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21.6.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsotzt 10 Seiten.

ältere

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3uni 1912:

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Eine neue Deutung öes Rübezahl.

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Der Kflicr in Kiel

Kiel, 20. Juni. Der Kaiser härte heute Dormittag den Vortrag bco Staatssekretärs v Tirpitz. Gr licfidp tigtc dann in Begleitung des Reichskanzlers und der Herren des Olefolges die kaiserliche Werst und sah dabei auch S. M. S.Mutier". Später machte der Kaiser wiederum in Begleitung des Reichskanzlers und der Herren des Ge- folge» auf einer Anzahl ausländischer Jachten Besuckje. Ilm 12.15 IUjt kehrte der Malier an Bord derHohen- zollern" zurück, wo er militärische Meldungen entgegen­nahm.

kf. Gin Denkmal für Mylius-Erichsen. My- lius-Grichsen, dem kühnen, im Grönlandeise umgclommcnen For- scvungsreisenden, beabsichtigen seine dänischen Landsleute ein Denk­mal au errtchlen, das sich tn seiner Bateruadl Ringköbing er­heben soll. Das Modell zu diesem Denkmal hat der Bildhauer Kristen Skiktild soeben sertiggestellt. Tas Tcnfmal ist in Bronze gedacht und soll sich aus einem Granitsockel erheben. Es stellt Mylius-Erichsen in derber Reisckleidung dar, wie er, auf einen Stab gestützt, auf vorspringender Klippe steht und von dort aus mit scharfem Blicke nach seinem weiteren Wege späht. Dem Bildhauer ist es gelungen, in seinem Modelle eine lebendige Haltung und Charakteristik zu erzielen.

kf. Tie Tempelrpinen von Philaein New Bork. Tic herrlichen Tempelruinen von Philae in Aegypten, an denen die Wasser des Nils unaufhörlich nagen, sollen dauernd gerettet und nach New y o r f gebracht werden: diese erstaunliche Neuig­keit wein derNew ?)ork American" mitzuteilen. Mein anderer als Piervont Morgan, soll eS sein, der dies Riesenwerk auszuführen beabsichtigt. Morgan hat sich in diesem Winter längere Zeit' in Aegypten ausgehalten und vielleicht schon Unterhandlungen mit der ägyptischen Regierung angeknüpft, die natürlich ihre Zustim­mung geben mutz. Vorausgesetzt, das; derNew Bork American" mit seiner Angabe Recht hat, so werden alle Archäologen erfreut aufalmen, wenn die bedrohten, überaus wertvollen Rumen ge­rettet werden. Allein, wie diese Riesenarbeit zu bewältigen ist, ist ein? andere Frage. Nach einer ganz rohen Schätzung wäre eine Summe von 8 Millionen Dollars, 32 Millionen Mark, erforder­lich, um die Temveltrümmer freizulegen und aus Aegypten nach New Bork zu bringen. Tast irgend eine Regierung diese Summe auswendel, ist nicht wahrscheinlich, und im'ofeni wäre Morgans Plan freudig zu begrüßen. Jedoch ist es noch fraglich, ob der Plan überhaupt durchführbar ist. Als im Jahre 1878 dieNadel der Kleopatra die jetzt im Zentral-Park von New Bork steht, aufgehoben, eingatfcift und wieder ausgestellt wurde, waren die Schwierigkeiten unendlich groß. Mittlerweile sind die technischen Methoden vervollkommnet, und es flingt nun gar nicht mehr so unmöglich, daß man den Nil bei Philae abdämml, die Ruinen sreilegt, zerlegt, zu Schiff nach New Bork bringt, und wieder auf­baut. DerNew Bork American" will sogar wissen, daß die Ruinen von Philae tm New Borker Zemralpark wieder auigebaul werden sollen.

Die Beisetzung der Stimmen. Zn den Kellern derPariser Nationalakademie für Musik", in den

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angriff ausgesührt, waren jedoch nicht imstande, den 3tinb zu zerstreuen, da dieser in einer starken Uebermacht war. Ter Kamps dauert fort. Die Franzosen ballen 16 Tote und 27 Ver­letzte. Der Feind, der sich zwar in die Berge zurückgezogen hat, setzt von dort das Feuern fort.

Der italieiiifd?türfijd)e Krieg.

Ztaliknilche Borstöste.

