Ausgabe 
18.11.1912 Erstes Blatt
 
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<efommen zu sein, welches b ernt' bem Heroismus der 8er- oünbeten der Tyrannei und der schlechten Verwaltung bei Türkei entrissen worden sei.Wir wollen die Wohltaten der Freiheit aller: in gleicher Weise zuteil werden lassen, denn die wirkliche Freiheit kann nicht bestehen ohne die Gleichheit der Völkerschaften, die unter derselben Regierung leben. Wir empfehlen Eintracht zwischen allen und ver­langen Unterwerfung unter die Gesetze."

üic ASna-Zrage.

Df en heft, 16. Nov. DerPester Loyd" betont ge­genüber den Mitteilungen des montenegrinischen Amtsblattes" über die ablehnende Antwor* des Königs Nikolaus aus die Intervention des österreichisch-ungarischen Gesandten von GieSl wegen der Besetzung der albanischen Hasen:

An den Tatsachen, die durch die unerschütterlichen Forderun gen Oesterreich-Ungarns gegeben sind, kann auch durch diese Kund gedungen absolut nichts geändert werden, denen man schließlich das entschuldigende Moment zugute halten und keine zu große Bedeutung beimessen wird. Ter alleinige wichtige Punkt besteht darin, das; die f e st e n E n t s ch l ü s s e O e st c r r e i ch - U n g a r n s und Italiens dem Königreich Montenegro in nichtmiß- zuver st ehender Weise zur Kenntnis gebracht wor­den sind.

Ter österreichische Konsul in Pripend.

DieNeue Freie Presst erhielt vom Kabinettschef des serbischen Ministerpräsidenten eine Depesche aus Bel­grad vom 16. November, vormittags 10 Uhr:Laut In formation ist der österreichisch-ungarische Konsul in Priz- renb wohlbehalten und es besteht kein Grund für Besorgnisse."

Große Tage in Belgrad.

Belgrad, 16. NovPolitica" zufolge trifft der König morgen in Belgrad ein. Am 21. November findet in Belgrad eine Zusammenkunft der Mi­ni st erpräsid entendervierBalkan st aaten statt Im Laufe der nächsten Woche soll König Ferdinand in Belgrad eintreffen.

Gegenüber den in der Presse verbreiteten anderslautenden Nachrichten wird sestgestellt, daß der ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e Gesandte, U g r o n, gelegentlich seiner Rücksprache mit P a s ch i t s ch diesen, lediglich in entgegenkommender Weise mitteilte, daß Oesterreich-Ungarn den Standpunkt der territorialen Abgrenzung auf ethnographischer Grundlage sowie das von den Ballanvölkern selbst ausgestellte Prinzip, der Balkan den Balkan- Völkern, vertrete. Demnach erscheine es selbstverständlich, daß die von den Albanesen bewohnten Gebiete den "Albanesen verbleiben.

Belgrad, 17. Nov. Die Nachrichten derPolitika" über eine Zusammentunft der Könige Peter mid Ferdinand und der Ministerpräsidenten der verbündeten Balkanstaaten werden von maßgebender Seite als unbegründet be­zeichnet.

Die in Serbien lebenden R e i ch s d e u t s ch en- sammel­ten für das serbische Rote Kreuz 25000 Dinars. Für serbische Wohltätigkeitseinrichtungen liefen aus Deutsch­land 20 000 Dinars ein. ßrme Sanitätskolonne des rumänischen Roten Kreuzes ist hier eingetroffen.

Die Mobilmachung Oesterreichs.

DieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Wien: Die Mobilmachung in Oesterreich-Ungarn nimmt unent­wegt ihren Fortgang. Ununterbrochen rollen Militärzüge nach Galizien und Südungarn. Den Wiener Blät­tern ist verboten worden, über diese Trup­penbewegungen etwaszuveröffentlichen. Da­gegen brachte das Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft rn Ammstetten in Nieder-Oesterreich eine Notiz, in der die Bürgermeister zu einer Besprechung crufgefordert ioer- ben, zu der sie die für die Mobilmachung notwendigen Akten mitzubringen haben.

Die Serben in Albanien.

