Absperrung leitete, gehört der sozialistischen Partei, an. Beim Einzug versuchten zwei Italiener zu pfeifen, wurden aber rasch zur Raison gebracht. Ter inkognito hier eingetroffene Kaisersohn ist Prinz Adalbert. Haus und Park der Villa Ritberg bezeichnete der Kaiser als überwältigend.
Schweizerische Pressestimmen,
Die „Neue Züricher Zeitung" und die anderen bürgerlichen Züricher Blätter widmen dem deutschen Kaiser warme Begrü^rngsartikel. Tie „Neue Züricher Zeitung" schreibt u. a.:
Zu uns kommt der Kaiser vornehmlich aus einem soldatischen Interesse. Es entspricht seinem aufgeschlossenen Sinn, seiner vorurteilsfreien Wis;begierde, dem Charakter des modernen Menschen, der es vorrieht, selbst zu schauen und zu beobachten, als sich auf, die Auskunft anderer zu verlassen, daß das Ober- h.aupt des mächtigsten stehenden Heeres der Welt unsere kleine Milizarmee mit eigenen Augen an der Arbeit selben mischte. Wir täuschen uns darüber nicht, daß der deutsche 5triegÄ>ei r auf unserem Manöverfelde manches sehen wird, was mit seinen Begriffen von militärischer Prä- zisiom schwer vereinbar ist. Wir sind aber überzeugt, daß unsere Truppen das Bestmögliche leisten werden, und daß der kompetente hohe Zuschauer die Unterschiede zwischen der Ausbildung u «serer Mannschaften und Offiziere und derjenigen seiner eigenen Armeekörpcr in billige Berechnung ziehen wird. Vielleicht findet er auch Gelegenheit, sich ®u überzeugen, wie volkstümlich .unsere Milizarmce ist. Das Blatt schließt: Es ist bloß gerecht anzuerkcnnen, daß der mächtigste unserer Nachbarstaaten, mit dem der größte Teil der Schweiz durch Sprach- und Literatu cgemeinschaft verbunden ist, das Deutsche Reich, stets ein lebendiges Verständnis für diese Verhältnisse bekundet und nie den geringsten Versuch gemacht hat, einen Einbruch in sic zu unternehmen. Die deutschen Staatslcnker haben sich in den Beziehungen zu unserem Lande während der ganzen Regierungs- zcit des gegenwärtigen Herrschers einer vornehmen Delikatesse befleißigt. Jlwe amtlichen Vertreter in unserem Lande haben ihnen dafür auch berichten können, wie sehr die Achtung vor deutscher Tüchtigkeit und die Sympathie für das deutsche Volk und den lxmtschen Staat bei uns gewachsen sind. Die un- verantivortlichen Skribenten, die im Reiche gelegentlich das Gegenteil ausstreuen, sagen nicht die Wahrheit. Wir schließen mit ^höchsten Vertreter, den deutschen Kaiser Wilhelm II., auf dem höchsten Vertreter, den Deutschen Kaiser Wilhelm II., auf dem Boden unserer alten Republik von Herzen willkommen heißen. Möge ihm eine freundliche Sonne scheinen!
Muley Hafid in Zürich.
Zürich, 4. Sept. Exsultan Muley Hafid traf gestern hier ein und stieg im Hotel National ab.
Line Teuerungsaursprache in der bayrischen Kammer.
München, 3. Sept. In der Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurde die Anfrage der Sozialdemokraten betreffend die Nahrungsmittelteuerung beraten. Abg. Auer (Soz.) forderte in seiner Begründung, die bayerische Regierung möge im Bundesrat den Antrag stellen, den Reichstag baldmöglichst einzuberufen und ihm Gesetzesvorlagen zu unterbreiten betreffend die sofortige I2lushebung der Zolle auf Lebens- und Futtermittel, Oeff- nung der Grenzen für ausländisches Vieh und Fleisch unter 'Aufrerlsterhaltunb der veterinärpolizeilichen Maßnahmen, Auchebung der Einfuhrfcheine und die Einfuhr von Gefrier- fleisch.
