, der größeren Stärke von 1 Vollmondbreite und nimmt dazu tausend­fache Vergrößerungen, wie sie das Fernrohr erreichen kann, so kann man am dem Monde nor Entfernungen von 40 Tausendstel feines Turchmeffers unterscheiden: man sieht auf 'ihm also zwei Punkte getrennt, die 30 bis 90 Meter voneinander entfernt sind.

dern, daß strafbare Handlungen Vorkommen." Einschreiten soll der Schutzmann aber eben nur, wenn es dringend not­wendig ist:Hüten muß sich der Erekutivbeamle vor je­her Einmischung in Privatangelegenheiten Er beherzige stets das Spricknvort:Augen und Ohren offen, Mund zu!" Werden ihm Privatangelegenheiten zugetragen, fo höre er zu, urteile aber grundsätzlich nicht sofort bar- über und vermeide jede voreilige Aeußerung. S.'in dienst­liches Einschreiten darf niemals den Beigeschmack der kleinlichen Versolgung und der Sckfikane haben. Das V.r- trauen der Bürger aller Mteife sich zu erworben, ist die vornel.mstc Pflicht der Exekutivbeamten. Er muß stets ein- gedenk sein, daß er des Publikums wegen, nicht aber das Publikum des Beamten wegen da ist."

Tas sind nur wenige Stickchroben. Aber sie beweisen, daß die Polizeibehörden im Anschluß an die VerfassungS-

Sdüler Mi eifrigen unb erfolgreichen Konkurrenten erzogen haben. Wir wollen habet dankerfüllten Herzen- am heutigen Jubiläum, am 25 jährigen Jubiläum des K E. Eurer Majestät unsere Verehrung unb Dankbarkeit iür alles auszusprechen, waS Eure Majestät aus dem Gebiete des Svort- und für den von Eurer Majestät begründeten K. ?) E. getan haben. Mir liegt es als V i z e k o m m o d o r e ob. Eurer Majestät unst reu tiefempfundenen b.nlitfcn Tank zu Füsum zu legen. Ich bitte^bie Herren, diesem Gefühle des Tankes Ausdruck zu geben, indem Sie mit mir rufen: Seine Majestät der Teutfche Kotier und König von Preußen, unser allergnädigster Kommodore hurra, hurra, hurra!

Tie Antwortrede des Kaiftrs

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S2L 3uni bis 213m, - ' Hrioldyn n.

Zrau Gottsched aus Reisen.

(3u ihrem 150. Todestage, 26. Juni.)

Ms das aus Tanzig gebürtige Fräulein Kukmus int Jahre 1735 als Gattin des Magisters Gottsck>ed nach Sechzig übersiedelte, hing ihr der Himmel voller Geigen. Das fomtte ihr auch Schöneres blühen, als die Gatttn, Freundin unb Helferin des berühmten Mannes zu werden, der da­mals als Diktator der deutschen Sprache und Literatur auf der Höhe seines Ruhmes stand. Mit Andacht horchte die junge Frau Gottsched, hinter der Tür des Audttorutms stehend, dem Kolleg des gelehrten Gemahls: mit Eifer, ja Leidenschaft warf sic sich in die gelehrten Arbeiten, die Gottsched ihr zuwies.

Es kam anders, als die junge Frau gehofft hatte: Ihr Eheglück trübte sich, die Arbeit ward ihr eine Last, sie fühlte sich an Gottscheds Seite unbefriedigt^ Eine Abwechselung brachten in ihr arbeitsreiche-. Leben die Reisen, die sie mit dem Manne zusammen von Zett zu Qeit unternahm und die ihr manche Anregung, manche* interessante Erlebnis brachten. Freilich mußte fic auch auf solchen Reisen zuweilen inne werden, daß ihr -teufen und das Denken Gottscheds dock) recht ^verschieden von­einander in manchem Punkte waren, so war ste als sie das erste Mal das schone Dresden iah, von der lieb­lichen Natur des Elbtales hoch eiitzuctt^ Gottsched aber teilte dies Entzücken nicht: ihm galt wohl, wie der ganzen damaligen Landschaftsästhetik, eine ebene Gegend als du schönste Natur, und so schrieb Frau Gottfched re,,gntert - er mochte ja reckt haben,daß es ,ich auf dem ^per- lingsberge in Leipzig ruhiger und ungestörter arbe"en läßt als auf irgend einem der gering,len Weinberge in

