Ausgabe 
19.3.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Artikel über diese kurz zu bericklen.

L. G.

nasses Handtuch um den Kopf schlagen.

Patient.:Na,

Arbeiterbewegung.

In London et Härten über luüO n nauf f eure der Londoner Automobildroschken den Streik mit der Be­gründung, daß sich die üuljrljerten nicht an bic Bedingun­gen hielten, die bei dem letzten Streik durch den Schieds­spruch festgesetzt worden sind.

Luftschiffahrt.

Bonn, 19. März Ter gestern vormittag hier auf- gestiegene BallonPrinz '.lbolf" geriet in einen heftigen Sdjucqturnt und erreichte eine Hohe von 2740 Metern. Dem Führer gelang cd, nachmittags um W) Uhr bei Hövelhof im Kreise Paderborn glatt zu landen.

Line folgenschwere Explosion.

In San Antonio in Texas sind bei der Explosion eines Lolomotibkessels in einem Lokomotivschuppen 25 Personen getötet, mehrere verlebt worden. Ter Lokomotivschuppen und die Kupferschmiede wurden völlig zerstört. An auberen benachbarten kleinen Gebäuden wurden ebenfalls große Zerstörungen angerichtet. Tie im Schuppen befindlichen übrigen Lokomotiven wurden zer­trümmert. Zn der Grobschmiede mürben allein 15 Leichen aufgefunben, die teilweise in Tachspalten oder zwischen Maschinen­teilen eingeklemmt jraren. Ter vordere Test der explodierten Lokomotive wurde aus ein in einiger Entfernung befindliches Haus geschleudert, durchschlug das Dach, zertrümmerte 3 Zimmer und blieb im Erdgeschoß liegen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oessentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetterausstchten in Hessen für Mittwoch, den 20. März 1912 Wechselnd bewölkt, einzelne leichte Regenfälle, kälter,

Herr Toktor, das sollte meine Alte mal probieren!"

* Kompromiß.Ah, wie unangenehm Frau Nachbarin! Jetzt borgt uns nur noch der Fleischer!"Und uns nur noch der Bäcker und der Milchmann!" ..Ach, das ist ja reizend, da können wir uns ja gegenseitig aushclsen!"

Kleine üagerchronik.

In Mayen (Eftel- oeriüigteii ein Polizeisergeant und ein tyenbarm einen Wilderer und wurden von diesem mit Schüssen empfangen. Der Polizeisergeant wurde erschossen, der Gendarm verwundet.

In P r a ff wurde durch eine Explosion im chemisch-physikalischen Institut der deutschen Universität der Vorsteher Professor R o t h m u n d sowie die beiden Assistenten Wagner und Burgstaller beim Experimentieren schwer im Gesicht, besow ders an den Augen verletzt.

Letzte Nachrichten.

Aus der Hessischen Zweiten Lämmer.

bs. Darmstadt, 19. März. Präsident Kohler eröffnet die Sitzung um 10*4 Uhr. Als 1. Punkt der Tagesordnung wird die Neuwahl desPräsidiums vorgenommen, die auf Vor schlag des Abg. Osann durch Zuruf erfolgt. Das seitherige Präsidium wird ohne Widerspruch neu gewählt. Darnach wird in der Weiterberatung des I u st i z e t a t s fortgefahren. 2Us erster Redner spricht Abg. Grünewald (Gießen), der sich zu­nächst über die Gehaltsverhältmsse der Richter verbreitet, um dann auf die Leistungen der Justiz in Hessen überzugehen. Bei Schluß der Redaktion spricht der Redner weiter.

Vüchettisch.

