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21.10.1912 Erstes Blatt
 
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Montag, 21. GNober 1912

162. Zahrgang

Erstes Blatt

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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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llige Ausgaben.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Peinliches Aufsehen macht ein neuer Roman Edward Stilgebaucrs in dessen Heimatstadt Frankfurt, da in ihm wiederum angesehene, zum Teil schm verstorbene Personen, mit greifbarer Deutlichkeit geschildert werden.

(Rudolphs Nacht) ISEN lusikwaren all. Art

monatlich 75^ oiertel- läbrlid) DIL 3.20. durch lbbolc- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.: durch die Post 'BK.2.Diertel* lährl. ausschl. Beüella. ZeilenpreiS: lotallbBU ausioans 20 P'enniq. ^hetredakteure 91 Goetz Verannvonltch für den politischen teil: Auaust Goetz, lür ,,veuille- ton*, .Vermischtes* und w®ericbt6|aale: K. Vleu» rath. für .Stadt und Land": S.Heg, füt den Anzeigenteil H. Beck.

Bulanrifuic Siege?

Sofia, 19. Dtt. (Agence Bulgare.) Die Truppen der mazedonischen Armee überschritten die Grenze und nah­men nach einem Kampfe Zarewo Selo, Gorna und Tschuma. Die Rl)odopetruppcu überschritten gleichfalls bic Grenze intb rücken auf türkischem Gebiet vor. Das aus

Nr. 248

Der Siebener Anzeiger frscheini täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal machen! lieh WefcentrSemilunblätter. jioennal ivöchcntl.Kiei$= blatt färben Kreis Hitfetn iTtenstag iinö'*reiiaq); aoeimal menatl. Land- virtschaftttcheLeitlra-en ^ernsprech - Einschlüsse:

General-Anzeiger für Oderhessen

flnnahm*fDon ünjcige« Rotationsörutf unö Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch und Stcinöruderet R. Lange. Redaktion, tkrpedition und vruderei: Zchulstratze 7.

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Sturm auf Adrianopel.

Der Berl.Lok.-Anz." meldet aus So f i a: Z w e i d er Außenforts vo,t Adrianopel befinden sich jetzt in den Händen der Bulgaren. Fast an allen Punkten der Gefechtslinie kommt es zu B a j o n e t t k ä m p - f en. Die Bulgaren scheinen Abrianopel im Sturmlauf nehmen zu wollen. Für ein großes Hospital in Sofia wurde ein namhafter deutscher Chirurg berufen.

Sofia, 20. Okt. (Agence Bulgare.) Die bulgarischen Truppen besetzten um 5 Uhr nachmittags die beiden Ufer des Maritz bet M u st a f a Pascha und zogen in die Stadt ein, wo sie große Mengen Lebensmittel und Futter vor­fanden. Die Brücke über den Maritza, die von den Türken leicht beschädigt wurde, wird nichtsdestoweniger zur ^sage für den Train benutzt. Der Bahnhof und die Telegraphen­station sind von den Türken unbeschädigt gelassen worden. Die während des gestrigen Tages gegen Adri anopel overiercnben Truppen trieben den Feind bis vor die Forti- fikationslinie zurück und machtet? geaenhundertGe- f a n g e n e. Die Truppen rücken in allen Stellungen vor, mehrere Höhenpositionen sind mit dem Bajonett genommen worden.

macht worden. _

Saloniki, 19. Okt. Die Serben erlitten bei Po - dujewo schwere Verluste. Ein Bataillon wurde fast ausgcriebeu. Die Türken verfolgten die Serben dis weit auf serbisches Gebiet. Auch in der Gegend von Prepolac wurden die serbischen Truppen unter empfindlichen Ver­lusten zurückgcworsen. Von der griechischen Grenze sind hier die ersten Vcrwutideten eingetroffen. Wie verlautet, gingen die Griechen bei Ligarpo zum Angriff über.

DasBerl. Tagebl." meldet aus Paris: Die ser­bische Armee marschiert auf U e s k ü b zu. Man erwartet einen Zusammenstoß bei U t ch i e p o l j h f auf dem soge­nannten Lamnerfelde.

Der BerlinerLok -Anz." meldet aus Belgrad: .Hier lief am Sonntag das Gerücht um, daß das siebente Regiment aufgerieben worden sei. Es sei auf Minen gestoßen. Da das Regiment sich hauptsächlich aus Belgraderti zusammensetzt, so hat eine ungeheure Be­stürzung die Bevölkerung ergriffen. Offiziell wird die Katastrophe weder bestritten noch bestätigt.

