Ausgabe 
22.7.1912 Erstes Blatt
 
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Der Kaiser von Japan schwer erkrankt.

Tokio, 20. Juli. (Reuter.) Der Kaiser ist ernst­haft an einem Magenleiden erkrankt. Er war gestern bewußtlos.

Der Kaiser leidet nach einer Veröffentlichung der behandelnden Aerzte an H a r n b e s ch w er d e n und einer chronischen Nieren kran kh eit.

Tokio, 21. Juli. Nach einem heute mittag ausge­gebenen Bulletin zeigt sich im Befinden des Kaisers eine Wendung zum Schlimm ern. Die Tempera­tur betrug morgens 9 Uhr 39,3 Grad, der Puls, der un­regelmäßig und schwächer war, 100, die Atmung 30, die Zunge ist trocken und die Fieberphantasieu dauern an. Krämpfe und andere schwere Symptome haben sich ein­gestellt.

Das Besinden des Kaisers war bis 6 Uhr abends s V 1 crändert. Der Zu stand des Kronprinzen, der die r-^varopocken hatte und sich auf dem Wege der Genesung B^-^nd, nahm durch die Nachricht von der Erkrankung des ocaisers eine Wendung zum Schlimmeren.

Infolge der Erkrankung des Kaisers von Japan wird Fürst Katsura seine Reise durch Europa aufgeben und nach Japan zurückkehren.

Berlin, 21. Juli . Tie japanische Botschaft erhielt folgendes Telegramm: Der Kaiser leidet seit dem 14. Juli an einer Magen- und Darmkrankheit. Am 19 Juli trat eine leichte Störung des Bewußtseins ein An demselben Abend stieg die Temperatur auf 40V2 Grad Puls 104, Atem 38.

Ausland.

Tie Lage in Portugal ist unverändert. Republikanische Truppen nahmen in den Provinzen Minbe und Traz cs Montes die Vcrwlgung der Trümmer der ropalistischen Banden auf. Tie Nachforschungen, die in verschiedenen Orten nach dem Verbleit, der Verschwörer angestellt wurden, blieben erfolglos. Im Lande herrscht Ruhe.

< mexikanische Rebellenführer Zapata überfiel heute mit 500 Mann einen Personenzug zwischen der Stadt Mexiko und .Cürnavara, im Staate Morclos. Tie Lokonlotivc

62VG; 61</6: und L.

60 Vs; 593/6;

Vie Kabincttsfrifis in der Türkei.

Konstantinopel, 21. Juli. Ein Reskript über die <Er- Nennung Achmed Mukhtars zum Großwesir und Dschemal Eddins zum Scheich ül Islam ist heute bekannt gegeben worden.

Im neuen Kabinett übernimmt der England freundliche Kia­mil Pascha das Aeußere, der Albanese Ferid Pascha das Innere und das Kriegsporteseuille Nazim Pascha, der früher Mitglied des Komitees war, aber von diesem ioegen seiner Oppo­sition als Gouverneur in Bagdad kalt gestellt wurde. Der neue Großwesir Mukhtar Pascha nimmt einen gemäßigt fortschrittliä>en Standpunkt ein. Hussein Hilmi Pascha soll das Porte- ifeuille der Justiz übernehmen. Die jnngtürkische Partei hat be­schlossen, dem neuen Kabinett ihr Vertrauen auszusprechen.

Konstantinopel, 20. Juli. Seit gestern entwickelt auch die hiesige geheime Militärliga ihre Tätigkeit, lieber die dem Palais unterbreiteten Forderungen, über welche die Prokla- nration des Sultans spricht, schien genaue Angaben, doch dürften die Forderungen mit den Bedingungen Naznn Paschas identisch sein, welche gestern durch eine geheime Proklamation in der Stadt verbreitet wurden und in der auch die Erhebung der Anklage gegen das Kabinett Hakki Pascha gefordert wird.

