Ausgabe 
20.7.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.

von

Der Kampf um die Dardanellen

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werden, wenn der Krieg auf die internationalen Handels- Verhältnisse neuerdings störend einwirken toiirbc xic Sux» ! ei lsttt dies anscheinend eingesehen und ist ^^ch neueren Nachrichten wieder davon abgekommen, die schon beschlossene Dardanellensperrung wirklich durchzufi'ihren.

Das französische Ministerium hat kurz vor­der Vertagung des Parlaments noch einen Sieg davongc- traqcn, es hat die lange geplante Wahl re form m der Nt-onuner zu Ende geführt. Trotzdem dre grundlegenden Paragraphen mit sehr großer Mehrheit angenommen wur­den, ist die Vorlage noch nicht über den Berg, denn der Senat hat noch ein Wort mitzusprechen. Clemenceau, der Spezialist im Ministerstürzen, hat bereits kräftig gegen die Einführung der Proportionalwahl mobil gemacht. In einer Versammlung von ungefähr 100 dem Proportional­wahlrecht feindlich gcgenübcrstehenden Senatoren, die auszer

Meldungen die ursprüngliche Nachricht von etneni Kamps Anstichen den Dardanellenfor-tS und itcrlreiirschen^ Torpedo­booten bestätigen, will men in Rom von diesem Vorgang so gut wie nichts nnssen. .,,,

9 Im einzelnen liegen folgende neue Nachrichten vor:

K o n st a n t i n o p e l, 19. Juli. (Agenzia etcrani.) De. peschen von den Dardanellen meldeten nachts eme Kano - n a d e die bei denr Forts von uumkaleh stattfinde. Nach einem Gerücht soll es sich dabei um eine Aufstau ds- bcwegun g der türkischen Armee oder,Marine ge­handelt haben. Einem anderen t^rücht zufolge waren fünf italienische Torpedoboote in vergangeiier Nacht um 1 Uhr vor Kurnkaleh erschienen. Das Fort hatte

gan; vergessen, daß er nicht bei sich zu Hause, sondern m einer Wohnung war!

Wenn Sie vom menschlichen Verkehr ab- geschnitlenwären. . . Mit diesem Satz beginnt eine Rund­frage, die ein russisches Buchhändlerblatt, derWestnik Lllera- tury", an das Publikum geschickt hat, um leinen Geichmack zu

Bil

Bezu gavretS: monatlich 7bPs^viertel- ifibrlicb Mk. 9.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Vtk. 2. viertel« jälirL auAschl. Bestell-» Zeilenpreis: lokal IbPf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A.Doetz. VerantwoNlich Kit den politischen Teil: August Goci;; für .Feuille­ton*, .Vermischtes* und MeiictstSsaal": R. Neu­rath-, für .Stadt und Land": &S>cy; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Kursus für R e l i g i o n s w i s s e n s ck a N und Re. l i g i o n s u n t e r r i ck t. Im Anschluß an die ^Jenaer Serien kurst wird vom 5.-10. August ein >iur|us lür Rel^tonSwilien- scha'l und Religionsunterricht stattstndcn, der wichtige ^wfst und Probleme aus dem Gebiete Der Religionsgeichichte und Re- ligionsphilofophic behandeln wird, lieber Die Vroph.len Israel- nnrd Professor G u n t e l - S i c st e n sprechen Er wird ihre ,ge­heimen Erfahrungen, ihre Politik, ihre nMichen und religioicn Gedanken ihre Schriften vom ästhetischen (yeiid-t-tninn? au^ und endliä' al«"- eine besondere Gestalt 3mmm behandeln. ^c,us von Nazareth und Jesus der Christus h.ißl das ^.heina, unter Dem Professor Bouiset aus Göttingen über Die Entstehung und Ausbildung des Ehristusglanbens in Der Urgemeinde wrechen wird. Tst Wunder im Neuen Testament behandelt Promwr Weinel- Jena indem er sowohl über die Dunderirage im allgemeinen, als über die einzelnen Wuiidergeschichten und ihre Verwertung im Unterricht sprechen wird. Lutber im Lichte der neunten For­schung ist das Thema von Prostssor K r ü g e r - G i e,tz e n, der eine kritische Ueberiidit über Die neunten Lutherda Stellungen, besonders auch die tatbolischen von Teniile undGriiar geben und unsere heutige Erkenntnis vom Leben,und der Bedeutung ^uthers darlegen wird. Endlich wird Profestor Weine! in einem iroeiten Zistlus von Vorträgen eine Auseinander,etzung über den Gottesglauben und die moderne Weltanschauung geben, in der