Die amtliche Karte der Umgegend von Gießer, im Maßstab 1:100 000 herausgegeben von der Kartographischen Abteilung der Kgl. Preußischen Landesaufnahme, welche bisher lediglich an Truppenteile für militärische Zwecke abgegeben wurde, ist seit dem 1. 3. d. I. zum Verkauf an Jedermann freigegeben worden. Tie Umgebungskarten sind durch einen Zusammendruck mehrerer Blätter der Karte des Deutschen Reiches 1:100000 her gestellt, und da besonderer Wert darauf gelegt wurde, baß die be­treffende Stadt, nach bet die Karte benannt ist, möglichst in bet Mitte des Blattes gelegen,ift, so eignet sie sich besonders als Radfahrer- und Touristenkarte. Ter Preis betragt un «ufgczogen 0,75 Mark, aufgezogen 1,50 Mark. Zu beziehen isi die Karte durch jede Buchhandlung sowie durch die Hauptver- triebshandlung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7.

WilhelmKotzderUnd deutsch fei dieErde. Aut der Zeit deutscher Grötze. Rill Bildern von Fr. Stassen, 138 Seiten (Mainzer Volks- und Jugendbücher Bd. XVII). Verlag von Jos. Scholz in Mainz. Es war eine große Zeit, als die Germanen sich anfchicklen, den ganzen weiten Osten des heutigen Deutschlands in zähem Ringen den Slaven wieder abzunehmen, die sie einst von dort verdrängten. In diese große Zeit führt uns Wilhelm Kotzde in feinem Buche .Und deutsch sei die Erde'. Er gibt und ein Bild jener Zeit, das nach sorgfältigen Studien herauSgearbeüet ist mit den großen kräftigen Strichen deS Dichters. Manch über­raschenden Zug weiß er uns aufzuzeigen. Tie Zeit war voll von Gegensätzen, wilde Kampfeslust und asketische Leben-entfremdung, Ehrislen- und WodanSglaube, Deutschtum und Slavenlum, sie stehen wider einander. TaS Ganze ist ein HoheSlied deutscher Wesens, deutscher Ordnung und Sitte, deutschen Mutes und deutschen GlatibenS, das ausrichten kann und wird, auch in trübet Zett.

mit Flugzeugen gelegentlich der letzten Manöver gemacht worden sind, rücken die Bedeutung dieses ZweigS der Militärtechnik in das redite Licht und wir behalten uns vor, in einem weiteren

London, 19. März. Ter Gesetzentwurf über die Ein­führung eines Minimallohnes für die Bergarbeiter ist der Arbeiterpartei vorgelegt worden. Der Entwurf wird von chr gutgeheißen werden.

CKristiania, 18. März. Tie wegen der Beendigung der Amundsenscken Expedition emgelettete Sammlung, deren E» trägnis die Schulden Der Expedition decken soll, i)t geschlossen worden da die gewünschten 70 000 Kronen gezeichnet sind. Tas Komitee fordert das Publikum auf, nun die nationale Sammlung zu unterstützen, die von dem Vorstand der Geographischen Gesell­schaft eingeleitet worden ist, da außer den von dem Storthing zu bewilligenden 200 000 Kronen noch 100000 Kronen für den Nordpol erforderlich sind.

Nanking, 18. März. Tie Nationalversammlung nahm als Antwort auf eine Eingabe chinesischer Frauen eine Entschließung an, in der sie sich grundsätzlich für das Frauenwahlrecht ausspricht, aber dessen Einführung auf unbc timpite Zeit vertagt.

Hofe, ke- deshalb für den Personenverkehr nur teilweise geschlossen werden wird. Tic S<Aießung des seitherigen Bahnhofes Sud erfolgt am 1. Akai. Tie Eröffnung des neuen Haltepunktes Nord und die vollständige Schließung des alten Hauptbahn Hofes für den Personenverkehr wirb am 15. Mai erfolgen. < . ,

Hessen-Nassau.

