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19.11.1912 Erstes Blatt
 
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llr. 273 Erstes Blatt 162. zayrgang Dienstag, 19. November 1912

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s5'«2 General-Anzeiger für Oberhessen SäS

Anzeiger Wietzen. </*? l , . . _ rath- für -Stadl und

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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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AncnM Jacek DarmeUidl

Cholera dos flußaufwärts,

V "ur direkr - lvwarj, tort wrbig v.iiti' nnmsieL.: , Stalmu.jRjU kt- Reiche Mo?

- 'Kaiserin, Züli?

die Italiens, gebt von diesem Grundsatz aus.

Wenn die Existenz der albanesischen Nation stier von mancher Seite angczweifelt wird, möchte ich demgegenüber geltend macken, baß die Albanesen unter jastrstundertlangcn ungünstigen PerlwU- nissen es verstanden staben, die nationalen Traditionen und Eigen- tümlichkeiten nngesckwäckt zu erstatten. Wenn wir ihnen die Möglichkeit bieten wollen, sich die Segnungen der westeuropäischen Kultur in erhöhtem Mähe anzueignen, so kann ick solches Borhabcn nichts als aussichtslos anfesten. Es ist uns wiederholt leitens der delegierten im Ausschuh und im Plenum mangelnde Voraussicht bei der Entwicklung der Balkan Ereignisse vorgeworfen worden. Ich möchte nicht pro domo reden, kann mir aber nicht versagen, daraus hinzuweisen, dah ich im letzten Expose am Anfang der letzten Delegationssession als erster von offizieller Stelle ans den bedrohlichen Ernst der damaligen Situation hinwies, ein vtnwns. der damals bekanntlich auf die ganze öffentliche Meinung einen unerwartet starken Eindruck machte. Was die Tätigkeit un­serer Diplomaten und Konsularvertreter aut dem Balkan anbelangt, muh ich hervorheben, dah dieselben mi,t aufopferungs­voller .Hingabe den in ungewöhnlich schwerer 3 eit ge­he l l t e n Anforderungen z u r v o l l st e n Zufrieden­heit entsprachen. Hinsichtlich der von einigen Herren rele- rierten Haltung unserer Presse in den letzten Tagen kann ich nur sagen, das; man sich nicht wundern darf, wenn unsere Zeitungen gegenüber den gelässigen und ungerechten Angriffen eines -leils der Auslandspresse die gewohnte Mäßigung nicht immer bewahrten.

Ich möchte, aus die Aufrage des Delegierten Latour und der mir zur Kenntnis gebrachten Interpellation des Delegiertet^ Langenhahn zurückkommend, erwähnen, dah die serbische {Re­gie r u n g vor einiger Zeit offiziell über das Verhalten des >t o n s u l s P r o h a s k a währeiid der Einnahme von P r i z r e n d Beschwerde führte und ersuchte, den genannten Funktionär zu ersetzen. Wir haben uns hierauf bereit erklärt, den der Beschwerde zugrundeliegenden Sachverhalt zu untersuchen und dazu ver­langt. dah es uns möglich >v i r d, mit dem Konsul Prohaska in direkte Verbindung zu treten. Die Verhandlungen sind noch nicht beendet, itacbbem die serbische Regierung erklärt bat, dah sie bei den Militärbehörden bezüglich der Entsendung eines Kuriers nach Prizrend auf Schwie­rigkeiten geflohen sei. Analoge Schritte sind hinsichtlich des Kon- sulats in Mitrovitza unternommen, dessen Titulär, da ihm die serbischen Militärbehörden die Bewegungsfreiheit nahmen, zur mündlichen Berichters'attung hierher kam. Wir dürfen er­wart e n , dah unsere W ün schc , welche vom völker­rechtlichen Standpunkt begründet sind, serbi­scherseits baldigst beachtet werden. Wir lassen es uns weiter angelegen sein, nachdrücklich auf die Wiederherstellung der normalen Verbindung mit den Konsulaten hmzuwirkcn.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Wien: Tic Aus­führungen des Grafen Berchtold in der Delegation befremden hier allgemein. Man ist erstaunt, dah er zur Wahrung b c r Würden der Monarchie nur f o sanfte und schwache Worte gefunden hat. Offiziös wird bemerkt, der Minister wolle die bestehenden Scluvierigkeiten friedlich be­seitigen Auch lasse die Aufforderung der serbischen Regierung

