Ausgabe 
14.12.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 295

Zweite; Blatt

162. Jahrgang

Erscheint löslich mit Ausnahme des Sonntage.

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5. ES ist unrichtig, daß ich erklärt hätte, ich ftinrnre mit dem Mgeordnclen Eitzncrt, beyiglid) der JurudWrroniintg an den 9bus- schütz überein, im Gegenteil nal,m ich den Standpunkt ein, datz für den sozialdemokratischen Antrag kein Anlatz oorliegc, mährend die Kassation der .Kmedelschen Wahl wegen der Freibier» spendet! geboten sei. Meine Fraktion hat auch gegen den sozial^ pcmofrahidxm Llntrag aber sodann mit den «Sozialdemokraten für Ungültigkeitserklärung gestimmt, während Nationalliberale. Baucrnbrmd und Zentrum geschlossen für die Gültigkeit stimmten.

B. Ihr Bericht lätzt ben Kernpunkt der Sache nutzer Betracht, der dann liegt, das; die Kammennehrheit im Falle der Wahl- Prüfung C hr i st, eines freifinntgen Kandidaten, die Un- gültigkeit des Mandats wegen der gleichen Verstöße beschlossen hat, die in den Fällen A u l e r und Schott fest- gestellt waren, aber hrer nicht als wesentliche Verstöße angesehen wurden: vielmeltr ging bei diesen Wahl Prüfungen die Kammer Mehrheit ohne Debatte über die Verstöße hinweg und erklärte die Wahlen für gültig.

Diese Art der Beltandlung der Wahlvroteste war es. die mich veranlaßte, meine Tätigkeit als Berichterstatter niederzulegen.

LukaSsaale. (Tie Gleichnisreden Jein.)

Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r.

Börscn-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 13. Dezember.

Trotzdem die Staatsmänner Österreichs und Rußlands den Willen zum Frieden betont haben, will die K'riegsfurcht nicht weichen. Die Märkte furchten auch, daß die wirtschaftlichen Folgen der Beunruhigung, die größere Verluste ge­bracht haben, der Konjunktur ein Ende bereiten könnten. Tie Un- gen'ißheit führt zu Positionslösungen, so daß die Kurse sich nur mühsam behaupten können. Dazu kommt die Verstimmung über deVerschlechterungderSituationaminternatir- nalenGeldmarkte. Tie Reichskank ist in starkem Umfange in Anspruch genommen worden, besonders ist dem Institute viel Gold entzogen worden. Ta kein Gold nach dem Ausland gegangen ist, muß der innere Verkehr große Beträge des gelben Metalls absor­biert haben. Man schätzt die dem Verkehr entzogenen Geld­beträge aus 100 Millionen Mark. Tiese Geldentziehungen sind umso bedauerlicher, als gegen Ende des Jahres, die Reichsbank auch in normalen Zeiten auf eine Stärkung ihres Geldbestandes be­dacht sein muß. um die Notendeckung zu sichern. Unter diesen Umständen kann es nicht Wunder nehmen, daß die Banken in dcr vergäbe von Krediten und in der Ueberlassung von Ultimo- geldern sehr zurückgehalten sind. Tie Folge ist eine Zunahme der Insolvenzen und eine tiefgehende Furcht vor dem Ende des Nonats. Die Geldlage bat sich weiter dadurch noch verschlechtert, daß am englischen Geldmärkte eine Versteifung einge- reten ist. Ter Bank von England sind in der letzten Zeit er­hebliche Beträge für Brasilien. Indien und den Kontinent entzoaen worden. Tic Gefahr von Goldausgängen nach New York hat sich durch die Unterbringung der österreichischen Schatzscheine in Amerika rhoht, denn Amerika sucht jetzt die übernommenen Schatzscheine n London unterzubringen, da es selbst unter Geldknappheit zu .eiben hat. Tie Geldsorgen brachten es mit sich, daß den günstigen Meldungen aus der Industrie nur wenig Beachtung geschenkt

Samstag, 14. Dezember (9(2

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversiiälS - Buck- und Steindruckerei.

R. Lange, Dietzen.

Alles für 50 Kilo. Geschäft gedrückt.

DieSiebener Fcmttlienblätler" werden dem .Anzeiger- viermal ivöchenllich beigelegt, daS Kreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: totbul- stratze 7. Expedition und Vertag: e^»51. Redaktion: 12. rel.-Adr.:illi,zeigerDietzen.

katholische Gemeinde. Wetterdienst.

Samstag, den 14. Dezember:

Nachmittag? um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit heil. Beicht.

, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

, um 9 Uhr: Lochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. iUeiie mit l reoigt. Militärgotlesdienst.

Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre: darauf sakramentalische Bruderschaits-Andacht.

Gottesdienst in Lollar

Sonntag, 15. Dezember, nachmittasg l1/, Uhr.

Pfarrafststeiit Hofman n (Gießen).

Wirrstroh 0,00-0,00 SDlf. ----- -----

Tte Zuftihren waren au« ben Kreisen jneoberg, Sieburg und

Freitag, den 20. Dezember, abends V.6 Uhi: Bereinigung der fonfirmierten ivetblichen Jugend der Iohannesgentemde int IohamieSsaale.

Der Wartburg-Verein (Wetzstemslratze 38) veranstaltet jedeit Sonntag abend einen Vortrag, jeden Dienstag abend eine Bibelslunde, jeden Mittwoch abend eine Turnsltinde und jeden Donnerstag abend einen Lese- und Cvielabend.

Tas B i be l kr ä nz ch e n für Schuler höherer 2 e br­au fl a 11 e n findet halt im Johannessaal. und zwar jeden Milt- .voch nm 6 Uhr für die jüngere Abteilung, jeden Samstag um 6 Uhr für die ältere Ableilirng. Tas Bibelkrätizchen für Schülerinnen höherer Lehranstalten aus der Iohannesgemeinde ist Dienstag»

Kur ......----...

S o n n tag, den 15. Dezember, 3. Advents-Sonntag: Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, uni 7 Uhr: Tie erste hl. Messe.

Hanau.

le. Wiesbaden, 13. Dez. Leu- und Strohrnarki Angefahren waren 11 Wagen mit Leu und Stroh. Alan notierte L e n 7.20-8.20 Mk , Ltroh (Richtstroh) 5.0o5..'o Alk. - F r n chtmark t. pa>er 6,2020,Ou Alk. 'Alles für 100 Kilo.

gesund, munter und geistig frisch sich entwickeln sehen wollen, so geben Sie ihm Tr. Hommel's Haematogen. Warnung! Man verlange aus­drücklich den Namen Tr. Hammel. D31^

Kleine Lageschronik.

In NeivNork wurde eine Spielhölle ausacl>oben und die Spieler und über 40 Zöglinge der höheren Töchterschule verhaftet.

Der Heidelberger Bürgerausschuß genehmigte in seiner heutigen Sitzung cinfrtinmig einen Kredit von 1OOOOO^Mark zur Erbvhrung einer von dem Geologen Professor Wilhelm Salo­mon vermuteten Thermalquelle auf dem Heidelberger Stadtgebiet, sowie einen Kredit von 310 000 Mark zur Fortführung der clcttrifdjen Straßenbahn von Schlierbach nad) 9? eiarg c- ntünb. Ferner wurde mit 67 gegen 31 Stimmen beschlossen, daß die aufgedecktcm Fundamente des alten Augustinerklosters aus dem Ludwigsplatz zwecks gärtnerischer Anlagen wieder zugeschüttet werden sollen. ________

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische oiemeiiioe.

Sonntag, den 15. Dezember, 3. Advent: Gottesdienst.

3n der tztadtkirche.

Vormittags 9'/. Uhr: Professor D. Schia n.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die NlarkuSgemeinde.

Pfarrer S ch >v a b e.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäusgemeinde, wozu besonders auch die konfirmierte - Jugend eingeladen wird. An. melöimg vorher bei dem P'arrer der Gemeuide erbeten.

Plontag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Iuaend der Malthäusgememde.

Donnerstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr, im Markus- saale: Bibel ft u n d e. (Bries an die Philipper.)

Pfarrer Schwabe.

3n der Zohaniieskircbe.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarraffistent Hoffman u.

Vormittags 11 Uhr: Kinderklrche für die VufaSqenieinbe.

Pfarrer Bechtolsheim er.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Iohannesgemeinve. ,vozn befonders and) die konstrmierte Jugend eingeladen iviid. 9ln- Meldungen vorher im Pfarrhause Süd-Aulage **, erbeten.

Abends 7*/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde tm Vufasfaale.

^lbends 8 Uhr: Bibelbefprechimg im ^ohannessaal.

Dliltwoch, den 18. Dezember, abends 8 Uhr: Bibelstunde

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fe. Frankfurt a. M., 13. Dez. L e u- und St roh markt. Angefahreu waren 13 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt mürbe ..... 'trotz tnornlana'irob) 0.0'i 0.00 Mk«

An» Heften.

