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3.2.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Zahrgang

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Die bayerischen £anötagsu)af)lei

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der Reichstagsneuwahlen werden die

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brad)t.

ersten Ranges.

Drama.

weise Erhöhun, mit dem 31., ;

llSbandgeschiW- c Schlager.

44 Prozent aller einigen wußte.

er-ram aut rnngSdauer üder der Rord-Zil» irtoi : Wild-West-Filu

Febaftion. ErvedlNon unb Tnitferet: ^bul- ftroBe 7. Erveb tion tmb Verlag Mi» 5L 9Uba(tton:e^ll2. TeU-Abr^Vi^eigerGiebea»

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Geschwind! gkeitsmesser für Luftfahrzeu Ter Trieb, Geschwindigkeiten zu messen, tft so recht ein typisi

ebenen Stimmen auf sich zu vcr- Nehrheit konnte aber nur dadurch

zustande kommen, daß es das Zentrum im Bunde mit der Sozialdemokratie bei der Wahlreform verstanden hatte, bit Wahlkreiseinteilung so zu ordnen, daß ihm zum mindesten' die ländlichen Wahlkreise sicher waren, zurna das bayerische Wahlgesetz keine absolute Mehrheit kennt sondern nur eine relative. Werden also für den Zentrums lanbibatcn 30 Prozent ber vorhandenen Stimmen ab gegeben, während die anderen sich zersplittern, so ist ci gewählt. Zn Stichwahl kommt er nur, wenn Bauernbünd- ler, liberale unb Sozialbemokraten zusammen eine ihm gleiche Stimmenzahl ausbringen. Und wenn die Stichwah. bei diesem Ergebnis ein anderes Bild zeigen soll, so müßte es sich, da eben die einzelnen Kandidaturen als solche be­stehen bleiben, darum handeln, daß die einzelnen Parteien ihre Sonberlanbidaturen zugunsten einer einzigen Korn promiß-Kandidatur zurückziehen, um 31 Prozent ber Weih- lerstimmen aus dem Stichwahlkampfe Heimzubringen. Tas ist bei bem vom Zentrum ausgetüftelten Wahlsystem über, aus schwer. Tenn wenn schon bei brei Kandidaten eine Stichwahl als nahezu ausgeschlossen erscheint, bas Zen trum also schon bei der Hauptwahl siegt, so ist eine Nie­derwerfung bei der Stichwahl noch unendlich viel schwerer, weil es infolge der Hauptwahlhetze größtenteils unmög lid) ist, eine ber beiben ausgefallenen Parteien zum Ber- zicht auf ihren Kandidaten zu bewegen.

Man will nun bei den jetzigen Landtagswahlen in

beseitigt, 2. die geforderte relative Mehrheit durch die absolute ersetzt unb 3, um auch die Minderheiten in Er­scheinung treten zu lassen, ber Proporz eingeführt wirb.

** ivail iz-Untern lt zu jeher U-. ISchmidi.Tio MükinMer.

bayerischen Landtagsneuwahlen bilben, bie am 5. Februar innerhalb ber blau-weißen Pfahle ftattfinben. Tas Hervor- iledycnbe ber Lage ist hierbei, baß sich Liberale, Bauern- bündler unb Sozialbemokraten zu einem Großblock ver- bunben haben, um mit vereinten Kräften bie bisherige Zen­trumsherrschaft in Bayern zu stürzen.

Tas ist vielleicht schwerer, als die Beseitigung der .chlauschwarzen" Mehrheit im Reichstage. Denn auf Grund eines zwar allgemeinen, direkten und geheimen Wahl­rechts, an dem nichts auszusetzen ist, verfügt das Zentrum in der Zweiten Kammer seit 1907 über 98 Mandate, vo.t im ganzen 163, obwohl es bei den damaligen Wahlen nur

2hi$ Hessen.

