Ausgabe 
23.8.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

AA

17,00-69.00 i6.00-68.00

17,60-69.00 67^069.00

m

. 63-66

. 68-69

. 55-66

Wann hab ich seitdem mich verändert" ? so fragten die betroffen nach dem Beispiele bet Herzogs von Friedland,

im 'Morast, ui'ib j) ^cittnun j)abe leine Veranlassung, sie hcrauszitztehen." - Auch eine AuNvort!

Wir geben aus den Vei^ndlungen lolgcnbc

.chen ernannt.

Gerhart Hauptmann soll nach einer Meldung der Frankfurter Zeitung" aus Slodholm als Irägcr des nachilen litcrarnchen Nobelpreises in Aussicht genommen fein..3m kom­menden Monat wird allerdings erst der endgültige Beschluß gesagt werden Es baut, daß Gerhart Hauptmann ohne einen ernsten Rivalen dastehe und daß er die Mehrzahl der Mitglieder der

k t b e r ich l vomA. > >2, Bullen (XL Kch ne 1808.

), Kälber W 6c

Ledm>

1064

98-i

richten.

zaellMlide. I(e (Bo** ugusi 1Vi6

. . 42-43

Schale . . . 34-00

igesellschast.

August 1912'

steigen. Was für ergreifende Szenen, was für l)inrei&cnbc: Bilder mußte das geben. Das war Werther! Tas war mein dritter Alt! lieben und Glück lehrten in mich zuruck. Ta endlich war der Stoss, nach dein mein fieberhafter Tätiglcitsdrang sich gesehnt halte, die Arbeit, die ich brauchte und ui der ich, wenn möglich, diese rührenden und lebhaften Leidenschaften in Töne sesthalten wollte!"

Tie Umstände brachten es mit sich, dag Massenet zu Hause nicht gleich an die Ausführung dieses Planes gehen lonntc. Erst nach einiger Zeit kam er dazu, und beim näheren Studium war ihm Hartmann von großem stützen, der Goethe verstand und die deutsche Seele liebte. Um ihn »anz an die Stimmung des 18. Jahrhunderts zu versetzen, mietelc ihm sein Verleger in Versailles eine weite Parterre- wohnung, deren Fenster hinaussuhrten auf die Garten des großen Le Nütre. Seirt Ärbeitszinrrner war mit kostbaren -dnutjereien und Rokokomöbeln auSgestattet; der Tisch, auf dem er die Partitur des Werther schrieb, war em Meisterwerk des reinsten Louis IV.-Stils.

fltroidx Set

_ 7 0. Geburtstag Theodor v. He igel s. Theodor von. H c i g e l, der Prä,ident der Königlichen Akademie der Wrnen- schäften zu München und Tirckwr des bmornchen -eminaru. bcgebt am heungeu 23. August seinen 70. Gebur"lag Karl Tveodor von Hc.gcl hat die Univerntat 1 einer Heimatstadt bemchr, ist 30 tährig, am Baverl'chcn Rciwsarchiv cmgctretin, hat 18/3 an der Universität seme Lchrläligtcu begonnen und wirkt dort leit 1684 als Nachfolger Giesebrechts, des Geschicht-ichreibers dir Hodcnstausen, als ordentlicher Proiciior. Ter Gelchrte steht unter den Historikern Teutichlatids mit der Gründlichkeit aucllen- mäßlger Fundamentierung Ieiner gc,chichisschrctbertfchen Arbeit, mit dem klug abwagcnden Lakte, nut dem er die ver,chlungenen Fäden alter deutscher Politik entwirrt, mit ,e.nem leinen ifrut» nelleriichen Gefühle tn der vorderen Reihe. A^, der reichen FüUe winer Arbeiten feien hier nur ,ctne jeincmm über dte Auelsdacher, fein kleines «abmettitüd über Nymohenburg ieme verschiedenen Eüayiammtungen, lern Werk über die volimchen Hauptstromungen ui Europa im 19. Jahrhundert hervorgehoben. ^ie Hauptarbeit seines Lebens aber legte er in derZwch nicht abaciSloiienen mebrbänbigen bcuridxn iwdWe »om xpbt erne- HSSäito Gr-b-tt bis SUI ilujlomng Mb alten Meute nid«, c.nSn icbensnollcn, iiguien- unb nwtwereicben, meUetcht etwas

baitn. 2'1

e.n konnten >4^| Wellung ntupa^f endlich «7^ wumtn all.

dn sich nun M stllUNl Dfrk.^ ** .benagt. -1 'ür fit fi| ^nlnvitwn, kJ?| ' deutete.