Ein Ingenieur der französischen-Kanonenfabrik Schnei- der-Creussot traf in Belgrad ein, um mit dem Kriegsministe^ zu beraten, wie die Einfuhr von 224 Wagen mit serbischen Geschossen, Gesetzen und Muni­tion nach Serbien möglich sei. Bulgarien soll nut für zwei Monate Munition haben. Auch sind 200 Wagen Geschosse und Munition, sowie namentlich iw Frankreich bestellte große Positionsgeschütze noch nicht zur Mlieferung gelangt. ....

Türkische Truppen und Albanesen sind in Serbien ein geb ruu acu und trotz des Widerstandes von 40 serbischen Bataillonen bis Kursch um 1 je vor- gerückt. .

Die Konstantinopeler Meldungen über das Vordringen der türkischen Truppen auf serbischem Gebiet werden von amtlicher serbischer Stelle als phantastische Erfindungen bezeichnet. Seit den bei Ristowae und Prepolac noch vor der Kriegserklärung zurückgcwiesenen Grenzeinfälle hätten die türkischen Truppen serbisches Ge­biet nicht mehr betreten können.

Griechische Erfolge.

A t h e n, 20. Okt. (Agence Havas.) Nach vierstündigem Kampfe vertrieb die griechisch e Armee die Türken

wandtschaft und entscheidet fick, schließlich hoch lieber Tür ihren alten Freund, den Oberkellner Everbusch. Inzwischen, d. h. im Verlaufe eines Tages, hat der Siebzehnjährige auch schon wieder eine andere Angebetete, diesmal eine Tänzerin,ein göttliches Weib". Nun geht das gute Elternpaar nicht mehr auf die Braut- chau: umso weniger, als ihre Tochter, ein zartes scheues Mädel mit ihrem Liebsten geflohen ist, weil ihnen, wie sie nach ihrer raschen Rückkehr gestehen, die entt'etzlichc gegenseitige Onenhett, die Verpönung des Heimlichen ein Greuel war. Man , oll Gefühle nicht aushängen wie Wäschestücke auf die Leine, sagt ite, denn viele werden, und nicht einmal in böser Absicht, mit unzarten Fingern daran rühren.

Nun könnte man sagen, der gute Pfarrer ist also mit seinen schönen Absichten gründlich in die Irre gegangen. Aber keines­wegs! Daß er im Grunde recht hat, wenn er auch dabei btc Bedingnisse und die Erscheinungen des tatsächlichen Lehens zu weit aus den Augen verlor, das beweist sein Töchterlein und ihr treuer Peter. Dr. Esch hatte nur eins vergessen: er wollte seinen Kindern nidxt nur ihr bester Freund sein, sondern auch ihre geheimsten Regungen offen bekannt wissen: er war der falschen Ansicht, daß ehrliche Menschen keine Heimlichkeiten vor­einander haben dürften, auch nicht über die zartesten und scheuesten Empfindungen, die er wie nasse Wäsche auf die Leine hing. Darum war ihm die Liebesirrung seines Sohnes eine ehre, und er muß erkennen, daß das Leben stärker ist, als das Prinzip.

Auf diesem Gedankengang hat Bahr sein buntes, von lustigen Einfällen wimmelndes Werk errichtet, das mit einem meisterlich gemachten, glänzend geführten ersten Aufzug beginnt, um im zweiten nicht weniger lustig, aber unwahrscheinlich und im dritten weniger lustig und nicht minder unwahrsckstnnlich zu merben. Ein Mann von dem Geist des Dr. Esch wird nicht )o ra,ch die Liebelei eines Siebzehnjährigen völlig ernst nehmeii, er wird wissen, was das in diesem kritischen Alter auf sich hat: er wird auch nicht als Brautwerber zu der Köckstn gehen, und noch weniger wird er sie förmlich zu cincf Ehe mit fernem Lohne bereden. <n wird, so wie er im ersten Akt gezeichnet ist, überhaupt manches nickt tun, was ihm der Dichter tn den beiden letzten Aufzügen tun läßt, wenn er nicht mittlerweile ein anderer geworden ist. Deshalb ist Bahr der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er um der komiicken Wirkungen willen den Charakter des Doktors nach Belieben gebogen hat, womit er vor allem bei dem vergnüglichen Zank in der Küche nach außen hin einen starken Erfolg -erzielt. Auch der Charakter des Sohnes ist nicht ganz rein durchgeführt, und das Geständnis von seiner neuesten Liebe ebenfalls nur um desTheaters" willen noch angehängt. Die übrigen Menschen dagegen sind gut gesehen und sicher gestaltet, am besten die brave

Die ersten Gefechte.

