Ausgabe 
19.7.1912 Zweites Blatt
 
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entrichtenden Neubau wird auf .300 Mark festgesetzt. Ein weiter beantragter Tresor soll für 2000 Mark erbaut werden, wenn eine fünfprozentige Verzinsung gewährt wird. Die Woh­nungsmiete in dem Neubau des Steueramts wird auf 500 Marl festgesetzt. Von der Stadt Bad-Nauheim sind gegen den Vertrag wegen gemeinsamer Abführung der Ab­wässer einige Einwendungen erhoben worden. Soweit sie nicht eine besondere Schädigung der städtischen Interessen be­deuten, werden sie genehmigt, einige müssen abgelehnt werden Der Bürgermeister wird beauftragt, nunmehr energisch darauf ru dringen, bafc entweder der Vertrag zum Abschluß kommt oder die Stadt ihr eigenes Projekt zur Ausführung bringt. Aut eine Anfrage des Stadtv. Damm wegen des geringen Drucks der Gruppenwasserleitung während der Tagesstunden gibt der Bürgermeister die Gründe bekannt und versichert, bau bei einem Brandausbruch ein erhöhter Druck hergestellt werden könne. Von Oberlehrer Dreher sind der Stadt 78 wert­volle Bücher zum Geschenk gemacht worden, wofür ihm der Dank der Stadt ausgesprochen werden soll.

Starkenburg und Rheinhessen.

Dartwstadt, 18. Juli. Auf Antrag der Abteilung für Jngenieurwesen wurde dem Stadtbaurat Karl Steuer­nagel in Köln in Würdigung seiner hervorragenden wissenschaftlichen und ausübenden Tätigkeit auf dem Ge­biete des städtischen Tiefbaues, namentlich der Abwasser­reinigung und der öffentlichen Gesundheitspflege, von der technischen Hochschule die Würde eines Doktor-In­genieurs ehrenhalber verliehen.

= Darmstadt, 18. Juli. Für die Wettkämpfe beim akademischen Turn- und Sportfest haben sich bisher 99 Teilnehmer eingezeichnet und zwar 43 aus Gießen, 24 aus Heidelberg und 32 aus Darmstadt. Für den Dreikampf haben sich 43, für den Fünfkampf 15, für den Hürdenlauf 18 Studierende gemeldet.

d. Mainz«, 18. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden für Reklame- Aw ecke der Stadt 2000 Mk. bewilligt. Für die Errich­tung einer Stadtapotheke wurden 98033 Mk., für die Anschaffung einer dritten Dampfturbine für das Elektri­zitätswerk 240000 Mk. bewilligt. Bei dem letzten Punkte wurde erwähnt, daß sich das städtische Elektrizitäts­werk immer mehr entwickel. So wurde für das Rech­nungsjahr 1911 ein Reingewinn von 350000 Mk. vor­gesehen, er beträgt aber 525 000 Mk. Eine Anzahl Kreis­straßenstrecken gehen wegen ihrer Ortsdurchfahrten in das Eigentum der Stadt über, zu den Pflasterungskosten trägt der Kreis 55000 Mk. bei.

Hessen-Nassau.

F. C. Haiger. 18* Juli. Der Regierungspräsident hat das ViehmarktSverbot aufgehoben.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 16. Juli 1912.

Diebstahl und Urkundenfälschung,

Der Fuhrknecht L. V. von Rittsteig in Bayern, der früher einmal in Gießen in Stellung war, fuhr am 29. Mai d. I. mit dem letzten Zuge von Gießen nach Lich und stieg hier in den Lager­raum des Schuhwarenhändlers V. ein, wo er fünf Paar neue Stiefel im Werte von 50 Mark und einige Gummiabsätze stahl. Ms er die Stiefel in Gießen abzusetzcn suchte, wurde er verhaftet. Den Polizeibeamten gab er mehrfach falsche Namen an. Auch ließ er sich in dem Provinzialarresthaus unter einem falschen Namen in das Gefcmgenbuch eingetragen, obwohl der Ver­walter darauf aufmerksam gemacht hatte, daß er sich bei falscher Namensangabe der intellektuellen Urkundenfälschung schuldig mache. Seinen richtigen Namen will er verschwiegen haben, weil er als unsicherer Heerespflichtiger gesucht werde. Da er wegen schweren Diebstahl bereits vorbestraft ist, wird er wegen Einbruchsdiebstahls, falscher Eintragung in ein öffentliches Buch Und falscher Namensangabe zu 9 Monaten Gefängnis, und 4 Wochen Haft verurteilt. Die Haststrafe wird durch die Unter­suchungshaft für verbüßt erklärt..

