Ausgabe 
26.8.1912 Erstes Blatt
 
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Franzosen aus Marakesch, die zu El Glaui vor ine Tore von Marakesch geflüchtet roaren, nnrrden von biefcin an 61 ötba ausgeliefert, der sie durch Soldaten gegen den 'Jbignrr letteus fanatischer Eingeborener bewachen läßt. El Hiba versprach El Glaui, die Franzosen an die Lüste bringen zu lassen.

Aus Mazagau wird vom 23. August gemeldet: der Nahe von Suk et Arba wurden am 21. August An­sammlungen gemeldet. Um ihnen zu begegnen, wurden von der Kolonne Papp vier Kompagnien, eine Schwadron und eine Artillerieabteilung entsandt, die 8 Kilometer vorn Lager auf den Feind stießen. Es entspann sich ein hef- tiger Kampf, der von 7 Uhr morgens bis Mittags dauerte. Die Franzosen hatten drei Tote und sie­ben Verwundete. Die Verluste der Eingeborenen sind beträchtlich. In der Umgebung des Lagers sind weiter große feindliche Ansammlungen zu bemerken. Nach Nach­richten von Eingeborenen verließ El Söiba Marrakesch und wandte sich nach Norden. Zu den Dukhalastämmen schickte er Sendboten.

TaS spanische Vorgehen.

Madrid, 25. Aug. Wie aus Tanger gemeldet wird, erfolgte die Besetzung Arzilas ohne Flintenschuß. Oberst Ovilo sandte vorerst eingeborene Truppen zu Pa­trouillengängen auf den Straßen ab. Kleine Abteilungen besetzten dann am Mittwoch die die Stadt beherrschenden Stellungen, von wo aus sich Oberst Ovilo ohne Begleitung in die Stadt begab. Er hatte eine lange Unterredung mit Raisuli, der ihn seiner Freundschaft für Spanien der- s ich erte._________________________________________

Deutsches Reich.

Durch das Reichsmarineamt wurde erflärt, daß die bevorstehenden Arbeiterentlassungen, die fein annor- malcs Ereignis im Werstbetrieb darstelltcn, sich keinesfalls auf 1OOO Arbeiter erstrecken würden. Tang egen über teilt dieKieler Zeitung" aus einer Mitteilung der Kaiserlichen Werft in Kiel an das Reichsmarineamt mit, daß die Werft gezwungen sein würde, etwa 1000 Arbeiter zu entlassen, wenn ilxr nicht die nötigen Mittel zur Ausrechterhaltung des Betriebes entsprechend den durch das Flottengesetz erhöhten Anforderungen zur Verfügung gestellt werden. Diese Mitteilung ist dem Amt bisher noch nicht zu­gegangen.

Aus .Anlaß des Einsturzes der Landungs­brücke in Binz ist den preußischen Regierungspräsiden­ten der Seebezirke eine schärfere Ueberwachung derartiger Anlagen sowie der Promenadenstege und Bade­anstalten in bezug auf ihre Standfähigkeit und auf die Vor­kehrungen zur (Ächerung des Verkehrs auf und in ihnen zur Pflicht gemacht worden. Die Vorstände der Wasser­bauämter sollen beauftragt werden, noch während der dies­jährigen Badezeit eine eingehende technische Prüfung aller dieser Anlagen vorzunehmen und auf die Beseitigung etwa gefundener Mängel hinwirken. Ueber die Regelung der auernben Ueberwachung sind die Regierungspräsidenten veranlaßt worden, der Zentralinstanz Vorschläge zu machen.

In der Versammlung der Wahlvereine der Sozialdemokratie Groß-Berlins erklärte am gestrigen Sonntag der Vorsitzende des Verbandes Ernst, derMorgenpost" zufolge, daß-in der Berliner Parteiorganisation im letzten Jahre kein nennenswerter Fortschritt zu verzeichnen sei. Der Kassierer des Verbandes teilte mit, die Beiträge der männlichen Mitglieder seien gegen das Vorjahr um 4 600 Mk. zurückgegangen. Wenn es mit der Beteiligung an der 9Tc ar freier so weiter gehe, müsse die Feier fru Grabe getragen werden._______________________'

Heer und Flotte.

Der Panzerkreuzer .Gäben".

