deutsche Diplomatie eines ihrer besten Vertre- ter in einem Zeitpunkt beraubt, da auf seine weitere Wirksamkeit Vertrauen und Hoffnung gefetzt werden tonnte. Als badischer Gesandter in Berlin und in aufreibender Arbeit als 'Staatssekretär des Auswärligen Amtes von 1890 bis 1897 Hai sich Herr v. Marschall selber zu der Beherrschung des ihm ur sprünglich fremden diplomatischen Geschäftes herangebildct, die ihm dann eine glänzende Botschafterlaufbahn ermöglichte. Ein halbes Menschenalter hindurch find die wichtigen Interessen des Reiches in Konstantinopel unter wechselnden Verhältnissen und ost recht schwierigen Umständen von ihm mit vorbildlichem Geschick vertreten worden. Als im Mai 1912 das Vertrauen des Kaisers v. Marschall auf den verantwortungsvollen Posten eines deutschen Botschafters in London berief, ergriff er die neue ernste Ausgabe mit Freudigkeit. Wir dürfen glauben, daß es seiner Klugheit und Beharrlichkeit gelungen sein würde, auch in der Entwicklung der deutsch-englischen Beziehungen für Kaiser und Reich Gutes zu wirken, und können es nicht genug beklagen, daß er so bald nach Beginn seiner amtlichen Tätigkeit in London dem auswärligen Dienst entrissen worden ist. Sein Andenken wird ehrenvoll sortleben mit Nachwirkung einer starken charaktervollen Persönlichkeit.
Ter Eindruck in London.
Sir Edward Grey hat in einem Telegramm aus Balryoral an das deutsche Auswärtige Amt in London sein und der britischen Regierung tiefstes Beileid über den Tod des deutschen Botschafters Frhrn. Marschall v. Bieberstein ausgesprochen Dieses Telegramm ist dem britischen Botschafter in Berlin übermittelt worden und besagt:
„Drücken Sie bitte der deutschen Regierung das tiefste Bedauern der Regierung Sr. Majestät über den Tod des Freiherrn v. Marschall aus. Sie hat sein Erscheinen als Botschafter in London sehr zu schätzen gewußt und empfindet, wie groß der.Verlust ist, der den öffentlichen Dienst des deutschen Reiches betroffen hat. Bitte sagen Sie, wie lebhaft ich persönlich diese Gefühle teile und drücken Sie mein tiefstes Bedauern darüber aus, daß die Be Ziehungen, die so angenehm begonnen hatten, so plötzlich und traurig enden mußten."
Die überraschende Nachricht von dem Ableben des Freiherrn von Marschall hat in London tiefen Eindruck gemacht und in derr diplomatischen und amtlichen Kreisen, aber auch bei der Londoner Bevölkerung aller Klassen Teilnahme erregt. Der Lordmayor sprach öffentlich namens der Londoner Bürger sein tiefes Bedauern aus. Die Abendblätter widmen dem Verstorbenen sympathische Nachrufe Die „Westminster Gazette schreibt:
„Als Freiherr von Bieberstein zum Botschafter in London ernannt wurde, hielten wir es für ein ausgesprochenes Kompliment, daß Deutschland uns seinen hervorragendsten Diplomaten sandte: der einnehmende Eindruck, den er während der wenigen Wochen seiner Tätigkeit hervorrief, wird nicht leicht ausgelöscht werden. Die Zeit war zu kurz, als daß er eine ausgesprochene Politik hätte entwickeln können, aber er batte bereits bewiesen, daß seine Absichten friedlich und freundlich waren. Wir hoffen und glauben, daß sein Nachfolger in derselben Weise wirken wird."
Wiener Stimmen.
