trag bestimmte Schuldverschreibungen aller Zinsgattungen vrovr- sionssrei cmgekauit werden, oder es erfolgt die direkte Eintragung nach dem jeweiligen Kurswert. Die direkte Eintragung ilt zurzeit auf die vicrvrozentigen, bis 1921 unkündbaren Anleihen beschränkt. Annahmestellen sowohl für cinzutragende Schuldverschreibungen als auch für 6)eldeinzahlungen sind in TarmNadt: das Großh. Staatsschuldbuchbureau Luisenitr. 1), drc Grotzy Staatsschuldenkasse und die .Hess Landes-Hypothekenbank: außcr- halb Darmstadts sämtliche Reichsbankanstalten, die Groyh Be- Zirkskassen lmit Ausnahme der Bezirkskassen Eichen I undMarnz l und II), sowie das Steucramt Gernsheim. Geldeinzahlungen tur Schuldbuchzwecke werden auch von der Reichspoit auf das Poitschea- konto der Großh. .Hauptstaatskasse Nr. 17, Frankfurt a. M. ent« gegengenommen. Ter Antrag ist in diesem Falle unmittelbar an das Staatsschuldbuchbureau oder an eine der obengenannten weiteren ?lnnahmestellen zu richten. Es genügt auch em kurzer Vermerk über die Bestimmung des Geldes aut der Zahlkarte. Tie näheren Bedingungen für den Eintrag sind aus de^„Amtl. Nachrichten über das Staatsschuldbuch" zu er,ehcn. Sie und nebst den erforderlichen Antragsformularen und einem Merkblatt bei dem Großh. Staatsschuldbuchbureau in Darmstadt rote auch bei sämtlichen vorgenannten Annahmestellen unentgeltlich zu haben. Tie Vorteile, welche die Schuldbuchcintragung für eine Urtiere und kostenlose Vermögensverwaltung und Vermögensanlage bietet, gewährt in gleicher Weise das Reichsschuldbuch für die Besitzer von Schuldverschreibungen des Reiches. Hierfür kommen als Annahmestellen neben dem Reichsschuldbuchbureau m Berlin tamt- liche mit .Kasseneinrichtung versehenen Reichsbankanttalten m Betracht, ferner die Großh. Hauplstaatskasse in Darmstadt, sowie die Großh. Bezirkskassen, mit Ausnahme derjenigen, an deren Sitz sich eine Reichsbankanstalt befindet. Bon diesen Stellen können die „Amtlichen Nachrichten über das Reichsschuldbuch sowie ein Merkblatt unentgeltlich bezogen werden, die über alles Wissenswerte Aufklärung geben. .....
" Emil Milan, der ausgezeichnete VortragSkunitler, der an der Berliner Universität das Amt des Lektors der VortragSkunst inne hat, wird am Sonntag, den 27. d. M., 71/2 Uhr, im GesellschastSverein sprechen, wo er auch vor zwei Jahren die Zuhörer mit Tolstois Legende ,2Bic viel Erde braucht der Mensch?", mit DoudetS »Die Alten", mit Schillers »Taucher' und anderen Perlen der Literatur entzückte. Diesmal wird er uns von Jens Peter Jacobsen die Erzählung »Frau Fönst", von Friedr. Hebbel die »Abendlieder und Nachtlieder', von Theodor Storm »Im Saal" und von Goethe »WerthcrS erste Begegnung mit Lotte" bringen, also ein wundervolles Programm, in dem tiefer Ernst und heitere Freude gemischt sind. MilanS einzig auf den Dichter gestimmte, selbstvcrleugncnde Kunst steht in beständiger lebensvoller Entwicklung. Wo andere durch Anspannung der äußeren Mittel, durch Ueberklugheiten der Auffassung zu wirken suchen, da genügt bei Milan ein Aufblitzen deS Auges, ein leise unterstreichender Ton, ein rasches Hinweg- gleiten über ein Wort eine Parenthese. Die aufS feinste ab- getönte Dynamik seiner Rede, die grandiose Ruhe, die jeder Dichtung den einheitlichen Ton wahrt, wäre erstaunlich, wenn Milan sich vom gedruckten Text stützen liebe. Da er frei auS dem Gedächtnis spricht, grenzen die Details seiner Leistungen anS Wunderbare.