Born G?'ktzg^bi>"g?in8ichȧ.

bs. Darmstadt, 2. Febr. Am Freitag, 16. Februar, und folgende Tage wird der 2. Ausschuß der Zweiten Kam­mer, der sogenannte Gesetzgebungsaussd;, Sitzungen ab­halten, zu denen folgende Tagesordnung vorliegt: 1. Re­gierungsvorlage über das Reichsim psg^setz, Bericht­erstatter Abg. Tr. Stephan; 2. Regierungsvbrlage über die

r.Hocsc.^

Zeichen unserer Zeit. Ter Chronometer und die Stoppuhr ge­nügen längst nicht mehr: man will jetzt, sowohl auf dem Rade als int Auto, immer gleich ablesen können, wie hoch die augen­blickliche Geschwindigkeit ist. Tie Zahl der verschiedenen Ge­schwindigkeitsmesser für Kraftwagen ist schon Legion und immer noch wird Neues erfunden. Auch die Lujtschisser hat jetzt ber Schnelligkeitsehrgeiz gepackt: ihnen dient ein Instrument, das man unter dem Namen der Pitot'schen Röhre schon lange für Wassergeschwindigkeitsmessungen kennt. Tas Prinzip ist sehr ein­fach: Ein rechtwinklig gebogenes Glasrohr wird mit dem einen Schenkel gegen die Strömung gestellt Je nach dem Truck, der ja mit Schnelligkeit hier gleichbedeutend ist, wird das Wasser im anderen Sck^nkel mehr oder weniger steigen. Dieser Schenkel ist mit einer Skala versehen, von dem sich die Geschwindigkeib ablesen läßt. Tiefes Rohr hat man auf Luftverhältnifse über­nommen: es ist so tief unter dem Luftfahrzeug angebracht, daß es au ter falb der Luftströmungen liegt, die durch die Proreller usw. erzeugt werden. Ein Schlauch führt zu einem Manometer, der am Führersitz oder in der Gondel befestigt ist. Von diesem kann bie Stärke Yes Truckes abgelesen werden, und unter Berechnung des Barometerdruckes ist man bann imstande, diesen Truck in Geschwiiwigleü umzurechnen. Tie Zeppelin'schen Luftschiffe, bet denen diese Art der Schnelligkeitsmessung zuerst ausprodiert wurde, sind nunmehr alle mit diesem Instrument versehen, auch bie militärischen Lenkballons werden im Laufe des Jahres alle diese (Einrichtung erhalten. Tie höchsten Geschwindigkeiten, bie man beim Zeppelin und Siemens Schuckert bis jetzt gemessen hat, betragen 19,3 bejro. 19,4 Meter in der Sekunde: das ist in ber Stunde eine Schnelligkeit von 691, Klm. Es sind jedoch Vorbe­reitungen im Gang, bie eine noch weit höhere Geschwindigkeit erwarten lassen.

Hohe Preise für Bilder. Aus Neuyork wird ge­meldet: Einen Rekordpreis für einen C o r o t erzielte bei der Versteigerung von Gemälbcn aus bem Besitz ber Mrs. Alice Newcomb eine Landschaft des MeistersNemi-See", für die von einem unbekannten Käufer 350 000 Mark bezahlt wurden. 62 Gemälde erzielten im ganzen fast 1 Million Mark. ES waren in der Haupuacye Meister c-er Schule von Barbizon: TaubigmnBote an ber Küste" 13 200 Mark,Abenb au ber Seine" 32 000 Mark, TiazVenus unb Gupido" 20500 Mark, Sonnenuntergang" 24 000 Marl: bann MonetTie Gärten ber Infantin" 8000 'Mark unb GainsboroughPorträt von T oib Garrick" 18 000 Mark. Besonders herooriuheben ist schlics "ch Der hohe Preis, der für ein Gemälde von Cezanne gezahlt w-rde: Tas Laus ber Künstler in Eeouen" wurde für 100 000 verkauft.

wolle den König verjagen, die Religion abfd)affen und jedem sein Eigentum nehmen. Ter Zcntrumsklerus auf dem Landi trieb es sogar nod) schlimmer. Es wurde nicht nur au bte Kinder in den Schulen dahin eingewirkt, ihren Vater', den Gehorsam zu verweigern, wenn sie nid>t für das Zen­trum stimmten, sondern auch den Ehefrauen empfohlen, ihren Mannern ihr Recht zu verweigern, falls sie nicht Zen­trum wählten. Gegenüber dieser klerikalen Verhetzung hott- der Block eine Wahlparole ausgegeben, wie sie sich besser nicht denken läßt: Neuordnung des Wahlrechtes, und zwar in dem Sinne, daß 1. die ungeredste Wahlkreiseinteilung

