Kindersaug
en,
In ruhiger Fahri
hat den
1912.
Stadt-
flogen sie über den Wald nach Wahlen Gießen).
Kreis Schotten.
A StornfelS, 20. Cft. Ter
erhielten Will). Horack 68, Adolf Loburger I. 19 und start Wilh. Bopp 44 Stimmen. Die erforderliche Stichwahl wurde al,f Montag, den 28. Cftober, anberaumt.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 21. Ott. Zu dem Mordversuch an dem Schiffsfchaukelbesitzer Mahr in Reinheim durch dle eigene Frau wirb jetzt von der Staatsanwaltschaft daraus aufmerksam genracht, daß die durchgegangene Frau Mahr, sowie ihr Begleiter Nauck auch zwei ältere jin* Validenkarten auf den Namen Ludwig R e i l i n g und Babette Ehret lautend, mitgenommen haben. Es ist anzunehmen, daß die Flüchtigen sich diese Namen beilegen.
m. Offenbach, 21. Cft. Die hiesige Freimaurerloge .Carl und Charlotte zur 2 r e uc* beging beide unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern befreundeter Logen von nah und fern ihr 100jährigeS Jubiläum.
Kreis Wetzlar.
X Salzböden, 21. Cft. Unter großer Beteiligun wurde heute nachmittag der Zeug-Hauptmann a. D. Jako- Keßler, ein geborener Salzbödener, zur letzten Ruhe ge bettet. Der Verstorbene war gezwungen, infolge eines Nervem
Bezirkstag de- Hassiabezirks „Vogelsbergs fand heute unter dem Vorsitze des BezirkSvorsleherS Bürgermeister Wiehl-Rainrod statt. Der Vertreter berichtet ausführlich über den Hassiatag zu Nieder-Clm und seine wichtigsten Beschlüsse. Dann wurden die Rückvergütungen für die Providentia und den Hassiakalender an die Vereine ausbezahlt. Die VorstandS- wahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Im Jahre 1913 wird ein größeres BezirkSfest abgehalten.
Kreis Friedberg.
8. Reichelsheim i. d. W., 20. Ott. Am SamStag sand hier Beize ordne tenwahl statt. Von 212 Wahl- berechtigten stimmten nur 121 ab. Von den drei Kandidaten
Ans Statt und Land.
Gienen, 22. Oktober
** Tageskalcndcr sür Dienstag, 22. Cftober: theater: „Matthias (»ollmgcr.* Abends 8 Uhr.
*
•• Medizinalwesen. Der Gro ßherz og
— Lehrbach, 20. Oft. Heute vormittag 10 Uhr überflog ein Luftballon in östlicher Richtung unseren Ort. Er ging so niedrig über die Häuser hm, daß man die Luft- sahrer deutlich sehen konnte. Auf ihre Anfrage nach dem Namen deS Ortes erhielten sie Bescheid.
Kreisarzt bei dem KreiSgesundheitSamt Binnen, Mebizinattat Dr. Emil Schäffer, zum Kreisärzte bei dem KreiSgesundheits- amte Mainz ernannt.
" An gc stellten-Ver sicherung. Bei der Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner der Angestellten» Versicherung für den Bezirk der Stadt Gießen wurden im ganzen 365 Stimmen abgegeben. Davon fielen auf die Liste A (Vorstand der freien Vereinigung) 76, auf Liste B (fiauhn. Verein weiblicher Angestellter) 57, Lifte C (Vorschlagsliste I der HauptauSschiißverbände für die Vertrauenß- niännerwahl) 169 und Liste D (Vorschlagsliste II dieser Verbände) 63 Stimmen. Da die Listen B, C, D untereinander verbunden waren, erhalten diese sieben Sitze, nämlich die drei Vertranensinänner (Liste C zwei und Lifte D einen), zwei erste Ersatzmänner (Liste B und C je einen) und zwei zweite Ersatzmänner (Lifte C). Auf die Liste A entfällt je ein erster und em zweiter Vertrauenßmanii.
