Ausgabe 
20.1.1912 Erstes Blatt
 
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2. Tie Sozialdemokraten sagen, ich hätte gegendieHerab- etzung der Altersversichcrungsgrenze von 70 auf 55 Jahre gestimmt Tas i st unwahr. Tie namentliche Ab- timmung vom 30. Mai 1911 gibt dafür den Beweis.

3. Tie Sozialdemokraten suchen, da es ihnen an sachlichem Material fehlt, mich persönlich herabzusetzen, indem ihre Dutzend- lojtatoren daraus Kapital zu schlagen suchen, daß ich bei einer persönlichen Bemerkung im Reichstag abgeläitttt worden bin. Nun weiß jeder, wie schwer es auch alten Parlamentariern fällt, die Klippenpersönlicher" Bemerkungen zu umschiffen. Mich trifft aber der Vorwurf um so ungerechter, als meine Abläutung aus ein Mißverständnis des Präsidenten zurückznführen ist. Daß dies Intermezzo den Genossen Freude gemacht hat, glaube ich ihnen gerne. Nur sollten die Genossen gefälligst sich um ihre eigenen Ablautungen" kümmern! Während meiner ReichstagstLtigkeit sind sehr viele Sozialdemokraten bei persönlichen Bemerkungen der Klingel des Präsidenten verfallen. Ich nenne nur die Abgg. Brey, Scheidemann, Frank, Albrecht, Bohle, Zubeil, Eichhorn, Schmidt. Bohle wurde in einer der letzten Sitzungen des Reichs­tags nicht weniger als fünfmal abgeläutet. Tie stenogr. Be­richte darüber stehen zur Verfügung. Freilich in derFrankfurter Zeituny" hat BöhlesErfolg" nicht gestanden. Man weiß, warum. Also, liebe Herren Genossen, etwas mehr Selbsterkenntnis!

4. Tie Sozialdemokraten sagen, die Grenzen seien geschlossen. Auch das.ist rrnwahr! Allein aus Dänemark kommen in jedem Jahre ungefähr 100 000 Rinder und Ochsen nach Deutsch­land. Aus Oesterreich und Russland ist die Einfuhr von ins­gesamt 230 000 Stück Schweinen zugelassen, eine Zahl, die aller­dings noch niemals von dort aus hereingebracht wurde, weil ein Ueberschuß an Vieh dort nicht vorhanden ist.

6. Tie Sozialdemokraten verlangen dieAbschaffung" der Futtermittelzölle. Auch das ist Demagogie. Tenn alle für unsere Landwirtschaft wes entliehen Futtermittel: Kleie, Reisabfälle, Oelkuchen, Schlempe, Treber, Grünfutter, Heu, Spreu, Häcksel, Stroh, Futterrüben, Kartoffeln, Maisschvot werden völ­lig zollfrei eingeführt.

6. Die Sozialdemokraten reden den Wählern bei der Klein­agitation vor, ich hätte gesagt, das Pfund Butter müsse zwei Markund das Ei 20 Pfennig kosten. TasistgröbsteWähler- t ä u s ch u n g. Ich habe niemals und nirgends etwas derartiges ausgesprochen oder geschrieben.

Gießen, am 19. Januar 1912.

, !Dr. F. Werner..

Der hessische LandeSauSschuß der Wirtschaftlichen Vereinigung fordert deren Anhänger in den Reichstagswahlkreisen Darmstadt-Groß-Gerau und Friedberg-Bü­dingen auf, m i t a l l e r K r a f t für die Wahl der n a t i o - nalliberalen Kandidaten Dr. Osann und Landge- ri.chtsrat Strack einzutrecen.

Tie Nationalliberalen und die Kölner Stichwahl.

Köln, 20. Jan. In einer nationalliberalen Versammlung sprachen sich die meisten Redner dahin aus, daß die Nationalliberalen die Pflicht hätten, eine Mehrheit der Linken herbeizuführen, selbst treiut bie Nationalliberalen an Mandaten verlieren sollten. Von der Versammlung wurde fast einstimmig beschlossen, für die Stichwahl Köln-Stadt den Mitgliedern der nationalliberalen Partei Wahlsreiheit zu gewähren.

Tas Mandat Konrad Haußmann.