Berlin, 24. Ang. Der PanzerkreuzerGäben" kehrt heute abend nach Beendigung seiner Probefahrt aus der Danziger Bucht nach Kiel zurück, um nach kurzer Aus­rüstung für die Herbstrnanöver in den Verband der Hoch­seeflotte einzutreten. Die Ergebnisse der Probefahrt, bei der das Schiff in dreistündiger forcierter Fahrt eine Höchst- geschwindigkeit von 28,4 Seemeilen erreicht hat, sind außerordentlich zufriedenstellend und haben die Kvn- struktionssorderungen in mehrfacher Hinsicht übertroffen. Besonders hervorzuheben ist unter anderem der geringe Kohl en verbrauch, der hinter dem Konstruktionsvoran­schlag zurückbleibt, desgleichen die Geschwindigkeitsleistung, die trotz der nachträglich eingebauten Schlingerkiele erreicht wurde. Der neue Kreuzer hat damit die vorzüglichen Lei­stungen seiner VorgängerVon der Tann" undMoltke" übcrtrosfen.___________________________________________________

Deutsche Kolonien.

Die Erforschung des neuen Kamerungebietes.

Hamburg, 24. Aug. Heute abend um 11 Uhr geht die erste der vier offiziellen Expeditionen nach dem neucrwor- beneu Kamern ngebiet mit dem DampferAlexandra Wör­mann" nach Lagos in See, um sich von dort nach dem neuen Kamernngebiet zu begeben. Ter Leiter dieser ersten Grenzexpedi- lion ist Hauptmann Bartsch. Die Arbeiten der Expedition dürsten etwa iy$ Jahr dauern.*

Der Ertrag über den Bau der Bahnstrecke Duala-Bidjoka der Mittellandbahn in Ka - m c r u n ist dem Reichstage zugegangen. Nach dem Ver­trage führt den Bau die deutsche Kolonial-Eisenbahn-Bau- unb Betriebsgesellschaft in Berlin aus. Der Inhalt des Vertrages entspricht den sonst üblichen Bestimmungen. Es handelt sich hier um die erste Teilstrecke der Kameruner Mittellandbahn, die 150 Kilometer lang ist. Die Bahn wird ftrerfcinveii'e zur Eröffnung kommen, vorgesehen sind zwei Bahnhöfe (Tuala und Edeaß acht .Haltestellen und weitere acht Haltepunkte. Die Geschwindigkeit der Bahn beträgt 40 Kilometer die Stunde, die Spurweite ist ein Meter. Der Kostenanschlag für die erste Teilstrecke bis Bid joka beläuft sich auf 23 780 000 Mk., für die Reststrecke der Mittellandbalm bleiben 20 220 000 Mk. reserviert. Die Bahn wird drei Flüsse überschreiten, der Betrieb ist nach Fertigstellung des Baues mit neun Lokomotiven, 12 Per fonen-, zwei Gepäck und 104 Güterwagen aufzunehmen Die Betriebsaufnahme soll am 1. Oktober 1913 erfolgen, der Bau hat bereits begonnen. Vom 1. Oktober dieses Jahres- ab soll auf den bereits fertig gestellten Strecken ein provisorischer Betrieb mit täglich einem Zuge in jeder Richtung erfolgen.

7. Derbantetag hessischer Bürgcrocrcinc.

Kelsterbach, 25. Aug.

Der Verband bessischer Bürgervereine hielt beute hier unter dem Vorsitze von Okmcinbcrat Schmidt Weisenau seinen 7 Ver bandstag ab. Amvesend waren die Vertreter von ettra 20 Ver einen, die zusammen mehr als 3000 Mitglieder ;üblen. Nach bmlicbcn Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden des Ver bandes und Herrn Lautb vom hiesigen Bürgerverein erstattete I. Schmidt den Jalwesbericht, der sich vorwiegend mit Ein- gaben an die Kreisämter um Erlaß einer Verkehr Sordnung für Siu to mobil f ährten beschönigte Für die (Hemeinbeü sollen gleiche Schilder beschafft werden, ferner soll den schar f fahrenden Wagen arg aut die Finger gesehen werben. .Ueber die Beseitigung der Probierstrcckcn im

Kreise Groß- Gerau haben sich die Behörden noch nicht geäußert: man will deshalb noch einmal beim Ministerium vor- 'tellia werden.