Auch in Wien machte die Nachricht vom Tode des Freiherrn Marschall v. Bieberstein großen Eindruck und rief allseitiges tiefstes Bedauern hervor. Tie Blätter zollen dem so plötzlich Dahingeschiedenen in Besprechung seiner langjährigen diplomatischen Tätigkeit, vor allem seiner Erfolge in der Türkei, die höchste Anerkennung. Alte Blätter ,"betonen besonders die Tragik, die darin liegt, daß der Staatsmann, von dessen Mission in London man sich jetzt -allenthalben so viel versprach, vom Schicksal abberufcn ist, ehe er sein bedeutungsvolles Werk eigentlich beginnen konnte. Das „Fr emden blatt" jagt iroch: Mit Frei Herrn n. Marschalls Tod tritt eine der bedeutendsten, dtplomatuschen Figuren Europas vom Schauplatz. Deutschland be- ,klagt nun den Verlust eines seiner erfolgreichsten, bewährtesten Staatsmänner. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Deutschland erlitt einen schweren Verlust. Unsere Zeit hat keinen Ueberfluß an guten Diplomaten. Wenn einer vom Schlage Marschalls dabingeht, so ist das ein Unglück, nicht für das Vaterland allein, sondern mittelbar für die ganze europäische Politik. Das „W ienerAbend- Matt" meint: „Es wird nicht leicht fein, einen Mann zu finden, bei welchem die Person so sehr das System bedeutet, wie bei Freiherrn v. Marschall. Einen Verlust erlitt nicht nur Deutschland, sondern der Friedensgedanle. Die Kraft, die der verstorbene Botschafter hatte, das Vertrauen, das er fand und die Intelligenz, die zum Stillstand gebracht wurde, wird man nur schwer ersetzen können.""
In den Pariser Blättern
«spiegelt sich gleichfalls der tiefe Eindruck wieder, welchen die Nachricht vom Tode des Botschafters v. Marschall hervorgerufen hat. Der „T e m p s" sagt: Die deutsche Diplomatie hat einen .großen Verlust erlitten, vielleicht den schwersten und unerwartetsten, der sie treffen konnte. — Die „Siberte" meint: Die ganze deutsche Diplomatie ist von dem Tode betroffen, der zugleich einen Mann und ein Werk hinweggerafft hat. Der „Siöele" schreibt: Trotz mancher Enttäuschungen, welche Frhrn. v. Marschall in der letzten Zeit widerfahren sind, kann man sagen, daß er seinem Vaterland unermeßliche Dienste geleistet hat, für welche der monumentale Bahnhof von Haidar-Pascha ein machtvolles Sinnbild darstellt.
Aus Hessen.
Aus der nationalliberalen Partei.
(bs) Darmstadt, 24. Sept. Innerhalb der nationallliberalen Landespartei Hessens ist oft darüber Klage geführt worden, daß die Bestimmung in den Statuten, nach der nationalliberale Vereine mit 25 M i t- gliedern im Landesau sschusse eine Stimme haben und nur für je weitere 400 Mitglieder eine Stimme mehr beanspruchen dürfen, eine Härte in sich schließt. Die große Differenz zwischen 25 und 400 hat oft zu Unträglichkeiten insofern geführt, als die großen Vereine in den Städten von den kleinen Vereinen auf dem Lande leicht überstimmt werden können. Mit dieser Frage, die mehrfach zu Vorschlägen über Statutenänderungen führte, hatte sich der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Landespartei gestern in einer Sitzung zu befassen. Die Besprechung hat ergeben, daß man sich innerhalb des Ausschusses darüber klar ist, daß diese Bestimmung eine Ungerechtigkeit ein» schließt. In den einzelnen Vereinen soll deshalb diese Frage nochmals eingehend erörtert werden. Man hofft, durch einen solchen Meinungsaustausch eine geeignete Grundlage für eine etwaige Statutenänderung zu gewinnen.
Deutsches Reich.
Steuerreform in Mecklenburg.
In Rostock sind am 20. September die Verhandlungen über die Steuerreform in beiden Großherzogtümern
Ende geführt worden Die die „Mecklenburgischen Nachrichten'" hören, ist über die wichtigsten Differenzpunkte eine Einigung erzielt worden, so daß auf dem demnächst in Malchin stattfindenden Landtag dieses für Mecklenburg so bedeutungsvolle Gesetzgebungswerk voraussichtlich zur Verabschiedung gelangen wird.