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n serkeit und weise lern Namen s$L

der glänzenden Erfolge der bulgarischen Armee den Entschließungen der Staatsmänner des jungen Königreiches zum Leitstern bient. Die unter den Mächten hinsichtlich der Mediation c i n ge­leiteten Verhandlungen führten dazu, das; vor einigen Tagen die Vertreter der Großmächte bei den Balkanstaaten beauf­tragt wurden, das beuigliebc türkische Ansuchen zum Gegenstand einer Anträge bei den Regierungen der vier kiiegführenden Staaten zu machen. Antworten auf diese Demarche sind bisher noch nicht" eingegangen. Mittlerweile fast sich die Pforte bekanntlich unter dem Eindruck der bedrohlichen Lage veranlaßt, lid) direkt an Bulgarien wegen Einstellung der Feindseligkeiten zu wenden. Wir können erfreulicherweise die eingeleiteten Pourparlers nur mit den besten Wünschen begleiten. W i r haben Grund, vornusznsetzen, daß die kriegführenden Staa­ten auf d i e legitimen Interessen der anderen Mächte Bedacht nehmen. In der Diskussion der Dele­gationen wie in der Presse standen in der letzten Zeit die Frage der zukünftigen Gestaltung A l b a n i c n i im Vorder­gründe. Wie aus den in der italienischen Kammer seinerzeit ab- aegebenen Erklärungen des damaligen italienischen Munsters des Aeuhcm bekannt ist, besteht zwischen den, Kabinetten von Wien und Rom 11 eb e r e i 11 st i in mung hinsichtlich der künftigen autonomen Gestaltung Albaniens. Unsere heutige Politik, wie

T s ch o r l u z u r ü ck z o g c n.

Gras berchtold über die Lage.

In der österreichischen Delegation führte der Minister des Aeußern, Graf Berchtold, aus:

Ich will nicht die Prätention erheben, auf die vielen inhalt- reichen Reden zu reflektieren, welche im Lauf der Debatte über die auswärtige Politik gehalten worden sind Es iit von mehr als einer Seite hervorgchobeii worden, dah die Divergenz der hierbei zu­tage getretenen Anschauungen fein klares Bild erkennen läßt, das imstande sein könnte, dem verantwortlichen Minister die Auf­gabe zu erleichtern. Ick möchte dies nur bedingt gelten lassen, denn in den wesentlichen Richtlinien meiner Politik glaub-? ich mich mit wenigen Ausnahmen im Einklang mit der Delegation zu befinden: es ist dies das treue Festhalten an dem be­stehenden, fest gegründeten Bundesverhältnisse und die konsequente Verfolgung einer maßvollen, keine territoriale Expansion erstrebenden, aber unsere Interessen fest im Auge behaltenden Realpolitik. Die durch die Kriegsercignisse geschaffene Situationsverandcrung am Balkan bringt mit sich, daß wir uns mit der Rückwirkung, welche diese Ereignisse auf ihre Interessen nehmen dürften, beschäftigen müssen. Es ist kein Grund vorhanden, zu zweifeln, dah seitens der Balkanstaaten in objektiver Einschätzung der Lage mit der hohen Bedeutung gerechnet wird, welche der Herstellung eines bauernbai, gesunden Verhältnisses mit der Nachbarmonarchie innewohnen würde.

Die wiederholten Aussprachen, die ich kürzlich mit dem bul­garischen Ministerpräsidenten Tanern geführt habe, bestärkten mich in dieser Auffassung und lieferten mir einen schätzenswerten Beweis der klugen Politik, welch? auch angesichts

Line Lholeraverfeuchung Europas?

