Dritter Blatt
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162. Zahrgang
Lftchemi ti-lich mit Ausnahme bei Sonntagl.
von ter Main, und Rheiliflöherei.
so wills uralter Flößerbrauch
auf
,4 Mill. Lire; im Dezember war
ereits auf 31,5 Mill
»Herausgeber, falte ich die Hände und küsse Ihre Füße und bitte 3ic, allen Männern ju sagen, dieses Unheil der Ltimrnrechr-
tte „Gietzener Samilieublätler" werben bem ,Sn|tiflere viermal wöchentlich beigelegt, baS „Kretsblatt fir den Kreis •iefce«“ zweimal wöchentlich. Die „L«iiö»ittschaftttchen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.
b Mainz, im August
Bei dem austerordentlich starken Floßverkehr, der gegenwärtig dem Main und Rhein herrscht, dürfte es nicht ebne
dann gedlo rasch beim, nicht ebne zuvor aber fröhlich bem Rheinwein gehuldigt zu haben oder dast man den h»iuslichen Bedarf an (Gewürzen deckt.- ober eine HauSmacherwuttt erstand. Denn
Samstag, 24. August 1912
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersilälS - Buch- und SteinbnufereL R. Lange, Diesten.
■jfbin aud) iveiter in steigender Tendenz. Unter ■nt in bedeutender Zunahme befindlichen Artikeln find zu ■firnen: Papier (einschließlich Rohmaterial) 3139 831 Doppel- ■ntner (209 92-1 Doppelzentner 1910), Kupfer, Messing und ■r.'nze 45 601 (39 Ä6) und (Gummischuhe 36 487 (21 103). r !) ibrenb Dtosdnnen und Maschinenteile wieder eine leichte i( )■ l’ung der Einfuhrziffer zeigen, sind Spinn- und Webe
’ m sch inen auffällig zurückgegangen Deutschland führte 10 ,89 Doppelzentner ein (gegen 54 683 im Jahre 1910). Im 5ahre 1909 bezog Italien davon vom ganzen Ausland li. 735 Doppelzeiitner, 1911 dagegen nur 88 863 Doppelnd ner. Aud) in dieser Ziffer drückt sich die bedrängte läge, in welcher sich die italienische Textilindu- Irt c befindet, aus. Der Atrteil Deutschlands an diesem Stbarf ist, wie man sieht, von 27 Proz auf 46 Proz. ge-- tifgen. Als K ohlen liefern nt tritt Deutschland mit
zu tagen, dieies unyeu oer Sllmmrean- lerinnen aufzuhalten. Wenn die Männer es nicht tun, wird Gott e<i tun Sic erfreuen mich, wenn Sie diesen Brief in Ihre „Times af Jndia" fefert, weil es in Bombay auch einige närrische Leute gibt, die den grauen erlauben, Dummheuen zu Dachen, durch die
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sdnil- strahe 7. Expedition und Verlag: bl.
Redaktion: eeS 112. Tell-Adr^ ?l>izergerGiesten.
Kartoffel«
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$trt gestiegen Unter den Waren, die in der (9esamtzisser Irr Einfuhr des Jahres 1911 gegenüber 1910 einen Zu- pechS zeigen, sind zu nennen: Baumwolle 397,9 Mill. Lire i>£,3 Mill. Lire 1910), Glas- und Töpferwaren 360,2 440,7), Minerale, Metalle und deren Produkte 566,4 (547,4 , ^mische Produkte 129,1 (114,2), Häute 141,1 (126,0 , Gummi
rodfrüchtige besie; Neulich (Loern. Varl. iOciiiflolb/Sieqcr^i.^
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesten
scheiden Wesen und Charakter mehr als das hübsche Gesicht, die lockige Frisur und die elegante jfigur. Das Leben hat viel von seiner Pomantik verloren. Tas Heiratsalter hat sich verändert, man heiratet später, die Zahl der Männer, die noch zwischen 20 und 30 die Lebensgemeinschaft mit einer Frau begründen, geht immer mehr zurück Man heiratet Mitte und Ende der dreißig er Jahre: und man sucht nidjt mehr daS kaum dem Sarffifdxilter entronnene Mädckxm, sondern die junge Dame Mitte der Zwanzig, die bereits einen Blick in das Leben getan hat, und wenn möglich, die kostspieligen Genüsse ihrer ersten Tanz- und Theaterzeit schon hinter sich hat.