Aus dem Ausschuß der ersten Kammer.

bd. Darmstadt, 13. Dez. Der Zweite Ausschuß der Er st en Kammer hatte sich am Mittwoch mit cinor Anzahl Regierungsvorlagen und Anträgen, die bereits von dcr Ziveiten Kammer durchberatcn wurden, zu befassen. Die Regierungsvorlage, Gesetzentwurf, die Ausführung dcr landwirtschaftlichen Unfallversicherung be­treffend, deren Artikel 8 von der Zweiten Kammer dahin abgeänderi wurde, daß für die Wortenach Anhörung" mit Zustimmung" gesetzt werden sollte, hat in dieser Fassung nicht die Zustimmung der Ersten Kammer gefun­den. Der Ausschuß, hält es für richtig, daß das Mini­sterium des Innern vor einer Ernennung des Vorsitzen­den und des Stellvertreters die Geuossenschaftsversamm lung an-uhören hat und billigt deshalb die Fassung, wie sie vom Ausschuß der Zweiten Kammer vorgeschlagcn ist. Dcr Ausschuß der Ersten Kammer beantragt daher: An­nahme des Artikels 8 in der Fassung Zweiter Kammer unter Abänderung dcr Wortemit Zustimmung" in die Wortenach Anhörung". Der in Verbindung mit dieser Vorlage gestellte Antrag des Abg. Senßfelder und Genossen, betreffend Abführung der Beiträge zur land- und for st wirtschaftlichen Berufsge­nossenschaft soll nach dem Anträge des Ausschusses der Ersten Kammer in Uebereinstimmung mit der Zweiten Kam­mer für erledigt erklärt werden. Ueber die Regierungs­vorlage, die Vereinigung der Landgemeinde Kostheim mit der Stadt Mainz betreffend, entschied sich der Aus fchuß der Ersten Kammer im Sinne des Beschlusses der 3umtcn Kammer, d. h. die elf Artikel werden nach der Regierungsvorlage über die Heranziehung der Grundstücks- -eigöntümer irn Gebiet der Süd- u. Südwestfront zuMainz zu den Kosten des Straßengelündeerwerbes genehmigt. Ein Antrag der Abgg. von Brentano und Genossen über die Bekämpfung der Viehseuchen und R e b s ch ä d l i n g e wurde, wie von dcr Zweiten Kammer auch, für erledigt er­klärt. Der wiederholt gestellte und von der Zweiten Kam­mer angenommene Antrag Ulrich und «Genossen, Verhaf­tungen betreffend, soll nach dem Beschlüsse des Zweiten Ausschusses der Ersten Kammer abgelchnt werden.

Dcr Erste Ausschuß der Ersten Kammer erledigte eine Reihe kleinerer Anträge und Vorstellungen. Er schloß sich hier den Beschlüssen der Zweiten Kammer an.

Die Zweite Kammer

hat den Plan, nur noch am 17. und 18. Dezember Plenar­sitzungen avzuhaltcn und alsdann die Weihnachtsferien be­ginnen zu lassen. In der Kammerfitzung am nächsten Diens­tag dürfte Herr Finanzministcr Dr. Braun sein finanz­politisches Exposee über den neuen Staatshaushalt für das Jahr 1913 znm Vortrag bringen. Der Voranschlag selber wird aber erst nach Weihnachten den Kammern zu­gehen können.

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer

luirb am nächsten Dienstag nach der Plenarsitzung der Kammer zu einer Beratung zufammentreten, in welcher über die geschäftliche' Behandlung der an die Abgeord­neten zur Verteilung gelangten Besoldungsvorlaae Beschluß gefaßt und die Verteilung der verschiedenen Ge­setzentwürfe der Vorlage an die .Ausschuß-Berichterstatter vorgenommen werden soll.

Die Abgeordneten IIIr ich und Eißnert haben in der 2. Kammer folgende dringende Anfrage, betr. die Verkehrs­interessen Der Stadt Offenbach, eingebracht: Hat die Re­gierung Kenntnis davon, dach, die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt, eine Anzahl D= und Schnellzüge, die -bisher im Offenbacher Hauptbahnhof gehalten, für die Folge an O f f c n b a ch v o r b e i f a h r e n zu lassen oder eine An­zahl Züge um Offenbach herumzuleiten? Was gedenkt die Regierung zum Schutze der Verkehrsinteressen Offenbachs zu'tun, falls sich diese Absichten der Eisenbahnverwaltung bestätigen sollten?