Das Mißlingen des ersten Ansturnis gegen die Tscha- fabfd?alrnie hat zu der Vermutung geführt, daß sich auch in den bulgarischen Reihen zu den unvermeidlichen '.ichwirlungen der bereits erduldeten Strapazen und zu den Mängeln, die sich aus der Schwierigkeit des Proviant nachschubs in dem Morast zwischen Luele-Burgas und Tfcha .aldscha ergeben, die Cholera gesellt hat. Und wenn die furchtbare Krankbeit im bulgarischen Heere noch nicht aus getreten sein sollte, winkt sie doch neben der türkischen .IrtiNerie von den Höhen der Tschataldsck-abesesrigungen herab. Besteht nicht, so fragt man sich besorgt, wenn die l'ulgarisck>e Heeresleitung ihre Regimenter in dieses ver feuchte Gebiet hineintreibt, die Gefahr der Ausbreitung der Epidemie über den ganzen Balkan, ja über Bulgarien und Serbien nad> Oesterreich und ganz Europa? lieber dieses neueste, sehr ernste Problem des Balkankrieges schreibt man uns von mUitäcärötlicher Seite aus Berlin:

Die Beobachtungen über Knegschvlera, die namentlich Petteukofer wahrend des Feldzuges 18645 anstellte, haben gezeigt, daß der Krieg mit seinen Bewegungen und Kon- lentrationen großer Menschenmassen in Eholeraorten und mit seinem sonstigen Elend die Eholerasälle zwar stark ver mehrt und die Verbreitung der Seuche befördert, daß aber sein Einfluß auf die Häufigkeit der Cholera in den an­grenzenden Ländern nicht so bedeutend ist, wie man all gemein glaubt, und daß eine cholerainfizierte Truppe die jranlhdt nicht in Orte bringt, die örtlich oder zeitlich nidt dafür disponiert sind. Tie Eholeraverbreilüng und ihre Häufigkeit wird nach der Pettenkoferschen Theorie, uwerding? besonders vertreten durch Prof. Tr. Rudolf ünimcria, nicht durch den Verl ehr, sondern in viel höherem Wrabe durch die Bodenbeschasfenbit und die Witterungs- Verhältnisse bedingt. Nasse Jahre sind der Choleraver brcitimg hinderlich, die großen Seuck>en fallen immer in trockene Jahre. Es hat sich auch gezeigt, daß unter den marschierenden Truppen die Cholera meistens spür

Deutschen Archäologische» Instituts in Rom Dr. Christian Hül sen in Florenz. 2. In der mathematisch-phnsikaliscken Klane: zu ordentlichen Mitgliedern: der Mathematiker Pros. Tr. H. Burkhardt an der Münchener Technischen Hochsckmlc, sowie die Münchener Universitätsprosessoren Geograph Tr. Erich von Trygalski und Phnftologe Tr. Otto Frank: zu korrespon­dierenden Mitgliedern die Berliner Universitätsprosessoren Geh. Regierungsräte Tr. H. Struve, Direktor der Sternwarte, Tr. H. A. Sckwarz «Mathematik' und Tr. Walther Nernst,/Di­rektor des phpnkalisä>-chtmischen Instituts. 3. In der historischen Klasse: zu ordentlichen Mitgliedern die Prosessoren an der Uni­versität München Geh. Rat Tr. H. Wölfflin und Dr A. Sandberger: zum a. o. Mitglied der Münchener Reckts- lehrer Prof. Tr. Leopold Wenger und zum korrespondierenden Mitglied der Historiker Geh. Rat Pros. Dr. Alois Schulte in Bonn.