Gottscheds^ m«arcf aber hjar das Fahr 1749, und die damalige Reife brackte der Frau Gottsched allerdings viel Interessantes, wenn auch nicht gerade gleichmäßig angenehmes. Zunächst besuchte mau zur Erholung Karlsbad, und von da au» wandte sich

Im Großherzogtum Hessen, das ja weniger unter Großstadtnöten zu leiden trat, besteht keine solche allgemeine Tienstamveisunb, vielmehr ist es den Lokal- verwaltunge>i überlassen, die Vorschriften für die Polizei­organe zu erlassen. Nach unseren Informationen wird von den hessischen Verwaltungen im allgemeinen gleichfalls größte Vorsicht und Milde empfohlen. Es finden von Zeit zu Zeit Konferenzen der zuständigen -Organe statt, die sich auch mit diesen Fragen, die im Schapiroprozeß eine Rolle gespielt haben, beschäftigten und zu ähnlichen Grundsätzen tarnen, wie sie in der erwähnteii preußischen Dienstanwei- sung erwähnt sind.

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fragen aus dem zweiten 5chapiro-prozeh.

Man schreibt uns:

Ter Schapiro-Prozeß hat durch das Urteil des Reich-? geeichts und durch die Neuaufrolliing vor dem Darmstädter Gericht an allgemeinem Interesse gewonnen Tie Person lichen und lokalen Umftänbe sind zurückgetreten, die politi scheu und staatsbürgerlichen Frageii stehen im Vorder gründ. Wie wird in Dingen derLiebe" (welcher Form auch immer, soweit sie eben nicht gesetzlich strafbar ist) die persönliche Freiheit, das verfassungsmäßige Bürgerrecht ge­währleistet? Ist jedes Liebesverhältnis etwas, was der polizeilichen Beachtung und ihrem Einschreiten unterliegt? Was hat der Polizei am Aeußeren weiblicher Personen auffallend" zu sein, was nicht? Wo und wann müssen sich Liebespaare die Verfolgung der Polizei gefallen lassen? Gibt es außer den sehr allgemeinen Rechtsbestimmungen der Verfassung und neben oem Strafgesetzbuch keine An­haltspunkte? Gewiß gibt es solche Jeder Polizeikom­missar hat sie auf seinem Schreibtisch. In jedem Polizei­revier liegen sie aus. Unter denallgemeinen Berufs­pflichten" finden wir z. B. in der Dienstanweisung für preußische Polizeibeamte folgende sehr be­achtenswerte Vorschrift:

Um die vorgeschriebenen Berufspflichten gesetzmäßig erfüllen zu können, müssen die Beamten bestrebt sein, sich bie erforber liche Gesetzeskenntnis auf das eingehendste anzueignen: infolge seiner Stellung als Exekutivbeamter hat der Pouzeibeamte gewisse MachtbeTugniste über den Burger, die er niemals in unlauterer Weise ausnützen darf. Es sind ihm in gewissen Fällen das Seben und die Gesundheit seiner Mitmenschen, das Glück unb itfllücf ganzer Familien in die Hand gegeben. Dock muß er ohne Rücksicht auf fein eigenes Empfinden unentwegt nach dem Gesetze seinen Dienst tun. Er darf sich über niemand über heben, keine Schikane ausüben ober durch feine Stellung sich besondere Vor teile verschaffen. Es gehört für einen nicht ganz charakterfesten Menschen eine große Ueberwindung dazu, in der angeführten Weise zu arbeiten: doch ist es Pflicht eines jeden Polizeibeamten, dem beregten Ziele zuzustreben."