Erst kürzlich erklärte der Besitzer eines großen englischen Geschäftshauses, dast er seine liebe Not habe, tüchtige weibliche Mitarbeiter zu behalten. Nur die schönen Mädchen harren aus. Die unauffälligeren nehmen ihren Abschied, weil sie heiraten. ,^Jch vermeide es letzt nach fträften, auffällig hübsche Mädchen amuMtii Langjährige Erfahrungen haben mich gelehrt, daß wirtlich hübsckv Mädchen in der Regel schlechte Arbeitskräfte sind: sie sind so sehr mit sich beschäftigt und können sich einer Idee nicht bingeben Und gut arbeiten kann man nur, wenn man seine Arbeit mit Phantasie umfaßt und sich ihr hingeben kann. Die besten Arbeiterinnen sind Jrauen, die nicht mit auffallender Schönheit belastet sind. Tas sind mir die wertvollsten Mitarbeiterinnen: und gerade sie verheiraten sich am frühsten. Es scheint, dast körperliche Schönheit ihre Anziehung verloren hat."
Tiefe Beobachtungen werden auch durch die Feststellungen eines französischen Gelehrten bestätigt, der zu dem Ergebnis kam, daß selbst in dem heutigen Frankreich das einfache gesunde Mädchen auf dem Heiratsmarkt begehrter ist als die elegante Schönheit, die ihre Lebenspflicht mit ihrer Schönheit erfüllt zu haben glaubt.
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per ZÄKppcl,^ ftniffl. ____________
nal die Blicke auf den Hl oster bauet zu lenken Gewiß liegt ein Stück Poesie bann, wenn die wettergebräunten Flößerknectiie in behäbiger Ruhe ihre langen löste Tag um Tag mit dem Strome talwärts treiben lassen: aber hinter diesem anziehenden Bilde verbirgt sich doch eine endlose Slette von harten Entbehrungen und sauren Arbeitstagen
Hoch oben in den Staatswaldungen des Fichtelgebirges und des Frankenwalbcs werden im Mai und Juni weite Strecken burd>» forftei oder abgeholzt. Da der Saft in den Bäumen stehl, werden die Stämme gleich entrindet Etliche Zeit später finden dann die Versteigerungen statt. Später im Oft ober und November wer den nochmals Bäume gefällt, bereit Rinde jedoch nur mit bem Messer entfernt werden kann. Es ist deshalb den Flößen leicht anzusehen, ob die Bäume im TVrüblinge ober Herbste gefällt sind Erstere sind völlig rinbenfrei, letztere tränen die Spuren des Schnitzmcssers, sie sind gescheckt Tie Händler geben, den Herbst bäumen den Borzug Sobald nun der i^rofl durch den Da Id klirrt, schleifen die Bauern mit Pferden ober auf Schlitten die Stämme an die wasserreichen Backte, wo man je 6—12 Stämme an den Zapfenden zusammenspaniit, die Stammenden jedoch lose läßt, damit sich die Kuppel dehnen kann
Venn die erste Schneeschmelze die Bäche mit Dakser füllt, werden die Walbbauern mobil gemacht T-ie Bäck-e find an den Sammelstellen zu großen Teichen au’geftaut, aus denen bieStamme bezw. Kuppeln mit dem abltrömenbcn Wasser zu Tal geleitet werden, on viele Kilometer weit Eine Teichfüllung ist z. B. imstande, 50—60 kuppeln forlzuschaffen. Tie größten Sammel- teiche befinden sich 100 tiiloitictcr oberhalb Bambergs bei Nord- halbeit und Teuschnitz Dieser Transport voi^ den Teichen tat wärts ist überaus gefahrvoll und anstrengend. Stundenlang waten die Leute durch Wasser und Schlickichnee, oft regnet es ununter- brodxn, dabei gilt es schon aufpaffen, daß die Kuppeln geschickt um die Felsecken und Baclftrummungen geleitet werden Ter Tagelohn beträgt höchstens 3,50 -1,00 Mark. So geht cd<mchrerc Tage bergab bis an die Robach. Hier werden die Stämme sorglich behauen, gleich geschnitten und zu gleich n Stärken und Langen zu kleinen flößen zusanimengespanni. Tann g.