Reklame 'fitbenbit^pM

J- Ä berfidx h! ' unb all« lb was bie ütuS; » Tür bas j ten also jtlbft Männer unb bn "I Herrn bas eine d nnen Mrcbun», den grchen fe® Man 3nititn. J i vor kurzem bir £ Klieners 12 Körper zur 'Mcj

Akademie für sich habe.

Ter Schutzpatrondes Theaters. Ter 25. August! ist der Tag der Schauspieler oder vielmehr der ihres Heiligen denn einen solchen haben sic ebenso wie die Aiuzchorigcn vieler anderer Beruse. St. G e n e s i u S heißt der Schutzpatron des Theaters, dessen Leden dramatisch genug verlauten ist. oo sehr, daß es als richtiger tragischer Vorwurs einige Male behandelt worden ist: das erstemal von Rotrou, einem JeQcnoncn und Freund Eorneitles, der ein TramaSt. Genesius, ocr heidnische Lchau'vieler" schrieb, und sodann von F e l i t Wei n g arme r, der Gencsius -um Helden {eines nach ihm benannten MunkdramaS gemacht hat. Genejius lebte zur Zeit der biollci lamidxn Ehrtsten- versolgungen: er war Komiker und hatte m einer Pope, die die Christen verspottete, einen Mann darzustellen, der kurz vor seinem Ende bv* Tause begehrte. Sic wurde ihm von emem anderen. Schau'pielcr erteilt, aber da geschah eine dramali'chc Wendung, die von dem Autor nicht oorgeschricben war. Maum war der Darsteller der komischen Rolle getauft, als er nut einer gerat)e^u fcierlichin Beredsamkeit die Lehren des Ehrtttentums vortrug und für sie zeugte Tie Zuschauer faßen erstarrt: noch nie hatte Genc'ius so echt und überzeugend ge,vielt, ^te heimlichen. Christen, ine im Theater laßen, 'prangen erregt am, und die Heiden schrieen durcheinander: fäfticßlich mußte man nicht mehr, was Spiel, was WadrheU war. Auch der hauet war in jener Vorstellung anwesend , er ließ oen oorlrcnlidun ^chamvic er vor sich führen uno tagte .hm, er hab. oen cytmlichc» Fanatiker überzeugend gespielt. Da bekannte Genestus, mu der -tauie ici Die Wahrheit des Chrtuentums gleich einer Cncnbarung über vbn gekommen. Der rtauer wandte sich ab und ließ Gencuus inö Gefängnis werfen; er sollte widerrufen und wurde gefoltert, blieb aber beharrlich und erlitt den Mänorcrtod. Tic Mirdje har ihn heilig geivrochen ais einzigen Vertreter dcs schau- fpielerftandes, dem sic sonst Nicht recht gewogen war: haben doch die Kirchenvater das Theater und seine .Angehörigen samt und sonders nut dem Bann belegt.

bie sich etwas zu schulden kommen ließen, zu fragen, ob sie Sozial- v.mokratcn inen oder nicht. Eine Statistik und eine Bcrickü' eritaiiungefontroUe über die Sozialdemokratcu im Heere ivürden md t geführt. Es lägen auch keine Srobcid Jungen vor, daß im banrrtid en Heere Soualdcmokraten, die sich zweifellos auch tarin befinden, irgend etwas bemerkenswertes gemarkt hätten Bei dem Erlaß, betreffend das Verbot der Beteiligung von Lffizicrcn bei den Wahlen, Iwndle es inh mdn um einen Eingriff in daS geheime Wahlrecht, sondern cejolltc damit das öffentliche Eintreten der Lfstzicre zugunsten der ^oztaldent.' fraiic getroffen werden Ter Erlaß fei aus.iegcbcn worden lange bevor ber Landtag aufgelöst wurde und lange vor den Neuwahlen. Das Red i, über den M r i c g zu entscheiden, bemerkte der Slriego Minister den Sozialdemokraten gegenüber, sei durch die Bcütm mungcn der RctdiSveriassung festgelegt und setze auch die Bu stimniung des Bundesrats voraus. Auch bei republikanifchen Staaten litt scheide nicht das Bott über den Krieg.

