Nk. 296
Erschein, lL-ttch mit Ausnahme des GenntagS.
General-Anzeiger für Oberhessen
eh.
der Revierkonferenz abge
eu
Ter Ausstand soll nach 2. Januar 1913 seinen
dem eine dem
den und und Un
stand der Saarbergleute, ordnungsmäßiger Kündigung am Anfang nehmen.
Nach den von den Rednern in
6 bei dem wir allen rm Dekan Schwester ger-Verein letzteEhre. 'bliebenen; iimer.
[010069
UM die Amtsdauer von Vertretern der Unternehmer der Versicherten bei den Berufsgenossenschaften der fall Versicherung.
Das Reichstheatergesetz.
Hauptversammlung Deutscher Arbeitgeber- Verbünde.
In Berlin fand am Samstag unter dem Vorsitz des Landrats a. D. Roetger eine Berbandsversammlung der Hauptstclle Deutscher Arbeitgeber Verbände statt. Die auS dem Vorstand und dem Ausschüsse der.Hauptstelle satzungs- gcmäß ausscheidenden Herren wurden wiederaewählt. Kommerzienrat Müllensiefen und Direktor Bielhaber von der Firma Krupp-Essen wurden neu in den Vorstand gewählt. Nach Erledigung verschiedener Regularien erstattete der Spndikus der .Hauptstelle, Dr. Tänzler-Berlin, den Geschäftsbericht. Im Anschluß daran sprach Justizrat Dr. Fuld-Mainz über Streikpostenstehen und bürgerliches Ge setzbuch. Eine Entschließung betr. die Koalitionsfreiheit und die Freiheit des Arbeitsvcrtrages wurde einstimmig angenommen.
2lr beiter bcivcgung.
Ein Ausstand der Saarbergleute.
Saarbrücken, 15. Dez. Die heute nachmittag unter Teilnahme von 359 Vertretern der Belegschaften abgehal tene Aevierkonferenzdes Gewerkvereins christ- licher Bergarbeiter beschloß einstimmig den Aus-
Montag, 16. Dezember 19(2
9tetatwn8bnid und Verlag der Brübffchen UnwersuälS • Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. Dezember 1912.
•• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde Schulamtsaspiranten Karl Euler aus Kirch-GönS Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ofleiden;
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: bl.
Äfbflhiome^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen.
Männer finden, die da sagen, dieser Stand darf nickt dadurch benachteiligt werden, daß in den obersten Stellen der Landwirt- schast nur Großgrundbesitzer die entscheidende Rolle spielen Ein starker Bauernstand wird die vorhandenen Schwierigkeiten zu überwinden wissen, ein starker Bauernstand ist auch nötig für unser Vaterland, denn es bat Feinde auf allen Seiten. Lebhafter Beifall.i
Hieraus sprach Reichs- und Landtagsabgeordneter Warn Hofs Schledehausen), der eine Entwicklung der Landwirtschast im Osnabrücker Lande gab und dann einige Programmsragen des Bundes, z. B. die innere Kolonisation, erörterte.
Reichstagsabgeordncter Löscher ^Ncuhos) begrüßte die Versammlung namens der Mitglieder im Norden und Osten mb verwarf ebenfalls die Mär von der Gründung des Bundes durch die nationalliberale Partei. Er als Mitglied der Reichsparlci suhle sich verpflichtet, das auszuspreck>en.
Landwirt Harte Neutecklenburg) behandelte die Ostmarkenfrage. Es folgte eine freie Aussprache, an der sich Redner aus den verschiedensten Landestcilen beteiligten.
Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen:
„Tic Versammlung spricht dem Präsidium des Deutschen Bauernbundes ihren Dank und ihre Anerkennung aus für die energische Vertretung gegenüber den Absichten, ausländisches G ef r i c r s l e i s ch einzuführcn. Sie erklärt sich grundsätzlich gegen diese Einsuhr. Ferner erklärt sic sich gegen jede Abänderung des §12 des Fleisch- beschaugesetzes. Durch die Fortführung der jetzigen bewährten Wirtschaftspolitik und durch die Förderung der inneren Kolonisation wird die deutsche Landwirtschast in der Lage sein, den Bedarf des deutschen Volkes an Fleisch völlig decken zu können."