7. vunöerfeft öes Lahn-Vunsbura-Turnerbundez.

s. Wieseck, 21. Juli.

Heute fand hier die goldene Jubelfeier des Turn­vereins, verbunden mit dem 7. Bund es fest statt. Leider setzte nach einem herrlichen Morgen gegen 2 Uhr ein heftiger Regenschauer ein, so daß der Festzug nur verspätet aufgestellt werden konnte. Der Himmel hatte aber trotz aller Wetterwolken bald Einsehen und das Programm konnte sich weiter abwickeln. Insgesamt 42 Vereine, darunter 33 Bundesoercine und 2 Musik- korps waren in dem Festzuge vertreten. Ter Turnplatz am Ried" erwies sich für die ungeheure Volksmenge fast zu klein. Schon am Vorabend waren alle hiesigen Vereine vertreten. Heute morgen herrschte auf dem Turnplatz lebhaftes turnerisches Treiben. Hunderte von Zusck)auern umstanden die Schranken, um dem Wett­kampfe zuzusehen.

Rach dem Festzug hielt Bundesvorsitzender D a u b c r t die Begrüßungsrede und ging kurz auf die Geschichte des hiesigen Vereins ein. Er konnte noch drei der Gründer, die Herren Kolb, Möser und Wagner den Festteilnehmern vorstcllcn.

Es folgte ein Begrüßungschor der Gesangsabteilung des Turn­vereins, worauf Fräulein Zaubert den Festprolog vortrug und dem Jubelverein als Angebinde der Damen eine Schleife an das Banner heftete. Der Gesangverein Konkordia und der KegelklubGut Holz" überreichten gleichfalls fe eine Schleife. Trotz erneuter heftiger Regengüsse setzten unter Leitung des Bundes- turnwarts S ch m i d t- Lannsbach die Freiübungen ein, die leider nicht in der vorgesehenen Weise durchgeführt worden konnten.

Viel bewundert wurde der Reigen unserer Schulkinder.

Erst spät am Abend konnte die P r c i s v e r t e i l u n g er­folgen.

wurde mit Dynamit in die Luft geivrengt. Gegen 6 0 Passa - giere wurden getötet. Tie Reisenden und der Gepäckwagen wurden, ausgeplündert und, schließlich wurde alles mit Petroleum übergossen und in Brand gesteckt. Eine Eskorte von Bundestruppen wurde von den Rebellen zurückgeschlagen.

Ter Agent der amerikanischen Regierung Stuart Fuller ist in Jguitos eingetragen und wird sich von dort in das Kaut­sch u kgebiet von Fu t u ma yo begeben. Er wird voraus­sichtlich keine eigene Untersuchung anstellen, da das Staatsdeparte­ment die Tatsachen durch das englische Blaubuch als hinreichend erwiesen erachtet. Ta aber Peru sich bereit erklärt, die Schuldigen vor Gericht zu ziehen, so soll der amerikanische Agent darauf achten, daß das Versprechen erfüllt und den bisherigen Zuständen ein Ende gemacht wird.

Kreis Alsfeld.

r. Mücke, 21. Juli. Die hiesige Station? Verwaltung will die Einlegung eines Triebwagens auf der Strecke Mücke- Hungen beantragen. Der Triebwagen soll um 6 Uhr 20 nuten nachmittags in Drücke eintreffen und 6 Uhr 40 Mimka abgehen. Es wäre hiermit für die die Bahn benutzende« Arbeiter aus Stockhausen und Weickartshain ein großer Vor. teil geschaffen, denn zurzeit verkehrt auf dieser Strecke von 4 Uhr 27 bis 10 Uhr 10 nachmittags ab Mücke kein Zug.

Kreis Lauterbach.