Freiherr von branden ft ein (Ztr.) betonte, die Ent scheidung über Krieg und Frieden müsse der vcrantworUichen Stelle, dem Kaiser, überlassen bleiben. Tie Kriegs Verwaltung müsie sich innerhalb der Verfassung gegen die Sozialdemokratie wenden. Ter Mricgsminifter hätte seine programmatische Er­klärung nach dieser Richtung hin noch schärfer unterstreichen muffen.

Uniuhc links.. Wir müssen, fuhr der Redner fort, auf daS bestimmteste verlangen, daß von den Kasernen dieSozialdemokratiefernbleibe. Es wäre das höchfte, wenn in der Kaserne, wo der Fahneneid gcleiitet ist, gegen den Fahneneid von der Sozialdemokratie agitiert wird.

(Zuruf des Soz. v. Vollmar: TaS ist eine Unver­schämtheit! Große Unruhe links. Ter Präsident ruft v. Vollmar zur Ordnung.) ,

v. Frandenstein lortfayrcnd: Ich nehme kein Wort von dem, >vas id) gesagt habe, zurück. Turch die sozialdemokraniche Prcife, die tn die Kaserne kommt, werden die Tisziplin und die Ltebe zum Königsljaus untergraben.

(Rollwagen, So: , ruft unter ständig roadjicnber Unruhe links: Tas ist eine Verleumdung! Er wird vom Präsi­

den der Abg Frandenstein den Offizieren machte, au, das e >i t s ch i cd e n st e zurück Bravo' links Hort. Höri! rechts Er ,prach von cinci Simplicissimuskultur, ber an großer Teil des bavcrischai Cnuierlorp? huldige Er rividierte ihn auf einen 3uruf ausdrücklich bahm, daß cs sich nicht nm das Lesen und nicht um daS Halte» des Blattes handle, cs handle udi um die ganze Stimmung 3d) muß es auf das tiefste bedauern, daß etnederartigeVeidachtigung. die der Abgeerdnetc .... istürmifches Bravo lmks. Unruhe, Bewegung rechts

Vizepräsident Frank: Ich möchte Cucr Ezzellen» ersuchen, dieses Wart nicht »»eiter zu gebrauchen Dei Mriege- mmiuer unteritcht ia nicht meiner Korrektur, id, mochte aber bemalen, daß ich einem Abgeordneten gegenüber dieses Wort als nicht statthast bezeichnet haue.

>t r i e g s rn i n i ft e r Freiherr v. Äieffenitcin (fort- fahrend.......wofür ber Abgeordnete auch nicht die Evur

eines Beweises versuchte. Tas bäuerische OnijiakorpS gab, glaube ich, nicht den mindesten Anlaß, an seiner KönigStreue, Lovalität und innerem Gehalt zu zweifeln. 3d) hm überzeugt, daß es in diesen Eigenschaften durchs die Lektüre des Simpli- cisfimus nicht wankend gemacht wird. iSehr gut. Bravo links, hört, hört reckits Ter -Ibg o. branden ft ein hatte aber mit den Vorwürfen, die er der Armee und dem ganzen Ofiizierkorps machte, sich nicht genügen lassen. Er hat auch mir in nicht m i ß v e r sl ä n d 1 i ch e r W e i s e s e i n e M i ß b i 11 i g u n g a u s gefprochen, daß ich die Aeußcrungen des Abg. Simon nicht in seinem Sinne zurückwies. Meine AussührunAcn bavcgten sich aus dem Boden der Reichsvcrsassung, die ud) über die Frage der KriegserNärung in einer ganz zwei'ctlosen Weise ausspricht. Einen staatsrechtlichen Exkurs daran zu knüpfen habe id) keine Veranlassung Ter Abg v. Frandenstein ist and) neuer - auf den heute bereits mehrfach erwähnten Erlaß in sprechen gekommen und hat von mir die ausdrückliche Er- llärung verlangt, daß ich mich diesem Erlaß identifiziere. 3d) kann ihm nur erwidern, daß der Erlaß iiodj i n 8t r a f t i ft, woraus zur Genüge hervorgeht, daß id) nut ihm einver­standen bin. Seiner Aufforderung halte es weiter nicht be­durft. (Sehr richtig links ' Eine Bemerkung des Abg. Tr. Eafselmann hat dann dem Abg. v Franckennetn Veran- lasfung gegeben, dtc Tisziplin in der Armee anzu- zweifeln. ES ist mir Nicht bekannt, welche Beobadjtungcn dem Abg. v. Frandenstein zu seinen Aeußcrungcn Veranlassung gegeben haben: ich glaube auch kaum, daß Sie erwarten, daß ub daraus eine Vcranlafsung zu einer hochnotpeinlidten Untersuchung machen werde. Sie werben mir daher gestatten, nad) wie bou überzeugt zu sein, daß die Erlasse des ztriegsministeriums von den unterstellten Behörden strikte ansaeführt werden, in diesem Falle wie in jedem anderen. (Lebhaftes Bravo links, Unruhe im Zentrum.) _ _