Ausland.
Eine Statistik der russischen Gewalttaten.
Nach Angaben des russischen Ministeriums des Innern wurden vom 14. Januar 1907 bis 1. November 1912 in Rußland 38004 Ucbersällc mit bewaffneter Hand verübt, bei denen 1719 Amts Personen und 5997 Privatpersonen getötet, 2499 Amtspersonen und 5747 Privatpersonen verioundet wurden. Im Verlause der zehn ersten Monate des Jahres 1912 ivaren 2148 solcher lieber- fälle zu verzeichnen.
Ein französischer Generalstreik gegen den Krieg'?
Die „Berliner Morgenpost" meldet aus Paris: Von heute (Montags morgen 6 Uhr ab soll in ganz Frankreich ein 24- stündiger Generalstreik als Demonstration gegen den Krieg beginnen. Der Streik ist von der Föderation der Arbeiter organi fiert worden. I n Paris befürchtet man ungeheure V e r k e h r s st ö r u n g e n , weil auch die Elektrizitätsarbeiter be schlossen haben, am Streik teilzunehmen.
Die „Stedwr FamttienbUttter" werden dem .Anzeiger' Biennal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt ffir den Kreis «eßen- z.ve.mal wöchentlich. Die „randwirtschastlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal.
- und tzbaifelom.:
0Kb uch, Wickensttck l
Jonion^
Au; dcm Reichstage.
Ein Zentrumsantrag.
Das Zentrum hat im Reichstage den Antrag gestellt, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, möglichst bald nach dem 1. Januar 1913 von der Vollmacht, den § 547 der Reichsversicherungsordnung, die Unfallversicherung auf bestimmte gewerbliche Berufskrankheiten (Augenzittern der Bergarbeiter) auszudchnen, Gebrauch zu machen.
Ein nationalliberaler Antrag über Zwangs- versteigerung von Grundstücken.
Die nationalliberale Fraktion des Reichstags beantragt, die verbündeten Regierungen um Vorlegung eines Gesetzentwurfs zu ersuchen, durch den der Gemeinde, den anderweiten Kommunalverbänden, dem Staate und dem Reiche bei allen Zwangsversteigerungen von Grundstücken ein kurz befristetes Borkaufsreck»- cingeräumt wird.
Anträge der wirtschaftlichen Bereinigung.
Zur zweitenEtatberatung beantragt die wirtschaftliche Vereinigung des Reichstags die Annahme folgender Entschließungen. Tie verbündeten Regierungen zu ersuchen, den Betrag für die W o h n u n g s f ü r s o r g c im nächstjährigen Voranschlag angemessen zu erhöhen, ferner darauf hinzuwirken, daß die gewerbliche Schaustellung von Angehörigen fremder Rassen durchweg verboten wird, in einem Nachtragsvoranschlag die Mittel für eine Freisahrt beurlaubter Soldaten in ihre Heimat und zurück anzufordern, schließlich darauf hinzuwirken, daß Pakete der Angehörigen an Soldaten bis 3 kg Post- und Bestellgeldsrei befördert werben.
il
der Krankenversicherung und über die Besetzung der Oberversicherungsämter mit Beisitzern, um die Schlichtung von Streitigkeiten, um Uebergangsbestimnrungen für die Unfallversicherung nach der Reichsversicherungsordnung, um die Pauschbeträge, die von den Versicherungsträgern zu Kosten der Lberversicherungsämter zu entrichten sind.
W'i £-
Deutsches Reich.
Der Kaiser an den Prinzregenten Ludtoig.
Der Kaiser hat an den Prinzregenten Ludwig folgendes Telegramm gerichtet: Herzlichen und innigen Dank für die treuen Gefühle, die Du mir in Deinem freundlichen Telegramm ausgesprochen hast. Die alte Freundschaft, die uns verbindet, wird in der neuen verantwortungsvollen Stellung, die Du jetzt einnimmst, für unseres Reiches Wohl besonders fruchtbringend sein. Ich bin überzeugt, daß das innige Einvernehmen, das unter Teigem hochseligen treuen Vater zwischen Wittelsbach und Hohenzol- lern bestand, auch zwischen uns in guten und bösen Zeiten fich erproben wird.
Zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den Prinz-Regenten Luitpold werden sich der Präsident des R e i ch s t a g s, Dr. Kämpf, der erste Vizepräsident Dr. P a a s ch e , der zweite Vize- Präsident Tove und der Direktor des Reichstags, I u n g - heim, nach München begeben.
Der Bundesrat beschloß, zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach München eine Abordnung zu entsenden, deren Führung der Reichskanzler übernommen hat. Ihm gehören als Mitglieder an der sächsische Gesandte Frhr. v. Salza und Lichtenau, der hessische Gesandte Frhr. v. Biegeleben und der sächsische Ministerialdirektor Dr. Nebe. Außerdem wird sich der Staatssekretär Dr. Delbrück in der Eigenschaft als allgemeiner Stellvertreter des Reichskanzlers der Abordnung anschließen.
EineReihe von Uebergangsbeftimmungen zur Reichsversicherungsordnung, die der Bundesrat angenommen hat, sind dem Reichstage zur Kenntnisnahme zugegangen. Es handelt sich hier um die Zuständigkeit der Versicherungsämter auf dem Gebiete
SSswäDieS Kühler' Sweater- en auch m ößen und
Schulamtsaspiranten Wilh. Lutz auSNiedcr-Bessingen dieLehrer- stellc an der Gemeindeschule zu Arnshain.
♦* Bismarck und Kurhessen. Im Obcrhessischen schichtsverein sprach im Cafe Ebel am Donnerstag abenh Prof. Tr. Busch-Marburg über Bismarck und Kurhessen und den Ursprung des Annexionsgedankens. Ter Redner wies darauf hin, daß Bismarck in den fünfziger Jahren als Gesandter in Paris an Eroberungspolitik nicht dachte. Auch dem alten König Wilhelm fiel, es nicht ein, als er zur Regierung kam, eine territoriale Vergrößerimg seines Preußen durch Absetzung von Fürsten zu erreichen, die, wie er von Gottes Gnaden waren. Er wollte nur moralische Eroberungen für Preußen machen. In Berlin war in den fünfziger Jahren bei Hofe eine Antibonapar- tistische Stimmung. Bismarck stellte sich zu Napoleon III. und seinen Staatsmännern freundlich und man wollte in Paris mit Bismarck, wenn er einmal zur Regierung kommen würde, zusammen Politik machen. Am Berliner Hose war Bismarck wegen seiner Ansichten über Napoleon III. unbeliebt und nur ungern wurde er vom König zum Minister ernannt. Bei der Politik Bismarcks handelte es sich darum, Preußen bei den deutsche Staaten die Vorherrschaft zu sichern, wobei an eine Besitzerweite- rnug nicht gedacht war. Sv kam der Krieg von 1866. Preußen verlangte von Kurhessen und Hannover nicht, daß sie mit ihm gegen Oesterreich marschieren, sondern daß beide Staaten neutral bleiben sollten. Oesterreich wünschte, daß beide Staaten sich aktiv am Kampfe gegen Preußen beteiligen sollten. Preußen garantierte den beiden Staaten im Fall ihrer Neutralität ihren imbebrngten Bestand. Beide Fürsten hätten politisch klug gebaiwdt» wenn sie in dem Kriege keine Partei ergriffen hätten. Als bei Königgrätz die Würfel zu Ungunsten Oesterreichs geölten waren.
Die Hauptversammlung der Deutschen vauernbunder.
"Osnabrück, 15. Dezember.