sreinen Einbruchsdiebstahr, sondern Hausfriedensbruch nahm das Gericht bei dem Schweizer A. B. von Groningen an. Er ist des versuchten schweren Dieb­stahls angeklagt, weil er zu Friedberg in der Nacht vom 9. auf 10. Juni 1912 einer Gewitternacht die HauStüre der Wirtschaft zum Saalbau aufriß und in da? HauS eindrang. Denn auch der Angeklagte von cinanber abweichende Gründe für fein Verhalten vorgebracht hat und wegen Diebstahls vorbestraft ist, so konnte sich das Gericht unter den gegebenen Umständen doch nicht davon überzeugen, daß er zum Zwecke des Stehlens in das Haus ein gedrungen ist. ES sprach ihn daher nur wegen widerrechtlichen Eindringens in ein fremdes Haus schuldig und verurteilte ihn zu 2 Wochen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für ver­büßt erklärt wurden.

Von der Anklage der Kuppelei freigesprochen wurde die Witwe R. E. in L

Für schuldig befunden, obwohl vom Schöffengericht freigesprochen, wurde der Straßen- wart und Beigeordnete I. G. von B -G. Er soll nach der DnÜage einem 13 jährigen Mädchen an zwei verschiedenen Tagen, al? es beim Essentragen im Walde mit dem Angeklagten zusammentraf, unsittliche Anträge gemacht haben. Der Angeklagte bestritt jede Schuld. Das Gericht erachtete ihn aber für überführt. Er wurde daher unter Aufhebung des ersten Urteils mit Geldstrafen von zweimal 25 Mark bestraft.

Gericht-saal.

Berlin, 18. Juli. Von den beiden Leutnants Schmidt und Eggers vom 41. Infanterie-Regiment in Tilsit, die Ende Oktober 1911 wegen mehrfachen Betruges, Unterschlagung und militärischer Vergehen zum einem Jahr neun Monaten, und einem Jahr drei Monaten, sowie zur Ausstoßung auS dem Heere verurteilt wurden, ist, nachdem das Urteil vom .ReichSmilitär- gcricht an das Militärgericht des 3. Armeekorps zurückverwiesen worden war, Leutnant Eggers heute vollständig freige - sprachen worden. Schmidt wurde zu vier Monaten drei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung der militärischen Disziplin unter Ausschluß der Oefsentlichkeit statt. Auch die Begründung des Urteils wurde in nichtöffentlicher Sitzung bekanntgegeben.

Saarbrücken, 18. Juli. Dor der Ferienstrafkamwer des hiesigen Landgerichts wurde heute der Rendant Hoffmann der Spar- und Darlehenskasse zu Kaisen, die der Darlehens­kasse deS Trierer Bauvereins angeschlossen ist, wegen Unter­schlagung von 70 000 Mark in Verbindung mit Urkundenfäl­schung in 52 Fällen >u l1/® Jahren Gefängnis verurteilt, wo­bei 7 Monate der Untersuchungshaft in Anrechnung kommen.

vermischtes.

* Gin schrecklicher Unglücksfall. In die König­liche Klinik in Berlin wurde am Donnerstag daS Opfer eines schrecklick>en UnglückSfalleS eingeliefert. Das fünfjährige Söhnchen eines Gutsbesitzers aus Alt-Landsberg war mit zur Ernte hinausgesahren. In einem unbewachten Augenblick versteckte es sich in dem hohen Korn. Ahnungslos arbeitete der Vater mit der Mähmaschine, als plötzlich ein lauter Aufschrei erscholl. Eine Schneide der Maschine hatte den Kleinen am rechten Bein mit entsetzlicher Wucht getroffen, so daß e§ fast vollständig abgeschlagen wurde.

* Eine preisgekrönte Bergsteigerin. Je einmal in 5 Jahren erteilt der österreichische Alpenklub einen Preis an besonders erfolgreiche Bergsteiger, die zu seinen Mitgliedern gehören. In diesem Jahre ist, wie der Secolo XIX." berichtet, der Preis einer Dame zuqeteilt worden. Fräulein Helene Morarin-Andriewitsch, die ge­krönte Bergsteigerin, ist, wie schon ihr Name verrät, Russin, hat sich jedoch in Oesterreich naturalisieren lassen.