Die Versammlung beschäftigte sich sodann mit zahlreichen An­trägen des Vorstandes und der einzelnen Vereine. Ueber ein Gesuch an die Regierung betr. Errichtung von Kreis- Gewerbegerichten in sämtlichen Kreisen berichtete Ge­meinderat Neidecker-Weisenau. Bei der zunehmenden In- dustriealisierung des Landes macht sich das Bedürfnis nach Er­richtung von Gewerbegerichten in immer höherem Maße fühlbar. Den Ärl-itern und Unternehmern entsteht unter den gegen­wärtigen Verhältnissen großer Verlust an Geld und Zeit Große Kreise müssen zwei bis drei Gerichte haben. Der Antrag fand einstimmige Annahme. Hebet die einheitliche Regelung des Submissionswesens in Staat und Gemeinde sprach ebenfalls Herr Neideckcr. Er schilderte den augen­blicklichen unhaltbaren Zustand im Versteigerungswesen und for­derte von der Regierung Anweisungen über die Art des Ber- teigerns, nicht nur für die Gemeinden, sondern vor allem für die staatlichen Betriebe, wo noch vieles im argen liegt und wo die kleinen Unternehmer zum Teil gar keine Berücksichtigung änden.

In der Aussprache wurden aus vielen Orten zahlreiche Fälle über Benachteiligung einzelner Kreise berichtet: auch über das zu späte Abrechnen, oft erst nach 23 Jahren, führte man lebhafte Klage.

Eine zweimalige Bitte des Verbandes an die Regierung um Einführung einer Friedbofsordnung im Sinne des Gesetzes von 1905 für alle hessischen Gemeinden ist bisher erfolglos und unbeantwortet geblieben. Aus der Mitte der Ver- ammlung wurde über einige besonders schwere Verstöße gegen die Ruhe der Friedhöfe berichtet, besonders in Rheinhessen. Es soll nun ein drittes Gesuch in dieser Sache den Behörden unterbreitet werden.

Vom Bürgerverein Weisenau lag ein Antrag an die Regierung um Beseitigung des jetzigen Submis- ionsver fahrens bei der Vornahme von S a n d b a g g e r u n- gen im Rhein vor. Gemeinderat N e i d e ck e r schilderte die jetzige Versteigerungsart, durch die die kleinen Unternehmer, die chon seit Jahrzehnten sich ihren Lebensunterhalt durch das Baggern erwerben, vom Großindustriellen an die Wand gedrückt werden. Vom Landtagsabg. Adelung-Mainz ist ein ähnlicher Antrag der 2. Kammer bereits eingereicht. Der Verband will diesen Antrag unterstützen.

Der Bürgerverein Ober-Olm beantragt durch Herrn Golder die Erhebung der Beiträge zur Land - und orstwirtschastlichen Berufsgenossenschaft in vier Raten vollziehen zu lassen statt wie bisher in einer. Der Antrag inbet Annahme. Dagegen will man sich gegen den der 2. Kammer vom Abg. Schönberger eingebrachten Antrag wenden, der die Erhebung der Staats- und Gemeindesteuern von 6 auf 4 Ziele herabmindern will.

Ein Dringlichkeitsantrag des Vereins Ober-Olm ersucht um Ergreifung von Maßregeln zur Verbesserung des Post- und Fernsprechverkehrs auf dem Lande. Der Bürgerverein Oppenheim bittet um Unterstützung bei einer Eingabe an die Eisenbahnbehörde, in der die Schaffung einer Fußgängerbrücke über die Staatsbahn oberhalb des Oppenheimer Bahnhofes gefordert wird. Beide Anträge werden ebenfalls ein­stimmig angenommen. , e. t t

Auf Einladung des Bürgervereins B i b l t s findet der nächste Hauptverbandstag in Biblis statt. Mit der Besprechung eitriger kleiner Vorlagen unb den üblichen Dankesworten schloß der Vor- itzende die Tagung.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 26. August 1912.

Verband reifender Kaufleute.

Die Sektion Gießen des Verbandes reisender Kaufleute Deutsch­lands feierte am Samstag und Sonntag ihr lbjächr. 'Stiftungsfest. Eingeleitet wurde die Feier am Samstag abend durch'einen Kom­mers in Steins Garten, in dessen Mittelpunkt zwei recht interessante Vorträge standen. Nach der Begrüßung der Versammlung durch den 1. Vorsitzenden sprach der erste Verbandsdirektor Henn. Pilz- Leipzig über: Die Zukunft des deutschen .Ausfuhrhandels und die Aufgaben der reisenden Kaufleute.