Der B-rsuch, die Benan^. wortu na für den Schaden, den der Handel durch die Schließung der Dardanellen erleidet, auf Italien zu schieben, sei schon das erstemal mißglückt und werde noch in stärkerem Maste jetzt scheitern ..Trrbuna be- 'pricht heute die verschiedenen Hypothesen über die von den Dardanellensorts abgegebenen Schüsse. Sie halt es für möglich, daß infolge des Erscheinens einiger italie­nischer Torpedoboote eine Revolte oder Panik in der tur- kischen Flotte stattfand. Des längeren halt sich da» Blatt bei der Vermutung auf, daß die Türker euten Vorwand für die Schließung der Dardanellen habe schaffen wollen, die die letzte Drohung des jungtürkischen Kabinetts im Augenblick der Demission gegen die Machte sein wurde.

Grornale d'Jtalia" schreibt: Wenn das Komitee für Ern- heit und Fortschritt die Dardanellen schliefst, um nach­träglich seine Rache an Europa auszulassen, so handelt es sich um eine ernste Maßnahme. Aber es bleibt abzuwarten, ob die Wirkungen der neuen Drohung gegen Europa die sein wird, die das Komitee erwartet,(viornale d ^talta hatte eine Unterredung mit einer kompetenten Persönlich, feit die erklärt hat, die italienischen >megs,chiffe hatten unmöglich versucht, die Dardanellen zu forcieren JDht üiet Torpedobooten würden die Italiener einen derartigen Versuch nicht unternehmen. Wenn die Torpedoboote vor den Dardanellen erschienen seien, um die turkifche Flotte zu überreichen und sie von den Dardanellensorts bom­bardiert worden wären, um die Schließung der Meerenge zu rechtfertigen, so beweise dies, daß die ^ungtürken ver­sucht haben, die Verantwortung für den Schaden, der den neutralen Mächten aus der Sperrung erwachst, auf Italien zu wälzen.

Odessa, 19. Juli. Die russische Schiffahrtsgesell­schaft erfahrt aus Konstanttnopel, daß die Durchfahrt durch die Dardanellen nach Zurückweisung des An­griffs der Italiener wieder frei ist.

leit' CombeS einberufen war, ist eine Studicnkofnmission zur Prüfung bcr-Bahtrciormirage ernannt robben b.e

Ich habe jetzt einen poetischen Plan zu einem Allmanach, Der ein Gcdicbt von mir enthalten soll, welches nichts Anderes Üt, als ein Allmanach selbst, und zwar der Meinige, ^er gänze P an kam zwar nicht zur Ausführung, aber die tncrtrourbigllcn Zuge Darau' finden sich in Den Nachtwachen des Bonaventura.

Der Verleger Der ersten Ausgaben Der Nachtwachen war der Buchhändler Tienemann in Penig, zu dem Brentano um diese leit Beziehungen hatte, denn bei ihm enchien Lftern 1SU4 der erbe Mmd von Brentanos spanischen Novellen Für eine Beziehung Dienemanns zu anderen bekannten Grotzen der ro­mantischen Zeit findet sich kein .Inhalt. _.. .

Es gibt schließlich sogar eine handschriftliche Bestätigung der Verfasserschaft Brentanos, die sehr ichlagend wirkt: aui per leeren Rückseite eines Briefes von Wmkewiann an Brentano in der Varnhagenschen Sammlung in Berlin , lindes stch eme kleine Rötelzeichnung von Brentanos Hand, die die Szene, wts der dritten Nachtwache vontellt. ^Manche stellen der Nacht­wachen lassen Marburg als den ^ckfauplatzderLandlung ver_ muten, und gerade Marburg war um die kritifche Zeit der Wohnsiß ~ranF)-rfKn Beweises, mit dem

sich die Literarhistoriker noch zu beschäftigen haben, kann auf engem Raume nicht eingegangen werden.

tären und 19 Mitgliedern der Linken besteht. Mich die der Proporttonalwahl abgeneigten Deputierten haben in diese Kommission 30 Mitglieder entsandt. Nach den «om- merferien wird also eine lebhafte Opposition gegen das Wahlgesetz sich bemerkbar machen, die dem Mimstcrium Poincarö sehr leicht ben Kopf kosten kann. Mluuchluh rüstet man sich in Frankreich für die Wahl de-.' Lrasi- denten der Republik, die um die Mitte des kommen den Januars stattftnden wird. Deshalb ist es von großer Bedeutung, wer an die Stelle von Pomcars treten wird, wenn er im Senat der Opposition gegen die Wahlreform nicht standhalten kann. Als kommender Mann im Elyscc wird auch setzt wieder an erster stelle Bourgeois ge­nannt, der bekanntlich zurzeit dem Ministerium angehort. Weitere Kandidaten sind Ribot und D-eschanel, der neue .Kammerpräsident. Da Bourgeois stets kränklich ist und Ribot nicht genügend Anhang hat, um sich als Präsident durchzusetzen, scheint tatsächlich Poincarä die merften Chancen zu ha dem__________

Brentano der Verfasser derNachtwachen der Bonaventura".