Stuttgart, 20. Jan. Die Sozialdemokraten haben sich verpflichtet, ajs Gegenleistung für die Stichwahlhilfe, welche die Volkspartei dem sozialdemokratischen Kandidaten in dem früheren Naumannscken Wahlkreise an­gedeihen läßt, das Mandat des Volksparteilers Haußmann nicht zu aesährden, obwohl Haußmann mit einem Sozialdemokraten in Stichwahl stehe und ob­wohl das Zentrum indirekt die Wahlparole für den Sozialdemokraten ausgegeben hat.

Graf Posadowsky als Wahlredner.

! Iena, 19. Jan. Auf Einladung des Ausschusses für die Wahl desbürgerlichenKandioatenim dritten Wei- marischen Wahlkreis hielt gestern abend vor etwa 2000 Per­sonen der frühere Staatssekretär v. Posadowsky eine programmatische Rede über die politische Lage. Der Red­ner, lebhaft begrüßt, führte aus, der politische Indi­vidualismus sand bei den Wahlen einen prägnanten Ausdruck. Angesichts dessen wäre es notwendig, daß die politischen Parieren ihr Programm einer Inventur unter­ziehen, denn das Nebeneinanderb estehenvonvie- len Parteien sei ein Unding. Wenn man eine einheitliche konsequente Regierung wolle, müsse man vorher große einheitliche Par­teien schaffen. Nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen am 12. Januar fast eine Million Stimmen ge­wonnen habe, seien bürgerliche Sammel kandiLataren in diesem kritischen Zeitpunlt eine 9Lotwendigkeit. Nach Be­trachtung der auswärtigen Lage mahnte der Redner noch­mals zur Einigkeit der bürgerlichen Parteien bei den Stich­wahlen und schloß mit dem Ruse: Nicht Front nach rechts, sondern schließen wir unsere Reihen, und Front nach außen! Der Vortrag wurde mit großem Beifall aus­genommen.

Aus Statt und Land.

Gienen, 20. Januar 1912.

- Tageskalender. Stadttheater: Samstag nach­mittag 8M Uhr: Kinder-Vorstellung:Torinöschon.- Sonntag nachmittag 8>6 Uhr:Tas llerne ChokolatenmavHenE; abends 7% Uhr:Buinmelfludenlen.-

Kinemalogcupt-. Neuer Spielplan,

Biograph: Neuer Spielplan.

Kolosseum: Täglich Vorstellung.

An läge musik am Sonnlag vormittag 11 Uhr in der <Eüb-9lnlage «nur bei gutem Wetter). Sptelplan: 1. Marsch aus der OverDas goldene Kreuz- von I. tiiüll. 2. Einleitung des 3. Altes und Vraulchor aus oer Operüohengrin' von R. Wagner 3. Musik aus der OperTiefland- von d'Albert. 4. Armeemarich Nr. 18 von F. W. Voigt.

GemäldeausnerlungdesKun st Vereins im Turm­haus am Brand. Geöffnet täglich, mit Ausnahme von Samstag, von 111 Uhr, Sonn- und Feiertags von 113 Uhr, autzerdem Mittwochs von 35 Uhr.

Museum des uoerhessischen GeschichtsVereins. Geöffnet Sonntag vormittag 111 Uhr unentgeltlich, zu anderen Zeiten gegen üO Pig. ixinrrittsgeld.

Museum für Volker c .ide. Geöffnet an Sonntagen von 111 Uhr und von 46 Uhr.

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** Kaisers Geburtstag. Wie in den früheren Jahren, findet auch diesmal aus Anlaß des Geburtsrages des Kaisers im großen Saale des Gcsellschaftsvercins um Samstag dem 27. ds. Js., nachm. iy2 Uhr, ein Festeren statt. Der Preis des Gedecks beträgt 3.5U Mr. Die Eui- zeichnungsliste liegt bei dem Hausverwalter des Gesell- schastsvereins, Herrn Todt, auf. Beteiligung aus der Bür­gerschaft ist sehr erwünscht.