Eine dringliche Anfrage der Mgg. ^oherr und Genossen betrifft die Beförderung der Loko­motiven für die Eise nbahndirektionMainz und lautet: Ist es der Regierung bekannt, daß entgegen frü­herer Gepflogenheit die Lolomotivkohlen für die Eisenbahn Direktion Mainz jetzt ausschließlich ab Griebe mit der Bahn befördert werden? Will die Regierung nicht dahin wirken, daß nach dem früheren Gebrauch die Kohlen mit Schm m den Bezirk verbracht werden, um dadurch den vorhan­denen Wagenmangcl zu mildern, erhebliche Fracht zu er­sparen und den hessischen Häsen einen entgangenen Ver­dienst für die Zukunft zu sichern?

Der Zusammenstoß in der Zweiten Kammer.

Der Abgeordnete Justizrat Grünewald schreibt uns: £hrcn Bericht über die gestrige Verhandlung der 2. Kammer feer Landslände feie id) mich leider wieder zu berichtigen genötigt

1 x-s];r Berichterstatter meint zu Unrecht, ick) müsse wissen auf welchem Wege er Kenntnis von den Verhandlungen der Aus schüsse erhält. Jedenfalls war fein Bericht Punkt für Punk: unridrtia und ich war genötigt, ihn ricbttg zu pellen: insofern bildete dieser unzutreffende Bericht die Ursache des ganzen Streites

2 Id) habe nicht gesagt, ich hätte nicht gerneeine Zeugen Publikation" vorgenommen, sondern id) sei ungern dazu geschritten aber genötigt gewesen, eine VeröfscMltchung des Brtenvechiels vorzunehmen. _ .. n. ,

3 Id> habe nicht von 2 Parteien, dte mir zur Linken nhen gcfprodxn, sondern von den 3 verbündeten Parteien, den Nalw natliberalcu, dem Zentrum und dem Bauernbund: auch di Aeußerungen, die ich gegenüber Herrn Abgeordneten von Bren tmo getan habe, sind unrichtig wiedergegeben. _ Ich hcwe aucl nicht vonnicht schlecht ungeschrieben lein' gejürodyen, lonbcri gesagt, daß ich nicht intolerant mth unfreundlich der katholische; Konfession gegenüberstehe und daß es mir lerne gelegen habe mit der Bezeichnungultramontan" ienc Partei verletzen zuIvvllen

4 Ihr Berichterstatter hat überhört was bei dem -Lumul her herrschte, natürlich ist daß id) auf die Drohung des Ab geordneten Winkler, er werde seine beleidigende Aeußcrung auf halb des Hauses wiederholen, ihm dem Smne nad) zugernn habe, daß ich ihm bann außerhalb des H au ,es m i einer Tätlichkeit erwidern werde (die gebrauchte! Worte will ich nicht wiederholen).

Metzener LMlge?

General-Anzeiger für Gberhefjen

Gedankenlos schickt man das Liebste fort, «hinaus in Wind und Wetter, wenn es kaum Tag geworden ist, und so ein Sckulgana bei schlechtem Winierweller iit eine Häufung erniter Gefahren für ein kleines Menschenkind. Da­rum lassen Sie sich raten, verehrte Hausfrau und Mutter: Geben Sie den Kleinen immer ein paar Fayö Sodener Mineral-PailiUen nut auf den Schulweg, die erfahrungsge­mäß and) als Schutzmittel die denkbar besten Dienste tun. Tie Schachtel, die nur 85. Big. kostet, reicht eine ganze Wo­che und ist überall erhältlich.[ss13/12!

Zentraloerband deutscher Industrieller.

** Berlin, 12. Dez.

Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der ange- schlosseiten Erganiiattonen und von Einzelmitgliedern trat heute vormittag im Hotel Adlon der Zentralverband Deutscher In­dustrieller zu einer Delegiertensitzung zusammen. Ter Vor sitzende deS Direktoriums Landrat a. D. Rötgcr eröffnete die Versammlung mit einem Nachrns auf den Prinzregenten Luit­pold von Bahern und wies darauf hin, daß trotz des Balkan krteges die deutsd>e Industrie fick» in einer glänzenden Konjunktur beflnde. Tas sei ein Beweis für die Gesundheit der deutschen Wirtschaftsverhältnisse. And) die bestehende Geldknappheit werde hoffentlich bald verschwinden, wenn der Friede gewahrt werden könne

Hierauf erstattete der Geschäftsführer Regierungsrat a. a. Dr. Schweig Hoffer den Geschäftsbericht. Es lagen zu den einzelnen Punkten des Berichtes der Tagung Entsckiließun- gen vor. Zu dem ThemaVereinheitlichung des Angestellten- reckstes" billigte die Versammlung den Beschlußantrag, roonad) man nicht darauf Einarbeiten dürfe, die Angestellten mit den Lohnarbeitern sozial und rcdytlid) auf eine gleiche Stufe zu stellen. Die Angestellten nehmen zwisckten Arbeitern ^und Arbeitgebern eine vermittelnde und sozial ausgleichcnde Stellung ein, das Angestelltenrecht müsse sid) neben dem Arbeiterrecht selbständig entwickeln.