♦* Stadttheatcr. Es sei nochmals darauf hin- gewieseu, das; nm Sonntag nachmittag statt der ursprünglich geplanten Aufführung von „Ehre" auf vielfachen Wunsch eine Wiederholung von .Hartlebens „Rosenmontag" angesetzt worden i)t. Die Vorstellung findet bei kleinen Preisen statt.
** D er fortschrittlich-politische Bildungs- b er ei n bat seine Tätigkeit gestern abend durch eine gut besuchte Versammlung im Hotel Schütz wieder ausgenommen. Lehrer Kinkel-Langen hielt einen Vortrag über die Aufgabeir des Liberalismus, der von der Versammlung beifällia ausgenommen wurde und eine lebhafte Aussprache herbeifuhrte. Der Vorsitzende, Landtagsabg. Dr. Urstadt, teilte mit, das; der Verein den Winter über mehrere öffentliche Vorträge veranstalten wird und besonders die Jugend dabei als Hörer erwartet werde.
*♦ Radrennen Unter Leitung des Radklubs Germania, Gießen, finden am nächsten Sonntag auf der Radrennbahn „An der Hardt" die Diesjährigen Schluß- rennen statt, die bei der hervorragenden Besetzung alle Sportsfreunde und Gönner auf die Beine bringen werden. Neben interessanten Fliegcrkonkurrenzen findet ein großes Dauerrennen für Berufsfahrer um den Goldpokal von Gießen hinter .lOpfcrdigen Schrittmachermaschinen statt. Unter den Teilnehmern ragen an Form und Leistungen die Berliner A. Schulze, O. Peter und der Russe E. Kudela besonders hervor, deren Namen in der ganzen Sportwelt bekannt sind und für ein scharfes Rennen bürgen. Um jedermann den Besuch der Nennen zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise äußerst niedrig gehalten. Wegen der frühen Dunkelheit ist der Beginn auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt.
** Rekruten beförderung. Für das 8., 11. und 18. Armeekorps fanden die Rekrutenetnstellungen am 15. und 16. Oktober statt: ihre Beförderung erfolgte allgemein in den fahrplanmäßigen Zügen, nur ausnahmsweise wurden Sonderzüge bereit gehalten. Am meisten beansprucht innerhalb des Eisenbahndirektionsbezirts Frankfurt war die Strecke Gießen—Frankfurt, sie beförderte am 15. etwa 700 Rekruten, in umgekehrter Richtung etwa 100. Auf der Strecke Gießen—Köln kamen'an beiden Tagen ctn>a 450, Gießen—Fulda etwa 180, Gießen—Gelnhausen etwa 150 Rekruten zur Beförderung Im ganzen wikrden an beiden Tagen innerhalb des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt etwa 5500 Rekruten befördert.
Starkenburg und Rheinhessen.
