Ausgabe 
23.7.1912 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 25. Juli 1912

162. Jahrgang

Erster Blatt

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Trr «Usenet Snjelget r-'cheint täglich, außer conntag«. - Beilagen: m ermal rood'cntlid)

Vc zu q»vrei S: monatlich 75^1., oiertel* iübrhct) Mk. 2JO; durch Jlbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 'lif. 2.viertel- lährL auöschl. Bettckg. 3eilenvret5: lokal 15Pi^ au«wärt« 20 Pfennig. IS Ijefrebatttur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille- ton*. .Vernufchte-;' und R®evid)t«|aal": SL 91 cu- vath; für .Stadt und Land": E.Heu: iür den Anzeigentest: H. Beck.

und u ^mittags.

Petersburger Sommer.

Gy. S t. Petersburg, im Juli.

Eigentlich gibt cs in Petersburg nur zwei Jahres^iten, Winter und Sommer, denn der Frühling geht ganz rm ^ommer, Der »erbst im Winter auf. Wenn die letzte^Eisicholle aus der Newa ins Meer gerollt ist, tritt die warme Jahreszeit etn; bis

lern, zu den Volksmassen in den Straßen, die ihn bei i einen Ausfahrten erwarten. Er lächelt zu Glück und Un- lück. Dieser Sultan, der 30 Jahre lang in unglaublich ! chweren seelischen Qualen litt, hat sich trotzdem einen ge- -. issen reservierten Optimismus und den Glauben, an die Menschheit bewahrt. Während seines langen Ausenthal- ~c£ imgoldenen Käsig" von Dolma-Bagtschc fjat er nie- inials gemurrt, niemals rebelliert. Mit der Gelas,enhett ^ines Philosophen, mir der Ruhe des Stoikers nahm er geduldig die grausame Behandlung hin, die ihm Abdul ^amid zuteil werden ließ.

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London, 22. Juli. Im Unterhaus begründete Marineminister Churchill heute den kürzlich eingebrach­ten Nachtrag zum Fl o 11 e n g e s e tz:

Die direkte Ursache des Nachtragsetats ist das n e u c b c u 11 ch c Flott enge setz. Dessen Ziel und Charakter wurden bisher vom Ministertisch nicht erfiärt und vom Lande nicht erkannt. Der Charakter des deutschen Gesetzes ist nicht die Vermehrung der Linienschisse, sondern die V e r m e hr n n g der S ch lacht bc- rcitschaft der Schisse aller Klassen, die nnmittcl- bar und zu allen Jahreszeiten verfügbar fttn werden. Ein drittes Geschwader aus acht Schlachtsd'issen wird gesckmsten und in voller Bemannung als ein Teil der aktiven Schlackststotte erhalten werden. Vor dein neuen (besetz bestand die aktive <sd)lad)t» flotte aus siebzehn Schlachtschiffen, vier Schlachtkreuzern und zwölf kleinen Kreuzern. In naher Zukunft wird die aktive tflottc aui 25 Schlachtschiffen, acht Schlachtkreuzern und achtzehn kleinen Kreuzern bestehen. Während jetzt nach dem geltenden deutichen Relrutierungssystem die deutsche Flotte im Winter weniger -uc» wegungskrafl besitzt als im Sommer, wird )ic Krast des neuen Gesetzes nicht nur verstärkt, sondern viel schneller verfügbar )cin. Von der Gesamtzahl von 1-14 Torpedobooten werden 99 Halt 66 in vollem Dienst stehen. Ter diesjährige deutsche Flotte,utat setzte dreiviertel Millionen Mark für den Bau von Uiiteriec- dooten fest. Tas neue Gesetz fügt eine Viertelmillion hlnzu^ Tie Ausgabe kehrt voraussichtlich in den folgenden Zähren wieder. Während der Tauer bes neuen Gesetzes werden 72 neue Unter- seeboote gebaut, von denen anscheinend 54 dauernd vollbemannt werden. Tic allgemeine Wirkung des Gesetzes ist, Vier- fünftel der ganzen deutschen Flotte dauernd in vollem Tienst zu halten, das heißt, in dauernder Kriegsbereitschaft. Ein solches. Verhältnis findet kein Beispiel in der bisherigen Praxis mo­derner Seemächte. Eine so große Aenderung nt der Entwicklung der deutschen Flotte schließt natürlich eine bedeutende Vermehrung des Personals ein. Im Jahre 1898 Iwtrug die Zahl der Omziere und Mannschaften 25 000, jetzt 66 000. Nach dem früheren Floltengesetz würde nach unser Schätzung das Personal der deutschen Flotte erst 1920 66 000 Offiziere und Mannschaften erreicht habeti. Das neue Gesetz sieht insgesamt 15 000 Mann °n neuen Mann- schafien vor, und bringt die Gesamtzahl der Manmchaft im Jahre 1920 aus 101 500 Mann. Tie neue jährliche Turch- schnittsvermehrnng wird auf 1680 Mann geschätzt, dock) sollen nach besonderen Vorschriften in den ersten drei Jahren der Ge tnng des Gesetzes 500 Mann mehr, in den letzten drei Jahren .->00 Mann weniger eingestellt werden. Tas brmgt die jährlich Vermehrung der Mannschaft auf 5700 Mann. An Neubauten stcht das Gesetz > drei weitere Schlachtschiffe vor, eins für das nächste Jahr, und uns , für 1916, ferner 2 kleine Kreuzer, deren Bauznt Nicht festgesetzt , ist Tie Bauzeit des dritten Schlachtschiffes «st ebrnifalls nicht iestgesetzt Es wird angenommen, daß eS erst nach. 6 Jahrcw gebaut wird. Tie Kosten der Vermehrung der -schifte und btf Mannschaftsbestaiides der nächsten 6 Jahre werden auf 10»/- Mil­lionen Mart über den frühere,! Flottenetat geschätzt Das Flotten- gefetz von 1898 ist praktisch verdoppelt durch das Gesetz von LJUU. Wenn es bei den Ausgaben des Gesetzes von 1900 geblieben wäre, so würde der heutige deutsche Floltenetat 11 Millionen betragen, aber nach den Novellen von 1906, 1908 und dem neuen Gesetzt erreicht der Etat säst 23 Millionen. Die sachliche Gräß^ der deutschen Flotte wird nach dem neuen Gesetz 41 Schlachtschiffe, 20 Schlachtkreuzer und 40 kleine Kreuzer bttragen, ferner eine bedeutende Flotille von Torpedos und Unterseebooten, ^.as sdnuit

Tolstois Tod.

Der Dichter das Opfer eines Fanatikers.

Anläßlich der Eröffnung des Tolstoi-Museums in Moskau schreibt Juliette Adam in dein neuesten Lest desMerkers jbet Tolstois Tod und veröffentlicht in diesem Artikel neue Einzel­teilen über das Sterben des Russen, von denen man in der deutschen Leserwelt noch nichts ersahren Hal.

Bekannt ist es, daß Tolswi schon seit Jahren zwischen seiner Frau und seinen Schülern hin- und hergezerrt wurde. Iie Grasin, eine geborene Prinzessin Wolkonski, hatte es nach schweren Kämpfen durchgesetzt, daß der Gatte ihr und ihrer Kinder Leben auf dem Herrensitze wenigstens äußernd) teilte. Die Schüler Jünger wäre hier die richtigere Be^ichnung hingegen nagelten ihn auf seine Dogmen fest und verlangten stürmisch, er möge seine Güter verteilen und als Bauer unter Bauern leben. Ter schwerkranke Greis litt fürchterlich,unter mcht cuoeitroollcnbcn Konflikten. Sein Lieblingsschüler Tschestkoff quälte ihn am meisten; er wachte eisersüchtig über Tolstois Lebens- jübrung und machte ihm bittere Vorwürse, sowie er nur im mindesten vom Vegetarismus abivich und der entkräftete Greis beburfte ja der Stärkung. Tschestkoss saß über jedes Wott öl­st c»is ZU Ölericht: er war und ist Fanatiker vom reimten nasser. Die Grasin versuchte vergeblich, den Gatten seiner eranulic zu erhalten. Sie sagte sich, der Arme hätte der Allgemeinheit genug von seinem Leben gegeben und ein friedliches Ende verdient.