Nom, 20. Juni. Die Agenzia Stefani meldet aus Beug- hasi: Am 19. Juni früh führte die Brigade Buonint eine Rekognoszierung in der Oase S u a n t bcn OSman auS. Die Italiener blieben, nachdem sie die Beduinen, welche in guten Stellungen heftigen Widerstand leisteten, zurückgetrieben ballen, drei Stunden in der Oase und kehrten nach einem vor- berigen Plan nach Benghasi zurück Die Verluste des Feinde- sind beträchtlich. Auf Seiten der Italiener wurden ein Mamclrcitct und ein eingeborener Aokari getötet, cif verwundet, darunter ein Unteroffizier aus Grythria, cm Kamelreiter und zwei ASkariS aus Benghasi.

Aus Der na wird gemeldet: Am Morgen des 19. Juni gab das Korps P iemont e sehr wirksame Schüsse ab und zer- lircute feindliche Hausen, welche die Arbeiten auf oem Wege nach Fcteia störten. Der Feind wurde zwischen zwei Feuer genommen und zog sich nach beträchtlichen Verlusten zurück. Die Arbeiten gehen ungestört weiter.

Die Reichstagsneuwah! in Hagcnow-Grcvermühlen.

Hagenow, 20. 3um. Bei Der heutigen Reichstags» Neuwahl un 1. mecklenburgifchen Wahlkreise Hagenow- Gre oeSmü h l en wurden abgegeben für Pauli (fonf) 613U, für Seniinar-Öbcrlehier Slvkowich (sorlschr.) 6580 und für Ä ober (Soz.) 4065 Stimmen. Eine kleine Zahl Ortschaften steht noch auS. Danach ist Stichwahl zwischen Pauli und Stvkowich erforderlich.

Bei den letzten Wahlen hatte Pauli zuerst 7063 Stimmen, der sozialdemokratische Kandidat 6161, der freisinnige Kandidat 6140 Stimmen erhalten. In der Stichwahl siegte sodann Paul, mit 9865 Stimmen über den Sozialdemokraten, der 8766 Stimmen erhielt. Diesmal ist die Wahl bcS Fort­schrittlers sicher.

. . . 56'/,-58 71-71 Yruchtmarkt. Turd- i «nassauischer) 18,60 X 18,10 Ml, Jlotn 14,85 X uigerfte 00,00 Ml,, öde 0,60-7,00 'Mk.

wiederum eine veischlimmerung der Lage in IHarotfo.

Aus Tanger meldet diePost" vom 20. Juni: Gestern hatte das Bataillon des Obersten Gerald im Norden von Fez einen Kamps mit einer Mauren-Ableilung, die sich in kleinen Trupps zurückzog, sich nachts jedoch von neuem zusarnrncnscharte. Aus allen um Fez Herumliegenden Gebietsteilen lausen wieder sehr beunruhigende Nachrichten ein, besonders in der Nähe des Lagers von General G o u r a u d, der bei T u k H e i I a kampiert, haben sich wieder zahlreiche sein bliche Streitkräste gesammelt. Wahrend der ganzen Nacht und des Vormittags hörte mau eine Kanonade. Verschiedene zur Erkundung aus- geschickte Kompagnien kamen unverrichteter Sackte zurück und konnten nur berichten, daß der Ausruhr unter den Stäm­men überall im Wachsen begrissen ist. Tie Stadt S e s r u ist am 15. Juni von den Sibi Raha angegriffen worden. Die französischen Truppen haben einen (Segen-

Ausland.

Die deutsche Gesellschaft in Täbris begann aus dem dort erworbenen Grundstück den Bau einer Teppich- fabrik. Die in Deutschland getauften Maschinen treffen bald ein. Gleichzeitig werden in Ehoi große Wollenvorräte ein» gekauft. Spezialarbeiter treffen ebenfalls ein.

Mehrere radikale Deputierte in Frankreich beschlossen, zum Budgetgcietz einen Zusatzantrag einjubrütgen, wonach zur Bekämpfung der Bevölkerungsabnahme jedes Familienoberhaupt, das mehr als drei Kinder unter 13 Jahren