DieNeue Freie Presse" meldet: Der österreichisch­ungarische Konsul in Mitrovitza, Tahy, ist in Ofenpest angekommen. Er konnte sich nur nach großen Schwierigkeiten und nicht ohne Gefahren aus Mitrovitza flüchten und die Grenze der Monarchie erreichen. Die serbische Militärbehörde hatte den Konsul in Mitrovitza in­terniert. Tie Ursachen sind nicht bekannt, doch dürfte die Verfügung der serbischen Militärbehörde n i ch t b l o ß aus militärische Gründe zurückzuführen fein. Boll übereinstimmend mit den bisherigen Beriästen erzählt Tahü von Verfolgungen, denen die a l b a n e s i s ch e Be­völkerung in Mitrovitza ausgesetzt sei. Der Konsul sah eine große Anzahl Leichen den Fluß herunter­schwimmen Das Blatt bemerkt dazu: Es ist dringend nötig, daß die serbische Regierung sich darüber äußert Die Annabme, daß es sich bloß darum gehandelt habe, durch die Internierung des Konsuls militärische Geheimnisse zu be­wahren, wird schwerlich Glauben finden.

Besetzung von San Giovanni di Medua.

Rjeka, 17. Nov. Nach einer im Laufe der Nacht im Hauptquartier eingegangenen amtlichen Meldung besetz­ten die Truppen des Generals Martinowitsch gestern abend San Giovanni di Medua.

Montenegro zum Frieden geneigt.

Rjeka, 17. Nov. Nach Informationen an kompe t en ter Stelle soll auch Montenegro im Verein mit den verbündeten Staaten bereit sein, auf das Friedens­angebot Kiamil Paschas einzugehen. Heber die voraus sichtlichen Friedensbedingungen finden Verhandlungen mit den beteiligten Kabinetten statt. Was Montenegro be trifft, so darf es als wahrscheinlich gölten, daß es auf der lieb er gab? 3 tut arid besteht, zumal die Stadt von den montenegrinische» Truppen völlig zerniert ist. Die Ein­nahme könne nur eine Frage von wenigen Tagen sein.

Die Richtschnur der Russen,

Die PetersburgerRossija" schreibt amtlich:

In PrivatmeUNlNge» derN owojeWremj a" aus London und Pari-. ! i: t c--, bei Minister des Aeußern Sasonow habe von der Unlerstüpung der serbischen Ansprüche aus einen Hafen an her '?lbm unter dem Einfluß eine, Unterredung mit dem beut leben Botswaner Grasen Ponrtales Abstand genommen. Dieser habe ertlärt, Deutschland würde im Falle eines Zusammen ft o ß e S w i s ä. e n Rußland n n d Oe st erreich infolge dieser Frage O e ft c r r c i d> unter st ü r> c u. Durch die Verbreitung ioldicr n n g frei m t e u 61 e r ü ch i e bezweckt b<c Zeitung äugen fdieiulid , die Autvrii.it der viiifndien Regierung in ber össentlidnu Meinung zu diskreditieren Es wäre t-iridt, Deutsch land 2 d: litt c a u u i d* reiben, iveldh* den in Peters­burg und Berlin in gleider Weise angestrebten guten Be i c billigen uuauoVriieiHdyen Sdiadeu zu mgen mürben. Was die Haltung aubeirnn, die Rußland bin sichtlich der mit der Liauida,ion de-- Krieges verbundenen Ein,clsragcn einznnebm.m für nötig befinden wird, hat die russische Regierung entgegen den Bebaut'uinun nidr was lebender Periönlichkeiten die Freiheu ihrer HavNinigoiveisc bürd' iiidus gebunden und ist gewillt, sich aussck!i> nlick v o n r u i f i f d) c n 3 u t c r c f f e n leiten m lassen

Deutjcbeö Kcid?«

Die Diätenfrage der preußischen Landtags- a b g e o r b n e t e n.

Der Ausschuß bes preußischen Abgeorbnetenhcuises zur

Beratung ber Anwesenheitsgelber hat einen Antrag Dit Fürth und Genossen angenommen, die Regierung zur Vorlegung eines Gesetzentwurfes cruf^u fordern, durch den die Gewährung von Reisekosten und Diäten neugeregeli wird und zwar nach dem Grundsatz von Freisahrkarteu und Anweseuheitsgeldern.

Der 6 0. Geburtstag des Großherzogs von Oldenburg

nmrbe in ganz Oldenburg, besonders von bett Schulen und bei dem Militär festlich begangen. Die Deputation der Handelskammer überreichte dem Großherzog, der zur zeit mit seinen .Kindern in Lensahn (Holstein' weilt, eine in den Kreisen von Industrie, .Handel und Schiffahrt gc sammelte Spende von 60 000 Brark zur Verwendung für den Deutschen Schulschiffverein, dessen Vor­sitzender der Großherzog ist.