*• Stadttheater. Es sei auch an dieser Stelle auf die morgige Volksv orftel l ung hmgewiesen. Diese Aufführung von Shakespeares köstlichem Luftfpiel „Viel Lärm um s)l ich t5e ist die letzte deS WmterS überhaupt, itnd der Besuch kann um so mehr empfohlen werden, als Presse wie Publikum die Aufführung als sehr gut anerkannt haben.
Flugfest in Gießen. T-er am 27. Oktober I)ier auf steigende Flugzeugführer Ku rt von Stoevt, a sius ist 82 Jahre alt. Er hat im Dezember 1911 das
-er dem Reichstage demnächst zugehen soll, ist soeben amtlich veröffentlicht worden. Er verbietet bei Strafe bis zu 150 Mark oder Haft Kindersaugflaschen mit Röhren oder Schlauch gewerbsmäßig herzustellen.
Die Landtags-Ersatzwahl in Oppeln.
Oppeln, 19. Okt. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreis Oppeln 2 für die Mgeordneten Ka- pitza (Pole) und Wodar^ (Zentrum), die im Laufe des Sommers ihr Mandat nieoergelegt haben, wurden nach dem amtlichen Wahlergebnis insgesamt 490 Stimmen ab- aegÄen. Davon erhielt Landrat Lücke (kons.) 362, Ju- sttzrat Wodarz (Zentrum) 336, Dr. Hylla (Pole) 126 und Pfarrer Jankowski (Pole) 150 Stimmen. Die beiden ersten sind somit gewählt.
Der polnische Pfarrer Kapitza hatte sein Landtagsmandat niedergelegt mit der Begründung, daß er mit der von der Polen- sraktion der Regierung gegenüber eingejchlagenen oppositionellen Haltung nicht mehr einverstanden sei. Ta .üapitza dem seinerzeit mit dem Zentrum geschlossenen Wahlbündnis seine Berufimg in den Landtag verdankte, wofür die Polen den ZentrumSkairdi- baten mit Erfolg unterstützten, so legte der infolge dieser Einigung gewählte ZentrumSmanu Wodarz gleichzeitig mit Kapitza auch sein Mandat nieder. Es kam freilich noch ein anderer Grund .dazu, das Zentrum wollte nicht melyr mit den Polen gehen, sondern hatte sich bereits mit den deutschen Parteien für kommende Wahlen Msammengesitnden. Di? Polen ihrerseits nxrren über die neue Taktik des Zentrums sehr ungehalten unb behaupteten, bas seinerzeit abgeschlossene Bündnis gelte für die ganze Tauer einer Landtagsperiode. Toch hielten sich die Zentrumspolitiker nicht dazu vert^lichtet, unb daß ihre Vereinigung mit den deutschen Parteien Erfolg hatte, geht aus den heutigen Ersatzwahlen hervor. Die beiden deutschen Kandidaten haben gesiegt.
Fluaführerzeugnis des Deutschen Luftfahrer-Verbands auf Gradeeindecker erworben und sich in dieser kurzen Zeit schon einen hervorragenden Namen erworben. Er gilt als einer der tollkühnsten Flieger und hat eine Reihe von lieber» landflügen bei ungünstigstem Vetter ausgeführt. Seine Schülerin, Fräulein Charlotte M o e h r i n g, hat das Flugzeugführerzeugnis am 7. Sept. d. I. erworben. Trotz eines erheblichext Unfalls, den sie im Sommer erlitt, hat sie das Flugzeua wieder bestiegen und bemerkenswerte Schauflüge ausgeführt. Die polizeilichen Absperrungsmaßregeln sind so getroffen, daß nur von den für das Publikum bestimmten Plätzen (Startplatz, 1. und 2. Platze überhaupt etwas zu sehen ist, während alle anderen Plätze, namentlich die, die durch das Uebersteigen und das Landen der Flugzeuge und des Zeppelinluftschiffes gefährdet sind, gesperrt sind. Ta die Flieger ihre Vorführungen fast ausschließlich in Sicht der vorgenannten Plätze ausführen, werden etwaige „Zaungäste" nicht auf ihre Kosten kommen. Die Absver- rungsmaßregeln müssen wegen des Freihaltens der gefährdeten Plätze auf das strengste durchgeführt werden, wobei auf die Unterstützung des Publikums gerechnet wird. ' Wegen des Beginns der Veranstaltung, Zulassung von Kindern usw. siehe die heutige Anzeige.)