~ Schlitz, 21. Juli. Die Arbeiten zur Fort­führung der Nebenbahn SalzschlirfSchlitz bis zur Einmündung in die Neubaustrecke AlsfeldHerSfeld werden nach einer Mitteilung der Eifenbahnbaubehörde am 1. Sep­tember ds. IS. beginnen. Die Bahn wird bei Njeder- Jossa in die vorgenannte Strecke einmünden. Dem Ver­nehmen nach muß gegen verschiedene Hofreitenbesitzer in einigen Gemeinden daS EnteignungSoerfahren eingeleitel werden, da eine Einigung zwischen ihnen und der Eisenbahn- direktion Frankfurt a. M. bezüglich deS in die Bahnlime fallenden Geländes nicht erzielt werden konnte.

Kreis Schotten.

r. Feldkrücken, 21^Juli. Eine Frau von hin wurde auf der Weide von einer Kuh angefallen und mit den Hörnern derart bearbeitet, daß sie schwer verletzt nach Hause gebracht wurde. Der Frau sind mehrere Rippen gebrochen, wovon eine in die Lunge eingedrungen ist.

r. Ulrichstein, 21. Juli. ' Da die Maul- und Klauenseuche sich hier nicht weiter auSgebrcitet hat und auch in den verseucht gewesenen Ställen erloschen ist, wird der Kram markt voraussichtlich doch abgehalten werden. Der sonst stets stark beschickt gewesene Biehmarkt fällt diese« Jahr aus.

daraus hm, daß entgegen der bisherigen Annahme die äußeren Tardanellensorts sogleich gegen die italienische Flottille feuerten und.die übrigen Forts alarmierten. Tics setze die Kühnheit Millos und, seiner Leute in ein noch helleres Licht, weil sie beweise, daß sie freiwillig unter dem feindlichen Feuer 42 Kilometer weit vor­drangen.

Rom, 21. Juli.Journal d'Jtalia" hebt den morali­schen und politischen Wert der Fahrt in die Tarda- nellen hervor und fragt, was die Flotte in der militärischen Organisation der Jungtürken vorstcllc. Wenn sic, nachdem sie sich seit Beginn des Krieges in einem abgeschlossenen Meere ein« gffchlassen hat, mit dem Varwand, cs mit der italienischen Flotte nicht ausnehmen zu können, es jetzt nicht gewagt hat, sich zu rühren, während sie wohl geschützt war, und es nicht wagte, fünf italienische Torpedabootc anzugreifen und unter dem Schutze des Feuers von den Ufern und den Forts die Dardanellen zu verlassen. Wenn die italienii'dte Marine einen glänzenden moralischen Sieg errungen hat, so hat die türkische Marine eine ebenso schlimme Niederlage erlitten. So vermeidet die Türkei jede Berührung mit dem Gegner, mögen die Bedingungen auch noch so günstig sein, während sie mit allzu törichtem Stolze sich weigert, Frieden zu schließen, und den Krieg in die Länge ziehen will, ohne ihn doch führen zu Tonnen oder zu wollen. Aber außer dem moralischen Wert hat die Fahrl noch einen politischen und militärischen Wert ersten Ranges, selbst wenn die Wirkung, auf welche sie abzielte, infolge unvorher­gesehener Gründe nicht erreicht wurde. In der Art hielt man es wenn nicht für möglich, so doch wenigstens für sehr gefährlich, die Dardanellen zu forcieren. Heute haben es die italienischen Tor­pedoboote unter dem feindlichen Feuer ohne Schaden vollbracht.