-lsts talwärts in einem Tafle bis Licktenfels am Main, wo sckwn mehrere Flöße vereinigt tverben. Am 4 Tage erreicht man unterhalb Bamberg bie Bereinigung des Ludwigskanals mit dem Main bei Bischberg. Nun können, da die ftarfni Flußkrümmungen aufgehört haben, bie großen Flöße, wie man sie in Frankfurt und Mainz sieht, zilsammengekuppelt werden, eine Arbeit, bie mehrere Tage währt. Jede dieser Jlostvereinigungen birgt 600 bis 700 Stämme und hat zwei Flößerkneckte zu Führern. Während Ins Bischberg jeder Flößer sich selbst beköstigen mußte, erhalten sic jetzt von den Unternehmern Fletsch, Brot und vor allem Bier.
Nach vier Tagen ist Würzburg erreicht, wo wiederum die Flöße um einige vergrößert werden, so daß jetzt 1000 Stämme fdwuimnicn. Die hierdurch freiwerdenden Flößer reisen zurück, um weitere Flöße von der Nodach zu holen. Bon Würzburg beginnt die schönste Flußsttecke, vorbei an Ruinen und Reben- bängen, malerischen Dörfern und Städtchen obitc Zahl, bis nath abermals vier Tagen der große Holzhafen Aschaffenburg in Sicht kommt. Aschaffenburg ist der Floßmarft für das Main und Nheingebiet. Sorgsam werden hier die auseinanbergeleglen Stämme gereinigt, geputzt und dann fcilgebotcn. Sind sie verkauft, ein Geschäft, das gerade in diesem Herbste ohne viel Feilschen ganz besonders flott geht, da großer Holzbedarf ist, bann stellen die Flößer bie Bäume von neuem zusammen und leiten die mächtigen Flöße in wenigen Tagen nach Frankfurt, vor allem aber nach Mainz Mombach, Kastell, Kostheim und Schierstein. Von hier schleppen bann die Dampfer sic den breiten Rheinstrom hinab nach den niederrheinischen Gebieten und Holland. Neuerdings liefert auch der Schwarzwald wieder viel Holz hierher. Das
Ff. Ein Indier über die englischen Frauenstimmrechtlerinnen. In der „Times of Jndia" war jüngst ein iw Babu-Englisch abgefaßter Brief eines Indiers zu lesen, der sich in etwa folgenden Worten an den Herausgeber wandte: ,Lch sage Ihnen ganz ernsthaft, Herr Herausgeber, wenn man die Stimmrechtlerinnen ins Parlament läßt, stellen sie bie Welt auf den Kopf: zuerst machen sic Frau Pankhurst zum B'.^könig von Indien und Frau Pethick zum Gouverneur von Bombay. Ich weiß wobl. Sic lachen, Herr Herausgeber, weil ich dies sage, aber alle Frauen find so und machen noch tollere Sachen. Tte Leute in Europa sagen, wir Indier behandelten unsere Frauen wie Sklaven oder Tiere Das ist nicht wahr. Wir lehren die Frauen, die Hausarbeft richtig zu machen. Tas Haus reinhalten, kochen, Kleider waschen, Kleider anserttgen und alle Leute im Hause vergnügt machen. Deswegen, mein,lieber Herr
»All en, Schiffahrtsabgaben, Fabrikatfonssteuern, Zuschlci- Mtn für sizilianischen schwefel, statistischen und ähnlichen Amtlichen ftsebühren betrug 1911: 353618 503 Lire (gegen W-139 813 Lire 1910). Wenn die italienische national ist isckze .treffe nun mit großem Tamtam den G e sa m tÜberschuß ton etwa 9 Mill. Lire als bedeutende Zunahme preist, so skerschweigt sie, daß zu Anfang des Jahres 1911 der monatliche Mehrertrag so groß roar (Januar 1911 betrug frr Unterschied ft- 8 894 654 Lire, im November dagegen f- 7 758 399 Lire). Im ganzen nahm Italien von August bis >5<zember 1911: 29 Mill. Lire weniger ein als in den Gleichen DLonaten des Vorjahres.