* Französischer Witz. Der Dichterfürst. Ver­leger:Sie haben doch diese Verse schon jemand vorgelesen, nicht wahr?" Dichter:Nein, Herr Direktor, noch nie . . ." Ver­leger: ,Ja hören Sie, woher haben Sie dann daS blaue Auge?" Noch schlimmer.Meine Frau martert mich. Sie kann nicht aufhören, mir von dem Mann zu erzählen, den sie vor mir gehabt hat."Ach daS geht noch, lieber Freund. Meine Frau spricht immerfort von dem Mann, den sie nach mir haben wird."

Unnötige Bemühung. Ter Gendarm hat eben einen Land, ft reicher aus dem Fluß gezogen. Kaum hat er wieder Atem ge, schöbt, so fährt er den Mann an:Was soll denn das heißen? Finden Sie den Fluß nickt schon schmutzig genug, daß Sie noch da hineinspringen müssen?" Unter Kunstjüngern.Ta schreibt mir ein Gläubiger: Seit zwei Tagen habe ich keinen Bissen gegessen! . . . DaS soll ich nur tun, um ihn los zu werden?" Das kannst Du sehr einfach haben: laß ihn weiterhunaern!" Eine mitleidige Seele. Handwerksbursche:Ach, liebe Frau, haben Sie nicht einen alten Ueberzieher für mich?"Aber, guter Mann, finden Sie nicht, daß Ihr Rock schon alt genug ist?"

Kleine Tageschronik.

Aus Halle a. S. wird gemeldet: Bei einer Explosion auf der Braunkohlengrpbe bei Nieder-Bcuna wurden 10 Ar. beiter schwer verletzt.

Aus Chemnitz wird gemeldet: Zwischen den Stationen Waldheim und Hartha wurde ein Kraftwagen von einem Eisenbahnzug angefahren. Das Automobil wurde zertrüm­mert. Ter Besitzer Blücher wurde schwer, ein Insasse leicht vor­letzt. Ter Chauffeur Bader wurde getötet.

Aus TifliS wird gemeldet: In dem Dorfe Gerga in Daghestan sind bei dem Einsturz eines Hauses etwa 30 Per, sonen unter den Trümmern begraben worden. 23 Leichen^ in der Mehrzahl von Frauen, sind geborgen.

Aus Petersburg wird gemeldet: Ein Riefenbrand wütete in der Kolonie Nobel im Wiborger Stadtteil, wo von einer Maschinenfabrik und Eisengießerei die Arbeiter- und Be, amtenwohnungen liegen. Der Besitzer Ludwig Nobel entging durch einem Zufall dem Tode. Der Gesamtschaden beträgt über 1 Million.

Aus Baku wird gemeldet: In Balachanh sind 14 Bohr­türme und ein Naphtareservoir durch eine Feuersbrunst zerstört worden.

Nach einer Meldung aus' Algier sind in mehreren Crt- schaffen neun Personen infolge einer pestartigen Erkran­kung gestorben.

Der deutsche Professor Blum, der sich auf der Durchreise in N e w D o r k aufhielt, stürzte von einem elektrischen Straßen­bahnwagen und erlitt einen Schädelbruch.

Märkte.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

tc. Frankfurt a.M. Dicht) of-Marktber ich t vom 18.Zull. Auftrieb: 131 Rinder^ darunter Ocksen 85, Bullen 3, Kühe und Färsen 46, Kälber 678, Schafe 71, Schweine 1586.

Tendenz: Rinder bleibt Ueberftanb, Kälber sehr gedrückt, Sckase ruhig, Schweine schleppend. Bei Kälbern, Schafen und Schweinen bleibt Ueberftanb. Preis für 100 M.

Lebens- Schlacht- gewickt Kälber, Mk. Mk.

Feinste Mastkälber........... 5862 96108

Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 5266 8895 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 4650 7885

Schn f e.

Ctallmastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 4000 8400

Schweine.

Voll fleischige Schweine von 8C100 kg Lebendgewicht........

Vollstelschige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht. .... ...

Dollsteischige Schweine von 100120kg Lebendgewicht .......

Lollftelschige Schweine von 120150 kg Lebendgewicht . .......

ko. Wiesbaden, 18. Juli. Heu« und Strohmarkt. Angefahren waren 21 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu, altes, 7.008.00 Mk., Heu, neues, 5.20-6.00 Mk. Stroh iRichtstroh) 4.405.00 Mk. Frucht markt. Hafer 23.00 00.00 Mk. Alles für 100 Kilo.

Verantwortlich für den politischen Teil I. 23.: R. Lange.

Müller'sche Badeanstalt.

Wasserwärme der Lahn am 19. Juli: 19° B. '

61.00-63.00

61.0062,00

61.3063.00

61.0063.00

79,0081.00

78.0080.00

78.0080,00

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