** Sonntagsruhe. Anläßlich der Flugveranstaltung auf dem Exerzierplatz am Sonntag, 27. l. Mts. treten an Stelle der regelmäßigen Beschäftigung^- und Verkaufszeit sür das Handelsgewerbe (11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags) die Stunden von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags.
** Evan g. Arbeiterverein. Am Sonntag eröffnete der evang. Arbeiter-Verein seine dieswinterige Vortragsreihe. Es sprach Prof. Weimar über die natur- wissenschaftlichen Wunderwerke der Neuzeit. Einleitend wies er hin auf die sieben Weltwunder des Altertums, die, abgesehen von den ägyptischen Pyramiden, nur in je einem Stück vorhanden waren und abgesehen von dem auf der Insel Pharus bei Alexandria errichteten Lcuchtturm nur je einer Person dienten. Ganz anders ist es mit den neuzeitlichen Wunderwerken bestellt, die er in etwa IWtün-digem Vortrage besprach. Der 'Vortragende begann mit ben Uhren, sprach dann u. a. über die Mikroskope und ihre jetzt wunderbaren Vergrößerungen, wie sie besonders von den Zeiß-Werken in Jena hergesteltt werden, von den Fernrohren und im Zusammenhang damit von der Entdeckung des Planeten Neptun. Er behandelte weiter die Fortschritte der Chemie, darauf hinweisend, was alles aus dem Steinkohlenteer gewonnen wird, die vielen Farben, aber auch Medikamente und sogar ein Süßstoff, das Saccharin. s?hid) der Telegraphie, des Telephons, des Grammophons, der Photographie und vieler anderer Erfindungen wurde gedacht. Nach Schluß des Vortrages wies der Vorsitzende hin auf das deutsche Museum für Meisterwerke der Kunst und Industrie in München.
** Krieg.sspicl. Am Sonntag nachmittag fand in dem Gelände zwischen Hörnsheim n n d G a r b e n t e i ch ein Kriegsspiel statt, das im wesentlichen folgenden Verlauf hatte. Eine blaue Armee batte die Aufgabe, ein in Garbenteich angenommenes Tcpot zu verteidigen: sie bestand in erster Linie aus der Gießener Jugendwehr, die in einer Stärke von etwa 120 Mann angetreten war, dem Männer-Turn-Verein Gießen und anderen Turnvereinen und stand unter Führung des Rcchtsamvalts Kaufmann-Gießen. Blau hatte sich in Garbenteich gesammelt und ging gleich nach 2 Uhr vor, um von Tors-Güll 'bis Haltestelle Schiffenberg mit einer Entfernung von zwei bis drei .Kilometern von Garbenteich Verteidigungsstellung zu nehmen. Tie rote Partei hatte die Aufgabe, das Tepot zu nehmen: sie setzte sich aus den Turnern der Vereine Großen-Linden, Hörnsheim, Lang- Göns usw. zusammen und wurde vom Metzgermeister- Philipp Pirr V.-Großen-Linden befehligt: sie hatte sich in .Hörnsheim gesammelt. Durch den starken Regen am Samstag nxiren die Feldwege unb Aecker teilweise so aufgeweicht, daß ein Teil der gemeldeten Tnrnvereine gar nicht oder nur mit geringer Mann- l'dxitt angetreten war, was für beide Teile ein großer Uebelstand war. Ter rote Füller half sich dadurch, daß er seinen recksten Flügel durch eine Patrouille von nur vier Mann markierte: er machte sodann ^mit seiner Mitte einen Scheinangriff und kam dabei bis vor Steinberg. Sein starker linker Flügel marschierte unter kundiger Führung, gedeckt durch die Main-Weser-Bahn unb ben Wald auf einem großen Umweg in strammstem Marsch heran. Etwa um 4 Uhr war die Mitte langsam bis über die Haltestelle Schifsenberg vorgerückt und nahm Fühlung mit dem linken Flügel; zusammen rückte bann fast die gesamte blaue Partei in Stärke von über 80 Mann etwa um 41/» Uhr