Ausschluß aus dem Bund der Landwirte.
Der Vorstand des Bundes der Landwirte hat die Bundesmitglieder Kirsten und Krieger, die nach Verhandlungen mit der sozialdemokratischen Fraktion im Landtage Scywarzburg-Rudolstadt einen Sozialdemokra- ten zum ersten Landtagspräsidenten mitge- wählt haben, aus dem Bunde der Landwirte ausgeschlossen.
Ausland.
Die chinesische auswärtige Politik.
„Daily Telearaph"" meldet aus Peking: Der neue Minister des Aeuyern Liang-Mengtuang und Präsident Puanschikai beschlossen, energische Schritte bezüg- lich der Mongolei und Tibet zu unternehmen. Tie Regierung schlägt vor:
1. in Petersburg zu ermitteln, wie hoch die der Mongolei gewährten Anleihesummen sind, 2, aufs strengste gegen den heimlichen Einmarsch der Russen in die Mongolei zu protestieren, 3. die Grenzgarnison Mandfchuria bedeutend zu verstärken und die Gouverneure der Mandschurei anzwveisen, die Zahl der in der Mundschurei befindlichen russischen Truppen genau festzu stellen, 4. alle Massen und Munition in der Mandschurei, Mongolei und Turkestan zu beschlagnahmen.
Bezüglich der Grenze von Tibet und Birma schlägt die Regierung vor:
1. stärksten Protest gegen die dauernde Besetzung des strittigen Grenzbezirkes seitens der Engländer einzulegen, 2. dem Vize- könig von Indien von den vorgekommenen Verletzungen des Vertrages seitens britischer Untertanen Mitteilung zu machen, die Waffen über die indische Grenze nach Tibet geschafft haben, 3. den chinesischen Kommissar in Lhassa zu beauftragen, den chinesischen Zollbestimmungen an der tibetanischen Grenze stteug- stens Geltung zu verschaffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 25. September 1912.
LU. Landes Universität. Am 23. d. Mts. erhielt Dr. phil. Gerhard Arthur Franz, geboren zu Dresden, die venia legendi bei der philosophischen Fakultät unserer LandeSuniverfftät für das Gebiet der romanischen Philologie. Als Habilitationsschrift legt er die Abhandlung »Studien zur wallonischen Dialektsyntax"' vor.
•* Hoftra uer. Der Großherzog hat wegen des Ablebens der Infantin Maria Theresia von Spanien, Prinzessin Ferdinand Maria von Bayern, eine Hoftrauer vom 23. bis 30. September angeordnet.
" Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem evang. Oberpfarrer und Dekan des Dekanats Lauterbach, Fritz Schmidt zu Schlitz, das Ritterkreuz erster Klaffe deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.
•• Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eifa.
♦♦ Finanzperfonalien. Im Namen des Deutschen Kaisers mit Ermächtigung des Großherzogs und nach Vernehmung des Ausschusses des Bundesrats für Zoll- und Steuerwefen wurde der Revifionskontrolleur Finanz- assessor Gg. Serth zu Mainz den Preußischen Hcucptzoll- ämtern Cleve, Creseld, Duisburg, Emmerich, Kaldenkirchen, Neuß und Wesel als Stationskontrolleur mit dem Wohnsitz in Crefeld beigeordnet. Der Finanzmntsgehilfe Louis Stein zu Nidda wurde zum Finanzamtsgehtlsen bei dem Finanzamt Nidda, der Schreibgehilfe Hieronymus Schnellbacher zu Höchst i. O. zum Finanzamtsgehilfen bei dem Finanzamt Höchst und der Schreibgehilfe Adam Boländer zu Worms zum Finanzamtsgehtlsen bei dem Finanzamt Homberg ernannt.