Deutschlands Anteil an der italienischen Warcn- itvvegung bezifferte sich 1911 auf 560,9 Mill Lire Einfuhr fctoru 524,6 im Jahre 1910) und 300,6 (29.3,1) Ausfuhr,
sie ganz, ganz langsam Frauenrechtlerinnen werden. Dann ist es mit Vombav zu Ende."
ff. Woran man die Pariserin erkennt. In einem großen französischen Badeorte ist jüngst eine merkwürdige Wette zum Austrag gekommen. Ein Herr behauptete nämlich, er könne eine Pariserin selbst int Badekostüm von allen übrigen Frauen unterscheiden. Seine Freunde wußten, daß er fast nie eine Wette zu verlieren pflegte, und baten ihn um den Schlüssel seines Geheimnisses. Tas besondere Kennzeichen der Pariserin, auf das er sich stützt, ist nun folgendes: man braucht nur nachher Armhaltung zu sehen. Seitdem man kurze Aermel trägt, hält jede Pariserin, die auf Eleganz Wert legt, die Arme steif am Körper und dreht dabei die Handflächen nach außen Warum sie das tut, ist nickt sicher xu sagen: vielleicht geschieht es, weil so die Grübchen an den Ellbogen zur Geltung gebracht werden können.
— Eine Umfrage über die Liebe hat die französische Zeitschrift Miroir veranstaltet, um zu erfahren, ob die Liebe sich feit den Tagen unserer Großeltern verändert hock. Auch Massenet hat nock kurz vor feinem Tode geantwortet: „Werther wird es immer geben". Mlle. Fabre von der Eomödie Franeaise meint, die Liebe sei heute „weniger tyrannisch, sie ist konstttutionell geworden". Eine andere Schauspielerin versichert voll Ueberzengung: „Nie hat man so gut geliebt wie heutzutage". Ter Lustspi eidicht er de Flers meint: ,JJn der Liebe gibt es kein Ucbd, das Uebel ist, nicht zu lieben". Und /ein unzerttennlicher poettscher Kompagnon Caillavet meint: „die Liebenden bleiben sich ewig gleüb". Ebenso vertrauensvoll äußert sich Romain Eoolus: „Die Liebe weiß sich zu schützen, sie hat weder von dem praftischen Geist der 3eit, nock vom Sport etwas zu fürchten". Auck der bekannte Senator 8eränget, der unermüdliche Verteidiger der Sittlichkett und des Schamgefühls in Frankreich, hat sich geäußert und als Sfttlich' keitsapostcl treuherzig erklärt: .^Zerzerhen Sie, aber jür Liebe bin ich nicht zuständig . , ."