in Garbenteich ein, womit die Ausgabe erfüllt war. Es ttnirbe sodann von allen Seiten auf Steinberg marschiert, wo Kritik stattfand. Wenn nun hierbei der Führer des rechten blauen Flügels behauptete, ein Teil der roten Partei habe sich östlich der Grenzlinre — Straße Gießen- Garbenteich — den Zugang gewählt, so darf angenommen werden, das; dies der Fall gewesen ist. Leutnant Tingeldein, der'das Amt eines Sckffebsrichters übernommen hatte, entichied jedoch für rot, da er wegen der Unübersichtlichkeit des Geländes die Zahl derer, die zuweit östlich gekommen war, nicht einwandfrei feststellen konnte. Er konnte dies um so efier tun, als auch blaue 'Truppen die Grenze überschritten hatten (so stand der Vorposten an iber Gabelung unter dem Schiffenberg zur foälfte jenseits der Straße), nne auch die Uebcrrumpelung so gut gelungen war, daß beim Erblicken des Feindes der Unterführer nicht mehr zurück melden konnte unb so zwei- bis dreifacher Uebermacht gegenüber stand. Schiedsrichter und Unparteiische, die das von Herrn Leopold Mayer-Gießen zur Verfügung gestellte Automobil benutzten, kamen nach Prüfung der beiderseitigen Stellungen und Pläne schon früh zu der Meinung, daß die blaue Partei mit Rücksicht auf ihre geringe Mannschaften eine viel zu ausgedehnte Stellung angenommen hätte, um der drohenden Umgebung durch die Gegenseite zu entgehen. Um 51/» Uhr war Schluß des Bruderkrieges und gleich darauf erfolgte der Abmarsch. Auf beiden Seiten wurde mit Eifer unb großer Hingabe gekämpft: namentlich soll hier erwähnt werden, baß bei dem 2' »stündigen Marsch der Großen Lindener auch mehrere öftere Turner, u. a. der Vor- fidende Steinnagel mitgewirkt haben, unb daß die Jugendwehr eine sehr große Ausdauer und Willigkeit betätigte.
Schorn ft einfeger-Innung für Hessen. Am 19. Oktober sand in Darmstadt eine außerordentliche Sitzung der Innung unter zahlreicher Beteiligung aus den drei Provinzen statt. Den Hauptgrund der Zusammenkunft bildete die von dem Hess. Landesverband der HauSdesitzer- Vereine an das Ministerium deS Innern und an die streis- Ämter gerichtete Proteftschrift gegen das Regulattv über die Reinigung der Schornsteine. Einstimmig wurde von dem Vorstände der Schornftcinseger-Jnnung unter Beihilfe des Vorstandes des Zentral-JnnungS-VerbanbeS der Schornstein, tegermeiftcr des Deutschen Reiches beschlossen, gegen die in der Protestichriit enthaltenden Behauptiingen Stellung zu nehmen und den betreffenden Behörden hierüber durch eine Gegeneingabe Mitteitung zu machen.
_ " Die hessischen Bau-Aspiranten tagten am ^nntag in Frankfurt. In der gut besuchten Der- lammlung wurde allgemein dem Bedauern über die zahlreichen Entlassungen und .Kündigungen Ausdruck gegeben- rtrrnn auch die Einschränkungen und beabsichtigten Erspar^ nisse sehr wohl verständlich seren, so habe man doch bisher
Deutsches Reich.
Die deutsche Kaiserin
begeht heute, am 22. Oktober, ihren 54. Geburtstag. Qn den weitesten Kreisen wird man aus diesem Anlaß heute betonders gern der fürstlichen Frau gedenken, die ihren Beruf in Werken der Volkswohlsahrt und Wohltätigkeit findet. Tie Berliner Blätter bringen aus diesem Anlaß, wie uns telegraphisch mitgeteilt wird, sympathische Artikel.
Der Entwurf eines Gesetzes über
läufiy weder die fremden Militärattaches noch fremde Offiziere zum Operationsgebiet der serbischen Armee zuzulassen seien.
Ein Tressen im Sandschak Novibazar?