V. Frankfurt a. M., 18. März. Gestern mittag stürzte im Hause Tiergarten 54 eine Zimmerdecke ein und verschüttete die im Zimmer anwesenden Personen, eine 70jährige Witwe und einen 17jährigen jungen Mann. Die Witwe wurde unverletzt aus den Trümmern hervor- gezogen, der junge Mann, der über innere Schmerzen klagte, wurde ins Heiliggeisthospital überführt. Der 76jährige Chemiker Vögel, der vor einigen Tagen seine eigene Tochter erschoß, ist in Hanau als Leiche quS dem Main ge- ländet worden.

w. Limburg, 18. März. Am Sonntag abend ent­stand in Westerburg ein Großfeuer, dem sechs Wohn­häuser zum Opfer fielen.

fischen Leitungen bedeuten feine Blitzgefahr, sondern sind im Gegenteil ein schütz für die Gebäude Der Vortrag fand leb­haft at en Beifall. Provinzialdirektor Tr. Ufingcr sprach den Wunsch aus, daß der Redner in allen Teilen des Gebietes auf- klärende Vorträge halten möge. Er erklärt, daß bald mit den Vauptleitungen begonnen wird, bis Ende des Jahre- werden die Ortsnetze fertig fein. Die Kreiseinaesessencn möchten sich die moderne Einrichtung zunutze machen und sich rechtzeitig zum An- lchluß mclberk da während des Baues die Sache rascher und fixerer gemacht werde. Tie Provinz werde kein Geschäft bet dem Werk machen, sie wird jährlich 50- bis 70000 Mark bet steuern müifen. Tie gleichen Vorteile wie Wölfersheim biete das Gießener Werk.

Vermischte».

* Ein lustiges Betrüger st ücklein. Vorige Woche wurde ein gefährlicherBauernfänger" von der Berliner Polizei unschädlich gemadü, der ftch fünf Vierteljahre dem Arm der Gerechtigkeit zu entziehen verstanden hatte. Ter 32jährige Schaft fer wurde als Mittäter und Anstifter für aivci Straftaten ge­sucht, für die seine Helfer bereits mit sechs Tlonatcn Gesangms und zwei Jahren Zuchthaus bedacht worden sind. Schaffer be­suchte leinerjcit vielfach ein Cafö, wo fast ausschließlich Ange­hörige der Zunft der Bauernfänger verkehrten, die dort unter den Augen und zum Nutzen des Wirts ihre Opfer rupften. Schließlich fain dem Schaffer der Gedanke, auch einmal den Win zu prellen. Gedacht, getan. Es wurde dem Wirt zu diesem Zweck einBaumeister" signalisiert, den man in den nächsten xagen in dem Cafs beim Kümmelblättchenrupfen" wolle: der Wirt müsse jedoch einige tausend MarkBetriebskapital" bereit- halten. Als Schaffer dann mit einem Komplizen und demBau­meister" erschien, steckte der Wirt seinen beiden Bekannten drei­tausend Mark zu, und das Spiel begann. ES nahm aber einen ganz unprogrammäßigen Verlauf, denn in kurzer Zeit hatte der Herr Baumeister" die dreiBraunen" gewonnen. Tem Wirk wurde unbehaglich zumute, aber er holte noch zweitausend Mark herbei und stellte schließlich sogar noch einen Scheck aus. AIS aber auch dieser in die Tasche des Fremden gewandert war, ging dem Wirt ein Licht auf, und eS entspann sich nun eine Prügelei, die mit der eiligen Flucht der drei Verbündeten endete, spater gelang es dem Wirt, den falschen Baumeister und einen seiner Helfer der Polizei zu übergeben, während Schaffer, wie eingang- erwähnt, erst jetzt sein'Schicksal ereilte.

* I n der Sprechstunde. Arzt:Also wenn die Kopf­schmerzen wieder auftreten, lassen Sie sich von Ihrer Frau ein

Hauptversammlung der landwirtschaftlichen Vereins im Ureise Sietzen.

Grünberg, 17. Mörz.