Die bemerkenswertesten Nachrichten kommen heute vom bulgarischen Kriegsschauplatz, wo die Truppen des Königs Ferdinaub sich rühmen, siegreich tn türkisches Gebiet, vor- gegangen zu fein. Man versickert, den Fnnd auf der ganzen Linie zurstckgetrleben und sogar zwei Austenforts von Adrianopel genommen zu haben. -tic Hauptkämpfe »einen um Mustapha Pascha statt gefunden zu haben, an XT Maritza noch nicht hundert Kilometer von der bulgari- chen Grenze, auf der Straße nach Adrianopel, die von tvrnherein zum Haupt-Kriegsschauplatz ausersehen war Dort scheinen sich sehr heftige Bajonettkämpse abgespielt zu haben Türkische Meldungen aber verwandeln die bul gcirischcn Siege in Niederlagen und stellen fest, daß der Feind zurückgetrieben worden sei. Da bei den Türken owohl wie bei den Bulgaren strenge Pressezensur herrscht, muffen alle diese Meldungen mit großer Reserve ausge­nommen werden. Das bulgarische Heer soll schlecht mit Munition ausgerüstet fein.

Die Serben scheinen Niederlagen erlitten ,zn Imbew; in diesem Punkte sind die heutigen Meldungen cist- ptmmiger, wenn auch eine amtliche Meloung es leugnet und (rirauf verweist, das; es sich nur um Bandenlämpfe ge­sandelt habe Die Konstantiiiopeler -K'riegsberichterstat- fjnfl behauptet dasselbe in Bezug auf die ang. blicken'großen niontenegrinischen Siege: es seien unbedeutende Grenz- gefechtc, keineswegs Schlachten gewesen.

Nach den amtlichen griechischen Meldungen hat die in Thessalien vereinigte Operationsarmee den Vormarsch begonnen, der für drei Divisioifti als Ziel daS Becken von Elasfona hat, wo sich 1897 die Türken zum An iriff sammelten und wo auch jetzt wieder die ersten Sck;lägc gefallen sind, die in Athen schon mit Gottesdiensten ge inert werden. Die erste Division schlug die Straße über tK-n Meluuapaß ein und gelangte bis zu dem Dors Tsarit schani bei Elassona. Die zweite Division ging weiter süd­lich vpn dem nördlich von Larissa gelegenen Ort TirnawoS über die Höhe von Agios Elias in das Tal von Damasi, das von der dritten ans einem vom oberen Salamwria nach Serben ziehenden Weg erreicht wurde. Sie soll im Tal W Xeraghis ebenfalls Elassona aufsuchen. Aus Konstanti nopel wird gemeldet, daß am Melunapaß ein leichtes Feuer qesecht ftattgefunben habe. Allem Anschein nach haben die Türken nur Beobachtungstruppen am Feind gelassen und wollen sich zum Kampf erst weiter nördlich stellen. Von dem Becken von Elassona geht eine Straße an den Meer­busen von Saloniki nach Katerina, sie ist in sehr schlechtem Ausland und für die Bewegungen größerer Massen wenig [ geeignet. Ter linke Rand hebt sich steil empor, und die Straße nach Karaferia an der Linie Saloniki-Monastir nruß in weiten Windungen die Höhe des Bermius ge- iv innen. Wahrscheinlich will die türkische Heeresleitung die Griechen hier beim Austritt ans dem Gebirge erwarten, um sie im Fall des Sieges in die Engen zurückzuwerfen.

Adrianopel marschierende Armeekorps warf den Feind auf der ganzen Linie zu rück.

Der König unb die Prinzen begaben sich gestern in Dc- gleitung des Oberkommmidiereuden, des Generals Esa- wow nach den Grenzortcn Harmanli und Belica. Sie vcr- olgten mit Feldstechern von den Höhen aus den Vormarsch der bulgarischeii Korps, die nackfeinander mehrere befestigte Punkte um Mustafa Pascha besetzten, das selbst bald daraus iel.

Ter König hat Stara-Zagera verlassen und das Hauptquartierweitervorgeschoben. Uebrigens dürsen nur Mitteilungen weitergegeben werden, die vom Generalstab genehmigt sind. .