Bayern versuchen, die Zentrumsherrschaft schon bei bet] Hauptwahlen zu stürzen, indem Liberale, Bauernbündlet und Sozialdemokraten in 110 Wahlkreisen (mit 117 Ab- acorbnetcn) vereinigt gegen das Zentrum vorgehen. Hier- burd) hosst man, dem Zentrum mindestens 18 Mandate, ja, sogar vielleicht 25 abzunehmen, wodurch daS Zentrum die Mehrheit in der Zweiten Kammer verlieren würde. Sind) gegen die Konservativen, den Bund der Landwirte und die kürzlich gegründete bayerische Reichs­partei richtet sich der Kamps des Großblockes, da fick diese allerdings recht kleinen Gruppen vom Zentrum völlig ins Schlepptau nehmen ließen.

Gemäß der bayerischen Eiyenart hat der Wahlkampf un­erhörte gegenseitige Beschimpfungen mit sich ge zwischen Main und Alpen an red): Sv erklärte das Zentrum, der Blo^

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Zunächst sei bir» auf hingewiesen, daß sich unter den vor ber Anstellung stehen­den Gehilfen solche befinben, ti: bereits seit ihrer ^chulenl- lassung im Staatsdienst ta.ig finb, mithin unter Einrechnung etwa geleisteter Mi.i ärdicnste aut eine 15jährige Dienstzeit zurückblicken. In solchen Fällen müßte die Anstellung^ unter allen Umständen noch mit bem 30. Jahre erfolgen. Sodann kämen biejenigen in Frage, die zwar nicht direkt nack; ihrer Schulentlassung, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Staatsdienst eingetreten sind. Lier dürfte sich vielleicht eine stufen­der Wartezeit empfehlen, so daß diese dennoch ., 33. ober 34. Jahre zur Anstellung getangcil

roenben, so erscheinen sie uns wohl als'Kannibalen, die wir nubt daran benfen ober nicht wissen, daß ein bekannter deutscher Kumt gewerbler vor kurzem ein Buch inMenscheweber" gebunden hat: mehrere bibliophile Zeitschriften brachten vor einiger 'Zelt Ao- bilbungen davon. Abscheulich genug find auck die zahlreichen Arbeiten aus Menschenbaaren. Es gibt Stickereien, Malereien unb Blumensträuße aus Haaren: besonders die gefüh.volle Bieder­meierzeit hat diese Kunst betrieben.

Das Gebiet der Zoologie liefert bem Kunstgewerbe von jeher eine Menge von Verlegenheitsmaterial. Ein aus Narwalzähnen aetertigter Thronsessel vom Jahre 1671 gehört hierher, ber im Rittersaal bes Schlosses Rosenlwrg vu Kopenhagen gezeigt wird, ferner ein Stuhl aus Elenhirschschauwln, der in der Franzenburg zu Laxenburg stclst, eine aus einer Damhirschschaufel geschnitzte Rokokosckm sel des gotischen Lauses in Dessau-Wörlitz. Leute gibt sogar ganze Zimmereinrichtungen aus Geweihen Mw. Fych- icknippen und Musck)eln sind ein Material, das besonders Die Biedermeierzeit sckätzte unb schleckst verwendete. Taß mit Muschel- bclorationen aber auch gute Wirkungen zu erreichen sind, bat Die Renaissance mit ihren muschelgeschmückten Brunnen und Grolien oezeigt ?hid: aus der Jnsek.enwelt stammt viel Schmuckmatcrial. "(SjroFe indianische gulbine Käfer oder cantarides" waren schon im 17 Jahrhundert recht beliebt, unb erst neulich wußten die Zeitungen :u melden, daß die Courrobe einer englischen Herzogin mit schiB ternben Käferf.ügeln bestickt war. Spinngewebe zu kunstgewerb- lichn Zwecken zu bearbeiten, ist gewiß keine Kleinigkeit: ein Tiroler Maler der Biedermeierzeit namens I. Borgmann hat Leine Szenen daran) gemalt.