Unter überaus zahlreicher Beteiligung seiner Mftglieder aus ganz ^-cutsckstand trat heute mittag hier in der Stadthallc der Deutsche Bauernbund zu seiner ersten Hauptversammlung zu sammen. Bereits am vormittag hatte eine Abordnung des Bundes am Denkmal des hannoversckten Staatsmiinslers Stüve einen Kranz niedergelegt, dessen Schleifen die Juschrist trugen: „Tcm Bauern befreiet der Teutsche Bauernbund!" Die Versammlung in der Stadthallc mürbe von bem Vorsitzenden bcs Bundes, Hosbesiyer Wachhorst dc Wcnte (Groß-Murnclage mit einem Gedenken an den verstorbenen Prinzregenten Luitpold von Bavern eröffnet. Die Hauptversammlung sei erst in diesem Jahre cinbcrufen worden, weil im vorigen Jahre die Rcichstagswahlen dazwischen kamen. Die Wahl des Ortes für die nächste Versammlung werde dem Vor- stand überlassen. In den drei Jahren seit der Gründung hat der Tod unter den Mitgliedern r ei die Ernte gehalten. (Die Ver sammlung erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen von ihren Plätzen.)
Hieraus begrüßte der Provinzialvorsitzendc, Reichstagsabgeord- neter Hofbesitzer Dr. Hoppe (Stade) die Versammlung im Namen des Provinzialvereins. Tie Provinz Hannover sei eine rechte Bauernprovinz, hier sitze ein freier Bauer auf freier Scholle. Leider habe ein Teil dieser Bauerri sich einsangen lassen durch den BunddcrL a n d w i r t e und sei den Grundsätzen der Väter untreu genwrden, tpie sie diese unter Bennigsen vertreten haben. Aber wenn sic sich auch den Ostelbiern zugewandt haben, so geben wir die Hoffnung nicht auf, daß sie sich dereinst mit uns zusammen finden merben.
Nachdem als Vertreter der nationalliberalen Partei R.-A. Hcunmcrftäbt die Versammlung begrüßt hatte, nahm wieder der Vorsitzende Wachhorst dc Wcnte das Wort zur Beant- nrortung der Frage: „Warum ist der deutsche Saue ru - bunb gegründet worden und warum mußte er gegründet werden?" Der Redner führte ans: Wir leben in einer Zeit der Organisation, nicht allein auf politischem, sondern auch auf wirt- schastlickstMl Gebiete. Der Bauernstand durfte da nicht Zurückbleiben. Als im Jahre 1892 sich der Bund der Landwirte bildete, da haben wohl alle Landwirte ihm freudig zugejubelt und ich wünschte heute noch, daß wir keine Veranlassung gehabt hätten, eine neue Organisation zu gründen. Wir können von dem Bund der Landwirte nicht sagen, daß er es sich zur Ausgabe ge» mcuht hat, die Interessen aller seiner Mitglieder zu vertreten. Wir sahen, daß unter der Führung von Dr. Diederich Hahn immer mehr das bekämpft wurde, was nicht konservativ war. Das hat uns veranlaßt, den Bauernbund zu gründen. Es haben Interessen rein wirtschaftlicher Natur zu unserer Gründung geführt. Man hat uns gesagt, große und kleine Landwirte gehören zusammen, wir haben aber gesehen, daß dem nicht so ist. Das haben wir erlebt 1902 bei der Abstimmung über den Zolltarif. Durch dessen Annahme haben sich doch die Verhältnisse der deutschen Landwirtschaft wesentlich gebessert. Wir begrüßen es mit Freuden, daß die nationalliberale Partei unter der Führung Basscrmanns dafür eingetreten ist, daß dieser Zolltarif cingebracht wurde. LSBir lassen uns aber nicht einreden, daß die bestehenden Zölle 1 auf Futtermittel, z. B. Futtergerste ein Vorteil für uns sind. Wir müssen billige Futtermittel haben, um genügend Fleisch produzieren zu können und Deutschland vom Auslande unabhängig zu machen. Auch in der Frage des Kreistagswahlrechts gehen die Interessen von Groß- und Kleinbesitz auseinander. Wir kämpfen für ein vernünftiges jdrcistagswahlrecht, das jetzige kann man nur als ein Honorakiorenwahlrecht