Rom, 21. Juli. TerMcssaggero" hebt die Bravour in deut Vorgehen der italienischen Tarpedoboatsflottille hervor, die der Türkei bewiesen habe, daß Italien während des Krieges sich seine Bewegungsfreiheit gewahrt habe. Tas Blatt rühmt die nicht nachlassendc Vorsicht der türkischen Flotte gegenüber der Kühnheit der italienischen Marine.Popolo Romano" 'charakterisiert den Vorstoß der Torpedoboote als eine glänzend gelungene A n f k l ä r u n g s fa h r t.Vita" schreibt: Das italienische Torpedobootsgeschwader vollbrachte mit dem Eindringen in die Dardanellen ine geschichtliche Tat, die eine unvergleichliche Ehre der italienischen Marine bleibe. Die ge­samte Provinzprcsse bringt ähnliche Artikel. DemMcssaggero" zufolge ist der Marineminister von allen militärischen Behörden, Militär- und Marincattachces und Botschaften beglückwünscht wor­den. Der Marineattachce der englischen Botschaft drückte seine hohe Bewunderung für die Aktion der Torpedoboote aus, die er als eine heldenmütige bezeichnete. Von ollen Seiten gingen dem Marineminister aus Italien Glückwunschdepcschcn zu.

Von türkischer Seite liegen weitere offizielle Meldungen nicht vor. Die Konsular- und die privaten Meldungen erwähnen bloß den Beginn der Kanonade noch vor 12i/2 Uhr nachts. Den. Blättern zufolge wurde das italienische Geschwader von dem in der Meerenge kreuzen­den 'türkischen TorpedobootKutahia" bemerkt, das sich unter dem Schutz der Festungen flüchtete. Da italienische Torpedoboote denKutahia" angreifen wollten, ertvidcr- ten die Festungen das Feuer, an dem sich derKutahia" beteiligte. Außer den zwei gesunkenen Torpedobooten wurden an zwei anderen die Masten und Rauchfänge zer­stört. Wie die Blätter erfahren, sollen die Tardanellen nicht beschlossen werden, sofern kein neuer Angriff erfolgt. Es wird aber die Rinne für freie Fahrt um die Hälfte enger gemacht. Die Schiffahrt durch die Dardanellen ver­lies bis jetzt nach amtlicher Fesfftellung ungestört.

Deutsches Reich.

Der Kaiser hielt am Sonntag Gottesdienst an Bord derHohcnzollcrn" ab und machte nackMittags eine Ausfahrt auf demSlcipner".

DieZ eitschris t", die kürzlich unwahre Behauptungen über eine Beteiligung des Kaisers an Scknffahrtsgcscllsckwften brachte, veröffentlicht heute Beschuldigungen gegen Staate fefretär von Tirpitz und eine Reihe von Reichst» c Hörden

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. Juli 1912.

Erledigt ist die erste mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerltclle (Rektoratssielle) an der Geineinde- schule zu Schotten. Der Inhaber der Stelle hat keinen Kirchendienst zu versehen.

** Das er ft e Akademische Turn-und Sport- fest r n Hessen, das vorgestern und gestern in Darm­stadt abgehalten wurde, ist vorbei und man kann mit seinem Ergebnis zufrieden sein. In Anbetracht der großen Kürze der Vorbereitung und des Mangels an genügender Organisation wurden schöne Leistungen geboten, die alle Beteiligten lebhaft anregten und erwarten lassen, daß bei richtiger Organisation die jungen Akademiker auch bei uns in Turnen und Sport sich gut entwickeln werden. Gießen trägt nicht den Eichenkranz des Großherzogs für den Eil­botenlauf zwischen Heidelberg, Tarmstadt und Gießen nach Hause, der blieb in der Residenz, aber die Ludoviciana chnitt gut ab auf allen Gebieten. Im turnerischen Fiöif- 'ampf wurden Naumann, Phil., vierter, Soldat, agr iebenter, im sportlichen Dreikampf Element, med., vier­ter ünd Dang, germ., fünfter. Ein Faustball- und ein ^amburinspiel wurden von Gießenern gewonnen: im Weit prung wurde Clarius, histor., erster, und im Stabhoch- prung Naumann. Im 100-Meter Lauf wurde Cle­ment guter zweiter, im 400-Meter-Lauf ebenso Geb­hardt, iin .Hürdenlauf H 0 l s ch u h, chem, dritter. Wesent­lich batiken wir das den zwei Sportvereinen und den Burschenschaften sowie den Mitgliedern der akademischen -luinriege. Interessant war der Vortrag des Dr. med. Mallwitz-Berlin über Turnen und Sport an den Hoch­schulen. Hier, Ivie am Sonntag nachmittag folgte der Großherzog allem mit lebhaftestem Interesse. Sonntag nachmittags war auch die 'Großherzogin auf dem Platze- auch der Rektor unserer Hochfch t!e, der engere Ausschuß der Studentenschaft, der llniverfitätsturnlehrer und mehrere Dozenten waren anwesend. Leider regnete es am Nach­mittag etwas zu ausgiebig. 9hiu gilt es, den schönen An­fang fortzuführen zu schöner Blüte und Entwicklung. Noch steckt viel Anfänger tum in unserem akademischen Turnen und Sport, noch fehlt uns die Organisation, aber die Be