Der Minister des Innern wies darauf hin, daß die Steigerung der Lebensmittelpreise im lchten Jahrzehnt eine internationale Erscheinung geworden ei. Jedenfalls bestehe kein Anhaltspunkt, daß die Preis- teigeruna ihren Grund in den Bestimmungen der Deut- chen Zollgesetzgebung habe und es sei also der Versuch, die Schuld an der setzigen Lage der deutschen Landwirt- i'chaft oder der Regierung zuzuschieben, unberechtigt. Die Deutsche und speziell die bayerische Landwirtschaft tat im Gegenteil ihr möglichstes, um den Nahrungsbedarf für das deutsche Volk aufzubringen. Ebenso unberechtigt seien die Vorwürfe gegen die Staatsregierung und die Reichsleitung, als ob diese unter dem Einfluß agrarischer Kreise ständen Die Beseitigung der Zölle würde zu einem ZusammenbrrlchdesgesamtendeutschenWirt- schaftslebens führen. Eine Steigerung der Preise von Brotgetreide sei seit dem Jahre 1881 nicht cingetreten. .Die Getrcrdezölle und die Einfuhrscheine trügen keine Schuld ;an der Verteuerung der Lebensmittel. Es müsse an der bewährten deutschen Schutzzollgesetzgebung unbedingt fest- .gehalten werden.
Kiamil Pascha über die grköensfrage.
Paris, 3. Sept. Der Konstantinopeler Berichterstatter des „Matin" meldet: Kiamil Pascha habe ihm
Elberfeld, Erfurt, Grafschaft Glatz, Göttingen, Gummersbach, .Heidelberg, Kassel, Köln, Leipzig, Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg a. d. L., Bad Oeynhausen, Osnabrück, Potsdam, Schwerin, Solbad Segeberg, Stettin, Trier, Westerland a. Sylt, Bad Wildungen, Zeitz, Zoppot und vier Marinebildcr. lAußerdem beteiligen sich außerhalb des Wettbewerbs Flensburg, Hamburg, Halbctttadt, Weimar und Elsaß-Lothringen zusammen mit 16 Bildern. Die Bilder erhalten das Forinat 17x28,5 cm. Das Dargcstellte soll zu leichter Orientierung in deutscher Schrift <nif den Bildern angebracht werden. Zur Vervielfältigung ist Pie Lithographie bestimmt. Die Firma R. Voiglländcrs Verlag hat dem Preisgericht die Summe von 1000 Mk. zur Verfügung gestellt, die auf alle Fälle außer dem auf jedes gewählte Bild fallende Honorar zur Verteilung von Preisen verwendet wird. Die Bedingungen des Wettbewerbs versendet die Firma R. Voigt länders Verlag, Leipzig, kostenlos an alle Künstler, die sich dafür .interessieren. Tic Zusammensetzung des Preisgerichts sowohl, wie die Mitwirkung der Behörde, der Mademie für graphische Künste 'und Buchgewerbe, des deutschen Buchgewerbcvereins und nicht -zuletzt des Bundes dcutscku'r Verkehrsvereine gewährleistet vorzügliches Gelingen des großangelegten Unternehmens.
— Ein neues Museum in Neuß. Man schreibt uns aus Düsseldorf: In der Düsseldorf benachbarten alten Römcrstadl 'Neuß sind nicht unbeträchtlick>c Sammlungen aus römisck>cr und frühmittelalterlicher Zeit aufgcspeichett. Bei Neuß lag Jahr ,hunderte hindurch ein großes Römerlager. An seiner Stätte hat man in großer Menge namentlich Keramiken, Münzen und Bronze- i gerate gefunden. Alle diese Sammlungen haben jetzt eine schöne /Heimstätte erhalten. Das Museum ist der Stadt von einem ver dicnstvollcn Bürger, Dr. Clemens Sels, geschenkt worden. Der Bau ist nach den Wünschen des Erblassers in großen antiken Formen gehalten. Er wirkt wuchtig, aber nicht gerade eigenartig. Sehr sckwn ist dagegen die innere Ausgestaltung. Ein Sidjtbof von feinen Abmessungen hat durch einen Figurenfries des früher in Darm stadk, setzt in Magdeburg als Direktor der dortigen Kunstgewerbeschule wirkenden Bildlmuers Professor Rudolf Bosselt einen vornehmen ^ünstlerisckn'n Sckmiuck erhalten. In dem Museum wurden die Sammlungen des Stifters untergebracht, bestehend aus .Gemälden und kunstgeiverbliclien ^Gegenständen, die Beistände des Neußer Alterttimvereins, die sckwn erwähnten historischen Samm hingen, die durch Abgüsse von Schätzen der Must-en in Bonn, Trier und Mainz bereichert werden sollen, ferner fränkische Alter hinter, die bei dem Umbau bee- bmlidM-n Neußer Quirinus Domes aufgcdeckt wurden, Sammlungen von Tenkwürdigknten aus der reichen Geschickte der Stadt Neuß und endlich Werke der neueren Kunst.