Konstantinopel, 19. Okt. TerJem Gazetta zufolge rücken die türkischen Truppen, die über Timrasch in Bulgarien eindrangen, weiter vor Die Bulgaren ziehen sich zurück. Tie Bulgaren versuchten die Grekize an verschiedenen Stellen zu über­schreiten, die Türken leisteten aber heftigen Widerstand

K o n st a n t i n o p e l, 19. Ott.Alemdar" meldet über die Niederlage der Bulgaren bei Karabunar: Die Bulgaren zogen sich unter großen Verlusten eine.halbe Stunde in das Innere zurück. Der Albancsenfuhrer I n s s u f teilte mit, daß alle Dllbanesen von Ober-Tira sich nach dem Kriegsschauplatz begeben haben.

Sosia, 19. Okt. Tie bulgarischen Truppen nahmen Meho mie tn Casa Rezleg durch einen Bajonott- angriff.

Nach Privatdepeschen der türkischen Blätter dauerte der Kamps der Türken und Bulgaren zwischen Tim rasch und Hjumabala 36 Stunden. Es wurde auf beiten Seiten mit äußerster Heftigkeit gekämpft. Tic Bulgaren wurden gezwungen, die besestigten Stellungen zu verlassen. Sie wurden von ben Türken ver­folgt, die strategisch wichtige Höhen zu besetzen vermoch­ten. Die Türken sollen aud) gegen Küstendil verrücken.

Ko n st a n t i n o p e l, 20. Ott. Wie bie türkischen Blät­ter melden, befestigen bie Bulgaren bie Lanbspitze Galata bei Warna. Einige Dörfer an der Küste wer­ben geräumt. In Warna ist jede Beleuchtung verboten. Die Bulgaren sollen einen Kanal graben, um ihre Flottille auf den Devnesee zu bringen.

biedere Lene. Der Dialog rinnt munter und geistreich dahin, Witz jagt den Witz, und die Gesundl^eitsapostel mit ihren, auf die Spitze getriebenen Bedenken, werden ebenso lupig verspottet wie die Anhängerinnen der Frauenfrage. Dem alten Kreger graust es in dem unheimlich gesunden Hause seiner Verwandten, und mit Entsetzen denkt er daran, daß cs außer nikotinfreien Zigarren und anderemZeugs" auch noch einmal menschinfreie Menschen geben könne. Und für die Lene ist die Frauenfrage gelöst, wenn sie Sonntags tanzen kann. Tie Frauenfrage, das scheint ihr nur so etwasfür Mächens, die fernen kriejen!"

Tie Uraufführung, die hier gleichzeittg mit einigen anderem Bühnen veranstaltet wurde, ward von Herrn Hacker vortrefflich geleitet, und es ist nicht die Schuld der Tarstellung, daß zwischen dem ersten Auszug und den übrigen keine völlige Einheit zustande kam. Das liegt an dem verbogenen Charakter des Pfarrers, den $3Crr Baumeister mit dem redlichsten Bemühen um Aus­gleichung der Widersprüche verkörpette. In seinem Wesen war Milde und doch Zriaft. Frl. Berka hatte ihr Spiel zu sehr gedampft, und brachte somit keinen ganz vollen Ton in das Spiel. Ein samoser Hans war Herr Schneider, recht jugendhost über­legen und männlich blasiert funum ein echter Siebzehnjähriger. Recht nett war Frl. Ärt' l als Lug: ein bissel zu salbungsvoll war Herr 2Sc ft ermann als frommer Peter: .die Emsalt des .Merzens vermochte er nicht barzustellen. Herr Wagner als Weinhändler Kreger malte mit satten Farben' kantig und derb etwas zu derb. Famos war der Kellner Everbusch des Herrn I ü r g a s. Die ausgeglichendste und vorzüglichste Leistung des Abends bot Frl. Göthe als Lene; musterhaft, lebenswahr und brav.

In kleineren Rollen sind di? Tarnen Heu mann als Suse u. Müller-Rudolph als Gräfin mit Anerkennung zu nennen. Die Ausstattung war von Hoftheatermaler Kem Pin und Ober- inivektor Sckwerdtfeger außerordentlich fein und geschmack­voll hergerichtet; nur hingen im Hause am grünen Hügel allzuviel Bilder an der vorderen Oberwand. Der Beifall, an dem sich das Großherzogspaar lebhaft beteiligte, war nach den beiden ersten Aufzügen so ftaiÄ daß Herr Hacker für den abwesenden Dichter danken konntM In dem dritten Aufzug flaute die Stimmung aber etwas ab.

Karl Neurath.