Tolstoi selbst fühlte seinen Tod nahen: er sehnte^sick) un­endlich nach Ruhe und fürchtete die täglichen Kämpfe, ^ichestkoft hatte ihn ein Testament machen lassen, das alle seine Kinder zu­gunsten der Tochter Alexandra enterbte; der einzigen, die ganz auf dem Boden der Tolsioischen Lehren steht und gleichfalls into e ranke Fanatikerin ist. Zu den verschiedensten Malen schon wollte der Greis den unleidlichen Konflikten entfliehen. Lein Arzt _~r. Makovski, einer seiner ältesten austro-slavischen schaler, war sein einziger Vertrauter. Tr. Nlakovski lebte beständig in >>asnaja Poliana Dieser Vertraute, wett weniger fanatud) jmb cl.,1 lischer als Tschestkoss, war der sehr richtigen Ansicht, ^olstotsmus und Familieiilel»en aus gesunder Basis ließen sich i hr wohl in Einklang bringen. Beide, der greise Meister und sein arz - lieber Berater, verabredeten eine gemeinsame tfludjt zu ^öl­st ois längerer Schwester Marie, die un Frauenkloster von Char-

msatzes in Ansicht? chholles Albnir Ansichtskarten : keine VerwenduDi rk in bar chfolgendeAufga^ s 20 Karten dun- >der per Nach* it.

I s nd entweber feine ober unbeftimmte, ober direkt falsche cinunaen verbreitet. Deshalb dürfte heute, da die Tür- : k'i an ihrem Nationalfeiertag mit einem neuen Kabinett am der Schwelle großer Entscheidungen steht, eine wahre I tjaraftcriftif des derzeitigen Sultans von Interesse sein. I Üir fpradten von der Ungeduld Mehmeds . Nun, nnfft I im Widerspruche damit, sondern in versöhnendem Aus- elf eich steht ein anderer Wefenszug von iljm: ©ein La chel n, ciin flüchtiges, gütiges Lächeln in einem melancholischen, r Ul i?entlulien und wohlwollenden Gesicht. Wenn er die i»»r'r d"und"bis aus' weiteres der englische Ein- cusländischen Diplomaten jetzt am Nationaltag empfangt, ^Ma^tet^wiro

l .grüßt er sie sicherlich mit diesem milden Lächeln, im» ' » ^ie Pariser Meldung, daß die Verträge der der d e u tsche n still und ausdrucksvoll den Gedanken verraten lagt, das; Jnstrukti onsossi ziere in der Türkei nicht wieder er - tt Allah banfbar ist für die große Schar von Freunderi, neuer t würden, wird von informierter Seite als falsch be- bie sich zum Glücknmnsch eingestellt haben. Als ihm im zeichnet. Von den 20 bis 25 Offizieren, bie augenblicklich in Moriaeit 3 ab re das italienische Ultimatum und dann bic bcr Türkei wirken, kehren nur vier bis fünf Herren am 1. ttricader Hüning mitgeteilt wurde, seufzte er schwer unb tober d. I. zurück, weil ihr Vertrag ablauft, rntt den anderen Ä M mein*« «:M°h ist 8»fc «»-d d°s Sultan,

herrscht über UNS alle. Öalib Zia - Bey und der erste Siammcrljerr Lutfi- B e y,

Mchmed V. lächelt zu jedermann, zu Kindern, Arbei- Qfd Begünstiger des jungtürlisckstm Komitees betrachtet werden, " - " * -r* ' jhrc Entlassung eingereicht haben.

dahin ist es unweigerlich Winter Ter Eisgang auf der Newa be­ginnt aber zwischen dem 19. und 26. April, man darf also dew März und April nicht zu den Frühlingsmonaten zahlen, den Mar aber mit größerem Recht als Wonnemond bezeichnen als anders^vo. Während er in Westeuropa in diesem Jahre keinen Vie^istler werk war, zeigte er sich bei uns, namentlich in seiner erften valfte, von der liebenswürdigsten Seileund es mar warmer bei unsalsm Salta, Bakum und Rom. Sofort brach denn mich dte Auswande­rung nach der Tatsche (dem Landhaus) los. Nach einem sechs- monaiigen Winter, der zudem noch nut leinen ungeheuerlichen gesellschastlichen Strapazen sckstver auf dte Nerven fallt, sehnt man sich fort aus dem »äufermeer und flüchtet so schnell rote möglich