tf. Der Träger des diesjährigen Nobelpreises f Ü r P b y s i k. Die Mitteilung, daß der Nobelpreis für Phvsik in diesem Ial.re dem schwdisckicn Cberingenieur Talen zugesprochen werden soll, bat in Teutsckland insofern einige lleberra'dutngen erlebt, als Herr Talen bislang bei uns ziemlich unbekannt ist. Wie wir nun erfahren, verdankt der schwedische Ingenieur, dem übrigens eine amtliche Mitteilung über die Zuerkennung des Preises noch nicht zugegangen ist, diese Ehrung in erster Linie seiner Erfindung einesSonnenventils". Dank dieser Erfin- dung können sick Leuck titrier und Leuchtbojen automatisch entzünden und wieder ebenso crloidxn, nxmn die Sonne musgeht und wenn sie untergebt. Tie Sees euer können danach ohne iveitere 9Iuhichi jahrelang in Tätigkeit sein. Herr Talen ist übrigens erst kürz­lich das Op'er eines schweren Exvlosionsunsalls geworden, der ibn schon seit Wock.m seines Augenlichtes beraubt. Das eine Auge ist sicherer Erblindung ausgelieiert, und noch ist es zweifelhaft, ob das andere zu retten sein wird.

Gustav Frenssen als Dramatiker. Gustav Frenssen bat ein Drama geschrieben, das unter dem TitelS önke Erichsen" demnächst bei G. Grote in Berlin erscheint. Tas Buch wird von vielen mit jenem ungläubigen Lächeln begrüßt werden, das sich immer auf die Gesichter der ifrinfer legt, wenn ein anerkannt großer Romancier, ein von der literarischen Kritik der Zeit etikettierter Epiker, sich an das Drama hercmmacht. Tas edxntünel steht bis an den Hals in Frenssens heimatlicher Erde. Es schlldert den seelischen Kamps eines Deserteurs von

schisfahrt auf das sorgfältigste überwachen läßt. Wird in dieser Richtung energisch vorgegangen, so kann die furcht bare Krankheit nur den weitaus langsameren Gang gehen. ES handelt sich dann nur noch um die Cl)oleraverbreitung von Mensch zu Mensch. Es tommt dann vielleicht nur zu. Familien- und Hauseprdeinien.

Sicherlich aber hat Deutschland viel weniger von der Baltan Cholera zu fürchten, als die direkt angrenzen­den Länder, weil seit der letzten großen Epidemie in Ham bürg die großen deutschen Städte in gesundheitlicher Hin sicht außerordentlich gefördert und auch viele mittlere und kleinere mit Wasserversorgung und Kanalisation, den wirk samsten Maßnahmen gegen Cholera, versehen worden sind. Außerdem ist in Deutschland die Choleraeinschleppung sehr erschwert, ivenn auch keineswegs unmöglich gemacht dank d"r von Robert Kvch begründeten bakteriologischen .Er­kundung der Choleraverbreitung mittels der Untersuchung der Exkremente und des Blutes Kranker und Verdächtiger. Trotz alledem sollte auf diplomatischem Wege sofort darauf gedrungen werden, daß die Balkanstaaten schon jetzt vor dem Friedensschluß die Cholera .in ihren Ent- stehungsherden systematisch bekämpfen. Tann bliebe den anderen Staaten Europas viel Sorge und Arbeit erspart.

Paris, 18. Nov. In der heutigen Gem.ünderatssitzung erklärte der Polizeipräfett L e p i n e auf eine Anfrage, betreuenb etwaiger Vorkehrungen gegen eine Versck..?ppung der Cholera nach Paris, daß er bereits d i e e r f o r d e r 11 ck c n M a n nahm en an geordnet habe, insbesondere werden alle aus dem Orient eintrcssenden Personen einer grünbhdvn arztticken Untersuchung unterzogen und alle Waren dieser Herkunst des­infiziert werden.

Die Bulgaren bei Tschatalvscha zurüügeschlagen.

Konstantinopel, 18. Nov. Aus dem Ministerium des Acus-eren wird versick rt, baß die Bulgaren aus der ganzen L i n i c z u r ü ck g e s c! I a g c n worben sind, nachdem der rechte Flügel der Türken die Bulgaren besiegt hatte, wobei den letzteren 12 Kanonen und viele Ge,angene abgenommen wurden.

Konstantinopel, 18. Nov. >6 Uhr abends.) xie 3 rf-1 a d? t bei Tschat aldscha ist seit 10 Uhr vormittaigs im ctzange. Tn- Mommanbant der Sdxvarzen-M.'erslotte tele­graphiert: Der Donner der bulgarischen Gescknitzc entfern! fid) immer mehr, woraus er schließe, daß die Bulgaren sich gegen

Attttst, miD ticbcii.