Kreis Friedberg.

k. Bad-Nauheim, 21. Juli. Zu ihrer 6. Tagung trat am Sonntag hier die Vereinigung hessischer selbstän­diger Buchbinder zusammen, nachdem am Samstag tut Fcstkommers im Teichhaus Restaurant borangegangen war. Zur Hauptversammlung hatten sich etwa 120 Teilnehiuer cingefunbai Den Tätigkeitsbericht erstattete Weitz- Tarmstadt Er führte aus, daß das vergangene Jahr uns viel zu wünschen übrig ließ Der Geschäftsgang war flau. Besonders ungültig beeinflußte ihn der Umstand, daß in letzter Zeit in den Arresthäusern für die verschiedenen Behörden die Brieftouverts angefertigt und ge­liefert wurden. Betreffend die Gesangbuchsrage wurde an die Regierung ein Gesuch betr. Bewilligung eines höheren Rabatt- satzes bei dem Verkauf von Gesangbüchern eingcrcicht. Tiefem Wunsch soll bei den nächsten Neuauflagen entsprochen werden. Ten Kassenbcrickft trug Bocher- Tarmstadt vor. Die Kaffe schließt mit einem lleberschuß von 164 Mark ab. Einen Bericht über die am 23. Juli in Darmstadt ftattgefunbene Versammlung der Vorstände der vereinigten süddeutschen Verbände erstatteten Gresser und Weitz-Darmstadt. Ta in lcitter Zeil in dem Buchblndereibetneb des Landesmustums Darmstadt Erweite- rungen cingetrcten sind, hielt es die Versammluna für geraten, hierzu Stellung zu nehmen. Es wurde ein Gesuch an die Hand­werkskammer formuliert, dafür zu sorgen, daß der Buchbinderri- betricb im Landesmuseum wieder eingestellt wird. Tie Ver­sammlung erklärte sich bamit einverstanden, daß ein von Stein­häuser- Gießen verfaßtes Merkblatt, das dem Publikum Auf­klärung geben soll über gewissenhafte Buchbinderarbcit,

gedruckt wird. Nach läiMer Beratung wurde beschloffea, die VereinigungVereinigung selbständiger Buchbinder-weißer" nennen. Hieran schloß sich eine Besprechung über die Ein­führung einheitlicher Gesellen- und Meisterprüsungsstücke. Ter Vorltand. wurde dann beauftragt, sich mit dieser Angelegenheit öu befassen und dem nächsten Verbandstag darüber Bericht ju

geifterung ist da, und ebenso die Kraft; nun heißt es: rök. aushalten!

* Von der Mainzer Beigeordnetenwahl Beigeordneter Keller befand sich kürzlich in engerer Lati für die heiß umstrittene 317 Bewerbungen! Lle"- eines Nachfolgers des nach Berlin berufenen Beil ordneten Berndt in Mainz. Nach langen Verhai hingen waren drei Mainzer Juristen und fünf au^tvärt Bewerber zur engeren Wahl gestellt; der Kreis der & tidaten wurde aber zuletzt noch verengert: denn Mainzer Tageblatt meldete am Samstag, daß der Senioren, tonvent und die Stellenbesetzungskommission der Mainzc- Stadtverordnetenversammlung alle Mainzer Kandidarei ausgeschieden habe und daß von den auswärtigen Bcwei bern ein Bürgermeister aus Norddeutschland und ei Herr aus Gießen günstige Aussichten hätten. Som stand Beigeordneter Keller in engster Wahl. Gewählt nmrl Dr. Güntert aus Stettin zum juristischen und der Ar Tr. Külb zum nichtjuristischen Beigeordneten. Beigeori neter Keller wird also vorerst noch in Gießen bleiben.