Wachsender Eisenbahnverkehr.

Wie diesttvrdbeutschc Allgemeine Zeitung" schreibt, drückt sich die gewaltige Berkehrssteigerung, die Ursache derBetriebs stör ungen im rheinisch-westfälischen In- dustriereoier, auch darin aus, daß die Gesamtein­nahmen der Preußisch-Hessischen Staats­eisenbahnen in den ersten sieben Monaten des Etatsjahres ein Mehr von 94,9 Millionen auswei­sen.Die Staatseisenbahnvenvaltung ist unter Einsetzung alles notwendigen Personals und Materials bestreht, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Zur.Entlastung der stark beanspruchten Strecken sind zahlreiche Züge auf minder belastete Linien umgelegt. Die Vorarbeiten zur schleu­nigen Ausführung zahlreicher baulicher Ergän­zungen sind im Gange. Dem Personal wurden Re­munerationen und Lohn Zulagen gewährt. Ein hervorragender betriebstechnischer Sachverständiger ist als Kommissar mit weitgehenden Vollmachten abyeordnel. Die Staatseisenbahuverwaltung hofft, daß in der zweiten No­vember Hälfte, wo der Verkehr nachzulafsen pflegt, eine all­mähliche Besserung eintritt."

Zur Verurteilung des Hauptmanns Koste- witsch.

Hauptmann Kostewitsch begab sich zunächst nach War schau und von dort nach Petersburg. Erst nachdem er dort mit maßgebenden Persönlichkeiten Rucksprache ge nominell hat, wird es sich entscheiden, ob gegen das Urteil des hiesigen Landgerichts Berufung eingelegt wer­den soll.

Di e Schaffung von Arbeiter Wohnhäusern i|i Hambur g.

Der Hamburger Senat beantragte bei der Bürgerschaft die Bewilligung von 1 760 000 Mark zum A n« ! kauf von Pr iv a k gru n d st ücken und zu Terraim arbeiten zur Erbauung von Arbeiterwohnquartieren ach linken Elb u f er.

Aus und Land.

Gießen, 18. November 1912.

Die neue Lesehalle.

In aller Stille ist vor einiger Zeit die neue erweiterte Lese­halle in Benutzung genommen worden. Nachdem nun auch die letztest Einrickiungsarbeiten vollendet sind, fand geftern eine Besieg tigung der Lesehalle burd) die Vertreter der Behörden Und der Stadtverwaltung, sowie sonstiger Interessenten ftatt. Prof. Dr. König, der Vorsitzende des Lesel-allcpereins, warf dabei einen kurzen Rückblick auf das bisher aus diesem Gebiete Erstrebte und Erreichte. Er dankie allen, die bei der schaifung der größeren Lesehalle wieder den Verein unterstützt Ixtben, besonders der Stadt veiavaltung für die Ueberlaffung und .verridyrujig der Räume, Architekt Allvater für die perstäudnisvolle Ausführung der Um- änderungsarbeiten, Kaufmann Schuchacd und Geheimrar Praß Dr. Sommer für die tatkräftige Hilfe bei der Neueinrichtung usw Der Rektor der Landesunioeriität, D. Eck, gab seiner Freude über das Erreichte Ausdruck und wies darauf hin, daß die Lese- und Bücherhalle in zweifacher Hinsicht mit der Universität ver­bunden sei, einmal burd) die Mithche mehrerer Professoren usw. an der Arbeit für die Lesehalle und dann durch die eifrige Be Nutzung ihrer Einrichtungen durch die Studierenden. Geheimrat Prof. Tr. Sommer erläuterte kirrz den Plan der neuen Einrid)> tung und teilte mit, daß in Zukunft Erläuterungen der ansge stellten Knnstzverte, DirilcirfM auch Vorlesung guter Literatur an einem Wochenabend stattfinden solle; auch Projektionsvorfülnungen seien für Eravachsene und Säniler in Aussicht genommen. Stadlv. H ii h >i bankte namens der Stabtverordnetenvecsammlung für die anerkennenden Worte und versicherte, daß sie auch fernerhin der Lcselxllle iljre Sympathie bewahren werde. Znm Sdstuß wies Lehrer Müller, der Vorsitzende des Bürgervereins, auf die Bibliothek des Vereins hin, die in der Lesehalle ihr Hrim ge­funden hat, und versprach die weitere Förderung der gemein­nützigen Anstalt.

