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03/12/1912 Zweites Blatt
 
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£uifc von 93ab.cn ~unb ']>rin,^ fOicy t>cm fönben aiimcfcnb. 9t(id) 'XuSfühnmg iirft gcrcifterc Kräfte wirkungsvoll beteiligten.

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bosu beizutragen, bas Angebot ber zur Volksernährung erforber- lichen Nahrungsmittel tunlichst zu vermehren.

Dienstag, 3. Dezember 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Unioersiläls »Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

prächtige Weihnachtsmärchen, ,.T i c Engelreise" , eine T*idi tung von 5t. Hamann, zu der Marl Reinecke, ber 1910 verstorbene Tirektor des Leipziger Geivaudhauscs, eine reizvolle Musik ge­schrieben hatte, wurde sehr hübsch gespielt. Reinecke in ein gemüt­voller .Komponist, den alle Freunde guter Hausmusik hoch schätzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=^>51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: 9lnzeigerGießen.

Ausland.

Ein deutscher Spion in Frankreich?

Auf dem Bahnhof in Reims würbe ein etwa 35jähri- ger Mann verhaftet, bei dein man Schriftstücke vorfanb, bie angeblich vermuten lassen, baß er ein Spion ist. Ter Ver­haftete erklärte, er sei T ei l h ad e r e ine r g r o ß e n b c u t- chen Firm a gewesen, bie kürzlich bankerott gemacht habe.

W-Nüsse

HaseLNfiy, tteln

TafebFeige fel-Boslnen

Tafel-Mandel. ssert-ZwetscbJ asierte Frücbh bei

nil Fischbad

Politische Tcrgesscl^au.

Die badische Regierung und die Fleijchtenerunq

Die badische Negierung gibt in derKarlsr. Ztg." in einer sehr eingehenden und ausführlichen Weise ihre Stellung zur Linderung der Fleischteuerung bekannt. Tie amtlichen Darlegungen gehen auf die Tarifmaßnahmen und weiter auf die von den Städten herbeigeführten Maß­nahmen zur Linderung der Fleischteuerung ein und be merken:

lbMhch r. 1.20 *y?f.,freie?lrv zbearbtitungS-Ädls i. H. Muller.

MM W tz ancnstratzezi Id,tu Rai in NechfSsachen.iL- It iich inAnjerlmiiav uchewSieuerdeklarwn :berung§beitreibuna,2.. ung v. SermägeiE^J Vertretung in fr mltMadien vor frriit rcdiftnnbcn auch Som tags von S-2 Ubr. "I

herzlich er Begrüßung begaben sich die Herrschafterr in ge schlosseneu Wagen und) dein Schloß.

^bschhesser

Ver4>ebtea inster und TtireD Tapetenhaus iochstätter

Neue Reichstagsvorlage u.

Ter Eutivürs einer Novelle zum Handelsgesetzbuch wird dem Reichstage in den nächsten Tagen zugehen. G? Han beit sich bei diesem Entwurf um bie Regelung der M onkurrenz- klauselfr a g e, indem die .Monkurrenzklausel-Bedingnngen für Handlungsgehilfen gesetzlich ftstgelegt werden. Durch bie neuen Be Utninmngcn der Novelle werden die §8 74 und 75 des Handels gesetzbnchs nbgeändert, nach denen bisher die Arbeitgeber das Recht hatten, während einer bestim mten Zeit den aus ihren He ich ästen nuötretenben Handlungsgehilsen bte mit der Motifurren.v 'lauset verknüpften Bedingungen aufznerlcgen, ohne daß den Hand- lungsgehilsen hierfür eine Entschädigitng zustand Durch die No- ütllc wird der Grundsatz der bezahlten Marens ausgestellt, indem bie Prinzipate verpflichtet werden, für die Einhaltung des Kon- türrenzklaiiselvertrageS Entschädigungen zu zahlen. Ferner wer­den dem Reichstage zwei Vorlagen zngehen, die sich ans den g e - werblich e u Rechtsschutz beziehen und bie Konsequenzen aiis der Washingtoner Konferenz aus dem Somnier b. I. ziehen, auf der die bisherige Pariser Uebereinknnst für gewerblichen Rechtsschutz eine Abänderung erfahren hätte. Die Gesetze betr. den Schutz von Gebrauchsmustern und betr. das W aren- zeichen recht sind auf Grund dieser Beschlüsse einer Revision zu unterziehen.

