Ausgabe 
20.1.1912 Drittes Blatt
 
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Januar: 18., 19., 28., 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28., 29., 30., 3t.

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Wiederum stehen wir vor einer Stichwahl zwischen unserem Kandidaten ®eorg Beckmann u.dem antisemitisch-bündlerischen Kandidaten Dr. Werner. Am Montag, den 22. Januar, soll die Wählerschaft des Kreises zwischen den beiden Kandidaten entscheiden.

Wähler! Am 12. Januar votierten viereinviertel Millionen Wähler für die Sozialdemokratie. Ein erneuter Beweis dafür, das; die Bevölkerung den Bestrebungen und Forderungen unserer Partei immer mehr Verständnis entgegenbringt.

Was wir wollen und erstreben ist bekannt. Die wirtschaftliche und politische Entwicklung beweist, daß es gut und gerecht ist, im Interesse der Bolkswohlsahrt liegt.

Von unseren Einzelforderungen führen wir nochmals hier an:

Wir wollen ein vernünftiges Wahlrecht und eine gerechte Wahlkreiseinteilung.

An Stelle des stehenden Heeres ein Volksheer vorläufig Herabsetzung der Dienstzeit ans ein Jahr.

Abschaffung der Verbrauchssteuern und dasür direkte Einkommen-, Vermögens- und Erbschaftssteuern.

Wir treten ein für die vollständige Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied der Konfession, des Glaubens, der politischen Anschauung. Für alle gleiche Rechte und gleiche Pflichten, ist unsere Parole!

Wähler! Laßt Euch durch die Märchen und Verdächtigungen der Gegner nicht den Blick trüben für die Steuersünden der Antisemiten einschließlichDeutschsozialen", wie sich die Partei des Herrn Werner nennt. Diele Trabautc» der Konservative», Junker u. Kapitalisten versprachen immerSchutz den Schwachen", stets aber haben sie sich als Schützer des Großkapitals erwiesen.

Alle, die nicht wünschen, daß unser Vaterland eine Domäne für Junker und Großkapitalisten, sondern eine Stätte der Wohlfahrt für alle Menschen werde, wählen am Montag, den 22. Januar, den sozialdemokratischen Kandidaten Georg Beckmann,Kontrolleur in Gießen v-°/, Das sozialdemokratische Wahlkomitee.