Tie "russische Aristokratie zieht nach wie vor ins Ausland, aber das Gros der Petersburger sucht bie ^atschenorte auf, die -u beiden Seiten der veersttaße liegen, bie nach Wiborg fuyrL Tie Tatsck>en werden für die ganze Saison gem^ttz und demnach ausgenutzt. Ter Minderbemittelte gibt feine städtische Wohnung auf, packt sein bißchen Krimskram auf einen sogenannten Lamawoi und läßt sich in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt nieder, so ba& er sie bequem zur Arbeit erreichen kann. L,ie Wohll-abenderen, die nicht an die Stadt gebunden sind, begeben sich weiter hutein nach Finnland, und nehmen ihren Sommerausenlhalt mit Vorliebe in Den am Meere gelegenen Dörfern, bie vielfach eine unglaubliche Anzahl von Gästen beherbergen Hier lebt detersburaer rntt Familie und Gesmde ganz nach ferner Att uudkummer t sch wemg um die Bevölkerung, bie trotz bes gewohnten Verkehrs und Deutschen in diesen Grenzstrichen von enter mürrischen Ver-, schlossenheit ist. Auch in den vornehmeren Sommerfrischen kann man sich unbefangen über bie Ettkette hiiiwegietzen itt ben länblid/en l-errscht gerabezu eine idyllische Freiheit.

<\n Petersburg selbst sind die eigentlichen Sommermonate un­erträglich. Am Tage herrsch: eine Gluthitze, der man nicht zu ent- geben vermag, am Abend erfolgt bann ein plo&luher Umschlag,, nicht selten mit einem Unterschied von zwanzig Grad. Auf diesen geiürd-teten Urnsckstag muß man immerfort gefaßt sein, darf also öen Paletot niemals in Dause lassen. Zu der tzitze am Tage kommt noch ein beständiger Wind, der den Ltaub M der hygienisch sehr rückständigen Stadt hoch auswicöelt und durch die Sttatze-i treibt Nach den Beobachtungen eines Gelehrten hat in Peters­burg innerhalb zehn Jahre nur an 142 Sagen SBmbuiIlc gebmi^; das mildeste Jahr konnte 36 windsrete Tage verzeichnen, das

badine Proseß geleistet hatte. Sie slohen nut 5)ilfe eines vertrauten Dieners zu Pserde. Tersoziale Apostel" hosste, im Frieden und unter dem Schutze der christlichen Apostel sterben zu bürten.

Aber seine Familie und seine Schüler setzten freilich aus ganz verschiedenen Beweggründen Dunmel unb Crbc in Bewegung, um seiner habhaft zu werben. Tas trieb oen Greis zur Verzweiflung. Er beschwor ben Tr. Makovski, 'hm Wetter zu helfen. Diesmal wurde Die Eisenbahn benutzt, denn Eile tat not. Leider ließ sich Tolstoi, der Fiebernde, der «terbende, nicht bewegen, eine höhere als die vierte Wagenklasse zu be­nutzen, die überfüllt war. Er brachte die ganze Nacht m dieser stickigen, von Ausdünstungen schlimmster Art erfüllten Luft zu. Tas Fieber flieg gegen Morgen auf 41 Grad. Tr. Makovski konnte eine weitere Fahrt mcht mehr verantworten und znmng Tolstoi auszusteigen. Sie waren ungefähr loO Kilometcr mctt gefahren. Tcr Stationsvorsteher der kleinen Ltadt Astapopo, ein glühender Bewunderer Tolstois, räumte dem sterbenden sein bestes Zimmer ein. Tr. Makovski pflegte und betreute den Freundmit unsäglicher Eingabe NLan hoffte s^n auf eine Besse­rung unb rechnete sogar mit ber Möglichkeit, bie Flucht fort- sctzen zu können. Aber Tschestkoss hatte das Edelwild au.gespurt, auch die Gräfin unb die Kinder waren ihm auf ben Fersen. Tschestkoss hatte einen Vorsprung; wieber beinachtigte er sich des Meisters Tas gab Dem Kranken ben Rest. xaS tfteber stteg unaufhörlich unb raffte ihn in wenigen Tagen bahin.