Ein sehr ungeeignetes Material ist auch Stroh. Die Barock­zeit bevorzugte es: Tischplatten, Schachbretter, ganze Bilder aus ^troh sind zur Genüge erhalten. Es gab sogar mit Stroh be­stickt? Meßgewänder und ftrob rnc Altaiaufsätze: Goethe sah einen ioldten in Palermo. Unaufzählbar, weil unendlich, ist schließlich das Material aus dem Pflanzenreich Wer erinnert sich nickst üblicher Arbeiten aus Tannenzapfen, Moos, Flechten, Baum- schwäminen?

Auch die Kochkünstler versuchten sich zu allen Zeitenkunst- oewcrölich Ta gibt es Kirchen, Springbrunnen, Paläste aus Eis Hier sei nur noch jenes Gefrorene erwähnt, das 1886 beim Heidelberger Universitätsiubiläum serviett wurde: es stellte bie EMe Wilhelms I. bar. Dem damaligen Kronprin^n Friedrich war zugewutet worden, sich die Nase oder ein Lhr seines laiser- [täten Vaters abzusckneiden und zu verzehren, was er jedoch dankend ablehnte.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

in Bayern, da unter den eben genannten Voraussetzungen daS Zentrum auf bie ihm gebührende numerische Vertre­tung in der Zweiten Kammer beschränkt werden würde, nicht nur um den Kampf gegen die Herrschaft des Zentrums, fonbern um einen grundsätzlichen Kampf, dessen Ausgang an Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Das Wesentliche bei der Erreichung dieses Zieles ist es, daß, während früher Zentrum und Sozialdemokratie im bayerischen Landtag aufs engste verbunden waren, Nationalliberale und Liberale fick) dagegen, was sehr überflüssig war, auch noch untereinander befehdeten, heute durch die liberale Kampsvereinigung und durch das Absd)wcnlen der Sozialdemokratie vom Zentrum die Wahltage gänzlich verändert ist. Die nichtkierikaleu Parteien stellen in jedem Wahlkreise einen gemeinsamen Kandidaten gegen das Zentrum auf, um sich gleich bei der Hauptwahl die relative Mehrheit zu sichern So läßt es iid) bei dem festen Zusammensteben der Sozialdemokratie mit Nationalliberalen und Fortschrittlern erwarten, daß am 5. Februar die Zentrumsmehrhrit zu Fall kommt und die Tyrannei, welche diese Vart.i seit mehr als 40 Jahren in Bayern auSübte, ein Ende nimmt. Tenn die Auflösung des bayerischen Landtages am 4. November v. I. legte es allen Einsid)tigen Har, daß ähnlich wie bei der'Reid)Stags- auflösung vom Dezember 1903. das Zentrum seine Macht in einer Weise über Bayern ausoeuten wollte, die dem Lande nicht zum Segen dienen konnte.

München, 2. Febr. Tie Korrespondenz Lofstnann meldet: Nach Berichten aus dem Lande vermehrten sich mit dem Heran- nahen bes Tages der Landtagswahl die Fälle, in denen, sei es in |bcr Presse, sei es in Versammlungen, die allerhöchste Person m politisckst Erörterungen hineingezogen wird. Derartige Voi- älle sind aufs tiefste zu beklagen. Tas monarchische Prinzip mb Rücksicht auf die allerhöchste Person machen es der ^taais- regierung zur Pflickst, solche Auswüchse i.t st.-ceinungsstreiten der Parteien auf bas entschiedenste unb nachdrück ichste zu verurteilen. Die Staatsregicrung hat lisher entsprechend ber ,'cit Je.hr- ahnten grundsätzlich festgchaltencn von allen Parteien geLiitiglcn Heining von jeber Kundgebung abgesehen, die als Stellungnahme für ober gegen eine Partei hätte auf gefaßt werben können. Nun fand aber am I Februar in München eine offenfi f;c Versammlung von Staatsbeamten statt mit ber Tagesordnung: Stellungnahme der Staatsbeamten zur Lanbtagswahl. In dieser Versammlung sind, wie auch bei anderen Gelegenheiten, Äußerungen gefallen, als ob bie Staatsregierung bei den kommenden Wahlen unter Umständen ein Eintreten der Staatsbeamten für Kandidaten dersozialbemokratischenParteiwolle. Solchen Acu- üerungen muß mit aller Entschiedenheit cntgejengetririm werden. Tie Staatsregierung gab am 23. November b:e Gründe der Auf­lösung des Landtags bekannt. Lierbei betonte sie, baß die Stel­lung der Staatsregierung zu den Parteien, insbesondere ihre grund­sätzliche Stellung zur Sozialdemokratie, wie sie diese erst vor we­nigen Monaten im Landtage in der bündigsten Weise dargelegt hat, durch die Auflösung des Landtags keine Aenderung erfahren ^^Diese Stellungnahme und Veröffentlichung der Regie- ming ist durchaus zu verstehen. Sie braucht fick) in den Aaylkampf unb seine Taktik nicht einzumischen, nachdem ic deutlich genug kundgetay hat, daß die Anmaßungen des Zentrums die Auslösung des Landtags herbeigeiuhri haben.