** Prüfungskommissionen. Die Prüfungskommission für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Medizinalfach für das Jahr 1912 besteht aus: 1. Ministerialrat Geheimerat Best zu Darmstadt als Vorsitzenden, 2. Geh. Obermedizinalrat Dr. Hauser zu Darmstadt, 3. Obermedizinalrat Dr. Balser zu Darmstadt, 4. Obermedizinalrat Prof. Dr. Heil zu Darmstadt, 5. Direktor der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Medizinalrat Dr. Bieberbach zu Heppenheim und 6. Kreisarzt Geh. Medizinalrat Dr. Lehr zu Darmstadt als Mitgliedern. — Die Prüfungskommission für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Veterinärfach für daS Jahr 1912 besteht aus: 1. Ministerialrat Geheimerat Best zu Darmstadt als Vorsitzenden, 2. Geh. Obcrmedizinalrat Dr. Hauser zu Darmstadt, 3. Geh. Obermedizinalrat Professor Dr. Lorenz zu Darmstadt, 4. Obermedizinalrat Prof. Dr. Heyl zu Darmstadt, 5. Schlachthofdirektor Veterinärrat Dr. Garth zu Darmstadt und 6. Kreisveterinärarzt Dr. Beiling zu Mainz, als Mitgliedern.
** Stadttheater. Die Direktion unserer Bühne hat zur Eröffnung ihrer Spielzeit stets ein Werk gewählt, das neben literarischem Wert einen gewissen festlichen Charakter trägt und zugleich neuen Mitgliedern gute Gelegenheit gibt, sich, einzufuhren. Die diesjährige Spielzeit wird als erste Vorstellung Grillparzers dramatisches Märchen „Der Traum ein Leben"" bringen. Die beiden Hauptrollen des Rustan und des Zanga werden von Herrn Walter Jensen, dem neuen jugendlichen Helden, bisher am Stadttheater Posen und Herrn Walter Dworkmvski, dein Charakterdarsteller und Oberregisseur vom Belle-Alliance-Theater in Berlin gegeben werden. In größeren Aufgaben treten weiter auf Frl. Olga Rappo vom Schauspielhaus in Leipzig, Herr Karl Kliewer vom Stadttheater in Hanau und Frl. Alice Dagny vom Stadttheater in Zürich. Daneben ist eine Reil>e bekannter Mitglieder in der Aufführung beschäftigt. Tic Regie führt Direktor Steingoetter. Die Aufführung findet als erste Dienstagabonncmentvorstellung statt.
•• Dienstjubiläum. Oberposlassistent Hugo LucaS feiert morgen sein 25jährige8 Dienstjubiläum.
” Turn- und Spielkurse zur Förderung der Leibesübungen. Unter Oberleitung des Schulrats LandeS- TurninfpektorS Schmuck hat am Montag in Darmstadt der dritte der von der hessischen Regierung eingerichteten Turn- und Spielkurse zur Förderung der Leibesübungen begonnen. Es beteiligen sich daran 40 Turnmatte und Vorturner des 9. Kreises der Deutschen Turnerschaft, sowie fünf Offiziere und 30 Unteroffiziere der hessischen Division.
- Die Zwangsversteigerung des Hauses Bis- marckstraße 16, Ecke Ludwigstraße, bisher Karl Volk gehörig, mit Mk. 83 000 Hypotheken belastet, erzielte ein Gebot von Ruckstuhl Erben, den Inhabern der II. mit Mk. 77 000 auslaufender Hypothek, in Höhe von Mk. 45 000.
** T c r Alkohol. Gin unter Vormundschaft stehender Arbeiter von hier erhielt gestern früh von entern Vormund .50 Mark mit dem Auftrag, die Gemeindesteuer zu entrichten Am Nachmittage schrieb er seinem Vormund einen Brief, er habe das Geld verloren und werde sich das Leben nehmen. Es wurde aber festgestellt, daß er mit dem
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wurde heute früh der verheiratete Arbeiter I. Schuh up.
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Gundernhausen auf der Bahnstrecke .nach Rotzdi7 Er hatte eine schwere Kopfverletzung.
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Hessen-Nassau.