Gießener Regatta. Die Vorbereitungen zu d:x am 28. Juli stattsindenden 16. Regatta der Gießenr: Ruder-Gesellschaft 1 87 7 sind im Gange; ein reges Treiben herrscht auf beiden Ufern der Lahn, wo Zelte ufm. gebaut werden, um die diesmal zweifellos besonders zahl, reichen Zuschauer zu bergen und zu bewirten. Die die?, jährige Regatta, die größte, die Gießen bisher gesehen hat. verspricht besonders interessant zu werden, da nicht menißc al§ 22 Riidervereine, darunter auS Berlin und Hambiirg, a- Erscheinen zugesagt haben, und insgesamt fast 300 Rudtrn am 27. und 28. Juli in 26 Vor- und 14 Hauptrennen ftarttn werden. (Siehe Inserat.)

** Der hiesige Ruderklub ^,Hafsia" erran- bei der gestern in Limburg abgehaltenen 20. Regam des Süddeutschen Ruderverbandes den Ehrenpreis der Stadt Limburg und im Senior-Vierer den Goldpohi der Freifrau von Tungern-Dehrn nebst einem silberner Zusatzpreis des Freiherrn von Dun gern-Tehrn. Die Sic- ger werden heute abend mit Musik empfangen.

** Männer-Turnverein. Bei dem gestrige» Turnfest in Wilhelms höhe bei Kassel erhielt br Turner Hans Thöt mit 74 Punkten den 12. Preis.

** Die Bürgergesellschaft veranstaltete a« Samstag ein gut besuchtes Vergnügen im Philosophen- ivald. Der Abend wurde ausgefüllt durch Gesangsvorträgr der Einzelchöre und des gemischten Chors. Fräulein Dörr aus Bufallo trug mehrere Lieder in englischer Sprache vor und erntete damit vielen Beifall. Den Schluß des Fest« bildete ein gut verlaufenes Tänzchen.

Landkreis Gießen.

O Lich, 20. Juli. Anläßlich des GeburtStager der Fürstin Emma zu SolinS-HohensobuS-Lici trugen heute einige Gebäude der Stadt den solmsischen un> hessischen Flaggenschmack. Der GesangvereinCäcillä" brach,.- unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Zimmer, abends vo: dem Schlosse ein Ständchen. Für die fürstliche Dienw schäft wurde im großen Saale des SchloffeS abends ein BaL veranstaltet.

Nachstehend teilen wir die Siegcrliste mit:

Der Ehrenpreis wurde Ernst Will-Launsbach mit 71°/e Punkten zucrkannt, J. Preis L. Hofmann-Lollar 71/n Punkten; 2. K. Wellcr-Wiescck 675/6; 3. B. Bonarius-Großen-Buscck 673/6; 4. H. Frank-Wieseck 66^/«; 5. K. Winter-Launsbach 66> n; 6 L. Klinkcl- Lollar und W. Frank-Lollar 66; 7. K. Klinkel-Lollar 64-.-: 8 W Gaul-Großen-Buseck 63Vß; 9. E. Bergen Allendors 632 'c; IO. Chr. Karber-Odenhausen 63V6; 11. W. Lehr Taubringen b2./e; 12. H. Zecher-Staufenberg und W. Ott-Ruttershausen