Ter landwirtschaftliche Verein für den Kreis Gießen hielt gestern nachmittag bei sehr zahlreicher Beteiligung im GasthausZum Rappen" hier feine Hauptversamm­lung ab. Fast aus sämtlichen 80 Gemeinden des Kreises waren Mitglieder erschienen, so daß der große Saal dicht besetzt war. Tie Prüfung der Rechnung für 1910 ergab keinerlei Anstände, die Einnahmen betrugen 1612.48 Mark, die Ausgaben 1187.84 Mark, der Uederschuß war 424.64 Mark. Tem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Ausschuß hatte die Voranschläge für 1911 und 1912 geprüft, der Voranschlag für 1911 fdblient mit der Summe von 119o Mk. ab, der für 1912 mit 1070 Mk. Im Voranschlag für 1912 sind für die große K r eis t ier s ch a u , die im Herbst in Gießen ftattfinbet, 300 Mark vorgesehen, für die Rindviehzuchtbestrebungen sind 200 Mark, für die auf- blühende Ziegenzucht 100 Mark, für Unterrichtswefen, landwirt­schaftliche Versuche und Haushaltungsschule 125 Mark und 185 Mark vorgesehen. Der bisherige Vorstand, bestehend aus Ge- heirnerat Dr. Ufingcr, Regierungsrat Dr. Merck und Oekonomic- rat Hosfmann-Hof-Güll, wurde durch Zuruf wiedergewählt. Auch der Gesamtausschuß wurde wiebergewählt, neu gewählt wurde Herr Stein-Grünberg. Eine längere Aussprache erfolgte wegen der Ehrung landwirtschaftlicher Dien st boten für langjährige Dienstzeit. Die Auszeichnung wird nur an Dienst­boten verteilt, deren Dienstherr Mitglied des landw. Provinzial­vereins für Oberhesfen ist. Bei 15 jähriger ununterbrochener Dienstzeit erhalten Männer eine silberne Denkmünze als Uhr- gehänge, weibliche Personen eine Brosche; die Ehrung für 25 jähr. Dienstzeit bei derselben Herrschaft besteht in einer künstlerisch ausgestatteten Ehren-Urkunde. Ter Provinzialdirektor erklärt die Neueinrichtung für eine gute Einrichtung, um der Landflucht zu ,steuern und treue Dienstboten zu erhalten. An der Aussprache und den Anfragen beteiligen sich die Bürgermeister Hirz-Watzcn- born-Steinberg, Fendt-Hungen, Scheld-Ltndenstrutb, Schneider- Utphe und Aumann-Londorf. Darauf erflärt der Vorsitzende des Provinzialvereins, Lekonomierat Schlenke-Friedberg, daß seiner Ansicht nach auch Schäfer, Flurschützen, Schweine-, Ziegen- und Gänsehirten unter die Ehrung fallen müßten, doch müsse hier erst die Hauptversammlung beschlteßen. Geheimerat Dr. Ufinger teilt mit, daß Ende 2lpril oder Anfang Mai eine Bürgermeister- Versammlung stattfinden solle, bei der er einen .Vortrag halten werde über:Die neue Landgemeindeordnung". Darauf schließt er die Hauptversammlung und übergibt nach kurzer Pause, während der noch eine Anzahl Grünberger Gewerbetreibende eintrafen, dem Oberingenieur v. Stadler das Wort zu dem Vortrag:Die Verwendung der Elektrizität in der Landwirtschaft und im Gewerbe". In anschaulichem, einstündigem Vortrag behandelte der Redner die Einrichtung der Zentrale Wölfersheim, die Stromverteilung, die Fernleitungen, die Verwendung der Elektrizität, ihre Vorteile als Beleuchtung und als Kraft, die Installation und bergt mehr. Zwei Er­findungen sind es. die der Elektrizität die hohe Bedeutung ge­geben haben: Wechselstrom und Transformatoren und die Metall- sadenlampe. Die Provinz Oberhessen hat die Errichtung einer Kraftanlage in Wolfersheim beschlossen, um die Orte zwischen dem Lumdatal im 9lorben, Homburg-Heldenbergen im Süden, Schotten-Gedern im Osten und Heuchelheim-Friedberg-Erlenbach im Westen mit Licht und Kraft zu versorgen. Nur der nördlichste Teil dieses Gebietes wird von dem Elektrizitätswerk