auf seine Frage, ob er die Macht übernehmen werde, er klärt, er wolle nicht derjenige sein, der den Frieden ab schließe. Er wolle nicht, daß man noch einmal gegen ihn den Vorwurf erhebe, er habe dem Aus- ande muselmännischen Boden abgetreten. Selbst wenn )ie türkische Regierung zu Zugeständnissen bereit wäre, o könnte der Sultan die Araber nicht verhindern, den Kvieg fortzusetzen. Tie türkischen Truppen in Tripolis eien auf 2000 bis 3000 Mann zusamm engeschmolzen, die Italiener seien zahlreich. Mögen sie, schloß Kiamil Pa- cha, die tatsächliche Eroberung vollziel/en, dann werden vir uns beugen. Aber welche Regierung könnte bei den anatischen Arabern durchsetzen, daß sie den Kampf aufgeben, welche Regierung könnte von deren türkischen Glaubensgenossen verlanden, daß sie den Arabern nicht mit Geld und Waffen beistehen?
Nach Mitteilungen aus anscheinend informierten Kon- tantinopeler Kreisen dauern die Friedensverhandlungen in der Schweiz fort. „Alemdar" er» ährt, die leitenden Kreise Italiens hätten den Wunsch geäußert, daß ein Muselmane das türkische Ministerium des Aeußern übernimmt, damit die Tripolitaner mehr Vertrauen gewinnen, daß ihre Rechte gewahrt werden. *
Einem Gerücht zufolge wird der jetzige türkische Mi' nister des Aeußern Noradung Hian seinen Posten mit dem Handelsminister Reschid, dem früheren Botschaf- ter in Wien, tauschen.
Ein jangturkischer Kongreß.
Konstantinopel, 3. Sept. Ter iungtürkische Kongreß ist gestern nachmittag im Zentralklub in Stambul eröffnet worden. Anwesend waren 27 ehemalige Deputierte als Vertreter des Klubs für Einheit und Fortschritt, alle dem früheren jungtürkischen Komitee angehörenden Minister und etwa 100 Provinzdelegierte. Die Verhandlung wurde für geheim erklärt. Die von der Regierung entsandten Vertreter wurden nicht zu- gelassen. Zunächst nahm der Kongreß den Bericht entgegen, der die Ereignisse dieses Jahres schildert und den Entschluß des Komitees ausdrückt, alle Waffen zu nützen, die das Gesetz bietet. Der Kongreß beschloß, daß alle gewesenen Teputterten der jungtürkischen Partei an der Sitzung teilzunehmen haben, die über die Beteiligung an )cn Wahlen entscheiden soll. Der Bericht tadelt die albanesische Politik der Regierung in der Friedensfrage und gibt zu, daß das letzte Kabinett auf Ersuchen Italiens in Besprechungen eingetreten sei, aber auf der Aufrechterhaltung der otto- manischen Souveränität über Tripolis und Benghasi betäub. Das Komitee wünsche, daß die gegenwärtige Regierung an dem gleichen Prinzip festhalte. Es werde sich mit allen Kräften gegen die Durchführung des Friedenschlusses auf Grund einer Verstückelung oder Verkaufs tür- ischen Gebiets widersetzen. Der Kongreß wählte den rüheren Minister des Innern, Hadschi Alil, zum Präsi- )enten und vertagte sich auf Mittwoch.
Aus IHarofto.
Nach einer von mehreren Blättern veröffentlichten Meldung aus Fez vom 31. August wurde eine Karawane auf der Straße nach Sefru überfallen. Fünf Juden seien dabei getötet worden.
