Ausgabe 
25.9.1912 Zweites Blatt
 
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der hessischen Gewerbevereine ist eine erheblich? Beunruhi­gung getragen worden durch eine Mitteilung des Bezirts- verbandes Mainz-Bingen im Gewerbeblrrtt Nr. 37, die auch zum Teil durch die Tagespreise ging. Auf der Ausschußsitzung des Bezirksverbandes sei ein Berichr er­stattet worden, in dem der Berichterstatter auf den letzten Jahresbericht der Handwerkskammer hinwies, aus dem hervorgehe,daß die Wahl zur Handwerkskammer erschwerr werden solle, indem beabsichtigt würde, das Wahlrecht der Gewerbevereine zu streichen" Dabei nahm der Bezirks­ausschuß dann die Resolution.an,wonach das Wahlrecht der Gewerbevereine zur Handwerkskammer in der fest­gesetzten wenigstens erhalten bleiben soll, wünscht es aber weirer ausgedehnt auch auf solche Gewerbevereine, deren Mitgliederzahl nicht zur Hälfte aus selbständigen Handwerkern besteht". Es ist unverständlich, wie der Be­richterstatter im Bezirksverband Mainz-Bingen annehmen konnte, das Wahlrecht der Gewerbevereine sei gefährdet, da der Jahresbericht der Handwerkskammer doch flipp und klar ausführt, daß für das Wahlrecht der getverblichen Ver­einigungen und der Gewerbevereine zum mindesten zu fordern ist, daß die.Organisationen zur Hälfte aus Hand­werkern bestehen, eine zufällige Minderzahl von 12 Hand­werkern dagegen nicht ausschlaggebend sein soll, somit eine Erlveiterung der Bestimmungen des Wahlrechts in sich schließt, als sie die Gewerbeordnung heute vorschreibt. Von einer Einschränkung oder gar einem Verlust des bisherigen Wahlrechts kann somit keine Rede sein. Die Handwerks­kammer verlangt nach wie vor das Wahlrecht auch für die Gewerbevereine in genau dem Umfang, den die Ge­werbeordnung in § 103 a bezeichnet hat und mit der vor­genannten Erweiterung. Die An gelegen tyeit ist nicht etwa von der Handwerkskammer aufgerollr worden, sondern vom Verband Deutscher Gewerbevereine. Er richtete einen wei­tergehenden Antrag an die Regierung, zu dem sich die Handwerkslammer amtlich zu äußern hatte, ein Antrag, der letzten Endes dahin führen würde, daß unter Um­ständen auch solche gewerblichen Korporationen das Wahl­recht erhalten könnten, die 12 Handwerker als Mitglieder aufzuweisen hätten. Die Gewerbeordnung hat deshalb aus guten Gründen als Wahlkörper von den Korpora­tionen nur solche anerlannt, deren Mitglieder^«hl zur Hälfte aus Handwerkern besteht. Müg für Norddeutsch­land in Einzelfällen, in denen ein ungünstiges Wahlrecht vorhanden ist, ein besseres erstrebenswert sein: die Hessische Handwerkskammer darf es aber nicht abhalten, ihre Stel­lungnahme aus den Verhältnissen im eigenen Lande zu beurteilen. Die Fachvcreinignngen und die Gewerbever­eine, alle mit einer Ausnahme, l)aben das Wahlrecht und haben es auch ausgeübt, soweit sie die Vorbedingungen Einreichung der Bestairdslisten uslv. erfüllt hatten. So­fern also Gewerbevereine zur Handwerkskammer nicht ge­wählt haben, ist es ihre eigene Schuld, da sie den Termin für Einreichung der Bestandslisten für die Wahlen ver­säumt haben und deshalb das Wahlrecht nicht ausüben konnten, nicht etwa aber aus anderen Gründen.

"Besuch der A usste llung ,5) c c Mensch". Mit dem am 6. Oktober von hier auS morgens 815 abgehenden Sonderzuge fährt auch der Hassiabezirk Gießen, um die Ausstellung Der Mensch" zu besichtigen. Da die Ausstellung hoch- interessant und lehrreich für jeden ist, darf eine rege Betei­ligung erwartet werden.