Der Vortragende wies darauf hin, wie der deutsche Kauf­mann infolge seines gründlichen Wissens und seiner rastlos vor­wärts strebenden Tatkraft im Begriffe stehe, sich die Welt «u erobern. Heute schon könne man sagen: Wir brauchen das.Angel- sachsentum nicht zu fürchten. Unsere -lusfuhr nehme von Jahr zu Jahr zu, ein Stillstehen sei einfach undenkbar. Entweder ein festes Vorwärtsstteben oder eine völlige Verzichtleistung auf eine geachtete Weltmarktstellung seien heute die beiden Möglichkeiten. Obwohl nun bis jetzt keine Besorgnisse irgend welcher Art in dieser Hinsicht vorhanden wären, so müßte es doch als ein großer Fehler bezeichnet werden, Vogelstraußpolitik zu treiben. Los vom Ausland, also auch los von Deutschland, das fei der Ruf auf der ganzen Linie. Die Weltwirtschaft bewege sich nickt nach ewigen Gesetzen. Die Völker befreien sich, und damit.bröckeln unsere Ausfuhrmöglichkeiten für die Zukunft immer mehr ab. Und daß dies sogar verhältnismäßig rasch vor sich gehe, daran tragen unsere Landsleute mit einen Teil der Schuld, da sie infolge ganz besonderer Befähigung im Auslande als Lehrmeister auf den verschiedensten Gebieten mit hervorragendem Erfolg tätig sind. Darum gilt es, wach zu sein, bei Zeiten den Gefahren zu begegnen, sie abzuwenden. Neben gesunder Handelspolitik mit festen Tarifsätzen müsse eine um- und weitsichtige Kolonial - Politik verbunden, Handelskammern und Handelsagenttlren im Ausland errichtet und immer besser unterstützt werden. Die Mis­sion der reisenden Kaufleute, dieser Pioniere im Kaufmannsstand, aber sei, die Schwächen der ausländischen Industrie auszusorschen, mit der ihnen eigenen Zähigkeit, Ausdauer, Unerschrockenheit und dem dazu nötigen Anpassungsvermögen immer neue Absatz­gebiete zu schaffen und zu erhalten. Der Anschluß an den Ver­band sei unbedingte Notwendigkeit, denn dadurch werde das so­ziale Sicherheitsgefühl bedingt und gefördert. Auch dürfe es an der Güte der Waren nicht fehlen, nur das beste Fabrikat sei für die .Ausfuhr gerade gut genug. Werde man so verfahren, werde man auch dem Ausland gegenüber etwas vorsichtiger sein, ihm die Kenntnis deutscher Industrie und Kunsteinrichtungen er­schweren, bann könne es nickt schwer fallen, auf der mit so großem Erfolg eingeschlagenen Bahn des Ausfuhrhandels weiter zu kommen, so daß man mit Recht behaupten könne: Die Welt wird deutscher mit jedem Tag.

C. Weidig verbreitete sich dann über:Die Tätigkeit der Verkehrskommissionen". Er gab zunächst ein Bild von dem Per' kehr in derguten, alten Zeit" und verglich bannt unjero jetzigen Berkehrseinricktungen. Sodann wies er daraus hin, wie gerade durch die .fortgesetzte rege Tätigkeit der Verkehrskom Missionen die bestelxmden Mängel im Verkehrswesen im Interesse der reisenden Shntflaüe nach beseitigt wurden, oder, wo dies unb auck im allgemeinen Jnterefsc nicht gelungen sei, ihre Beseitigung angestrebt würde. Mit meltbcm Erfolg hier gearbeitet wird, gehe daraus hervor, daß selbst der Verkehrsminister die ersprießlickie Tätigkeit der Verkehrs-Kom­mission anerkannt habe und daß die Wahrscheinlichkeit bestehe, sie mit Sitz und Stimme im Eisenbahnrat vertreten zu sehen.

Die beiden, mit Fleiß und Sachkenntnis ausgearbeiteren Vorträge wurden sehr beifällig auf genommen. Besondere Freude erregte Oie Verlesung von 17 neu emgetretenen Mitgliedern, unter denen auck 9 hiesige Firmen als stiftende oder außerordentliche Mit­glieder vorhanden sind. Der kaufmännische Verein, der Deutsch- nationale Hanbluitgsgehilfeu-Verbaud Sektion Gießen unb der katholische kaufmännische Verein entboten dem festgebenden Ver ein zu seinem Ltritungsfeste die besten Wünsche Kommerzienrat Kling sp o r dankte im Namen der außerordentlichen Mitglieder. Block- Köln und Aufsichtsrat B o l o g i n i - Remscheid überbrach, te Gruß und Glückwunsch der westdeutschen Berkehrskommtsston Das reichhaltige Programm wurde angenehm unterbrochen durch bie mit großem Beifall aufgenommenen Gesangsvorträge etnes