(b) Mainz, 17. Okt. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten verlas der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Göttelmann, ein Protestschreiben der städtischen Straßenbahndeputation gegen die „Mainzer Volksztg.". Die Zeitung hatte aus einer Sitzung der Straßenbalmdeputativn, die vertraulich war, einen Bericht gebracht und die Meinung der Deputation in Bezug auf Genehmigung von Arbeiterwochenkarten als „rückständige Auffassung" bezeichnet. Die Verhandlung über dieses Protestschreiben soll in der nächsten .Sitzung erfolgen. — Wegen der Teuerung werden die Armenunterstü'tzungen vom 6. Oktober ab bis Ende März so erhöht, daß die Bezieher von Armengeld die Höchltsätzc erhalten. Hierzu wurde ein Kredit von 12000 Mk. bewilligt. — Der Abschluß der städtischen Rechnungen für 1911, die Betriebsrechnung schließt mit einem Ueberschuß von 811 340 Mk. ab, wurde gutgeheißen und die gestellten Anträge genehmigt. — Für Mc Bewirtschaftung der städtischen Weinberge am Mrchelsdera wurden 5422 Mk. bewilligt. — Das städtische Straßenbahnpersonal hatte bisher jeden 10. Tag dienstfrei, von jetzt ab soll es jeden 8. Dag sein. Für die am 19 No vcmber beginnende elektrische Ausstellung in der Stadt- halle soll den Ausstellern der Strom für ihre Maschinen und Beleuchtung unisonst geliefert werden. — Zum Schlüsse
wurde der Einteilung der Arbeit für das städtische Versicherungsamt zugestimmt. Als geschäftsführender Vorsitzender wurde der bisherige Polizeirat Dr. Ob st selber gewählt.
Hessen-Nassau.
)( M arburg, 17. Okt. Auch in diesem Winter finden hier wieder st u d e n t i s ch e Volks-Unterrichts- kurse statt. Gelehrt wird Deutsch, Rechnen, Schön- und Rundschrift, Stenographie, Französisch, Englisch, Literatur, Erd- und Himmelskunde und Buchführung.
w Frankfurt a. M., 17. Okt. Gestern abend um 11 Uhr verunglückte in der Maschinenfabrik Pokorny li. Wittekind in Bockcnheim der 54jährige Schlosser Ernlt Langendorf auS Gräfenhausen dadurch, dast ihm eine schwere Holzdiele aus etwa 10 Meter Höhe aus den Kops siel. Ter Verunglückte erlitt einen Schädelbriich und ivar sofort tot. Seine Leiche ivurde nach dem Bockenheimer Friedhöfe gebracht.
Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.
Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine ivirkungSvolle Anordnung gewährleistet werden.
Verlag der Siebener Anzeiger;.
Gerichtssaal.
w Heidelberg, 17. Okt. Noch viertägiger Derbaudlung vor dem hiesigen Schöffengericht endigte beute mittag der Belcidigungs- prozest des austerordeutlichen llnivcrsitätsproiessors Dr. Adolf Koch gegen den ordentlichen Ilniversttälsprofessor Dr. Max Weber mit der bedingungslosen Zurücknahme der Klage, ohne dast sich der Angeklagte in irgend einer Weise darum bemüht hatte.
Au; der Rechtsprechung de; Reichsgericht;.
Haftung für körperliche Beschädigung. Mitschuld des Beschädigten. Abwägung des beiderseitigen Verschuldens. BGB. §§ 823, 254.
Die Klägerin verunglückte eines Abends beim Verlassen des .Hauptpostgebäudes in München dadurch, dast sie einige Treppenstufen, die sich zwischen einer sog. Windfangtür und der eigentlichen Ausgangstür befanden, herabstürzte und den linken Arm brach. Da die Kante der obersten Treppenstufe nur 32 Zentimeter von der Windfangtürc entfernt und der betreffende Vorraum nicht besonders beleuchtet war, bestand die Gefahr des Sturzes für jeden, .der den Schalterraum durch die Windfangtüre verliest. Ter Postfiskus bezw. die ihn vertretenden Beamten hätten für Abstellung dieses offensichtlichen Mangels sorgen müssen. Gemäß BGB. §§ 823, 276, 89, 31 wurde der Postfiskus zum Ersatz der Knrkosten, eines