** Stadttheater. Vom Theater wird uns geschrieben: Zur Premiere vonHans S o n n e n st ä ß e r s Höllen­fahrt" von Paul Apel am kommenden Dienstag dürfte fol­gende Besprechung derFrankfurter Zeitung" geiegentüd) der Erstaufführung des Werkes interessieren:Ich spreche nach diesen Erlesenheiten und Raffinements mit inniger Freude von Paul ^ApeL und feinem heüeren TraumspielHans Sonnenstößers

Höllenfahrt". Es ist etwas Herzliches, etwas Jugendfrisches in seiner Art. Er ist witzig, aus Herzenseinfalt. Paul Avel gelingt es, ohne viel Redensarten, in seinem Hans Sonnenstößer den berufenen Künstler bei allem Grünjungemum glaubhaft zu machen: offenbar, weil er selbst ein Künstler ist, der zugleich voll hineingeht, zugleich die Distanz wahrt. Und Paul Äpel hat zu dem Herz des Künstlers auch ein nicht unbeträchtlich Maß an Können. Wie die notwendigen Motive in der Eingangsszene vermittelt werden: wie dann im Traum die Eindrücke durch­einanderhuschen und sich verwirren: tote gleichgültig hmgesprochene Worte ihre verborgene Kraft auf die Seele bartun; rote das Gespenstische des Philistertums hervorgekehrt wird: das offenbart einen Künstler, der die Töne, die er anschlägt, beherrscht, und der mit durchaus ehrlichen und sympathischen Mitteln schafft."

** Evangelischer Bund. 'Auf den morgen abend in Steins Garten slattfindenden yamiüenabenb fei nochmals hingewiesen. Professor D. Tr. Schian wird reden über Die inneren Streitig ke tten i in deutschen Katho­lizismus der Gegenwart-. Tas aktuelle Thema darf auf allgemeines Interesse rechnen, zumal es von einem genauen Kenner der schwierigen DJiatcrie behandelt werden wird. Ta wie immer auch für gute musikalische Tarbietungen gesorgt ist, so kann auf zahlreichen Besuch der Veranstaltung gehofft werden. 9lÜe evangelischen Bewohner von Stadt und Umgegend sind herzlich emgeladen.

** Der Eisverein hält seine Bahn heute und morgen geöffnet. Morgen nachmittag von 35 Uhr findet großes Konzert statt.

Das Gießener Fröbel-Seminar teilt uns im Anschluß an die heutige Anzeige mit, daß gegenwärtig sehr- große Nachfrage nach Kindergärtnerinnen herrscht und daß seil Herbst etwa 30 verlangt wurden.

** Allgemeine Karnevalfeier Gießens. Tie Landesverwaltung schreibt uns: Obwohl es eigentlich den Ge­pflogenheiten der Karnevalvereine nicht entspricht, über das Sitzungsprogramm fdjon im voraus Mitteilungen zu machen, so wird es hier doch für notwendig gehalten, um derEin­führung eines gesunden Humors durch Karnevalützungen" Gönner zuzusühren und unrichtigen Anschauungen allenfalls erklärend entgegenzutreten. Wie man selbft in den ersten und besten Ge- sellschajtstreisen Sinn und Interesse der schön.n und guten Sache entgegenbringt, beweisen u. a. zwei Chorlieder, die auf unsere öffentliche Aufforderung hin eingingen und bereit eines eme Dame zum Verfasser hat. Dies möge ein gutes Beispiel für alle bie fein, die die herrliche GabeHumor" besitzen, doch sich an­scheinend nochgenieren", aktiv zu werden. Daß diese Ein- führungsveranstaltung: Gala-Damen- und Herren- fitzung am Donnerstag in Steins Garten echt rhei­nisches Gepräge erhalten wird, braucht eigentlich nicht mehr er­wähnt zu sein, wcroen doch die hervorragendsten Kar­neval-Städte durch Büttenreden und Chorlieder vertreten sein und. dann erst die zwei Schuitlellieder, von denen einmal der verstorbene Mainzer Oberbürgermeister Dr. Gaßner sagte:Ja sowas muß man mitgemacht haben und nicht am Erzählen davon sich er।reuen, denn durch Schunkeln int Kreise wird selbst das Alter wieder jung." An der Bürger­schaft liegt es nun, die fremden Kappenbrüder durch einen Müssende,uch zu ehren. Uebrigens sei noch bemerkt, daß Mas­ken keinen Zutritt haben, doch werden auch sonstige Toilettevorschriften nicht erlassen, nur mögen die ver- ehrlichen Damen ohne Hüte erscheinen, da sie an diesem Abend dem Sprichwort mithuldigen: Gleiche Brüder (Schwestern), gleiche Kappen. Auf den Vorverkauf z u ermäßigten Preisen wird durch die heutige Anzeige hingewiesen,

Lanötreis G.rjzcn.