' Der Krieg erverein Gießen hielt an den letzten Sonntagen sein diesjähriges Preisschieben auf den Schieß­ständen des Schützenvereins ab. Die PreiSoerteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. A. Dickorö, 2. Hellwig, 3. Herrmann, 4. K. Nickel, 5. Haupt, 6. Georg, 7. Möser, 8. Waas, 9. Selzcr, 10. Hofmann, 11. Bechstein, 12. Wachsen, 13. Heß, 14. Trümpert. Prämien für die besten Tabellen erhalten: 1. A. Dickore, 2. Möser, 3. Hellwig.

** Versammlung der Gauturnwarte des M i t t e l r h e i n k r e i s e s in Hahnstätten. Kreisturn- wart Bolze eröffnete die Sitzung am Samstag abend um 7 Uhr. Die weiteren Ausführungen des Kreisturnwartes galten den von ihm angeregten Eilbotenläufen, die zur Ein­weihung des Völkerschlacbtdentmals bei Leipzig am 18. Ok­tober 1913 von geschichtlich denkwürdigen Orten aus allen Teilen Deutschlands dorthin stattsinden sollen. Bei dem Punkt Jugendpflege sprachen verschiedene Gauturn­warte über ihre Erfahrungen. Man beklagt sich über zu viele Aeußerlichkeiten. Kleber-Höchst loor zu einem Lehr­gang nach Spandau einberufen. Man habe dort wieder­holt darauf hingewiesen, daß die Jugendpflege in der Tätigkeit der Turnvereine gipfeln müsse. Alle einseitige Betätigung sei auszuschließen. Zum Schlüsse wird folgen­der Leitsatz angenommen: Die Ganturnwarteversammlung des Mittelrheinkreises empfiehlt ihren eigenen Vereinen aufs eindringlichste, auch künftighin die Körperpflege ihrer Jugendabteilungen nach den bewährkrn Grundsätzen der Deutschen Turnerschast zu betreiben. Sie warnt vor über­triebener körperlicher Anstrengung (sportlicher Ausbildung) der jugendlichen Turner und sieh: in dem Bestreben, die Jugend zu uniformieren, und sonstigen nutzlosen Aeußer- lichreiten fein Förderunasmittel im Sm ne der ministeriellen Jugendpflege. Braun-Frankfurt hätte sich gefreut, wenn der Jugendbnnd Jnngdeuischland dafür gesorgt hätte, daß die S ch u l t u r n h a l l e n den Turnvereinen mehr zur Ver­fügung stüirden. Vereine, Gemeinden nnb Staat sollten sich zu ihrem Bau und Gebrauch vereinigen, alsdann könne viel Geld gespart werden. Am Sonntag morgen versammel­ten sich die Gauturnwarte zur praktischen Arbeit in der Turnhalle. An die Ordnungsübungen von Poller, die nach seinen Ausführimgen nur dazu dienen sollen, einen Reihen- förper zu bilden und aufznlösen und die Aufstellung einer geordneten Schar rasch twrbeizuführen, schlossen sich Stab­

übungen von Engel-Wiesbaden und Hebungen des Sprin gens, Hüpfens und Laufens von -Schmidt-Koblenz an. Kreis- rurnwart Bolze übte alsdann Handkreise und Mühlschwünge mir den Keulen.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. 3JL, 23. Sept. Nachdem die erste Sendung von 88 Vierteln dänischen Rindfleisches hier eingetrost'en ist, soll morgen mit dem Verkauf begonnen werden. Das Fleisch, das von der Stadt zoll- und frachtfrei Offenbach bezogen wird, wird an die Metzger zum Preise von 71 Pfg. das Pfund abgegeben und von diesen mit 10 Pfg. Preis- aufschlag weiterverkauft. Das gewöhnliche Fleisch mit höchstens bis zu 150 Gramm Beilage soll zu 76 Pfg. verkauft werden. Tie besseren Stücke erhalten einen entsprechenden Ausschlag. So wurde der Verkaufspreis deS Eisbeines auf 1 Mk., der deS Rostbeafs aus 1,20 Mk. und der der Lende auf 1,4 Mk. ohne Beilage festgesetzt. Diese Preise sind in den Verkaufs­stellen auf Preistafeln bekanntgegeben, die von der Bürger­meisterei herauSgegeben werden. DaS Fleisch wird an die Metzger durch Lose, auf je 2 Viertel lautend, abgegeben. Während die Metzgerinnung anfänglich sich zum Verkauf bereit erklärt hat, hat sie ihn in letzter Stunde abgelehnt. DaS Fleisch ist jederzeit nur bei NichtinnungSmetzgern und in den Verteilungsstellen des Konsumvereins erhältlich, außerdem befindet sich eine städtische Verkaufsstelle im Schlachthof.

wandern und Reisen, vader und Sommersrischen.