Seit 100 Jahren wird gewöhnlich ans Die Rätsel frage der Literaturgeschichte, wer der Dichter der ,,Nachtwack>e!i des Bona- 7-ntura" sei, die AntwoN gegeben: schelltng. Bor drei Jahren hat Franz Schultz in Bonn ben Nachweis zu Npren perfudü, Daß S Äb vcttchollene Friedrich Gottlob Wetzel.ihr Dickster st., und ic-tzt versucht Erich Frank zu beweisen, dast kem--andettr als Elemens Briniano Die Nachtivachen des Bonaventura gr,ckUieben yihc Eine Fistle von Beweismaterial, das zum -teil von prost st or lluaiift Schmits stammt, bietet Erich Frank in einer über IDO Seiten langen Einleitung einer Neuausgabe derNachtwachen heö Bonaventura" dar. Die Die Universitätsbuchhandlung von tfarf Winter in Heidelberg demnächst erscheinen lasten wird ~ant Der Freuiidlickk.il des Verlegers können wir bereits beute au-, önefcr Einleitung ein paar der interestantesten^Beweustmtzen für hnC Verias'erschast Brentanos geben. Erich Frank wende: auf fric Bonaventura Frage, über Die es beute bereits eine ganze Literatur gibt, zum erstenmal das stilkrnifche Verfahren an.

Ausfällig ist es, wie sehr die ungeordnete Rechtschreibung der ernten Ausgabe DerNachtwachen" Der Brentanos ähnelt, rote man sie etwa aus seinen Briesen kennt. Zei Frmtbwortern zeigt sich eine Willkür, wie man ne bet einem Klasst, chgcbudeti.il (etroa Lckielling oder Wetzel nie vorfände. Sehr aui'allig Ut ferner die umaemein bäitiiqc Anwendung der ^.ativendung c: '.> v. ... LtGe die das e tragen können, haben es auch, gerade rote bei a ibcreii Schroten Brentonas aus gleicher Zett, wahrend sich d-ese Eigentümlicksteit bei Den übrigen Schriftstttlern, am d'e man a-raten hatte, nickst vorstnbet. Unter lonittgen Aeh.st chk.tten man kamt wohl sagen - Uebcreininmnuing des «tiL ber Nachtwachen" mit Brentanos Schreibart in noch auf Du ruan Anwendung von Wortspielen unb Wortwitzen biiniiwet,en. Aar. b*r Verfasser einen Decknamen gewählt hat, ist wr Brentano michtä Außergewöhnliches, sondern eigentlich iogar bic .h.giL Durch Umstellung und geringe Veränderung von Brentano ergibt sj-st) wirklich der Name des Bonaventura. Aunerdem batte Breit imo in seiner Bibliothek mehrere Bücher des Mlstnkers Bona öoentura aus dem 13. Jahrhundert, und em ^s aitderen Äonaventura, eines ^cini.tcn ans dem 1b ^abrbunbert bat Brentano später ins Teutfche übertragen. , xte Jett, tu der d e Machtwachen des Bonaventura geschrieben sem mustert war wie man aus Brentanos Leben wem, mit Planen und Arbeiten er s -Alt' trotzdem ist in dieser Zeit tonst nichts Größeres von ihm eerschienen. 1803 schrieb er an seine fpatcre yrau ^ophte Aereai. iber seine Pläne folgendes:Wahrhaftig, wenn ich alle mein poetischen Ideen reimen wollte, ich mußte Fabriken anlegcn.