Das Ergebnis der A b st i m m u n g über den sozialdemokratischen Antrag zur Fleisch- teuerung,

der bekanntlich ein Mißtrauensvotum gegen beit Kanzler enthielt, liegt nunmehr vor. Gegen den Antrag stimm ten die Konservativen, bie Freikonservativeu, das Zentrum, die Nationalliberalen, bie Welsen unb bie Elsässer, mit Ausnahme folgender Mgeorbueten, bie sich ber Stimme ent hie len: v. Böhlen tborff (Ions.), v. Sonin (kons.), Fer- vcrs (Ztr.), Müller-Fulba (Ztr », Kölsch (natl.), Krömer (natL), Marquart (natl. , Dr. Kaempf freis. Vpt.), Gras v Posadowsky (fraktionslos). Für den Antrag stimm­ten die Sozialdemokraten, bie Polen, die fortschrittliche Volkspartei, mit Ausnahme des Abg. Heckscher. Gefehlt haben 73 Abgeordnete.

Der erste Kongreß für alkoholfreie Jugend­erziehung

wird in ber Woche nach Ostern in Berlin zusammentreten. Ter deutsche Verein gegen ben Mißbrauch geistiger Ge­tränke hat im Benehmen mit anderen Anlialtoholverbänden unb den großen Lehrerorganisationen unb unter Fühlungs- nahme mit maßgebende,t Schulbehörden die Vorbereitung und Geschäftsführung übernommen.

Kein indischer Beitrag für d i e englische Flotte?

DieTimes" meldet aus Delhi: Die Regierung weiß nichts von dem gemeldeten Anerbieten indischer Fürsten von einem Beitrag für bic englische Flotte. Jedenfalls hat keine gemein- ame 91 f t i o n seitens ber Fürsten stattgefunben, obwohl möglicherweise ein einzelner Fürst Anregungen gemacht haben mag. Tas Anerbieten von brei Dreadnoughts unb brei Kreuzern ist eine Groteske, ba bic Fürsten zur Reichs- Verteidigung durch die Erhaltung spezieller Truppen bei­tragen.

VereinKanaria für Gießen und Umgege n d, gegr. 1899. Bei der vom 27. November bis 1. Dezember abgc haltenen 4. Allgemeinen Kanorien Ausstellung, verbunden mit Prämiierung, zu der recht zahlreiche hiesige und auswärtige Züchter angemeldet batten, kamen insgesamt zur Bertcilungi: in bei allgemeinen Konkurrenz 1 Stabt Ehrenpreis sowie hi l außerdem zwei goldene und drei si berne Medaillen, in bei Kon liirrenz für Mitglieder der freien Vereinigung ber Kauarienzuchi^ unb Vogelschtlt vereine Mitteldeutschland 15 Ehrenpreise, sowie eine goldene Medaille; außerdem 7 Mitglieder Ehrenpreise, gc* Üi tet von Mitgliedern und Gönnern des Vereins. Es ist ganz besonders zu bemerken, daß icckck gutes Material vorhanden war. Den Ehrenpreis in der Allgen. Konkurrenz der Stadt Gießen erhielt Herr Karl Rusche, L Iven siebt. Reg. Bez. Magdeburg, mit 353 Punkten. Ferner erhielt Herr Friedr. Helbing, Frankfurt am Main in der Allg. Klasse den 2. Ehrenpreis unb in der Sclbst- ,züchterklasse der Freien Vereinigung den 1. Ehrenpreis, gold. Medaille, mit 295 Punkten ll. a. wurden auch folgende Gießener Aussteller des Vereins Kanaria mit Preisen bedacht: Allgc- meine Konkurrenz, Klasse A: Wilhelm Leichtn>eis, 10. Einen- preis und 1. Mitglieder-Ehrenpreis mit 258 Punkten; Selbst- 'uchtllasse B: Ehrenpreise der Freien Vereinigung Jakob Koch, für zwei Kollektionen 8. Ehrenpreis, sowie 4. Mitglieder-Eliren- vrcis mit 237 Punkten, ferner 5. MngljederEhrenpreis mit 228 Punkten; Karl Schneider 11. Ehienpreis, sowie 6. Mit­glieder Ehrenpreis mit 217 Punkten: Mitglieder-Ehrenpreise er­hielten außerdem Julius Rohde (Marburg : 2. Ehrenpreis mit 255 Punkten, L. Beimborn 3. Ehrenpreis mit 242 Punkten, Hch. Simmer 7 Ehrenpreis mit 190 Punkten. Ferner erhielten Gießener Aussteller des Kanarienzückt unb Vogelschutzvereins Gießen Preise: Marl Hüuermunb (Wieseck) 9. Ehrenpreis bei Freien Vereinigung mit 233 Punkten, Heinrich Schäfer (Gießen) 10. Ehrenpreis der Freien Bereinigung mit 217 Punkten. Tie Ausstellung war ganz besonders am Sonntag recht zahlretch be­stickt und man sprach sich allgemein über ihre Arrangierung und über das zur Prämiierung angemeldete Material recht befriedigend aus. Recht hübsch arrangiert war auch ein Stand des Herrn Emil Karn -Gicßenf, der alle Sorten Vogelfutter enthielt, ferner eine Ausstellung von Vogelzüchter-Utettsilien aller Art des Herrn Edgar Borrmaun (Gießen).