Schmerzensgeldes und des sonstigen Schadens verurteilt. Tas -Oberlandesgericht hatte mitwirkcndeS eigenes Verschulden der Klägerin angenommen und gemäß § 254 BGB. die Verurteilung des Beklagten nur auf ein Drittel des erwachsenen Schadens ausgesprochen, da die Klägerin beim .Hinausgehen auf ihren Begleiter geachtet und sich zum Besuch des Theaters besonders geeilt habe. Das Reichsgericht erwog, daß die Post räume auch für den eiligen Verkehr sicher fein müßten, und dast das Publikum hiermit rechnen könnte, und daß der Klägerin ein Vorwurf auch daraus nicht gemacht werden könne, daß sie beim .Hinausgehen auf ihren Begleiter geachtet habe: es sprach deshalb den Postfiskus zum Ersatz des ganzen Schadens schuldig. — E. d. RG. in d. Jur. W. Schr. v. 1912 S. — '
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Die klägerischen Eheleute wollten eines Abends in dem Ladengeschäft des Beklagten einen Ofen kaufen. Um ihnen weitere Kachelmuster zu zeigen, forderte sie der Beklagte auf, mit ihm durch den Hof nach dem Lagerraum zu gehen. Der Beklagte leuchtete hierbei mit einer Handlaterne, die nur nach vvynen Licht warf. Zn dem Lagerraum wandte er sich nach rechts, um von einem dortigen Gestell einige Kacheln herabzunehmen Die Kläger traten hinter ihm in den dunklen Lagerraum ein: hierbei fiel die kläye- rischc Ehefrau in eine in dem Lagerraum befindliche, von ihr nicht bemerkte Lehmgrube, die zwar sonst verschlossen gehalten wurde aber in diesem Augeirblick offen war, weil der daran besänftigt gewesene Gehilfe des Beklagten plötzlich abgerufen worden war.
Der Beklagte wurde für schadensersatzverbindlich nach § 823 BGB. erachtet, weil er die Eheleute, als er sie nach dem Lagerraum führte, nicht in der erforderlichen sorgsamen Weise geführt und gewarnt habe. Er habe damit rechnen müssen, daß die Kläger ihm in den Lagerraum folgten. Er habe sich überzeugen müssen, ob die Grube wirklich verdeckt war: er habe die Kläger auf sie aufmerksam machen und auffordern müssen, am Eingang stehen zu bleiben. Er habe endlich den (Eingang genügend beleuchten müssen. Im Gegensatz zu dem Oberlandesgericht nahm aber das Reichsgericht weiter ein Mitverschulden der klägeriscyen Ehefrau an: sie hätte bei Anwendung der ihr gebotenen Sorgfalt in den ihr unbekannten dunklen Lagerraum nicht hineintreten, vielmehr an der Türschwelle stehen bleiben müssen. Das RG. sprach hiernach den Beklagten nur zum Ersatz von drei Viertel des Schadens schuldig. — E. des RG. in der Zur. W. Schr. von 1912 S. 586. —
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Ein Gast hatte beim Gang zum Abort in einer Gastwirtschaft die neben der Aborttüre auf dem Flur befindliche Kellertüre geöffnet, .obwohl auf derselben eine deutlich lesbare Aufschrift war und auf dem Flur die Flurlampe brannte, und war die Kellertreppe hinabgestürzt. Tas Oberlandesgericht erklärte den Wirt für haftpflichtig, weil er nicht dafür gesorgt hatte, daß die mit der Aborttür verwechselbare Kellertür stets verschlossen gehalten wurde, zumal der Wirt auch mit unaufmerksamen, hastigen und angetrunkenen Gästen rechnen müsse.
Tas Reichsgericht erwog, daß ein nüchterner, aufmerksamer Gast die Aufschrift auf der Kollertüre nicht übersehen hätte und gesichert gewesen sei, und daß mithin die eigene Unaufmerksamkeit und selbstverschuldete Angetrunkenheit des Gastes die wesentliche Ursache des Unfalles gewesen sei. und legte deshalb nur einen ganz geringen Bruchteil des schadens dem beklagten Gastwirt zur Last — § 254 BGB.
zu bleiben; er habe endlich den Eingang genügend beleuchten
Der amtliche bericht über da; Grubenunglück aus Zeche Lothringen.