** Rhein-undTaunus-KlubWiesbadcn(E. 23. . Tie am Sonntag ausgesührte 9. H a u v t w a n d e r u n g war von 75 Teilnehmern besucht und von herrlichstem Herbstwetter begünstigt. Vom Bahnhoi Gießen aus ging es durch die Stadt und dann durch Wiesen und am Waldrand bergan zum S ch i f f e n b c r g. Nach einstundiger Rast und befriedigt von dem schönen Panorama, das sich von dem oberen Saal des Gasthauses aus darbot, ging cs abwärts durch Wald, dann am Forsthaus Hochwart vorbei auf der Straße weiter nach L i ch, durch den Schloßpark und aufwärts über den Hardtberg zum Kloster Arnsburg. Nachdem die ausgedehnte Klosteruinc be­sichtigt und eine kurze Rast von nahezu dreiviertel Stunde ge­halten, ging es über Trais-Münzenberg nach M ünzenber g woselbst um 1 Uhr im GasthausZur Burg" die Hauptrast statt­fand. Nach dem Essen wurde der Burg ein Besuch abgestattet und sodann um 6 Uhr der Sonderzug bestiegen, der die Teil­nehmer nach Butzbach beförderte.

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Eine ganze Kompagnie im Arre st.

Potsdam, 24. Sept. Das Urteil im Prozeß wegen Un­regelmäßigkeiten beim KaiserprciSschießen lautet: Hauptmann v. S ch l i ch t i n g eine Woche S t u b c n a r r e st, Schießunteroffi­zier Huttenburg vier Monate Gefängnis, ein Mo­nat Untersuchungshast wird angcrechnet. Der Feldwebel drei Wochen, die Vizefeldwebel und Unteroffiziere je zwei Wochen ge­linden Arrest, die älteren Mannschaften als Palronenempfänger und -Verteiler je drei Tage, die übrigen Grenadiere je zwei Tage Arrest. Ter Gefreite Wilhelm fünf Tage Mittelarrest, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Der Grenadier Hamann und Fahnenjunker v.^Eramon wurden freigcsprochen.

Paris, 24. Sept. Ter frühere deutsche Kavallerie­offizier Alfred S e w e l o t e, den, um die Geldansprüche seiner Geliebten, einer Tänzerin, zu befriedigen, verschiedene Betrü­gereien versuchte, wurde vom Zuchtpolizeigericht zu sechs Mo­naten Gefängnis und 50 Franks Geldstrafe verurteilt.

CuftjdHffabrt.

Das erste Marineluftschiff liegt fertig auf der Zeppelinwerft in Friedrichshafen. Im Lause dieser Woche trifft ein Marinekommando zur Abnahme ein. An­fangs nächster Woche wird das Luftschiff gefüllt, woraus sofort die Versuchsfahrten beginnen. Dann erfolgt die Uebcrführung nach Johannisthal.

Französische Luftschiffpläne.

Nach einer offiziösen Meldung desTemps" sollen die im Jahre 1913 zu erbauenden vier Militär-Lenkballons ungefähr 15 000 Kubikmeter fassen, drei voneinander unabhängige Gondeln besitzen und eine Geschwindigkeit von 70 Kilometer in der Stunde erreichen. Tie Ballons, welche nicht nach dem starren Zeppelin-Shstem gebaut werden sollen, sollen an ihrem höchsten Punkte einen mit einem Maschinengewehr aus - gerüsteten Bcobachtungspostcn tragen. Für den Bau dieser Lenkballons sollen die für das Budget 1912 bewilligten Kredite von fünf Millionen Franks verwendet werden. Es sei übrigens fraglich, ob die geplanten Lenkballons bereits für die Herbstmanöver fertiggeftellt sein werden.

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Antwerpen, 24. Sept. Gestern stürzte auf dem Flugfeld Bräschast ein Militärzweidecker ab. Leutnant von Loo erlitt einen Beinbruch, Leutnant de M a n st blieb unverletzt.

Handel.

Teutschlands Tabakimport.