X. Allendorf a. b. Lahn, 19. Jan. Der Krieger­verein beschloß, daß das Bezirks fest deS Hasjiabezirks Gießen in Verbindung mit dem 2öjährigen Jubiläum des Vereins am 23. Juni staltfinden soll.

Kreis Bübingen.

H. Büdingen, 19. Jan. Heute nachmittag 4 Uhr War vom Bürgermeister die er,te Gemein de ratssitzung in diesem Jahre einberufen worden. Anwesend war Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Totter, die Gemeinderatsmüglieder Schäfer, Andrä, Treser, Schulz, Methfessel, Hinkel, Witteiiud, Sterner und Klein, als Sachverständige Baurat Funk und Kreis stratzenmeister Straub. Zunächst steht die Weiterpflasterung der Straßen in der Stadt Büdingen auf der Tagesordnung. >Die Bauleitung for­dert von dem Unternehmer, daß er verfchiedene Teile von dec bereits ausgeführten Pslasterarbeit, well nicht oer,chriftsmäßig, wieder anfbreche und neu herstellen solle. Tie Firma wendet sich an den Gemeinderat und ersucht um Erlaß dieser Forderung. Tas Gesuch wird aogelchnt. Zur Weiteraussührung der Pflast erarbeit wird beschlossen, die Sttaßen der Alt- und Neustadt, Schloßgasse, Aäühltorstraße und Kirchgafse mit Kleinpflaster umzupflastern. Fuß­steige sollen mit Randsteinen und Mosaikpflasterung ausgeführt werden. Tie Mühltorstraße erhält nur auf der rechten Seite einen Fußsteig mit Mosaikpflasterung. In der Kirchgasse und Schloß­gasse wird wegen Enge der Straße von einem ve,anderen Fußsteig abgesehen. Sa-loßplatz und Kirchplatz werden neu hergesteltt. Der erstere erhält Pflasterung, der letztere Beriefung. Auf oein Schloß- Platz wird von der Kirche bis zum Schloß ein erhöhtes Trottoir mit Randsteinen unb Ato,aik angelegt. Die Herstellung der Bahnhof­straße durch den Kreis, soweit dieser dazu verpflichtet ist, loird dringend gewünscht. Rotolühende Weißdornbäume sollen vor der Pflasterung angepslanzt werden. Beigeordneter Dotter empfiehlt die Herstellung von Fußsteigen in der Schloggasse und statt Pflaste­rung des Schloifplatzes eine Chaussierung desselben. Wegen des aus dem Schlotzpiatz abzuhaltenoen SaMttuemarkles glauben die übrigen Mitglieder, daß der Schloßplatz durch Pflaster hergestelll werden müsse. Tie Bewohner der Schlachthaus st raße bitten schon längere Zeit um Herstellung eines F u ß st e i g s. Gemeinoerat Schulz befürwortet in etwas sehr erregter Weise das betreffende Gesuch und machst der Sladtvertrecung Borwürfe, daß andere Arbeiten, die nicht so nötig gewesen wären, bereitwillig die Genehmigung des Gemeinüerats gesunden hätten, während für Die Schlachthansstraße nichts getan worden sei, namentlich greift er Gemeinderat Hinkel, der «ich nicht gleich von der so dringen­den Notwendigkeit des Fußsteigs üoerzeugen konnte, heftig an. Gemeinderat Hinkel weist den Vorwurf zurück. Bürgermeister Fendt stellt fest, daß die Vorwürfe unoerechtigt seren und weist an Hand der Allen nach, daß schon lange Verhandlungen geführt toüruen, namentlich stände der Errichrung des Fußsteigs, zu dem eine Geländeerwrr^ung notwendig sei, die überaus hohe Forderung des Bua-oruckereibefitzers Schneider entgegen, der für den Quadrat­meter den Preis von sechs Mark fordere und die Umsetzung einer Cinfriedigungsmauer, die einen Kostenaufwand von 200 Man i-eanspruche. Sämtliche Mitglieder bttonen die Notwendigkeit eines Fußsteigs, und es wird beschlossen, daß die Bürgermeisterei mit dem Eigentümer über Heraosetzung des Preises Verhandlungen führen solle, eventuell solle Antrag auf Enteignung gestellt werden. Tie Stadt Offenbach hat den Ortsarmenveroaiid Büdingen wegen Uebernahme der Kosten für den hilfsbedürftigen Karl Schunk beim Provinzialausschuß verk.agt. Mck der Vettreru».g der Stadt wird ReckstSanwalt Keil beauftragt. Ein weiterer Punkt betrifft die Eroauung des Gaswerks und ist durch Kom- iniifionsbesll)U. erledigt, der die Zustimmung des Gemeinderats findet. Tie vorliegenden Rechnungen werben zur Auszah­lung genehmigt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 19. Jan. Heule mittag trug sich auf der hiesigen Eisbahn ein Unfall zu. Eine Frau glitt beim Schlittschuhlaufen aus und brach das Bem. Sie mußte in einer Troschke nach Haufe gefahren werden.