Paris, 3. Sept. Nach einer Blättermeldung hat General Liautey entschieden die Zurückziehung eines von dem Kriegsministerium am 14. Mai ds. Js. erlassenen Dekrets verlangt, durch das den in dem pazifizierten Teile Marokkos stehenden Truppen die Kriegs;ntage entzogen wurde. Die Wirkung dieses Dekrets hätte sich u. a. )arin geäußert, daß dieFremdentegionäredutzend- weise desertierten und daß die Offiziere und Unteroffiziere, die vor einigen Monaten nach Marokko gehen wollten, ihre Absicht aufgegeben hätten. Man habe kürzlich in den einzelnen Regimentern von amtswegen die Offiziere bestimmen müssen, die im Besatzungskorps dienen sollten.
Deutsches Reich.
Die schwedischen Journalisten im Auswärtigen Amt.
Berlin, 3. Sept. Staatssekretär v. Kiderlen-Wäch- t e r empfing heute nackimittag die 93er tret er der schwedischen Presse im Garten des Auswärtigen Anttes. Der Vorsitzende des deutschen Ztvmitees, G. Schweitzer, und die Legationsräte Esternaux und Hcilbron stellten die fremden Herren dem Staatssekretär vor, der an jeden von ihnen ein Wort der Begrüßung rickstete. Zum Empfang waren außerdem verschiedene hervorragende Persönlichkeiten erschienen, so Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern Richter, der Vizepräsident des Reick)sbankdirektoriums v. Gla- senapp, Dr. Paul v. Schwabach, vom Auswärtigen Amt Wirklicher Geheimer Legationsrat Lehmann, der Dirigent der politischen Abteilung Geheimer Legationsrat Stumm, ferner die Geheimen Legationsräte Matthieu und Zahn, die Wirklichen Legationsräte Graf Mirbach-Harff und Freiherr Langwetth v. Simmern, außerdem mehrere Vertreter der hiesigen und auswärtigen Presse.
Zu Ehren der Vertrtter der schwedischen Presse fand abends im Hotel Kaiserhof ein glänzendes Bankett statt, zu dem das deutsche Komitee Einladungen an eine große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten der Reichslstiuptstadt hatte ergehen lassen. Erscknenen war u. a. Staatssekretär v. .Aderten-Wächter, der auch eine Ansprache hielt und ein Hoch auf König Gustav V. ausbrachte.
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Ter allgemeine Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei in Mannheim soll nach dem zur Veröffentlichung gelangenden Programm vom 4. bis 8. Oktober abgehalten werden. Am 6. Oktober finbet eine große öffentliche Volksversammlung statt, für die folgende Tagesordnung bekannt gegeben wird: „Bolkspartei und Landwirtschaft", Berichterstatter Dr. Wcndorff: „Fortschrittliche Vollspartei und Mittelstand", Berichterstatter Dr. Pachnicke And Bartschat: die Arbeilerftage, Naumann: die Fraucnfrage, Mommsen. “Jim 8. Okwber soll ein Ausflug nach der Pfalz unternommen werden.
Wie die „Berliner Neuesten Nachrichten" hören, ist die R e ichspostverwa l t ung mit der Prüfung der Frage be- kfxntigt, ob die Gründung einer Pensionskassc für die Postagenten, deren Zahl ungefähr 100000 beträgt, sich als notwendig erweist.
Die Stadtverordneten Düsseldorfs beschlossen die Ausnahme einer Anleihe von drei Millionen Mark für die Hergabe zweier Hypotheken zur Förderung des Klein-Woh- nungs-Baues.
Ausland.
Wie das Wölfische Bureau von zuständiger Stelle erfahren hat, ist die Nachricht, der russische H a n d e l s m i n i st e r arbeite an einem Gesetzentwurf, welcher ein vollständiges Einfuhrverbot für ausländisches Getreide nach Rußland verfügt, vollkommen falsch. In Wirklichkeit verhält es sich folgendermaßen: Auf Beschluß des Ministerrats ist beim Handelsministettum ein besonderer Aussckniß unter dem Vorsitz des Mitglieds des Konseils, Handelsministers Langowoi, eingesetzt worden, welcher sich mit der Frage beschäftigt, resp. Maß- nnbrnen ausarbeiten soll, auf welche Weise der Einfuhr ausländischen Getreides nach Rußland zu steuern sei. Von einem
Einfuhrverbot ist überhaupt nicht die Rede, aber da ausländisch« Getreide nach Rußland zollfrei eingesübrt werden darf, wird &• Ausschuß, der seine Sitzungen noch nickst begonnen ha:, sich - .> j zunächst mit der Frage der eventuellen Einführung eines 3 oll ti auf ausländisches Getreide tu beickrästigen haben.