** A n t i a l ko h o l i s m us. Man schreibt uns: Der Hes­sische Gauverband gegen den Alkoholismus kann mit seiner Gießener Tagung durchaus zufrieden sein. So war der Besuch der Ans > stellnng trotz unvermeidlicher Mißstände die Räume waren ohne Heizung und Beleuchtung recht rege. Man schätzt bie Zahl der Besucher auf 4'200 bis 5000. Besonders anerken­nenswert war es, daß durch das Entgegenkommen der Militär behörde und der .Schulleitungen Führungen für das Militär unb die Schulen veranstaltet werden konnten. Die in den Aus­stellungsräumen untergebrachte Scbristenauslage erfreute sich eines lebhaften Zuspruchs. Auch die übrigen Darbietungen waren fast durchweg sehr gut besucht Ties gilt besonders von deut VolkSabend, bei dem eine dichtgedrängte andächtige Menge die neue Aula füllte. Die beträchtlichen Kosten der Veranstal tung konnten dank der Unterstützung ber Landesversicherungs­anstalt, ber Stadt Gießen, einiger Vereine und zahlreicher Privat­personen gedeckt werden. Zur Verwertung ber durch den Gau­tag gegebenen Anregungen ist ein engerer Zusammenschluß der in der Nüchtcrnhcitsbewegung tätigen Organisationen und ein­zelner Freunde der Sache in Aussicht genomnn...

V o in Gießener Duell. Leutnant Jttmann soll bereits vor dein AuStrag des Duells mit dem Franzosen Fighiera vom 3. Fuß-Aitillerie-Regirnent in Mainz entlasten

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Zu 7-62$$^ A Sch,]. ~~ str.

gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Gießen hat Jttmann, der in Frankfurt a. M. wohnte, am Samstag durch Kriminal­kommissar Müller verhaften lasten. Er befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft im VrovinzialarresthauS.

Landkreis Gießen.

Nonnenrot h, 1. Dez. Heute abend sprach in dem Saale .Zinn Löwen" Landwirtschaftslehrer Hepp von Friedberg über Pflanze ncrnährung und Düngung. Ganz besonders wies er auf die Anwendung von schwefel- saurem Ammoniak hin. Als zweiten Teil des Vortrags zeigte er die HerstellungSweise von schwefelsaurem 9(mmoniaf, Thomasmehl und der Kalisalze mittelst Lichtbildern. Bilder und Vortrag wurden mit Tank und Interesse aufgenommen.

m. Hu »gen, 2. Dez. Aus dem Wege zu seiner Arbeits­stelle aus GrubeFriedrich" wurde heute früh zwischen 5 und 6 Uhr aus der Chaussee Hungen-Inheiden der Arbeiter F. von einem Automobil überfahren und so schwer ver­letzt, daß er sofort in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. F ist verheiratet und stammt auS Freienseen.

* Kleine 9J1 itteil ungen« In dem Eingesandt aus L i ch m der Samstags-Nummer muß es heißen, daß das durch den Ertrag der Zinsen des Ortsbürgernutzeils, falls dieser in Weg­fall kommt, sich berechnende Kapital 200 000 Mk. betragen würde, nicht 20000 Mk., wie es infolge eines Druckfehlers hieß.