13. K. Schlicrbach-Rodheim 62; 14. O. Lchr-Daubringen 15 W. Dambmann-Großen-Buseck, H. Hofmann-Lollar Reinhardt-Daubringen 612/s; 16. H. Schäfer-Taubringen 17. W. Scküvalb-Allendorf und G. Speier-Ldenbinfen ^^ofman^-Wicscck 59V6; 19. Joh. Bcckcr-Wiescck 59; 20. H. Wagner-Wis'.ncar 58V6: 21. H. Hormel-Roth 08;

o. Pfeiffer-Lannsbach 575/n: 23. W. Schicfcrstein-Launs baH 57Vg: 24. K. Wellcr-AtzbHch 57/6; 25. H. Rühl-Lollar und A Lrtadtmullcr-Annerod 5/Vc; 26. L. Lümmer-Maiiizlar

27. Fr. Hofmann-Steinbach und K. Willershäuser-Wenk- bach 56Ve: 28. Fr. Stumpf-Burkhardsfelden 56Vr,; 29. W. ©tfn^ner=2Biefed 55%; 30. H. Schmidt-Großen-Buseck 55; 31. E Klinkel-Lollar und L. Kreiling-Mainzlar 553/s; 32. L. Oswald-Lollar 552/6; 33. L. Fuchs-Mainzlar 55; 34. W. Bremer-Weber 54»/«; 35. W. Röhrsl-cim-Rnttershausen und H. Groß-Grotzcn-Buseck 54; 36. L. Bremer-Bieber und K. Müllcr- Netskrrchen 535/6; 37. L. Lotz-Wieseck 52V.: 38. H. Görlach- Sternbach 524/G: 39. W. Rndolf-Daubringcn 523/6; 40. L. Rein- tchmidt-Steinbach 522/6; 41. H. Schnridt-Launsbach 512/fi; 42 Ö Münck>-Großen-Buseck 503/6; 43. L. Eckhardt-Staufenberg ff«? .H- Jnderthal-Großen-Buseck 493/6: 45. W. Rinker- Allendorf 49V.; 46. L. Schomber-Wieseck 49; 47. K. Wols- Wlßmar und H. Pfeiffer-Mainzlar 48-5/6; 48. Ph. Bccker-Rcis- ttrchen und W. Mattern-Fellingshausen 48V«; 49. W Grilz- ©taufenberg 48VC; 50. L. Aff-Großcn-Buseck und I. Bcrgenstcin- Roth 48: 51. H. Hens-Großcn-Buseck 47V6: 52. K. Keßler-Anne- rod 47V.- 53. K. Kraft-Dorlar 473/G; 54. K. Sck)äfer-Dorlar 46V«: 55 H. Drcuth Torlar 462/« ; 56. H. Vondcrheid-Hausen unb K. Schafer-Launsbach 46'/.; 57. W. Harbach-Großcn-Buseck 46; 58. Joh. Nicdcrhöfer-Roth 455/6; 59. H. Reinstädter-Torlar, H^ Spaar-Wißmar und K. Haas-Annerod 45VG; 60. W. Wcller- Wieseck, und L. Bender-Fellingshausen 45.

. dei dem Musterricgen-Turnen erhielten a) Turner 1- DreisGroßen-Buseck 36,15 Punkte; 2. Lannsbach 34,74; 3. Wicseck 34,60; 4. Steinbach 34,40; 5. Odenhausen 34,25 n 33'52: 7. Wißmar 30,23; 8. Reiskirchen 29,31; 9. Waldginncs 28,82; 10. Annerod 25,96; b) Zöglinge- 1 Lollar 34,44; 2. Lannsbach 32.48; 3. Odenhausen 31,62; 4 Waldgirmes 30,92; 5. Wieseck 30,80; 6. Roth 30,46; 7 Dau- briugcn 29,78; 8. Großen-Bnscck 29,34; 9. Garbenteich 29,01; 10. Atzbaeh 28,45; 11. Reiskirchen 27,32; 12. Watzenborn 26,95