9Zad) weiteren Ausführungen des Abg. Held (dir), ber fich wegen der fortdauernden llnruhe im Hause und ocr fort­währenden Unterbrechungen durch die linke Seite des Hauses nur mit Mühe Gehör verschaffen konnte, war die Aussprache »u Ende.___________________________ ___

ttühlere Ueberkgung in Montenegro.

heilen wieder:

München, 22. Aug. Zn der K a m in er de r Ab g eo rd- c t e n führte bei der allgemeinen Aussprache zum Mtlitarvor- ünsdftag der rtrtegsniinistcr Freiherr Krcß v. Krc| je«Itcjii u a aus, cs liege int Interesse des Heeres und es fei die Pflicht der Heeresverwaltung, darüber zu roadx:n, baß bie Stärkung der

_ ___

IMün

rNaftenet in wertheis Heimat.

Die Erinnerungen M a j f e net sdes vor kur- Ktn iieftorbcnen großen Komponisten, sind soeben erschienen;

! den deutschen Lesern dürfte aus ihnen ivotjl am meiften ein Abschnitt interessieren, in dein Massenet oon feinen Cr-

I lebnincn in Deutschland und vor allem seinem Besuch der MDeritabt ü>c»lar crza,)tt. wo in ch"> der «-danke und

- .»s bcseeligende Grundgefühl seiner bcruhmtni Lpcr Äertber aeboren wurde. Er reiste zufammen mit einem x-Z Deutschen Kundigen und in der deutschen Lueratur be- i cde'

: wo fernen uniurb-

ichen Roman erdacht hatte. Ich kannte bie

hns- ich hatte sie in lebendigster Erinnerung bewahrt Mich in dem Hause zu wissen, das Goethe berühmt gemacht Me, in^m er sl-me eigene Liebe, unsterblich fortleben lie^ aiachtc den tiefsten Eindruck auf mich. ..Ich habe noch ; etwas", sagte Hartmaim beim Fortgehen,um die an- ; ichaultche und schöne Erregung, dte sie ergriffen, jn Der U vollständigen." Und dabei zog er aus der Tafche ein Buch in vergilbtem Einband, die jranzofifche Uebirf.tzung de^-

I i4oethe,chen Romans.Diese Ueberfctzung i|i au->g.s,.ia)net , Vn hinzu Kaum hatte ich das Buch IN den Händen als nn? schon, begierig, es zu durchfliegen in eine )ene

! a 'osten Bierwirtschaf teil cintraten, wie man iu uUrali k SuKtfSETfSt Wir festen uns unb bcnellten eben)» nefiac Schoppen wie bie unserer Nachbarn warm -tan aaterschieb unter den zahlreichen «ästen Stubenten kennr ' lich an ihren bunten Muhen, bie itatiat ip-cU n unb,'cht «ile lange Porzattanpseisen ztmlchen den Zahnen hteUen dagegen waren sehr loenig prauen ba. Unnötig , IS IWOS ich in dieser dicken und übel riechindiil ~uf .

f litt war mit bem bitteren Geruch beb «'---^u-st-m^ 2ber ich konnte mich nicht losretfcenüon der --ekwrebiejer Oiühenben Briese, in benen bie «efufjlc der heltigitrn -

Pente» zur Crbuung gcruscn.) . '