Kreis Büdingen.

Nidda, 1. Dez. Heute feierte der Eisenbahner- Verein Nidda in Krafts Saalbau Großherzogs Geburtstag. >?cr Verein umfaßt die Bahnstrecken von Nidda nach Stockheim, Echzell, Hungen, Freienseen, Schotten und zählt fast 400 Mit­glieder. Sie hatten sich mit.ihren Angehörigen so zahlreich ein- gefunden, daß der Saal kaum alle Teilnehmer fassen komtte. (Die eigentliche Feier fand nacknnittags statt. Nach einem Prolog hielt der Vorsitzende, Bahnhofsvorsteher Dörr, die Festrede. Lebende Bilder, Musik- und Gesangsvorträge und zwei flott ge­spielte Theaterstücke ließen die Zeit recht angenehm verstreichen. Am Abend fand Ball statt.

Kreis Friedberg.

x Friedberg. 1. Dez. Im Hörsaal der Gewerbe­akademie hielt vor zahlreichen Lehrern auS der Umgebung Seminardirektor i. P. Dr. Qu en tel l-G ie ßen gestern einen physikalischen Erperime ntalvortrag. Seine Ausführungen ernteten lebhaften Beifall. In vielen hessischen Schulen haben die von Direktor Dr. CuenteCI und Lehrer Hch. Schmidt hergestellten und vom Schulministerium em­pfohlenen Experimentierkästen bereits Eingang gefunden.

Starkenburg und Rheinhessen.

RB. Darmstadt, 1. Dez. Der VereinHessisches Lehrerinnen heim hielt gestern nachmittag im Rathaus feine Hauptversammlung ab. Direktor Taub erstattete den Rechen­schaftsbericht, der nut 22 187 Mark Einnahme unb 21 483 Mark

Donnerstag

4 bis 6 Uhr aMta ÄÄ

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Prospe. Werk'

Gegen die Entscheidung des Bundesrats zum Jesuitengeseh geht die Zentrumspresse sehr erbost und zum Teil bom- dastisch vor. Tabei fließt allerdings reichlich viel uuge- . ivollte Komik ein. So z. B. schreibt dieGermania": In Deutschland regiert der Evangelische Bund, unter dem Protektorat einer hohen Dame, die als Gattin unb Mutter als I leuchtendes Beispiel dasteht, aber ihren Unterricht über Kakholi- üsmus in Mecklenburg genossen hat und keine Gelegen- I beit hatte, nach ihrer U eher siedel ung in die Rcichshauptstadt ihre 1 ckusfassungen über Katholizismus unb katholisches Wesen zu korri­gieren . . .

Man bedenke das Satirische der Situation : Umsturz, Anarchis­mus, Atheismus, Freimaurerei, sie alle dürscn gegen die Reli­gion sprechen, gegen das Christentum, gegen das Fundament, aus dem die Throne stehen. Aber der Herr Gendarm, die Haupt - Dcrfon im Kulturstaate Deutschland, darf dem Jesuiten ein Schloß enlcgen, wenn er für die Religion, für das Christentum, für das - Fundament, auf dem die Throne stehen, sprechen will."

Direkt gegen den Reichskanzler geht Herr Erzbcrger Ihor. Nachdem er schon, an anderer Stelle einen parlamcn- Ilyrischen Frontwechsel des Zentrums angekündigt hatte, iuirb er in seinerMärkischen Volkszeitung" noch um einiges Mentlicher. Da heißt es:

,^Jm Bundesrat fällt die ganze Verantwottung dem Reichs­kanzler zu: er hätte nrit den 17 preußischen Stimmen eine an- berc Entscheidung herbeisühren können. Er Hal es nicht gewollt, tyut so mag er auch die Folgen tragen. Und diese sind nicht girinaer Natur. Unsere ganze inner politische Lage hat sich seit ! bnn letzten Donnerstag geünbert. Das Zentrum wirb bic parla­mentarischen Konseaucnzen auf'ber ganzen Linie ziehen unb ziehen müssen: benrt bie Ehre ber Partei ist engagiert. Man kann sich derartiges einfach nicht bieten lassen, ohne politischen Selbst- ! mord zu begehen. Tas Zentrum hat unb wirb biese Entscheidung ,Jo lange in den Vordergrund aller Politik stellen, bis der Bnndes- ttt der Freiheit und dem Rechte eine Gasse bereiten wird. Weiter (doben wir heute nichts zu sagen: Alles Reden hilft jetzt nichts;

k- muß gehandelt werden!"