Aur der Sdindcnsfammcr öcs Kunftgewerbcs.

Im Jahre 1852 eröffnete das LondonerMuseum of Manu- factures eineSchreckenskammer", die die geschmackloselten kunst ecnierblito Erzeugnisse jener Zeit zu einem merkwürdigen Chao-: bereinigte. Es müssen darunter ganz brionders arge -tiny. gewesen sein. Erst beinahe 60 Jahre später ist der lehrreiche^Ver iud), der an den Beschwerden der Fabrikanten aut die Tauer scheiterte, wiederholt worden: das Kgl. Landesmuicum in Stutt- aart hat vor einigen Jahren eine,Abteilung für Ge,chmacksver- T&nqen eröffnet, in der saöltofeithomtc, schnüre undlncher Lerbreck-m gegen den guten Ge,chmack geiammclt unb festgeleg. inb Diese verdienstvolle Sammlung ist be|onberd reich an Narreteien bes Materials", an Gegenständen alio, bie ladKtlid, ober grotesk wirken durch bie Wahl des -stottes, aus dem^ie ge- terti.it sind. Man hat gar keine Ahnung, wie derartige ^umm beiten auch heutzutage grassieren; es gibt eme S^nze Literatur, bie die verrücktesten Anleitungen dazu gut: '".-'mrd von einem Wiener Verlag ein Buch vertrieben, bas Herstellung durst lidter Blumen au-5 Blech, Wolle, Band, WA^.^dn Federn Chenille, Haaren, Perlen, Fi,ch,ckntt'pcn, Mu,cheln, Moos unb anderen Stoffen" lehrt.

Von Menschensck ädeln und Mensckienhäuten angefangen bis etwa zu Spinngeweben ober Schmclterlingstüigeln gibt es woh. keinen Stoff, ber sich nickst schon mitunter eine kunstgewerbliche. Bchanblung ober besser gesagt: Milchaiidlung gefallen lassen müssen. Gustav E. Pazaurek, ber bie ^nannte samm ung der Geschmacklosigkeiten in Stuttgart cingerichtet hat, gibt in anem dieser Tage erschienenen WerkGuter unb fdbled>tt.r Oeicnmad fm Kunstgewer.e" Stuttgart, Teutsckre Verkags-Unstalt'elne Aus­lese solch r wunderlichen Materialien, die zuLnstlernchen bro> butten verarbeitet wurden. Als barbarischste kommen ennd)leben bie in Betracht, zu denenTeile von Menschen" verwendet wurden. Man bar! hier an bie Hirnschale Donizettis erinnern, bte eine - Zeitlang in Bergamo als Streusandbehälter biente, aber auai ivenigcr berühnten Menschenkinbern widerfährt es nach ihrem Tobe nickst selten, daß man ihre Knochen zu 0.ewrat:onszweaen : verwendet: ein Blick in eine ber zahlreichen Grabkopellen ^ud- italiens genügt: aber man braucht nicht einmal so weit zu Lehen, i Der Allerd iligengruftlirche des böhmischen Städtchens -sevtcy kit man aus Sckzäde'n, Brust-- unb Armknochen Pilo neu, Wappen, ll amt requins, ia sogar Mronlcud ter zusammciigeii .lt, und in 3t. Stephan zu Wien bient ein Totenlopf als Wcihwasterkenet. Vazaurel hätte auch eine seltsame Sitte anführen können, bie man vielfach fti sübbayerischen Grabkapellen findet. Dort smb die aaiieinanbergeschichteten Sck'äbel fein säuleelich beinalt mit iölumcn arrb Zieren, Symbolen des Todes. Wenn bie Tibetaner Men­schenhaut zum Uebcrfpannen von Tamburinen mit Vorliebe vcr-

Maul-und Klauenseuche, Berichterstatter Abg. Lutz: 3. Regierungsvorlage über das Rcick)sviehseuchcngesetz, Be­richterstatter Abg. Wolf-Stadecken.