< Friedberg, 20. Jan. In den letzten Tagen wurden mehrere Einbrüche hier und in oer Umgegend verübt,

ohne daß cs gelang, den Täter zu ermitteln. Heute früh fiel nun dem Schutzmann Bartb ein verdächtig aus- sehender Mensch auf, der mit einem Paket zu einem Trödler wollte. Als er festgenommen werden sollte, riß er sich los und schoß auf den Beamten, ohne aber zu treffen. Nach heftiger Gegenwehr und nachdem er noch fünf Schüsse auf die beiden ihn verfolgenden Schutzleute abgegeben hatte, wurde er an der Seewiese feftgenommen. Es handelt sich um den 32 Jahre alten, febon oft vorbestraften Martin Bien aus Lossenheim bei Höchst, der als gemeingefähr­licher Mensch bekannt ist.

Slarkenburg und Rheinhessen.

ch. Bingen, 19. Jan. Die heutige Stadtverordneten- ntzung beschäftigte sich sehr ausgiebig mit der Frage der Er­bauung einer 9iheinbrücke zwischen Singen und RüdeShei m. Ter Tetalllistenverein hatte eine Eingabe gemacht, in dec ec sich gemäß eines BecsammlungSbeschlusieS dahin auSsprach, daß die 'Ausführung des Projektes für bie Geschäftswelt und die Sladt Bingen von größtem Ätutzen fein werde. Es jvurbe darum gebeten, zu ermöglichen, daß die Brück; gebaut werde, aber auch so, daß die Anlage einer elettnschen Bahn nach dcm Rheinbau bezw. RüdcSheiin un­bedingt gesichert werde.

d). Gingen, 19. Jan. Dkr große Bra nd des Mainzer Hofes ist heute abend in den Abendstunden noch nicht vollkommen gelöscht. Ueberall brennt eS in dem Geröll. Mit den Ausräumungsarbei^cn tonnten die Feuer­wehren noch nicht beginnen, da die allein stehengeblievenen Mauern und Schorn^eine der Dampsyeizung jeuen Augen­blick einzustürzen drohen. Em großer Teil der Mannscyas- ten war im ganzen etwa 35 Stunden in ununterbrochener Tätigkeit. Die angrenzenden Gebäude mußten von den Be­wohnern geräumt werden, da die Gefahr für sie zu groß geworden war. Es war bisher noch nicht gelungen, die Entstehungsurfache zu ermitteln. Unoerhältnismutzig hoch ist die Zahl der verunglückten Feuerwehrleute. Im ganzen sind fea;3 Manu verunglückt, hiervon einer tödlicy, einer ist schwer verletzt und vier haben leichtere Verletzungen er­litten. Der Wein des Wiuzervereins in den Kellereien ist bisher unversehrt geblieben.

le. Rüd es he im, 19. Jan. Ein Unteroerbandstag der Darlehenskassen und Winzervereine Ralffelsenscher Organi­sation des 9theingaueZ fand hier in Anwesenheit von Ber- icctcrn von 22 Vereinen statt.