Herr v. Bethmaun wird gut tun, so meint dasBerl. I mH/', dem wir diese Stelle enttrommen haben, Herrn Erz- :Berger in Albanien festzulegen, wenn er in Deutschland ^uhe habeir will. Von Herrir Erzberger hatte es jüngst i geheißen, er fei nach dem Balkan gereist und wolle bei der 1 krneniinng eines Souveräns für j)us Königreich 9llbanien michelfen.

.ii-i .....

Deutsches Reich.

Der Kaiser

am gestrigen Wontag vormittag im Sonderzug von A>ncmeschingen nach Baden-Baden ab gereist. Zur Ver­abschiedung waren die Fürstliche Familie und die Spitzen I Zivil- und Militärbehörden auf dem Bahnhof °cr- Menen. In Baden-Baden waren am Bahnhof die Kai Ftit, das Großherzogspaar von Baden, Großherzogin

Tie getroffenen Maßnahmen hatten zunächst bic Wirkung, daß ben Metzgern in den größeren Städten größere Mcnaen Vieh nnb Fleisch zu möglichst niederen Preisen zur Verfügung gestellt würben, was fie m den Stand setzte, auch mit dem Fleischpreis im K'leinverkaas entsprechend herabzugehen Tank ber Mitwir fung ber Stabtverwaltnngen bei ber Festsetzung bes Laben fleisch preis es tonnte zudem erreicht werden, daß bie Preis Ermäßigung sich nicht auf bas eingeführtc ober von eingeiührtem Bich stammende Fleisch beschränkte, sondern für Dcken-, Rinb unb Schweinefleisch allgemein eintrat und tcilm-ifc and) für ein­zelne Fleischwarcn (Schiulen, FleischwurstPlatz griff. Tieft günstige Wirkung auf die Fleischpreife hat bis jetzt angeha'ten.

Die weiteren Ausführungen des amtlichen Artikels be­schäftigen sich sodann in ausführlicher Weise mit den Ein­fuhrmöglichkeiten und es wird dabei hervorgeho- ben, daß die Regierung jederzeit den Anträgen im Bun­desrat beigetreten ist zwecks Vermehrung der Einfuhr von^Vieh unb Fleisch.

Seitens ber Regierung, so heißt es dann weiter, werbe ferner qeprürt werben, ob nicht eine Reform des Flcischhanbcls 'M Sinne einer stärkeren Abstufung nach Flciichsorlcn und eine Vervollkommnung der Preisstandil angezcigl sei. Da die Pich- und Fleischzölle als Schutzzölle notwendig find für unsere deutsche Landwirtschaft, um die inländische Produktion zu schützen und zu heben, und ihre Aufhebung verhängnisvoll sein würde, für die Ernährung unseres Volkes in Friedens- unb Kriegszeiten, jo müsse bic babische Regierung es ab! ebnen, einem Ein - bruch i n unf er Zollsystem das 2Qart zu reden, dagegen werbe sie wie jetzt, so auch fernerhin, stets ba.ür eintretcii, oa^

Zeiten der Teuerung vorübergehende Erleichterungen . Verhütung von Not- und Mi »wänden in wirksamer Weise ge währt werden. Bei der Oefsnung der Grenzen zur Einfuhr von Bich sei nach den Erfahrungen mit der Ma ift unb Klauenseuche in den letzten zwei Jahren bic größte Vorsicht geboten.

Was bie Maßnahmen zur Förderung ber heimischen Nieherzeugung betrifft, so sinb von bcsonbcrcr Bedeutung bic föcitrcbungcn zur Verbcsftriuig des Vichabsatzcs. Das Mini­sterium des Innern hat deshalb zu der von der badischen Land-