# Nodheim a. d. B., 24. Sept. Höute nmrtr j Obst auf der Straße Gießen—Gladenbach, von der bis Fellingshausen, versteigert. ES hatten sich auS1’./-: und auS den Ortschaften längs der Straße zahlreiche 6ky lustige eingefunden, die einzelne gute Aepfelsotten am recht hoch bezahlten. Trotzdem war der Preis durchschri^ kein sehr hoher, der Zentner wird mit etwa 6 bifl 7 bezahlt worden fein. Die Versteigerung, die um 9 Uhr «.
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Gelde eine Bierreise unternommen habe und als er abn 1 betroffen wurde, besaß er nur noch etwa die Hälfte r ■ Geldes, das übrige hatte er mit Freunden vertrunken
Kreis Büdingen.
X Büdingen , 24. Sept. Ter Landesausschuß ’ Regierungsbezirks Kassel hat in feiner letzten Sitzung i mit der Hergabe eines Darlehens um die für den B.t' Betrieb der Kleinbahn H a n a u — B ü d i n q e n ui s dende Aktiengesellschaft in der Höhe eine: Drittels Bausumme einverstanden erklärt. Ta im Kleinbahnfc^ der Kasseler Bezirksverwaltung sich nur noch 300'--' >» J befinden, für den Bahnbau Hanau—Büdingen aber <-3 390000 Mark gebraucht werden, sollen die fehlenden 9. (3 Mark bei der Landesversicherunasanstalt Hessen Nassau J liehen werden, die aber jetzt 4 ober 4- 4°o Zinsen — fr.H 33,4 o — verlangen wird. Ter Landesausschuß in ’u hat daher beschlossen, das Darlehen für den Hanau—Büdingen in Höhe von 300000 Mark zu i ] herzu geb en, für den Rest von 90000 Mark jedoch 2 vjA 21/*°/o Zinsen anzusetzen.
A Büdingen, 24. Sept. Große Obstmenm stehen in unserem Kreise Bübingen zum Verkauf, dem Äud Gartenbauverein wurden allein 43 036 Zentner Aepsel -r 3405 Zentner Birnen gemeldet. Hauptobstorte sind: bach mit 4000, Himbach mit 4300, Altenstadt mit 9$) Bleichenbach mit 1060, Düdelsheim mit 1000, Mittel.Grür..^ mit 1820, Ober-Mockstadt mit 1500, Wolf mit 1200, Hamch, mit 2510 und Büdingen mit 850 Zentnern Acpfcln. Birnen gibt es in Büdingen, Himbach, .Rodenbach .-J Rohrbach.
Kreis Lauterbach.
)( Radmühl, 24. Sept. In letzter Zeit wurde ‘v. derholt beobachtet, daß während der Nacht junge Eu. legeschweine aus benachbarten preußischen Gedia^I teilen durch den hiesigen Ort nach Hessen eingeführt xwrtrA wodurch die zurzeit bestehenden Quarantänen, schristen absichtlich umgangen werden. die strengen Sperrmaßregeln, unter denen der fühlet Teil des Kreises Lauterbach zu leiden hatte, kaum gehoben sind, werden vielfach die Vorsichtsmaßregeln jh Verhinderung der Wiedereinschleppung der Maul- m Klauenseuche nicht beachtet und so die Einschleppmiz ' Seuche gefördert. Es find bereits die nötigen r:> getan, den Bestimmungsort der nächtlichen Schweinc!ln.^. Porte aufzufpüren, damit ein Strafverfahren eingcü« werden kann.
Starkenburg und Rheinhefsen.
mittags begann, war erst nachmittags 3 Uhr beendet unb «
etwa 1000—1200 Mk. eingebracht. — Von Händlern 2 der Gegend von Boppard werden in unserer Gegend Zi«Äi zum Preise von Mk. 3,50—4,00 in größeren Martin; ■ fammengefauft.