Nun einige Einzelheiten aus den Diensworschriften:

Ueberrascht der Sittenbeamte auf seinen Dienstgängen Diebespärcken auch bei zärtlichster Umarmung,ohne daß durch ihr Verhalten ein öffentliches Aergernis erregt wor­den ist", also z. B. in der Einsamkeit oder Tunkelheit, so sind nur dann die Personalien festzustellen, wenn sich die Betroffenen nebenbei einer strafbaren Handlung, z. B. des unberechtigten Betretens einer Wiese, eines Parkes ufw. schuldig gemacht haben: auch in solchen Fällen wird der Beamte sich dem dürftigsten Ausweis begnügen; so wird er sich z. B., wenn der Mann erklärt:Es ist meine Braut", im allgemeinen mit dieser Angabe zufrieden geben".

Weiter heißt es in den Dienstvorschriften:Das auf­fallende Benehmen einer Frauensperson an sich genügt niemals, um den Verdacht zu begründen, es handele sich um eine Dirne Ter Beamte wird in diesem Falle ver­suchet:, unauffällig den Namen festzustellen oder sich das Aeußere genau einzuprägen und bann Anzeige erstatten, damit die Behörde Gelegenheit hat, weitere FeststeNungen anzuordnen." Ferner: Das Logieren von Pärchen in Gast­wirtschaftenberechtigt den Beamten unter feinen Um­ständen zum direkten Einschreiten: spricht ihm ein Wirt eine solche Vermutting aus, so ist es Sache desselben, sich fein Haus rein,zuhalten". Endlich:Der Beamte darf sich niemals durch ?lnzeigen von Dirnen und Zuhältern zu einer Festnahme bewegen lassen."

Deutlicher kann doch die Sckiranke der persönttchen Sphäre von der Polizei selbst nicht aufgericktet werden. Ganz besonders beachtenswert erscheinen aber noch fol­gende Anweisungen:Ter Polizeibeamte muß immer im Auge behalten, daß seine Tätigkeit vor allem vorbeugend sein soll: er soll durch rechtzeitiges Einschreiten verhin-

das Ehepaar durch das Fränkische der Donau zu. Was den 'Gottscheds da eigentlich in der Oberpfalz widerfahren ist, das ist nicht recht abzusehen; es scheint, daß der Herr Professor mit den Wegen nicht zufrieden war, daß ihn Bettler ärgerten, schließlich aber, daß er überhaupt an dieser ganz überflüssighöckerigen" Landschaft Anstoß.nahm kurz, er fühlte sich gedrungen, von demrauhen Psäher- land" in einem dichterischen Ergüsse einen rauhen Abschied zu nehmen, und das vermehrte die Unannehmlichkeiten der Reise, denn die Obrigkeit nahm an Gottscheds Ode Anstoß und konfiszierte sie. Trotz alledem, so weiß seine Frau zu erzählen, hat sich Gottsched unter all diesem Ungemach den gesunden Schlaf bewahrt, während sie, die kränkliche Frau, sich mitwachenden Traumen" zufrieden geben mußte. Von Regensburg aus fuhr man die Donau herab und gelangte nach allerhand Abenteuern nach Wien Ter Empfang bei Maria Theresia bildet im 2eben der Frau Gottsched einen Höhepunkt, und sie hat ihn mit einer Wärme und Begeisterung geschildert, aus der hervorgeht, wie großen Eindruck die fürstliche Frau auf sie gemacht hat.Ick habe sie gesehen: die größeste Frau von allen Frauen! die sich durch sich selbst weil über alle ihre Throne erhebt! Ick habe sie nicht nur gesehen, sondern auch go fvrochen; nicht nur gesprochen, sondern dreiviertel Stun­den lang gesprocken. Ich habe sie als Gattin unb^ als Blutter gesprochen." Maria Theresia war gegen Frau Gottsched in hohem Grade liebenswürdig unb leutselig und nannte sie die gelehrteste Frau von Deutschland. Sie fragte den Mann, wieviel Sprachen eigentlich seine Frau verstünde, und Gottsched unterließ nicht, feine kenntnis- reiche Frau weidlich hcrauszustreichen. Aber diese selbst zog sick bescheiden und tattvoll aus der Sache, indem sie meinte:Eigentlich keine recht!" Die Kaiserin fragte ihren Gast auch, ob sie Familie habe. Nein, Frau Gottsched war leider kinderlos. ,'.Ach!" meinte die Kaiserin,Sie meinen, das sei ein Glück, Kinder zu haben, allein sie bringen einem auch viel Sorgen." Dann fuhr die Kaiserin mit einem Scherze fort, sie wünschte, daß die Wiener Luft