Die Lesehalle nimmt jetzt das Torhäuschen am Selterstor, das früher and) den Zwecken der Büdxwballe diente, vollständig ein. Man betritt die freund! ick-cn Lese räume auf der linken Seite des Eingangs und findet hier zunächst hauptsächlich die Tageszeitungen. Gleich daneben ist die Kleiderablage. Auf der anderen Seite ist der Lesesaal für die Zeitscljriften, die Handbibliothek, Schreib gelegenheit und ein abgetrennter Raum, in der die wertvolle eflmmlung von Kunstwerken, die Herr Schnchard als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Wertvolle Kunstblätter, die ausgc wecipelt werden tonnen, zieren die Wände. Auch die von Proi. Dr. Sammer zur Verfügung gestellte Diapositivsammlnng mit An­sichten aus ganz Europa ist zum Teil hier zu sehen.

Die neuen schön und zweckmäßig eüigrricbteten Lesehalle räume erfreuen sid> eines immer regeren Besuches, ein Beweis daiür, daß der Lesehalleverein mit seinen Bestrebungen auf dem richtigen Wege ist. Möge es ihm nie an tatkräftiger Unter stüyung seiner Bestrebungen fehlen.

** D ie Universität auf der Darmstädter Aus­stellung. Am Samstag besnchte die Universität Gießen, Pro­fessoren, Studenten und Hörer mit dem Rektor der Universität, Prof.'Dr. Eck, insgesamt etwa 250 Personen, darunter viele Damen, die AusstellungTer Mensch" in Darmstadt. Die (Seriellidxiit traf am Vormittag mit Sonderzug in Darmstadt ein und wurde von dem wissenschaillidien Leiler der Ausstellung, Regierungsrat Dr. Woithe, im Namen und im Auftrag von Herrn Lingner begrüßt, der fein Bedauern aussprechen ließ, nickt selbst zugegen sein zu können. Obermedizinalrat Dr. Balser begrüßte die Anwesenden im Namen des Hossisdien Ministeriums, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege. Zur Führung hatten sich außer den beiden Herren noch einige Aorzte aus Darmstadt, Sanitatsrat Dr. Hoffmann, Dr. H ü f s e l, Dr. Kautzsch, Dr. Langsdorfs und Dr. Vidal eiugefunben, in deren Be­gleitung die Ausstellung am Vormiltag und am Nachmittag gründ lick befidniqt wurde. Ebenso wohnten die Damen und Herren einer wissenschaftlichen Kinovorführung in der Ausstellung bei. Tie Besuchei venveilten jedesmal mehrere Stunden in der Ausstellung and sprachen über das Gesehene ihre höchste Befriedigung aus. Tie Firma E. Klingfpor hatte dabei ihren Beamten nnd Arbeitern >'>elegenheit gegeben, die Ausstellung auf Kosten der Finna zu besuchen.

Gießener Stahtthe ater: .Autoliebchen". Tic neue Gcsangspossc ^Tas Antoliebchen", die über drei üücklichc Vater verfügt, erwies sich auch bei ihrer hiesigen .Aufführung als ein Schlager. Das Publikum unterhielt sich anss angenehmste und die von Herrn Norden tüchtig ge- icitetc Aufführung war sehr lobenswert. Von den Darstellern

sind die Damen Scholz, Dagny, Jüngling und Rapps, so. wie die Herren Grosser, 91 orben und Goll zu nennen. Aus den Inhalt kommen wir noch zurück.

TaS Natur-Theater Gießen beabsichtiat, im Sommer 1913 zur Hundertjahrfeier 1813,1913 eine größere Aufführung zu veranstalten. Um einen Teil der Unkosten zu decken, findet am 23. November 1912 in der dienen Aula ein .Bunter Abend* (musikalische und rczitatorischc Dar­bietungen) statt (Siehe Inserat.)