Gewölben der großen Oper, versammelte sich am Donnerstag eine auserlesene Gesellschaft, die gekommen mar, um in Gegenwart des Unterstaatssekretärs der schönen Künste einer ungewöhnlichen Zeremonie beizuwohnen: der Beisetzung der Stimmen. Aber die Feierlichkeit trug keinerlei düsteren Charakter, ja sie wurde mehrfach durch lauten Beisall unterbrochen: was man hier bcisetzte, waren neue Schatze desMuseums der Stimme", Grammophon» platten, die dazu bestimmt sind, der späteren Nachwelt Kunde zu geben von den Leistungen der Gesangskunst und der Musik im 20. Jahrhundert. Tie Platten waren durch glasartige Gehäuse sorgsam gegeneinander isoliert, in Pergament verpackt und wie wirkliche Mumien mit Bändern umschnurt. So setzte man sie in den dafür bestimmten Urnen feierlich bei, m denen sie ruhen sollen, bis spätere Geschlechter jic einst wieder zu Klang und Leben erwecken. Tie beigesetzten Platten enthielten phonographische Ausnahmen von Garuso, Amato, dem Tenor Franz, dem Baß Ehaliapine, von Geraldine Farrar, der Sembrich, der Tetrazzini und zahlreichen anderen bekannten Sängern und Sängerinnen. Schon einmal, im Jahre 1907,^ sind auf diese Weise in den Katakomben" der Großen Oper Stimmen bcigeictzt worden, wor­unter sich damals Platten von Scotti, Batti'iini, bet Patti, oer Melba, der Schumann-Heink, von Selma Kur;, Gmma Galt)6 und auch Ausnahmen vom Violinenspiel Kubeliks befanden.

Noch einmal die Hesfennummer der Illu­strierten Zeitung. Aus den in unserem Blatte vom 4. Juni veröffentlichten Artikel über die Hessennummer der Leipziger Illu­strierten Zeitung, in dem wir scststellten, daß der Verlag dcS Blattes die in der hessischen Presse erschienenen abfälligen Ur» teile einem Buchhändler gegenüber auf unlautere Motive zurück­zuführen versuchte, haben rotr nun endlich eine Antwort erhalten. Die Grwiderung weist aber nur darauf hm, daß bie in dem Schluß­satz unserer Auslassung beiläufig erwähnte Schwabennummer nicht in dem Verlag der Jllusttiertcn Zeitung, sondern vonUeber Land und Meer" erschienen sei. Ueber die Hauptsache, nämlich über die von uns festgestellte Tatsache, daß es der Verlag der Illu­strierten Zeitung trotz zweimaliger Aufforderung unterlassen habe, sich über die dem Buchhändler gemachten Aeußerungen zu er­klären, geht die Redaktion des Blattes auch diesmal mit Still­schweigen hinweg. Wir müssen also annehmen, uno wir he^n das keinen Augenblick bezweifelt, daß die Illustrierte Zeitung ihre Beschuldigung frei erfunden hat, und ängstlich bemüht in, allen Weiterungen aus dem Weg zu gehen.

e (Sstd-AnlagH uni 1912:

Deutsches Ne ich.

Tie Bürgerschaft in Bremen lehnte den Antrag auf Ein­führung des allgemeinen Wa hlrechts zur Bürgerschaft in namentlicher Abstimmung ab.

In der Sitzung des Bundesrats am Donnerstag wurden angenommen: die Vorlage betreffend Aenderuna und Grgänzuiigcn der Anleitung für die Zollabfertigung, die Vorlage betreifeni) nachträgliche Acnderungen und Ergänzungen des Waren­verzeichnisses zum Zolltarif aus Anlaß des Handels» und Schiff­fahrtsvertrages mit Japan, bie Vorlage betreffend die Herab­setzung des Kontingents der Zündwarensabriken für das Betricbs- iahr 1912/13, der Entwurf der Bekanntmachung betreffend die Ucbcrgangöbeftimmungen zur Reichsversicherungsordnung, der Ent­wurf des Postscheckgesetzes.

DerTäglichen Rundschau" wird aus Petersburg gedrahtet: Tie von hier stammende und hierher zurücktclegraphieric Meldung, daß Herr v. K id er 1 en - W ä ch t c r gedenke, in der nächsten Zeit in Petersburg einen Besuch abzustatten, wird von zu­verlässiger Seile als salsch bezeichnet. Wir können hinzufügen, das; nach unseren Erkundigungen auch an Berliner maßgebender Stelle nichts von einem Besuch des Staatssekretärs in Peters­burg bekannt ist.

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II

_ Vie Lehre zweier Lisenbahntataftrophen.