U 11 I* v* il * V» V Y v. * z - -w- - . ..

aramm aus ben Dardanellen will ein Tampferkapitan bei TenedoS 22 italienische ^rregSf chiffe und Transportdampfer bemerkt haben. Fünf Panzerschiffe hat­ten vor den Dardanellen gekreuzt. <

Konstantinopel, 19. Juli. Die Nachricht von der Schließung der Dardanellen wird d e m e n l i c x t. Tie Pforte faßte noch keinen Beschluß. Man versichert.

r-'.ßen Anhanges im Parlament auf lonerm n «w» k- .mrbeTincrjrit 5oit der Armee gegenüber dem »er- mrteten Palastregiment in dte Hcche »etragen und sallt , jltzlt eben falle durch die Armee, dte nmt.den Mbamsen h»d in s.ionb gellt Daß dre «rrsts f.chfo rasch loste, ist i t>t tut? Verdienst irgend einer poetischen.Stelle in der K-c(ci, sondern ein gewiß ungewollter Erfolg Italiens

Währeiid sich der Krieg um TripoliS langsam hn lie-st und man \dyon von Friedensverhandlungen sprach, Mrde es vor den Dardanellen lebendig Zwar scheint in erste Nachricht, daß acht türkische Topedoboote allein ck^en Angriff auf die Darbanellenforts unternommen lei ten nicht ganz zutreffend gewesen zu sein. C» wart mehr als tollkühn gewesen, mit einer so winzigen Ltteitmckckft die stark befestigte Dardanellendurchfahrt cr- fttungen zu wollen. Aber Tatsache ist es, daß ein Kamps zfttscheu den Dardanellensorts und italieiiischen Torpeds^ lipr-ten stall gefunden hat. £b damit cincrn Wtc\^9b' br: italienischen Flotte erngelei^t norden sollte -derdie italienischen Boote sich bei d^ Dersolgiuig türkischer »Zweitkrafte zu weit vorgewagt haben, ^k ^rngewiß. Die biL jetzt vorliegenden Nachrick)ton über den Vorfall stammen sämtlich von türkischer Seite, wahrend inan i beitimmtto wissen will. Das ift allerdings kern Sctoci. dafür, daß die türkischen Angaben nicht sttmmen, denn italienische Telegraph ist von Begum des Krieges an nirr auf Siegesnachrichten eingestellt. Wenn alle Nachrich tcn der Agenzia Stefani über die Kämpfe m ^.ripoliS li^achr wären, wäre der Krieg längst beendigt, denn die Zahl deu toten Türken und Araber ist auf dem itattcmfchen Papier nachgerade so groß gclvorden, daß die Italiener o»i s afrikanischem Boden keine lebenden O^egner mehr haben kömnten, wenn eben diese Angaben nicht ftark übertrieben ttiiren So schleppt sich denn der Krieg feit vielen Monaten liin, ohne zu einer Entscheidung zu kommen und Italien istierkt es an seinen Finanzen, »vas em Uebersee-peldzug lalltet. Unter diesen Umständen ist die Vermutung nicht von den Hand zu lveiscn, daß der Angriff nur er­

folgte, um die Türken wieder zur Sperrung ter Dardanellen zu veranlasfen. Ditrch die damit

dc rbundcne Störung des internationalen Handels werden nämlich vor allem die Großmächte getroffcn, die bw fetzt ntPd) keine rechte Neigung hatten, zwischen den beiden I triegfül eenden Staaten zu vermitteln x\c ^eigung zu fintcr Vermittelung würde natnrheb bebcultiib lilyafiii

die brennenben Fragen unserer gegenwärtigen religwsen Krisis behanbelt werben sollen. Jeder Kursus untsafst 6 stunden.

tj Poinearös Gedächtnis. Henry Poincarö, der eben gestorbene große sranzösischc Mathematiker, hatte, wie einmal Jyreberic Masson in einer Akademierede erzählt hat, cm ganz erstaunliches Gedächtnis. Dieses Gedächtnis gehörte, was bei einem Mathematiker reckst merkwürdig ist, nicht dem öquellen Typus, sondern dem akustischen an. Alles, was Potncaro im Laufe eines Tages hörte, grub sich unverlöfchlich in fein Ge­dächtnis ein. Machte er beispielswttse eine Eisenbahnfahrt, ,o konnte er am Abend des Tages die Namen aller .valtestcllcn nennen, die er hatte ausrufen hören. Noch viel merkwürdiger war es, daß sein Gedächtnis auch alles, was Pomcars fah, in Gehörseindrücke umarbeitete. Poincarö war auch imstande, am Abend eines Tages die Nummem aller Droichken, denen er be­gegnet ivar, aufzuzählen. Er hatte sie, gesehen, aber foglctch in (^ehörseindrücke nmqiarbeitet. Nichtsbeftoweniger war -toincare, so gut auch sein Gedächtnis war, so zerstteut, wie es stch lur einen echten Gelehrten geziemt, wobei zmtteut natürlich gerade das Gegenteil bedeutet: in irgend einen Gedankenvorgang vertieft. Als er eines Tages seinen Gang durch Paris machte, entdeckte er plötzlich zu seinem Erstaunen, daß er in einer vand einen Horb trug, einen richtigen Kord aus Weidengeflechl. Woher mochte Der Korb wohl kommen? Er war funkelnagelneu und leer. Alles Nachsinnen half nichts, und so fah stch Pmneartz genötigt, denselben Weg, den er bisher, gemacht hatte, ö"ruck- iugehen, bi« er schließlich an die Stratzenauslage eines Korb­machers gelangte, dem er, ohne cs selbst zu merken, den Korb lucggenommen hatte. Das hübscheste Beiwiel von Ponicares Gelehrtenzerstreutheit ist wohl folgendes: ehe ^omeare Mitglied der Akademie wurde, machte er dte üblichen .stmididatenbeiuche, um Die Akademiker für seine Wahl geneigt zu machen. Bei ein^n von ihnen verwickelte er sich in .ein lehr kni