ff. Ein Ehepaar, das nicht weiß, ob es verheiratet ist In enter französischen Provinzstadt hat sich jüngst ein Vorfall zugetragen, der zu einer schwierigen Rechtsfrage Anlaß geaeben hat: im Bürgermetsteramte erschienen zwei Verlobte, die sich trauen lassen wollten, mit den bazu gehörigen Zeugen. Alles ging zunächst ganz vorschriftsmäßig von stallen: der Bürfler- metiter hielt die übliche kleine Rede und erhielt dann von beiden Verlobten auf die Frage, ob sie einander heiraten wollten, das Ja. Tarauf erklärte er sie in der vvrgeschricbenen Formel für rechtskräftig als Eheleute verbunden. Es fehlte also nichts mehr als die Unterzeichnung des Protokolls durch bie neugebackenen Eheleute. Es brach nämlich plötzlich ein Ceiner Streit zwischen „iln?' und „ihr" aus, und die Folge war, daß er sich weigerte, zu unter/dneiben. Man weiß nun in der Tat nicht, ob die Eheschließung schon vollzogen war ober nicht, und wahrscheinlich wird das Gericht entscheiden müssen, ob die Eheschließung mit der Erklärung des Bürgermeisters schon völligen ist. ober ob die Unterschriften erst bte Ehe rechtskräftig machen.
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Au» Stadt und Land.
Dießen. 24. August 1912.
Städtische Fleischvertäufe.
Im Hinblick auf das rasche Steigen der Fleischpreife sind die Erfahrungen von Interesse, die die O'emeinden seither mit städtischen Fleischverkausen g.mad)t haben. In Ilmenau in Thüringen sind seit 1911 städtische Fleischver- käufe abgebalten worden, lieber die gemachten Erfahrungen hat der dortige Bürgermeister Dr. Z a ch ä u s der Zentralstelle des Teutschen Stadtetages folgendes beridftet: „Das Oftoßherzoglidie Staalsministerium zu Weimar verhandelte Ende 1910 mit Vertretern der Stadtgemeinden, der Landwirtschaftskammer, der Handelskammer, der Handwerkskammer und den Fleischer-Innungen über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Fleisdfteuerung. Ilmenau befand fid) unter den Städten, die Fleisdi vom Ausland beziehen mußten, da die Verhandlungen mit den Fleischern zu keinem günstigen Ergebnis führten. Es bezog von Nielscn-Kapen- bagen Ende Januar 1911 40 Zentner auSgeschlachtetes Fleisch l vollfleischig) zum. Preise von 581 bezw 63 Pfg für das Pfund frei Bahnhof Ilmenau. Das Fleisch wurde mit 63 Pfg. >t?chfleischi und 68 Pfg Bratenfleifch, verkauft und fand großen Absatz. Kausbercchtigt rtxir nur das Ilmenauer Publikum, dem Fleisch im einzelnen bis zu sechs Pfund abgegeben wurde. Es war von vorzüglid)cr (v-ütr Ter Verlauf fand in der städtischen Freibank durch den Freibankschlächter statt. Ter vorteilhafte Berkaus burd) diesen brachte mit sich, daß der Stadt nur ein Fehlbetrag von 4.11 Mk. verblieb.
Jetzt boten sich die Fleischer an, den Berkaus dänischen Fleisd;es selbst in die Hand zu nehmen. Bei den Verhandlungen hierüber wurde der Wunsch ausgedrückt, daß sie den Berlausspreis um 10 und 5 Pfg. für das Pfund zurreit verkauften Fleisches herabsetzen mödften And, dwse Ber- bandlungen scheiterten. — Es wurde die zweite Sendung Fleisch von 40 Zentnern bestellt und verkauft. Der Verkauf vollzog sich wie oben crwälmt und zu denselben Preisen. Der Fehlbetrag war diesmal allerdings etwas höher, er betrug rund 120 Mk. — Tie Fleischteuerung