Die beiden letzten schweren Eisenbahnkatastrophen, die von Malmslätt Hjtb die bei Leipzig sind wieder einmal daran.f ^urückzuführen, daß die Haltesignale über­fahren wurden. Tas Signal der schwedischen Station Malmslätt stand tatsächlich auf Halt, ebenso das der sächsi­schen Station GaschwiH, das der Lokomotivführer des von Borna kotnmendcn Zuges überfuhr. Die persönliche Schuldfrage soll hier nicht untersucht werden. Das Wesent­liche und Meder schmetternde ist, das; die Technik immer noch nicht den Irrtum des einzelnen Menschen und damit den Lauf des Verhängnisses aufhalten kann. Hier­über schreibt uns ein Fachmann des Eisenbahn­wesens:

Die Verständigung zwischen den Bahnstationen und den Lokomotivführern erfolgt heute bekanntlich bei den meisten Bahnverwaltungen durch sichtbare Signale und zwar in Deutschland durch Flügelsignale. Ein Flügel ist an einem Mast drehbar befestigt, steht er wagerecht, so bedeutet dies Halt. Ist er schräg nach oben gerichtet, so bcbcutct dies Freie Fahrt. Bei Nacht oder auf Tunnel­strecken werden die Flügelsignale durch farbige Lichter er­setzt ; ein rotes Licht bedeutet Hall, ein grünes Licht da­gegen Freie Fahrt. Bei sehr rasch fahrenden Zügen muß die Bremse ost 500 Meter und mehr vor dem Signal be­tätigt werden. Erkennt nun der Führer das Signal, z. B. bei unsichtigem Wetter oder infolge von Unaufmerksam­keit, zu spät, so ist es ihm nicht möglich, den Zug richtigen Platz auzuhatten. Man juchte sich nun dadurch zu helfen, das; man ui größerer Gmjeniung vor dem cigcm- lichen Hauptsigual eine Art Nachahmungssigual (Bor- Eignal) auf stell le. An feiner Stellung kann der Lokomotiv- sthrcr crlenncu, ob das Hauptsignal Freie Fahrt oder >alt gebietet. Das Vorsignal besteht in Deutschland in der Regel aus einer runden Scheibe, die an einem Mast drehbar befestigt ist. Stehl das Hauptsignal auf Halt, so zeigt das Vorsignal die volle Scheibe ^nachts zwei gelbe Lichter); steht das Hauptsignal auf Fahrt, so ist die Scheibe umgclcgt (nachts zwei grüne Lichter). Bisher sind in Deutschland noch nicht auf allen Stationen die Auöfahrsignale mit Vorsignalen ausgerüstet! Tie Signaloronuugcii der deutschen Bahnverwaltungen weichen zum «icU voneinander erheblich ab! So verwenden z. B. die bayerischen Bahnen, für welck)« die sog. deutsche Signalordnung nicht gilt, als Zeichen für Freie Fahrt weist es Licht. Außerdem zeigen die Ausfahrsignalc in Ruhe­lage einen Ijcrabljängcuben Flügel (blaues Licht). Das Vor­signal zeigt bei Warnstellung volle Scheibe, bei Freistellung fiucn kleinen Flügel in schräger Lage. Für Rangier­st ii r t e n gibt es auf deutschen Bay neu im allgemeinen leine Fahrsranale! Nur in einzelnen Fällen ver­bietet num Rangierfahrten, die eine Zugfahrt auf einem Hauptgllis gefährden würden, durch Rangierverbotsignale, l jciijo ist es tu der Schweiz und Oesterreich. In andern Ländern dagegen, so in Holland, Belgien, Frankreich, Eng­land finden auch Rangicrfahrten aus Bahnhöfen auf Signal hin statt. Lurch die Anwendung besonderer Rangiersignale wird in gewisser Weise die Sicherheit des Verschubdienstes und Fahrdienstes erhöht, auch kann man eventuell ohne Weicheusiguale auskontmen. Es treten dafür aber anderseits verschiedene llcbelstände auf, vor allein eine bedenkliche Häufung der Mastsignale, wodurch die Führer der fahrplan­mäßigen Züge leicht irre geführt werden können.

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, Rübezahl, der Geist der schlesischen Berge, hat mit seinem Namen den Gelehrten schon viel Kopfzerbrechen bereitet, bis man | (ich schließlich aus die tcurung Rübezahl = Rübenzagcl (Rüben- I schwänz, geeinigt hat. Aber es ist nicht glaublich, daß dieses I Schimpsivort die ursprüngliche Benennung des die unterirdischen | Naturichätze hütenden Dämons war, der ja nicht ursprünglicy im I Äicfengcbirgc heimisch ist, sondern zunächst tm Harz gehäuft hat.