Freiherr v. Franclcnstcin fortsahrcud: Ter Erlaß des früheren Kriegcinniistcrs, daß R e s e r v e o s s i z i c r c sich nicht für Wahlen von sozialdemokratischen Uandidalen bctäiigcn dürfen, |ci von den Liberalen und Sozialdemokraten verurteilt ivorben. Einen birariigcn Erlaß Halle seine Partei für ielbitöcriiaitblid). Wir verlangen von dem ^kricgsminister ausbrüdlid) Antwort, ob der Erlast auch jetzt noch Geltung hat. Zch warne davor, in wetten Polkskreisen eie Ansdjauung cntftehcn zu lasse», als ob an großer Teil der Lsfi-icre mit der So-ialdeinokratie ftzinpaihnn-re. Lm solcher Stand oars auch nicht sympathisieren mir einem Organ rote derS t m p l i c t s s i m u s", der in jeder Nummer die GeMltch- seit und die 5taa*3a'itemtäte? vcrbohm I m p r e u ß i f che n Osfizierkorps und in preußischen Offizierkasinos darf derS i m p l i c i s s i m u s ' nicht auNiegcn. Auch die bayerischen Ost'iziere dürslett nicht zurLimpltciffimus - Muluir neigen. Ter MTicgsminiftcr muß »ach dieser Richtung AN Vorsicht üben. (Bravo im Zentrum.)

Abg. Tirr (lib.) wendet sich dagegen, daß der Vorredner scharf madxm wolle gegen Ofsizicrc des Beurlaubten,tandes. Es sei politisch und logisch vom Slandpunkt des Zntcrcstes dcs Heeres unverständlich. Den Fahneneid in eine politische Aussprache zu ziehen. Er würde bie Offiziere bedauern, bie sich in ihrer politischen Uebcrzcugung beeinflussen ließen. Zm Kriegs,al le brauche man geübte unb erfahrene Lanbwehromztere. Deswegen dürfe bie Kriegs-Verwaltung keinen Mann wegen politndjer Be­tätigung aus ben Reihen des Osfizierkorps hiiiausbrangc». Da­gegen sei er gegen jcbc öolitifdjc Agitation in ben Maiernai selbst. Der Kricgsmtnistcr selbst erkläre, baß ihm von einer Agitation der Sozialbemokratie in ben Mafernen nichts bekannt fei. Zn dem ganzen Vorgehen bcs Zentrums liege e,n System. Man wolle jetzt aud) noch ben KrtcgSmmtster ,djar machen gegen politische Freiheiten.

Kriegsminifter Freiherr von Kre, f enftein:

Meine Stellung zur Sozialbemokratie keimzcichnele idj meines Eradftcns gaiugcnb klar. Ich mische mich nicht in Ihre Partei- ungclegcnheite», ich vertrete hier lebighd) btc militari,d)cn Enter- essen ber Armee. 3d) w c i i v b e n i di w c r e n V o rioim,

In Eettinje sieht man doch ein, daß es eine gewagte Sache wäre, Hals über Kopf in einen Äricfl mit der Türker sich zu stürzen. Da die Türkei Ernst gemacht und Trup­pen an die Grenze geworfen hat, blies die inontenegrimschr Regierung zum Rüazug. Bei den Großmächten aber häufen sich die Akten. NLontenegro wird sich wohl schwerlich mit ernstlichen Hoffnungen tragen, daß die Mächte ihm nun gleich beispringen werden. Bei den kommenden Monfc- renzcn aber wird es die letzten Vorgänge benutzen, um für seine Wünsche Stimmung zu machen:

Konstantinopel, 22. Aug In Berane mar­schierten türkische Truppen unter dem Oberst Hafsa­tt izzut ein. Die Montenegriner zogen ab.

Ee11inje, 22. Ang. Aus amtlicherQuellc wird gemeldet: Tie aus Konstantinopel stammenden A n s ch u l -

85.0H

86.00-^

86.00^- "Fruchtmarkt, r- 16,80 M, 1-^- irtoffeln 6,00-^-lL

^ÄoL^^griff ihn die Szene, wo Werther und Lotte zusammen den Ossian lesen,soviel fiebernde um

Das Zentrum und der bayerische Krkgsminijkr.