Tank anssprcchen. «''lückwnin'ch zum 25. Geburtstag und zu dem großartigen Erfolg, den die Regatta Woche dank der Organi­sation durch den Klub genommen bat. Zu gleicher Zeit möchte ich auch meinen Dank dafür ausfvrechen, daß in bingebenber Mitarbeit dieSeglerauf meine Gedankeneing e gan­ge n sind, und daß aus allen Reihen unseres beulidwn Volkes unsere Klubmitglieder sich -usammengefunden haben zu diesem gesunden, herzersrischenden, stärkenden Spork. Wir kennen als Gese(', für unseren Klub nur das eine: der Mitgliedwerden will, soll ein Gentleman fein! Ties genügt. Dies Gesetz bat eine Elite zusammengeführt, bie sich heute mit Freuden gegenseitig die Hand drückt und die mit Freuden einander aus dem Wasser bekämpft. Viele Jahre hindurch habe ich da- An­wachsen des Klubs beobachtet. Es find Stiftungen von allen Seiten gemacht worden, Preise in Hülle und Fülle ge- kommen So möchte ich auch beute dem Klub von neuem eine Stiftung von mir aus machen. Ich habe folgende Kabinettsorder erlassen, die ich nachher dem Vizekomrnodore über­reichen werde Tie Order lautet: Tas 25jährige Jubiläum des Kaiserlichen Jachtklubs gibt mir willkommene Veranlassung, der Iachtmatrosen zu gedenken, deren Tüchtigkeit wir den heutigen guten Stand unseres Kegelsports nickt zum wenigsten mit zu ver­danken haben. Es ist in den verflossenen Jahren eine stattliche Zahl Iacktmatrosen herangebildet worden, die sich im Jnlande und Auslande sehr guten Rufes erfreut und aus deren Reiben auch schon viele tüchtige Seeleute für unsere Kriegs- und Handels­flotte hervorgegangen sind. In Anerkennung der Leistungen und des braven Verhaltens der deutschen Iachtnmnnschaften ivill ich der Kommodore-Stiftung zum besten invalider Matrosen und deren Hinterbliebenen einen weiteren Betrag von 20 000 Mark überreichen und hoste, daß die Wohltaten der Stiftung in noch ausgedehnterem Maße als bisher den Mannschaften der dem beiitidK» Seglerverbande angehörenden Jacht zugewendet werden können. Der Geldbetrag wird Ihnen morgen von meiner Schatullenverwaltung zu geben.