Eine neue Deutung des Rübezahl, der in feinem Wechsel von t Güte uni) Bosheit, in seinem Auftreten bald als Segen spendender und bald als Verheerung bringender Geist ein Symbol des Berg- mannsschicksals darftelli, gibt nun Earl Niebuhrm den Grcnz- j boten. Die deutsche Kolonisation des Riesengebirges und Glatzer j SchncegebirgeS cnoigtc seit bem 13. Jahrhundert von Thüringen unb Sachsen her. Nun hat sich zwar im Scbnccgebirgc kein Bcrg- ; bau emwickelt und es gibt dort auch keinen Rübezahl, aber die WBevölkerung benennt eine Pflanze, nämlich den buschigen »Schachtelhalm, mit diesem Namen, nennt )ie tm amlett W ^,Rubazehl". Die Ursache der Benennung für bicieo meist zwi'chen I Rüben und Flachs vorkommeuben Unkrauts ist klar: ber junge I Schachtelhalm ficht so aus, wie ber Busch ber Rübe, und cnttauicht k clio beim He raus zieh en. Da Geister vielfach von PslanLcn ihre

Benennung erhalten, so barj man wohl ben Schachtelhalm zu bem Rübezahl in Beziehung setzen. Der Fcberbusch, ber nch an allen 1^ Frsttrachten ber Bergknappen finbet mch früher ein notwcnblges Schutzabzcichen für die Hauer gewesen sein mag, mnnert »üben Schachtclhalmbusch, unb so kamt beim berRübezahl ein co in bei bet Berginamisarbeit gewesen fein, ba? bann aut den dcrggem übertragen wurde. Wie kam aber nun der ^chttlhahnbmch bei den Bergleuten in Aufnahme ? Die Rolle der V'lanzen beim - Auffinden des verborgenen Bergsegcns ift wohl bekannt, so t>nTüt

Viola cclaminaria Zinkerzlager, besonders Galm«-scknchten, Lou nilvulus achaeoibes ben Phosphorit, unb in Amerika gibt. «jn» '(fiiebcnc anerkannte Leitpflanzen tur Blciglanzabern, io Gurnmi- eäume. Im Märckren zeigen seltene Pttanzen ben Lr an, .nan ben Zugang zu Schatzhöhlen finbet, und |o vihachlclhalm als Hinweis aut Schatze ber Grbe ba^-

Dasur, daß der Berggeist unb sein Pftanzcnmmbol ri.'insam gefaßt worden sind, zeugt der Gcift -.bilebe nus: aud) auf Otte uie Rübenacb unweit ^blcn,> Rubcnau (Erzgebirge) unb den Neuftadter Rübenbcrg tm x.011^1^x1 dxn iÖEt sich in Zusammenhang mit dem Rübezahl hinwepen.

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Durch das Ucbcrfahrcn der sichtbaren Signale werden die meisten Unfälle hcrbeiacführt. Man bat daher schon lange versucht, die Wirksamkeit der Signale noch zu erhöhen, z. B. durch besondere, feste Zeickwn mit grellem Anstrich, der von weitem aufia[len soll. Diese Mittel versagen aber bei Nebel und Dunkelheit In Belgien führte man auf der Strecke BrüffelAntwerpen sog. Nebellichtsignale ein. Ein­zelne Bahnverwaltungen versuchten mit den sichtbaren Sig­nalen b 0 r b a r e zu verbinden (elektrische Hupen oder Muall- palroncn). Tiefe Einrichtungen belästigen die Anwohner der Dabn und geben bei zwei- ober mehrgleisigen Bahnen leicht zu Mißverständnissen Anlaß. Die (Erhübet gingen weilet und ließen die Einrichtung außerdem noch auf die Bremse des Zuaes einwirken, so das; also bei Haltstellung eines Signals die Bremse automatisch in Tätigkeit tritt. Die allgemeine Einführung dieser Erfindungen bietet aber auf den Hauptbahnen große Schwierigkeiten, da die Einrich­tung doch bei Zügen aller Art, bei Schnellzügen von 1OO Kilometer Stundengcschwindigkeit wie bei langsam fahren­den Güterzügen und einzelnen Lokomotiven wirksam sein soll.

Alle die neueren einschlägigen Erfindungen haben sich leider praktisch noch nicht voll bewährt. Bewährt hat sich, d. h. gehalten bat, was sie versprach, nur die bekannt, in ganz Deutschland auf zweigleisigen Strecken benutzte Blockeinrichtung von Siemens u. Halske. Aber auch jie gibt dein menschlichen Irrtum als einer Quelle namenlosen Unglücks immer noch Spielraum, und man kann nur die Hoffnung und Zuversicht aussprechen, das; es der Technik in der nächsten Zeit doch gelingt, der individuellen Unvoll- kornmenheit in höherem Grade als bisher Herr zu werden.

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_____Erster Blatt [62. Jahrgang Freitag, 21. Juni 19(2

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für die Tagesniimiuer Rofationsörud und Verlag der vrühl'schen Unfv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Vruckerei: Zchuistrahe 7. f>e?.taiür Sm

big vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Rr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

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