bezeichnen, in welchem die Interessen der Kleinen nicht berücksichtigt sind. Wenn wir ein anderes Kreistagswahlrecht haben, werden wir auch eine andere Zusammensetzung der Provinziallandtage und der Landwirtschafts' kammer bekommen. Tie nationalliberale Partei habe den Bund nicht gegründet. Schon 1908 hätte er mit einigen Freunden den Plan gehabt, eine wirtschaftspolitische Organisation in Hannover ins Leben zu rufen. Als er eine entsprechende Versammlung in Hannover abhielt, sei ein Vorstandsmitglied des national- liberalen Vereins gekommen und habe dringend abgeraten, eine neue Organisation zu gründen. Der Bund der Landwirte habe es trefflich verstanden, Mißtrauen gegen alles zu säen, was liberal ist, er habe wirtschaftliche mit politischen Fragen verknüpft. Dabei seien aber politische Fragen Ueberzeugungsftagen und wirtschaftliche Fragen Opportunitätsfragen. Wir haben es ja bei einem freisinnigen Mgeordneten gesehen, daß ein Liberaler sehr wohl für einen gemäßigten Zollschutz ein treten kann. Wir im Bund find der Uebcrzeugung, daß kein Stand an und für sich so wichtig ist, daß er allein berücksichtigt werden muß, jeder Stand muß ein Plätzchen au der Sonne haben. Auch die Bauern sehen in dem Bunde der Landwirte nickst mehr ihre rechte Vertretung, der nur unter dem Gesichtswinkel des Wohlergehens der Großgrundbesitzer arbeitet. Wir sind bekämpft worden, mit nicht schönen Mitteln, aber man sieht, daß der Bund lebt und weiter wächst. Wir haben unsere Vertreter im Parlament, mir stellen unsere Forderung, z. B. bei der inneren Kolonisation, wir fordern vor allem die Ansiedelung vieler kleiner Bauern. Wir wollen um Gottes willen nicht bei der Defensive stehen bleiben, sondern zur Offensive übergehen, nach den Worten Blüchers „Ten Finger d'rauf, das nehmen wir!" (Anhaltender großer Beifall.)
Hierauf erstattete der Geschäftsführer Dr. Böhme den Ge schäftsberickst. Dr. Böhme wies darauf hin, daß der Bauernbund keine künstliche Gründung sei, sondern hervorgegangen sei aus der Ueberzeugung vieler deutscher Bauern, daß sic befreit werden müßten von der Herrschaft des Bundes der Landwirte. Tic Gegenseite habe es an Prophezeiungen nickst fehlen lassen, daß der Bauernbund dasselbe Schicksal teilen werde wie verschiedene andere Bewegungen vorher: cs sei aber anders gekommen^ Der Gedanke der Bauernbewegung ergreife immer weitere Kreise Die Werbearbeit auf dem Lande sei erfolgreich. Der Redner gab bann einige Fälle bekannt, wo Mitglieder des Bauernbundes außerordentlich unter dem Terrorismus der Großgrundbesitzer leiden. Es sei gelungen, die Mitgliederzahl auf 41 245 zu erhöhen Der Redner beschäftigte sich bann mit der Frage der f i n a n Stellen Abhängigkeit des Bauernbundes. Wenn euch die Führer im Anfang für das große Werk bei ihren Freunden gesammelt hätten, so stände doch jetzt der Bauernbund aus eigenen Füßen. Ans den Reden der Abgeordneten ersehe man die entschiedene Ucbcrzcugung, daß der Schutzzoll die Grundlage der E x i st e n z der d e u t s ch c n L a n d w i r t s ch a f t sei. Wir haben das auch bewiesen durch unsere Stellungnahme Zur Frage der Einführung des Gefrierfleisches. Wir Laben an England gesehen, welche Folgen der Freihandel für Las Lnad hat. Wir find auch entschicdeiie Gegner der Aufhebung Les 8 12 des Vicbseuchcngesetzcs. Wir streben danach, die Land Wirtschaft so zu heben, daß sic in der Viehproduktion das Vaterland unabhängig machen kann. Deshalb bekämpfen nur auch «entschieden die Fideikommisse, gegen bic uns seit langem em Vor gehen versprochen ist. In einem Lande, in dem sich die Bc- ftötfcrnna so drängt wie in Deutschland, ist es zu beklagen, daß iim letzten Jahre allein 250 000 Hektar zu Fideikommissen ver- einigt wurden. Wir wollen einen ehrlichen Kampf mit gleichen Massen Heber allen wirtschaftlichen Fragen, über den Fragen Les Wahlrechts des Reichstages steht noch etwas höheres, nämlich, Laß sich ein aufrechter Standesgeist im Bauernstände anfängt Su regen, daß überall im Baterlande sich freie und aufrechte