Die man meldet, nahmen die Türken in den Dörfern bulgarische Notabeln gefangen, für welche sic Lösegcld ver­langen. In den Dörfern Batschcvo, Sakurada, Dolno- Draglischte und Kaza Pazlog wurden Über vierhundert bul­garische Bauern geschlagen und mißhandelt. DaS Dorf Ä a l k o t s ch l a w wurde von den Türken während ihres Rückzuges angezündet.

Oie Serben zurückieworfen?

Türkische Blätter melden: Die durch albanesische Freiwillige verstärkten, unter Führung des früheren Abgeordneten Hassan Bch und dcS Notabeln Zeinlah stehen­den Truppen sind nach Podiva und Kupovnik aufgebrochen. Nach einem heftigen K a m p f ist cs ihnen gelungen, die serbischen Truppen, bie bic Grenze über­schritten hatten, z u r ü ck z u w e r s e n. Die ottoma- nischen Truppen überschritten bei Banicki die serbische Grenze Tic Serben flohen in Unorbnung ins Innere des LanbeS. Die türkischen Truppen rückten bis Ztzursumlija, bas sie eingeschlosseu haben. Die Ser­ben sollen große V e r l u st e erlitten haben. Ein Offizier unb eine Anzahl Solbaten sinb zu Gefangenen go

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Darmstädter yoftheater.

TaS Prinzip.

Lustspiel von Hermann B a h.r.

Darmstadt, den 19. Oktober.

ifgie leuchtende Raketen, die glühend in die stille Nacht (lei­nen und ihren farbigen Glanz in dem dunklen Wasser eines tiefen, unergründlichen Sees baden, so steht der idnagicrhge, unerschöpfliche Humor Hermann Bahrs über seinem neuesten Buh- nenwerk, dein er den etwas problematischen Namen das Prinzip gegeben hat. Ein buntes, ablvcchslungsreiches Spiel über eine im letzten Grunde tiefernste Irage, die Bahr, der unermüdliche Kämpfer, mit gütiger Heiterkeit beantwortet. So wird nch der nur uutcrhaltungsbedürfiige Zuschauer an der ununterbrochenen ?leihe von treffenden Witzen unb geistreichen Einfällen ergötzen, und dem, der es gewohnt ist, auch hinter bic Dinge zu sehen, bleibt noch ein weites Feld zu nachdenklichen Betrachtungen über Hermann Bahr im allgemeinen unb über die Erziehung zum Menschen im besonderen. Tenn darum handelt es sich: nach welchevi Prinzip sollen wir unsere Kinder erziehen, wie sollen wir lebenstüchtige, kernfeste Menschen aus ihnen machen? Sollen wir die unserer Obhut anvertrauten Kinder nach der Meinung des Weinhändlers Thomas Kreger solange zurechtstutzen und beschneiden, bis sie nach unserem Willen sind, oder tollen wir sie nach der Art des Dr. Esch so wachsen lassen, wie sie von Gott und ihren Eltern erschaffen wurden? Sollen wir untere .«Binder drillen, nach unterem Willen zwingen, oder sollen wir nur ihre Anlagen fördern und pflegen, ihnen Freiinde und Be­rater sein, statt Exerziermeister?

Bahr bleibt uns btc Antwort nicht Ichuldtg, aber er hat fhe unter einer solchen Fülle von Humor und Witz versteckt, tafc sie sich nicht mühelos finden läßt. Ter ehemalige Pfarrer 2r. Eich, der feinen Kindern nie der Herr, fonbern immer tnur ihr bester Freund und Leiter war, hat an feinem fünfzigsten Geburtstage vergeblich seinen Sohn erwartet, der in der benach- foarten Stadt die Schule besucht. Erst spät am Mittag erscheint teer schwärmerische Gvmnasiast, aber nicht zum Glückwunsch, ton dem um seine Verlobung mit der Köchin Lene mitzuteilen. Um den Sohn vor Schaden zu bewahren und eine ihm gefähr­lich scheinende Heimlichkeit zu verhüten, besucht der Vater: btc Küchenfee in ihrem blitzblanken Reich, als uc eben einen Gier kochen bereitet Nackt heiteren Mitzverstandmtten, bic uch zu ernem lustigen Zank gestalten, begrüßt Dr Elch das von ,o wiel Güte ganz verdatterte Mädckten als edwiegcrtocbtcr, ohne amt das jage Widerstreben seiner Fran zu achten, xie rciolutc Köckstn hat aber doch Bedenken vor einer wich vornehmen Ver-

Solide Frei« bnisse gratis und franko und -Leib-Anstalt

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