Musikkritik und Frankfurter Zäz^ilien- verein. Unser Fraiiksurter Mitarbeiter i'direibt uns: tf r a n 1 furt a ®i, 19. November. Ter Frankfurter Journa­listen- und Schriftsteller-Verein Hal nach eingehen­der Besprechung des Vorgehens des Frankfurter Z ä z i l i e n - d er ei n s gegen die Frankfurter Zeitung in inner geltem ob» gfholtcncn autzerordentlicheu Milglieberversammlung unter -teil- rahme der Vertreter verschiedener Frankfurter und auswärtiger Leitungen folgenden Beschluß gefaßt:Der Frankfurter Zaztlien- irrtiu hat in einer außerordentlichen Mitglieberveriaiumlung vom 14. November 1912 beschlossen,von der Zustellung einer Frei­karte an die Frankfurter Zeitung stir das erste Konzert im -tziniersemestei 1912/13 abzuiehen" mit der Begründung, baß :r bas Urteil ihrev Kritikers P. B. über btc fünftlcriiaic Perlon- lidjteit seines Leiters in wesentlichen Punkten für uunding halte inb nicht erwarte, baß er von dieser Meinungso schnell abgehen locrbe". Dieses Vorgehen steht in ihrem engsten Zusammenhang mit dem Vorgehen der Frankfurter Miiseumsgesellfa'aft gegen die ATonffurtei Zeitung. Wie der Fraulnirter Joiirnalisten- und 'Schriftsteller-Verein sich gegen jenes Vorgehen gewandt hat, io rblidt er and) in dem Beschluß des Zäzilienverenis einen Ickweren : Angriff auf die Freiheit und Unabhängigkeit der Kritik Er halt Jicfen Vorstoß des Zäzilienvereius für grunb'ätzttch noch imiver-- r-.egenber, weil er 1. m der Wahl des Ausdrucks^rreikarte 'd'o'i den Begriff einer Leistung ausdrückt, o-.c eine Gegcnleiitung ordert und weil er 2. in der bedingten Versagung der Karte Tür

erste" Konzert offenbar anbeuten will, datz die Karte iurd) künftiges Wohlverhalten zurückerworben werben ?ann. Der FrankfurterJournalisten und ^chrntsteller-Verein protestiert einmütig gegen bas beleidigende Vorgehen de? Zazilien- eereins und erwartet von den B c r u fk o 11 c g e n d c n Verzicht a u f f r i t i id) e Besprechung der Veranstal- : ii u a c n des Zäzilienvereius."

(Hk) Zu Mitgliedern der Kgl. b a I) c r 11 d) e n Aka­demie der Wissenschaften wurden u._ a. ernannt: 1 m > her philosophisdi-philologischen Klane^ zu auBerorbenthdien ..cit= nliebern: der 9iomanist Prof. Tr. Karl Voßl e r an der Uni- wriität München und der Tirektor des Etlmographiichen Muieums ^selbst, a. o. Professor Tr. Lucian Sdierman; zu korreivon- üiierenben Mitgliedern der Germanist Geh. Hofrat Prot. ^r. Lehaghel in Gießen und der frühere Settetär des Äaiferl,

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Balkankrieges nicht mir die Donau sondern noch weiter >ganze Flußsnsteme und anschließende 'ianalnetzc verseucht würden. Man hat ja schon «i-äusig oeobachtet, daß die Cholera flußaufwärts fortschreitet. Tas ist nicht etwa so ?,u deuten, daß die Cholerabazillen die Fähigteit hätten, stromauf vorzudringen. Ties könnten sie nur, wo eine lausende Flut die Strömung überwindet. Sondern in der weitaus größten Mehrzahl der Fälle ist es der Mensch, der den Keim auf den Wasserläufen und stanäleu verschleppt. Insbesondere sind, es cholerakranke Ftnßschiffer, die den Keim verbreiten und durch ihre nicht desinfizierten Msonderungen das Wasser verunreinigen. Es wäre jetzt schon an der Zeit, dai; die österreichisch hip garischc Verwaltung die Fluschevöllerung und die Fluß-