wirtschastskanimer eingerichteten Organisation der V i e h v > r Wertung außer einem bereits früher gewährten Staatszuschuß neuerdings den Betrag von 6000 Mk. zur Verfügung gestellt. Im Interesse einer vermehrten Vichl-altung hat bie Regierung im Benehm en mit der Landwirtschaftskammer neuerdings wieder aus dem S ch iv a r z w a l d e die früheren Versuche zur Verbesse­rung der Weiden in verstärktem Maße ausgenommen, die mit Hochdruck fortgesetzt werden sollen. Dein Verband ber Schweine zuchtgenossenschast bes Kreises Freiburg sinb zur An Itcllung von Futterungs unb Mästnngsversuchen mit Futtcrgerste und Fleischmchl Beihilsen in Aussicht gestellt worden. Wie die Negieruna es von jeher als eine Hauptaufgabe auf dem Gebiete der Landwirtschaftspslege betrachtet Hat, die Rindvieh- unb Schweinezucht eifrigst zu fördern und wie cS unter Aufhebung sehr ... . . __ erheblicher staatlicher Mittel gelungen ist, insbesondere unsere ober

vcn Mittwoä) badische Viehzucht zu hoher Blüte zu entwickeln, so wird die

ölotaL TiiciitriiBC Regierung auch fernerhin bestrebt sein, bic Viehzucht mit allen

, abends ;ur Verfügung stehenben Mitteln durch weitere Vervollkommnung

C**8hbcr'lroiütoinr ber bisherigen bewährten Maßnahmen zu,fördern mit dem Ziele, je "nD$Cr -itoritfli!

Nr. 285 Zweites Blatt 162. Jahrgang

Erscheint IS-Uch mit Ausnahme des Sonntags.

Diekfctner F.miNeudlStter" werden dem i ^*^18 ÄZ PS X g H

,flnifiqer- Biennal wöchentlich beigelegt, das > L H * 5L, vf 8

Mreiiblatt für den Kreis Süetzen" zweimal r! A » V § W V V

wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- e V

,rlc6einen mona,!id,roe ai General-Anzeiger für Oberhefsen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 3. Dezember 1912.

" Lehrerpersonalien, lieber trogen wurde dem Lehrer Phil. Bayer zu Groß-Rohrheim eine Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfeddersheim.

** Evang. Bund. Am Sonntag abend beginnt der hiesige Zweigverein des Bundes seine Wintertätigkeit mit einem g am ii i eit ab en b in Steins Garten. Vor- gcfeljcn ist ein Lichtbildervortrag von Pfarrer Haupt-Grüningen überDas Evangelium in Kärnten und Talmatien". Da der Redner einige Jahre in der evang. Bewegung in Oesterreich gestanden hat, so darf man aus eine interessante, anschauliche Schilde­rung der dortigen schwierigen Verhältnisse aus seinem Munde rechnen, zumal das gesprochene Wort durch Bilder unterstützt werden wird. Auch an musikalischen Darbie­tungen wird es wieder nicht fehlen. (Näheres siehe In­serat.)

"Frauenbund der D. K oloni al- Gesellschaft, A b t, Gießen. Die diesjährige Vortragsreihe wird am 12. Dez. durch Hauptmann Leßner-Butzbach eröffnet werden. Jedermann, der Gelegenheit hatte, Herrn LeßnerS Vortragsabend im letzten Winter beizuwohnen, wird bic Aussicht, den hervorragenden Redner wieder zu hören, mit größter Freude begrüßen. Ta das Interesse und Verständnis fit unsere Kolonien in stetem Wachsen begriffen ist, wird das Thema: .Kolon iale Grund- und TageSf rag en" für viele besonders anziehend sein. Dem Vortrag folgt die Vor- ührung einer Reihe sehr schöner farbiger Lichtbilder.

" DaS Ergebnis des K olonialfestes am 13. November war sehr erfreulich. Der Frauenbund beab­sichtigt, einen größeren Betrag des Reinertrages dem HeimalS- ;auS in KeetmanShovp zu überweisen.

** Tas Konzert derSchule für höheres Kla­vier s p i e l" des Fräulein M inna Körner am 2. Tc- zember, in dem diesmal die Schülerinnen ber Unter- und Mittel­klassen, unter Mitwirkung einiger der Oberklassen ihr Können zu beweisen hatten, verlief in schönster Weise. Selbst bie Jüngsten vielten aus bem Gebächtnis mit scköner Tonbildung burchweg einwandsfrei, sowohl nach der pianistischen, wie nach der musi­kalischen Seite. Ein Beweis von gründlicher 9lusbildung nach pädagogischen Leitsätzen. Der zweite Teil des reichen Programms bot eine musikalische, deklamatorische Weihnachtsfeier, an deren