* Ter Gesangverein 2 i e b cj f r a n j, btr älteste Ge- 'angverrin unserer Stadt, feierte am Soimra i sein 75 jäh. Bestehen in Steins Saalban. Im Mittelvimn der Fein stand ein Konzert, das bei auherorbcutlidi starkem B iuch sehr ickon verlies. Mit der i'.'rihcvollen Iubelouvertüre van E M - Weber eröffnete untere Regimentsmillik unter Oberrnnfikm.: ,ev: 2 ober tüchtiger Leitung das Konzert, worauf nack dein is-ri lenrrucb" Fraulein Gunci Mayer einen sehr Inlbubeii Proloa sprach, der von Schriststeller Ludwig Beil in Hamburg für oas Fest verfaßt worden war Der Präsident des Vereins, Stadw T ab, r, wart dann einen Rückblick auf die Entwickelung des Ver-.n:', ncd> bent er die zahlreichen Gäste begrüßt hatte OKiegs Mönuerchor mit Orckester ,,Länderkennung^ gab dem Ehor Gckeg nöeil, feix gutes Stiinmaterial und gute Schulung z» zeigen. Tast er auch über tüchtige Svlokrafte veriügt, bewies das von Herrn K. Taber lehr hübsch gesungene Baritonfolo. Herr Franz B euer dirigierte dielen nnd die »olgenden Chöre mit großer Dünne und glildhd)« Hand, so daß die Hörer davon einen reinen durch keinen ^zeylsch.aq getrübten Genuß hatten. Besonders erwähnt sei noaj der 'risch gelungene Chor von HegarIn den Alpen" und die herzigen Volkslieder. .Frau Kate Lerdi Gießen sang mit iliier an­sprechenden Soprannimme einige Lieder und taub ee. 1 bhajten und wohlverdienten Beifall. Dasselbe gilt von Herrn Willy Ro­land, der mit großer Sicherheit einige Lieder sang Ter Sanger hat namentlich in der Mittellage eine schöne nnd fvär.ig Tenor* stimme und mußte tick zu einer Zugabe verstehen Die Klavier­begleitung wurde von den Herren Musikdirektor Krauße und Pianist S? ahn in bester Weise ausi''ü!' Tie iroftc Pbentisie ausLohengrin" nnd Liizts ungarvdie Rhapfodie Nr 1. d von der RegimentSuiutik gespielt wurden, veroollüänt'i uvn das Pro- gtnmm in bester Weise. Im Anschluß an das Konzert fand ein Festessen statt, das eine ungemein zahlreiche Beteiligung gefunden hatte. Im Verlaus des Mahles brachte der Vereinsvorsitzende Stadtv. Faber einen Trinksvruch aus den Olroßl r;og au-. Beigeordn. Keller übermittelte dem Verein die '.'Kück'.vüWche der Stadtverwaltung, dankte ihm für seine Mitwirkung bei abl- reicken gemeinnützigen und vaterländischen Bestrebungen iinb wünschte ihm weiteres Wachsen, Blühen nnd Gedeihen. Ter 2. Bereinsborfitzende Stadl". Troß dankte mit einem Hoch auf die Stadt Gießen. Er verkündigte dann, daß der Vere'ii Herr» Faber, ber seit 1864 im Lieoerkranz Sänger ist, zu kein n Chic» Vorsitzenden ernannt habe. ;lu Ehrenmitgliedern wurden ernannt die Herren Fr. Baumann, Ein. Reinhardt, Louis Hauback, Moritz Krämer in Darmstadt und Julius Mvhk in Osienback Die Mit­glieder Phil. Pscifcr, Karl Hohmeier, Aug. Köhn Louis Jaber, Hck. Schneider, Gust Krender, Soui3 Brück un> Beruh. Wolff erhielten Ehrenurkunden für langjährige treue Mitgliedschaft. Lehrer K l i n g gedachte noch mit herzlichen Worten ber Ver­dienste des langjährigen Vorsitzenden Faber, w ihrend Herr C. Faber im Namen der Sänger dem Dirigenten. Herrn Tranz Bauer, mit Worten des Danke.- ür seine ersprießliche Tätigkeit eine hübsche Schreibtischuhr überrcid tc. Den Schluß der Jubel­feier bildete ein flotter Ball.