1*7(>, der nach 40 Jahren der Irre wieder«» die Heimat wrmb lehrt, um sie fid' ains Neue zu erobern.. Aber die Heimat will den ungetreuen Solw nicht mehr, sie ist wie eine unheimliche, ungeheure Macht, die den Verräter unwillig von sich stößt und ihn mit zwei, drei Prankenschlägen zu Boden baut und vernichtet. Mit großer Kraft, zielbewußter Knappheit unb bichterisdwr Ver­tiefung sind die Personen und die Ereignisse geschildert, in denen sich Liese gewaltige Mampf zwischen einer irren Menschenseele und der berben, barten Heimat vollzieht. Tie bramatische Linie ist unleugbar da, ob das 'Sud) auch seine Theaterwirkung hat, bleibt abzuwarten. Wie es heißt, will das Kleine Theater in Berlin als erste Bühne das Stück herausbringen.

Der neueste Wied. Aus Stuttgart wird uns ge­schrieben: Gustav Wieds neue KomödieD as Wunder­kind", die dieser Tage in Kopenhagen ihre Uraufführung er­lebte, ist nunmehr vom Stuttgarter Schauspiellwus auch in beut- fdwr Sprache lierausgebracht worben. Das Motiv, daß ein Vater die künstlerischen Fähigkeiten seines Kindes sorglos ausnützt, bis das arme Geschöpf zusammenbricht, ist bereits ein älterer Novellen- swff. Mer dem Verfasser war es in der Hauptsache auch gar nicht um dieses Motiv zu tun. Er wollte die Komödie eines Optimisten schreiben. Der Vater des Wunderkindes, der in seinen Vermögensverhältnissen heruntergekommene Kammerjunker Anton Peter von Borgen, ist eine Leberecht Hühnckxn Natur, die jeder Sacke noch eine gute Seite abzugcwiunen.weiß. Ja sogar, als ihm der Hausfreund, um das Wunderkind vor weiterer Ausbeutung zu schützen, die brutale Wahrheit ins Gefickt schleudert, daß gar nicht er, der .Kammerjunker, sondern er, der Hausfreund, der Vater des 'hindes sei, kommt es nicht etwa zur Katastrophe, Gott bewahre! Peter Anton schließt sein Weib gerührt in die Arme: Armes frinb, wie sehr mußt du unter diesem Geheimnis all die Jahre gelitten haben! Dem Hausfreund aber streckt er ebenso gerührt die Hand hin mit den Worten: Es ist ja schließlich gleich, wer der Vater des Kindes ist: nur daraus kommt es an, wer es am meisten lieb hat. Und es erscheint ein Photograph, der die rührende Familiengrupve, eiusdüießlich Hausfreund, aus die Platte bannt. Das figurenreiche Stück es treten mindestens 25 han­delnde Personen auf interessierte nur mäßig und brachte es, obwohl die "Aufführung recht gut tvar, nur zu einem Achtungs­erfolg,

lid) auftritt und bald erlischt

Es hängt also nach der Pettenkoferschen Theorie haupt­sächlich von den meteorologischen Verhältnissen ab, ob sich die CIw lern des Ballankrieges w>?it verbreiten wird oder i'.ickft. Sind die WitterungSverhältuisse der Choleraverb re i luiiKX günstig, und ist das Ende des Jahres 1912 für die Balkanläuder, für Lesterreich-lingarn usw. regenarm und trocken, dann wird die Cholera auch in diesen Ländern epi­demisch? Verbreitung finden, b1? a'.soann tz>Ie Gesahr der Liu- schieppung besteht Dabei wird die Cholera auch nach dieser Theorie durch Seeschiffe viel üveniger leicht verbreitet, als durch den L a n d v e r i e h r. Nach der andern Theorie, nämlich von der Fähigteit des CbolerabazilluS, sich längere Zeit in Wasserläufen lebensfähig zu erhalten, loüre es erklärlich, wenn durch die