DaS bayerische Zentrum gibt sich noch nicht zufrieden $at eS mit seiner Iesuitenaktion die Geister ganz Deutsch­lands freilich nicht in seinem -Sinne wachgerüttelt, so fbfnnt es jetzt eifrig die Aachener Richtlinien fori und spielt ! l,ch als den alleinigen Schutz von Ttyron und Altar auf I Nachdem in der gestrigen Sitzung der bayerischen Abgeord- ^*tcnfammer der Kriegsrninisler Fihr. v Srcß eine völlig genügende Erklärung über die Bekämpfung der Sozial­demokratie im Heere gegeben Ijattc, ritt der Zentrums­abgeordnete Frhr. v. Fronckenslein nochmals zum Sturm (ft charakterisierte die Rede des Kriegsminisler-.' ats un­genügend, verlangte twchmals so etwas wie cm feierliches Versprechen und bemäkelte die »kulturanschauungen des bäuerischen Lssizierlorps. Der Ritt beiam ihm aber fchlcckit, unb die «Situation wurde völlig verschoben. Der Kriegs­minister, dessen loyale Hallung gegenüber ben Peseroe- Offizieren von der Linken de;r :: warben war, erhielt imnrnehr deren [guten Beifall, als er mit großer Geschick­lichkeit und Entfchiedenheit en Zentrurnsfchlag parierte. Vit großer Ruhe brachte er dem Zentrumsr.o. c. o.i. daß er, der Kriegsminister, in diesen Angelegenheiten keines Wegweisers bedürfe. Auch in seiner Entgegnung über die Simplicissimuskultur" der Offiziere ließ er den Zentrums- ; ftreitcr hart an, ohne aber die Unterbrechung des Vizepräsi­denten Frank zu verdienen. Denn daß Herr v. Franckeiv- ftein mit seiner Aeußeeung das Osfizierkorpsvcrdäch- ligt" hatte, kann doch nicht beftritten werden. Wenn ber Ämplicijsimus in Lssizierslreisen hier und da gelesen lüirb, so kann daraus doch nicht gefolgert werden, daß die Offiziere von den in diesem Blatte ost ersck-einenden Frivoli- 1 täten erbaut sind. Sehr heiter aber mar es, als in der dussprachc noch zwei sozialdemokratische Abgeordnete sich cryoben und Dem übereifrigen Fechter für Thron und Altar allerlei Erinnerungen zurü.triefen: Wie man beim Abschluß des schwarz-roten Bündnisses im Jahre 1903 sich l doch zusammen so schön gefreut habe und rote der damalige opetjerxr D-oml)err Bettinger ja auch dabeigeroesen sei unb ipater als ltrzbtscksvs ihm, dem Genossen Körner, bei einer Besichtigung ber Pinakothek in der Erinnerung an die schöne Ijcit herzlich bie Hand geschüttelt habe! Und ber Genosse | zz-ßhaupter zählte iwck) mehr Teilnehmer auf und erzählte, [ Ae nach dein Bündnis im Dom zu Speyer der Erzbischof I Tr. Bettinger sogar seiner Frcuoe darüber Ausdruck ge- ffgeben habe, daß in Bai-cru eine solche Behandlung der So- I zialdemvkratie nicht möglich sei wie in Preußen, roo der Äldcl I unb das Junkertum zu großen Einfluß hätten.

f l IIIIVHCH IIUUJ Will -VUft-iv.v - "J'-V- ---- -------

alD er an Aiax Picolomini eine dtyntidje Gedächtnisrede I gerichtet hatte. Die Zentrumsaltion tvar mit diesen Re- | ininiszenzeii der Heiterkeit preisgegeben. Ter Zentrums- aa I abaeorbnete Held envibcctc nur turz u. a.:Das Zeiitrum babe sich aus deinMorast", von dein Abg. Köriicr ae- wrochen l-abc, herausgesunden: heute säßen die Liberalen 86,W-ft im Morast, uitb .bad ..Hattrum Jxibe keine Veranlassung, sie

Ur. 198 Erstes Blatt 162. Jahrgang 8reitag, 25. August 19(2

Sichener Anzeiger

gemsprech - Anschlüsse: 1L Verannvonlich iür ben

di« Redaktion 112, V polnischen TeNl.igu'l

BLW? General-Anzeiger für Oberyesten £»£

üTbt^ia^eönimrHer liotatkonr-ruck und Verlag der vrühl'fchen Unio.'vllch- und Steinörnderei R. Lange. Redaktion, rrpedition und Druckerei: Zchulftrahe 7. Hev ...r vcn w vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Eeschäftrskelle vabnhofstratze 16a. Anzeigentcii. H. Beck.

21. Aug-^lO,» u

21. -

n ,1 Arg- bürg *- ®

jer das SJetmega JS b. ßunot, Will,, i.bet-$lobau,wfl jjnrt Nechisanwü»H ikurSverwalter nrr »lembtt bei btm !» ii ber das Dermögn > ti »u Nieder-MörlnW obren eröffnet, ba M Zahlungsemiiellunj»! oad-Nauheim würbe DW )emngen sind bil d-Nauheim qnpim 2= 'S Adolf Mail!

(onlursverlahren tr.-x I :g wurde jum Rjrlo V sind bis zum 6. « n.