Sir Nrilage der hrfsischm Gkrichtroolljikher-Aspiraaten.

Man schreibt uns:

Wenn die Not der hessischen Beamten und Staats anwär- tcr Beachtung finden soll, so sind es in erster Linie die An­wärter, die sich dem l»essischen Gerichtsvoll^ieherbcrufe zu­gewandt haben. Diese Leute, sämtlich Männer im Alter von 38 bis 42 Jahren, die eine militärische Dienstzeit von vielen Jahren hinter sicki haben und seit 20 fahren ihre Kräfte dem Reich und Staat zur Verfügung gestellt haben, befinden sick) in einer red)t trostlosen Lage «sdjon längere Jahre sind die Aystellungsverhältnisse recht ungünstig. 'Jhnt hat die Regierung aud) nock) lOProzent dervorHan­de n e n Stellen ei «gehen lassen, angeblid), um zu sparen, aber merkwürdigerweise spart die Regierung hierbei keinen Pfennig, denn derjenige Beamte, dem die stelle seines zweiten Kollegen mit übertragen wurde, hat nun ein doppeltes Einkommen Aber wenn auch selbst der totnnt einige hundert Mark sparen würde, so hätte er dock) and) die Verpflichtung, für ein Unterkommen der Leute zu sorgen, deren Vorredite so oft gepriesen werden. Wenn ciit^. Unteroffizier eine zwölfjährige Dienstzeit zurückgelegt hat, wird ihm von seinen Vorgesetzten nayegelegt, des Kaisers Rock auszuziehen und fid) um eine Zivilstelle umzusehen, damit jüngere Kameraden befördert werden können. Dieses Ansinnen i|t auch wohl angebracht, abcrjiw sollen die alten gedienten Unteros iziere hin, wenn der Staat keine Stellen zur Besetzung hat ober sogar eingehen läßt Bon den int Jahre 1905 geprüften Aspiranten hat erst einer Verwendung gefunden, die übrigen, tie Jämtüd) im 40. Lebensjahre stehen, warten vergeblich von Jahr zu Jahr aus Anstellung. Leiber

Ursache ist nur zu begreifIid), da diese eine Schmälerung ihrer Bezüge, die ganz gut zwei Beamten befriedigen wür­den, befürchten. R-

3u bin Wünschen der Schrribgehilfen. -

Zu der letzten Sitzung des Finanzausschusses, in der die Anstellungsverhältnisse der Schreib­gehilfen behandelt wurden, schreibt uns zu dem vor­läufig ablehnenden Standpunkt der Regierung einer der betroffenen Beamten:

Samstag, 5. gebniar lN2

ÄotanontOnia miv Verlag öci 151 ü brieben UiiiDCPuä-3»Buch- unb £:einbrudeceL 9L Lange, (Biegen.

De «Kletzenei KmnMendläNer- merben bem ,<ln<fiaere otennal roorhenihrt) beigelegt. bal Kreiiblan für Den Krell Kletzen" troetntal wocheiulich. Die .,Lanv»irl|chalt!lche» öell» Iraytn eridjemen mouailid) iroeunaL

könnten. Durch eine derartige Regelung, die einen atlrnählichc.r UeScrgang zu dey jetzigen Bestimmungen mit sich bringen würde, blieben Härten, wie si.- bie Regierungsvorlage zeitigt^ erspart. Tie sckMer um ihr Dastin kämpfenden Gehilfen, sind in ihrem Vertrauen zu der Rec.ierung von der bestimmten Hoff­nung geleitet, baß sich dennoch Mi tel unb Wege finden lasse« werben, bie eine befiLbigenbc Lösung erwarten lassen.

2hl» Stadt unb Land.

65iereii, 3. Februar 1912.

Ter Berniögcnsstand der hessischen Bcvdlkerung

erhält eine interessante Beleuchtung burd) die in den öffent­lichen Sparkassen angelegten Kapitalien. Die Gesamt­summe der eingezahlten 65elder stellt fid) nach den Erhe-

liuull