der Stadt Gießen versorgt. In Wölfersheim werden die Braunkohlen aus­genutzt, Dampfturbinen und andere Kraftanlagen erzeugen den elektrischen Strom, der dann von der Provinz vertellt wird. Ter Drehstrom erzeugt eine Spannung von 5000 Volt, eine große Schaltanlage vertellt sie durch Kabel nach allen Richtungen. Diese Kabelleitungen erflärt der Redner auf einer mitgebrachten Karte. Die Kabel für die nähere Umgebung nach Friedberg, Bahnhof Friedberg und andere itaj)c Orte werden mit einer Spannung von 5000 Volt versorgt. Für weit gelegene Orte kommt eine Spannung von 20000 Volt in Betracht, well diese Linien später noch ausgebaut werden sollen. Diese Linien für nach Bad-Nau- beim, Großen-Lindeit, südwärts nach Nieder-Eschbach, Erlenbach, nordöstlich nach Grünberg und Schotten, östlich nach Gedern usw., ein anderer Strang nach Südosten über Kinn-Karden. Tiese Hoch­spannungen von 5000 und 20000 Volt werden auf ungefährliche Gebrauchsspannung transformiert. Nur die Leitungen nach Bad- Nauheim, Ober-Mörlen, Ockstadt, Inheiden und Florstadt haben Eifenmasten, alle andern sind mit Holzmasten auszuführen, zie Provinz will mit der Leitung nicht Gold verdienen, sondern bic Vorteile der modernen Einrichtungen ihren Bewohnern, der &mb- wirtschaft, der Industrie, dem Gewerbe dienlich machen. Die Pro­vinz wird sogar in den ersten zehn Jahren namhafte mummen drauflegen müssen und zwar aus den Ueberschüften bes Waner- Werks Inheiden. Ter Redner erklärt dann bte Menung der Elektrizität. Ein Kilowatt hat eine Energiemenge, daß zwanzig 50 kerzige Lampen eine Stunde brennen können. Em Kilowatt ist 1,2 bis 1,3 Pferdekraft. Ein Kilowatt Licht kostet 4o Pfennig, ein Kilowatt Kraft 2512 Pfennig, Großabnehmer erhalten Rabatt bis zu 7 Pfennig. Durch die Erfindung der Mttallsaden- lampe hat die Elektrizllät in Deutschland ganz enorme Bedeutung gewonnen. Keine Beleuchtungsart hat so große Bortelle als Elek­trizität. Eine 16 kerzige Petroleumlampe kostet 1,9 4sr. ,ux der Stunde, eine 16 kerzige elektrische GlUcunpe nur 0,8o Pt.,, «ne 25 kerzige 1,2 Pf., eine 32 kerzige 1,5 Pst, eme 50 kerzige 2,2a.Pst Strom pro Stunde. Bei Petroleumlicht geht das ganze Geld ins Ausland, bei Elektrizllät bleibt es im Inland. Nutzer der Sparsamkeit sind wertere Vorzüge Sicherheit, Bequemllchkett, Sauberkeit, sofortige Betriebsbereitschaft. Das elektniche Licht verschlechtert nicht die Luft, strahlt keine Warme aus, rutzt nicht, ist durch Mattierung dem Auge angenehm. Elektrftches Licht ist nur halb so teuer als Pttroleumlicht gleicher Kerzenstarke, inne Metallfadenlampe brennt durchschnittlich 1000 stunden. §ur Leute, die sich jetzt melden, wird die Leitung bis an den Zamer kostenlos gestellt, nur vom Zähler ab hat der Abnehmer bie Installation und die Beleuchtungskörper zu stellen. Eine Zug- Icunpe kostet 57 Mk., ein Kronleuchter mit drei Flammen etwa 15 bis 25 Mk. Bezüglich der Straßenbeleuchtung komme aut je 50 Einwohner eine Straßenlampe, diese werden von einer Schaltuhr selbsttätig besorgt. Der Redner spricht dann über die Verwendung der elektrischen Energie für Kraftzwecke rn -^cmd- nirtschaft, Gewerbe und Industrie. Ter Elektromowr zeigt billige Anschaffungskosten, ist leicht bedienbar, sofort betriebsfertig, tarin überall angebracht werden, braucht nur wenig Platz und nur toviei jßraft als er abgibt. Der Motor kann zum Antrieb von ^re,D- Maschinen, Rübenmühlen, Fegmühlen, Buttermaschinen u. oergi. Listen. Es gibt auch fahrbare und tragbare Motore, Me etei-