Aus Washington wird gemeldet: Tic Entscheidung üb» die Forderung Englands, den Pa namafanai ft t e : einem Scknedsgcricht zu unterbreiten, dürfte erst im Oktober nc.{ der Rückkehr des Staatssekretärs Knox von den Beisetzungs'ew. lickckeiten in Japan getroffen werden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. September 1912.
In den Ruhe st and versetzt wurde derReallebtu an der Oberrealschule am FriedrichSplatz zu Offenbach Ludn c Stahl auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner (anj. lährigen treuen Dienste, vom 1. Oktober 1912 an. — Tei HauptsteueramtSdiener Leonhard Albert Petri zu Dießü wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lanj. jährigen treu geleisteten Dienste vom 10. Oktober ls. Js. in den Ruhestand versetzt imb ihm das Allgemeine Ehre» zeichen mit dec Inschrift ^Für langjährige treue Dienste' verliehen.
♦* Der Verband der Detaillisten-Vereine ir Großherzogtum Hessen hält seinen 4. Berbandstag cx Sonntag, 15. September 1912, in Bad-Nauheim ab. Wenn cur in erster Linie eine reichhaltige Tagesordnung mit wichtigen, tc Kleinhandel berührenden Fragen vorhanden ist, so soll neben err.fir Arbcit auch für kollegiales, gemütliches Beisammensein Sorc getragen werden. '2bn Samstag findet abends eine Ausschuf itzung int ,,Sprudelhotel" und danach ein gemeinsames Säubtri-t und Konzert statt. Am Sonntag vormitalg ist die Hauptversanm hing im oberen Saale des Kurhauses. Nach dem Mittages> inbet Militärkonzert auf der Terrasse des Kurhauses statt m eine Besichtigung der von der Stadt Bad-Nauheim vermtstoltere-. Ausstellung: „Das Gas in Haus und Gewerbe". Abends $»- leuckstung des Kurhauses, Konzert, gemüttiches Beisammen»,': Zu der Tagung hat die Ottsgruppe Gießen folgenden Änirc gestellt: „Die Verbandsvercine sollen baldigst bei ihren toe munalbehörden den Antrag auf Einführung der Warenhaus- bl Filialbesteuerung stellen. Die Derbandsleitung wolle diese F« berung mit allen Kräften unterstützen."
•* Preisabschlag. Dte Milchhändlcr in Bad-Nat- heim beschlossen, den Preis für das Liter Milch von 24 ar 22 Pfg. herabzusetzen.
•• Kirchliche Nüchternheitsarbeit. Man schreii: unS: Der erste Arbeitstag für evang. kirchliche Nüchternheiir. arbeit, veranstaltet von den hessischen evang. kirchlichen Bla> kreuz- und Nüchternheits-Vereinen, findet Montag, br 9. September, nachmittags, im oberen Saale der hiesig' Herberge (hinter der West-Anlage) statt. Auf Grund der kenntnis, daß die Hilfe, Bewahrung und Rettung gegenübc der mannigfachen Alkoholnot in unseren Gemeinden eine biabc vielleicht nicht genügend beachtete Pflicht unserer evangelisch«' Kirche ist, nicht ohne weiteres anderen Vereinen überlasil werden darf, hat die kirchliche Blaukreuzarbeit neuerdings out in Hessen Eingang gefunden und möchte allen Kirchengemeinb»- die erprobten Mittel und Wege dieser Arbeit zeigen. Nad Begrüßung durch den Vorsitzenden des hessischen Landet- vcrbandeS, Pfarrer Weber-Lang-GönS, wird der Geaei sekretär Dr. Burckhardt-Berlin berichten über Ursa Wege und Erfolge dieser Arbeit im weiten Deuts, Reiche, Pfarrer Reith über Aufklärungsarbeit, Psa Weber und Pfarrer Knott über Vereins - und Jugei arbeit und Pfarrer Glock über Trinkerrettung (Heb anstalten). Dieser kleine KurS wird voraussichtlich acht Tef später, am 16. September, in Darm stabt im Anschi-, an daS JahreSfest deS LandeSvereinS für innere MH- wiederholt.