Langer anart etts Einige Stunden nach Mitternacht konnte ve? Vorsitzende den offiziellen Teil des Abends mit herzlichem Dan an die erschienenen Mitglieder und Gäste, besonders aber an bi Mitwirkenden, schließen. Das für Sonntag vorgesehene Garten fest mußte der unbeständigen Witterung wegen auöiaUen. Da',! fand in den Räumen des kaufmännischen VereinsbauieS tut Feier statt, die gut besucht war und sehr gemütlich verliess

4 Frankfurt c '«rjtiter beschlossen i pn Magistrat um

.,:.r>berg-

- LudwigStag. Gelegentlich des LudwigStoqeS, be: der Großherzog bei feinem Regierungsantritt auch als ferne i Namenstag erklärte, waren alle öffentlichen Gebäude beflagg'.

fc. Schauarbeiten. Der Leiter der Maschinen. prüsungSstelle der Landwirtschaftskammer für den Regierungs­bezirk Wiesbaden, Profeffor Dr. GiseviuS-Gießen un> cand. agr. W olf s-Gießen werden Schauarbeiten mit neu­zeitlichen Bodenbearbeitungsgeräten in den verschiedenste'. Teilen des Regierungsbezirks Wiesbaden veranstalten, um die'.- neuzeitlichen Geräte unter den Landwirten des Bezirkes p verbreiten. Die ersten derartigen Vorsührungen finden im nörd­lichen Teile deS Kreises Limburg vom 26.31. August sta^ und zwar am 26. August auf den Feldern der Gernarkun; Frickhofen, am 27. August auf denen der Gemarkung Langen­dernbach, am 28., 29. in den Gemarkungen Ellar, Lahr, 30. Steinbach unb 31. August Oberzcuzheim.

** Der 5 8. Bezirkstag des H a s s ia bezi rkt Gießen fand gestern im Lenzfchen Felfenkeller statt. Sämtlit» 39 Kriegervereine waren oertreten. Der Bezirksvorsteher Daab- Lollar eröffnete die Verhandlungen mit einem Hoch auf bet Steifer und berichtete sodann über den Hassiatag zu Niedtt-Oln Ter Wunsch des Bezirks, im Präsidium der Hassia nertrett ju fein, wurde nicht erfüllt, obwohl Gießen ber stärkste Ben? Ober bestens ist unb über 3000 Mitglieber zählt. Die Iaht redmung von 1911/12 wurde von Rechner B o l k nt a n n- 6cudM heim verlesen. Tie Einnahme betrug 97.21 Mk., die 'JUsae. 47 Mk. Das Sammelwerk ergab im 1. Vierteljahr 1912 50,75; Mark, im 2. Vierteljahr 40,90 Mk. Der bisherige Vorsten. wurde durch Zuruf wiedergewählt: Bezirksvorsteher: Lehrer Daad, StcUneirtreter: Landtagsabg. Leun- Großen-Linden, Rechurr B o l kma n - Heuchelheim, Schriftführer: Kanzleirat Schiff nie- Gießen unb Lehrer Keil, Klein-Linden. Der Voraaschia« 1912z13 mit 206,7*1 Mk. wurde genehmigt. Das Gesuch i\; Vereins Allertshausen, der eine Unterstützung »u seinem wünscht, wurde abgelehnt. Tas Bezirksfest 1913, zu dem jtt Garbenteich, Annerod, Wieseck und Beuern gemeldet hatten, finde in Garbenteich statt. Job. Balser-Steinbach erhielt fi 35 jährige Mitarbeit im Vorstand des Vereins Steinbach btt Hassia Plakette. Der Bezirk beschloß, dem Jungdeutschland-Vnis beizutreten. Nach Verlesung des Protokolls schloß der 2. Bczirl; Vorsteher Landtagsabg. Leun den Bezirkstag mit einem po< auf den Großherzog.

Schlägerei. Am Neuenweg kam eS gestern abert

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zwischen Arbeitern zu einer Schlägerei, wobei das Meffer ernt Rolle spielte. Ein Arbeiter erhielt eine Slnzahl Mesierincht

in den Kops und mußte durch Mannschaften der Samtätr-

kolonne in die chirurgische Klinik gebracht werden. Trr

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Täter wurde verhaftet.