-ch. Aus Rheinhessen, 20. Jan. Die eingetretene kalte Witterung macht den W ein bc rgsa rbe lten em (inöej Teilweise ist man mit dem Düng en und Roden beschastiqt^ zum Teil ist mit dem Rebschnitt begonnen worden. Tie Weine des Spätherbstes iverden jetzt hell. Der erste Abstich kann voigenommen werden.

Hessen-Nasfau.

w Frankfurt a. M., 19. Jan. In der Webersiraße 53 sprang die 33jährige Ehefrau Marla Böhm aus dem dritten Stock des Hauses herunter auf den asphaltierten Hof. Sie war sofort tot. Tie Tat wird auf Geistesstörung zurück- geführt.

F. C. Frankfurt a. M'., 19. Jan. Demnächst findet,' sobalo Schneefall eingetreten, eine größere Winter-Feld- DienftÜbung innerhalb der 21. Division, die durch ein In­fanterie-Regiment der 25. Division verstärkt wird, in der Nähe von Diedenbergen statt. Die Fußtruppen führen ihre Feldküchen mit. Tie llebung soll besonders dazu bienen, um bei der Kavallerie eine Neuerung zu erproben. Die Pferde rücken nämlich mit Strohschuhen aus.

F. C. Wiesbaden, 19. Jan. In der heutigen Stadt- veroroneten-Sitzung bewilligten die Sladtveroroneten für das Projett für die Errichtung eines Krematoriums auf dem Sudfriedyof, das zu 3o 000 Mik. veranschlagt ist, 40 000 Mark, weitere 9000 Mk. für die Errichtung von Urnen-i grabstellen. Die Gebrauchs- und Gebührenordnung für die Feuerbestattungsanlage wurde angenommen.

_ Aimucher Wetterbericht.

Oeffentltcpec Wetterdienst, Gießen.

Wetteraiisstcdken ui pesten am Sonntag, Den 21. Januar 19121 Bewölkung zunehmend, vereinzelt leicyie Regeickälle, w«rmer.

Schneebericht der Schiklubr Wintersport Siehea.

Hoherodstovi: 3U cm camee, 4 U>vaö Kane

Letzte Nachrichten.

Sin Gegensatz zwischen der Leitung der Fortschrittspartei in Berlin und in Talmftast't

R. B. Darmstadt, 20. Jan k>ei der hiesigen Par-' teileitung der Nationalliberalen ist gestern abend eine DepeschedesBerlinerHauptvorstan- des eingetrosfen, in der es heißt, daß der Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei den Vorstand derLandesparteiinHessenangewiesenhabe, in Darmstadt, Alsfeld und Friedberg die na-i tionalliberalen Kandidaten zu unterstützen. Zwei unbekannte Gemälde von Rubens entdeckt?

Brüssel, 19. Jan. Aus Mons wird gemeldet, bort seien zwei bisher unbekannte Gemälde von Rubens enM deckt worden. Das eine Gemälde stelle die heilige Dreieinigi kett" dar, das andereLoth, aus Sodom fliehend".

Prächtiger Jun£e angekommen.

Redakteur Ernst Heß und Fran Frieda

geb. Doru.

Gießen, den 20. Januar 1012.

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Gießener Fröbel-Seminar

,'taatl. konzclfioniert. 591

Im April können neue Schülerinnen eintreten. Anrneldimgeii möglichst bald erbeten. Seminaristinnen können Pension im Hause haben. Prospekte unb Aus­kunft durch L. D.ocscr, Cbcrlehretm,(Sartenftraüe30.

§inipint 2,/ä A. Uschch z,8 per Kauen frei ans Haus.

Sulins AkWfcr,

513 Telephon <43.

la.Torimuli

- 31k. o. per

tsudni.jL unseren in Wag#, bild, Peru-Guano (1 ullhorn- Murke) öO-kw-back M. li).30k Melasse -^Torfiuehl - Futter Täk^Mk. 7 AU, Hol z wolle ub w. Prospekt gratis. AicKett. Eltville a. llheiu.(LW.