hielt an. Man beschloß deshalb, auch in diesem Jahre dänisches Fleisch zu beziehen, nachdem die Fleisd>er sich wiederum geweigert hatten, die Preise hcrabzusetzen. So wurden, wie im Vorjahre, 40 Zentner Fleisch bezogen und verkauft Die Preise waren in der Zwischenzeit auch hier wieder in die Höhe gegangen. Denn Ochsenfleisch kostete das Pfund 65, Kuh- fleisch 60 Pfg., verkauft wurde es mit 70 und 65 Pfg. für das Pfund. Der Absatz war mäßig, da das Fleisck) nach der Absendung (im Februar) in Treibeis kam und infolgedessen mit acht Tagen Verspätung anlangte. Mit dem Verkauf tonnte daher nicht am Samstag, dem Lohntage, sondern erst am tge begonnen werden. Die iibrig- bleibcnde Menge wurde indes eingepökelt und fpätcr unter dem Einkaufspreis, mit 50 Pfg. für das Pfund, verkauft. Der Verkauf fämtlidjcn Fleisches zog sich 14 Tage hin. Trotz aller ungünstigen Zufälle ist aber der Stadt ein Ueberschuß von 72.62 Mk. verblieben. '
Erwähnenswert ist, daß em Fleischermeister und ein
Die Handelsbilanz 3talkns während der Jahres 19U
k gt die Gesamtziffern von 3 386990130 Lire (3 277041661 \ n in 1910) Einfuhr und 2211404 388 Lire »128093 776 Lire 1910) Ausfuhr. Bon Januar bis : in zeigte sich in der Einfuhr ein monatlid)er Ueberschuß »n je 20 bis 44 Mill. Lire gegen das Vorjahr Vom ersten huftaudien der SriegSvläne jedoch an trat ein gc- lp ltiger Rückschlag ein, der von 30' 2 Mill Uebersckmß hm Jnni auf 5,7 Mill. Lire Rückgang im Juli gegenüber |frm gleichen Monat des Vorjahres fiel, der zwar durch Einen Ueberschuß von 5,9 Mill. Lire im August zunächst Wieder ausgeglichen wurde. Mer im September, wo die Datwnaliftisch gesinnten Zeitungen in das Kriegshorn Ihnen, begann nun jene Serie von Mindereinnahmen, Bie auch die kühlsten italienischen Finanzleute nicht ver- Imutet hatten. Im September betrug die Mindereinfuhr
»rnb Guttapercha 90,6 (76,4). Im Rückgang befanden sich — Getreide, Mehl 466,0 (475,1 , Wolle, Roßhaar,
ibetipfrtrfnw. are 161,0 170,1 , Holz und Stroh 177,1 179,7, Edel- |nite und Edelmetalle 28,9 31,0 Unter den ausgeführten ntner'w?bnren zeigen Getreide, Früchte und Gemüse eine stark Ziehen liefen iiMiÄV tfflenbe Tendenz: 317,8 Mill Lire (gegen 320,4 Mill, hme Heinrich £tre 1910), Baumwollwaren 217,8 (173,01 und Fahrzeuge y.Mrt,Utbbe, fr b'.l (24,2), wahrend Seidenwaren 493,0 (555,4 , Spiritus —(uclleraui. '4Mpnb Leie 136,8 (178,0) erheblich weniger ausgeführt iDiir-
Lbnt. Der Gesamtbetrag an Ein- und Ausfuhr-
I. Weise! i onncnftr.6, Televd»' r leue Kartoffel . Bettetauer (aclbfigcl ’O Ztr. Mk. 2.75 wi! s Tfenb.unL‘Jiad)n.ab(»te| röB.^oit.biüifleti tb,Martonel-S8erlaii6«t| chzell in der iötttrai elevbon-Anlchlui. I
irdbeer-
'fla nw ttonS Nobel ÄönigRÄij .estvLietlanden. vlW tk. 2.- dal abzugedev ' lautnitbult Wild. V"
ftlcin Vinben. .
firäitifle, pikierte
Irdbeerpsli",-
442935 Tonnen gegen das Bonadr (494 424 Tonnen zuruck, s^cden der Flößer ist reich an Entbedrun nn und ^^adren. n*atn obwohl sich der Kohlenbcdarf Italien» von 9,3 Mill Donnen f'-e draußen aut der .radrt s.nd Und aU'»nnläal.ck w.rd ckrcr .m )abK imo aui 9,6 gehoben ha,, roohon roicbet 8,7 6ng.|^™ fÄSü'Sr
und gnäbi i wieder nach Hause iühren möge Wenn aber das
Frauen-Feuilleton.