' Unter Kameraden. Zwei Kutscher gerieten am SarnStag abend in Streit. In dessen Verlaus schlug btr eine dem andern ein BierglaS an den Kopf und verletzte ihn nicht unerheblich. ES wurde Anzeige erhoben.

* H-erbst«rrblicken In ben Straßen treiben Sinh unb Regen schon ihr Spiel, da ist cs wohl Zeit, an <ir. festes Heim zu ixmfen, das bat Unbilden der Witterung y trotzen imstande ist. Nichts ist schrecklicher im Wirrter, ab schlecht schließende, womöglich Happernbc Türen ui* Fenster. Trotz aller SchutzvorrichMngai, wie Fensterdeck Moos oder Stroheinlagen l-crrscht beständiaer Zug. schlecht heizende Lesen tragen nicht gerade zum befinden der Hausbewohner bei, am allcnvimgftcn jxa körperlichen Befinden, alleinder schrecklichste te Schrecken, das ist ein Dach mit seinen Schäden? 7-?r Hausbesitzer kann ein Lied davon singen. Reparieren un> Umdecken der Dächer ist eine ihrer größten, gefurcht.k.i Ausgaben. Die Arbeit des Dachdeckers ist schwer zu koi> trollieren. So gut oder so schlecht es eben geht, fteijt ihm zwar der würdige Hauswirt aufs Dach nach. Wenn er aber später die Rechnung in Händen l-ält, kommt er M tu der Ueberzeugung, daß so manches darauf verzcichrr: rst, wovon er nichts weiß und was sich seiner Beurteilu-tz entzieht, selbst wenn die Posten chre Mchtigkeit habt mögen. Aber wie bitter weh der 65riff ins Poilemonne* auch tut, so ist es dock) andererseits eine Wohltat, wer, man nicht in grimmiger Kälte auf den Boden zu stciqr braucht, um da oben Schneelandschaften bcrunterzufchjpp<t. worauf sich noch die Mieter über Feuchttakeit der Zimmer­decken unb Dachwände bcflagcn. Damit die Schädar niat erst überhand nehmen, lasse man die Dächer jährlich ei> mal, am besten im Herbst, prüfen, und warte nicht rrt, bis ein seuchter Beweis der Notwendigkeit dazu zwm^

Landkreis Gießen.

Wieseck, 24. Aua. Montag, den 26.August, oben« 8 Uhr, findet öffentliche GemeinderatSsihung folgender Tagesordnung statt: 1. Festsetzung des durchschm> lichen IahreSarbeitSverdiensteS der landwirtschaftlichen Arbecle. 2. Nachtrag zum OttSbaustatut. 3. Festsetzung einer 8a* fluchtlinie in der Philosophenstraße. 4. Abänderung der Ott'* sahung über Gemeindebedienstete. 5. Berkaus von Oflänx in der Philosophenstraße. 6. Ab- und Anschaffung tm< Bullen, sowie eines Ziegenbockes. 7. Erweüerung der leitung.

-in Steinheim b. Hungen, 25. Aug. Ein o« einer preußischen Behörde wegen mehrerer Vergehen ocrfolgtl Korbflickerpaar, das nach Zigeuneratt umherzieht, wurde b-t von der Gendarmerie verhaftet und in das Gefängnis nch Hungen verbracht.

Kreis Büdingen.

Hirzenhain, 23. Aug. Im hiesigen HüttenwÄ gerieten zwei 14jährige Jungen in der Weckstätte mtrrt in deffen Verlauf der eine, nennens Faust, von seinem Gcgsa eine Ohrfeige erhielt. Der Geohrseigte ergriff ein Wettzerz ein zwei Hand langes Esten mit Schneide und Spitz« jchleuderte eS dem Davonlaufenden nach. DaS Elfen t.i ben Rücken und drang bis in die Lunge vor. Der Verleit' nnirbe, nachdem ein Notverband angelegt worden war, >* Spital nach Büdingen verbracht.

Effolderbach bei Stockheim, 26. Aug. Veteranen-Ehrentafel hat unsere Gemeinde für Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71 gestiftet und M ' geweiht. Pfarrer Wolf-Ranstadt hielt die Wecherede. Posaunenchor aus Oder-Mockstadt verschünette die Feier.

Kreis Alsfeld.

B. Alsfeld, 25. Aug. Die für Mittwoch ongdo^ Vorstandssitzung der Landwirtschaftskammer im Tcustch" HauS mußte wegen Beschlußunfähigkeit vettagt werden, o die Mehrzahl der Mitglieder am Erscheinen verhindett war.

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