gebenenen Erklärungen und einer gleichzeitig mit dem Streikbeschluß gefaßten Entschließung werden als Gründe für diesen Schritt insbesondere angegeben, daß die den Bergleuten gewährte L o h n - fteigerung in keiner Weise bem durch die günstige Konjunktur erzielten Mehrerträgnissen entspricht. In der Frage der Verschlechterung der Arbeitsordnung wird vornehmlich darauf hingcwiesen, daß die neue Fassung ermögliche, den Arbeitern für Betriebsstörungen von kurzer Tauer Lohnabzüge zu machen, die Einführung größerer Wagen ohne entsprechende Mehr Vergütung zu gestatten und den zu Unrecht bestraften Arbeitern den Rechtsweg zu beschneiden. Tie Verkürzung der Schlepperzeit sei unabhängig von der neuen Arbeitsordnung und längere Zeit voi deren Erlaß erfolgt und könne die Verschlechterung der Arbeitsordnung nicht aufheben. Weiter habe die Bergbehörde schon oft geäußerte Wünsche der Saarbergleute bei der Aendemng nicht be rücksichtigt, insbesondere nicht eine gerechte Entlohnung der Unsall- rentner und die Beseitigung der nur in den fiskalischen Bergbetrieben der Saar zu sindcndcn Strafe der zeitweiligen Ablegung. Die von den Arbeitervertretern unternommenen Bemühungen um Erzielung eines Entgegenkommens seien .gänzlich fruchtlos geblieben. Es stehe danach fest, daß die Bergarbeiter berechtigte Ursache hätten, für ckessere Lohn- und Ardeitsverhältnissc und gegen die geplante Verschlechterung zu kämpfen. Am Schluß bet gefaßten Entschlicßuna verpflichten sich die anwesenden Vertreter der Belegschaften, bis Ende Dezember den Ausbau der Organisation zu vollenden, indem sie bis dahin die Unorganisierten dem Gewerkverein christlicher Arbeiter zuführen und sic erkläre!,, daß ihnen , das möglich sein wird. Danach verpftichten sie sich dafür zu sorgen, daß "bic Einheitlichkeit und Geschlossenheit de r Bewegung gewahrt bleibt. Nach den von den anwesenden Vertretern des Gesamtverbandes christlicher Bergarbeiter abgegebenen Erklärungen gibt der Zentralvorstand die Zustimmung zu bem Ausstand unter der Bedingung, daß die ordnungsmäßige Kündigung eingehakten und die erwähnten Vorbereitungen bis zum Schluß dieses Monats erledigt werden. Tie Versammlung wurde mit der eindringlichen Mahnung geschlossen, ettvaigen Putschversuchen mit allen Kräften entgegenzutreten und die Ordnung und Einheitlichkeit der Bewegung zu wahren.
Das I» ii M tettai ■ die Kinder sind Sweaters n Farben u. in a» a sortiert, finden ;« ns stets mindeste ■ 00 Stück ühren sie in M I wolleplattiert,, - K HMÄLI
Zweites Blatt 162. jahrgang
Gießener Anzeiger
Ter Reichsanzeiger" veröffentlicht die vorläufigen, unverbindlichen Grundzüge für die gesetzliche Regelung der öffentlich rechtlichen und privatrechtlichen Verhältnisse der Bühnenunternehmungen und ähnlicher Veranstaltungen, die den Verbänden der Beteiligten in den nächsten Tagen zugehen sollen.
Die mecklenburgische Verfassungsfrage.
Nach den „Berliner Neuesten Nachrichten" sind der Schweriner Minister Staatsrat Dr. Langfeld und sein Strelitzer Kollege Dr. Boss art nach Berlin abgereist, um sich mit dem Reichskanzler über die mecklenburgische Verfassungsfrage zu besprechen.