Der Reichs an zeig er veröffentlicht den Bericht des Ober- bergamts Dortmund an den Handelsminister über die Unter- suchung des Grubenunglücks auf Zeche Lothringen Die amtliche Untersuchung hat ergeben, daß die Schlagwetterexplosion ihren Anfang in dem im Auffahren begriffenen Querschlage der vierten Bauabteilung der dritten Sohle genommen hat Die Aussagen des einzigen Ueberlebenden der in dem Querschlag beschäftigt gewesenen Kameradschaft sonne des Betriebsführers der Zeche in Verbindung mit dem Qrtsbesunde nach dent Unfälle lassen hierüber keinen Zweifel. Es^ sind vor Ort des Querschlages sowohl zu Beginn der Schicht, wie auch bei der Befahrung der Arbeit durch den Betriebsführer Schlagwetter gefunden worden >Nach dem Fortgänge des Betriebsführers ift dann geschossen
worden, und zwar, obwohl Kohle mit den Schießlöchcrir angebohrt war, verbotswidrigerweise mit Dynamit. Die Kameradschaft und der Steiger, den der Betriebsführer zur Beaufsichtigung der zur Vertreibung der Schlagwetter notwendigen Arbeiten in dem Querschlag zurückgelassen hatte, sind in der als Schießort (Zufluchtsort beim Schießen) dienenden Strecke des Flöpes 11 tot aufgesunden worden.
Tie Verunglückten wiesen Brandwunden auf. Danach ist anzunehmeu, daß die mit Zeitzündern nacheinander angezündeten Tynamitschüsse den durch das Hereinbrechen des Flötzes sich bildenden Kohlenstaub und zugleich freiwerdende oder noch vorhandene Schlagwetter entzündet und damit die Katastrophe herbeigeführt haben.
Tas Oberbergamt hat verschärfte bergpoli^eiliche Maßnahmen getroffen, welche der Wiederholung ähnlicher Unfälle möglichst vorbeugen sollen.
Vermischtes.
♦ Der Einzug einer preußischen Fürstin in Berlin. Schon in den Morgenstunden herrschte am Brandenburger Tor reges Leben und Treiben. Die Feuerwehr begann die Nordseite des Brandenburger ToreS mit Girlanden zu bekränzen und die Säulen in ein festliches Gewand zu lchllen. Ein Schutzmannsaufgebot sorgte für Aufrechterhaltung der Ordnung. Die Verwunderung der Menge stieg noch, als eine Schwadron Schillsckwr Husaren sich in der Königgrätzer Straße formierte. Aus dem Pariser Platz erschienen weißgekleidete Ehrenjungfrauen, blumen- streuende Mädchen und eine Anzahl .Herren mit goldener Amtskctte in Fräcken, deren altmodischer Schnitt und bereit seltsam geschweifte Zylinderlmte zu spöttischen Bemerkungen heraussorderte. Bor einer Tribüne hatte sich „biet Volts" angesammelt, dessen Kostüme aus dem Jahre 1793 zu stammen schienen. Endlich erschien der Festzug. Inmitten der Husaren rollte der Galawagen heran, in dem die deutsche Kronprinzessin ihren Einzug gehalten hatte. Auf dem Pariser Platz hielt die Staatskarosse, Han,i Arnstadt vom Königlichen Schauspielhaus beugte sich heraus, der Bürgermeister hielt eine Ansprache, während drei ober vier kinematographische Apparate ununterbrochen in Tätigkeit waren. Der Einzug der Fürstin war nämlich nichts weiter als eine mit großer Prunkentfaltung in Szene gesetzte kinematographifche Aufnahme, die eine Gesellschaft für ihren Film: „Aus dem Leben der Königin Luise" hatte aufnehmen lassen.