Zahlreiche Blätter behaupteten damals, di^Grasin yave nicht ins .^aus gedurft, sondern weinend vor der Tür stehen müssen, hinter der ihr Gatte starb; Tschestkoff sei ohne Erbarmen ge- wesen und habe die Frau erst den Toten sehen lassen selbst dem Bischof, den der heilige Synod entsendete, wurde der Em- tr'tt verweigert. Und doch scheint der Umstand, ba&_ Tolstoi qcrabe in ein Kloster flüchtete, barauf hinruwelien, baß er bie gegen ihn geschleuderte Exkommunikation aufgehoben zu sehen wünschte."

Rom, 22. Juli. Es scheint, daß hiesige offizielle Kreise nur einigermaßen geregelte Zustände in Konstantinopel abwarten, um in offizielle Friedensverhanblungen emzutreten. Zu dem neuen Ministerium hat man wenig Vertrauen, daß es von kurzer Tauer sein werde und schwerlich bie Verantwortung für einen Friedensschluß übernehmen würden. Tie Gerüchte von er­folgreichen privaten Friedensverhandlungen verdichten sich immer

"^Die Blätter besprechen den Kamp f v 0 n Me s ur atc unb betonen seine Bebentung.Lavita" erklärt, es handle sich

nicht nur um einen militärischen, sondern um einen polttisckien Erfolg, weil es den italienischen Truppen gelungen ist, den mn- wohnern von Mesurale ein solches Vertrauen einzuslößen, daß lic sich veranlaßt sahen, den General Camerana um Unterstützung gezen die Türken ber Cafe zu bitten.Popolo Romano führt au», das; ein neues türkisches Kabinett b,e einzig- Losung darstette, die über die schwierige innere Lage hinweghelse Italien habe feji Interesse daran, die Türkei in ber Anarchie zerfallen zu sehen. Deshalb sei es wünschenswert, daß bas neue Kabinett aus Männern von Erfahrung unb Autorität gebildet werbe, denen cd gelinge, bie Lage zu bessern. . . v e. v

Konstantinopel, 22. Juli Es verlautet, bafc die sunt Angriff in den Dardanellen benutzten italienischen «dürfe -um -teil lli:teil'..>. i\'ic lüicn

)a$ englische Nachlragr-Zlottengesetz im Untcr»)au5.

1 Mehmed ist einerseits im Charakter das Gegenteil des 1 Die Krifis in der Türkei. unbändigen Abdul Hamid, er ist aber andererseits nicht

nri* ... , etwa im Gegensatz zu dem klugen, cm ft fast genialen

Das neue türkische Kabinett ist ein ausgesprochenalt j besckfränkter Kopf. Die Legenden, die darüber

Ta» Harrament Wirb fi« »ortaufifl mit bn ein (mit Absicht °on Abdul Hamid ent-

'uolle de) Jasagens begnügen müssen und monarmi I ^rvtcr und degenerierter Mann sei, sind barer Unsmn. che Charakter der Türkei wird zurn seinem Privatleben ist Mehmed von gesuchter Ein-

- Hfl der Völkerschaften und der M-JR Tnmü rüdi ^ckil' u Seine Mllftzetten sind srugal. 2» . früheren ic stärkere Betonung als bisher erfahren. Damit ruckt cr Qf= strenger Mohammedaner, der sich an die

Person des Sultans, M ehm. c b V., ob nun dieser Vorschriften des Korans hält, nie einen Tropfen alfoholnchcr '-scheidene Mann will oder nicht (und er wünscht es sek ^tränke ;u sich genommen. Nur in den letzten Jahren r wohl kaum!) mehr in den Do^e^nd Mehmed V im Auftrag seines Leibarztes zu den täglichen