mürbe spät und später, ohne dast Pomcar« ..ctene machte, den Besuch abzubrechcn. Der Akademiker wurde natürlich.unruhig unb ließ in bas Gespräch ein paar Bemerkungen emckieven, w'e beschäftigt er sei, aber Poincarv rückte und rührte nch mcA auf seinem Stuhl Ter Akademiker ranb feinen .anderen Ausweg, als Poincarö zu erklären, es tät ihm kiD, baß er das feßelnL Gespräch abbrechen müsse, aber er habe keine Zeit mehr. Worauf Poincarö erwiderte:Dann will ick ^ie Nicht langer zuruck- hniren. denn ich bin selbst sehr befchästigt!' Poincare Halle also

politische Wochenschau.

Gießen, 20. Juli.

Die Geschwindigkeit, mit der in dieser Woche die poli- * 1)1 rtud der Türkei einander folgten, lfstl

crbrochl. "baf; da, 2-nd des tzoldmondsrnd. _ ।j _ <j?Hbe der modernen Staaten eingeruckt ift,

V mn - äußeren Formen des konsttttittonellcn

^^Kriea^minisleriums, die mühsame Luche nach cinein i^ifnfnrr' hie ^Mission des Gesamtkobinetts und die Er. * »'«ro6nwftrs bebrütet für die Zeit nödl nidrt einet Woche einen Retord. nm dessen Auf. 4- lun/bi? im Miniftcrstürzen gewiß nicht ungeübten ^-inrosen die Türken beneiden können. Tie ganzen Vor- ÄÄ die, MMrNsche Macht tr°d . t-s

daß sie vorläufig auf die Schlieszung verzichte. Hier geht daS noch u n b e st ä t i g t e 0^ e r ü ch t um, daf; die italienische Flotte heute morgen die Dardanellen wieder an gri ff.

Rom, 19. Juli. Bei der Regierung ist, wie Die Agenzia Stefani berickftet, nichts über die Aktion der italienischen Torpedoboote vor den Dardanellen be­kannt Der Flotteiikommmidant war allerdings darüber informiert, daß, wie auch ausländische Zeitungen berich­teten türkische Torpedoboote die Dardanellen verlassen, nm einzelne italienische Flotteneinheitcn anzugreifen. ES ist daher möglich, daß italienische Torpedoboote ihnen ent­gegengefahren sind. Es wäre aber unsinnig, anzunebmei', fünf Torpedoboote wollten die Dardanellen forcieren. So ist das Bombardement von den Forts entweder mit der jetzt herrfchenden Panik zu erklären, oder cs wurde mit wohl überlegter Absicht gehandelt, um einen Vorwand für die erneute Schließung der Dardanellen zu schaffen, wie dies bereits durch Depesckfen als Beschluß des zurückgetrc- tenen Kabinetts gemeldet wurde. . icy. r.

Rom, 19. Juli.Tnbnna",Gwrnale d Italia , Popolo Romano" und andere Zeitungen heben einstimmig die Unsinnigkeit der Atinahme hervor, daß daS Bom­bardement, das bei den Dardanellen gehört wurde, von einem Kamps mit it a lien i s ch en T or p ed ob o o- ten hcrgerührt habe. Die Zeitungen weisen ferner daraus hin, daß bisher teine Bestätigung, noch Einzelheiten über den als so wichtig bezeichneten Vorgang aus Konstantinopel

lL |69 Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 20. Juli 1912

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»WZ General-Anzeiger für Oberhessen

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