Paris, 21. Okt. (Havas.- Ein heute mittag in Nisch aufgegebenes Telegramm meldet: General Aankowitsch traf im Sandschak Novibazar beiMeradara mit Arnau tenscharen zusammen und zerstreute sie. Die benachbarten Blockhäuser wurden angesteckt. Die Serben verloren .7 Tote und hatten 120 Verwundete.
Die montenegrinischen Verluste
seit Beginn des Krieges betragen bereits fast 4000 Mann. Da die Armee höchstens 35 000 Mann stark ist, so ist sie bereits in den ersten drei Wochen dezimiert worden.
Viktor Emanuel römischer Kaiser?
Der „Petit Parisiew' verzeichnet in einer aus Wien datierten Meldung das Gerücht, daß der König von Italien die Absicht habe, demnächst den Titel eines römischen Kaisers anzunehmen. Dieser Plan sei bereits seit Beginn des tripolitanischen Krieges von gewissen italienischen Staatsmännern genährt worden, die nur auf den großen Sieg gewartet hätten, um ihre Ideale zu verwirklichen. Die italienische Regierung glaube, das Ansehen würde erhöht werden, wenn Äönig Viktor Emanuel denselben Titel tragen würde, wie seine Verbündeten.
zu. (S. u. Stadt
Aurlanv.
Prinz Heinrich von Preußen trat, wie aus Tsingtau gemeldet wird, am Montag an Bord der „Gneisenau" die Rückreise über Telny an. In Spala wird die Reise zur Vorstellung beim Kaiser von Rußland aus kurze Zeit unterbrochen. Tie Ankunft in Berlin erfolgt wahrscheinlich am 1. November.
Der österreichische Minister des Aeußern Gras B e r ch t o 1 d
nebst Gemahlin sind am Montag um 6 Uhr 35 Minuten abends in Pisa eingetroffen. Sic wurden auf dem Bahnhof von bi San - Giuliano unb dem österreichischen Botschafter empfangen. Marauis di San Giuliano gab zu Ehren des Grasen und der Gräfin Berchtold ein Tiner.
T i e Deutschbritische Vereinigung teilte der „Bossischen Zeitung" mit, daß eine Abordnung, bestehend au5 mehreren hervorragenden Mitgliedern des englischen Oberhauses sich im April nach Berlin begeben werde, um mit den maßgebenden Persönlichkeiten zu verhandeln und einen Vorschlag zu unterbreiten, wie die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland unb England sich über ben wirtschaftlichen unb gesellsckwftlichen Weg verwirklichen lassen.
Tie internationale Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels
ist in Brüssel zusammengetreten. Ihre Aufgabe besteht darin, ben 1913 in Lonbon stattfiübenden Kongreß vorzubereiten. Ter Justizminister Carton de Wiart begrüßte die Delegierten.
in keinem anderen Ressort Entlassungen vor« genommen, dagegen erfolgten in vielen Mteilungen sogar Neueinstellungen. Leider habe das Gesuch der AspiB ranten wegen Verwendung bei der Brandversicherungs* fammer noch keine Erledigung gefunden. Man will das Gesuch nochmals erneuern und auch bei der Versicherungs-- anstatt wegen Verwendung vorstellig werden. Auch die Zurücksetzung der älteren Bauafpiranten bei der letzten Beamtengebaltsregulierung wurde bemängelt. Es sei verblüffend, daß bei den Bauämtern in Worms und Offenbach trotz Gesuches der älteren stellenlosen Bauafpiranten gerade die jüngeren vorgezogen worden seien. Nach einer kurzen Aussprache über das Bauarbeiterschutzgesetz wurde der Vorstand wiederg'ewählt.