Militärflugwesen. i.

Auf militärischem Gebiete wird zurzeit wohl feiner Frage ein größeres Interesse entgeaengebracht, als der Frage des Militär- slugivesens. Bis zum Jahre 1910 hatte es den Anschein, als würden die Motorluftschiffe allein die Leistungsfähigkeit und Bc- ttiedssicherheit erringen, die man an sie für Kriegszwecke zu stellen hat. Die Begeisterung für Zeppelin-Luftschiffe hatte zur Folge, daß wir in Derllschlcurb die Fortschritte dec Flugtechnik und deren Vorteile für den Kriegsfall geringer einschätzten und hierin ist wohl der Grund zu suchen, weshalb Deutschland in dieser Beziehung gegen andere Länder, namentlich aber gegen Frankreich ins Hintertreffen geraten ist. Von 1910 ab ist aber auch bei uns eine Wandlung in der Beurteilung dieser Frage eingetreten. Die große Flugwoche in Reims und besonders der Rundflug ftanzösllcher Ofnzierc vom Jahre 1910 haben den Be­weis erbracht, daß Flugapparate in der Hand tüchtiger Offiziere ganz Erstklassiges in der Aufflärung zu leisten vermögen. Ferner haben bie französischen Manöver des gleichen Jahres, wo Motor­luftschiffe und Flugzeuge zur Verwendung gelangten, die lieber- legenhell der letzteren für die Aufgabe der Erkundung be­wiesen, und diese Tatsachen führten dazu, daß man auch in anderen Ländern zum Bewußtsein der großen Bedeutung der Flugzeuge für bie strategische und taktische Aufllärung gelangte.

Vergleicht man nun bie praktische Verwendung der Flug­zeuge bei uns wir erinnern an bie ersten Versuche bet den letzten Kaijerrnanövern unb bei ben Herbstübungen bes 18. Korps mit ben ausgebehnten Versuchen auf französischer Seite, so muffen wir zu ber Erkenntnis kommen, daß es unsererseits der größten Ansttengungen bedarf, wenn wir den Vorsprung Frank­reichs einholen wollen.