Zu der Frage betr.Einführung eines staatlichen Petroleummonopols" wurde eine Entt'chließung gebilligt, nach rocldter der Zentralverband in der Vorlage kein zur Verbilligung des Leuchtöls geeignetes Mittel erblickt. Teslwlb sei gegen die Vorschläge der verbündeten Re­gierungen solange Verwahrung einzulegen, bis die Frage der Notwendigkeit eines staatlichen Einsdweitens, sowie der Durch­führbarkeit des gesetzgeberischen Problems einwandsfrei gelöst ist.

Die Gestaltung des preußischenW a s s e r g e s etz e n t- wurfes", wie sie vom Abgeordnetenhause beschlossen wurde, fand .riadt einem Vortrag von Dr. v. Stojcntin (.Berlin) die Billigung der Venmnmlung. Es wurde der Hoffnung Aus­druck gegeben, daß das preußische Herrenhaus die Gesetzesvor­lage in der ihr vom Abgeordnetenhause gegebenen Gestalt ge­nehmigt. Aus der Mitte der Versammlung wurden gegen diese Stellungnahme einige Bedenken laut, die aber wieder zurück­gezogen wurden.

Ter Direktor der Maschinenfabrik Augsburg-München Dr. Guggenheimer hatte einen Vortrag eingesandt über das ThemaDie Werkvereine, ihre Entstehung und Bedeu­tung", das zur Verlesung gelangte. Als Merkmal der Werk­vereine wird darin angeführt, daß sie den nationalen Gedanken hochhalten und es abweisen, ihre Bestrebungen auf dem Wege des Umsttirzes der Gesellschaft und Staatsordnung durchzusetzen. Sie lehnen daher die Zugehörigkeit zur S o z i a I b c m o fr a tj e ab und stehen treu auf dem Boden des Vaterlandes. Sle haben auf das Streikrecht nicht verzichtet und sind aud) nicht von den Arbeitgebern abhängig. Sie sind geschaffen worden unter dem Drucke des grenzenlosen Terrorismus der Sozial­demokratie.

Tr. Bäumer (Essen behandelte die Beziehungen zwilchen Werkvercinen und nationalen Arbeitervereinen. Tie Werk­vereine und die nationalen Arbeitervereine müssen die Brücke bilden, wenn wir wieder an die Arbeiter Herangehen.

Reichstagsabgeordneter Tr. Arend ^Mansfeld' wandte sich ebenfalls gegen den Terrorismus der Sozialdemokratie. Wenn man sehe, daß heute von feiten der Sozialdemokratie alles ge­schehe, müsse man bezweifeln, ob man noch in einem Rechts­staat lebe. Hier müßten die Regierungen einschreiten. Tie vaterländische Politik erfordert unter allen Umstanden den Kamp) gegen die Sozialdemokratie. Wenn freilich wie in Augsburg Arbeitgeber den Sozialdemokraten untersttitzen, dann dürfe man sid, nicht wundern, wenn dies aud) von den Arbeitern geschieht.

Nach einem kurzen Schlußwort des Vorsitzenden wurde sodann die Tagung geschlossen.

wurde. Immerhin gaben die Pre. erlröHungen am belgilchen Eisenmarkl Monranvavieren eine geni i.' Widerstandsfähigkeit, zu­mal die Zahlen über Deutschlands Getreideernte, tue Retorderlragc in Brot -Getreide und Mnru'ffdii brachten Aussichten auf eine Zu­nahme des Konsums eröffneten In den letzten Tagen wurde die Unruhe nad) durch die scharfen Kursrückgätigo an der N e w Bor ter Börse verstärkt Tic amerifaiüid'C Finanzwelt be­fürchtet, daß die inuairoÄcf c einen ungünstigen Ausgang nehmen könnten und besonders die UutersudMng des sogenannten Geld- lrusts neue Beunruhigung sclrafsen könnte. Glücklicherweise Hot fick) der Besitz der deutsche)! Börsen an amcritaniidycn Werten in letzter Zeit wesentlid) reduziert. Von Einzelheiten im Verkehr ist wenig Bemerlenswenes zu berichten. Privatdiskont ö'M0-

Märkte.