Meine Herren! Wir haben von kleinen Anfängen unS hin­auf gearbeitet, wir haben dafür aber auch gewandte, tüchtige unb erfahrene Lehrmeister gehabt. Wenn Eure Königliche Hoheit er­wähnten, daß ich mir Konkurrenten herangezogen hätte, und daß ich der Lehrmeister für einen Teil der Herren gewesor sei, so müßte ich auch meinerseits auf meine Lehrmeister Hinweisen. Wir verdanken den englischen Kapitänen, die ich auf meinen Jachten gehabt und den englischen Truß viel, und diese Kapitäne stammen ans einem Volk, dos in bezug auf das Jacht- wesen wohl an der Spitze aller Jacktflotten steh! Ten englischen Jacktleuten verdanbm wir sck on einmal eine schöne Wocke vor Jahren. Die diesjährige Jubiläumswoche hat wesentlich dadurch eine so scköne Entwicklung geiwmmen, weil zu Hausen Dampfer und Segeljachten aus England herübergekommen sind, um unser Fest mitzufeiern und im^pott sich mit uns zu messen Da glaube ich auS aller HeMn zu sprechen, wenn ich ben Herren von ganzem Herzen Willkmnmen und Tank entbiete. Ter Kaiser­liche Iagdklub entstand vor 25 Jahren b(i einer Sitzung, die bestand aus Seiner Königlichen Hoheit, Freil-errn v. Seckendorff und dem Admiral Freiherrn v Senden-Bibran und mir und einer Flasche Sekt Jetzt greifen sie zum Glas Sekt und trinken Sie mit mir auf das Wohl der Gitte aller Nationen, die in dankenswerter Weife bierhergelommen find, um unsere Wocke mitznfeiern und auf das Wohl des 25jährigen Jubilars. Tie versammelten Segler Hurra, Hurra, Hurra!

Nach dein Mahle nahm der Kaiser vor dem Klubhause den Borbeirnarsckdes Kreiskriegcrverbandes

Der Katfer in Kick

Kiel, 24. Juni Ter Kaiser ließ, als er heute narfimiitag von der Wettfahrt an Bord desMeteor" zu­rückkehrte, den im Einlauf begriffenenMoltke" stoppen und passierte mit demMeteor" das paradierende Kriegs­schiff. Abends begab sich der Kaiser zu dem kaiser­lichen Jachtklub und den Angehörigen des Royal Themes-Yachtklubs. Diese überreichten dem Kaiser einen Erinnerungspokal in der Nachbildung des im Jahre 1871 vom .Herzog von Eumberiand gestifteten alten Wettfahrt­pokals. Sodann nahm der Kaiser aus den Händen der Herren des Felea-Syndikats den Felea-Preis entgegen. Es folgte die Preisverteilung für die Jubiläums-Kriegs- boot-Wettfahrten durch den Kaiser. Dann begann

da8 Festtsien beim Kaiserlichen Pachtklnb.

Hierbei saßen rechts vom K.riser der Kronprinz, Prinz Adalbert, der Botschafter Leistman, Großadmiral Tirpitz, links Prin» Eitel Friedrich, Prinz Joachim, Großadmiral Koester und Admiral Gras v. Baudissin; gegenüber dem Kaiser saß Prinz Heinrich, zivischen Eommodore Theodore Pim rechts und Admiral Arnim unfc Lord Trassat) links. Während des Mahles brachte Prinz Heinrich das Kaiser­hoch aus. Seine Rede lautete:

Euere Majestät! Aus kleinen Anfängen hat sich der Kaiser­liche Jacktklub zu dem cmporqearbeitet, was er heute bedeutet. Tas Werk, welches Eurer Majestät Grpßvater und Eurer Majestät Vater begannen, das haben Euere Majestät weiter geführt unb ausgebaut. Eurer Majestät fällt unbestreitbar das V e r d i c n st zu, das deutsche Volk aus das Wasser gezogen zu haben, sei es bezüglich der Kriegsmarine oder dcr Handels­marine oder des Sports, der uns hier heute abend in erster Reihe interessiert und beschäftigt. Wenn es Eurer Majestät nickt immer gelungen fein sollte, stets als erster durchs Ziel zu kommen, so möchte ick daraus aufmerksam machen, daß Eure Majestät unser Lehrmeister war und daß Eure Majestät fick feine

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