** D i e Fahrt des Ballons Marburg. Am Tonntag stieg vom hiesigen Gaswerk der Ballon Marburg unter Führung des Herrn Dr. Calließ mit den Herren Tr. Neumann, Lehramtsrefcrendar Walther und cand. math. Beck auf. Bei ruhiger Luft, aber sehr tiefen Wolken kam der Ballon um 9> , Uhr sehr gut mit 13 Sack Ballast los und schlug die Richtung nach Wieseck ein, das in 300 Meter Höhe über flogen rmirbe. lieber dem Hangel- ftein trat schon ein Fallen ein, das durch Ballastabgäbe ab- gebremst »oerden mußte, so daß der erleichterte Ballon wieder hoch flieg und bei Trais in die Wolken kam. Es fing nun an zu regnen und man fiel bald wieder. In der Ferne sah man den Frailenberg und Amöneburg oerfchwin- den. Man überflog Nieder-Ofleiden, Lehrbach und Mirtorf. Durch den anhaltenden Regen kam der Ballon so tief, daß man die Ballonpostkarten einem unten vorbeigehenden Manne mit der nötigen mündlichen Unterweisung zuwerfen tonnte. Jetzt stieg der Ballon durch Ballastabgabe sehr rasch an und verschwand bald im Nebel. Bei 800 Meter Hohe verwandelte ^ich der Regen allmählich in Schnee, der bglb das Fahrzeug mit einer leichten weißen Decke überzog. Die Brieftauben, die man von Gießen mitgenommen hatte, und die in tieferen Schichten sehr lebhaft waren, verhielten sich jetzt vollständig ruhig. Die Orient rung wurde im Nebel sehr bald verloren. Nach ein« stündiger Fahrt kam wieder Land zu Gesicht. In dem Flüß« cf^en, das durchs Tal zog, wurde die Fulda erkannt. Es ging noch sehr tief über Hersfeld und um 12 Uhr wurden uie Tauben entlassen, die sofort die westliche Richtutrg ein» schlugen und bald verschwanden. In dem hinter Hersfeld beginnenden Walde verfing fich das Schleppseil, und es »var nicht mehr loszukommen. Man wartete noch, bis einzelne Windstöße den Ballon an den Waldrand getrieben hatten und zog die Reißleine, worauf er fehr glatt auf einem Acker zwischen Hersfeld und Friedlos aufsetzte.
** Eine weitere Verbilligung des Staatshaushaltes wurde vom Ministerium angeordnet. Die seither aus der Staatskasse gezahlten Kosten für tierärztliche Ueberwachungen der Viehmärkte müssen künftig von den Gemeinden getragen werden.
Landkreis Gießen.
= Rodheim, 21. Ott. Wieder feierte man gestern' hier das Erntedankfest, wie es Pfarrer Schlosser hier eingeführt hat. Am Sonntag morgen stellte sich der Zug in der Mitte des Dorfes auf. Voran trugen drei Konfirmandinnen den Erntekranz, geschmückt mit Feldfrüchten. Dann folgte die Musikkapelle (Mfe, Pfarrer und Kircl>en- vorstand, die Katechismus-Schüler mit den Gaben der Ernte und die Schuljugend unseres Kirchspiels. Vor der Kirche erklang das Lied „Allein OJott in der Höh' sei Ehr". Sodann hielt Pfarrer Schlosser eine eindrucksvolle Predigt über das Erntefest. Am Schluffe des Gottesdienstes er Hang, begleitet von der Musik, das Lied „Nun danket alle Gottt".
Kreis Alsfeld.
r. Alsfeld, 21. Okt. Am Sonntag nachmittag wurde die neuerbante Volksschule in Gegenwart zahlreicher Vertreter von Behörden e i n g e w e i h t. Zuvor fand eine Abschiebsfeier nm alten Schulhause statt, bei der Hauvllehrer Rudolph die Rede hielt. Am neuen Schulgebäude wurde die Feier durch einen Gesang des evang. 5lirchenchore4 eröffnet. Nach der Weiherede, die der Vorsitzende des Lchuloorstandes, Dekan Sauerwein, hielt, sang der Schüttrchor noch ein Lied. Darnach übergab Geh. Oberbaurat Rlingelböffet, ein geborener Alsfelder, den Schlüssel der Hauses, das nun zur Besichtigung geöffnet wurde. Das neue Schub hauS, das der Stadt zur Zierde gereicht, enthält u. a. ein Volfsbad und Räume für eine HaushaltungSfchule. Um 4 Uhr nachmittags sand im ^Deutschen Haus" ein Festessen statt.
Süd München' -
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