** Zirkus Sarrasani hat am Samstag bei seiner Eröffnungsvorstellung in der Frankfurter Fest ha Oe min­destens 8000 Besucher gehabt: baß ber Raum 15 000 Zu­schauer fasse, ist wohl ein wenig übertrieben. Zu Beginn ließ der Direktor seine gesamten Bestände an Tieren und

Menschen Revue passieren. Dus tpar dieWelticbau", biej

an allen Straßenecken Frankfurts mit großen Lettern an-1 geki'mbigt worden war Unter der Musikbegleitung zweier Kapellen dauerte der Zug durch die Manege säst eine halbe Stunde: etwa 200 Pferde, zahlreiche Elefanten, Kamele, Zepras, Bären, sogar Nilpferde und Tapire, Hunde, Büffel, Schweine wurden da durch bashohe Haus" geführt, iinb die Menschen unb Künstler, bie darauf folgten, machten die gleiche Zahl aus und waren auch aus allen Rassen und Weltteilen zusammengerasst. Die Vorstellung (21 Pro­gramm Nummern, dauerte von 1 ?8 bis - il2 Uhr, und zwar ohne Pausen. Für den Ohrenfchmanß sorgten ununter* brachen die zwei Kapellen, und die Fülle der Gesichte wäre nur umständlich ;n schildern. Es sehlte nicht cm Aufregung: während hoch in den Lüsten der Drahtseilkünstler herabzustürzen drohte (e5 war wohl nur geschickt soge­macht"), warf zur selben Zeit das doppelt geöffnete Haus schon die zähnefletschenden Löwen in den großen eisernen Käsig, unb den bangen Zuschauer durchlief es eiskalt. Die 15 Elefanten tarnen in bedenkliche Nähe der ersten schauerreihe, und als der grüßte der Kolosse sich aufrecht auf bie Manegenwand setzte, gabs eine Panik, es wäre doch peinlich gewesen, wenn das Rüsseltier rückwärts ge­kollert wäre. Zwischen vielen bekannten Zirkttsleistungen sah man gar manche neue, unb Herr Sarrasani hat auch nach dieser Richtung hin große Fortschritte mit seinem Unternehmen- gemacht.^ Neu waren z. B. die ergötzlichen Bären-, Gänse- und Schweinedrcssurcn. Wir sind über­zeugt, daß während des monatigen Gastspiels ganz Frank­furt dieWeltschau" sich ansehen und daß auch mancher < Gießener einmal hinüberfahren wird.

Verein für Frauenstimmrecht. 9lm nächsten Donnerstag wird Frau Tr. (5:. '21U m a n n - (S o 11 b e i » c r Mannheim auf Aufforderung des hiesigen OrtsveicinS de» Tei ljchen Verbandes für Frauenstimmrecht und der CriSgvnvpe (»ießcu uti Allgemeinen Deutschen Fraucnvereins in Steins Garten einen Vortrag hallen überTie Lct ensmittetteuernng unb d i e Frauen.' Sie uärd zunächst die Frage der Lebensinsticl- und besonders der Jleischteuerung vom astge»,einen volkSwirt- schastllchen Standpunkte aus unleriuchou. um dauu die Wirkung cet Teuerung auf Den EinzelhauStzalt zu erörtern. Tn im vaushall Die Haiis'rau die Leiterin deS büilerverbranchs ist, wird sie auch am schwersten durch die Steigerung der Lebeusinitleivrelfe getrogen. So muß sie um so Drückender ihre uölhge 'Ulacbt- und Red.tlostgkeit im öffentlichen Leben, in Gcineinde iind Staat cinokiiiden. Tie (9edanken nnd GmppiiDmigc» der. Fran über dieses Mißverhältnis iverden einen breiten Raum in dein Vortrag eimiehmeii, zu dem alle Freuude der einladenden Vereine, aber auch (Säfte, vor adern Hausfrauen, willkommen find.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 17. Nov. Das Leichenbegängnis dtS früheren LandtagSabgeordneteii Erk gestaltete sich zu einer großartigen Ehrung für den Verstorbenen. Von nah und fern waren die Leidtragenden herbeiqeströmt. Die Vercine von Nidda beteiligten sich an der Feier. Pfarrer Werner hielt die Grabrede. Er rückte die Persönlichkeit deS Ent- ichlafenen in§ rechte Licht, zeigte seine Liebe imb Fürsorge für feine Vaterstadt, sein Stampfen für ihr Interesse, be­sonders für die höhere Bürgerschule, fein Verdienst um Er­bauung der Welterauer Bahnen und Deren Führung: cbenfo seinen Patriotismus als Hesse und als Deutscher. Am Grabe sprachen noch: Kreisrat Boeckmann, Beigeordneter Stengel, Oberst Weimer, Vertreter der Fraktion deS Baiiernbundes, die Vertreter der verschiedenen Vereine und Kassen unb andere mehr. Alle legten Kränze nieder. Die

Feuerwehrkapelle spielte am Hause, auf dem Weg zum Fried-