Die Tragik de» hübschen Mädchens.
Tic Schönheit der Frau sinft im Wette: das ist das Ergebnis k sozialen Umn»älzungen, die die letzten Jahrzehnte eingeleilei jtbfn. Tie Zabl der Eheschließungen in den Jnduttne und h:turftaatcn geht zurück, allein in England sind im vergangenen |i)rc rund 12 000 Ehen weniger geschlossen worden als vor füm kiren. Und die Folge ist, daß die Jahl der Mädchen und ■tauen, die ihren Lebensweg einsam zu Ende gehen müssen, von
zu Jahr zunimmt. Aber dabei zeigt sich ein mcrßvürdcgcs Binomen, das sich irnmet ftärtcr aus prägt: gerade unter den Uidchen, die unverheirattt bleiben, nimmt die Zahl jener zu, p als besonders hübsch gelten müssen und die daheim als der fijll und die „Schönheit" der Familie galten, während ibn? » tiger hübschen Sckn>estern längst ihren eigenen Haushalt regieren «) Hinber heranwadn'en sehen. Kein Zweifel: auf dem heirate »rfte hat bie Schönheit an Wert verloren. 9luf dem Heirats (»rkte denn der Herr führt natürlich ein besonders hübtcke? hbdxn mit Vorliebe ins Theater, und als Partnerin iumTani 3 ße heißer umworben als ihre unauffälligeren ^schwestmi Lcr als stete Lebensgefährtin, als Gattin, als Dkutter erhoffter hbet ist gerade das schöne Mädchen innerhalb des Mitteltta.ndes, fr Dir wirtsckiaftlicken Verhältnisse streng umnnenc Grützen letzen.
Aschenbrödel geworden, das kein verwunschener Prinz zum llaualtar geleitet. _ . _ . _ ,. .
In einer englischen Zeitschrift wird der Br^f cme5 bid>crni Glanders veröffentlicht, der sich mit nüchterner Sachlichkeit damit [ irbäftigt, wie er sich die ideale Frau vorstellt: ,ft)a, ich würbe Ime eine schöne, gesunde Frau nehmen, gesund an Leib und »tte. Aber hübsch braucht sie nickt zu fein, denn die Schönheit nicht tiefer als bie Haut, (besonders bei den Frauen : ane ^she Frau vergeudet täglich sckrecklich viel Zeit vor bem ^4xcgd.' ti» ist grob und naiv gesagt, aber in den Worten dreies biroeren Itp liegt etwas von der Art und Weise, die den modernen Mann »i )cr Brantsckrau beherrscht Ter junge Mann von heute icheut »t bem Gtoanfcn zurück, sich an eine junge ^<nneju binben, rt Schönheit als den wichtigsten Vorzug ihres Gttcklechts de- f:4tct. Er beroimbert das schöne Mädchen, flirtet, — .und Uttel bie Schwester Ter wirtschaftliche Kamps um bie Ernten; t au hart geworden, um den emporstrebenden Manne m Ieinen , * ten Arbeftsjahren einen Luxus zu ge Hatten. Und die irr au, der I '-'■f- Schönheu ;um Lebenszwecke mirb, wird über kurz oder lang d-rch den Jnxing der Verhältnisse zu einem Geschöpfe des Lursts Itb rrall erntet sie als V^ädchen Bewunderung, überall wirb ne । ^riurt und die Folge kann nicht ausbleiben: selbst ber hefte Hafter wird nach und nach umgeiormt, die Schönheit und ihre C:Mhing ersckstinen als wichtigste Lehensautgabe, und dieie Ent- -2ung führt unaufhaltsam zu jener maRloien ^clbitiuAt, die '' deute bereits bei vielen vergötterten amenkaniicken grauen »u schlimmer Klarheit ausgeprägt finden. Ter Mann von heute L4S eine Lebensgefährtin, einen Kameraden, und daher em-