* F ü r 15 Millionen falsche Aktien. Die Obligationenfälschungen des Direktors W i 1 in ar t der Eisenbahngesellschaft Gent—Temeuzen, der flüchtig ist, sollen bereits finanzielle Zusammenbrüche im Gefolge gehabt haben. Bei der gestrigen Medioregulierung stellten mehrere Börsenleute dre Zahlungen ein, darunter einer, der einen großen Posten gefälschter Aktien in seinem Besitz hatte. Mau spricht außerdem von der bevorstehenden Zahlungseinstellung eines sweiteren lFinanzmannes. Die Summe der durch Wilmart abgesetzten gefälschten Schuldverschreibungen wird allgemein auf über 15 Millionen angegeben. Wie es heißt, ist die Gesellschaft für den ungerichtete^ Schaden haftbar, da Jahre hindurch von ihren Kassen die Kupons der gefälschten Obligationen eingelöst wurden. Gegen Wilmart hat der Staatsanwalt einen Steckbrief erlassen.
* Automobilschmuggler. Wie aus Valcncien- nes gemeldet wird, fuhr gestern gbend ein von Belgien kommendes Automobil in rasender Eile an der Zollstation von Sebourg vorüber. Tie Zollwächter verfowten den Wagen und versuchten dessen Radreifen durch Revolverschüsse zum Platzen zu bringen. Das Äuto verschwand jedoch vor ihren Blicken. Infolge einer Panne mußte es aber bei Autnoy halten. Die Mageninsassen flüchteten querfeldein und ließen das Auto .zurück, in dem sich für etwa 18000 Fr. Zigarren und Tabak befanden. Tas Auto wurde beschlagnahmt.
* Brückeneinsturz. Wie ans Tunis gemeldet wird, stürzte auf der Bahnstrecke Tunis —Kalaad- jerda eine Brücke in dem Augenblick ein, als ein Personenzug darüberfuhr. Die Lokomotive und mehrere Wagen stürzten in das ausgetrocknete Flußbett. Zwei Eisenbahn- bedienstet und ein Reisender lvurden getötet und zehn Personen verwundet.
* Dec Schutz der Hummer. Die ein ft blühenden Huinmerfilchereien bei Neufundland sind heute nahezu erschöpft, so daß die Regierung der Insel einen Kredit zu ihrem Schutze bewilligt bat. Noch im Jahre 1889 ergab der Hummernfischfang über 76 000 Kisten: 1900 waren eS nur noch 29 000. Der Verlust beträgt also etwa 1 Million int Jahre. Um nun die Hummern zu schützen, wird man in den geeignetsten Buchten acht Gehege an- legen, die durch Eisengitter abgeschlossen werden und etwa 20 000 weibliche Hummern einsetzen. Mit Motorbooten soll den Hummern die Nahrung zugesührt werden, die in Ileberreslen vom Hering bestellt. Wenn alle Eier entwickelt sind, werden die Gitter entfernt und die Hummern wieder in Freiheit gesetzt. Kann man auch den übermäßigen Jang nicht verhindern, so hofft man dort, durch diese Maßregeln eine sehr starke Vermehrung der Tiere zu erzielen.
Märkte.
~ Lauterbach, 17.Okt. Ter gestrige Herbstmarkt <Vieh« und Krämermarkt', mit dem auch bte Lauterbacher Kirmes verbunden ist, war bezüglicl) desKrärnermarktes verhälmismäßig schlecht besucht, wa4 hauptsächlich aus die nocl; im Rückstände besindliche Kartoffelernte zurückzukühren sein dürfte. Die wenigen Verkaufsstände, hauptsächlich Lauterbacher Geschäftsleuten gehörig, wurden infolge des schlechten Geschäftsganges schon frühzeitig abgebrochen und man merkte am Abend kaum, daß in Lauterbach etwas Besonderes stattgefunden hätte. Auch die Wirtschaften blieben verhält- niSmäßig leer, so daß man von dem gewöhnlichen KtrmeStrubel tvenig verspürte. Ter S ch w e i n e »n a r k t zeigte etwa- lebhafteren Geschäftsgang; da nur ivenig Tiere angeiahren waren und die Nachfrage ziemlich groß >var, wurden Ferkel und Einlegeschweine rasck) abgesetzt und durchschnittlich hohe Preise erzielt.
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