•• Vergrößerung des Personenbahnhofs. Sc Personenbahnhof in Gießen ist längst zu klein für tc großen Verkehr. ES fehlt darin besonders in verkehrsreiche Zeiten auf dem Main-Weserbahnhof an genügender 9h* iind Einsteigegelegenheit für die Reisenden. Wir erfahren, tts die Eisenbahnoerwaltung beabsichtigt, einen weiteren Batt- steig 311 schaffen, welcher nach dem Güterbahnhos zu gelS werden soll. Der Zugang zu dem neuen Bahnsteig für Ä Fahrgäste wird durch eine Verlängerung des Tunnel- br- gestellt werden. Die Verbindung unter den Schienengelem soll gleich bis an den Güterschuppen durchgeführt roerbe
damit die Beamten nicht mehr den gefährlichen Ucberga:
über die Schienen zu machen brauchen.
" Eine Militär-Fliegerabteilung rotrb du 1. Oktober d. I. ab auf dem Truppenübungsplatz TarmsL«b ihren Standort erhalten.
Kreis Büdinqen.
(g) Nidda, 3. Sept. Heute wurde unter anf>erotbcdli* Beteiligung wieder einer unserer Bürger zu Grabe geleitet, r Rechner August Reuning. Schon nach seiner Schulentlassr»' widmete er sich dem Rechnungswesen, zuerst zehn Jahre Iw’ seinem Verwandten Bürgermeister Reuning bahier, 1869 übeöiflB er die Gemeinderechnerstelle Ober-Schmitten und Ober-Lais, ltr die Kirchenrechnerstelle in letztem Ort, 1872 die Auswaudtrr> Agentur nach Nord-Amerika (Bremen), 1874 die Gemeinderechn» stelle Geiß-Nidda und außerdem 1882 die Ortseinnehmerei Nic^ Eine große Arbeitswllligkeit und Arbeitskraft zeichneten ihn as dabei eine peinliche Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit.
halb wurde ihm wiederholt die Anerkennung seiner BorgefttzS ausgesprochen: von der Allerhöchsten Stelle wurde er 1904 rt dem Berdienstkreuz Philipps des Großmütigen und 1910 mit r Krone zu diesem Kreuz ausgezeichnet. An dem Grab wurde tn ganze Anzahl von Lkränzen niedergelegt.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 3. Sept. Die Skbeiten zur Erbau»? einer neuen KreiSstraße vom Friedhof nach Nauheim sind von der KreiSbauinspektio« anSgeschneO worden. Die Straße wird 22 m breit, führt von der Heimer GaSfabrik an mit teilweiser Benutzung deS Weges, durch Friedberger Gelände, steigt hier allmähie bis zur Landstraße Friedberg—Gießen. Der.KreiS Friedls; wie die Städte Bad-Nauheim und Friedberg tragen * Kosten deS Baues.
Starkeuburg und Rheinhessen.
h. Rüsselsheim, 3. Sept. Auf dem Weyc nach wet Gerau stieg ein Radfahrer zu einer Heinen Reparatur r Rade ab und bückte sich dabei. Ein Flun'chütze glaubtt m < Manne einen Obstdieb zu sehen und eilte herbei. Der Rattar^ wollte gerade weiter fahren, als ihn der Obsthüter «vtyw und vom Rade zertte. Dabei stürzte ersterer so ungtüfflvm daß er einen Arm brach. Der Feldschütz soll gemacht werden.
Hkssen-Raffau. t
ch) Hanau, 3. Sept. In Dörningheim ketrannj^. die beiden jugendlichen Söhne eines Gasttvittes derart 1^^ daß sie dem Krankenhause zugesührt werden mußten.
der ältere Bruder sich nach einer Magcoausspülung etwas