Hessen-Nassau.
h Frankfurt a. M., 24. Sept. Unter dem
deS EffenbahndirektionSpräsiden R e u l e a u x (Frankfurt a. ?.• fand heule im Konferenzfaale des Hauptbahndoü; i 7 5. Sitzung deS Bezirks -Eifenbahnrater c Rach der Bekanntgabe geschäftlicher und persönlicher H» i
teilungen besprach die Konferenz die neneften Aenderungtl s Personen-, Vieh- und Güterverkehr. Sic verhandelte über die vorliegenden Anträge von Dr. Marco über i Detarisierung der rohen Braunkohle, von Slmtflrat Greb Harsten und DeliuS-Bielefeld und Fahrplonänderunacn. d von EmerS-Küstelberg über Notstandstarife für Schiejewla:» gruben. Ferner wurden die neuen Fahrpläne 1912 j; 3 und Sommer 1913 bekannt gegeben.
llus der Rechtsprechung der Reichzgerichk.
Jnwiemeir bedarf der Ehemann, der nut seiner Gbrirai ■ gesetzlichen Güterrecht — oder in Errungenscha'tSgemcinicktt - lebt, zur Einklagung von Rechten, die zum eingebrachten ®n 1 Ehefrau gehören, deren Mitwirkung? — Entschbg. d. Sb-? * 24. V. 1911 in Bd. 77 S. 34 —.
Ter Kläger, der mit seiner Ehefrau im gesetzlichen lebt, hatte im eigenen Namen — ohne Zuziehung ber i'tra- klagend gegen die Mutter seiner Frau und bem zweiten auf Feststellung des Nachlaßbestands des Vaters seiner Auskunitserteilung unb auf Herauszahlung derjenigen Le Äs welche sich als Erbteil seiner Frau ergeben würden, geklagt K dem Berufungsgericht forderte er, um dem Einwand mana<v Berechtigung zur Erhebung dieser Klage zu begegnen, Festste» des Nachlabbestandes zu Gunsten der Frau, AuLkunitSertcllunl» Herauszahlung an diese. Er behauptete weiter, daß die Rlofl r Zustimmung der Frau erhoben worden sei.
Tas Oberlandesgericht ivies die Klaae ivegen mani«** Aktivlegitimation des Klägers ab. Das Reichsgericht ho^' ’ Entjcheidllng auf. ES führte aus: ES handelt sich um zu^ * gebrachten Gut der Ehefrau gehörige Rechte. Ter Gbemair nach BGB. 8 138VSatz 1 berechtigt, solche Rechte in eigenen^» gerichtlich gellend zu machen. Er ist aber zu einer Vettüg'm solche Rechte nach BGB. §§ 1375, 1376 regelmäßig ohne« willigung der Ehesrau nicht befugt. Zu einem Tterücht, tr*1 oder einer sonstigen Verfügung über daS Recht im Vauf« bfip zcsses, vor allem aber zur Einziehung des RcchtS nach txVaiy Urteil durch Zwangsvollstreckung ist er sonach — ohne Zumn«^ der Frau — nicht berechtigt, und der Beklagte kann dem rntrrr klagcanspruch der Leistung an ihn, den Ehemann, widerü»» Tie Berechtigung des Ehemanns unterliegt jedoch feinem .irr wenn derselbe nachweist, daß die Ehefrau zu seiner Klageery^ und zu dell durch dieselbe veranlaßten Verfügungen vt-. v mannes über das eingeklagte Recht, insbesondere zu ca desselben im Wege der Zwangsvollstreckung, zuslimmt. Einwilligung der Ehefrau stellt die Berechtigung des v mannS zu diesen seinen Verfügungen her. ES »l Ehemann aber auch unverwehrl, Feststellunaen SU^Gunli« Frau und Leistung an sie klagend zu bcanivrnchen. -"nn ee-r willigt der Ehemann ein, daß die Leistung gemäß BGB.
1398 in wirksamer Weise an seine Frau als die eigentlich ~ tigte erfolgt. jJm
Hiernach kann der Eheinann die zum eingebrachten - ■ Ehefrau gehörigen Rechte als Kläger in eigenem 9larr.cn <" ■ machen, ohne daß er die Ehefrau als Mitklägerin zuu'äcmn rr i Er muß aber, insoweit er Erfüllung oder Leibung an stm rei -■ die Einwilligung der Ehefrau zu dieser Klagcerhebung ur rm Einziehung des Rechts durch ihn, den Ehemann, oder zu auc ■