tte bereits an den Londoner Botschafter Tewftk Pascha 1 ohlzeiten ein Heine? Glas Sekt. Auch m ,einem Harems- s Dekret gesandt, in dem er ihn jum 0roBrochr ct- jcbcn%.ofiimcnticrt sich die Anspruchslosigkeit seines Cha i.mntc. Tas mußte rückgängig gemacht werden und war ^ers Er blieb seiner ersten Liebe treu und vergöttert ar bie Beteiligten gcwitz prnnlich. Der Sultan hatte es I zpinder. Und er denkt und fühlt mit seinem Volke. eilig gehabt, einmal weil die kritische Lage uberhausfur^ vor der Kriegserklärung spielte allaoendlich eine ne möglichste Beschleunigung ersorderte, dann aber auch I curopäi|rf) geschulte Musikkapelle im Garten des Sultans. 2 der Absicht, am 23. Jull, an dem sich^erfas <>1^ der Kriegserklärung gab Mehmed sofort den Auftrag, iunaSfeier zimr vierten Male fahrt, mit allem ferUZ daß dies eingestellt werden müsse. Er könne keine Musik ;:iib ins Reine gekommen zu sein. Denn nach der böseneiner Zeit, wo so viele seiner Untertanen die fahrung des vorigen Jahres, dem. ^esenbrandc ^am- Krieges über sich ergehen lassen müssen. -

b.uls, hat man eine fast abergläubische Furcht vor den rs bcr gegenwärtigen ernsten Krise verhalt fick

Eventualitäten dieses Festes. er dritte Grund des etwas I Sultan sicherlich vollständig ruhig. Er lächelt mit der j ereilten Vorgehens in der Kabinettsbildung hißt enD- Ergebenheit des Orientalen, und mit der

! .ch in einem allenEingeweihten^bekannten Charakter- ^aralterstärke gutmütiger Naturen ist er felsenfest davon - g des Sultans", in seiner Ungeduld. Diese Ungcbulb k ' daß bie äußeren wie bie inneren Wirren schließ- lft nicht etwa aus Egoismus hervor, sondern ist im I g . . quteö Ende nehmen werden.

/genteil in bcr Rücksichtnahui - auf andere, unter Um- ua> üoa> cin J iw üben auf ganz gewöhnliche Sterbliche zu suchen. Mch- Konstantinopel, 22. Juli. Mahmacd Mukhtar, ,t,-d V verabscheut es, Leute auf ihn warten zu lassen, dessen Ernennung bei den Offizieren guten Cmbrud ju madjen 5ei Berrickitunaen bes Staatszeremoniells, bei Aubienzen scheint, ist bereits rntt der Bildung des Kabinetts> bc- -'nb ÄX-Mta 4i0t -Nicht nur übet. jJgjtUt MM'Tn"

rn i»enbc Pünktlichkeit, sondern trifft in d.r Regel schon haben, ebenso Hussein tzilmi, das das der Finanzen

r®r ber festgesetzten Zett ein.Ich kann das Gefühl ein- £nb0lbcr welches er schon unter Abdul vamid unb bcr such nicht ertragen", bemerkt er bann zu feiner Umge-1 westen Zeit der Verfassung innegehabt hat. Auch Fe r ib, Gn nb (emg,Leute auf mich warten zu lassen/ unb asim sollen bie Annahme ber ihnen angetragenen Porte-

Hebet ba« Wesen und die Persönlichkeit

Minister eine Beratung ab, um über die morgen in der Kammer absugcbeiibc Erklärung Beschluß zu fassen. Wahrfchemlich wirb die Kammersitzung nicht ftattfinben. Viele glauben, baß bie Auf­lösung der Kammer unmittelbar bevorsteht.

Tie Zusammensetzung des Kabinetts ist endgültig. Mahmud Mukhtar, bei Sohn des neuen Großwcsirs übernahm das Marineportefeuille, Noradunghian das für öffentliche Ar­beiten und Ariftibi Pascha das für Ackerbau.

Tas neue Kabinett bedeutet, baß ber seit Beginn £>e5 Krieges in Konstantinopel sehr gesunkene E i n ',.1 u ß T e u t s ch l a n b s

r'<6ener$amilitnblätter, I nDctmal iDÖdientLKrtis« hält für ben Kreiseltben 1 Dienstag undFreuagl; I r?ciinal üionatl. Land» ivirlfdfaftlidie Seitfragcn erniorech - Anschlüsse: w __

ZLSS2 General-Anzeiger für Gdechesien Mnähm^Von^eig'en Nolationsdnlck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch' und Sleindruckerei R. Lange. Redaktion, LrpedMon und vruckerel: 5chulftraße 7. 'ir die lageflnmnmet yüdinaen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofstrahe 16a.

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