Bekanntlich hat ber Kaiser am 27. Januar d. I. zur Förde­rung des deutschen Flugwesens einen Geldpreis von oO 000 Mk. für ben besten deutschen Flugzeugmotor gestiftet, welcher Betrag bei seinem nächstjährigen Geburtstag zur Verteilung gelangen soll. Ferner haben bie Herren Otto und Karl Henkell in Wiesbaden dem Kaiser 100 000 Mk. zur Anschaffung von Flugzeugen zur Ver­fügung gestellt und bie bemnächst dem Reichstag zugehenbe Mllllär- vorlage wirb aller Voraussicht nach einen namhaften Betrag für ben Ausbau bes Militärflugwesens von ber Volksvertretung for- bern. Hoffen wir, baß ber Reichstag bieier Vorlage seine Zu­stimmung gibt, bamit wir Deutschen auch in diesem neueiten Zweig der Militärtechnik ben Grab der Vollkommenheit erreichen, ber im Interesse innerer Lanbesverteibigung unbedingt notwendig ist. Wenn auch diese Ansätze recht erfteuliche sind, so darf doch nicht vergessen werden, daß auf Frankreichs Seite nicht nur von >cr Regierung alles mögliche zur Förderung des Flugwesens ge- chieht, sind doch nicht weniger wie 17 Millionen Francs in >en letzten Etat zur Beschaffung unb Unterhaltung von Flugzeugen eingestellt worben fonbem daß auch bas Volk in seiner Ge­samtheit dieser Frage das größte Interesse entgegenbringt. Hat doch letzthin ein Großindustrieller 100000 Frs. gestiftet und der briegsverwaltung zwei Flugmaschinen unb ein größeres Gelände ür Schuppen zum Geschenk gemacht, unb sollen doch ferner alle Semeinben, Körperschaften unb Schulen zu einer nationalen Gelb- ammlung für das Militärflugwesen aufgefordert werben. 23ir müssen leider gestehen, daß in unserem Volke dieses allgemeine, tiefgehende Interesse für das Flugwesen noch nicht vorhanden ist. Mil der Schaffung einer Flotte von Lenllufffchiffen Zeppe­lin, Parscval, Groß, Schütte-Lanz, Siemens-Schuckert) allein ist es nicht getan, denn diese Luftschiffe, deren Bedeutung für ben Ernstfall keineswegs unterschätzt werben soll, können bie Flugzeuge nicht ersetzen. Letztere sinb burch bie moderne Entwicklung eine unbedingt notwendige Ergänzung ber Motorluftschiffe und ber Kavallerie geworben. Keiner dieser drei Faktoren wird durch den anderen ausgeschaltet, nur alle drei gemeinsam bis zur höchsten Vollendung ausgebaut unb ausgebilbet, können uns auf ber Höhe erhallen. Es gibt Aufgaben, die weder von den Motorluft­schiffen noch von den Fluglagen, sondern ausschließlich von der Kavallerie gelöst toerden können, z. B. die Aufflärung bei stür­mischem, trübem und regnerischem Wetter und Verschleierung und Schutz der eigenen Bewegungen, gegebenenfalls durch Waffen­gewalt, und es gibt Aufgaben, die vermöge des größeren Llktions- rabius, ber größeren Lffensivstärke und ber Ausstattung mit drahtloser Telegraphie nur von den Mowrluftschiffen zu erfüllen inb und es gibt eüblich Aufgaben, die dank der größeren Ge­schwindigkeit, Beweglichkeit und Sicherheit vor feindlichem Feuer ausschließlich von den Flugzeugen gelöst werden können. Tie Er- ahrungen, bie hauptsächlich auf französischer und deutscher Selle

Stranöung eines deutschen Dampfers.

Nach einer Meldung des BlattesABC" aus Ceuta ist der deutsche DampferAxensels" im Nebel gestrandet. Tas Schiff ist verloren; bie seither eingegangenen Nachrich­ten über das Schicksal unb den Verbleib der Fahrgäste unb der Mannschaft find verschieden.

Madrid, 17. März. Aus Ceuta wird zu der Stran­dung^ des deutschen TampsersAxenfels" gemeldet, daß das Schiffsunglück außer dem ersten Offizier und dem Boots- mann, deren Tod bereits gemeldet wurde, noch mehr Opfer gefordert habe. Es stellte sich später heraus, daß ein mit Leuten vomAxenfels" besetztes Boot unter­gegangen ist, wobei alle Insassen den Tod gefun­den haben. Dem Rest der Mannschaft ist es gelungen, das Land zu erreichen und am Strand ein Lager zu errichten, wobei sie von Eingeborenen unterstützt wurden. Ein Schlep­per ist zurzeit bamit beschäftigt, denAxenfels" wieder flott zu machen.

Ntadrid, 18. März. Nach einer amtlichen Mit­teilung des Marineministeriums sind der erste Offizier und der Bootsmann des bei Ceuta gestrandeten TampsersAxen­fels" ertrunken. Tie übrigen Offiziere unb die übrige Mannschaft wurden gerettet.

Madrid, 18. März. Nach einer Meldung des Blattes ABC" aus Ceuta sind ber erste Offizier und der Bootsmann des gestrandeten deutschen TampfexeAxenfels", deren Tod derJmpareial" gemeldet hatte, gesund, wenn auch halb- tot vor Erschöpfung, in Ceula anaetomnicn. Tie Strandung des Dampfers wurde durch Nebel verursacht. Tas Schiff i)t verloren.