Ter Anteil, der von unserer gesamten Wareneinfuhr auf unbearbeiteten Tabak entfällt, ist in den letzten Jahren stark zurückgcgangcn. Er belief sich 1907 auf 1,5 Prozent, 1908 auf 1,6 Prozent, 1909 auf 1,5 Prozent, 1910 und 1911, also nach Einführung des Wertzollzuscküags lautSüddeutsche Tabak­zeitung" nur noch auf 1,2 Prozent, was einen Wert von rund 116 Millionen Mark repräsentiert. Dieser Wert verteilt sich nach einer interessanten Statistik des genannten Fachblattes auf die einzelnen Länder wie folgt: Tic Einfuhr aus Niederländisch- Jndien lJava, Sumatra usw.) hatte im letzten Jahre einen Wert von rund 67 Mill. Mk., aus der Türkei betrug sie 19 Mill. Mk., aus Brasilien 12 Mill. Mk., aus den Bereinigten Staaten 7 Mitt. Mark, aus der Dominikanischen Republik 5 Mill. Mk., aus Ko­lumbien 3 Mill. Mk., aus Kuba 2 Mill. Mk., aus Mexiko 1 Mill. Mk.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 24. Sept. Heu- und St robinarkt. Angefahren waren 8 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde

Meteorologische Beobachtungen der^tation Sie,

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Leute, d i e es wissen müssen. Trotzdem bif 9ar garinc von^ Jahr zu Jahr größere Bedeutung erlangt, twpai sie einen Haushalt nach den» anderen erobert, trifft hin und wieder vereinzelt Hausfrauen an, welche bienm w® Nahrungsmittel aus einem unbegründeten Vorurteil ned) « lehnend gegenüber stehen. Da dürfte es interessant km. R hören, wic die maßgebenden Faktoren unserer deutschen M" eine erstklassige Margarine beurteilen. Die bekannten Spni* markenRheinperle" undSolo" wurden in einer große« » zahl erster Kochschulen probeweise verwendet. Alle Der'ucke ndt glänzend aus und die eingegangcnen Urteile lauten alle dadn das; es sich bei Rheinperl c und Solo um erstklassige Man« handelt, welche die teure Naturbutter entbehrlich machen st

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Straußfedern, M. Reitz Ww., Riegelpfad 20

LingesanSt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik ilch nben übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber k

Verantwortung.)

Gießen, 25. September

An den neuen Häusern und auch an manchen alten hebt -,'c

unten an der Haustür Klingelleit nngen, die nach -Z einzelnen Stockwerken führen. Es sind dies Trncklnöple :nu t>» neben besindlichen NamenSschildchen. Aber die Hoffnung, dar»^ nun auch die Namen der Hausbewohner leien UI können trügerisch: Parterre, 1. Etage, 2. Etage usw. beißt eS und man von neu zugezogenen Bekannten die Wohnung nicht w>* rennt man treppauf und -ab, bi5 man ne glücklich sindei. - man hier wirtlich nicht wißen, daß die kleinen Schilder abichr,^' bare Teckel haben zum Einschieben der Namen? Es wäre ieV schön, wenn man das lernen könnte! Außerdem ist es einem deutsch empsindenden Gemüt peinlich, immer wieder die irewd» deieichnunaen zu lesen. jgM

23. , 24.

Vcnchlcimung und sonstigen Katarrhen der Sprechwerkzeuge behalf man sich bisher gewöhnlich mit Husten­zucker und dergleichen Erzeugnissen, die vielleicht angenehm schmecken, aber wohl selten etwas nützen. Es fehlte eben ein zuverlässig wirksames und dabei harmloses Mittel.

Ein solches ist in den neuen Coryfm-Bonbons gefunden. Diese enthalten je 0,02 g einer neuen Menthol­verbindung (Aethylglykolsäurementhylester), die, trotz prompter und länger andauernder Wirkung, die Organe nicht schädigt.

Die für Sänger, Redner usw. lästigen stimmlichen Indispositionen, ferner Hustenreiz, Ver­schleimung, Heiserkeit, Trockenheit im Hals und Rachen bessern sich schnell. Es tritt ein angenehmes Gefühl von Kühle ein, ebenso lassen etwa vorhandene Schmerzen nach.

Gebrauchsanweisung in den Originalschachteln, die zuM 1,50 von allen Apotheken u.Drogerien vorrätig gehalten oder doch prompt beschafft werden. Man achte genau auf den geschützten Hamen!

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